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Wenn auch die letzte Hoffnung gestorben ist ....

19. Januar 2009 um 13:41

Hallo!
Sicher bin ich hier nur eine von vielen, und alle haben ähnliche Probleme, aber ich bin am Ende meiner Kraft und brauche Rat. Mein Mann hat sich nach langem hin und her von mir gtrennt. Wir haben einen Sohn (2 Jahre), waren 4 Jahre verheiratet.
Er ist am Freitag zu seiner Geliebten gezogen. Mein Sohn und ich ziehen aus unserem gemeinsamen Haus aus. Ich fühle mich leer, gedemütigt, verletzt und habe keine Kraft mehr. Ich habe Angst, was jetzt alles auf mich zu kommt. Ich habe Angst, wie unser Sohn das verkraftet.
Leider bin ich im Moment nicht in der Lage, meinem (Noch-) Mann gegenüber fair zu sein. Er hat mich monatelang immer nur belogen, mir von Liebe erzählt, obwohl er immer wieder zu ihr gegangen ist. Es tut so weh, ihn nur zu sehen. Und die Vorstellung, dass er uns so einfach austauscht und wegschickt und sie wohl bald in "unser" Haus zieht - es ist unerträglich.
Wie seid ihr mit sowas umgegangen, woher nehmt ihr die Kraft? Danke für eure Hilfe...

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19. Januar 2009 um 14:20

Fisch1975
Hallo!

Zunächst einmal schicke ich Dir ein Kraftpaket. Ich fühle mich an meine Situation erinnert, die bei mir vor 15 Monaten aktuell war. Nach 20jähriger Ehe und 12 Monaten Doppelleben ist er bei uns ausgzogen und bei seiner Freundin eingezogen.
Auch ich habe mich damals gefragt, wie ich es verkraften soll, woher ich die Kraft nehmen soll, wie es weitergeht für meine beiden Söhne (8 und 13 Jahre) und mich. Und auch ich muss demnächst aus unserem gemeinsamen Haus ausziehen, weil ich es alleine nicht halten kann.
Mir hat damals in erster Linie mein soziales Netzwerk geholfen, meine Freunde und mein Familie. Außerdem habe ich professionelle Hilfe in Anspruch genommen und war fast ein Jahr lang in psychotherapeutischer Behandlung. Dort habe ich gelernt mit meiner Wut umzugehen, mich abzugrenzen und meine eigenen Stärken zu entwickeln. So langsam entwickelt sich ein eigenes Selbstbewusstsein. noch zart wie ein Blümchen, aber es wächst und wird stärker. Man kann mich schnell aus der Bahn werfen, aber ich habe erkannt, dass man eine Trennung überlebt und dass man gestärkt daraus hervorgeht. Es geht eine Wandlung in einem vor, man ist meist nicht mehr das brave Dummfrauchen, sondern entwickelt sich zu einem Menschen, der sehr wohl eigene Entscheidungen treffen kann und der nicht immer nur bequem und brav ist.

Mein Tipp an Dich: nimm jegliche Hilfe an, die Du bekommen kannst. Wein Dich aus, suche jemanden, der für eine bestimmte Zeit Tag und Nacht für Dich erreichbar ist. Lenk Dich ab, grenz Dich gegen Deinen Nochmann ab, denn es dauert lange, bis man in irgendeiner Art und Weise wieder in die Kommunikation treten kann. Fang gleich von vornherein an, den Umgang zu regeln, nimm ihn in die Pflicht und fahre an Deinen "freien" Tagen zu einer Freundin oder Deiner Familie, um nicht alleine zu sein.

Mir war das Buch von Greg und Amiira Behrend mit dem Titel "Nein, ihr könnt nicht Freunde bleiben! Es heißt Schluss machen, weil dann Schluss ist." äußerst hilfreich. Eine meiner engsten Freundinnen hat es mir geschenkt und es hat mir wirklich geholfen, den Tatsachen ins Auge zu sehen und mein Leben neu anzupacken.

Du schaffst es!!!!!

LG. Aleida

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21. Januar 2009 um 12:35

Auch meine Hoffnung ist gestorben...
Hallo Fisch!
Ich bin in der gleichen Situation wie du. mein man hat mich nach 14 Jahren einfach wegen einer anderen verlassen und ist auch schon zu ihr gezogen. Leider sind meine Kinder nicht mehr so klein (11,13) um nicht furchtbar unter der trennung zu leiden. Meine Kinder wollen ihren Vater nach all dem überhaupt nicht mehr sehen, vorallem weil er sie zu seiner neuen freundinn mitschleppen will und auf neue Familie machen will. Auch ich bin von seinem Bruder "dem das Haus gehört in dem ich noch mit den Kindern wohne" hinausgeworfen worden damit er mit seiner neuen einziehen kann. Mich würde interessieren ob dein Sohn seinen Vater sieht? Ich habe das Problem das ich nach all den Beschimpfungen Drohungen und Demütigungen diesen Mann einfach nicht loslassen kann. Er war nach meinen Kindern der wichtigste Teil in meinem Leben. Ich liebe ihn immer noch und wünsche mir jeden Tag das er eifach zurückkommt und wir wieder eine glückliche Familie sein können...

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21. Januar 2009 um 12:47
In Antwort auf natale_12839725

Auch meine Hoffnung ist gestorben...
Hallo Fisch!
Ich bin in der gleichen Situation wie du. mein man hat mich nach 14 Jahren einfach wegen einer anderen verlassen und ist auch schon zu ihr gezogen. Leider sind meine Kinder nicht mehr so klein (11,13) um nicht furchtbar unter der trennung zu leiden. Meine Kinder wollen ihren Vater nach all dem überhaupt nicht mehr sehen, vorallem weil er sie zu seiner neuen freundinn mitschleppen will und auf neue Familie machen will. Auch ich bin von seinem Bruder "dem das Haus gehört in dem ich noch mit den Kindern wohne" hinausgeworfen worden damit er mit seiner neuen einziehen kann. Mich würde interessieren ob dein Sohn seinen Vater sieht? Ich habe das Problem das ich nach all den Beschimpfungen Drohungen und Demütigungen diesen Mann einfach nicht loslassen kann. Er war nach meinen Kindern der wichtigste Teil in meinem Leben. Ich liebe ihn immer noch und wünsche mir jeden Tag das er eifach zurückkommt und wir wieder eine glückliche Familie sein können...

Wir müssen noch eine Regelung finden
Hallo Sunny!
Ich habe deine Einträge hier im Forum auch gelesen. Tja, wir sind wohl beide in einer ähnlich beschissenen Lage.
Mein Mann ist am Freitag zur Neuen gezogen. Seitdem hat mein Sohn ihn nicht mehr gesehen. Mein Mann ist selbständig und war zeitlich immer sehr eingebunden. Deshalb war ich für unseren Sohn "zuständig". Es ist natürlich naiv zu glauben, dass das die Situation für meinen Sohn leichter macht.
Ich will versuchen, mit meinem Mann eine Regelung zu finden, dass Vater und Sohn regelmäßig Zeit miteinander verbringen. Ob das klappt, weiß ich nicht. Hinzu kommt, dass mein Sohn und ich am Wochenende aus unserem Haus in eine kleine Wohnung ziehen. Dann verliert er nicht nur den Vater sondern auch sein zu Hause. Ich könnte echt kotzen, dass mein Mann ihm das antut. Da glaubt man sich jahrelang zu kennen - und hat plötzlich einen Fremden vor sich.
Ich weiß nicht, wie ich die nächste Zeit durchstehen soll. Im Moment reagiere ich nur, erledige das Nötige, funktioniere eben. Aber irgendwann muss ich mich selber auch mit der Situation auseinander setzen, und davor habe ich wahnsinnige Angst. Liebe Grüße, Fisch

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21. Januar 2009 um 13:11

Auch ich kenne das Trennungsthema, wenn auch anders
und vorallem aus Gesprächen mit vielen Menschen in der Trennungssituation. Sorge dafür, dass du Menschen hast, die dir zuhören, für dich da sind und dich in den Arm nehmen. Es gibt eine Reihe von Büchern, wo du das eine oder andere vielleicht besser verstehst. Letztendlich solltest du dir deine Würde wieder zurückholen, indem du gut mit dir umgehst und auch das von außen und vorallem von deinem Nochmann forderst. Auch Beratungsstellen von Diakonie, Caritas oder Pro-Familia haben sehr gute Berater. Das könnte die erste Anlaufstelle sein. Dort gibt es auch manchmal Trennungsgruppen. Auch eine eigene Therapie kann helfen Sichtweisen zu verändern. Dieser Schmerz ist etwas ganz Furchtbares und dennoch, wenn du Schritt für Schritt gehst, Tag für Tag, dann wird es leichter und du wirst erkennen, dass auch dein Leben dir wieder etwas zu bieten hat außerhalb von Tränentälern. Auch wenn es für dich im Moment vielleicht fremd klingt, möchte ich es dir dennoch mit auf den Weg geben "Alle Krisen bieten Chancen" Ich wünsche dir alles Gute
Gruß Melike

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21. Januar 2009 um 13:32
In Antwort auf melike13

Auch ich kenne das Trennungsthema, wenn auch anders
und vorallem aus Gesprächen mit vielen Menschen in der Trennungssituation. Sorge dafür, dass du Menschen hast, die dir zuhören, für dich da sind und dich in den Arm nehmen. Es gibt eine Reihe von Büchern, wo du das eine oder andere vielleicht besser verstehst. Letztendlich solltest du dir deine Würde wieder zurückholen, indem du gut mit dir umgehst und auch das von außen und vorallem von deinem Nochmann forderst. Auch Beratungsstellen von Diakonie, Caritas oder Pro-Familia haben sehr gute Berater. Das könnte die erste Anlaufstelle sein. Dort gibt es auch manchmal Trennungsgruppen. Auch eine eigene Therapie kann helfen Sichtweisen zu verändern. Dieser Schmerz ist etwas ganz Furchtbares und dennoch, wenn du Schritt für Schritt gehst, Tag für Tag, dann wird es leichter und du wirst erkennen, dass auch dein Leben dir wieder etwas zu bieten hat außerhalb von Tränentälern. Auch wenn es für dich im Moment vielleicht fremd klingt, möchte ich es dir dennoch mit auf den Weg geben "Alle Krisen bieten Chancen" Ich wünsche dir alles Gute
Gruß Melike

Ich würde das alles gern glauben,
aber was für Chancen habe ich noch zu erwarten? Ich hatte alles was ich je wollte.
Eine gesunde Familie, finanziell war es okay, einen tollen Mann (wie ich glaubte), ein eigenes schönes Haus. Was für Chancen sollen jetzt noch kommen? Was kann ich vom Leben jetzt noch erwarten?
Ich weiß, nach vorn sehen, aber da ist alles nur schwarz. Und meine Würde? Ich fühle mich klein und abgeschoben, ausgetauscht, ich bin ersetzbar. Meine Würde hat mein Mann mitgenommen...

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21. Januar 2009 um 18:03
In Antwort auf chau_12139713

Ich würde das alles gern glauben,
aber was für Chancen habe ich noch zu erwarten? Ich hatte alles was ich je wollte.
Eine gesunde Familie, finanziell war es okay, einen tollen Mann (wie ich glaubte), ein eigenes schönes Haus. Was für Chancen sollen jetzt noch kommen? Was kann ich vom Leben jetzt noch erwarten?
Ich weiß, nach vorn sehen, aber da ist alles nur schwarz. Und meine Würde? Ich fühle mich klein und abgeschoben, ausgetauscht, ich bin ersetzbar. Meine Würde hat mein Mann mitgenommen...

Du machst alles an diesem Mann fest,
so wie viele von uns. Aber du hast auch ein Leben, nämlich dein
Leben und das kannst du nach deinen Vorstellungen gestalten, langsam Schritt für Schritt. Ein Haus ist viel aber nicht alles, ich mußte schon zwei hinter mir lassen. Tolle Männer gibt es wirklich,
aber du mußt erst für dich ganz persönlich einen WEg finden und dann darfst du dich von einem Mann finden lassen, der dich dann verdient hat. Und wie gesagt, hol dir Hilfe, wenn du diese unguten Gefühle von klein, abgeschoben, ausgetauscht nicht ablegen kannst. Das können dir mindestens ein Dutzend Menschen , die ich persönlich kenne hier bestätigen, dass es nach einigen Monaten wieder anders aussieht. Wir waren alle an diesem Punkt, wo wir glaubten, es gibt kein Leben "danach" mehr.
Gruß Melike

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24. Januar 2009 um 21:25

Hallo fisch,
ich kann sehr mit dir mitfühlen!
Auch ich wurde ausgewechselt. Als mir meine Frau ihren Liebhaber vor die Nase gesetzt hat, habe ich noch zehn Wochen lang alles versucht, eine Ehe zu retten, die keine mehr war. Leider hab ich mich in dieser Zeit total erniedrigt, hab mich selbs aufgegeben. Erst als ich für mich beschlossen habe meine Frau und die Kinder zu verlassen, geht es mir langsam besser.
Es kamen die Feiertage, unser 17 Hochzeitstag, mein Geburtstag, Silvester, Geburtstage der Schwiegereltern etc. Dabei habe ich nur den nicht vermeidbaren Kontaktzu meiner Frau zugelassen. Seit ca 14 Tagen hab ich keinen Kontakt zu ihr. Für mich die einzige Möglichkeit, mit dieser Situation momentan umzugehen. Geholfen haben mir in dieser Zeit eine Gruppentherapie, weiterhin Einzeltherapie und auch Eheberatung.
Ich bemühe mich um eine Normalisierung unseres Kontaktes, nur die Demütigung, die Verletzungen die sie mir zugefügt hat, sitzt so tief und fest, daß ich denke, ich werde noch sehr lange daran zu arbeiten haben.
Fisch, du bist nicht eine von vielen, du bist DU. Mit all deinen Gefühlen, du bist einzigartig.
Ich habe gelernt, daß ich das wichtigste in meinem Leben bin, nur ich allein bin dafür zuständig, mich glücklich zu machen.
Sei gut zu dir, du hast es verdient. Wenn du es nicht kannst, oder es dir schwerfällt, lass dir helfen. Öffne dich anderen Menschen und du wirst unendlich viel zurückbekommen.
Nie wollte ich eine so radikale Änderung in meinem Leben. Undenkbar.
Jetzt, vier Monate nach beginn der Krise, weiß ich, mir konnte nichts besseres passieren in meinem Leben. Es tut immer noch unbeschreiblich weh, doch alles was nachfolgt wird besser.
Fühl dich ganz fest umarmt.
lonesomex

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26. Januar 2009 um 9:08
In Antwort auf jacob_11946589

Hallo fisch,
ich kann sehr mit dir mitfühlen!
Auch ich wurde ausgewechselt. Als mir meine Frau ihren Liebhaber vor die Nase gesetzt hat, habe ich noch zehn Wochen lang alles versucht, eine Ehe zu retten, die keine mehr war. Leider hab ich mich in dieser Zeit total erniedrigt, hab mich selbs aufgegeben. Erst als ich für mich beschlossen habe meine Frau und die Kinder zu verlassen, geht es mir langsam besser.
Es kamen die Feiertage, unser 17 Hochzeitstag, mein Geburtstag, Silvester, Geburtstage der Schwiegereltern etc. Dabei habe ich nur den nicht vermeidbaren Kontaktzu meiner Frau zugelassen. Seit ca 14 Tagen hab ich keinen Kontakt zu ihr. Für mich die einzige Möglichkeit, mit dieser Situation momentan umzugehen. Geholfen haben mir in dieser Zeit eine Gruppentherapie, weiterhin Einzeltherapie und auch Eheberatung.
Ich bemühe mich um eine Normalisierung unseres Kontaktes, nur die Demütigung, die Verletzungen die sie mir zugefügt hat, sitzt so tief und fest, daß ich denke, ich werde noch sehr lange daran zu arbeiten haben.
Fisch, du bist nicht eine von vielen, du bist DU. Mit all deinen Gefühlen, du bist einzigartig.
Ich habe gelernt, daß ich das wichtigste in meinem Leben bin, nur ich allein bin dafür zuständig, mich glücklich zu machen.
Sei gut zu dir, du hast es verdient. Wenn du es nicht kannst, oder es dir schwerfällt, lass dir helfen. Öffne dich anderen Menschen und du wirst unendlich viel zurückbekommen.
Nie wollte ich eine so radikale Änderung in meinem Leben. Undenkbar.
Jetzt, vier Monate nach beginn der Krise, weiß ich, mir konnte nichts besseres passieren in meinem Leben. Es tut immer noch unbeschreiblich weh, doch alles was nachfolgt wird besser.
Fühl dich ganz fest umarmt.
lonesomex

Als verlassene Frau ...
... neigt man schnell dazu, die gesamte Männerwelt zu verfluchen. Aber dein Fall zeigt ja, dass auch Frauen zu solchen Aktionen fähig sind und sich auch mal wie der "letzte Arsch" benehmen - ohne Rücksicht auf Verluste!
Ich beginne bald eine Therapie, weil ich merke, dass mir die Kraft ausgeht und ich manchmal "seltsame Gedanken" habe, die nicht gut sind. Schließlich habe ich einen tollen Sohn, der mich jetzt umso mehr braucht! Ich weiß, dass ich es schaffen werde, nur der Weg bis dahin, der macht mir Angst.
Im Moment bestimmen Wut, Trauer und Angst mein Leben, aber irgendwann kommt sicher ein Gefühl von leiser Hoffnung hinzu.
Kein Mensch, der andere so schlecht behandelt, verdient auch nur eine Träne nachgeweint zu bekommen!!!
Liebe Grüße, Fisch

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