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Weiß nicht wo ich stehe...(längerer Text)

15. Juli 2006 um 13:03

Nach einigen Entäuschungen in den letzten Monaten, die eher unbedeutend waren, habe ich vor einiger Zeit wieder jemanden kennengelernt. Am Anfang war alles super, wir haben uns klasse verstanden und es war vielleicht schon ein bisschen viel am Anfang - also so von 0 auf 100. Dann fing die WM an und auch da haben wir sehr viel unternommen. In der Stadt war viel los und wir zogen da mit und genossen es. Da er im Zusammenhang mit der WM auf einem in seinem Job so viel zu tun hatte, dass es schon in Stress ausartete, hatten wir auf einmal sehr wenig Zeit füreinander. Ich versuchte ihn ein wenig zu entlasten, habe ihn oft von der Arbeit abgeholt und mich nach seinem Feierabend um ihn bemüht, z. B. mal für ihn gekocht. Er äußerte immer öfter seinen beruflichen Stress, war geknickt und teilweise wurde er richtig zornig, dass er das alles nicht mehr schafft. Somit kamen zwangsläufig die ersten Probleme bei uns. Wir hatten ja kaum noch Zeit füreinander, und wenn, dann nur abends, wo er nicht gut gelaunt war. Hinzu kam auch noch, dass er seit, ich glaube, Beginn dieser Zeit jeden Abend seine 2 Joints geraucht hat. Da ich ihn noch nicht lange kenne, weiß ich nicht, ob er immer schon - für meine Verhältnisse - so viel gekifft hat. Da ich bisher dachte, dass seine schlechte Laune und der Stress von der Arbeit her kamen, fragte ich manchmal, ob alles ok ist und wenn er Hilfe braucht, versuche ich zu helfen. Er meinte immer, es sei alles ok und ich soll mir nicht zu viele Gedanken machen. Ich weiß nicht, ob er es falsch aufgefasst hat, aber ich glaube, er fühlte sich von mir ein wenig bedrängt. Vor einer Woche hatten wir dann ein Gespräch, in dem er sagte, dass er ein paar Tage Ruhe von allem braucht, um wieder ein bisschen entspannter zu sein. Er sagte auch, dass er hofft, wenn der ganze Arbeitsstress nach der WM vorbei ist, dass wir auch wieder mehr Zeit miteinander verbringen werden. Dann war die WM vorbei, er meldete sich zwar per sms aber vertröstete mich immer auf die nächsten Tage. Zwischendurch kam wieder eine sehr liebe sms, in der er schrieb, ob wir uns sehen wollen. Dazu ist es dann nicht gekommen, er schottete sich wieder mal ab. Ich habe das Gefühl, dass er sich in den letzten Tagen sehr zurückgezogen hat. Gestern wollte ich dann mit ihm sprechen, wollte auch schon Schluss machen, weil ich einerseits keinen Sinn darin sehe, eine frische Beziehung mit jemandem zu führen, in der man sich so gut wie nicht mehr sieht und andererseits verstehe ich seine Handlungen nicht. Auf der einen Seite dieses liebe, auf der anderen diese Unnahbare. In dem Gespräch gestern sagte er mir, dass zu dem Stress auf Arbeit auch noch private Sorgen dazukamen. Er hat gerichtlichen Stress wegen seiner Scheidung, hat Schulden und andere Dinge, wie seine Wohnung, die seit seinem Einzug im März noch recht nackt ist usw. Er sagte auch noch was von Problemen, mit denen er nur mit seiner Mutter sprechen kann. Und dazu dann noch ich...dass er bei all seinen Problemen seinen Kopf so voll hat, dass er nicht weiß, was mit uns momentan ist und er das Gefühl hat, ich enge ihn ein. Er meinte, wenn er wenigstens einen Teil seiner Probleme lösen könnte, wäre er erfreut darüber, leider ist das bisher nicht geschehen.
Er hat aber auch nicht Schluss gemacht, oder gesagt, dass er nicht mehr kann. Er meinte, er weiß momentan einfach nicht, ob eine Beziehung in sein ohnehin chaotisches Leben hineinpasst. Er muss erstmal den Kopf wieder frei kriegen.
Am Ende dieses Gespräches hat er mich lange gedrückt und mir gesagt, ich soll mir keine Gedanken machen.
Ich frage mich nun, ob er einfach nur von mir die Schnauze voll hat und nicht den Mumm hat es mir zu sagen oder ob er wirklich den Kopf mit Problemen so voll hat. Hinzu kommt auch noch, dass er, ich glaube ich, in der letzten Zeit täglich kifft und sich vielleicht einfach gehen lässt, um Probleme zu verdrängen.
Könnt ihr mir vielleicht einen Rat geben oder meint ihr, es hat überhaupt noch Sinn, dass ich ihm die Zeit gebe, damit er seine Probleme lösen kann und er dann gucken kann, was aus uns wird? Vielen Dank!

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15. Juli 2006 um 21:17

Geben, stützen, helfen
Gib ihm die Zeit, die er braucht. Er sagt, er braucht Zeit, um den Kopf frei zu kriegen. Aber er sagt, du sollst dir keine Gedanken machen. Setz ihn nicht unter Druck, eng ihn nicht ein. Stütz ihn, wenn er es braucht. Hilf ihm, wo du kannst. Wenn du es kannst ... sonst geh. Oder was ist mit einer Beziehungspause? (Oder ist das quasi eine und ich hab was nicht mitbekommen?) Was für ein Typ Mensch ist er? Braucht er Hilfe, wenn er Probleme hat, und sei sie nur seelischer Natur? Oder braucht er wirklich, wie er sagt, die Zeit für sich?
Und was kannst DU aushalten? Bist du der Meinung, er ist der Mann fürs Leben? Bist du bereit, das alles zu opfern, für ihn zu leisten und auszuhalten und zu geben?
Soweit erstmal von mir ...
LG & so long

WarwicksLady

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