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Was soll man von Menschen halten, die private Kontakte jeder Art vermeiden?

20. Oktober 2006 um 2:24

Diese Frage stelle ich mir, weil es bei mir so ist. Mich interessiert, was andere dazu meinen.
Ich bin 38 und hatte noch nie eine Beziehung. Es liegt daran, dass ich in meinem Leben vermeide, zu irgendjemanden eine persönliche Beziehung zu knüpfen. Warum das so ist, weiß ich nicht. Ganz im Gegensatz dazu bin ich beruflich sehr erfolgreich, schnelle Karriere nach dem Studium etc. Mein Wissen ist bei den Kollegen geschätzt und gefragt und im Arbeitsleben bin ich ein sehr kommunikativer Mensch und recht beliebt. Ich sehe auch gut aus, mache viel Sport ... also keine Probleme von dieser Seite.
Aber neben dem Job gibt es nichts und niemanden. Ich habe mich irgendwie seit Jahren mit einem Zustand völliger Einsamkeit abgefunden und sehe keine Möglichkeit daraus zu kommen. Ich würde niemals eine Frau ansprechen; schüchtern bin ich aber nicht, das wäre der falsche Begriff. Es ist irgrendwie eine innere Barriere, die mir sagt, "belästige bloß die hübsche Frau nicht mit einer dummen Anmache". Ich komme über diese Klippe nicht hinweg, darum bin ich allein, beschäftige mich in meiner Freizeit mit Börsenspekulation, Radfahren, Joggen und Ornithologie. Und da ich schon so lange allein bin, wird meine Distanz zum eigentlichen Leben immer größer. Es ist sehr schmerzhaft zu wissen, dass man völlig allein ist, aber ich weiß, dass sich daran nichts ändern wird. Vielleicht bin ich ja ein gar nicht so seltenes Phänomen des anonymen Großstadtlebens. Ich weiß es nicht.


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20. Oktober 2006 um 8:51

Hallo
ich würde auch sagen: Du kommst vielseitig und interessant rüber. Viele Frauen wären bestimmt froh, wenn Du sie "belästigst". Hast Du schlechte Erfahrungen gemacht?

Besteht nicht die Chance, dass unter den Frauen, die Du schon kennst, also beruflich wohl vor allem, eine ist, die Du interessierst?

Mensch, ich find das so schade,der Text wirkt sympathisch.

Alles Gute.

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20. Oktober 2006 um 9:28

Hallo berti81
Deine Ausgangsfrage,"Was soll man von Menschen halten, die private Kontakte jeder Art Vermeiden?" kann ich pauschal nicht beantworten.
Ich würde mir denken, dass der jenige wohl ein Proplem, hat Nähe zu zulassen.
Dahinter wird wahrscheinlich die Angst vor Ablehnung stehn.
Dein Zitat: "Beläßtige bloß die hübsche Frau nicht mit einer DUMMEN Anmache"
Vielleicht sind deine Ansichten von dumm, für eine andere Person garnicht so dumm!
Du hast gemeint, es ist keine Schüchternheit,aber ich gaube das es doch eine Form von Schüchternheit ist.

Folgende Definition:
"Schüchternheit ist eine Charaktereigenschaft, bei der man die betroffene Person als scheu, zurückhaltend, etwas ängstlich und auch zum Teil gehemmt bezeichnen kann.
Ein schüchterner Mensch scheut oft auch davor zurück, soziale Kontakte mit anderen Mitmenschen zu knüpfen. Diese Art Hemmschwelle kann genetisch bedingt sein oder auch aus sozialen Ängsten resultieren. Schüchterne Menschen leben in der ständigen Angst, negativ beurteilt zu werden. Sie kommen sich vor wie auf einer Bühne und empfinden ihre Mitmenschen als Publikum, das sie fortwährend kritisch beobachtet. Dadurch sind sie meist zaghaft und vorsichtig, weisen ansonsten aber keinerlei Defizite bezüglich ihrer Kommunikation mit anderen Mitmenschen auf (besonders mit ihnen besser bekannten Personen z. B. Freunde oder Familienmitglieder)".

Wenn ich deinen Beitrag richtig verstanden habe, hast du auch keine Freunde mit denen du darüber reden kannst, oder doch!?
Aber es ist schon ein positives Zeichen, das du hier darüber schreibst!

Was das Großstadtleben angeht muß ich sagen, dass es für mich in der Großstadt einfacher war Leute kennen zu lernen.
Wenn es nicht gepasst hat, sah man sich nicht so schnell wieder und wenn nur flüchtig. Es konnte mir egal sein, ob man mich mag oder nicht. Ich hatte ja nichts zu verlieren, weil ich ja eh niemanden kannte.

Ich würde mir an deiner Stelle mal ganz fest vornehmen jemanden anzusprechen. Vielleicht auch einfach mal einen Mann, den du ständig beim Joggen siehst. Wenn du erstmal jemanden kennst, kannst du entscheiden den Kontakt zu vertiefen.
Ich habe eine gute Freundin bei meiner morgendlichen Zugfahrt zur Arbeit kennen gelernt. Wir hatten den selben Weg und saßen uns anfangs immer schweigend gegenüber, bis ich sie einfach mal nach ihrer Arbeitstelle gefragt hatte. Von diesem Tage an, haben wir morgens vor quassellei fast unsere Haltestelle verpasst. Ein privater Kontakt kam so ca.nach vier Wochen zustande. Durch diese Bekanntschaft habe ich damals sehr viele Menschen kennen gelernt (auch vom anderen Geschlecht) und habe es nicht bereuht.
Leider lebe ich jetzt auf dem Lande und es ist für mich HIER fast unmöglich Leute kennnen zu lernen, weil die hier eine eingeschworene Gemeinschaft sind und Zugezogene nicht mit offenen Armen aufnehmen!

Etwas hätte ich noch zum überdenken....
Wenn du wirklich unter deiner Einsamkeit leidest, wende dich an deinem Hausarzt und frage ihn, ob es Möglichkeiten gibt, dein Problem anzugehen. Er wird dir wahrscheinlich einen Psychologen anraten und eine Therapie zu machen. Je nach Art (Einzel-oder Gruppentherapie) lernst du auch Menschen kennen, die evtl. das selbe Problem haben. Dadurch kommen häufig auch private Kontakte zustande!

alle Gute

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20. Oktober 2006 um 9:51

Das
stimmt, in der Großstadt ist alles anonym du bist nur eine Nummer unter vielen, keinen interessiert was du tust, das stimmt schon. Es ist sehr schwierig da Kontakte zu knüpfen, aber nicht unmöglich

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20. Oktober 2006 um 10:11

Identifikation durch Beruf...
Hallo Berti,

in mir ist der Eindruck beim Lesen Deines Beitrags entstanden, als dass Du dir Deine Lebensinhalte durch die Arbeit auffüllst. Die Kommunikation auf der Arbeit ist relativ einfach, besonders wenn man Fürhungskraft oder Spezialist ist (niemand kann Dir aus dem Weg gehen).

Private Kontakte führen jedoch zu einer ganzheitlichen Reflektion. Die Person, mit der Du privat viel unternehmen wirst und Dich ganz kennen lernen wird, wird Dir auf welche Art auch immer Feedback geben. Und dies kann positive wie auch für Dich negative Elemente enthalten.

Kurz: Ich habe dein Eindruck, als könntest Du an der Gesellschaftsdroge Ego leiden. Die es verhindert, dass Du immer der Gewinner bist und auch mal verlieren musst. Dass auf eine Ansprache mal eine negative Reaktion folgen kann. Das Leben halt. Es kann auch in einem Drang zur Perfektion münden...

Aber wir geschrieben, es ist mein Eindruck. Wir Du sicherlich schnell erkennen kanns, weiß ich, wovon ich schreibe

Besten Gruß, Torsten

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