Home / Forum / Liebe & Beziehung / Wenn innerhalb eines Jahres alles verschwindet

Wenn innerhalb eines Jahres alles verschwindet

20. Oktober um 15:53

Liebe Gemeinde (oder wie man/n am besten mal beginnt), 
ganz neu in diesem Forum und auch bei dieser Art der Kommunaktion bzw. Rat-/Hilfesuche beginne ich ganz direkt, fasse es zusammen und möchte schauen, was hier an Feedbacks oder Content kommt. Ich hoffe nicht nur ausschließlich auf allgemeingültige Floskeln. 

Mein Leben began sich dramatisch zu verändern, mit dem plötzlichen Tod meines Vaters nach einem Schlaganfall. Er, keine 70. Ich, noch keine 30. 
Es passierte zu einem Zeitpunkt, wenige Wochen nachdem wir uns nach längerer Zeit ausgesprochen hatten und es ein sehr herzliches Verhältnis war zuletzt. 
Zum besseren Verständnis und by the way; meine Mutter ist das, was man womöglich einen Drachen nennen möchte und auch ein Hauptgrund, warum es mir schwerer fällt Vertrauen zu können, weil ich lange Jahre miterleben konnte wie "man" Spielchen spielt und nicht zuletzt auch selbst spüren durfte, wenn man "falsch vertraut". 
Mein Vater ein sehr herzlicher Mensch, meine Mutter eher, nennen wir es "Werteorientiert". 
Mein Charakter ist mehr der meines Vaters (geworden). Geworden da es wohl auch mal anders war, da wir Kinder viel mehr bei der Mutter waren, da Vater als Unternehmer meistens nicht zuhause. 
Mit Mitte 20 hat sich das bei mir stark gewandelt, als ich spätestens dann gemerkt habe, was wirklich abgeht und mein halbes Leben ausgemacht hat. 
Menschen zu sehen als das was sie sind, Menschlichkeit und Familie, Freude und persönliche Lebensqualität an oberste Spitze zu stellen und das Fühlen und das Denken stets versuchen "richtig" zu vereinen. 
Nun lernte ich auf einem ziemlich erfoglreichen Weg meiner Karriere eine Frau kennen, die anders war. Besonders, was sich für mich auch nach den ersten Dates noch immer anders anfühlte obwohl ich damals dachte es sei nur temporär. 
Aber ich konnte sie wohl "sehr gut riechen" wie man sagt. Die Chemie stimmte. Und das obwohl ich mit meinen Prinzipien und Vorstellungen die ich seit je her hatte, nicht so ganz zufrieden war. Jedoch entwickelte es sich gut, in eine Richtung die ich schön und dennoch passend fand, auf meinem damaligen Lebens- und Karriereweg. 
Dann sagte sie mir, dass sie ein Kind hat. 

Seit dem ich denken kann, wünsche ich mir eine! Frau und eine eigene Familie. Die Vorstellung einer modernen "Patch-Work-Famile" o.ä. war nie etwas für mich. Ich wollte stets mit meiner! Frau  eine ganz eigene Familie haben, ohne (negative) Fremdeinflüsse oder Belastungen aus Vorleben. 
Für mich im ersten Moment etwas "schockierend" aber ich habe nichts gegen Kinder und zu dem Zeitpunkt war mir noch nicht klar, welche Gefühle ich einmal für diese Frau haben würde. Sie, ein Jahr jünger als ich, heute 28. 
Ich habe mich darauf eingelassen und den Menschen sehen wollen, der dieses Leben hinter sich hatte, was wohl nicht ganz leicht gewesen zu sein schien. Keine Eltern und ein Kind aus einer "Nicht-Liebe". 
Sie ist mir irgendwie sehr schnell ans Herz gewachsen. 
Weiter in der Geschichte ist recht schnell sie zu mir gezogen. Für einige Monate mit ihrem Kind, was daraufhin aber (wieder) zum bio.Vater gegangen ist. Eine komplizierte Geschichte, in der ich mich sehr sehr oft am Rande als "5. Rad gefühlt habe". 
Dennoch habe ich mich, obwohl ich mich auch selbst dagegen gewehrt habe und das alles so gar nicht wollte, immer mehr in diese Frau verliebt. 
Dann zogen wir um. Da ich beruflich flexibel bin und nur ggf. reisen muss, zogen wir um an einen Ort, den wir beide mochten und uns vorstellen konnten freier und neu zu beginnen. Sie wollte zum Tegernsee, wir gingen zum Tegernsee. 
Es passierten viele Dinge in den Zeiten, die mich zweifeln ließen ob es wahr ist was sie sagt. Viel Streit, schlechte Kommunikation. Aber wir fanden immer wieder zusammen. Auch mein Vater mochte sie. 
Nun, nach seinem Tod war sie fast als einziger Mensch für mich da, weil an meiner Seite. Das verblasste aber recht schnell wieder und der Alltag kehrte zurück. Den Tod verkraftet hatte ich lange nichtm womöglich bis heute nicht. Es ist ja auch kaum ein Jahr lang her. 
Wirklich emotional sprechen konnte ich aber auch mit ihr nicht. Nicht über meine Gefühle, nicht über meine wahrhaftigen Gedanken, und nicht das was sie denkt was ich denke... so hatte sie in der Regel eher ihre eigenen Probleme als Priorität, primär ihr Kind. Und das obwohl sie stets sagte das es auch emotional für sie schwierig ist das Kind zu lieben, weil es nicht aus Liebe gezeugt worden ist. 
Für mich und meine bis dahin recht sauberen "Vorleben" schwer mit umzugehen. Dennoch tat ich es, aus Hoffnung. 
So wie mein Vater sagte und was wohl auch der Grund ist, warum sie immer noch nicht geschieden gewesen sind: Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Die letzten Monate waren schwer für mich, zu verstehen wie sie das Leben schlagartig ändert, dich mitreißt...in einen Abgrund. 
Ich habe eine Gleichgültigkeit entwickelt und emotional zurecht zu kommen, was sich sicher auch auf unsere Beziehung ausgewirkt hat. 
Jedoch habe ich ihr regelmäßig gezeigt, dass sie mir etwas bedeutet. Ob durch Blumen oder dadurch dass ich sie morgens wenn ich sie das erste Mal gesehen habe nur in den Arm nehmen und küssen wollte. 

Sie lebte stets mehr digital als offline, auch beruflich, was wir oft kombinierten. Ebenso, wie ich es mir auch immer vorgestellt hatte, mit einer Frau richtig zu leben. Was für mich nicht heißt, man geht aus dem Haus getrennt arbeiten und jeder macht sein Ding sondern man baut sich sein Leben und seine Zukunft gemeinsam auf. 
Bestätigt bekam ich meine Voranhnungen, dass sie online auch Dinge tut, von denen ich nichts weiß und ihr Handy stets ihr bester Begleiter war und immer mehr wurde. 
Kontakt zu ihrem Ex? Sicher auch aber nicht ausschlaggebend für viele Verhaltensweisen ihrerseits. Andere Kontakte ja. 
Das haben wir in Gesprächen eigentlich klären können, aber es drehte sich ein mysteriöses Rad immer weiter und ich wurde diese Gefühle hintergangen zu werden nicht mehr los. 
Ob sie mich mal betrogen hat? Ich weiß es nicht sicher. Und ist heutzutage betrügen erst körperliches fremdgehen oder auch "Nudes" und "Dickpicks" und sonstiges online basiert?!

Früher hätte ich bei solchen Hinweisen, das so etwas nur möglich sein könnte sofort den Schlussstrich gezogen. Mit ihr nicht. Ich habe ihr zuletzt das Gefühl gegeben, dass ich nicht mehr an einem solchen Leben interessiert bin, nach über 3 Jahren. Aber auch stets wollte, das es sich bessert und zu dem wird, was beide wollen. 
Es hat nicht geklappt. 
Stets habe ich siembereits nach einem Tag vermisst und wollte sie wieder um mich haben.  Un ist sie seit einigen wenigen Wochen weg und lebt wohl ein Leben (weiter) bei ihrer Tante, die auch nicht beste Umgang für sie ist. Aber sie scheint glücklich zu leben, obwohl sie vor wenigen Wochen selbst noch sagte "I love u". 

Das Ende dieser Geschichte ist aber dass meine Firma in der Zeit sehr gelitten hat und ich quasi auch vor dem wirtschaftlichen Ruin stehe, bombardiert mich negativen Dingen, die mich kaum zu einem geschäftlichen Alltag kommen lassen....und ich habe es kommen sehen, ds war mir auch bewusst, aber irgendwie schon egal...und ihr? Ihr wohl auch, wenn auch ihre Worte oft andere waren. 

Nun, noch in der letzten gemeinsamen Wohnung frage ich mich, wie soll es weitergehen? Bis auf meinen kleinen Labrador (der eigentlich unser war aber ihr wohl doch nie so wichtig war) und den Verpflichtungen aus meinem Beruf (natürlich geht es nur ums Geld) habe ich keine  Verpflichtungen und kann an sich tun wozu ich die Optionen habe. Jedoch macht mir auch mein Job absolut keine Freude mehr und finanziell ist es kurz vor meinem 30. Geburtstag schlechter denn je. Sicher auch ein starker Grund warum ich aktuell kaum weiß etwas mit mir anzufangen...Lust habe irgendwas zu tun. Nicht mal gutes Essen bereitet mir noch Freude. Gesundheitlich ist es auch stark bergab gegangen. 
Manchmal glaube ich mein Hang zur (klassichen) Philosophie, der sich seit meiner Jungend in meinem Charakter verfestigt hat, ist das einzige was mich "positiv am Leben" hält.

Und nun frage ich mich, kann man diese Geschichte überhaupt verstehen? Bei all dem was fehlt und was immer entscheidend ist für Handlungen, Aktionen und Reaktionen? Ich lasse es einfach mal auf mich zukommen...was auch nicht leicht ist, wenn man gerne plant und auf Sicherheit und Vertrauen aus ist, in der Hoffnung, dass Emotionen die schaden aber da sind verschwinden...und durch neue überlagert werden. Denn ich glaube, das ist der einzige Weg mit Gefühlen klarzukommen wenn man es nicht verdrängen kann. Am wenigstens beeinflussen können wir bei all dem wahrscheinlich unsere Träume.... 

Mehr lesen

20. Oktober um 18:03

Ich denke, dass Du an einer Depression leidest, sicher bedingt durch den Tod Deines Vaters als auch Deine beendete Beziehung. Dein Text hört sich traurig und dennoch irgendwie neutral an - Du solltest Dir professionelle Hilfe suchen, um Dich durch Deine Erlebnisse im letzten Jahr durchzuarbeiten. 

Das ist auch kein Standardsatz von mir. Es ist gefährlich, wenn man an nichts mehr Freude empfindet - Du musst versuchen, da auszubrechen. 

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

20. Oktober um 19:27

Bitte geh zu einem Arzt. Ob Depressionen oder posttraumatische Belastunggstörung: Du hast in einem Jahr 2 für dich sehr wichtige Personen verloren. Irgendwann geht die Kraft zu Ende... Lass dir helfen, du schaffst das! Krisen lassen uns wachsen, den Weg da durch musst du nicht alleine gehen. Alles Liebe dir!

Gefällt mir 1 - Hiflreiche Antwort !

21. Oktober um 9:01

ich schließe mich an!
du solltest dir professionelle hilfe holen um aus deinem "loch" rauszukommen!

und denk dran: keine frau der welt ist es wert sich so runterziehen zu lassen!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Wir machen deinen Tag bunter!
instagram