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Wenn Kinder zur Babysitterin "Mama" sagen

10. Februar 2007 um 16:37 Letzte Antwort: 12. Februar 2007 um 8:46

Ich arbeite seit meiner abgebrochenen Ausbildung zur Kinderkrankenschwester als freiberufliche Babysitterin. Habe während meiner Ausbildung viele Eltern kennengelernt, die mich dafür engagiert haben und spricht sich auch rum, da ich anscheinend sehr gut bin.

Weswegen ich schreibe: Die Eltern meiner Kids sind meist beide voll berufstätig (zumeist Akademikerberufe), wodurch die Kids teilweise den ganzen Tag nur mich sehen. Jetzt passiert es mir regelmäßig, dass die Kids zu mir "Mama" sagen, oder wenn abends oder nachts(!) dann die Übergabe ist, gar nicht mehr von mir wegwollen und ein Theater machen, weil sie jetzt zur Mutter müssen!

Jetzt ist mir neulich passiert, dass ein 4-jähriger Junge bei der Übergabe zu seiner Mutter gesagt hat: "Ich will aber bei der Mama [mir] bleiben!" Die Mutter war dann zuerst total schockiert, ich wie blöd dagestanden. Aber geändert hat sie nichts.

Ich weiß, dass ich mit meiner folgenden Meinung gegen den medialen Mainstraem spreche; auch weiß ich, dass ich von diesen Leuten lebe, und dass ich selber noch keine Kinder habe und deshalb angeblich keine Ahnung hätte. Aber ich frage mich doch, wie karrieregeil manche Eltern - und zwar Mütter UND Väter sein müssen, damit sie sowas zulassen.

Ich würde niemals meine Kinder in fremde Obhut geben, nur um noch mehr Geld zu scheffeln. Teilweise dienen diese Kinder diesen Leuten echt nur dazu, um das perfekte Bild der Bilderbuchfamilie - zu der eben auch Kinder gehören - abzugeben. Dann sollen sie doch keine bekommen, wenn sie sich nicht um sie kümmern wollen.

Inzwischen wird ja die ironisierte Bezeichnung "Rabenmutter" immer häufig in rhetorischer und sarkastischer Art und Weise gerade FÜR diesen Lebensstil genutzt, fällt mir immer wieder in seriousen Talkshowrunden auf ARD und ZDF auf. Ich kann solche Eltern - und insbesondere als Frau solche Mütter - nicht verstehen. Niemanden braucht es zu wundern, wenn solche Kinder später mal keine Wurzeln und keine Stabilität mehr aufweisen können.

LG Tanja

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11. Februar 2007 um 0:39

Ich als Kind einer solchen "Karriere-Mutter"
würde es auf gar keinen Fall pauschalisieren wollen, dass es einem Kind schadet, wenn beide Elternteile Vollzeit arbeiten, genau so wenig wie man davon ausgehen kann, dass alle Kinder, deren Mutter zuhause bleibt, die perfekte Beziehung zu ihren Eltern aufbauen!
Aus meiner Erfahtung kann eigentlich nur sagen, dass mir das ganz und gar nicht geschadet hat. Seit meinem 1. Lebensjahr hatten meine beiden Eltern einen Vollzeitjob, und das weniger wegen des Geldes, sondern weil meine Mutter, genau so wie mein Vater, sich beruflich verwirklichen wollte. Meine Mutter war einfach nach einem Jahr nur Mutter extrem unglücklich.
Ich habe meine Mutter aber immer sehr geliebt, genau wie meinen Vater - denn sie haben die Zeit, die sie mit mir hatten, immer intesiv genutzt. Wenn meine Eltern also da waren, dann waren sie auch für mich da und haben sich mit mir beschäftigt. Meine Mutter hat mir mal gesagt, dass sie die Zeit mit mir auch erst genießen konnte, als sie wieder gearbeitet hat.
Das ganze soll nicht heißen, dass meine Eltern nur die angenehme Seite des Kinderhabens mit mir geteilt haben. Bei Schulischen Problemen, die Revolution gegen alles in der Pupertät - genug Streit mit meinen Eltern hatte ich auch - aber ich war ihnen nie lästig!
Ich habe auch heute immer noch ein sehr gutes und vertrautes Verhältnis zu meinen Eltern, wenn ich Probleme habe, sind sie immer noch die ersten, mit denen ich rede! Im Gegensatz zu vielen meiner Bekannten freue ich mich immer, wenn sie mich mal besuchen kommen- weil sie mir auch nie lästig waren.
Meine Kinderfrau hatte ich auch sehr lieb und ihr Tot hat mich sehr hart getroffen - aber das finde ich auch nicht schlimm... es ist doch wunderbar, wenn einen viele Menschen als Kind geliebt haben.
Man sollte Eltern, die einen solchen Lebensweg wählen, bitte nicht vorverurteilen!
Na ja... und was mich persönlich besoders aufregt, ist, dass es wiedermal insbesondere um die Mütter geht.
Wenn dann bitte beiden Geschlchetern die gleichen Vorwürfe machen - denn zu einem Kind gehören immer noch beide Elternteile und es sind, imho auch beide gleichverantwortlich für die Erziehung.

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11. Februar 2007 um 11:10

Es sind
sicher nicht alle Eltern so karrieregeil. Ich denke, man kann das nicht pauschalisieren. Sicher gibt es Fälle, in denen ein Kind nur "im Weg" ist. Das ist dann auch schlimm genug und wirklich traurig, dass solche Leute ein Kind in die Welt setzen!
Aber in vielen Fällen liegt es mit Sicherheit auch einfach an der finanziellen Lage. Viele können es sich nicht leisten, dass ein Partner gar nicht mehr arbeiten geht und komplett zuhause bleibt.

Was letztens vorgefallen ist, ist natürlich nicht schön! Weder für dich, noch für die Mutter!
Ich würde an deiner Stelle versuchen, den Kindern beizubringen, dass du nicht ihre "Mama" bist. Du solltest die Kinder direkt darauf aufmerksam machen, dass es falsch ist, was sie sagen, wenn sie dich so nennen!

Lg

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11. Februar 2007 um 16:54

...WUNDERBAR
1. ...abgebrochene Berufsausbildung

2. *grins*...freiberufliche Babysitterin (Haste 'n Gerwerbeschein???)

3. ...sag' Deine Einstellungen / Meinungen Deinen "Karieregeilen" Eltern! schwups..schon biste wieder raus aus dem Geschäft

4. Kinder bekommen Ihre Wurzeln und Ihre Stabilität nicht nur über den Kontakt mit den Eltern, sondern dadurch wie sie SOZIAL erzogen, gefördert, u.s.w. werden. Und da ist es egal von wem.Solange eine Bezugsperson da ist, alles kein Problem!

5.Das ein Kind vor allem ein 4 Jähriger absichtlich(!!!)MAMA zu Dir sagt, wer weiß was Du Ihm "eingflöst" hast!!!

6. Gibt es Personen, aber da kannst Du ja nicht mitsprechen, die NICHT mehr in Ihren Beruf rein kommen , sobald Sie (auch wenn es nur 1 Jahr ist) aussetzen....

Naja, Du musst eben noch viel lernen

Schau', dass Du ne anständige Ausbildung machst.....
und Dir nen passenden JOB suchst.

Gruß

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12. Februar 2007 um 7:17

Danke!
Du sagst, du kennst einige. Den Eindruck hab ich nicht, da du anscheinend keine Ahnung von Kids und deren Verhalten hast. Finds aber ziemlich daneben, mir zu unterstellen, ich hätte das erfunden. Schau einfach mal genauer hin in die Gesellschaft.

Ansonsten antworte doch nicht, wenn du nicht willst.

LG Tanja

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12. Februar 2007 um 7:25

Jetzt nochmal:
Mir gings nicht um die Mütter allein, was hier anscheinend missverstanden wurde. Ich hab doch ausdrücklich erwähnt, dass es auch um den Vater geht. Aber wenn beide gut verdienende Berufe haben, dann ist es doch auch finanziell möglich, dass der Vater oder die Mutter mal aussetzt, oder beide eben halbtags arbeiten. Ich meine finanziell möglich muss es ja sein, wenn sie sich ständig Kindermädchen leisten können.

Es ist auch nicht mein, Fehler, dass die Kinder häufiger "Mama" zu mir sagen, da ich ihnen das immer wieder klar gemacht hatte. dass ich da nicht bin. Kann schon sein, dass sie das als typischen Reflex tun, ohne nachzudenken. Aber der letzte Vorfall, den ich eben erlebt hatte, hat mir schon zu nachdenken gegeben.

Und wenn jemand sagt, er würde seine oder ihre Kinder für seine oder ihre persönliche Vollzeit- (oder noch mehr) berufliche Selbstverwirklichung vernachlässigen wollen, kann ich das eben nicht nachvollziehen. Kinder sind doch selber eine Selbstverwirklichung. Und zwischen einem von beiden muss man sich dann eben entscheiden.

Mir geht es doch nicht um alteinhergebrachte Rollenverteilung, menno!

LG Tanja

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12. Februar 2007 um 7:39

Zumindest..
...sind die ersten drei Lebensmonate die wichtigste Prägephase, in der auch das Vertrauen zur Bezugsperson gefestigt wird.

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12. Februar 2007 um 8:46

Wenn...
Wenn die Kinder, auf die du aufzupassen hast, "Mama" zu dir sagen, dann hast du in deinem Beruf versagt. )-:

MFG

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