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Weiterleben nach Suizid meines Mannes

10. Dezember 2017 um 12:43 Letzte Antwort: 11. Dezember 2017 um 13:16

Hallo liebe Community,


noch vor einem Jahr hätte ich niemals meine persönlichen Probleme mit einem Forum geteilt, doch ich hoffe hier auf einen Austausch mit Gleichgesinnten,  auf Ratschläge und neuen Mut. 

Im Januar dieses Jahres nahm sich mein Mann das Leben. 
Er hinterließ unsere Kinder und Fragen über Fragen.
Sein Suizid trat an die Öffentlichkeit und ich hatte neben der Trauer und Fassungslosigkeit die Aufgabe, unsere Kinder davor zu schützen.

Wir als Familie , aber auch einzeln, waren lange Zeit in psychologischer Behandlung. Wir haben uns irgendwie durchgebissen,  wir haben gute Freunde die zu uns halten, unter anderem sind es auch die Freunde meines Mannes, aber auch Freunde die sich abgewandt haben. Manche konnten einfach mit der Situation nicht umgehen, manche konnten sein Handeln nicht verstehen. Ich habe in dieser Zeit zu spüren bekommen, dass der Freitod eines Menschen für viele nicht nachvollziehbar ist. Einige haben dafür kein Verständnis. Manche unserer "Freunde " betitelten meinen Mann als "Feigling", als "Egoist" und wollten damit nichts zu tun haben. 

Mittlerweile habe ich auch einige neue Freundschaften geschlossen. Unter anderem auch zu einem Mann. Wir unternehmen viel zusammen und können uns sehr gut unterhalten. Ich habe ihm anfangs gleich gesagt, dass ich keine partnerschafliche Beziehung suche. So weit bin ich noch nicht, für mich würde sich dies wie ein Betrug anfühlen. Er war damit einverstanden und wir pflegen nun seit ein paar Monaten eine gute Freundschaft. 
Vor ein paar Tagen gestand er mir aber, er habe Gefühle für mich und er könne warten, bis ich mich darauf einlasse. 
Damit fühle ich mich völlig überfordert und unter Druck gesetzt. Ich kann und will ihm nichts versprechen, ihn aber auch nicht verletzen. Ich würde es sehr sehr schade finden,  die Freundschaft zu beenden, doch ihn hinzuhalten wäre ihm gegenüber nicht fair. 
Wie würdet ihr da an meiner Stelle reagieren?

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10. Dezember 2017 um 16:44

Erstmal vielen Dank und es tut mir leid, dass Du dies auch erleben musstest. Ich stand immer hinter meinem Mann und habe ihn immer verteidigt , als ihm nach seinem Tod vieles angelastet wurde. Ich hätte mir gewünscht, er hätte sich mir anvertraut, doch für ihn war es wohl so, dass er keinen anderen Ausweg sah. Leider kann ich hier über die Einzelheiten nicht so genau sprechen, da sein Suizid wie gesagt öffentlich gemacht wurde. Er fehlt mir nach wie vor und ich fühle mich noch mit ihm "verbunden" , so dass ich für andere Männer einfach noch kein Interesse verspüre. Nur auf freundschaftlicher Basis.

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10. Dezember 2017 um 18:48

Der Grund weshalb wir uns so gut verstehen ist vermutlich auch, dass er meinen Mann ebenfalls gut kannte. Sie waren Kollegen und auch privat gute Freunde. Ich denke , es muss ihn daher einiges an Mut gekostet haben, mir seine Gefühle zu gestehen.

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11. Dezember 2017 um 13:16

Ich würde gerne die ganze Geschichte erzählen, aber ich traue mich nicht. 

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