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Was tut ihr bei Hass?

9. November 2005 um 19:28

Was macht ihr wenn ihr hasst?

Euch selbst, andere, das Leben? Wie geht ihr damit um, wie kanalisiert ihr es?

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9. November 2005 um 19:34

Kommt drauf an...
..worauf ich wütend bin!!! Wenn es eine Person ist, hasse ich natürlich erstmal diese Person. Danach hasse ich mich, weil ich mal wieder auf irgendeine blöde Masche reingefallen bin und es mal wieder zu spät gemerkt habe..
Und wenns das Leben ist, tja da hasse ich dann meistens auch mich weil ich mich dann immer frage: "Anderen geht es doch auch gut und die haben teilweise viel schlimmere Probleme, also was machst du falsch??"

Was ganz gut hilft ist Sport! Sich mal so richtig auspowern. Geht bei mir aber nur, wenn ich kein bestimmtes Problem habe, sondern nur allgemein von allen möglichen Sachen abgenervt bin. Richtig laut Musik hören ist auch gut

Und wenn ein bestimmtes Problem vorliegt, einfach mal mit einer Freundin ausquatschen, bis alles gesagt worde, was einem auf dem Herzen liegt! Das tut auch immer sehr gut

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9. November 2005 um 20:31

Wehret den anfängen
hi lahood,

hass entsteht meistens dann, wenn ich etwas, das mir eigentlich überhaupt nicht gut tut zu lange aushalte oder meine aushalten zu müssen.
probleme frühzeitig anzugehen, ehe sich hass entwickeln kann ist die beste methode.
hass blockiert, lenkt energie in die falsche richtung, ist nicht lösungsorientiert.
deshalb gibts das bei mir nicht.

manndel

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9. November 2005 um 23:06

-
danke für eure bisherigen Antworten. Ich denke ich meine schon Hass, nicht Wut, Zorn oder ähnliches.
Eher den Zustand der beschreibt wenn man etwas mit jeder Faser seines Körpers vernichten will.

Ich glaube das Gefühl ensteht unter anderem wenn Zorn, Wut und Trauer keinen Weg, bzw. kein Gehör finden.

Das es nicht lösungsorientiert ist mag sein, aber ich glaube auch nicht das Menschen die das (temporär) empfinden sich das selbst aussuchen. Es geht mir nicht um politische Randgruppen, deren Inventar dieses Gefühl kultivieren um ihre Weltanschauung, bzw. inneren Unzulänglichkeiten kompensieren zu wollen.

Eher um Menschen die in Situationen geraten die enttäuschend für Sie sind, , und dann als Folge nicht änderbarer Ereignisse diesen Prozess durchlaufen.

@mandell,

das ist sicher ein guter theoretischer Ansatz. Aber ich denke bei Personen, die von diesem Zustand betroffen sind, sind die Anfänge bereits soweit zurückliegend, das man diesen nicht mehr wehren kann. Und die auslösenden Situationen im Alltag sind vielfältig. Obwohl es wahrscheinlich vom Individuum abhängt auf welche Situationen man getriggert ist.

Aber nehmen wir mal folgendes Beispiel:

Ein Mensch sehnt sich nach Nähe, Beziehung. In jedweder Form, freundschaftlich, sexuell, etc. pe pe, da er diese zwar hat/te, aber nicht aushalten kann entgehen diese ihm immer mehr. Warum? Wahrscheinlich weil in jeder Beziehung der Funke der Enttäuschung steckt. Manche Enttäuschungen sind größer, manche kleiner. Aber es gibt Situationen wo besagte Person eine Enttäuschung emotional einfach nicht verkraftet.
Das wäre nun eine Schlüsselsituation die das hier beschriebene Gefühl/Zustand auslöst.
Wie würde man deiner Meinung nach in diesem Fall den Anfängen wehren? Keine Beiehungen mehr eingehen, um sicherzugehen das keine Enttäuschung folgen wird?

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9. November 2005 um 23:54
In Antwort auf jurij_12380748

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danke für eure bisherigen Antworten. Ich denke ich meine schon Hass, nicht Wut, Zorn oder ähnliches.
Eher den Zustand der beschreibt wenn man etwas mit jeder Faser seines Körpers vernichten will.

Ich glaube das Gefühl ensteht unter anderem wenn Zorn, Wut und Trauer keinen Weg, bzw. kein Gehör finden.

Das es nicht lösungsorientiert ist mag sein, aber ich glaube auch nicht das Menschen die das (temporär) empfinden sich das selbst aussuchen. Es geht mir nicht um politische Randgruppen, deren Inventar dieses Gefühl kultivieren um ihre Weltanschauung, bzw. inneren Unzulänglichkeiten kompensieren zu wollen.

Eher um Menschen die in Situationen geraten die enttäuschend für Sie sind, , und dann als Folge nicht änderbarer Ereignisse diesen Prozess durchlaufen.

@mandell,

das ist sicher ein guter theoretischer Ansatz. Aber ich denke bei Personen, die von diesem Zustand betroffen sind, sind die Anfänge bereits soweit zurückliegend, das man diesen nicht mehr wehren kann. Und die auslösenden Situationen im Alltag sind vielfältig. Obwohl es wahrscheinlich vom Individuum abhängt auf welche Situationen man getriggert ist.

Aber nehmen wir mal folgendes Beispiel:

Ein Mensch sehnt sich nach Nähe, Beziehung. In jedweder Form, freundschaftlich, sexuell, etc. pe pe, da er diese zwar hat/te, aber nicht aushalten kann entgehen diese ihm immer mehr. Warum? Wahrscheinlich weil in jeder Beziehung der Funke der Enttäuschung steckt. Manche Enttäuschungen sind größer, manche kleiner. Aber es gibt Situationen wo besagte Person eine Enttäuschung emotional einfach nicht verkraftet.
Das wäre nun eine Schlüsselsituation die das hier beschriebene Gefühl/Zustand auslöst.
Wie würde man deiner Meinung nach in diesem Fall den Anfängen wehren? Keine Beiehungen mehr eingehen, um sicherzugehen das keine Enttäuschung folgen wird?

Hallo Lahood
Mir selber ist Hass, wie du ihn beschreibst, auch fremd.

Natürlich gibt es an sich Gründe, für die man jemanden einfach hassen könnte (oder es eben vielleicht auch tut). Ich glaube, das ist ein unheimlich starkes Gefühl. Das Problem daran ist, dass Hass nicht demjenigen schaden, den man hasst, sondern demjenigen, der hasst. Weil es ihn (oder eben sie) auffrisst. Vielleicht hilft es, sich auf sich selber zu konzentrieren und sich selber nicht schaden zu wollen? Sich selber nicht zerstören zu wollen? Die äusseren Umstände kann man ja oft einfach nicht ändern.

Ich weiss jetzt auch nicht, ob du von dir selber sprichst oder die Frage mehr allgemein meinst. Ich weiss auch nicht, ob Hass überhaupt so eine Art Gefühl ist, das irgendwo schlummert um bei Schlüsselsituationen immer wieder hervorzubrechen (wie du das ja ein wenig beschreibst in deinem Beispiel).

Eine Frau in meinem Bekanntenkreis lebt seit Monaten in einer Wolke von Hass, ich finde es richtig schlimm. Aber sie scheint offenbar nichts dagegen machen zu können, als würde ihr diese Wolke die Sicht völlig vernebeln. Meinst du vielleicht etwas Ähnliches.

Grüsse, Zora

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10. November 2005 um 7:23
In Antwort auf jurij_12380748

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danke für eure bisherigen Antworten. Ich denke ich meine schon Hass, nicht Wut, Zorn oder ähnliches.
Eher den Zustand der beschreibt wenn man etwas mit jeder Faser seines Körpers vernichten will.

Ich glaube das Gefühl ensteht unter anderem wenn Zorn, Wut und Trauer keinen Weg, bzw. kein Gehör finden.

Das es nicht lösungsorientiert ist mag sein, aber ich glaube auch nicht das Menschen die das (temporär) empfinden sich das selbst aussuchen. Es geht mir nicht um politische Randgruppen, deren Inventar dieses Gefühl kultivieren um ihre Weltanschauung, bzw. inneren Unzulänglichkeiten kompensieren zu wollen.

Eher um Menschen die in Situationen geraten die enttäuschend für Sie sind, , und dann als Folge nicht änderbarer Ereignisse diesen Prozess durchlaufen.

@mandell,

das ist sicher ein guter theoretischer Ansatz. Aber ich denke bei Personen, die von diesem Zustand betroffen sind, sind die Anfänge bereits soweit zurückliegend, das man diesen nicht mehr wehren kann. Und die auslösenden Situationen im Alltag sind vielfältig. Obwohl es wahrscheinlich vom Individuum abhängt auf welche Situationen man getriggert ist.

Aber nehmen wir mal folgendes Beispiel:

Ein Mensch sehnt sich nach Nähe, Beziehung. In jedweder Form, freundschaftlich, sexuell, etc. pe pe, da er diese zwar hat/te, aber nicht aushalten kann entgehen diese ihm immer mehr. Warum? Wahrscheinlich weil in jeder Beziehung der Funke der Enttäuschung steckt. Manche Enttäuschungen sind größer, manche kleiner. Aber es gibt Situationen wo besagte Person eine Enttäuschung emotional einfach nicht verkraftet.
Das wäre nun eine Schlüsselsituation die das hier beschriebene Gefühl/Zustand auslöst.
Wie würde man deiner Meinung nach in diesem Fall den Anfängen wehren? Keine Beiehungen mehr eingehen, um sicherzugehen das keine Enttäuschung folgen wird?

".... sind die Anfänge bereits soweit zurückliegend..."
dann sollte man die ursprüngliche situation bearbeiten und auflösen.
"auslöser" zu hassen ist ja wirklich destruktiv und sinnentleert


sparkling

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10. November 2005 um 9:30
In Antwort auf jurij_12380748

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danke für eure bisherigen Antworten. Ich denke ich meine schon Hass, nicht Wut, Zorn oder ähnliches.
Eher den Zustand der beschreibt wenn man etwas mit jeder Faser seines Körpers vernichten will.

Ich glaube das Gefühl ensteht unter anderem wenn Zorn, Wut und Trauer keinen Weg, bzw. kein Gehör finden.

Das es nicht lösungsorientiert ist mag sein, aber ich glaube auch nicht das Menschen die das (temporär) empfinden sich das selbst aussuchen. Es geht mir nicht um politische Randgruppen, deren Inventar dieses Gefühl kultivieren um ihre Weltanschauung, bzw. inneren Unzulänglichkeiten kompensieren zu wollen.

Eher um Menschen die in Situationen geraten die enttäuschend für Sie sind, , und dann als Folge nicht änderbarer Ereignisse diesen Prozess durchlaufen.

@mandell,

das ist sicher ein guter theoretischer Ansatz. Aber ich denke bei Personen, die von diesem Zustand betroffen sind, sind die Anfänge bereits soweit zurückliegend, das man diesen nicht mehr wehren kann. Und die auslösenden Situationen im Alltag sind vielfältig. Obwohl es wahrscheinlich vom Individuum abhängt auf welche Situationen man getriggert ist.

Aber nehmen wir mal folgendes Beispiel:

Ein Mensch sehnt sich nach Nähe, Beziehung. In jedweder Form, freundschaftlich, sexuell, etc. pe pe, da er diese zwar hat/te, aber nicht aushalten kann entgehen diese ihm immer mehr. Warum? Wahrscheinlich weil in jeder Beziehung der Funke der Enttäuschung steckt. Manche Enttäuschungen sind größer, manche kleiner. Aber es gibt Situationen wo besagte Person eine Enttäuschung emotional einfach nicht verkraftet.
Das wäre nun eine Schlüsselsituation die das hier beschriebene Gefühl/Zustand auslöst.
Wie würde man deiner Meinung nach in diesem Fall den Anfängen wehren? Keine Beiehungen mehr eingehen, um sicherzugehen das keine Enttäuschung folgen wird?

Nehmen wir mal an
Hallo lahood,

du wirst deine gründe haben warum du hier keine tatsächliche sondern eine theoretische situation schilderst.
du schreibst in dem beispiel, dass die person sich nähe wünsch, diese aber nicht aushalten kann.
wehret den anfängen setzt genau hier an.
wenn ich feststelle, dass ich nähe nicht aushalten kann, dann muss ich mir zunächst klar werden, womit das zusammenhängt, ob ich es abstellen kann oder zunächst damit leben muss und muss dann die beziehungen so gestalten, dass die gewünschte nähe möglich ist aber auch die benötigte distanz.
hierzu braucht es klarheit über die eigene situation und befindlichkeit weil so auch das dringend benötigte offene wort mit dem ausgesuchten partner möglich wird.
wenn der partner nämlich nicht über diese problematik bescheid weiß kann er sich auch nicht entsprechend darauf einstellen.
wenn du dich abwendest weil du gerade zu viel nähe verspürst wird dein partner verunsichert wenn er nicht weiß warum du das tust, er glaubt er mache etwas falsch und bemüht sich umsomehr, rückt dir also auf die pelle und erreicht damit das gegenteil.
du wendest dich noch weiter ab, fühlst dich bedrängt und eingeengt und wirst die beziehung zwangsläufig bald beenden.
am ende sind beide unglücklich, weil keiner weiß wieso das alles so kommen musste.
niemand ist perfekt oder macht alles richtig aber es hilft, zu wissen wo die macken sind und wie ich in welcher situation funktioniere.

manndel

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10. November 2005 um 12:54

Hass=unheimliche wut
...und die versuche ich rauszulassen, mich abzureagieren.
mnachmal schaffe ich das nur, indem ich mich irgendwie ablenke und mir sage: was immer du hasst-laß die finger davon-denn es scheint nicht gut für dich zu sein, es zerstört dich.
und dann verusche ich es zu ändern-wenn es sich ändern läßt-meine wut benutze ich dann, um zu kämpfen-und das setzt wahnsinnige energien frei.
manchmal aber kann man nicht kämpfen, weil man sich im kreis dreht, manche dinge einfach unabdingbar erscheinen-dann versuche ich das oder den zu ignorieren und mir zu sagen, hey, der ist selbst schon gestraft genug-durch was auch immer. jeder mensch hat einen oder mehrere schwachpunkte, für den du ihn insgeheim bedauern kannst.

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10. November 2005 um 14:51
In Antwort auf kaleo_12490902

Nehmen wir mal an
Hallo lahood,

du wirst deine gründe haben warum du hier keine tatsächliche sondern eine theoretische situation schilderst.
du schreibst in dem beispiel, dass die person sich nähe wünsch, diese aber nicht aushalten kann.
wehret den anfängen setzt genau hier an.
wenn ich feststelle, dass ich nähe nicht aushalten kann, dann muss ich mir zunächst klar werden, womit das zusammenhängt, ob ich es abstellen kann oder zunächst damit leben muss und muss dann die beziehungen so gestalten, dass die gewünschte nähe möglich ist aber auch die benötigte distanz.
hierzu braucht es klarheit über die eigene situation und befindlichkeit weil so auch das dringend benötigte offene wort mit dem ausgesuchten partner möglich wird.
wenn der partner nämlich nicht über diese problematik bescheid weiß kann er sich auch nicht entsprechend darauf einstellen.
wenn du dich abwendest weil du gerade zu viel nähe verspürst wird dein partner verunsichert wenn er nicht weiß warum du das tust, er glaubt er mache etwas falsch und bemüht sich umsomehr, rückt dir also auf die pelle und erreicht damit das gegenteil.
du wendest dich noch weiter ab, fühlst dich bedrängt und eingeengt und wirst die beziehung zwangsläufig bald beenden.
am ende sind beide unglücklich, weil keiner weiß wieso das alles so kommen musste.
niemand ist perfekt oder macht alles richtig aber es hilft, zu wissen wo die macken sind und wie ich in welcher situation funktioniere.

manndel

-
ja ich habe Gründe dafür.

Was du beschreibst sind leider so lange theoretische Konzepte bis sie in ihrer Umsetzung greifen. Und dabei kann ein Lebensalter bei vergehen.

Nehmen wir wieder an, besagte Person ist sich sehr bewusst (rational) welche Gründe dafür gesorgt haben das sie sich anderen Menschen gegenüber in der Distanz primär wohler fühlt als in der Nähe. Obwohl auch dieser Mensch sich nicht seiner natürlichen biologischen Sehnsucht nach Nähe entziehen kann. Nehmen wir an diese (fiktive) Person hat in sehr jungen Lebensjahren traumatische Trennungsereignisse erlebt, weitere darauffolgende Bezugspersonen haben dieses Trauma verschlimmert.

Nun ist sich diese (virtuelle) Gestalt bewusst darüber das sie im Alltag Situationen begegenet, die in ihr gewaltige Gefühlszustände auslösen können, die a) der Situation formal gerecht werden, aber b) nicht in ihrem Empfinden, da sich 2 zeitliche Ebenenen überlagern. Die geschichtliche/traumatische und die gegenwärtige.

Mit den Menschen im Umfeld zu reden ist ein Kampf gegen Windmühlen und aussichtslos. Denn es würde bedeuten das die Menschen sich bewusst verhalten und ihre Aktionen hinterfragen. Eine Vorraussetzung die in der Realität selten anzutreffen ist.

Du kannst dir sicher sehr gut vorstellen das eine Person die emotional/sozial unterversorgt wurde, ein gewaltiges, nicht mehr stillbares Bedürfniss nach Nähe hat. Auch wenn dieses Bedürfniss im Alltag mit der gewünschten Distanz wegen der immer wieder vorkommenden Enttäuschung kollidiert.

<wenn der partner nämlich nicht über diese problematik bescheid weiß kann er sich auch nicht entsprechend darauf einstellen.

Das ist leider nicht der Fall. Lies dir das Forum 'Untreue' durch.

Es ist schon ein paradoxes Phänomen, die Hände die einen erreichen wollen wegzuschlagen weil der nahende Schmerz nicht auszuhalten ist.

Der Schlüssel zu alledem sind Erwartungen. Wenn man etwas erwartet und, erwartet das es dann genauso werden muss wie es den eigenen Erwartungen entspricht. Aber dieses nicht in der Realität so stattfindet, und man selbst diesen gewaltigen Schmerz bzw. die Enttäuschung erfährt, der einen immer wieder an die Stunde 0 der ersten gewaltigen Enttäuschung im eigenen Leben die existenzgefährdend war, zurückführt, dann steht man jedesmal vor dem Nichts. Der Schwärze, dem Sog der alles in sich hineinzieht, jeden Funken Lebens aussaugend.

Nicht die Menschen um einen herum können das ändern. Als Misanthrop kann man diese Erlösung nur in sich selbst finden. Sofern genügend Energie für einen anderen Weg vorhanden ist.

Übrigens, es gibt einen Punkt an dem sich die Menschen nicht mehr bemühen. Wenn man ausdauernd genug ist wird das eines Tages stattfinden. Wenn man durch die eigenen nicht beherrschbaren Gefühle nur noch Mauern um sich aufgebaut hat, um keinen weiteren Schmerz/Enttäuschung zu erfahren.

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10. November 2005 um 15:21
In Antwort auf jurij_12380748

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ja ich habe Gründe dafür.

Was du beschreibst sind leider so lange theoretische Konzepte bis sie in ihrer Umsetzung greifen. Und dabei kann ein Lebensalter bei vergehen.

Nehmen wir wieder an, besagte Person ist sich sehr bewusst (rational) welche Gründe dafür gesorgt haben das sie sich anderen Menschen gegenüber in der Distanz primär wohler fühlt als in der Nähe. Obwohl auch dieser Mensch sich nicht seiner natürlichen biologischen Sehnsucht nach Nähe entziehen kann. Nehmen wir an diese (fiktive) Person hat in sehr jungen Lebensjahren traumatische Trennungsereignisse erlebt, weitere darauffolgende Bezugspersonen haben dieses Trauma verschlimmert.

Nun ist sich diese (virtuelle) Gestalt bewusst darüber das sie im Alltag Situationen begegenet, die in ihr gewaltige Gefühlszustände auslösen können, die a) der Situation formal gerecht werden, aber b) nicht in ihrem Empfinden, da sich 2 zeitliche Ebenenen überlagern. Die geschichtliche/traumatische und die gegenwärtige.

Mit den Menschen im Umfeld zu reden ist ein Kampf gegen Windmühlen und aussichtslos. Denn es würde bedeuten das die Menschen sich bewusst verhalten und ihre Aktionen hinterfragen. Eine Vorraussetzung die in der Realität selten anzutreffen ist.

Du kannst dir sicher sehr gut vorstellen das eine Person die emotional/sozial unterversorgt wurde, ein gewaltiges, nicht mehr stillbares Bedürfniss nach Nähe hat. Auch wenn dieses Bedürfniss im Alltag mit der gewünschten Distanz wegen der immer wieder vorkommenden Enttäuschung kollidiert.

<wenn der partner nämlich nicht über diese problematik bescheid weiß kann er sich auch nicht entsprechend darauf einstellen.

Das ist leider nicht der Fall. Lies dir das Forum 'Untreue' durch.

Es ist schon ein paradoxes Phänomen, die Hände die einen erreichen wollen wegzuschlagen weil der nahende Schmerz nicht auszuhalten ist.

Der Schlüssel zu alledem sind Erwartungen. Wenn man etwas erwartet und, erwartet das es dann genauso werden muss wie es den eigenen Erwartungen entspricht. Aber dieses nicht in der Realität so stattfindet, und man selbst diesen gewaltigen Schmerz bzw. die Enttäuschung erfährt, der einen immer wieder an die Stunde 0 der ersten gewaltigen Enttäuschung im eigenen Leben die existenzgefährdend war, zurückführt, dann steht man jedesmal vor dem Nichts. Der Schwärze, dem Sog der alles in sich hineinzieht, jeden Funken Lebens aussaugend.

Nicht die Menschen um einen herum können das ändern. Als Misanthrop kann man diese Erlösung nur in sich selbst finden. Sofern genügend Energie für einen anderen Weg vorhanden ist.

Übrigens, es gibt einen Punkt an dem sich die Menschen nicht mehr bemühen. Wenn man ausdauernd genug ist wird das eines Tages stattfinden. Wenn man durch die eigenen nicht beherrschbaren Gefühle nur noch Mauern um sich aufgebaut hat, um keinen weiteren Schmerz/Enttäuschung zu erfahren.

Lange theoretische Konzepte
Hi,

was du da beschreibst ist etwa dies:

ich bin ein armer wicht, denn ich habe etwas erlebt was mir überhaupt nicht gefallen hat, es hat weh getan.
weil ich das erlebt hab passieren bei mir heute noch dinge die ich zwar nicht will aber auch nicht verhindern kann.
damit ist enttäuschung verbunden, die das damals erlebt wiederbelebt.
und jetzt der fatale satz - ich komm da nicht raus.
du hast sehr richtig folgenden satz geschrieben:"Nicht die Menschen um einen herum können das ändern." im umkehrschluss heisst das - "ich kann das ändern" (betonung auf ich kann das)
die energie die das kostet ist die energie des ersten schrittes, die die aus dem "ich kann das" ein "ich will das" macht.
darum kann man sich nicht bemühen, das kann man nicht versuchen - das kann man nur machen. die mauern können für eine weile hilfreich sein, sie können den raum schützen in dem ich an mir arbeiten will. bleiben sie ist es resignation

manndel

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11. November 2005 um 10:35
In Antwort auf kaleo_12490902

Lange theoretische Konzepte
Hi,

was du da beschreibst ist etwa dies:

ich bin ein armer wicht, denn ich habe etwas erlebt was mir überhaupt nicht gefallen hat, es hat weh getan.
weil ich das erlebt hab passieren bei mir heute noch dinge die ich zwar nicht will aber auch nicht verhindern kann.
damit ist enttäuschung verbunden, die das damals erlebt wiederbelebt.
und jetzt der fatale satz - ich komm da nicht raus.
du hast sehr richtig folgenden satz geschrieben:"Nicht die Menschen um einen herum können das ändern." im umkehrschluss heisst das - "ich kann das ändern" (betonung auf ich kann das)
die energie die das kostet ist die energie des ersten schrittes, die die aus dem "ich kann das" ein "ich will das" macht.
darum kann man sich nicht bemühen, das kann man nicht versuchen - das kann man nur machen. die mauern können für eine weile hilfreich sein, sie können den raum schützen in dem ich an mir arbeiten will. bleiben sie ist es resignation

manndel

Hallo,
Riemann's "Grundformen der Angst" ist da sehr aufschlussreich. Er beschreibt u.a. den schizoiden Charakter, der Nähe nicht zulassen kann. Zitat Riemann: "Wenn man seine [des Schizoiden] Nähe durchbricht, kommt Hass auf."

Riemann führt diese Reaktion auf Erlebnisse in der Kindheit zurück, entweder dass dem Kind keine Möglichkeit zur Eigenentfaltung gegeben wurde, weil die Mutter es nie in Ruhe gelassen hat; oder weil das Kind zuviel sich selbst überlassen wurde. Es konnte in beiden Fällen kein richtiges Urvertrauen entwickeln und muss sich daher gegen die Menschen abschotten. Hass ist also eigentlich die Angst davor seine Individualität aufzugeben und vom Partner total vereinahmt zu werden.

Riemann sagt weiter, dass der Schizoide nur in Partnerschaften leben kann, in denen er nach wie vor genügend Freiraum hat und wo der Partner akzeptiert, dass der Schizoide diese Freiräume braucht. Leider suchen sich aber Menschen genau das, was sie selber vermissen und fühlen sich dann von Partnern angezogen, die gegenteilig sind. In diesem Fall würde der Schizoide vom Depressiven angezogen, für den Nähe sehr wichtig ist und für den der Verlust von Nähe, Angst auslöst. Eine solche Beziehung zu führen ist natürlich für den Schizoiden kaum möglich und er wird sich daher wieder überrannt fühlen und sich enttäuscht zurückziehen. Es ist dann sehr schwierig aus diesem Teufelskreislauf auszubrechen und Schizoide versuchen daher meist ohne Partner zu leben, bzw. haben nur oberflächliche Beziehungen.

Alles laut Riemann... ich fand es aber sehr interessant und mir ist vieles über mich und andere klargeworden.

LG, xeres

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11. November 2005 um 13:00

Hass wie Liebe
Heisst es nicht immer Hass und Liebe liegen eng zusammen ? Ich habe nie wirklich verstanden, was damit gemeint ist. Aber wenn man davon ausgeht, dass Gefühle im Grunde genommen nur chemische Vorgänge sind, sieht man das nicht mehr so eng.

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11. November 2005 um 21:35

Sehr schön geschrieben....
ich finde Deinen Beitrag zu dem Thema sehr schön geschrieben. Ich selber habe auch sehr viel Wut, Hass und Neid empfunden in meiner Vergangenheit. Heute muß ich sagen, daß mich diese Gefühle nichts als Nerven, Energie, Kraft, Zeit und vor allem den Verlust an die Hoffnung und den Glauben gekostet hat. Diese Gefühle sind sehr intensiv und zeigen einem das etwas nicht stimmt, dafür sind sie da. Mach Dir nicht so einen Kopf über die Anderen, sondern versuche selber Dich zu erforschen und Dich ins Gleichgewicht zu bringen.

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12. November 2005 um 8:42

Hass und so....
ganz einfach möglichst alleine bleiben und keine anderen Menschen mit meiner Laune stressen!

Manchmal hilft ein großer langer Spaziergang oder alles was mich nervt in einem langen Gedicht aufschreiben dazu höre ich dann Death Metal!

Also, bei mir funktionierst!!!
She202

PS: Früher habe ich meine Agressionen und auch Trauer an mir selber ausgelassen. Das ist definitiv keine Lösung!

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12. November 2005 um 8:54

Hass und Aggression
bei mir hängt hassoft mit agression zusammen.ich versuche mich dann erstmal abzuregen und das gelingt mir oft, wenn ich in mein zimmer gehe und meine lieblings-cd reinwerfe.ich tanze dann ausgelassen und schreie alle wut aus mir heraus...wenn dann irgendwann ein trauriges lied einsetzt fange ich manchmal an, zu weinen und das ist ebenfalls sehr befreiend...
also gibt es bei mir mehrere stufen beim abbau von hass...danach geht es mir besser und dann versuche ich, mit meinem freund oder mit einer guten freundin darüber zu reden.wenn ich meine gefühle dann wieder sortiert habe kann ich wieder klar denken.das wichtigste ist denke ich,dass du deinen hass nicht unterdrückst sondern versuchst anzunehmen und ihn herauszulassen ohne andere menschen zu belasten.danach ist es leichter das problem in klare worte zu fassen!wenn nichts hilft und wenn der hass gegen dich selbst überwiegt, empfehle ich dir,hilfe von aussen zu suchen.
lg,ROSE

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12. November 2005 um 10:30

Ich habe noch nie gehaßt
- das muß das schlimmste Gefühl sein, welches ein Mensch empfinden kann...

Ich kann das nichtmal nachvollziehen - habe also auch keine Rat, wie man damit umgehen könnte.
Ich kann mir höchstens vorstellen, daß es hilfreich sein könnte, in sich zu schauen und gut zu überlegen, warum man ein so heftiges Gefühl hat einem Menschen gegeüber, was die Gründe sind und ob es diese Person überhaupt wert ist, daß ich mir solche Gefühle "erlaube" + zulasse, daß ich mich damit "vergifte"

Dazu fällt mir immer nur folgendes ein:
"Häßlich - ich bin so häßlich, so grässlich häßlich, ich bin so häßlich - ich bin der Hass"

Phyllis

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12. November 2005 um 12:39

Seine wahren Gefühle zu zeigen...
...bedeutet doch, sich im übertragenen Sinn zu "entblößen", sich also "die Blöße" zu geben...

Und ich finde schon, daß man sich sehr gut überlegen sollte, wo und in welcher gesellschaft man das tut.
Gegenüber einer Person, die man haßt (die einen vielleicht auch haßt?) tut man sich unter Umständen keinen Gefallen, dem anderen seine Verletzlichkeit zu zeigen, oder?
Zeigst Du immer und überall Deine wahren Gefühle?

auf eine ehrliche Antwort gespannt,
Phyllis

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12. November 2005 um 12:49

Wow!
...ich weiß nicht, ob ich das gut finden oder eine Gänsehaut bekommen soll bei der Vorstellung, aber eins ist sicher: meine tief empfundene Ehrfurcht in diesem Moment gilt Dir

Phyllis, gern offen und ehrlich, auch unbequem, aber zuweilen auch mit "Contenance"

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12. November 2005 um 12:52

Hass, der aus Verzweiflung entsteht,
wenn man eine herbe Enttäuschung hinter sich hat...doch, kenne ich. Hat sich aber nach einer gewissen Zeit von selber verflüchtigt..zum Glück.

herbstlaub

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12. November 2005 um 13:02

Auch nochmal "Gefühle"...
...ich habe noch ein bißchen nachgedacht und nachgefühlt.
Ich glaube, was ich so schrecklich finde an diesen ganzen negativen Gefühlen (Eifersucht, Haß, Neid,...)ist, daß sie der Person, die diesen Gefühlen unreflektiert nachgibt, schaden.
Es sind Gefühle, die schwächen und nichts Konstruktives haben.
Ich bin ein notorisch gutgelaunter Mensch, selten unglücklich, nie depressiv...
Ich kann einfach nicht glauben, daß man erst dann ein vollkommener Mensch ist, wenn man auch diese Gefühle erfahren hat...
Mir macht die Vorstellung Angst, von einem Gefühl wie Haß getrieben zu sein und nur noch mit diesem Gefühl zu leben.
Gerade hier im Forum lese ich häufig von Menschen, deren Leben von negativen Gefühlen bestimmt wird - ich finde das erschreckend.

Phyllis

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12. November 2005 um 13:05

Der gutmensch
"Muß man den Anspruch haben, immer und jederzeit ein Gutmensch sein zu müssen?"

ja - immer gut zu sich selbst

wer gut zu sich selbst ist ist auch gur zu anderen, nicht weil er ihnen stets nach dem mund redet sondern weil er so wie er ist in seinem tun und reden als authentisch wahrgenommen wird.
und wenn meinem gegenüber meine klare und unmissverständliche haltung noch so wenig gefällt weil er sich für mich etwas anderes ausgedacht hat, so weiß er doch woran er ist - und nichts schätzen menschen mehr.

manndel

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12. November 2005 um 13:17

Klar...
ärger ich mich auch mal, aber ich lasse das nicht unbedingt und überall raus...
Zudem verfliegt er bei mir in der Regel ziemlich schnell wieder, weil ich merke, daß es mir nicht guttut, also sehe ich zu, daß ich ihn "hinter" mir lasse ...
Ich schimpfe auch schon mal, wie ein Rohrspatz, aber lieber hinter verschlossener Türe...
Eine kleine "Auto-Episode" für Dich: Ich parkte (böses Mädchen ich !) in zweiter Reihe und wollte gerade anfahren (mit Blinker!), als ein Auto (ist ne Tempo-30-Zone)an mir vorbeibrettert und dirket vor mir in die Eisen steigt - aus dem Auto springt, meine Tür aufreißt und mich anbrüllt: Du blöde Kuh - hast den Führerschein... blablabla - puterrot im Gesicht...
Meine Antwort: "Ich wäre Ihnen sehr verbunden, wenn Sie mich nicht Duzen würden, wir wurden uns noch nicht bekanntgemacht." Er *verdutztguck* - sprach- und regungslos - Ich:"Würden Sie jetzt bitte weiterfahren? Wir blockieren die Straße."

Natürlich habe ich mich geärgert - wieso sollte ich das rauslassen. Und er? Was hat es ihm gebracht, seiner Wut freien Lauf zu lassen? Ging es ihm danach besser? Geht es einem Menschen besser, wenn er jemand andern beleidigt? Ich weiß nicht - seine Wut hätte auch einen Herzinfarkt auslösen können (Bluthockdrucktyp) - die Frage ist doch immer: ist es das wert?

Phyllis wünscht auch ein schönes Wochenende

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12. November 2005 um 13:28

Eine schöne Kindheit...
...ja, aber auch nicht nur Sonnenschein - es gibt da so ein "Familientrauma", das irgendwie "kultiviert" wird bei uns.
Ich habe einfach gesehen (in der Familie - zu lange Geschichte und nicht fürs Forum geeignet - höchstens mal privat), daß es viele Menschen gibt, die ihr Leben bedauern, die sich nicht eingestehen, daß sie selbst für ihr Leben verantwortlich sind und nicht das "Schicksal" oder die "Politik" - klar, manchmal passieren Dinge einfach: politische Gegebenheiten ändern sich, Menschen begegnen einem oder verlassen einen, das Wichtigste dabei ist doch aber immer (wie Du es auch formuliert hast) was man daraus macht.
Ich möchte nicht in Selbstmitleid zerfließen, sondern nehme mein Leben in meine eignen Hände.
Wenn ich mich irgendwo falsch entscheide - gut! Dann habe ich die Chance, daraus zu lernen, und den Fehler nicht ein 2. Mal zu machen. Wenn sich äußere Umstände ändern, liegt es an mir zu entscheiden, wie ich darauf reagiere!
Ich habe immer die Wahl!
Und für mich gibt es nie NIE ein "Hände in den Schoß legen", weil das Leben so schwer ist, die Menschen böse, oder was auch immer...

Phyllis

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14. November 2005 um 15:25

Dein "aber" sehe ich ein...
... ich urteile auch nicht wirklich über Menschen, die so sind, es macht mich einfach so traurig, wenn ich sehe, wie sie sich ärgern und wie sie hassen und üpber all diese negativen Gefühle das Schöne nicht mehr sehen können, und schon gar nicht mehr, das nur sie es in der Hand haben, sich wieder gut zu fühlen.
Den "Indianerspruch" versuche ich eigentlich immer zu beherzigen, jedohc glaube ich, daß man - mit der Distanz - Dinge manchmal klarer sieht, als jemand, der mitten im "Gefühlsschlamassel" hockt, und ihm dann auch ruhig mal "vor den Latz knallen" darf, daß nur er selbst seinen Hintern hochkriegen und die Sonne scheinen lassen kann ...

Lieben Gruß
Phyllis

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15. November 2005 um 0:02

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@mietnomadin

ich danke dir für deinen sehr weisen Beitrag.

Das Problem ist die Destruktivität, das Aushalten dieses Zustandes. Und das in allen möglichen Situtionen dieses Gefühl entstehen kann. Abgesehen von der ungeheuren zerstörischen Kraft, die sich selbst Öl ins brennende Feuer dazugiesst, durch das Bewusstsein der eigenen Ohnmacht in diesen Augenblicken, steht auch immer wieder das große Fragezeichen wie Menschen manchmal das tun können was sie eben tun.

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15. November 2005 um 0:07

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@brooke

2 Dinge.

1. Wenn jemand in der Umgebung ist der weint, dann frage ich mich schon was der Grund dafür sein kann. Ist etwas passiert, etwas schlimmes draussen ausserhalb der Wohnungstür? Gerade wenn jemand außerhalb der Wohnung so etwas zeigt würde ich spontan denken das etwas außerhalb passiert ist und mich angesprochen fühlen nachzufragen um eventuell zu intervenieren.

2. Stell dir eine Situation vor wo jemand ein Gefühl hat, sei es Trauer, Wut, Hass, und er dieses Gefühl, obwohl es vorhanden ist negieren will. Sei es weil er sich bewusst darüber ist das dieses Gefühl nur zum Teil aus der Gegenwart kommt, sei es weil er dieses Gefühl nicht fühlen will weil es noch ohnmächtiger macht als es eh schon ist.

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15. November 2005 um 0:18
In Antwort auf kaleo_12490902

Der gutmensch
"Muß man den Anspruch haben, immer und jederzeit ein Gutmensch sein zu müssen?"

ja - immer gut zu sich selbst

wer gut zu sich selbst ist ist auch gur zu anderen, nicht weil er ihnen stets nach dem mund redet sondern weil er so wie er ist in seinem tun und reden als authentisch wahrgenommen wird.
und wenn meinem gegenüber meine klare und unmissverständliche haltung noch so wenig gefällt weil er sich für mich etwas anderes ausgedacht hat, so weiß er doch woran er ist - und nichts schätzen menschen mehr.

manndel

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@manndel,

ich verstehe was du damit sagen willst, aber das funktioniert so halt nicht immer bei allen Menschen. Denn das bedeutet das die Gefühle die du den Menschen in einer Situation gegenüber bringst aus dem Jetzt kommen. Wenn das nicht der Fall ist und eine Vermischung stattfindet weil es anders nicht geht, wird der andere das weder schätzen, noch bringt das einen selber vorwärts.

Und trotzdem steht man vor der Situation im Hier und Jetzt Gefühlen konfrontiert zu sein deren Anlass zwar als erste Reaktion vollkommen berechtigt sind, deren Auswirkungen aber, wegen der emotionalen Durchmischung , in keinster Weise in Ordnung sind. Primär für die Person die selbst diese Gefühle erleben muss, sekundär die Aussenwelt die natürlich wegen der nicht nachvollziehbaren Eindrücke auf sie verständnislos reagiert.

Eine Zwickmühle, man kann nicht so sein wie man ist.

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15. November 2005 um 0:24
In Antwort auf leta_12706627

Auch nochmal "Gefühle"...
...ich habe noch ein bißchen nachgedacht und nachgefühlt.
Ich glaube, was ich so schrecklich finde an diesen ganzen negativen Gefühlen (Eifersucht, Haß, Neid,...)ist, daß sie der Person, die diesen Gefühlen unreflektiert nachgibt, schaden.
Es sind Gefühle, die schwächen und nichts Konstruktives haben.
Ich bin ein notorisch gutgelaunter Mensch, selten unglücklich, nie depressiv...
Ich kann einfach nicht glauben, daß man erst dann ein vollkommener Mensch ist, wenn man auch diese Gefühle erfahren hat...
Mir macht die Vorstellung Angst, von einem Gefühl wie Haß getrieben zu sein und nur noch mit diesem Gefühl zu leben.
Gerade hier im Forum lese ich häufig von Menschen, deren Leben von negativen Gefühlen bestimmt wird - ich finde das erschreckend.

Phyllis

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@phyllis3

es ist gut das du das erschreckend findest. Es ist die Hölle, jeden Augenblick lang. Aber versuche dir vorzustellen wenn du Jahrzehnte deines Lebens mit diesen Gefühlen konfrontiert wirst, wie du dann eines Tages, weil du keine Kraft mehr hast, weil deine Interpretation der Welt immer nur in die eine Richtung verläuft, anfängst aufzugeben. Dich nicht mehr zu wehren, auch wenn es destruktiv ist. Obwohl ich ehrlich sagen muss das ich nicht sicher bin ob es wirklich nur destruktiv ist. Leben ist Aggression und Zerstörung. Ohne Zerstörung ist kein Platz für Neues.

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15. November 2005 um 0:30
In Antwort auf leta_12706627

Eine schöne Kindheit...
...ja, aber auch nicht nur Sonnenschein - es gibt da so ein "Familientrauma", das irgendwie "kultiviert" wird bei uns.
Ich habe einfach gesehen (in der Familie - zu lange Geschichte und nicht fürs Forum geeignet - höchstens mal privat), daß es viele Menschen gibt, die ihr Leben bedauern, die sich nicht eingestehen, daß sie selbst für ihr Leben verantwortlich sind und nicht das "Schicksal" oder die "Politik" - klar, manchmal passieren Dinge einfach: politische Gegebenheiten ändern sich, Menschen begegnen einem oder verlassen einen, das Wichtigste dabei ist doch aber immer (wie Du es auch formuliert hast) was man daraus macht.
Ich möchte nicht in Selbstmitleid zerfließen, sondern nehme mein Leben in meine eignen Hände.
Wenn ich mich irgendwo falsch entscheide - gut! Dann habe ich die Chance, daraus zu lernen, und den Fehler nicht ein 2. Mal zu machen. Wenn sich äußere Umstände ändern, liegt es an mir zu entscheiden, wie ich darauf reagiere!
Ich habe immer die Wahl!
Und für mich gibt es nie NIE ein "Hände in den Schoß legen", weil das Leben so schwer ist, die Menschen böse, oder was auch immer...

Phyllis

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@phyllis3

dann nochmal. Auch wenn es für dich nicht nachvollziehbar ist. Es gibt Menschen denen ist es nicht so einfach gegeben zu handeln. Warum? Unter Umständen weil sie immer wieder in emotionale Zustände geraten, die für sie existenziell lebensdrohend sind. Das bedeutet im Klartext soviel das sie um ihr Überleben kämpfen, versuchen nur diesen Zustand zu überleben.

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15. November 2005 um 0:46

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ich glaube du verstehst nicht.

Es geht nicht darum ob Haß etwas bringt. Es geht darum wie er entsteht und wie man damit umgehen lernt.

Ich zeige dir ein Beispiel:

Person A wurde in kleinster Kindheit misshandelt, das spätere Leben wurde in der Entwicklung nicht positiver gefördert.

Person A ist nun in einem erwachsenen Alter, deiner Meinung nach müsste sich diese Person zivilisert verhalten, obwohl die inneren Traumatas noch nicht verarbeitet sind.
Nun gerät Person A in einen Konflikt mit Person B. Das es genügend Situationen gibt wo Menschen ungerecht behandelt werden, gemobbt, teilweise wirklich verletzend, ich denke darüber müssen wir nicht diskutieren. Nun stell dir Person A vor, die genau so eine Behandlung im Jetzt erfährt, immer noch mit dem emotionalen Traumata belastet.

Nun kannst du über Sollzustände über unsere Zivilisation reden, glaube mir das was hinter verschlossenen Wohnungen passiert ist oft grausamer als man sich vorstellen kann. Berichte über die verwahrloste und gestorbene Jessica in Hamburg, die gerade auf einem Dachboden gefundenen verwahrlosten Kindern. Willst du denen auch erzählen das ein zivilsierter Mensch seine Gefühle im Griff haben müsste?

Sind diese Menschen weil sie nicht in einer zivilsierten Umgebung unverschuldet aufgewachen sind, selber später unzivilisiert? Und wenn ja, kannst du dich als Richter auftun und darüber urteilen wie sie mit diesen schrecklichen Ereignissen deiner Meinung nach umgehen sollen wenn sie das Leben und sich selbst unter Umständen, und zu Recht hassen weil sie von deiner zivilisierten Gesellschaft nicht gerettet worden sind?

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15. November 2005 um 0:58

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Familienaufstellung habe ich bereits überlegt, werde aber, wenn ich wieder die Kraft/Hoffnung finde erst andere Wege gehen.

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15. November 2005 um 1:00
In Antwort auf sonnie_12575740

Hass wie Liebe
Heisst es nicht immer Hass und Liebe liegen eng zusammen ? Ich habe nie wirklich verstanden, was damit gemeint ist. Aber wenn man davon ausgeht, dass Gefühle im Grunde genommen nur chemische Vorgänge sind, sieht man das nicht mehr so eng.

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das mit den chemischen Vorgängen kann und will ich weder verneinen, noch bejahen.

Ich glaube die Aussage das Hass und Liebe eng beieinander liegen hat damit zu tun das Hass häufig fehlgeleitete Liebe ist.

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15. November 2005 um 1:03

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<Mauern niederreissen

Das zu schreiben und das zu tun sind in der Realität 2 Welten.

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15. November 2005 um 1:06
In Antwort auf zera_12686858

Hallo,
Riemann's "Grundformen der Angst" ist da sehr aufschlussreich. Er beschreibt u.a. den schizoiden Charakter, der Nähe nicht zulassen kann. Zitat Riemann: "Wenn man seine [des Schizoiden] Nähe durchbricht, kommt Hass auf."

Riemann führt diese Reaktion auf Erlebnisse in der Kindheit zurück, entweder dass dem Kind keine Möglichkeit zur Eigenentfaltung gegeben wurde, weil die Mutter es nie in Ruhe gelassen hat; oder weil das Kind zuviel sich selbst überlassen wurde. Es konnte in beiden Fällen kein richtiges Urvertrauen entwickeln und muss sich daher gegen die Menschen abschotten. Hass ist also eigentlich die Angst davor seine Individualität aufzugeben und vom Partner total vereinahmt zu werden.

Riemann sagt weiter, dass der Schizoide nur in Partnerschaften leben kann, in denen er nach wie vor genügend Freiraum hat und wo der Partner akzeptiert, dass der Schizoide diese Freiräume braucht. Leider suchen sich aber Menschen genau das, was sie selber vermissen und fühlen sich dann von Partnern angezogen, die gegenteilig sind. In diesem Fall würde der Schizoide vom Depressiven angezogen, für den Nähe sehr wichtig ist und für den der Verlust von Nähe, Angst auslöst. Eine solche Beziehung zu führen ist natürlich für den Schizoiden kaum möglich und er wird sich daher wieder überrannt fühlen und sich enttäuscht zurückziehen. Es ist dann sehr schwierig aus diesem Teufelskreislauf auszubrechen und Schizoide versuchen daher meist ohne Partner zu leben, bzw. haben nur oberflächliche Beziehungen.

Alles laut Riemann... ich fand es aber sehr interessant und mir ist vieles über mich und andere klargeworden.

LG, xeres

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@xeres

er kann Nähe nicht zulassen weil er die Verletzung einer Enttäuschung nicht aushält.

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15. November 2005 um 8:58
In Antwort auf jurij_12380748

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@manndel,

ich verstehe was du damit sagen willst, aber das funktioniert so halt nicht immer bei allen Menschen. Denn das bedeutet das die Gefühle die du den Menschen in einer Situation gegenüber bringst aus dem Jetzt kommen. Wenn das nicht der Fall ist und eine Vermischung stattfindet weil es anders nicht geht, wird der andere das weder schätzen, noch bringt das einen selber vorwärts.

Und trotzdem steht man vor der Situation im Hier und Jetzt Gefühlen konfrontiert zu sein deren Anlass zwar als erste Reaktion vollkommen berechtigt sind, deren Auswirkungen aber, wegen der emotionalen Durchmischung , in keinster Weise in Ordnung sind. Primär für die Person die selbst diese Gefühle erleben muss, sekundär die Aussenwelt die natürlich wegen der nicht nachvollziehbaren Eindrücke auf sie verständnislos reagiert.

Eine Zwickmühle, man kann nicht so sein wie man ist.

Man kann nicht so sein wie man ist.
Hallo lahood,

ich habe schon länger das gefühl, dass du gerne über etwas sprechen möchtest ohne es ausdrücklich zu sagen.
ich verstehe auch, dass du das was du eigentich sagen willst auf dieser plattform nicht zum ausdruck bringen möchtest.
gleichwohl beginnt die auseinandersetzung mit der eigenen schweirigen psychischen situation damit die dinge beim namen zu nennen.
ich mpöchte dich daher ermutigen, dir nach den vielen beiträgen hier, die dich auch etwas näher an den punkt gebracht haben, eine weitere plattform zu suchen, auf der du nicht um den heißen brei herum reden musst.

der weg aus der (zwick)mühle beginnt mit dem schritt vor die tür

manndel

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15. November 2005 um 10:17

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@mietnomadin

danke, die Seite hatte ich mir vor ein paar Tagen bereits angeschaut, aber vielleicht kennen andere sie ja noch nicht.

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15. November 2005 um 10:29
In Antwort auf kaleo_12490902

Man kann nicht so sein wie man ist.
Hallo lahood,

ich habe schon länger das gefühl, dass du gerne über etwas sprechen möchtest ohne es ausdrücklich zu sagen.
ich verstehe auch, dass du das was du eigentich sagen willst auf dieser plattform nicht zum ausdruck bringen möchtest.
gleichwohl beginnt die auseinandersetzung mit der eigenen schweirigen psychischen situation damit die dinge beim namen zu nennen.
ich mpöchte dich daher ermutigen, dir nach den vielen beiträgen hier, die dich auch etwas näher an den punkt gebracht haben, eine weitere plattform zu suchen, auf der du nicht um den heißen brei herum reden musst.

der weg aus der (zwick)mühle beginnt mit dem schritt vor die tür

manndel

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@manndel,

danke für deinen Ratschlag, aber ich bin ganz bewusst hier zur Zeit. Und ob ich um den heissen Brei herumrede sei dahingestellt. Vielleicht versuche ich auch nur einen gewissen Abstand zu wahren um mir selbst über einiges im Klaren zu werden, denn in der Distanz sieht man einiges klarer und versteht die Komplexheit unter Umständen etwas besser. Und du darfst mir glauben, ich habe bereits in der Vergangenheit die in diesen Fällen üblichen Plattformen besucht. Besser vielleicht, aber noch Welten davon entfernt nur ansatzweise da zu stehen wo ein Mensch stehen sollte um ein liebevolles Leben zu leben.

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15. November 2005 um 10:42

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@neuertag,

natürlich, wenn man es schafft die Konsequenzen seiner Vergangenheit hinter sich zu lassen, sich selbst mit seiner Geschichte aussöhnen kann, wird das denke ich auch so sein.

Aber die Vorgänge im Leben sind leider selten so gradlinig, das man von einem Erfolg auf den nächsten aufsetzen kann. Es kommen immer wieder Ereignisse die einen dann an einen Punkt zurückstossen den man schon jahrelang überwunden geglaubt hat.

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15. November 2005 um 13:54
In Antwort auf jurij_12380748

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@xeres

er kann Nähe nicht zulassen weil er die Verletzung einer Enttäuschung nicht aushält.

Nun,
das steht ja nun nicht unbedingt im Widerspruch zu dem, was ich geschrieben habe. Aber vielleicht habe ich in meiner Zusammenfassung von Riemann auch alles etwas zu kurz wiedergegeben.

Wie ich bereits geschrieben hatte, haben Schizoide nie richtig Vertrauen zu anderen entwickeln können. Und die Erfahrungen, die sie mit Mitmenschen machen, sind für sie meist enttäuschend. Denn da es für einen Schizoiden so schwierig ist, Vertrauen zu einem Partner aufzubauen, fällt es ihm ja so schwer Nähe zuzulassen. Und welcher Partner hat dafür Verständnis, wenn der Schizoide sich plötzlich in sich zurückzieht und auf Distanz geht? Der Partner wird entweder versuchen, Nähe zu suchen (was der Schizoide gerade nicht aushält) bzw. seinerseits auf Distanz gehen (dann fühlt sich der Schizoide aber darin bestätigt, dass er ja anderen nicht vertrauen kann). Dann kommt es zu dem Teufelskreislauf, den ich oben schon beschrieben habe.

Sorry, ist irgendwie nicht so leicht Riemann aus dem Kopf wiederzugeben, aber ich hoffe, dass es trotzdem verständlich ist und Dir etwas weiterhilft.

LG, xeres

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15. November 2005 um 14:15

Voilà, nach Riemann:
Der Schizoide und die Liebe
Auf Grund der Distanz, die der Schizoide um sich herum aufgebaut hat, ist es leicht zu verstehen, dass er wohl zu dem am wenigsten liebesfähigen Typ gehört. Besonders Entwicklungsschritte, in denen wir auf mitmenschlichen Kontakt angewiesen sind oder sogar dazu gezwungen werden, sind bei ihm mit Problemen behaftet.

Diese Reihe von Entwicklungsschritten fängt an mit dem Kindergarten. Ein paar Jahre später kommt die Einschulung, mit der eine lange Zeit des "Sich-Integrieren-Müssens" beginnt. Ebenso die Pubertät und die zur partnerschaftlichen Beziehungen drängende Nachpubertät. Aber natürlich auch die Ausbildung und später die Anstellung in einem Unternehmen. Alle diese Umbrüche lassen den Schizoiden in Situationen geraten, wo seine Distanz überschritten wird und somit eine Bedrohung entsteht.

Wenn ein Kleinkind auffällig wird und unter Kontaktschwierigkeiten leidet, sollten die Eltern dies erkennen und so gut es geht "gegensteuern".

Für den Schizoiden sind alle Dinge, die besondere Liebesfähigkeit erfordern, unausstehlich. Es fehlen ihm auf Grund seiner Kontaktarmut und den unterentwickelten Emotionen die Möglichkeiten, um einen Partner zu werben oder ihm zu schmeicheln - ihm das Gefühl zu geben, geliebt zu werden.

So wählt er auch seine Beziehungen mit dem Verstand aus und lässt sich meistens auf sogenannte Vernunft- oder rein sexuelle Beziehungen ein. Diese sind leicht austauschbar und er gerät niemals in die Abhängigkeit einer wirklichen Liebe. Er kann so auch emotionale Zuneigung abwehren, die ihm zuwider ist. Abwehrmöglichkeiten gehen oft ins Zynische, die den Partner verletzen werden.

In einer Beziehung steht er in einer Ambivalenz zwischen Liebe und Hass gegenüber dem Partner. Auf der einen Seite wünscht er sich nichts sehnlicher, als zu lieben und geliebt zu werden. Kommt der Partner ihm aber dadurch zu Nahe und greift seinen Schutzkreis an, kann er ihn regelrecht hassen.

Typisch sind immer wieder geforderte Liebesbeweise. So denkt er sich: "Wenn mein Partner trotz meines schlechten Verhaltens bei mir bleibt, so liebt er mich wirklich". Diese Bewährungsproben können dann von ihm haarscharf analysiert werden. Kommen Liebesbeweise von alleine, so deutet er sie oft in diabolischer Weise um: "Hast du ein schlechtes Gewissen? Musst du etwas gut mach?"

Durch seine Verhaltensweisen zerstört der Schizoide regelrecht alle Liebesbereitschaft des Anderen. Wird er dann verlassen oder reagiert der Partner hierauf angemessen, kann der Schizoide seinen Triumph auskosten: "Jetzt kommt dein wahres Wesen zum Vorschein" - ohne jedoch zu beachten, dass er selbst derjenige war, der den Partner soweit gebracht hat.

Bei der Gefühlskälte eines extrem Schizoiden wird die Grenze zu Lustmord und Vergewaltigung schmal. Die Gefahr geht durch eine Abspaltung der Triebseite von den Gefühlen aus. Sie wird einerseits ausgeblendet, kann aber jederzeit und unberechenbar wieder hervorkommen.

So geschieht es auch nicht selten, dass sich eine schizoide Persönlichkeit sexuelle Ersatzobjekte sucht, denen sie keine Liebe entgegenbringen muss und die auch ihn nicht lieben. Dazu gehört auch Selbstbefriedigung.

Menschen, die eine so stark verkümmerte Gefühlseite haben, sind häufig auf anderen Feldern hoch differenziert, jedoch sexuell infantil geblieben. Eine Partnerwahl fällt häufig auf Jugendliche und kindliche Personen, da diese seinem Entwicklungsstand der Gefühlsseite her entsprechen.

Manchmal schlägt die Unfähigkeit zum zwischenmenschlichen Kontakt um in extreme Eifersucht, die bis zum Wahn gehen kann. Hier wird das Verhalten des Anderen umgedeutet und wie schon oben erwähnt, jegliche Liebesfähigkeit des Partners zerstört. Er erkennt sehr wohl, dass er nicht liebenswürdig ist, handelt dann aber aus dem Motiv heraus: "Wenn ich schon nicht geliebt werde, dann wenigstens kein anderer."

Mit der Zeit entwickelt sich eine Enttäuschungsprophylaxe, so dass Beziehungen von Anfang an zum Scheitern verurteilt werden. Durch so ein misstrauisches Verhalten schafft er es nicht, Vertrauen zu entwickeln.

Bei schizoiden Männern, denen früh ihre Mutter gefehlt hat, trifft man häufig auf Beziehungen zu älteren Frauen. Diese haben noch die "mütterlichen" Qualitäten - sie können Liebe geben ohne direkt etwas erwarten zu müssen.

Auch Neigungen zum eigenen Geschlecht sind für den Schizoiden nicht ungewöhnlich oder ein Mann sucht sich z.B. eine sehr männliche Partnerin.

siehe: http://riemann.unkommerziell.info/

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15. November 2005 um 18:18

Hallo Lahood,
hass ist eine sehr vielschichtige Angelegenheit und vielen ist gar nicht bewusst, wie sehr sie hassen.

Wenn ich es genau betrachte und ergründe, richtet sich mein Hass auf andere, immer auf mich selber. Ich kann so nicht sagen, dass ich einen Menschen abgrundtief hasse. Er nervt mich eher ! Denn wenn ich ihn offen hassen würde, würde ich ihm ja zeigen, dass ich etwas für ihn empfinden würde. Also ignoriere ich ihn.

Damit tue ich mir selber aber keinen Gefallen, weil ich mir selber, in irgendeiner Form, nicht gut tue. Ich rauche sehr viel und esse in solchen Phasen sehr willkürlich oder mache sonstiges, was mir nicht gut tut.

Mittlerweile habe ich diesen Mechanismus für mich erkannt und bin dabei es zu kanalisieren. Aber zwischen dem Erkennen und der Umsetzung klafft es noch sehr weit auseinander.

Aber ich merke, dass es langsam aber sicher besser wird.

Liebe Grüße

Erdbeermarmelade

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16. November 2005 um 8:55

Maldazwischenquetsch - if I may...
...vielleicht ist es tatsächlich so, daß das Wort Hass zu vorschnell benutzt wird, daß man sagt, man haßt jemanden, auf den man -genauer betrachtet- bloß ne saftige Wut hat...
Klar - Wut hab ich auch schon empfunden, aber diese als Haß zu bezeichnen, oder (wenn man sie nicht als Gefühl definiert, sondern als eine Variante des Umgangs mit aggressiven Gefühlen, oder Gefühlen des Ausgeliefertseines oder der Ohnmacht)sie in Form von Haß "auszudrücken"...?
Das ist meiner Ansicht nach doch ein wenig "too much", oder etwa nicht?

Ich glaube nicht wirklich, daß Du Innereien haßt, denn sie sind durchaus sehr nützlich - ich selbst benutze sie regelmäßig - Du siehst sie vielleicht nicht gern auf Deinem Teller - ekelst Dich vor Geschmack, Geruch und Aussehen, aber Haß, blinder, zetstörender Haß ist das doch nicht?
Ich finde, daß ebenso wie das Wort Haß auch das Wort Liebe ein wenig zu "universell" eingesetzt wird (kam der "Schwapp" aus USA, die alles und jeden lieben?)
Ich liebe Kartoffeln nicht, habe keine gefühlsmäßige Bindung zu ihnen, nehme sie ungern mit in mein Bett (höchstens mal als Wickel bei Erkältung), habe nie das Bedürfnis, sie zärtlich zu berühren und mit ihnen zu sprechen...
Ich hab sie bestensfalls "zum Fressen gern"!

Phyllis

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16. November 2005 um 9:32

Rückmeldung an lahood
guten morgen,

du hast auf deine frage hier eine menge antworten bekommen und hast dir die mühe gemacht diese auch zu kommentieren.
dafür danke ich dir.
der fehlende dialog mit den fragenden lässt die schreibenden hier oft im regen stehen. - schade eigentlich.
dein thread hat für dich sicher eine bedeutung gehabt, ob dadurch auch bewegung in deine ursprungsproblematik gekommen ist wirst du selbst am besten merken.
nichts muss so bleiben wie es ist, du kannst alles verändern, du allein.
auch wenn du dir hilfe holst wozu ich dich ermutigen möchte - die veränderung kommt immer und ausschließlich aus dir.

manndel

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16. November 2005 um 9:56

Ich hatte neulich Kartoffeln...
...mit wunderschönen Augen

Ich nehme an, Du kennst "When Harry met Sally" ...
es gibt da eine Szene, ziemlich zu Anfang, in der Harry Sally vorwirft, keine "dark side" zu haben. "Don't you have a dark side? I know, you're probably one of those cheerful people who dot their "i's" with little hearts"
Ich glaube, mir gehts da wie ihr, ich glaube nicht, daß ich oberflächlicher empfinde, nur weil ich "basically a happy person" bin, um nochmal den Film zu zitieren...
(vielleicht meintest Du das ja gar nicht so, aber es passiert schon mal, daß ich mir regelrecht minderbemittelt vorkomme, weil ich nie depressiv war, oder an "Verstimmungen" leide im Herbst - sogar auf meine "Heultage" nach den Geburten habe ich vergeblich gewartet )

Schade eigentlich: MN zerlegt mit Doppelaxt das Mobiliar... Vielleicht haben wir da was verpaßt

Ach und eigentlich bin ich ganz froh, weder "Lungenstrudel", noch "Nierenpastete" und auch noch keinen "Milzauflauf" kennengelernt zu haben...
(eher zartbesaitet bin, was rohes Fleich und/oder Fleisch- und Innereien-Mischmasch angeht)

LG Phyllis

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16. November 2005 um 18:55

Was macht ihr bei hass
ich hab mir ein boxsack gekauft, und meine schwester ist 18, die kommt fast jeden tag in mein zimmer nur um ein bisschen wut rauszulassen, am besten nicht in dir die wut verstauen!!!

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20. November 2005 um 19:04

Ich muss auch sagen..
..dass ich eigentlich noch nie so wirklich gehasst habe! vielleicht in bestimmten situationen eine gewisse person, aber bestimmt nicht dauerhaft oder permanent! wenn ich einmal hassgefühle hatte, habe ich immer mein kopfkissen aufgeschüttelt und dann mit aller kraft darauf eingedroschen, dass das bett wackelte!!

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20. November 2005 um 19:14

sofern die Boxhandschuhe unauffindbar sind ,
renne ich ein,zwei Stunden mit meinem großen Hund über den Acker,pumpe die Lungen voll Oxygen und versuche,auf andere Gedanken zu kommen

Ansonsten- ablenken oder den Grund -ermorden :-0 ??)

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