Forum / Liebe & Beziehung

Was will meine Frau?

Letzte Nachricht: 2. März um 21:46
02.03.21 um 11:50

Hallo liebe Community,
 
hier mal wieder eine Frage von einem Mann, der nicht einschätzen kann, was in seiner Beziehung  / Ehe gerade passiert und worauf das hinausläuft…
 
Bisschen Hintergrund:
- Meine Frau und sich sind Mitte 30 und 4 Jahre auseinander
- Wir sind seit fast 10 Jahren verheiratet, vorher waren wir bereits seit drei Jahren in unserer Bezieung.
- Wir haben eine Tochter im Grundschulalter.
- Wir hatten anfangs eine Fernbeziehung über 600 km, dann ist meine Frau zu mir gezogen.
- Es ist für uns beide die erste langfristige Beziehung, wir waren damals beide eher von der schüchternen Sorte. Wir haben auch beide vor unserer Beziehung keine großen sexuellen Erfahrungen (jeder einen weiteren Partner), also jeder nur Sex mit insgesamt 2 Partnern.
- Ich hab in den letzten 5 Jahren immer wieder psychosomatische Symptome, die mich sehr belastet haben und dazu geführt haben, dass ich mich oft zurück ggezogen habe und mich z.B. hinter Bildschirmen (Handy etc.) „versteckt“ habe, wobei ich dabei nie mit anderen geschrieben habe, sondern meistens Nachrichten etc. gelesen habe.
- Ich selber bin jemand, der sich selber sehr unter Druck setzt und der sich für die Sicherheit seiner Familie (v.a. finanziell) und die Zufriedenheit seiner Partnerin (weil sie ja wegen mir so viel aufgegeben hat) verantwortlich fühlt.

Wir hatten und haben immer wieder Beziehungsprobleme und eingefahrene Muster.

Die zentralen Themen, über die wir meistens gestritten haben:
- Gefühl von zu wenig Aufmerksamkeit (durch mich ihr gegenüber), auch zu wenig Emotion („Du wärst nie eifersüchtig auf mich!&ldquo
- Zu wenig Sex (ca. 1x pro Woche, sie wollte mehr)
- Unzufriedenheit ihrerseits mit der Umgebung hier (Ihre Familie ist weit weg, sie wird mit den Leuten nur bedingt warm etc.)
- Unzufriedenheit meinerseits mit ihrem Verhalten mir gegenüber (Sie kann schnell verletzend werden im Streit und ich

Ich habe auch wirklich lange emotional abgeschottet, mich hinter meinen Schmerzen und Symptomen vergraben und meine Frau emotional nicht an mich rangelassen.

So, dann kam der Lockdown, gerade auch als meine Frau begonnen hatte, sich mehr nach außen zu öffnen, mehr alleine mit Freundinnen weg zu gehen, auch mehr Sport zu machen. Und wir sind nun seit über einem Jahr hier zusammen eingesperrt, ich hauptsächlich im HomeOffice, sie mittlerweile mit dem Homeschooling beschäftigt. Und die Probleme wurden immer schlimmer.

Sie hat sich dann online auf einer Plattform angemeldet, auf der sie jetzt sehr viel Zeit verbringt und neue Leute kennen gelernt hat, mit denen sie auch mal flirtet und sich (wie sie sagt) „Selbstvertrauen holt“. Sie war es bislang auch nicht gewohnt, dass andere Männer sie attraktiv finden (was ich nicht verstehen kann, denn ich finde sie schon immer attraktiv.

Sie hat dann auch mit einem der Leute dort begonnen, intimer zu schreiben und mir auch gesagt, dass sie gerne unsere Beziehung offener haben möchte. Ich muss dazu sagen, dass ich das vor zwei Jahren selber mal vorgeschlagen hatte, da war sie damals total empört und völlig entsetzt. Damit war das Thema für mich vom Tisch.

Irgendwann bin ich dann für eine Woche zu meinen Eltern, um uns Abstand zu gewinnen. Dabei haben wir aber schnell gemerkt, wie sehr wir uns vermissen und ich bin nach 4 Tagen wieder gekommen.

Seit dem ist alles komplett verdreht… Ich habe meine Emotionen wieder stärker zugelassen, habe geheult, gespürt wie viel meine Frau und meine Familie mir bedeuten
Der Sex ist seit dem plötzlich viel freier und vor allem öfters, teilweise täglich, auch mal 2 mal am Tag. Ich genieße es, sie genießt es, wir probieren viel aus, wir sind total heiß aufeinander.

Ich bin aufmerksamer, höre ihr zu, wir lachen und scherzen, sind wie frisch verliebt manchmal, auch das Kind spürt, dass Mama und Papa sich wieder besser verstehen.

Alles gut würde man also meinen… Aber leider stehen da ein paar Elefanten im Raum:

1. Meine Frau ist im Moment ständig am Handy, abends möchte sie lieber Abstand haben, „Jeder Zeit für sich“, d.h. ich gehe ins Büro und sie bleibt im Wohnzimmer.
2. Ich bin plötzlich derjenige mit der Eifersucht (das war früher andersrum), fühle mich schnell vernachlässigt, hab Verlustängste. Das ist die andere Seite des „Gefühle zulassen“.
3. Wenn wir zusammen sind, d.h. z.B. im Schlafzimmer oder auf dem Sofa, hat sie immer das Handy in der Hand, schreibt, schickt und empfängt Sprachnachrichten, selbst wenn wir miteinander reden oder kuscheln. Spreche ich sie darauf an wird sie patzig, meint ich solle mich nicht kindisch verhalten und ihr nicht vorschreiben, wo und wann sie ihr Handy nutzen dürfe. Und mich hätte es früher auch nicht interessiert, wenn sie sich beschwert hat, dass ich zu viel am Handy bin.
4. Ihre Online-Community ist aber für mich tabu, ich war kurz mit dabei, dann war ich zu eifersüchtig angesichts ihrer offenen Kommunikation dort, dann bin ich wieder raus. Sie erzählt mir ab und zu, was da los ist, aber ansonsten weiß ich von dieser Welt nix.
5. Und sie möchte weiterhin die offene Beziehung. Dabei hat sie ganz konkrete Vorstellungen:
o   Feste Affären, keine ONS
o   Die Affäre soll nicht nur Sex sein, sondern sie braucht da eine Vertrauensbasis, damit sie sich dort öffnen kann. Eher eine „Freundschaft +“
o   Ihr schwebt eine Art „Fluchtpunkt“ vor, jemanden, wo sie mal ein Wochenende weg kann.
o   Der andere soll davon nichts wissen, also nur, dass man weg ist und vielleicht noch wo (örtlich), aber was dort passiert soll nicht thematisiert werden.
o   Sie meint, das wäre für sie emotional trennbar, ich wäre weiterhin ihre große Liebe, ihre Basis, der „Mann zu dem sie immer wieder heim kommt“. Der „Andere“ wäre dabei eher so eine Art „Kumpel mit Sex-Option“.
6.  Und sie deutet auch an, dass es für sie ggf. auch ein Trennungsgrund wäre, wenn das mit der Affäre nicht klappen würde. Trennung heißt dann aber auch, dass sie ggf. mit dem Kind wieder in ihre Heimat geht.

Ich bin tatsächlich total überfordert im Moment. Ich kann diese Gesamtsituation nicht einschätzen.
 
Und ich habe ein total ungutes Gefühl bei diesem Thema „offene Beziehung“ bzw. „Freundschaft plus“. Das fühlt sich an, als ob meine Frau nicht nur Sex sucht, sondern einen „zweiten Mann“, der neben mir auch eine tiefe Vertrauensbasis mit ihr erreichen kann bzw. soll…

Jetzt doch sehr viel Text, das war so nicht geplant. Falls ihr bis hierher gelesen habt schon mal vielen Dank.

Und jetzt zu meiner Frage: Was ist hier los? Was will meine Frau? Schätze ich das falsch ein wenn ich Angst habe, dass das unsere Beziehung gefährdet? Übertreibe ich, wenn ich wegen dem Handy mich schlecht und ausgeschlossen fühle? Bin ich kindisch? Warum ist meine Frau plötzlich so rigoros, obwohl jetzt doch zwischen uns beiden jetzt alles so ist, wie sie es sich immer gewünscht hat?

Vielen Dank fürs lesen und ggf. auch antworten.

Ein verwirrter und emotional sehr gestresster Ehemann und Vater

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02.03.21 um 12:14

Vor zwei Jahren hast du eine offene Beziehung vorgeschlagen und diese ist dir jetzt plötzlich nicht mehr geheuer?

Wenn du etwas nicht möchtest wie z.B eine Affäre wegen der emotionalen Bindung oder überhaupt eine offene Ehe, dann musst du ihr das sagen. Dann gibt es das eben nicht oder sie muss sich trennen.

Für mich hört es sich so an, als würde deine Frau jetzt ihren Marktwert testen und sobald etwas besseres kommt, ist sie weg.

Du bist jetzt ihr Hafen. Sie weiß nicht ob sie einen besseren kennenlernt, darum möchte sie dich sicher haben, während sie sich durchs Netz und durch die Betten tobt.

Sie schreibt intim mit anderem und du sitzt daneben und guckst blöd ?

Das klingt für mich nicht wie ein Partner auf Augenhöhe, sondern wie ein Lappen, der stumm und leidend alles über sich ergehen lässt.

Wenn etwas für dich nicht akzeptabel ist, dann sprich es an. Wird sie zickig und hat kein Verständnis, dann trenne dich.

Nur weil man lange zusammen ist, musst man sich nicht schlecht behandeln lassen und keinen Betrug und Affären dulden.

Frag dich lieber mal, was du willst und setze das auch um.

 

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02.03.21 um 12:15

Vor zwei Jahren hast du eine offene Beziehung vorgeschlagen und diese ist dir jetzt plötzlich nicht mehr geheuer?

Wenn du etwas nicht möchtest wie z.B eine Affäre wegen der emotionalen Bindung oder überhaupt eine offene Ehe, dann musst du ihr das sagen. Dann gibt es das eben nicht oder sie muss sich trennen.

Für mich hört es sich so an, als würde deine Frau jetzt ihren Marktwert testen und sobald etwas besseres kommt, ist sie weg.

Du bist jetzt ihr Hafen. Sie weiß nicht ob sie einen besseren kennenlernt, darum möchte sie dich sicher haben, während sie sich durchs Netz und durch die Betten tobt.

Sie schreibt intim mit anderem und du sitzt daneben und guckst blöd ?

Das klingt für mich nicht wie ein Partner auf Augenhöhe, sondern wie ein Lappen, der stumm und leidend alles über sich ergehen lässt.

Wenn etwas für dich nicht akzeptabel ist, dann sprich es an. Wird sie zickig und hat kein Verständnis, dann trenne dich.

Nur weil man lange zusammen ist, musst man sich nicht schlecht behandeln lassen und keinen Betrug und Affären dulden.

Frag dich lieber mal, was du willst und setze das auch um.

 

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02.03.21 um 13:20
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Vor zwei Jahren hast du eine offene Beziehung vorgeschlagen und diese ist dir jetzt plötzlich nicht mehr geheuer?

Wenn du etwas nicht möchtest wie z.B eine Affäre wegen der emotionalen Bindung oder überhaupt eine offene Ehe, dann musst du ihr das sagen. Dann gibt es das eben nicht oder sie muss sich trennen.

Für mich hört es sich so an, als würde deine Frau jetzt ihren Marktwert testen und sobald etwas besseres kommt, ist sie weg.

Du bist jetzt ihr Hafen. Sie weiß nicht ob sie einen besseren kennenlernt, darum möchte sie dich sicher haben, während sie sich durchs Netz und durch die Betten tobt.

Sie schreibt intim mit anderem und du sitzt daneben und guckst blöd ?

Das klingt für mich nicht wie ein Partner auf Augenhöhe, sondern wie ein Lappen, der stumm und leidend alles über sich ergehen lässt.

Wenn etwas für dich nicht akzeptabel ist, dann sprich es an. Wird sie zickig und hat kein Verständnis, dann trenne dich.

Nur weil man lange zusammen ist, musst man sich nicht schlecht behandeln lassen und keinen Betrug und Affären dulden.

Frag dich lieber mal, was du willst und setze das auch um.

 

Hallo beautifulmind89,

danke für deine Antwort.

es ist schon auch so, dass ich jahrelang derjenige war, der sie emotional vernachlässigt hat. Ich bin nicht fremdgegangen oder hab nebenher gechattet, ich hab sie einfach oft nicht so richtig beachtet und für selbstverständlich gehalten.
Daher hab ich manchmal das Gefühl, ich hab jetzt nicht derjenige bin, der dsas Recht hat, hier Forderungen zu stellen.


Was die offene Beziehung angeht, ja, das hatte ich damals auch eher unbedacht in den Raum gestellt und damals auch eher an gemeinsame Abenteuer gedacht, weniger an getrenntes Vorgehen und auch nicht an emotionale Vertiefung.

Du hast aber schon recht, dass ich mir nichts gefallen lassen sollte, was mir letztendlich zu weh tut, aber es ist auch schwer, eine Beziehung einfach nach so langer Zeit aufzugeben, vor allem wenn so viel dran hängt.

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02.03.21 um 13:48
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Hallo beautifulmind89,

danke für deine Antwort.

es ist schon auch so, dass ich jahrelang derjenige war, der sie emotional vernachlässigt hat. Ich bin nicht fremdgegangen oder hab nebenher gechattet, ich hab sie einfach oft nicht so richtig beachtet und für selbstverständlich gehalten.
Daher hab ich manchmal das Gefühl, ich hab jetzt nicht derjenige bin, der dsas Recht hat, hier Forderungen zu stellen.


Was die offene Beziehung angeht, ja, das hatte ich damals auch eher unbedacht in den Raum gestellt und damals auch eher an gemeinsame Abenteuer gedacht, weniger an getrenntes Vorgehen und auch nicht an emotionale Vertiefung.

Du hast aber schon recht, dass ich mir nichts gefallen lassen sollte, was mir letztendlich zu weh tut, aber es ist auch schwer, eine Beziehung einfach nach so langer Zeit aufzugeben, vor allem wenn so viel dran hängt.

Dass du dich nicht mit Ruhm bekleckert hast, ist klar.

Aber das berechtigt deine Frau noch lange nicht, sich jetzt so daneben zu benehmen und du trägst jetzt auch nicht das Zeichen der Schande auf deiner Stirn und darfst dich zu nichts äußern.

Du hast Fehler gemacht, sie eingesehen und dich geändert. 

Deine Frau deswegen jetzt machen zu lassen was sie will, ohne Rücksicht auf deine Gefühle, ist falsch.

Du willst keine offene Beziehung,sag ihr das. Du möchtest deine fremdflirterei im Internet, sag ihr das.

Bevor ihr euch trennt, solltet ihr erstmal miteinander reden. Du musst sagen, dass es für dich so nicht geht und dann muss eine Lösung gefunden werden.

Sex mit einem anderen Paar gemeinsam wäre doch so eine Lösung.

Aber erstmal musst du mit ihr das Gespräch suchen.

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02.03.21 um 14:05

Wer kann schon ertragen, dass der Partner mit einem anderen in welcher Art und Weise auch immer, unterwegs ist und darüber wird nicht gesprochen. Sie verletzt dich damit, denn du möchtest sie gar nicht teilen. Das Gefühl zu dir ist nicht mehr wie am Anfang. Sollte sie jemanden treffen, der sie fasziniert, denke ich, dass sie gehen wird. Ich denke, dass eine Beziehung das nicht aushält. So Mal hier und da und ständig am Handy. Leider zeigt sie nicht das Interesse an dir, ständig am Handy, wenn ihr zusammen seid. Da du das bestimmt nicht ertragen kannst und wahrscheinlich dir ausmalen wirst, was sie so tut, kannst du sie nur vor die Wahl stellen. Du musst dich fragen, ob dir ein halber Partner genügt, davon abgesehen, wie lange sie noch bleiben wird. Sag ihr doch Mal, dass du dich mit dem Gedanken der Trennung trägst, da du einen Partner nicht teilen môchtest. Werd konkret und führt ein ernsthaftes Gespräch. Momentan gibt sie ja die Richtung vor, vielleicht ist es Zeit da Mal einzugreifen.

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02.03.21 um 14:57

Hallo beautifulmind89 und fee525,

danke euch für die weiteren Antworten.

Ich hab es jetzt auch nicht mehr ausgehalten und sie in der Mittagspause angefufen und ihr das alles mal klar angesprochen, was mich ankotzt, warum es mich stört, dass ich das nicht aushalte und dass ich sie auch nicht teilen möchte.

Und wenn sie das nicht akzeptieren kann oder sich durch mein Verhalten in den letzten Jahren so sehr verletzt fühlt, dass sie mit mir jetzt auch bei einem erst mal veränderten Verhalten nicht mehr klar kommt, weil sie sich ständig bevormundet und vernachlässigt fühlt.
Und dann würde ich auch gehen, egal mit welchen Konsequenzen.

Erst wollte sie wieder darauf hinaus, dass mir doch jahrelang egal war, was sie gemacht hat und was sie gestört hat. Ich hab gemeint ja, dass sehe ich ein, aber sorry, ich habe in der Zeit nie nebenher mit anderen Frauen geflirtet etc., ich war abwesend und nicht für dich da, aber ich halte das so nicht aus.
Der Gedanke, dass sie einen anderen Mann so anschaut wie mich oder mit ihm diese Dinge teilt wie mit mir, der macht micht im Moment fertig.

Sie meinte das wäre das selbe Gefühl dass sie immer hatte, wenn ich mit Freunden unterwegs war (auch wenn ich da nie was gemacht habe) und sie will nicht das ich gehe, sie möchte das wir das Thema weiter mit der Paartherapeutin besprechen (wir haben nächste Woche wieder einen Termin) und bis dahin sollten wir uns zusammenreißen.

Wir werden jetzt sehen was daraus wird, aber ich hab zumindest mal meinen Standpunkt nochmal klar artikuliert.


 

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02.03.21 um 19:00
In Antwort auf

Hallo liebe Community,
 
hier mal wieder eine Frage von einem Mann, der nicht einschätzen kann, was in seiner Beziehung  / Ehe gerade passiert und worauf das hinausläuft…
 
Bisschen Hintergrund:
- Meine Frau und sich sind Mitte 30 und 4 Jahre auseinander
- Wir sind seit fast 10 Jahren verheiratet, vorher waren wir bereits seit drei Jahren in unserer Bezieung.
- Wir haben eine Tochter im Grundschulalter.
- Wir hatten anfangs eine Fernbeziehung über 600 km, dann ist meine Frau zu mir gezogen.
- Es ist für uns beide die erste langfristige Beziehung, wir waren damals beide eher von der schüchternen Sorte. Wir haben auch beide vor unserer Beziehung keine großen sexuellen Erfahrungen (jeder einen weiteren Partner), also jeder nur Sex mit insgesamt 2 Partnern.
- Ich hab in den letzten 5 Jahren immer wieder psychosomatische Symptome, die mich sehr belastet haben und dazu geführt haben, dass ich mich oft zurück ggezogen habe und mich z.B. hinter Bildschirmen (Handy etc.) „versteckt“ habe, wobei ich dabei nie mit anderen geschrieben habe, sondern meistens Nachrichten etc. gelesen habe.
- Ich selber bin jemand, der sich selber sehr unter Druck setzt und der sich für die Sicherheit seiner Familie (v.a. finanziell) und die Zufriedenheit seiner Partnerin (weil sie ja wegen mir so viel aufgegeben hat) verantwortlich fühlt.

Wir hatten und haben immer wieder Beziehungsprobleme und eingefahrene Muster.

Die zentralen Themen, über die wir meistens gestritten haben:
- Gefühl von zu wenig Aufmerksamkeit (durch mich ihr gegenüber), auch zu wenig Emotion („Du wärst nie eifersüchtig auf mich!&ldquo
- Zu wenig Sex (ca. 1x pro Woche, sie wollte mehr)
- Unzufriedenheit ihrerseits mit der Umgebung hier (Ihre Familie ist weit weg, sie wird mit den Leuten nur bedingt warm etc.)
- Unzufriedenheit meinerseits mit ihrem Verhalten mir gegenüber (Sie kann schnell verletzend werden im Streit und ich

Ich habe auch wirklich lange emotional abgeschottet, mich hinter meinen Schmerzen und Symptomen vergraben und meine Frau emotional nicht an mich rangelassen.

So, dann kam der Lockdown, gerade auch als meine Frau begonnen hatte, sich mehr nach außen zu öffnen, mehr alleine mit Freundinnen weg zu gehen, auch mehr Sport zu machen. Und wir sind nun seit über einem Jahr hier zusammen eingesperrt, ich hauptsächlich im HomeOffice, sie mittlerweile mit dem Homeschooling beschäftigt. Und die Probleme wurden immer schlimmer.

Sie hat sich dann online auf einer Plattform angemeldet, auf der sie jetzt sehr viel Zeit verbringt und neue Leute kennen gelernt hat, mit denen sie auch mal flirtet und sich (wie sie sagt) „Selbstvertrauen holt“. Sie war es bislang auch nicht gewohnt, dass andere Männer sie attraktiv finden (was ich nicht verstehen kann, denn ich finde sie schon immer attraktiv.

Sie hat dann auch mit einem der Leute dort begonnen, intimer zu schreiben und mir auch gesagt, dass sie gerne unsere Beziehung offener haben möchte. Ich muss dazu sagen, dass ich das vor zwei Jahren selber mal vorgeschlagen hatte, da war sie damals total empört und völlig entsetzt. Damit war das Thema für mich vom Tisch.

Irgendwann bin ich dann für eine Woche zu meinen Eltern, um uns Abstand zu gewinnen. Dabei haben wir aber schnell gemerkt, wie sehr wir uns vermissen und ich bin nach 4 Tagen wieder gekommen.

Seit dem ist alles komplett verdreht… Ich habe meine Emotionen wieder stärker zugelassen, habe geheult, gespürt wie viel meine Frau und meine Familie mir bedeuten
Der Sex ist seit dem plötzlich viel freier und vor allem öfters, teilweise täglich, auch mal 2 mal am Tag. Ich genieße es, sie genießt es, wir probieren viel aus, wir sind total heiß aufeinander.

Ich bin aufmerksamer, höre ihr zu, wir lachen und scherzen, sind wie frisch verliebt manchmal, auch das Kind spürt, dass Mama und Papa sich wieder besser verstehen.

Alles gut würde man also meinen… Aber leider stehen da ein paar Elefanten im Raum:

1. Meine Frau ist im Moment ständig am Handy, abends möchte sie lieber Abstand haben, „Jeder Zeit für sich“, d.h. ich gehe ins Büro und sie bleibt im Wohnzimmer.
2. Ich bin plötzlich derjenige mit der Eifersucht (das war früher andersrum), fühle mich schnell vernachlässigt, hab Verlustängste. Das ist die andere Seite des „Gefühle zulassen“.
3. Wenn wir zusammen sind, d.h. z.B. im Schlafzimmer oder auf dem Sofa, hat sie immer das Handy in der Hand, schreibt, schickt und empfängt Sprachnachrichten, selbst wenn wir miteinander reden oder kuscheln. Spreche ich sie darauf an wird sie patzig, meint ich solle mich nicht kindisch verhalten und ihr nicht vorschreiben, wo und wann sie ihr Handy nutzen dürfe. Und mich hätte es früher auch nicht interessiert, wenn sie sich beschwert hat, dass ich zu viel am Handy bin.
4. Ihre Online-Community ist aber für mich tabu, ich war kurz mit dabei, dann war ich zu eifersüchtig angesichts ihrer offenen Kommunikation dort, dann bin ich wieder raus. Sie erzählt mir ab und zu, was da los ist, aber ansonsten weiß ich von dieser Welt nix.
5. Und sie möchte weiterhin die offene Beziehung. Dabei hat sie ganz konkrete Vorstellungen:
o   Feste Affären, keine ONS
o   Die Affäre soll nicht nur Sex sein, sondern sie braucht da eine Vertrauensbasis, damit sie sich dort öffnen kann. Eher eine „Freundschaft +“
o   Ihr schwebt eine Art „Fluchtpunkt“ vor, jemanden, wo sie mal ein Wochenende weg kann.
o   Der andere soll davon nichts wissen, also nur, dass man weg ist und vielleicht noch wo (örtlich), aber was dort passiert soll nicht thematisiert werden.
o   Sie meint, das wäre für sie emotional trennbar, ich wäre weiterhin ihre große Liebe, ihre Basis, der „Mann zu dem sie immer wieder heim kommt“. Der „Andere“ wäre dabei eher so eine Art „Kumpel mit Sex-Option“.
6.  Und sie deutet auch an, dass es für sie ggf. auch ein Trennungsgrund wäre, wenn das mit der Affäre nicht klappen würde. Trennung heißt dann aber auch, dass sie ggf. mit dem Kind wieder in ihre Heimat geht.

Ich bin tatsächlich total überfordert im Moment. Ich kann diese Gesamtsituation nicht einschätzen.
 
Und ich habe ein total ungutes Gefühl bei diesem Thema „offene Beziehung“ bzw. „Freundschaft plus“. Das fühlt sich an, als ob meine Frau nicht nur Sex sucht, sondern einen „zweiten Mann“, der neben mir auch eine tiefe Vertrauensbasis mit ihr erreichen kann bzw. soll…

Jetzt doch sehr viel Text, das war so nicht geplant. Falls ihr bis hierher gelesen habt schon mal vielen Dank.

Und jetzt zu meiner Frage: Was ist hier los? Was will meine Frau? Schätze ich das falsch ein wenn ich Angst habe, dass das unsere Beziehung gefährdet? Übertreibe ich, wenn ich wegen dem Handy mich schlecht und ausgeschlossen fühle? Bin ich kindisch? Warum ist meine Frau plötzlich so rigoros, obwohl jetzt doch zwischen uns beiden jetzt alles so ist, wie sie es sich immer gewünscht hat?

Vielen Dank fürs lesen und ggf. auch antworten.

Ein verwirrter und emotional sehr gestresster Ehemann und Vater

Wenn sie mit so konkreten und durchdachten Vorschlägen kommt, dann würd ich sagen, dass sie längst jemanden Auserwählt hat als Affairenmann.. 

Soviel Sex habt ihr, um duch zu überzeugen, dass du keine Angst zu haben brauchst, dass sie dich immernoch heiss findet.. und weil der Andere sie wohl auch ziemlich scharf macht.. würd sagen, dass sie sich mondedtens den Appetit bereit draussen holt.. 

Sie will leben. Es ist ihr nicht zu sehr zu verübeln.. sie will den Alltag und die Sicherheit aber auch nicht aufgeben.. wie du selbrr schreibst, wartet sie nur noch auf deine Einwilligung, ansonsten würde sie sich schweren Herzens für "ich will leben!" entscheiden.. 

Findet eine Lösung.. Versuch deine Verlustängste anzugehen, macht eine Paartherapie.. und du eine Einzeltherapie.. 

Der Zug ist abgefahren.. entweder ihr findet eine Lösung oder sie geht.. soviele optionen hast du leider nicht..

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02.03.21 um 21:33

Wie bereits andere vor mir schon richtig bemerkt haben, hast du auch einiges dafür getan dass deine Beziehung nun so ist wie es ist. Aber ich bin eher der Pragmatiker darum würde ich ich ihr folgendes erläutern. Für dich hört sich ihr Vorschlag nicht etwa auf die Zukunft bezogen sondern dient lediglich dazu um ihre fixe Vorstellung zu legitimieren. Daher mein Vorschlag: Ich möchte auch eine Freundin haben aber anders als du ist ein zu ihr zurück kommen ausgeschlossen. Falls sie da weiter machen will, kann sie aber die Konsequenz wäre das aus mit mir. Deine Frau hat im Geiste bereits gepackt und reisende soll und darf man nicht aufhalten. Daran bist du zu einem grossen Teil selbst beteiligt also kein Grund zu grämen. Ihr habt beide in eurer Jugend etwas verpasst, zumindest glaubt ihr das, und versucht verbissen wie Teenies mit dem Kopf durch die Wand zu gehen. Ist eigentlich nicht schlecht, man holt sich Beulen und diverse Erfahrungen dazu. Und am Ende erst wirst du feststellen was gut oder besser gewesen wäre. Wie es auch immer ausgehen mag, viel Glück dabei für euch beide. 

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02.03.21 um 21:46

So leid es mir für dich tut, aber eure Beziehung ist tot und wird durch dein Handeln leider nicht wiederbelebt.

habe so ähnlich wie du das gleiche durchgemacht. Und es hat nichts gebracht.

Ich kann dir nur einen Ratschlag geben. Konzentriere dich auf dich selbst, lass sie in Ruhe und mach das was dir Spaß macht, obwohl es dir schwer fällt. Lass sie deine Unsicherheit nicht spüren. Trete selbstbewusst auf , auch wenn es dir nicht leicht fällt. Und höre auf ständig mit ihr ein Gespräch suchen zu wollen. Das treibt sie nur noch weiter von dir weg.

Und als ihr euch für ganze 4 Tage nicht gesehen habt, habt ihr nicht euch vermisst, sondern nur du hast sie vermisst. 

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