Home / Forum / Liebe & Beziehung / Was soll ich machen, er und ich sind fremdgegangen

Was soll ich machen, er und ich sind fremdgegangen

18. August 2015 um 0:23

Hallo ihre Lieben,
ich (20 ) bin seit fast fünf Jahren in einer Beziehung. Eigentlich waren wir immer sehr glücklich und haben uns sehr geliebt. Irgendwann nach unserem Abitur und nach einer gemeinsamen dreimonatigen Reise hat sich dann die Frage nach dem weiteren Verlauf unseres Lebens ( Studium, Ausbildung ) aufgetan und da vorallem er nicht das beste Abitur hatte, gab es nicht so viel freie Wahl in Bezug auf Studiumgang oder Stadt. Dann hat mein Freund seinen "perfekten" Studiengang gefunden, in einer Stadt, die echt weit weg von unserer Heimat entfernt ist und wir mussten entscheiden ob er darauf verzichtet dorthin zu gehen oder ob ich mich überwinde in eine fremde stadt zu ziehen, weg von meiner Familie und meinen Freunden. Dazu muss man sagen, ich war nie jemand ( wie viele andere meiner Freundinnen und Freunde ), der gerne wegziehen wollte. Ich wollte immer in meiner Heimatstadt bleiben. Trotzdem wollte ich keine vier Jahre Beziehung aufgeben und meinen Freund auch nicht zumuten, dass er dann nicht seinem Traum nachgeht nur um bei mir zu bleiben.
Also hab ich mich dazu entschlossen dass wir gemeinsam in diese Stadt ziehen und ich auch dort studiere und wir gemeinsam in eine Wohnung ziehen. Auch wenn damit meinerseits viel Trennungsschmerz in Bezug auf meine Eltern und so weiter verbunden war, habe ich mich auch sehr auf die neue aufregende Zeit und die gemeinsame Wohnung mit meinem Freund gefreut.
Dann fing das Studium an und es war klasse, ich hab mich schnell eingelebt, nette Leute kennengelernt und angefangen mich pudelwohl hier zu fühlen.
Bei meinem Freund war das anders... Er hat sich total hängen lassen, niemanden kennengelernt, sich nicht für sein angeblichen "Traumstudium" interessiert und nur noch playstation gezockt und unmotiviert in der Wohnung gehockt.
Ich weiß, dass man sich irren kann was seine Studiumswahl angeht, aber bei ihm war es nicht mal so, dass er es auch nur versucht hätte.
Ein Jahr hat er dann nichts gemacht.. bzw. immernoch macht er nichts. Ich weiß nicht ob ihr das verstehen könnt, aber es war für mich sehr entäuschend, dass ich ihm zu liebe in eine andere Stadt gezogen bin und er noch nichtmal versucht hat irgendwas auf die Reihe zu bekommen. Auch wenn ich weiß dass es nicht fies gegenüber mir gemeint war, war es so als ob er das was ich getan hab mit füßen treten würde.
Hinzu kommt noch, dass ich neben dem Studium arbeiten gehe und echt viel zutun habe und er im Prinzip NICHTS und ich trotzdem die war, die geputzt, gekocht und alles gemacht hat. Es war sooo schlimm nach hause zu kommen schon früh morgens gearbeitet zu haben, dann 6 stunden in der Uni gewesen zu sein und dann ein völliges Chaos zu hause zu erleben, um das man sich dann auch noch kümmern muss und sich dann noch vorwürfe anhören zu müssen, man würde zu wenig tun ?!!!??
Mein Respekt ihm gegenüber und meine Liebe hat darunter sehr gelitten.
Dann habe ich mir auch echt Sorgen wegen seiner Zukunft gemacht und ihn versucht zu motivieren was zu finden was ihm liegt und was er gerne machen möchte.
Und spätestens jetzt müsst ihr schon erkannt haben in was für einer Rolle ich mich befunden habe oder in welche Rolle ich mich gedrängt gefühlt habe.
Ich war nicht mehr seine Freundin... ich war sowa ähnliches wie seine Mutter und die wollte ich ganz bestimmt nicht sein.
Anstatt der Liebe die man für seinen Freund mit 20 oder generell empfinden sollte, mit bewunderung und zuneigung, hatte ich nur noch Liebe verbunden mit Fürsorge, Mitleid und Pflichtgefühl in mir übrig.
All sein Verhalten ging dann nur noch gegen mich. Er hat uns praktisch sabortiert. Alles was ich für richtig hielt machte er genau andersrum. Wenn ich ihn um irgendetwas wichtiges gebeten habe passierte genau das nicht.
Es hat mich alles sehr verletzt und ich habe irgendwann distanz aufgebaut.
Als ich dann vor ein paar Wochen zu hause war ( allein ) also in meiner Heimatstadt, merkte ich auf einmal, dass ich froh war mal weg zu sein. Ich war wieder mehr ich selbst, wie bescheuert das auch klingt und zu ersten mal in unserer Beziehung vermisste ich ihn nicht so richtig sondern hätte auch noch gut länger wegbleiben können.
Auch als er kurze zeit später in den Urlaub fuhr vermisste ich ihn nicht sonderlich. Ich dachte zwar an ihn und hoffte, dass es ihm gut geht aber dieses Kribbeln ( ich weiß dass man nach so einer langen zeit nicht mehr schmetterlinge im bauch hat ) aber dieses Kribbeln von der Vorfreude wenn man seinen Partner endlich nach drei Wochen oder so wiedersieht, das hat sich einfach nicht eingestellt.
Dann habe ich mir angefangen große Sorgen zu machen und viel über meine Gefühle nachgedacht. Ganz nebenbei... hatte ich auch schwache gefühle für eine andere Person entwickelt.
Während mein Freund im Urlaub war plante ich schon wie ich wieder schnell weg von ihm käme ( natürlich unbewusst, das ist mir erst jetzt alles im Nachhinein klar ) und entschied mich auch in den Urlaub zu fahren, kurz nachdem er wiederkam.
Die besagte Person sollte auch mit in den Urlaub fahren, in was für eine dumme Situation ich mich da brachte, begriff ich auch erst nachher.
Jedenfall fuhr ich dann in den Urlaub und das Gefühlschaos in mir wurde immer schlimmer. Ich hab so oft darüber nachgedacht die Beziehung zu meinem Freund zu beenden und es waren nicht diese Gedanken die man sich schon mal öfter gemacht hat sondern ernste und von Trauer und Ängsten erfüllte gedanken.
Gleichzeitig war da dieser Typ, den ich immer netter fand und er fand mich ( vielleicht nicht unbedingt nett ) aber auf jeden fall auch ganz gut. Jedenfalls gab es einige Gelegenheiten, in denen ein Fehltritt hätte passieren können, aber ich konnte es nicht über mich bringen meinen Freund so zu hintergehen und zu verletzen ( vorerst ) .. als der Urlaub dann schon fast zu ende war, passierte es dann, ich habe das schreckliche getan, ich bin fremdgegangen. Ich habe mich soooo unglaublich schlecht danach gefühlt aber gleichzeitig war ich auch erleichtert, denn für einen kurzen moment dachte ich jetzt ist es auch nicht mehr so schwer die beziehung zu beenden.
Dann machten sich zweifel breit. Ich wusste plötzlich nicht mehr das, was ich gemeint hatte die ganze zeit schon zu wissen, nämlich dass ich nicht mehr mit ihm zusammen sein will.
Dann kam ich nach hause, beschmutzt von dem was ich getan hatte und wusste ich muss es ihm erzählen, auch wenn ich plötzlich nicht mehr wollte, dass unsere Beziehung vorbei ist.
Ich erzählte es ihm. Danach war es eine Woche ganz schlimm. Wir haben viel geredet, ich musste mir viele Vorwürfe anhören aber sooo richtig normal kam mir das alles nicht vor. So schlimm und so heftig wie ich dachte dass er reagieren würde, hat er nicht reagiert. Und alles was er so gesagt hat.. das war irgendwie soo seltsam.
Jedenfalls nach einer Woche Selbsthass und Zweifel an meiner eigenen Person, erzählt er mich vorgestern, dass er mir auch schon fremdgegangen sei und jetzt kommts... vier tage vor mir.
Ich hab es erst nicht geglaubt, weil es so unrealistisch war, dass wir beide innerhalb von einer Woche in den ganzen fünf jahren fremdgegangen sein sollen.
Ich dachte erst, er erzählt mir dass aus seltsamen unreifen Gründen um besser darzustehen oder um mich auch zu verletzen.
Aber er hatte es einen Tag nach seinem Fehltritt seinem Vater in einem Gespräch erzählt, was ich dann gelesen habe und er wusste da noch nichts von meinem Fehlverhalten.. vorallem weil ich zu dem Zeitpunkt ja noch garnichts gemacht hatte.
Ihr wisst nicht was in mir zur Zeit vorgeht. Es ist soooo seltsam alles.
Ich mag ihn immernoch. Aber habe ich nur Angst und es ist deshalb noch nicht Schluss ? Was soll so eine Beziehung noch bringen ? Haben wir vielleicht einfach beide zum gleichen Zeitpunkt gemerkt dass es vorbei ist und der Seitensprung war nur eine letzte Bestätigungsuche dafür für uns selbst. ? Er ist übrigens mit dem Zug nach Hause gefahren und da saß irgendein Mädchen und die beiden haben ihren Anschlusszug nachts wegen verspätung nicht mehr bekommen. Dann haben sie sich n Hostel zusammen genommen, vorher nen Joint geraucht und dann drei mal Sex insgesammt gehabt. Mein Freund sagt, ihm hätte diese Erfahrung nur gezeigt wie sehr er mich liebt und dass er nur mit mir glücklich sein kann was für ein scheiß..
Ich weiß nicht was ich machen soll. Wie man etwas so kaputtes wieder zusammenflicken soll.
schlafen kann weder ich mit ihm noch er mit mir momentan. Es ist so seltsam ich habe mir noch nicht mal selbst verziehen, wie soll ich jetzt ihm verzeihen ?
Weiß jemand Rat ?
Ganz liebe Grüße

Mehr lesen

18. August 2015 um 12:31

Hallo
Aktion - Reaktion
Du verhältst dich wie seine Mutter, also fängt er an sich wie ein Kind zu verhalten, wird stur, und zeigt Trotzreaktionen.

Wieso wollt ihr diese Beziehung überhaupt noch weiter führen ?

Naja auch egal, die alte Beziehung weiter zu führen wird auf jedenfall nichts mehr, ihr könntet höchstens noch versuchen euch neu kennen zu lernen, und dass ganze bei 0 neu zu beginnen, aber eure bisheriger Beziehung ist gescheitert, entweder kompletter Neustart, oder es beenden.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

20. August 2015 um 17:12

Ein gut gemeinter Rat
Liebe Fantaghiro!

Deine Geschichte hat mich sehr mitgenommen. Und ich finde sie verdient mehr als ein paar halbherzige Ratschläge.
Das liegt vielleicht auch daran dass sie mir so schrecklich bekannt vorkommt.

Ich war damals so jung wie du vielleicht ein oder zwei Jahre älter. Aber mal ganz ehrlich , im Grunde kommt es auf das Alter dabei gar nicht an.
Es ist gar nicht zu glauben wie viele Details mit dir übereinstimmen. Ich habe deinen Eintrag ganz zufällig gelesen, weil ich einer Freundin helfen wollte und darum in dem Forum gelesen habe.
Wie gesagt deine Geschichte hat mich sehr mitgenommen und deswegen habe ich mich entschlossen dir zu schreiben um dir vielleicht einen Rat zu geben den du von jemandem der deine Geschichte nicht selbst erlebt hat nicht bekommen würdest.

Also meine Geschichte spricht für sich, ich kann sie noch immer sehr genau wiedergeben, obwohl es schon Jahre her ist.

Ich habe einen Mann kennengelernt als ich noch sehr jung war.
Um genau zu sein bin ich noch zur Schule gegangen. Dort haben wir uns kennengelernt. Ich weiss nicht wie viele Zufälle dabei eine Rolle gespielt haben, aber es waren mit Sicherheit sehr viele. Wir kannten uns eigentlich gar nicht, aber die Freundeskreise verschoben sich und aufeinmal hatten wir miteinander zu tun. Ich fühlte mich zu ihm hingezogen, sehr sogar. Ich hatte das Gefühl, dass er aber nicht an mir interessiert war. Zumindest nicht auf die Art und Weise wie ich an ihm interessiert war. Und dass obwohl die Zeichen eigentlich eindeutig waren
Wir trafen uns, wir telefonierten, stundenlang, oft sogar bis in die Nacht hinein.
Alles andere war auf einmal nicht mehr wichtig.
Eines Tages nahm er dann meine Hand und es führte eines zum anderen: Einige Tage verbrachten wir nur noch Zeit miteinander. Es war meine erste ernsthafte Liebesbeziehung.
Wenn ich jetzt darüber nachdenke kommen mir die Tränen.

Wir haben zwar keinen dreimonatigen Urlaub miteinander verbracht, aber viele anderen schöne Dinge. Wir verbrachten ganze Tage im Bett.

Er ist der wundervollste Mensch den man sich überhaupt vorstellen kann. Bei ihm fühlte ich mich vollkommen. Als ob mein ganzes vorheriges Leben ein Teil gefehlt hätte.

Es war wirklich etwas ganz Besonderes.
Ich will damit nicht sagen dass Er oder unsere Beziehung perfekt war. So etwas gibt es gar nicht. Nichts ist perfekt und da sollten wir uns glücklich schätzen.

Wir waren zum Beispiel Beide sehr Eifersüchtig und das zu überwinden ist uns Beiden sehr schwer gefallen. Er war ein sehr unzuverlässiger Mensch, und ich vielleicht manchmal ein bisschen zu aufbrausend.

Aber nach ein paar Jahren war ein derart starkes Vertrauen vorhanden, wie du es dir nicht vorstellen kannst. Ich mein klar, man stichelte sich immer noch ein wenig eifersüchtig, aber es war viel mehr ein liebevoller Spaß , denn wirkliche Furcht, dass der Partner ernsthaft eine andere Person lieben könnte. Dazu war die Liebe viel zu echt.
Damals hatte ich mir schon vorgestellt wie wir miteinander eine Familie gründen.

Eines Tages zogen wir zusammen, und witziger Weise auch wegen dem Studium und auch in eine andere Stadt. Für mich war das eine sehr schwierige Entscheidung, während es ihm sehr leicht viel. Aber als es soweit war fand ich schnell Anschluss zu den Leuten an diesem Ort.
Wie bei Dir war das bei meinem Ex- Freund nicht so. Er studierte Mathematik und ich studierte Wirtschaft. Er sagte mir immer es gäbe keine netten Leute in seinem Studium, und irgendwie war es auch so dass seine Kommilitonen etwas komisch waren (Entschuldige an dieser Stelle an alle Mathematiker, aber ihr seid nun mal echt komisch)

Jedenfalls hat er sich erst voll reingehängt und irgendwann war er nur noch gefrustet, während bei mir alles eine gute Entwicklung hatte. Mein neuer Freundeskreis wuchs schnell und er verstand sich auch gut mit meinen neuen Freundinnen und Freunden. Das war total schön. Weniger schön war, dass er sich aufeinmal nicht mehr für sein Studium interessierte. Er blieb oft noch liegen, schaute den ganzen Tag Fernsehen und war nicht mehr zu motivieren.

Genau wie du habe ich nichts unversucht gelassen, damit er sich endlich wieder aufrafft. Ich habe mit ihm gestritten, ich habe geweint, ich habe gedroht. Nichts half es wurde nur noch schlimmer.

Ich begann an uns zu zweifeln. Ich glaube zwar dass es auch so gekommen wäre wenn alles gut gelaufen wär, denn zu zweifeln ist normal, aber so war es halt noch schlimmer.

Bald darauf besuchte ich meine Eltern und Freunde in der Heimat. Einer meiner neuen Freunde fuhr mit mir, da er auch Freunde und Eltern in Aachen zu besuchen hatte. Dieser Freund hatte schon immer ein wenig anziehend auf mich gewirkt, obwohl überhaupt nicht mein Typ und jetzt wo es zwischen meinem Ex und mir nicht mehr so lief fühlte ich diese Anziehungskraft stärker als je zuvor.
Wir verabredeten uns und verbrachten einige Tage miteinander. Irgendwann küsste ich ihn. Ich bereute es gleich nachdem es passiert war, aber es war bereits zu spät. Ich konnte es nicht mehr zurücknehmen und irgendwie wollte ich das auch gar nicht. Und doch.
Ein regelrechtes Gefühlschaos tobte in mir. Es half nichts ich fand mich bei ihm im Bett wieder.
Die Schuldgefühle brachten mich beinahe um, aber ich verbrachte eine weitere Nacht mit ihm. Es war irgendwie so locker mit ihm. Ich fühlte mich frei , ich fühlte mich begehrt.
Und das obwohl ich wusste, dass er keine echten Gefühle für mich hatte. Naja ich wusste es wohl nicht, ich hoffte irgendwie dass es nicht so ist, aber eigentlich wusste ich es.
Ein paar Tage später brach dann die Realität über mich hinein und ich merkte was ich getan hatte.

Ich fuhr zurück zu meinem Ex und konnte ihm nicht in die Augen sehen.
Dann erzählte er mir, dass er mich betrogen hatte, und es sehr bereue. Er war beim Feiern gehen mit einem Freund in einer Disco gewesen und hatte dort eine Frau kennengelernt zwischen ihnen hatte es gefunkt und er hatte mit ihr eine Nacht verbracht.
Die alten Gefühle waren wieder da. Diese unendliche Eifersucht, aber es waren auch neue dabei. Ein unendliches misstrauen. Nie hatte ich damit gerechnet. Er war zwar ein fauler Trottel, aber ein untreuer Mensch? Das passte nicht zu ihm. Illoyal war er mir gegenüber bis dahin nie gewesen.
Obwohl ich selbst den gleichen Fehler gemacht hatte, nein einen viel schlimmeren sogar, ich hatte mich schließlich auf etwas eingelassen, das wenn es ein anderer gewesen wäre etwas ernstes hätte werden können.
Ich hasste die Imagination seines Seitensprungs. Ich erzählte ihm zunächst nicht von meiner Affäre. Wollte dass er leidet, lies ihn sich winden.

Drei oder vier Tage später erzählte ich es ihm. Er rastete aus. Er schlug mich zwar nicht aber er war derart kalt zu mir, dass es weh tat.
So abweisend war er nie zu mir gewesen. Am nächsten Tag redeten wir sehr viel miteinander. Wir haben uns gegenseitig unsere Fehler eingestanden. Wie es dazu kommen konnte.
Aber trotzdem obwohl wir beide nicht den Wunsch verspürten, beendeten wir unsere Beziehung. Zu groß war die Angst einander nicht vergeben zu können.

Ich war unendlich traurig. Ich flüchtete mich zu meinen Eltern, landete wieder bei meiner Affäre und versuchte den Frust zu übertünchen.
Es half nichts. Ich versuchte ALLES ALLES ALLES um es zu vergessen. Es ging nicht.
Meine Affäre warf mich irgendwann davon wie eine Puppe. Es war schön, aber das wars auch schon.

Das ganze ist jetzt bereits acht Jahre her. Und es verging seitdem kein Einziger Tag an dem Ich nicht an ihn denken muss.
Ich bin mittlerweile verheiratet und habe eine Tochter die ich über alles Liebe, und einen Mann, der wirklich einfach toll ist.

Und doch wünschte ich mir ich hätte diese Tochter mit meiner damaligen Liebe. Ich bereue es so unendlich sehr, damals nicht dafür gekämpft zu haben. Und wegen was? Wegen Eifersucht? Wegen Angst? Ja. Das sind die Gründe dafür.

Ich wünsche mir ich könnte die Zeit zurückdrehen. Verstehe mich bitte nicht falsch ich bin wirklich sehr glücklich über meine wunderschöne Tochter und meinen lieben Mann.

Aber auch wenn ich weiß dass es nie wieder so geworden wäre wie es einmal war, so weiß ich doch, dass ich zu diesem Mann gehört hätte. Aber ich bin davongelaufen.

Es vergeht kein Tag an dem ich nicht bereue. Es vergeht kein Tag an dem ich mir nicht wünsche, ich wäre bei ihm geblieben anstatt nach Hause zu fahren und ihn zu betrügen.
Kein Tag an dem ich mich nicht wünsche ich hätte die Stärke gehabt ihm einfach zu verzeihen. Die Stärke gemeinsam mit ihm an uns zu arbeiten.

Ich bereue es so sehr.
Nach acht Jahren.

Deiner Geschichte kann ich entnehmen dass eure Liebe sehr stark gewesen sein muss. Ich kann natürlich nicht sagen ob du ihn so geliebt hast wie ich meinen Ex. Aber man zieht nicht einfach weg von zu Hause für einen Irgendwen

Ich will dir hier weder sagen mach mit ihm Schluss, noch will ich dir sagen bleib mit ihm zusammen.
Ich will hier auch nichts schönreden. Einander zu betrügen ist das schlimmste was man sich in einer Beziehung antun kann.

Ich will dir nur damit sagen, sei dir verdammt sicher bevor du etwas tust das du im Nachhinein vielleicht dein Leben lang bereust.
Denk einfach ein bisschen nach und frage Dich Will ich ohne ihn leben? Ich will nicht schreiben Kann ich denn können tut man immer.
Es geht nicht darum, was du kannst oder nicht kannst. Es geht darum was dich glücklich macht.
Egal wie es jetzt um euch steht, zu spät ist es erst dann wenn zu viel Zeit vergangen ist.
Mach nicht den Fehler, den ich gemacht habe und überstürzte nichts. Wenn du dir sicher bist, dass es das Beste ist auseinanderzugehen dann ist das so, und es wird euch Beide weiter bringen. Aber wenn du auch nur den geringsten Zweifel hast, dann kämpfe so lange, bis du entweder sicher bist, dass du ihn nicht mehr liebst, oder bis du ihn zurück hast.

Mehr Rat kann ich dir nicht geben, aber ich kann dir nur sagen: Ohne meine Tochter, war ich ein sehr unglücklicher Mensch.
Auf einen anderen Menschen böse zu sein ist einfach.
Aber mit diesem Selbsthass klar zu kommen und ewig in dem Gedanken Was wäre wenn? zu schwelgen Das wünsche ich keinem.

In diesem Sinne,
Alles Gute!


Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Noch mehr Inspiration?
pinterest