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Was versteht ihr unter Beziehung

4. Februar 2002 um 14:03 Letzte Antwort: 5. Februar 2002 um 16:49

Nach nun 3 wunderschönen Wochen zwischen mir und meinem Freund, gab's gestern Abend dann wieder einen wahnsinnigen Streit, der damit endete, dass ich Gläser zertrümmert und er geschrien hat...

Wir sind zum xx. Mal zusammen. Ständig geht es hin und her. Wir können nicht miteinander, wir können auch nicht ohne einander. Das Problem, das immer wieder aufkommt, ist dass er keine Gefühle zeigen kann oder will (nicht können wohnt ja bekanntlich in der Straße gleich neben nicht wollen). Er hat es in 9 Monaten bisher noch nicht geschafft, mir von sich aus zu sagen, dass er mich lieb hat, oder gar, dass er mich liebt. Mit seinen Gesten (ausschließlich wenn keine anderen Menschen in der Nähe sind) zeigt er mir jedoch sehr häufig seine Gefühle. Ich komme mit dieser Situation nicht klar, will endlich wissen, woran ich bei ihm bin, was er überhaupt von mir will, was er erwartet, was ihm gefällt, was ihm nicht gefällt...

Unter dem Wort Beziehung kann er sich überhaupt nichts vorstellen. Für mich ist das Wort Beziehung, dass zwar eine selbstverständliche Bedeutung hat, jedoch schwer zu beschreiben ist. Was versteht ihr unter einer "Beziehung"? Wir sind nun auch keine Teenager mehr (38, bzw. 28 Jahre alt), die ganz unbedarft daran gehen können/wollen.

Meine Antworten habe ich absichtlich nicht mit dazu geschrieben, da mich Eure Antworten sehr interessieren. Ich habe echt keinen blassen Schimmer, wie ich ihm erklären soll, was ich unter einer Beziehung verstehe. (das sind für mich Begriffe, mit denen man einfach autom. gewisse Assoziationen verbindet wie mit Angst, Haß, Liebe, Freude,...)

Danke Euch sehr für Eure Hilfe...

Lieben Gruß
Lea

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4. Februar 2002 um 17:37

Hallo Lea
ich verstehe unter einer Beziehung folgendes:
Das Wichtigste ist Respekt, dann ist ganz wichtig die Liebe, Vertrauen muß ich auch haben können und ich muß in der Lage sein miteinander zu reden und Konflikte zu lösen. Wenn das alles stimmt, dann kann glaube ich nicht mehr viel schief gehen.
Ich möchte noch kurz auf deine Schilderung eingehen. Wenn dein Freund keine Gefühle in der Öffentlichkeit zeigen will, dann hat er irgendwelche Komplexe, die du nicht lösen wirst indem du ihn unter Druck setzt. Es ist für manche nicht einfach über die Gefühle zu sprechen, verurteile ihn deshalb nicht. Nimm ihm die Hemmungen und bleib bei Konfrontaionen ruhig, so erreichst du viel mehr.

Viel Glück
Heike

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4. Februar 2002 um 18:00

Kenn ich nur zu gut...
Liebe Lea

Ich kann mich sehr gut in Dich hineinversetzen, denn mein Freund ist Deinem sehr ähnlich. Und ich musste erst lernen damit umzugehen.
D.h. richtig lernen kann man das nie. Ich will Dir nicht alle Hoffnung nehmen, aber so eine Beziehung abverlangt Dir enorm viel Kraft, Du solltest Dir sicher sein, ob Du das für ihn durchstehen willst. Ist er das wert?
Andererseits muss ich auch sagen, dass ich es geschafft habe aus einem "Eisblock" einen liebevollen Freund zu machen.
Mein Freund konnte seine Gefühle anfangs auch nicht zeigen. Und weil er wegen unserem Altersunterschied (9 Jahre) immer aufgezogen wurde, verschlimmerte sich das in der Öffentlichkeit sogar noch! Ich war am Ende, weil ich ja sosehr in ihn verliebt war. Ich verstand nicht, warum er sich so verhielt, ich fühlte mich nicht wohl, wenn andere Leute mit uns zusammen waren und irgendwann kam es zum Riesenkrach. Ich hab dann Schluss gemacht, aber wir kamen auch wieder zusammen. Das ging ein paar Mal so hin und her. Um die ganze Geschichte aufzuschreiben, ginge es zu lange. Aber im Endeffekt hat es geklappt, als ich es irgendwie geschafft hab, ihm zu vermitteln, dass er mir vertrauen kann. Ich dachte immer, dass er von Grund auf schlecht wäre, dabei hatte er (und immer noch) nur Angst, dass er verletzt werden könnte. Natürlich hab ich ihm auch ein paar mal weh getan, aber nur als Retourkutsche... Das ganze Theater hat fast 2 Jahre gedauert, bis es endlich geklappt hat und jetzt sind wir seit gut einem Jahr ein Herz und eine Seele. Natürlich bin ich stolz, dass ich als einzige Freundin (und bald Frau) geschafft hab ihn zu "bändigen" (er zeigt jetzt der ganzen Welt, dass ich für ihn das wichtigste bin), aber müsste ich nochmal von vorn anfangen, würd ich's glaub nicht nochmal machen, auch wenn ich jetzt mega glücklich bin.
Ich schicke Dir ganz viel Kraft!

Lieber Gruss
goldy

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5. Februar 2002 um 12:04
In Antwort auf kiera_12243190

Hallo Lea
ich verstehe unter einer Beziehung folgendes:
Das Wichtigste ist Respekt, dann ist ganz wichtig die Liebe, Vertrauen muß ich auch haben können und ich muß in der Lage sein miteinander zu reden und Konflikte zu lösen. Wenn das alles stimmt, dann kann glaube ich nicht mehr viel schief gehen.
Ich möchte noch kurz auf deine Schilderung eingehen. Wenn dein Freund keine Gefühle in der Öffentlichkeit zeigen will, dann hat er irgendwelche Komplexe, die du nicht lösen wirst indem du ihn unter Druck setzt. Es ist für manche nicht einfach über die Gefühle zu sprechen, verurteile ihn deshalb nicht. Nimm ihm die Hemmungen und bleib bei Konfrontaionen ruhig, so erreichst du viel mehr.

Viel Glück
Heike

Danke
Hallo Heike,

danke, Du hast mir noch weitere Punkte geliefert, die zwar beim Lesen selbstverständlich zu einer Beziehung gehören, einem beim Nachdenken jedoch nicht gleich einfallen.

Unter Druck setzen wäre wohl etwas übertrieben. Bisher ist es so, dass ich das mehr oder weniger schlucke, es in mir jedoch Unsicherheit auslöst, da ich mich frage, als was er mich betrachtet.

Er weiß, dass ich damit so wie es ist, weder glücklich noch einverstanden bin und unsere "Beziehung" so wie sie ist nicht fortsetzen werde.

Reden ist für ihn ein Graus. Stattdessen kuschelt er lieber stundenlang mit mir (was auch wunderschön ist und womit er schon gewisse Gefühle rüberbringt). Allerdings ist danach das (Streit-)Thema für ihn erledigt.

Lieben Gruß
Lea

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5. Februar 2002 um 12:31

"Weshalb Frauen keine Landkarten lesen können..., "
Liebe Lea,

ich empfehle Dir dringendst (!!!), Dich mal mit entsprechender Literatur auseinanderzusetzen, die Dir einen Einblick geben wird, weshalb Männer anders als Frauen sind. Ich weiss, das klingt nach Ausrede und langweilig, aber es ist sehr interessant - ich hätt's auch nicht gedacht vorher - und vor allem sehr hilfreich. Man beginnt, seinen Partner zu verstehen. Das soll nicht heissen, dass nun alles entschuldigt werden soll. Aber ... man versteht, wo gewisse "Eigenarten" herkommen. Alles biologisch-historisch-evolutionsmässig zu erklären. Ich empfehle Dir ein Buch, von dem die Übersetzung aus dem Englischen sein müsste "Weshalb Frauen keine Landkarten lesen können und Männer nicht zuhören". Witzig geschrieben.

Kurz zu dem, was Dich bedrückt: Erstens einmal ist jeder Mensch anders. Es gibt Männer und Frauen, die extrovertierter sind als andere, und manche, die Probleme haben, ihre Gefühle offen zu zeigen. Das hängt vom Charakter und der Erziehung ab. Es gibt ja auch viele Frauen, die "kalt" wirken und gefühlslos.

Zweitens: Männer sind evolutionsbedingt nicht besonders gut in der Lage, Gefühle zu zeigen. Gefühle zeigen - Angst, Schmerz, Freude, Liebe - konnte bedeuten, vom Feind getötet zu werden. Das "Pokerface" ist eine Männererfindung, welche notwendig fürs Überleben war. "Mann" hatte weder Zeit noch die Voraussetzungen dafür, Gefühle zu zeigen - ums Überleben seiner Familie zu kämpfen, sie zu beschützen und für Essen zu sorgen, das waren seine Aufgaben. Die Erziehung, die einem Mann weismacht, dass er "hart" zu sein hat, tut ihr übriges.

Du solltest also mit Deinem Schatz nicht allzu hart ins Gericht gehen. Übrigens: Männer "zeigen" ihre Liebe, und verstehen es als Liebeserklärung, wenn sie Liebe mir Dir machen wollen, für Dich etwas reparieren oder den Rasen mähen. Glaub es oder nicht, alles nachzulesen...

Viel Spass, Sylvia.

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5. Februar 2002 um 12:34
In Antwort auf katana_12086911

Kenn ich nur zu gut...
Liebe Lea

Ich kann mich sehr gut in Dich hineinversetzen, denn mein Freund ist Deinem sehr ähnlich. Und ich musste erst lernen damit umzugehen.
D.h. richtig lernen kann man das nie. Ich will Dir nicht alle Hoffnung nehmen, aber so eine Beziehung abverlangt Dir enorm viel Kraft, Du solltest Dir sicher sein, ob Du das für ihn durchstehen willst. Ist er das wert?
Andererseits muss ich auch sagen, dass ich es geschafft habe aus einem "Eisblock" einen liebevollen Freund zu machen.
Mein Freund konnte seine Gefühle anfangs auch nicht zeigen. Und weil er wegen unserem Altersunterschied (9 Jahre) immer aufgezogen wurde, verschlimmerte sich das in der Öffentlichkeit sogar noch! Ich war am Ende, weil ich ja sosehr in ihn verliebt war. Ich verstand nicht, warum er sich so verhielt, ich fühlte mich nicht wohl, wenn andere Leute mit uns zusammen waren und irgendwann kam es zum Riesenkrach. Ich hab dann Schluss gemacht, aber wir kamen auch wieder zusammen. Das ging ein paar Mal so hin und her. Um die ganze Geschichte aufzuschreiben, ginge es zu lange. Aber im Endeffekt hat es geklappt, als ich es irgendwie geschafft hab, ihm zu vermitteln, dass er mir vertrauen kann. Ich dachte immer, dass er von Grund auf schlecht wäre, dabei hatte er (und immer noch) nur Angst, dass er verletzt werden könnte. Natürlich hab ich ihm auch ein paar mal weh getan, aber nur als Retourkutsche... Das ganze Theater hat fast 2 Jahre gedauert, bis es endlich geklappt hat und jetzt sind wir seit gut einem Jahr ein Herz und eine Seele. Natürlich bin ich stolz, dass ich als einzige Freundin (und bald Frau) geschafft hab ihn zu "bändigen" (er zeigt jetzt der ganzen Welt, dass ich für ihn das wichtigste bin), aber müsste ich nochmal von vorn anfangen, würd ich's glaub nicht nochmal machen, auch wenn ich jetzt mega glücklich bin.
Ich schicke Dir ganz viel Kraft!

Lieber Gruss
goldy

Hoffnung?
Liebe Goldy,

*smile* das klingt ja ganz ähnlich wie bei uns. Allerdings dachte ich immer, dass er - da er ja 10 Jahre älter sei als ich - wissen müsse, was er vom Leben erwartet, was er will und was er in Dinge investieren muss, um das erwünschte Ergebnis zu erhalten. Doch habe ich den Eindruck, dass er immer nur das Notwendigste tut, um die "Beziehung" aufrecht zu erhalten.

Er weiß, dass ich nun einen Punkt erreicht habe, an dem ich zweifele, ob meine Kraft groß genug ist. Und urplötzlich wird er wieder aktiv und verspricht "große" Veränderungen.

Ich habe eigentlich keine große Hoffnung mehr in uns, obwohl ich ihn sehr liebe. Dennoch kann das nicht die Basis sein. Ständig streiten wir uns, keiner von uns beiden ist glücklich - ich weil ich keine Grundlage habe - weil ich nicht weiß, ob er mich liebt, was er für mich empfindet und warum er in der Öffentlichkeit nur bedingt (je nach Tagesform) zu mir stehen kann - er nicht, weil er sich unter Druck gesetzt fühlt und mit seinen Gefühlen nicht umgehen kann.

Ich weiß, dass ich nichts an der Situation ändern kann. Mit all meiner Geduld, die ich hatte, mit allem Verständnis bin ich auch nicht viel weiter gekommen. Das einzige was auf der Strecke geblieben ist, bin ich und meine Gefühle, meine Bedürfnisse.

Dennoch liebe ich ihn sehr und bin mir sicher, dass wenn ich einen Weg sehen würde, mit dem ich leben könnte, würde ich es nochmals versuchen (das xyz. Mal - zähle schon nicht mehr mit). Doch müsste dieser Vorschlag nun doch von ihm kommen. Ich frage mich sehr häufig, ob es überhaupt klappen kann zwischen uns, da wir scheinbar doch so verschieden (zumindest in diesem Punkt) sind, unterschiedliche Einstellungen zum Thema Beziehung haben (wobei er dabei eigentlich gar keine Ein- und Vorstellung hat) und wir wahrscheinlich niemals einen gemeinsamen Nenner finden werden.

Wie habt ihr es geschafft? Habt ihr wenigstens miteinander reden können, wenn Probleme aufgetreten sind? (Er schweigt diese Dinge am liebsten tot und verdrängt sie, als seien sie nie dagewesen. Ich selbst bin jemand, der Probleme eher ansprechen, klären und dann ein für allemal vom Tisch haben will). Oder gab es für ihn irgendwann eine Art Aha-Erlebnis. Bei uns läuft das Hin-und-Her nun bereits 9-10 Monate. *lach*

Ich freue mich so, dass ihr beiden jetzt glücklich zusammen seid und es gibt mir in gewisser Hinsicht auch Hoffnung.

Meine Freundinnen samt Familie haben mich alle längst für verrückt erklärt, da ich mich immer wieder auf ihn einlasse. Bis ich ihn kennengelernt habe, lief alles irgendwie immer glatter - wenn's das nicht war, habe ich mich halt getrennt. Aus vorbei und durchgezogen. Doch so einfach ist es bei ihm halt nicht...

Danke für Deine Antwort, die mir ein wenig Mut macht, dass es doch einen Weg geben könnte!

Lieben Gruß
Lea

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5. Februar 2002 um 13:02
In Antwort auf gae_12878788

"Weshalb Frauen keine Landkarten lesen können..., "
Liebe Lea,

ich empfehle Dir dringendst (!!!), Dich mal mit entsprechender Literatur auseinanderzusetzen, die Dir einen Einblick geben wird, weshalb Männer anders als Frauen sind. Ich weiss, das klingt nach Ausrede und langweilig, aber es ist sehr interessant - ich hätt's auch nicht gedacht vorher - und vor allem sehr hilfreich. Man beginnt, seinen Partner zu verstehen. Das soll nicht heissen, dass nun alles entschuldigt werden soll. Aber ... man versteht, wo gewisse "Eigenarten" herkommen. Alles biologisch-historisch-evolutionsmässig zu erklären. Ich empfehle Dir ein Buch, von dem die Übersetzung aus dem Englischen sein müsste "Weshalb Frauen keine Landkarten lesen können und Männer nicht zuhören". Witzig geschrieben.

Kurz zu dem, was Dich bedrückt: Erstens einmal ist jeder Mensch anders. Es gibt Männer und Frauen, die extrovertierter sind als andere, und manche, die Probleme haben, ihre Gefühle offen zu zeigen. Das hängt vom Charakter und der Erziehung ab. Es gibt ja auch viele Frauen, die "kalt" wirken und gefühlslos.

Zweitens: Männer sind evolutionsbedingt nicht besonders gut in der Lage, Gefühle zu zeigen. Gefühle zeigen - Angst, Schmerz, Freude, Liebe - konnte bedeuten, vom Feind getötet zu werden. Das "Pokerface" ist eine Männererfindung, welche notwendig fürs Überleben war. "Mann" hatte weder Zeit noch die Voraussetzungen dafür, Gefühle zu zeigen - ums Überleben seiner Familie zu kämpfen, sie zu beschützen und für Essen zu sorgen, das waren seine Aufgaben. Die Erziehung, die einem Mann weismacht, dass er "hart" zu sein hat, tut ihr übriges.

Du solltest also mit Deinem Schatz nicht allzu hart ins Gericht gehen. Übrigens: Männer "zeigen" ihre Liebe, und verstehen es als Liebeserklärung, wenn sie Liebe mir Dir machen wollen, für Dich etwas reparieren oder den Rasen mähen. Glaub es oder nicht, alles nachzulesen...

Viel Spass, Sylvia.

John Gray
Hallo Sylvia,

Du meinst sicherlich die Bücher von John Gray. Diese habe ich ALLE gelesen (wirklich alle, auch die kleinen Ratgeber) und ich finde diese Bücher äußerst hilfreich.

Dennoch kannst Du diese nicht anwenden, wenn die Basis nicht stimmt, wenn Du nicht weißt, ob Dein Partner Dich überhaupt liebt, oder ob es für ihn einfach nur eine angenehme Ummalung seines Lebens ist. Eine Chance nach gutem Sex - fast zu jeder Zeit. Eine Möglichkeit nicht alleine zu sein und viele weitere Annehmlichkeiten mehr...

NEIN, das unterstelle ich ihm nicht und bin mir schon sicher, dass er auch gewisse Gefühle mir gegenüber hat, doch habe ich keine Ahnung welche noch wie groß diese sind. Selbst wenn er darauf angesprochen wird, ob ich seine Freundin sei, kann er diese Frage nicht beantworten und umgeht sie oder gibt solch lächerliche Antworten wie "eine von vielen". Natürlich hat er sonst keine weiteren Freundinnen (wann auch - wäre ihm viel zu stressig - außerdem wäre das für ihn ja nur ein weiteres Problem, wo er ebenfalls genötigt wäre, ein Minimum von Gefühlen zu zeigen).

Er schreit förmlich danach, nach einer Zeit in Harmonie - in der es einfach nur wunderschön war - sein (gefühlsmäßiges) Hämmerchen auszupacken und alles wieder kurz und klein zu schlagen. Er hat eine regelrechte Zerstörungswut dann alle Gefühle zu vernichten, Angst davor, dass ihm jemand zu nahe kommen könnte. Und ich habe keinen blassen Schimmer, wie ich uns helfen kann.

Trotzdem danke für Deinen lieben Rat mit den Büchern. Solltest Du außer John Gray noch einen Schriftsteller kennen, der dieses Thema gut bearbeitet, würde ich mich über Deine Tipps sehr freuen.

Lieben Gruß
Lea

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5. Februar 2002 um 13:46

Vertrauen - genau das ist das Thema
Liebe Imandra,

vielen Dank, Du hast es genau richtig erkannt. Das Vertrauen ist das Problem. Und es ist schon so, dass er mir nicht vertraut, dass ich ihn nicht verletzen werde - das sehe ich auch, und zwar völlig wertungsfrei. Vertrauen ist eine Eigenschaft, die sich aufbauen muss, dennoch muss man ihr auch die Chance geben, aufgebaut werden zu können bzw. der Wunsch sollte vorhanden sein und damit auch die Chance, und genau das sehe ich bei ihm nicht. Die Angst verletzt zu werden, ist bei ihm sehr ausgeprägt, nach außen hin reagiert er meist ziemlich cool, auch wenn seine Freunde etwas zu ihm sagen, was für ihn nicht OK ist, und ihn verletzt. Er weiß es auch und gibt es auch zu, dennoch kommen wir keinen Schritt weiter.

Ich möchte diese 3 Worte auf gar keinen Fall erzwingen und es ist auch nicht mein Ziel, dass er mir diese irgendwann herunterleiert. Ich will einfach nur wissen, woran ich bin.

Momentan fühle ich einfach keine Kraft mehr, all die Trümmer wieder aufzubauen. Sobald es eine gewisse Zeit zu gut gelaufen ist, hat er ein Bestreben danach, alles wieder kaputt zu machen. Er dreht dann irgendwelche (irrsinnigen) Aktionen, mit denen er (ganz kalkuliert) mich wahnsinnig verletzt und das so lange, bis er den Punkt erreicht, an dem ich sage, HALT, STOP - ich will nicht mehr. Und genau dieses ewige hin und her. Dieses ewige In-Frage-Stellen, ob wir nun zusammen sind und bleiben wollen, bringt weitere Unruhe hinein und zerstört jegliches Vertrauen in diese "Beziehung".

Ich hatte ihn schon ein wenig gedrängt, da ich ihn am Wochenende mehrfach darauf angesprochen habe, wie es nun mit uns beiden weitergehen soll. (ob er das will und ob das so wie es läuft für ihn OK ist; für mich war es das nicht). Ich hatte überlegt umzuziehen und meine Augen nach einem anderen Job offenzuhalten (bundesweit). Mir ist schon klar, dass dies auch Druck für ihn darstellen muss, allerdings unbeabsichtigt, ich will einfach nur wissen, woran ich bin und die notwendigen Entscheidungen treffen.

Würde es zwischen uns einfach so weiterlaufen wie bisher, ich ihn nicht ansprechen, meine Arbeit beibehalten und es käme zum nächsten Krach, würde ich ihm wahrscheinlich irgendwann vorwerfen, dass ich "nur" wegen ihm hier geblieben sei. Und dazu habe ich nicht das Recht. Er würde dann wohl auch zu recht sagen, dass er das nie von mir erwartet hat (vielleicht sogar nie gewollt hat) und ich das doch hätte herausbekommen können, wenn wir mal miteinander gesprochen hätten.

Für mich liegt die Lösung im Reden, im Austausch der jeweiligen Vorstellungen, Bedürfnisse, Ängste. Reden ist für ihn das absolute Graus. Probleme sind vielmehr dafür da, totgeschwiegen zu werden. Am Besten nach dem Problem guten Sex haben und dann ist schon wieder alles in Ordnung (da unterscheiden sich wohl doch typisch Männlein von Weiblein).

Ihm die Zeit geben, die er braucht, würde ich schrecklich gerne, doch bedeutet das auch, dass ich meine Bedürfnisse auf unter ein Minimum zurückschraube. Sein Verhalten, wenn ich ihm Zeit gebe, ist nur das unbedingt notwendigste zu tun, einfach nur genießen, nichts ändern - weil für mich scheint es ja OK zu sein, so wie es ist.

Zeit geben, funktioniert nicht, Reden funktioniert nicht... Es muss doch eine Lösungsmöglichkeit geben, mit der wir beide "leben können" - oder bleibt uns nur die Trennung?

Wie hat Dein Partner Dir zeigen können, das Gefühle zeigen etwas ganz wundervolles sein kann. Was hast Du von Deinem Partner (außer Zeit und Verständnis) erwartet?

Ich weiß echt nicht mehr weiter...

Lieben Gruß
Lea

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5. Februar 2002 um 15:54
In Antwort auf paige_11842742

Danke
Hallo Heike,

danke, Du hast mir noch weitere Punkte geliefert, die zwar beim Lesen selbstverständlich zu einer Beziehung gehören, einem beim Nachdenken jedoch nicht gleich einfallen.

Unter Druck setzen wäre wohl etwas übertrieben. Bisher ist es so, dass ich das mehr oder weniger schlucke, es in mir jedoch Unsicherheit auslöst, da ich mich frage, als was er mich betrachtet.

Er weiß, dass ich damit so wie es ist, weder glücklich noch einverstanden bin und unsere "Beziehung" so wie sie ist nicht fortsetzen werde.

Reden ist für ihn ein Graus. Stattdessen kuschelt er lieber stundenlang mit mir (was auch wunderschön ist und womit er schon gewisse Gefühle rüberbringt). Allerdings ist danach das (Streit-)Thema für ihn erledigt.

Lieben Gruß
Lea

Kann ich gut nachfühlen
Meine Güte Du schreibst mir aus dem Herzen. Auch mir geht es mit einem Mann seit 14 Moanten so. Ich bin manchmal kurz vor dem Durchdrehen. Immer wenn ich das Gefühl habe, dass wir uns nahe sind macht er einen Rückzieher und ich stehe da wie ein begossener Pudel. Immer wieder diese Geduld aufzubringen kostet unheimlich Disziplin und Nerven. Es ist ein sehr anstrengender Zustand. Immer wenn man meint es geschafft zu haben geht das Theater von vorn los. Oft habe ich dann Ängste und bin verwirrt weil ich nie genau weiss was er für mich empfindet. Taten zählen mehr als Worte. aber auch die Taten sind ja oft so verwirrend. Manchmal könnte ich ihm den Hals umdrehen. Aber ich komme wie Du nicht los von diesem Mann. Obwohl ich verheiratet bin und meine Ehe sehr leidet habe ich diesen anderen Mann so sehr ins Herz geschlossen, dass ich oft sehr leide. Er ist mir manchmal soooo nahe um dann wieder ganz weit weg zu sein. Ein Hoch und Runter der Gefühle was sich kaum aushlaten lässt. Und dann erwartet er von mir noch Kontrolle über meine Gefühle. Superanstrengend der Typ. manchmal denke ich, dass solche Menschen ausprobieren ob sie wirklich geliebt werden. Aber es bringt einen an den Rand der Kräfte. Das wird aber nicht registriert. Gesagt wird mir, dass ich nicht seine Freundin bin. Also bloss keine Verantwortung. Ich frage mich ob ich verrückt geworden bin so etwas mitzumachen. Ich bin es. Mein ganzes Leben hat sich umgekrempelt seitdem ich ihn kenne. Und ich denke, dass er es eh nicht so ernst meint wie ich es meine. Er ist manchmal kalt wie ein Fisch um dann wieder warm wie eine Mutterbrust zu sein. Ich will ihn schon lange vergessen und schaffe es nicht. Liebe Grüße

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5. Februar 2002 um 16:49
In Antwort auf an0N_1288727599z

Kann ich gut nachfühlen
Meine Güte Du schreibst mir aus dem Herzen. Auch mir geht es mit einem Mann seit 14 Moanten so. Ich bin manchmal kurz vor dem Durchdrehen. Immer wenn ich das Gefühl habe, dass wir uns nahe sind macht er einen Rückzieher und ich stehe da wie ein begossener Pudel. Immer wieder diese Geduld aufzubringen kostet unheimlich Disziplin und Nerven. Es ist ein sehr anstrengender Zustand. Immer wenn man meint es geschafft zu haben geht das Theater von vorn los. Oft habe ich dann Ängste und bin verwirrt weil ich nie genau weiss was er für mich empfindet. Taten zählen mehr als Worte. aber auch die Taten sind ja oft so verwirrend. Manchmal könnte ich ihm den Hals umdrehen. Aber ich komme wie Du nicht los von diesem Mann. Obwohl ich verheiratet bin und meine Ehe sehr leidet habe ich diesen anderen Mann so sehr ins Herz geschlossen, dass ich oft sehr leide. Er ist mir manchmal soooo nahe um dann wieder ganz weit weg zu sein. Ein Hoch und Runter der Gefühle was sich kaum aushlaten lässt. Und dann erwartet er von mir noch Kontrolle über meine Gefühle. Superanstrengend der Typ. manchmal denke ich, dass solche Menschen ausprobieren ob sie wirklich geliebt werden. Aber es bringt einen an den Rand der Kräfte. Das wird aber nicht registriert. Gesagt wird mir, dass ich nicht seine Freundin bin. Also bloss keine Verantwortung. Ich frage mich ob ich verrückt geworden bin so etwas mitzumachen. Ich bin es. Mein ganzes Leben hat sich umgekrempelt seitdem ich ihn kenne. Und ich denke, dass er es eh nicht so ernst meint wie ich es meine. Er ist manchmal kalt wie ein Fisch um dann wieder warm wie eine Mutterbrust zu sein. Ich will ihn schon lange vergessen und schaffe es nicht. Liebe Grüße

Super Buchtip - gerade gefunden
Hallo Solana,

genau so ist es. Du verzweifelst, schöpfst neue Hoffnung, die wird dann wieder, wenn alles zu gut läuft, auf bestialische Weise niedergeschlagen und Du bist wieder an dem Punkt der Verzweifelung angelangt.

Zwischen Hoffnung und Bangen geht das Tag für Tag immer weiter. Und das schlimme dabei ist, dass man sich selbst schuldig fühlt. Schuldig, irgendetwas falsch gemacht zu haben, zu wenig Geduld und Verständnis zu haben.

Durch Zufall bin ich gerade bei Amazon auf das folgende Buch gestossen, dass ich mir sogleich bestellt habe: "Ich weiß nie, woran ich mit Dir bin. Wenn Männer nicht sagen, was sie wirklich meinen" (Scott Wetzler Preis: EUR 8,18 DM 16,00 ISBN 3442139767, Erscheinungsdatum 1997)

Hier die Kurzbeschreibung:

Der Liebhaber, der sich nicht festlegen will, oder der intrigante Kollege, der erst zur Beförderung gratuliert und dann "vergißt", wichtige Infos weiterzugeben, oder der chronisch unzuverlässige, unpünktliche Ehemann, der nicht verstehen will, warum sie immer "so ein Theater um Kleinigkeiten" macht - diese Typen kennt fast jede Frau aus schmerzhafter Erfahrung. Psychologen bezeichnen sie als "passiv-aggressive" Männer. Ihre latente Feindseligkeit versuchen sie durch scheinbar passives Vrhalten zu kaschieren. Was hinter diesem Muster steckt, und wie eine Frau damit umgehen kann, erläutert der Autor anhand vieler Fallbeispiele und praktischer Tips."

Wenn Du möchtest, kannst Du mir auch gerne privat mailen: 131111@gmx.de

Lieben Gruß
Lea

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