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Was sagt die Reaktion einer Frau auf eine kleine Aufmerksamkeit aus

20. Dezember 2019 um 7:59 Letzte Antwort: 21. Dezember 2019 um 12:08

Guten Morgen

Schon jetzt vielen Dank an Alle, die mir weiterhelfen wollen.

Meine Situation ist äusserst kompliziert. Ich versuche gar nicht vollständig darauf einzugehen, sonst müsste ich einen Roman schreiben. Was ich eigentlich gerne würde. Und ohnehin fast getan habe. Denn ich würde mir gerne alles von der Seele schreiben, das mich gerade umtreibt und mich belastet. Aber das würde viel zu weit gehen.

Mir geht es im Wesentlichen um Folgendes.

Ich habe eine Arbeitskollegin, mit der ich mich seit Jahren blendend verstehe. Und die ich umheimlich gerne mag. Vom ersten Tag an. Und wie ich über die Jahre immer dachte, sie mich auch. Ich bin mir sicher, zwischen uns entstand zumindest im Ansatz eine Art Verliebtheit. Und wer weiss, wären wir nicht beide all die Zeit in einer Beziehung gewesen, hätte sich vielleicht mehr entwickelt. Vielleicht täusche ich mir aber auch. Wie schon so oft.

Nun kam sie im Sommer aus längeren Ferien zurück und ich spürte sofort, dass etwas anders war. Sie wirkte bedrückt. Freudlos. Sie hatte sich verändert. Ich wusste sofort, sie hatte sich getrennt. Als wir einige Zeit später Essen waren, hat sie das bestätigt. Nach drei Jahren, unmittelbar nach ihrer Rückkehr aus den Ferien, hat ihr Freund die Beziehung beendet. Out of the blue.

Ich hatte eigentlich erwartet, dass sie mit einem Ring am Finger zurückkommt. Besser gesagt, ich hatte es befürchtet. Denn wenn ich ehrlich bin, habe ich sie nie ganz aus meinem Kopf bekommen. Ich konnte diese unterschwellige Verliebtheit nie ganz abstellen. Und nun, da sie zurück ist, getrennt ist, hat mich dieses Gefühl vollkommen überwältigt und mich wie ein Blitz getroffen.

Und ich hasse es. Denn es macht alles kompliziert. Es lässt mich nicht mehr klar denken. Meine übliche Leichtigkeit, meine Unbeschwertheit, meine Natürlichkeit, sind einer steifen Befangenheit und Beklemmung gewichen. Und das lässt mich Fehler machen. Obwohl ich es besser weiss.

Denn mir ist bewusst, dass sie nun Abstand braucht. Freiraum. Ruhe. Sie zu bedrängen wäre der grösste alles Fehler. Und ich weiss, ich muss ihr nun zu allererst zeigen, dass ich das kann. Ihr möchte ihr natürlich auch zeigen, dass ich sie mag. Ich hoffe, ich darf das auch. Aber ich muss das, ohne sie zu bedrängen. Ich muss Geduld haben. So schwer das auch ist, wenn man Schmetterlinge im Bauch hat, wie schon seit Jahren nicht mehr. Aber das ist nunmal das Wichtigste. Denn sie ist ohnehin ein freiheitsliebender Mensch. So wie ich auch.

Aber gewisse Verhaltensweisen und mein Kopfkino kann ich nicht immer unterbinden.

Wenn sie unseren Lunch absagt, weil sie sich schlecht fühlt, gehe ich zu ihr und frage sie, ob sie etwas braucht. Wenn sie nach einer Woche Krankheit zurück kommt, gehe ich kurz vorbei und frage ich sie, wie es ihr geht. Und ärgere mich dabei über mich selbst, dass ich vorbeigegangen bin, weil ich befürchte, dass bereits das zu viel ist.

Da es kurz vor Weihnachten ist, habe ich ihr gestern eine kleine Schachtel mit Pralinés an den Platz gelegt. Wahrhaftig nicht übertrieben, ein handvoll Minipralinés, so gross wie eine Zigarettenschachtel. Natürlich ein wenig versteckt, dass sie nicht jeder sieht. Und anonym, damit es kein Gerede gibt, falls doch. Eigentlich nur eine nette Geste. Und doch denke ich, das alles war bereits zu viel.

Denn, um endlich zum Punkt und meiner eigentlichen Frage zu kommen: Ich habe gesehen, dass sie die Schachtel gestern gefunden hat. Sie hat aber kein Wort darüber verloren. Natürlich, sie war anonym. Und doch hatte ich irgendwie gehofft, dass sie auf mich kommen und mich fragen würde, ob sie von mir sind.

(Wobei es mir darum nicht geht. Nicht gehen darf. Denn ich wollte ihr einfach eine kleine Freude machen.)

Jedenfalls ist mir heute morgen aufgefallen, dass die Schachtel nun offen sichtbar an ihrem Platz steht. Allerdings ungeöffnet. (Es ist ein kleiner Karton, lediglich mit einer Schleife gebunden und die war ungeöffnet.) Selbst mein kleines Zettelchen, dass sie laktosefrei sind (sie ist allergisch), klebte noch daran.

Und nun spielt mein Kopfkino verrückt und lässt mich zweifeln, dass ich das Richtige getan habe. Dass das bereits zu viel war. Dass sie das nicht grefreut hat, sondern dass sie sich nun bedrängt fühlt. Obwohl es nur nett gemeint war. Denn wenn sie sich gefreut hätte, hätte sie die Schachtel doch mit nach Hause genommen und die Pralinés zuhause genossen, oder nicht? Und würde sie nicht im Büro stehen lassen. Ungeöffnet. Vielleicht bis nächstes Jahr? Vielleicht arbeitet sie nächste Woche auch, ich weiss es nicht, und will sie als kleine Aufmunterung zwischendurch geniessen?

Vielleicht komme ich selber nach Weihnachten zurück und sie stehen mit einem Zettel bei mir am Platz, dass ich das lassen soll.

Ich weiss es nicht. Aber es macht mich verrückt. Kopfkino eben. Und ich fühle mich vollkommen lächerlich deswegen. Es ist mir peinlich. Allein schon darüber zu schreiben. Als wäre ich ein kleiner Schuljunge, der sich das erste Mal verliebt hat. Sehr männlich. Sehr attraktiv. Sicher genau das, was sie jetzt braucht.

Was denken (vor allem) die Frauen hier? Wie würdet Ihr in dieser Situation reagieren? Wie deutet Ihr das, dass meine kleine Aufmerksamkeit ungeöffnet am Platz steht? Und bitte keine Zurückhaltung. Vielleicht würde es helfen, wenn mir mal jemand so richtig den Kopf wäscht.

Danke für alle Antworten!

Mike

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Beste hilfreiche Antwort

20. Dezember 2019 um 12:30
In Antwort auf clem_18886426

Danke an Alle. Wirklich.

Es tut mir leid. Auch für Euch, meinen Mist zu lesen.

Ich weiss, ich bin ein A***h. Aus verschiedenen Gründen. Und ich hasse mich dafür. Ich hasse mich für so vieles. Für vieles was ich bin, für vieles was ich getan habe, für vieles was ich nicht getan habe. Dafür, dass ich anderen eine Last bin. Denn ja, ich habe mich vollkommen verrannt. Ich habe zum ersten Mal im meinem Leben vollständig die Kontrolle verloren. Ich weiss zum ersten Mal nicht mehr weiter. Ich erkenne mich dabei selbst nicht wieder. Ich kann kompliziert sein. Ja. Aber das? Nein. Das ist neu.

Habe ich ein schlechtes Gewissen? Natürlich habe ich das. Aber nicht wegen meiner alten Freundin. Ich steckte fast 7 Jahre lang in einer Beziehung, die ambivalenter nicht hätte sein können. Von inniger Liebe über beinahe abgrundtiefe Missbilligung wurde mir die gesamte Palette der menschlichen Emotionalität zuteil. Und es hat Monate des Kampfes gebraucht, mich trotz aller Qual, trotz all dem Sch*** durch den wir gegangen sind, vollständig zu lösen. Weil ich wusste, dass sie das nicht mit Absicht tat. Weil ich wusste, dass sie nur ihren eigenen Ängsten unterlag. Weil sie schier zusammengebrochen ist, wenn ich das Wort Trennung nur in den Mund genommen habe. Und doch musste ich es tun. Um mich selbst zu schützen. Weil es so nicht mehr weitergehen konnte. Weil ich mich sonst vollkommen aufgegeben hätte. Und doch spüre ich ja selbst, dass ich immer noch nicht frei bin.

Daher habe ich ein schlechtes Gewissen wegen meiner Kollegin. Weil es eigentlich der besch***ste Zeitpunkt wäre, überhaupt etwas neues anzufangen. Für uns beide.

Dass es ohnehin Mist ist etwas mit Kollegen anzufangen ist mir klar. Aber wir arbeiten nicht direkt zusammen und laufen uns bei gut 1000 Leuten auch nicht ständig über den Weg.

Aber eigentlich ist es gut, habe ich es verkackt. Das hilft es, allem ein Ende zu setzen. Was glaube ich das beste ist.

Und doch denke ich morgen wieder anders. Denn was will man machen, wenn Herz und Verstand verrückt spielen?

Man du laberst dich um Kopf und Kragen hier, soooo theatralisch und voller Selbstmitleid und Märtyrertum.

Sags doch einfach gerade heraus, bist du getrennt oder nicht? Hör auf um den heißen Brei rum zu labern! 

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20. Dezember 2019 um 8:52

Ach Mike, das muss dir nicht peinlich sein.
Eine erwachsene intelligente Frau würde sich darüber nie lustig machen. Ob sie auch in dich verliebt ist, lässt sich natürlich schwer sagen. Ich glaube nicht. Wahrscheinlich genießt sie viel mehr deine Aufmerksamkeit. Ich gehe auch sehr davon aus, dass sie merkt, wie du fühlst. Es ist eigentlich auch völlig egal, warum die Pralinen da noch liegen. Aber jetzt reicht es wirklich (Message ist schon lange angekommen) und du könntest/solltest Abstand halten (wenn du es schaffst). Mach dich nicht selbst unglücklich

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20. Dezember 2019 um 9:25

So ein Roman wegen ein paar Pralinen?
Bist du im Leben immer so umständlich?

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20. Dezember 2019 um 9:31
In Antwort auf clem_18886426

Guten Morgen

Schon jetzt vielen Dank an Alle, die mir weiterhelfen wollen.

Meine Situation ist äusserst kompliziert. Ich versuche gar nicht vollständig darauf einzugehen, sonst müsste ich einen Roman schreiben. Was ich eigentlich gerne würde. Und ohnehin fast getan habe. Denn ich würde mir gerne alles von der Seele schreiben, das mich gerade umtreibt und mich belastet. Aber das würde viel zu weit gehen.

Mir geht es im Wesentlichen um Folgendes.

Ich habe eine Arbeitskollegin, mit der ich mich seit Jahren blendend verstehe. Und die ich umheimlich gerne mag. Vom ersten Tag an. Und wie ich über die Jahre immer dachte, sie mich auch. Ich bin mir sicher, zwischen uns entstand zumindest im Ansatz eine Art Verliebtheit. Und wer weiss, wären wir nicht beide all die Zeit in einer Beziehung gewesen, hätte sich vielleicht mehr entwickelt. Vielleicht täusche ich mir aber auch. Wie schon so oft.

Nun kam sie im Sommer aus längeren Ferien zurück und ich spürte sofort, dass etwas anders war. Sie wirkte bedrückt. Freudlos. Sie hatte sich verändert. Ich wusste sofort, sie hatte sich getrennt. Als wir einige Zeit später Essen waren, hat sie das bestätigt. Nach drei Jahren, unmittelbar nach ihrer Rückkehr aus den Ferien, hat ihr Freund die Beziehung beendet. Out of the blue.

Ich hatte eigentlich erwartet, dass sie mit einem Ring am Finger zurückkommt. Besser gesagt, ich hatte es befürchtet. Denn wenn ich ehrlich bin, habe ich sie nie ganz aus meinem Kopf bekommen. Ich konnte diese unterschwellige Verliebtheit nie ganz abstellen. Und nun, da sie zurück ist, getrennt ist, hat mich dieses Gefühl vollkommen überwältigt und mich wie ein Blitz getroffen.

Und ich hasse es. Denn es macht alles kompliziert. Es lässt mich nicht mehr klar denken. Meine übliche Leichtigkeit, meine Unbeschwertheit, meine Natürlichkeit, sind einer steifen Befangenheit und Beklemmung gewichen. Und das lässt mich Fehler machen. Obwohl ich es besser weiss.

Denn mir ist bewusst, dass sie nun Abstand braucht. Freiraum. Ruhe. Sie zu bedrängen wäre der grösste alles Fehler. Und ich weiss, ich muss ihr nun zu allererst zeigen, dass ich das kann. Ihr möchte ihr natürlich auch zeigen, dass ich sie mag. Ich hoffe, ich darf das auch. Aber ich muss das, ohne sie zu bedrängen. Ich muss Geduld haben. So schwer das auch ist, wenn man Schmetterlinge im Bauch hat, wie schon seit Jahren nicht mehr. Aber das ist nunmal das Wichtigste. Denn sie ist ohnehin ein freiheitsliebender Mensch. So wie ich auch.

Aber gewisse Verhaltensweisen und mein Kopfkino kann ich nicht immer unterbinden.

Wenn sie unseren Lunch absagt, weil sie sich schlecht fühlt, gehe ich zu ihr und frage sie, ob sie etwas braucht. Wenn sie nach einer Woche Krankheit zurück kommt, gehe ich kurz vorbei und frage ich sie, wie es ihr geht. Und ärgere mich dabei über mich selbst, dass ich vorbeigegangen bin, weil ich befürchte, dass bereits das zu viel ist.

Da es kurz vor Weihnachten ist, habe ich ihr gestern eine kleine Schachtel mit Pralinés an den Platz gelegt. Wahrhaftig nicht übertrieben, ein handvoll Minipralinés, so gross wie eine Zigarettenschachtel. Natürlich ein wenig versteckt, dass sie nicht jeder sieht. Und anonym, damit es kein Gerede gibt, falls doch. Eigentlich nur eine nette Geste. Und doch denke ich, das alles war bereits zu viel.

Denn, um endlich zum Punkt und meiner eigentlichen Frage zu kommen: Ich habe gesehen, dass sie die Schachtel gestern gefunden hat. Sie hat aber kein Wort darüber verloren. Natürlich, sie war anonym. Und doch hatte ich irgendwie gehofft, dass sie auf mich kommen und mich fragen würde, ob sie von mir sind.

(Wobei es mir darum nicht geht. Nicht gehen darf. Denn ich wollte ihr einfach eine kleine Freude machen.)

Jedenfalls ist mir heute morgen aufgefallen, dass die Schachtel nun offen sichtbar an ihrem Platz steht. Allerdings ungeöffnet. (Es ist ein kleiner Karton, lediglich mit einer Schleife gebunden und die war ungeöffnet.) Selbst mein kleines Zettelchen, dass sie laktosefrei sind (sie ist allergisch), klebte noch daran.

Und nun spielt mein Kopfkino verrückt und lässt mich zweifeln, dass ich das Richtige getan habe. Dass das bereits zu viel war. Dass sie das nicht grefreut hat, sondern dass sie sich nun bedrängt fühlt. Obwohl es nur nett gemeint war. Denn wenn sie sich gefreut hätte, hätte sie die Schachtel doch mit nach Hause genommen und die Pralinés zuhause genossen, oder nicht? Und würde sie nicht im Büro stehen lassen. Ungeöffnet. Vielleicht bis nächstes Jahr? Vielleicht arbeitet sie nächste Woche auch, ich weiss es nicht, und will sie als kleine Aufmunterung zwischendurch geniessen?

Vielleicht komme ich selber nach Weihnachten zurück und sie stehen mit einem Zettel bei mir am Platz, dass ich das lassen soll.

Ich weiss es nicht. Aber es macht mich verrückt. Kopfkino eben. Und ich fühle mich vollkommen lächerlich deswegen. Es ist mir peinlich. Allein schon darüber zu schreiben. Als wäre ich ein kleiner Schuljunge, der sich das erste Mal verliebt hat. Sehr männlich. Sehr attraktiv. Sicher genau das, was sie jetzt braucht.

Was denken (vor allem) die Frauen hier? Wie würdet Ihr in dieser Situation reagieren? Wie deutet Ihr das, dass meine kleine Aufmerksamkeit ungeöffnet am Platz steht? Und bitte keine Zurückhaltung. Vielleicht würde es helfen, wenn mir mal jemand so richtig den Kopf wäscht.

Danke für alle Antworten!

Mike

Und du bist mittlerweile auch Single?

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20. Dezember 2019 um 10:31

Ich glaube Du hast Dich da massiv verrannt und steckst in einer Sackgasse. Du bist grad dermassen verkrampft und unter scheinbarem Erfolgsdruck dass es nur in Peinlichkeit enden kann.Es ist schwer, grade wenn man sich immer wieder mal sieht, aber geh auf die Bremse, lenke Dich ab, mach was neues Spannendes und schau woanders nach Frauen.Liebelei in der Firma ist immer heikel. Man kann sich sehr gut verstehen, es kann auch ein bisschen knistern, aber da muss ja nicht Gefühle für mehr da sein

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20. Dezember 2019 um 10:38
In Antwort auf clem_18886426

Guten Morgen

Schon jetzt vielen Dank an Alle, die mir weiterhelfen wollen.

Meine Situation ist äusserst kompliziert. Ich versuche gar nicht vollständig darauf einzugehen, sonst müsste ich einen Roman schreiben. Was ich eigentlich gerne würde. Und ohnehin fast getan habe. Denn ich würde mir gerne alles von der Seele schreiben, das mich gerade umtreibt und mich belastet. Aber das würde viel zu weit gehen.

Mir geht es im Wesentlichen um Folgendes.

Ich habe eine Arbeitskollegin, mit der ich mich seit Jahren blendend verstehe. Und die ich umheimlich gerne mag. Vom ersten Tag an. Und wie ich über die Jahre immer dachte, sie mich auch. Ich bin mir sicher, zwischen uns entstand zumindest im Ansatz eine Art Verliebtheit. Und wer weiss, wären wir nicht beide all die Zeit in einer Beziehung gewesen, hätte sich vielleicht mehr entwickelt. Vielleicht täusche ich mir aber auch. Wie schon so oft.

Nun kam sie im Sommer aus längeren Ferien zurück und ich spürte sofort, dass etwas anders war. Sie wirkte bedrückt. Freudlos. Sie hatte sich verändert. Ich wusste sofort, sie hatte sich getrennt. Als wir einige Zeit später Essen waren, hat sie das bestätigt. Nach drei Jahren, unmittelbar nach ihrer Rückkehr aus den Ferien, hat ihr Freund die Beziehung beendet. Out of the blue.

Ich hatte eigentlich erwartet, dass sie mit einem Ring am Finger zurückkommt. Besser gesagt, ich hatte es befürchtet. Denn wenn ich ehrlich bin, habe ich sie nie ganz aus meinem Kopf bekommen. Ich konnte diese unterschwellige Verliebtheit nie ganz abstellen. Und nun, da sie zurück ist, getrennt ist, hat mich dieses Gefühl vollkommen überwältigt und mich wie ein Blitz getroffen.

Und ich hasse es. Denn es macht alles kompliziert. Es lässt mich nicht mehr klar denken. Meine übliche Leichtigkeit, meine Unbeschwertheit, meine Natürlichkeit, sind einer steifen Befangenheit und Beklemmung gewichen. Und das lässt mich Fehler machen. Obwohl ich es besser weiss.

Denn mir ist bewusst, dass sie nun Abstand braucht. Freiraum. Ruhe. Sie zu bedrängen wäre der grösste alles Fehler. Und ich weiss, ich muss ihr nun zu allererst zeigen, dass ich das kann. Ihr möchte ihr natürlich auch zeigen, dass ich sie mag. Ich hoffe, ich darf das auch. Aber ich muss das, ohne sie zu bedrängen. Ich muss Geduld haben. So schwer das auch ist, wenn man Schmetterlinge im Bauch hat, wie schon seit Jahren nicht mehr. Aber das ist nunmal das Wichtigste. Denn sie ist ohnehin ein freiheitsliebender Mensch. So wie ich auch.

Aber gewisse Verhaltensweisen und mein Kopfkino kann ich nicht immer unterbinden.

Wenn sie unseren Lunch absagt, weil sie sich schlecht fühlt, gehe ich zu ihr und frage sie, ob sie etwas braucht. Wenn sie nach einer Woche Krankheit zurück kommt, gehe ich kurz vorbei und frage ich sie, wie es ihr geht. Und ärgere mich dabei über mich selbst, dass ich vorbeigegangen bin, weil ich befürchte, dass bereits das zu viel ist.

Da es kurz vor Weihnachten ist, habe ich ihr gestern eine kleine Schachtel mit Pralinés an den Platz gelegt. Wahrhaftig nicht übertrieben, ein handvoll Minipralinés, so gross wie eine Zigarettenschachtel. Natürlich ein wenig versteckt, dass sie nicht jeder sieht. Und anonym, damit es kein Gerede gibt, falls doch. Eigentlich nur eine nette Geste. Und doch denke ich, das alles war bereits zu viel.

Denn, um endlich zum Punkt und meiner eigentlichen Frage zu kommen: Ich habe gesehen, dass sie die Schachtel gestern gefunden hat. Sie hat aber kein Wort darüber verloren. Natürlich, sie war anonym. Und doch hatte ich irgendwie gehofft, dass sie auf mich kommen und mich fragen würde, ob sie von mir sind.

(Wobei es mir darum nicht geht. Nicht gehen darf. Denn ich wollte ihr einfach eine kleine Freude machen.)

Jedenfalls ist mir heute morgen aufgefallen, dass die Schachtel nun offen sichtbar an ihrem Platz steht. Allerdings ungeöffnet. (Es ist ein kleiner Karton, lediglich mit einer Schleife gebunden und die war ungeöffnet.) Selbst mein kleines Zettelchen, dass sie laktosefrei sind (sie ist allergisch), klebte noch daran.

Und nun spielt mein Kopfkino verrückt und lässt mich zweifeln, dass ich das Richtige getan habe. Dass das bereits zu viel war. Dass sie das nicht grefreut hat, sondern dass sie sich nun bedrängt fühlt. Obwohl es nur nett gemeint war. Denn wenn sie sich gefreut hätte, hätte sie die Schachtel doch mit nach Hause genommen und die Pralinés zuhause genossen, oder nicht? Und würde sie nicht im Büro stehen lassen. Ungeöffnet. Vielleicht bis nächstes Jahr? Vielleicht arbeitet sie nächste Woche auch, ich weiss es nicht, und will sie als kleine Aufmunterung zwischendurch geniessen?

Vielleicht komme ich selber nach Weihnachten zurück und sie stehen mit einem Zettel bei mir am Platz, dass ich das lassen soll.

Ich weiss es nicht. Aber es macht mich verrückt. Kopfkino eben. Und ich fühle mich vollkommen lächerlich deswegen. Es ist mir peinlich. Allein schon darüber zu schreiben. Als wäre ich ein kleiner Schuljunge, der sich das erste Mal verliebt hat. Sehr männlich. Sehr attraktiv. Sicher genau das, was sie jetzt braucht.

Was denken (vor allem) die Frauen hier? Wie würdet Ihr in dieser Situation reagieren? Wie deutet Ihr das, dass meine kleine Aufmerksamkeit ungeöffnet am Platz steht? Und bitte keine Zurückhaltung. Vielleicht würde es helfen, wenn mir mal jemand so richtig den Kopf wäscht.

Danke für alle Antworten!

Mike

Ich denke, dass du ein a***loch bist. Mit keinem Wort hast du deine Freundin erwähnt. Kein schlechtes Gewissen. Nichts! Du machst dir eher Gedanken um Pralinen! 

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20. Dezember 2019 um 10:47
In Antwort auf clem_18886426

Guten Morgen

Schon jetzt vielen Dank an Alle, die mir weiterhelfen wollen.

Meine Situation ist äusserst kompliziert. Ich versuche gar nicht vollständig darauf einzugehen, sonst müsste ich einen Roman schreiben. Was ich eigentlich gerne würde. Und ohnehin fast getan habe. Denn ich würde mir gerne alles von der Seele schreiben, das mich gerade umtreibt und mich belastet. Aber das würde viel zu weit gehen.

Mir geht es im Wesentlichen um Folgendes.

Ich habe eine Arbeitskollegin, mit der ich mich seit Jahren blendend verstehe. Und die ich umheimlich gerne mag. Vom ersten Tag an. Und wie ich über die Jahre immer dachte, sie mich auch. Ich bin mir sicher, zwischen uns entstand zumindest im Ansatz eine Art Verliebtheit. Und wer weiss, wären wir nicht beide all die Zeit in einer Beziehung gewesen, hätte sich vielleicht mehr entwickelt. Vielleicht täusche ich mir aber auch. Wie schon so oft.

Nun kam sie im Sommer aus längeren Ferien zurück und ich spürte sofort, dass etwas anders war. Sie wirkte bedrückt. Freudlos. Sie hatte sich verändert. Ich wusste sofort, sie hatte sich getrennt. Als wir einige Zeit später Essen waren, hat sie das bestätigt. Nach drei Jahren, unmittelbar nach ihrer Rückkehr aus den Ferien, hat ihr Freund die Beziehung beendet. Out of the blue.

Ich hatte eigentlich erwartet, dass sie mit einem Ring am Finger zurückkommt. Besser gesagt, ich hatte es befürchtet. Denn wenn ich ehrlich bin, habe ich sie nie ganz aus meinem Kopf bekommen. Ich konnte diese unterschwellige Verliebtheit nie ganz abstellen. Und nun, da sie zurück ist, getrennt ist, hat mich dieses Gefühl vollkommen überwältigt und mich wie ein Blitz getroffen.

Und ich hasse es. Denn es macht alles kompliziert. Es lässt mich nicht mehr klar denken. Meine übliche Leichtigkeit, meine Unbeschwertheit, meine Natürlichkeit, sind einer steifen Befangenheit und Beklemmung gewichen. Und das lässt mich Fehler machen. Obwohl ich es besser weiss.

Denn mir ist bewusst, dass sie nun Abstand braucht. Freiraum. Ruhe. Sie zu bedrängen wäre der grösste alles Fehler. Und ich weiss, ich muss ihr nun zu allererst zeigen, dass ich das kann. Ihr möchte ihr natürlich auch zeigen, dass ich sie mag. Ich hoffe, ich darf das auch. Aber ich muss das, ohne sie zu bedrängen. Ich muss Geduld haben. So schwer das auch ist, wenn man Schmetterlinge im Bauch hat, wie schon seit Jahren nicht mehr. Aber das ist nunmal das Wichtigste. Denn sie ist ohnehin ein freiheitsliebender Mensch. So wie ich auch.

Aber gewisse Verhaltensweisen und mein Kopfkino kann ich nicht immer unterbinden.

Wenn sie unseren Lunch absagt, weil sie sich schlecht fühlt, gehe ich zu ihr und frage sie, ob sie etwas braucht. Wenn sie nach einer Woche Krankheit zurück kommt, gehe ich kurz vorbei und frage ich sie, wie es ihr geht. Und ärgere mich dabei über mich selbst, dass ich vorbeigegangen bin, weil ich befürchte, dass bereits das zu viel ist.

Da es kurz vor Weihnachten ist, habe ich ihr gestern eine kleine Schachtel mit Pralinés an den Platz gelegt. Wahrhaftig nicht übertrieben, ein handvoll Minipralinés, so gross wie eine Zigarettenschachtel. Natürlich ein wenig versteckt, dass sie nicht jeder sieht. Und anonym, damit es kein Gerede gibt, falls doch. Eigentlich nur eine nette Geste. Und doch denke ich, das alles war bereits zu viel.

Denn, um endlich zum Punkt und meiner eigentlichen Frage zu kommen: Ich habe gesehen, dass sie die Schachtel gestern gefunden hat. Sie hat aber kein Wort darüber verloren. Natürlich, sie war anonym. Und doch hatte ich irgendwie gehofft, dass sie auf mich kommen und mich fragen würde, ob sie von mir sind.

(Wobei es mir darum nicht geht. Nicht gehen darf. Denn ich wollte ihr einfach eine kleine Freude machen.)

Jedenfalls ist mir heute morgen aufgefallen, dass die Schachtel nun offen sichtbar an ihrem Platz steht. Allerdings ungeöffnet. (Es ist ein kleiner Karton, lediglich mit einer Schleife gebunden und die war ungeöffnet.) Selbst mein kleines Zettelchen, dass sie laktosefrei sind (sie ist allergisch), klebte noch daran.

Und nun spielt mein Kopfkino verrückt und lässt mich zweifeln, dass ich das Richtige getan habe. Dass das bereits zu viel war. Dass sie das nicht grefreut hat, sondern dass sie sich nun bedrängt fühlt. Obwohl es nur nett gemeint war. Denn wenn sie sich gefreut hätte, hätte sie die Schachtel doch mit nach Hause genommen und die Pralinés zuhause genossen, oder nicht? Und würde sie nicht im Büro stehen lassen. Ungeöffnet. Vielleicht bis nächstes Jahr? Vielleicht arbeitet sie nächste Woche auch, ich weiss es nicht, und will sie als kleine Aufmunterung zwischendurch geniessen?

Vielleicht komme ich selber nach Weihnachten zurück und sie stehen mit einem Zettel bei mir am Platz, dass ich das lassen soll.

Ich weiss es nicht. Aber es macht mich verrückt. Kopfkino eben. Und ich fühle mich vollkommen lächerlich deswegen. Es ist mir peinlich. Allein schon darüber zu schreiben. Als wäre ich ein kleiner Schuljunge, der sich das erste Mal verliebt hat. Sehr männlich. Sehr attraktiv. Sicher genau das, was sie jetzt braucht.

Was denken (vor allem) die Frauen hier? Wie würdet Ihr in dieser Situation reagieren? Wie deutet Ihr das, dass meine kleine Aufmerksamkeit ungeöffnet am Platz steht? Und bitte keine Zurückhaltung. Vielleicht würde es helfen, wenn mir mal jemand so richtig den Kopf wäscht.

Danke für alle Antworten!

Mike

Du denkst zu viel nach !

Was ich tun würde, als Frau, hängt davon ab, wie ich dich finden würde.
Es könnte sein , das ich diese Geheimnisskrämerei doof gefunden hätte...
Es könnte auch sein, das ich mit Männern meines beruflichen Umfeldes generell nichts anfangen würde...
Ich würde schauen, ob die anderen Frau auch etwas bekommen haben...
Ebenso stellt sich mir dir Frage, ob du weiterhin immernoch in einer Beziehung bist?

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20. Dezember 2019 um 11:16

Also ich finde das total ok, wir haben uns im Büro alle was geschenkt - jeder für jeden was auf den Platz bestellt und das obwohl keiner hier verliebt ist Also ich würde jetzt nicht denken, dass sich wer in mich verliebte nur weil sie mir alle was schenkten.

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20. Dezember 2019 um 11:22
Beste Antwort
In Antwort auf clem_18886426

Guten Morgen

Schon jetzt vielen Dank an Alle, die mir weiterhelfen wollen.

Meine Situation ist äusserst kompliziert. Ich versuche gar nicht vollständig darauf einzugehen, sonst müsste ich einen Roman schreiben. Was ich eigentlich gerne würde. Und ohnehin fast getan habe. Denn ich würde mir gerne alles von der Seele schreiben, das mich gerade umtreibt und mich belastet. Aber das würde viel zu weit gehen.

Mir geht es im Wesentlichen um Folgendes.

Ich habe eine Arbeitskollegin, mit der ich mich seit Jahren blendend verstehe. Und die ich umheimlich gerne mag. Vom ersten Tag an. Und wie ich über die Jahre immer dachte, sie mich auch. Ich bin mir sicher, zwischen uns entstand zumindest im Ansatz eine Art Verliebtheit. Und wer weiss, wären wir nicht beide all die Zeit in einer Beziehung gewesen, hätte sich vielleicht mehr entwickelt. Vielleicht täusche ich mir aber auch. Wie schon so oft.

Nun kam sie im Sommer aus längeren Ferien zurück und ich spürte sofort, dass etwas anders war. Sie wirkte bedrückt. Freudlos. Sie hatte sich verändert. Ich wusste sofort, sie hatte sich getrennt. Als wir einige Zeit später Essen waren, hat sie das bestätigt. Nach drei Jahren, unmittelbar nach ihrer Rückkehr aus den Ferien, hat ihr Freund die Beziehung beendet. Out of the blue.

Ich hatte eigentlich erwartet, dass sie mit einem Ring am Finger zurückkommt. Besser gesagt, ich hatte es befürchtet. Denn wenn ich ehrlich bin, habe ich sie nie ganz aus meinem Kopf bekommen. Ich konnte diese unterschwellige Verliebtheit nie ganz abstellen. Und nun, da sie zurück ist, getrennt ist, hat mich dieses Gefühl vollkommen überwältigt und mich wie ein Blitz getroffen.

Und ich hasse es. Denn es macht alles kompliziert. Es lässt mich nicht mehr klar denken. Meine übliche Leichtigkeit, meine Unbeschwertheit, meine Natürlichkeit, sind einer steifen Befangenheit und Beklemmung gewichen. Und das lässt mich Fehler machen. Obwohl ich es besser weiss.

Denn mir ist bewusst, dass sie nun Abstand braucht. Freiraum. Ruhe. Sie zu bedrängen wäre der grösste alles Fehler. Und ich weiss, ich muss ihr nun zu allererst zeigen, dass ich das kann. Ihr möchte ihr natürlich auch zeigen, dass ich sie mag. Ich hoffe, ich darf das auch. Aber ich muss das, ohne sie zu bedrängen. Ich muss Geduld haben. So schwer das auch ist, wenn man Schmetterlinge im Bauch hat, wie schon seit Jahren nicht mehr. Aber das ist nunmal das Wichtigste. Denn sie ist ohnehin ein freiheitsliebender Mensch. So wie ich auch.

Aber gewisse Verhaltensweisen und mein Kopfkino kann ich nicht immer unterbinden.

Wenn sie unseren Lunch absagt, weil sie sich schlecht fühlt, gehe ich zu ihr und frage sie, ob sie etwas braucht. Wenn sie nach einer Woche Krankheit zurück kommt, gehe ich kurz vorbei und frage ich sie, wie es ihr geht. Und ärgere mich dabei über mich selbst, dass ich vorbeigegangen bin, weil ich befürchte, dass bereits das zu viel ist.

Da es kurz vor Weihnachten ist, habe ich ihr gestern eine kleine Schachtel mit Pralinés an den Platz gelegt. Wahrhaftig nicht übertrieben, ein handvoll Minipralinés, so gross wie eine Zigarettenschachtel. Natürlich ein wenig versteckt, dass sie nicht jeder sieht. Und anonym, damit es kein Gerede gibt, falls doch. Eigentlich nur eine nette Geste. Und doch denke ich, das alles war bereits zu viel.

Denn, um endlich zum Punkt und meiner eigentlichen Frage zu kommen: Ich habe gesehen, dass sie die Schachtel gestern gefunden hat. Sie hat aber kein Wort darüber verloren. Natürlich, sie war anonym. Und doch hatte ich irgendwie gehofft, dass sie auf mich kommen und mich fragen würde, ob sie von mir sind.

(Wobei es mir darum nicht geht. Nicht gehen darf. Denn ich wollte ihr einfach eine kleine Freude machen.)

Jedenfalls ist mir heute morgen aufgefallen, dass die Schachtel nun offen sichtbar an ihrem Platz steht. Allerdings ungeöffnet. (Es ist ein kleiner Karton, lediglich mit einer Schleife gebunden und die war ungeöffnet.) Selbst mein kleines Zettelchen, dass sie laktosefrei sind (sie ist allergisch), klebte noch daran.

Und nun spielt mein Kopfkino verrückt und lässt mich zweifeln, dass ich das Richtige getan habe. Dass das bereits zu viel war. Dass sie das nicht grefreut hat, sondern dass sie sich nun bedrängt fühlt. Obwohl es nur nett gemeint war. Denn wenn sie sich gefreut hätte, hätte sie die Schachtel doch mit nach Hause genommen und die Pralinés zuhause genossen, oder nicht? Und würde sie nicht im Büro stehen lassen. Ungeöffnet. Vielleicht bis nächstes Jahr? Vielleicht arbeitet sie nächste Woche auch, ich weiss es nicht, und will sie als kleine Aufmunterung zwischendurch geniessen?

Vielleicht komme ich selber nach Weihnachten zurück und sie stehen mit einem Zettel bei mir am Platz, dass ich das lassen soll.

Ich weiss es nicht. Aber es macht mich verrückt. Kopfkino eben. Und ich fühle mich vollkommen lächerlich deswegen. Es ist mir peinlich. Allein schon darüber zu schreiben. Als wäre ich ein kleiner Schuljunge, der sich das erste Mal verliebt hat. Sehr männlich. Sehr attraktiv. Sicher genau das, was sie jetzt braucht.

Was denken (vor allem) die Frauen hier? Wie würdet Ihr in dieser Situation reagieren? Wie deutet Ihr das, dass meine kleine Aufmerksamkeit ungeöffnet am Platz steht? Und bitte keine Zurückhaltung. Vielleicht würde es helfen, wenn mir mal jemand so richtig den Kopf wäscht.

Danke für alle Antworten!

Mike

unmittelbar nach ihrer Rückkehr aus den Ferien, hat ihr Freund die Beziehung beendet. Out of the blue.

Auf den ersten Blick für mich ein Frauenerwähler. Er scheint zu glauben, umgehend die nächste Frau zu finden, die dann besser sein wird für ihn. Und wenn nicht diese, dann geht er eben zur nächsten ...
Ich lese weiter, um zu erfahren, wie du das siehst. (Nicht gegen Männer gerichtet, die sich für Frauen wirklich entscheiden können. Das kommt später.)

Denn mir ist bewusst, dass sie nun Abstand braucht. Freiraum. Ruhe. 

Ja. Mindestens die hormonelle Bindung kann bei ihr dafür sorgen, dass sie diesen Mann nicht sofort aus dem Kopf bekommt. Vielleicht rechnet er sogar schon damit, dass sie ihm jetzt sowieso nachrennt und er noch immer die Wahl hat. Sechs Wochen, wenn sie sich konsequent Abstand hält. Erst dann ist sie eigentlich wieder frei. Wenn ihr das nicht bekannt ist, kannst du sie dazu ganz sachlich informieren. Ansonsten kannst du eigentlich ganz cool bleiben.
Wenn sie dich bisher nicht entdeckt und sofort einen anderen hat (Hast du Angst davor?), kann das entweder am gemeinsamen Arbeitsplatz liegen - es wäre doch unangenehm, wenn das nicht gut ginge, aber an den Arbeitsplatz seid ihr beide enger geschmiedet als an die Familie. Das ist weit verbreitet zur Zeit. Ich halte nichts davon, von vornherein gleich die Trennung anzupeilen. Aber über solche Probleme kann man sprechen, ohne gleich zu konkret zu werden. 
Oder sie ist nicht so, wie du sie bisher gesehen hast. Also oberflächlicher. Prinzipiell ist in solchen Angelegenheiten keine Zeitnot, wenn sie nicht gerade kurz vor 40 ist und noch einen Kinderwunsch hat. 

Wenn sie unseren Lunch absagt, weil sie sich schlecht fühlt, gehe ich zu ihr und frage sie, ob sie etwas braucht. 
... ich wollte ihr einfach eine kleine Freude machen


Super. 

dass sie laktosefrei sind (sie ist allergisch),

Insiderinformation, memnon. Sie wird schon wissen, wer der Absender war. 
Das kann ich natürlich nicht genau wissen. Vielleicht genießt sie das Geschenklein insgeheim wie eine kleine Trophäe. Das gönnst du ihr doch. Vielleicht hält sie dich auch für ein kleines bisschen zu feige, ihr das einfach in die Hand zu drücken, um ein Lächeln von ihr zu erhalten. Geschenkt, weil das nicht an einer einzigen kleinen Geste auszumachen ist. Alles nicht überzubewerten.  
Aber wir können uns denken, wie es dann gleich weitergegangen wäre, wenn du es ihr direkt überreicht hättest. Über ihr Lächeln wärst du wahrscheinlich noch mehr begeistert gewesen und hättest dann noch mehr Schwierigkeiten gehabt, deine Gefühle unter Kontrolle zu behalten. Einstweilen, Herr Arbeitskollege. 

Ich glaube, sie hat sich richtig verhalten. Also in dem Sinne, der zu einer Partnerschaft führen kann, in der ihr euch beide gut ergänzen könnt. Gespräche auf (nahezu) sachlicher Ebene mit ihr werden dir in der nächsten Zeit wohl möglich sein, um etwas weiter in eine gemeinsame Zukunft blicken zu können. Du kannst schon selbst darüber nachdenken, einfach für dich, und sie fragen, um ihre Meinung zu deinen Zielen zu erfahren. Mach dir keinen Zeitdruck, der könnte bei ihr wie Forderung ankommen. Allgemein Forderungen vermeiden. So wie du hier beschrieben hast, machst du einen guten Eindruck. 
Nette Geschichte. Ich freue mich, wenn dir das helfen konnte. 

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20. Dezember 2019 um 11:48

Danke an Alle. Wirklich.

Es tut mir leid. Auch für Euch, meinen Mist zu lesen.

Ich weiss, ich bin ein A***h. Aus verschiedenen Gründen. Und ich hasse mich dafür. Ich hasse mich für so vieles. Für vieles was ich bin, für vieles was ich getan habe, für vieles was ich nicht getan habe. Dafür, dass ich anderen eine Last bin. Denn ja, ich habe mich vollkommen verrannt. Ich habe zum ersten Mal im meinem Leben vollständig die Kontrolle verloren. Ich weiss zum ersten Mal nicht mehr weiter. Ich erkenne mich dabei selbst nicht wieder. Ich kann kompliziert sein. Ja. Aber das? Nein. Das ist neu.

Habe ich ein schlechtes Gewissen? Natürlich habe ich das. Aber nicht wegen meiner alten Freundin. Ich steckte fast 7 Jahre lang in einer Beziehung, die ambivalenter nicht hätte sein können. Von inniger Liebe über beinahe abgrundtiefe Missbilligung wurde mir die gesamte Palette der menschlichen Emotionalität zuteil. Und es hat Monate des Kampfes gebraucht, mich trotz aller Qual, trotz all dem Sch*** durch den wir gegangen sind, vollständig zu lösen. Weil ich wusste, dass sie das nicht mit Absicht tat. Weil ich wusste, dass sie nur ihren eigenen Ängsten unterlag. Weil sie schier zusammengebrochen ist, wenn ich das Wort Trennung nur in den Mund genommen habe. Und doch musste ich es tun. Um mich selbst zu schützen. Weil es so nicht mehr weitergehen konnte. Weil ich mich sonst vollkommen aufgegeben hätte. Und doch spüre ich ja selbst, dass ich immer noch nicht frei bin.

Daher habe ich ein schlechtes Gewissen wegen meiner Kollegin. Weil es eigentlich der besch***ste Zeitpunkt wäre, überhaupt etwas neues anzufangen. Für uns beide.

Dass es ohnehin Mist ist etwas mit Kollegen anzufangen ist mir klar. Aber wir arbeiten nicht direkt zusammen und laufen uns bei gut 1000 Leuten auch nicht ständig über den Weg.

Aber eigentlich ist es gut, habe ich es verkackt. Das hilft es, allem ein Ende zu setzen. Was glaube ich das beste ist.

Und doch denke ich morgen wieder anders. Denn was will man machen, wenn Herz und Verstand verrückt spielen?

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20. Dezember 2019 um 12:30
In Antwort auf clem_18886426

Danke an Alle. Wirklich.

Es tut mir leid. Auch für Euch, meinen Mist zu lesen.

Ich weiss, ich bin ein A***h. Aus verschiedenen Gründen. Und ich hasse mich dafür. Ich hasse mich für so vieles. Für vieles was ich bin, für vieles was ich getan habe, für vieles was ich nicht getan habe. Dafür, dass ich anderen eine Last bin. Denn ja, ich habe mich vollkommen verrannt. Ich habe zum ersten Mal im meinem Leben vollständig die Kontrolle verloren. Ich weiss zum ersten Mal nicht mehr weiter. Ich erkenne mich dabei selbst nicht wieder. Ich kann kompliziert sein. Ja. Aber das? Nein. Das ist neu.

Habe ich ein schlechtes Gewissen? Natürlich habe ich das. Aber nicht wegen meiner alten Freundin. Ich steckte fast 7 Jahre lang in einer Beziehung, die ambivalenter nicht hätte sein können. Von inniger Liebe über beinahe abgrundtiefe Missbilligung wurde mir die gesamte Palette der menschlichen Emotionalität zuteil. Und es hat Monate des Kampfes gebraucht, mich trotz aller Qual, trotz all dem Sch*** durch den wir gegangen sind, vollständig zu lösen. Weil ich wusste, dass sie das nicht mit Absicht tat. Weil ich wusste, dass sie nur ihren eigenen Ängsten unterlag. Weil sie schier zusammengebrochen ist, wenn ich das Wort Trennung nur in den Mund genommen habe. Und doch musste ich es tun. Um mich selbst zu schützen. Weil es so nicht mehr weitergehen konnte. Weil ich mich sonst vollkommen aufgegeben hätte. Und doch spüre ich ja selbst, dass ich immer noch nicht frei bin.

Daher habe ich ein schlechtes Gewissen wegen meiner Kollegin. Weil es eigentlich der besch***ste Zeitpunkt wäre, überhaupt etwas neues anzufangen. Für uns beide.

Dass es ohnehin Mist ist etwas mit Kollegen anzufangen ist mir klar. Aber wir arbeiten nicht direkt zusammen und laufen uns bei gut 1000 Leuten auch nicht ständig über den Weg.

Aber eigentlich ist es gut, habe ich es verkackt. Das hilft es, allem ein Ende zu setzen. Was glaube ich das beste ist.

Und doch denke ich morgen wieder anders. Denn was will man machen, wenn Herz und Verstand verrückt spielen?

Man du laberst dich um Kopf und Kragen hier, soooo theatralisch und voller Selbstmitleid und Märtyrertum.

Sags doch einfach gerade heraus, bist du getrennt oder nicht? Hör auf um den heißen Brei rum zu labern! 

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20. Dezember 2019 um 14:43
In Antwort auf clem_18886426

Danke an Alle. Wirklich.

Es tut mir leid. Auch für Euch, meinen Mist zu lesen.

Ich weiss, ich bin ein A***h. Aus verschiedenen Gründen. Und ich hasse mich dafür. Ich hasse mich für so vieles. Für vieles was ich bin, für vieles was ich getan habe, für vieles was ich nicht getan habe. Dafür, dass ich anderen eine Last bin. Denn ja, ich habe mich vollkommen verrannt. Ich habe zum ersten Mal im meinem Leben vollständig die Kontrolle verloren. Ich weiss zum ersten Mal nicht mehr weiter. Ich erkenne mich dabei selbst nicht wieder. Ich kann kompliziert sein. Ja. Aber das? Nein. Das ist neu.

Habe ich ein schlechtes Gewissen? Natürlich habe ich das. Aber nicht wegen meiner alten Freundin. Ich steckte fast 7 Jahre lang in einer Beziehung, die ambivalenter nicht hätte sein können. Von inniger Liebe über beinahe abgrundtiefe Missbilligung wurde mir die gesamte Palette der menschlichen Emotionalität zuteil. Und es hat Monate des Kampfes gebraucht, mich trotz aller Qual, trotz all dem Sch*** durch den wir gegangen sind, vollständig zu lösen. Weil ich wusste, dass sie das nicht mit Absicht tat. Weil ich wusste, dass sie nur ihren eigenen Ängsten unterlag. Weil sie schier zusammengebrochen ist, wenn ich das Wort Trennung nur in den Mund genommen habe. Und doch musste ich es tun. Um mich selbst zu schützen. Weil es so nicht mehr weitergehen konnte. Weil ich mich sonst vollkommen aufgegeben hätte. Und doch spüre ich ja selbst, dass ich immer noch nicht frei bin.

Daher habe ich ein schlechtes Gewissen wegen meiner Kollegin. Weil es eigentlich der besch***ste Zeitpunkt wäre, überhaupt etwas neues anzufangen. Für uns beide.

Dass es ohnehin Mist ist etwas mit Kollegen anzufangen ist mir klar. Aber wir arbeiten nicht direkt zusammen und laufen uns bei gut 1000 Leuten auch nicht ständig über den Weg.

Aber eigentlich ist es gut, habe ich es verkackt. Das hilft es, allem ein Ende zu setzen. Was glaube ich das beste ist.

Und doch denke ich morgen wieder anders. Denn was will man machen, wenn Herz und Verstand verrückt spielen?

Du bist ein richtiger Lappen. Wer dich als Partner hat, ist verloren
 

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20. Dezember 2019 um 15:05
In Antwort auf clem_18886426

Danke an Alle. Wirklich.

Es tut mir leid. Auch für Euch, meinen Mist zu lesen.

Ich weiss, ich bin ein A***h. Aus verschiedenen Gründen. Und ich hasse mich dafür. Ich hasse mich für so vieles. Für vieles was ich bin, für vieles was ich getan habe, für vieles was ich nicht getan habe. Dafür, dass ich anderen eine Last bin. Denn ja, ich habe mich vollkommen verrannt. Ich habe zum ersten Mal im meinem Leben vollständig die Kontrolle verloren. Ich weiss zum ersten Mal nicht mehr weiter. Ich erkenne mich dabei selbst nicht wieder. Ich kann kompliziert sein. Ja. Aber das? Nein. Das ist neu.

Habe ich ein schlechtes Gewissen? Natürlich habe ich das. Aber nicht wegen meiner alten Freundin. Ich steckte fast 7 Jahre lang in einer Beziehung, die ambivalenter nicht hätte sein können. Von inniger Liebe über beinahe abgrundtiefe Missbilligung wurde mir die gesamte Palette der menschlichen Emotionalität zuteil. Und es hat Monate des Kampfes gebraucht, mich trotz aller Qual, trotz all dem Sch*** durch den wir gegangen sind, vollständig zu lösen. Weil ich wusste, dass sie das nicht mit Absicht tat. Weil ich wusste, dass sie nur ihren eigenen Ängsten unterlag. Weil sie schier zusammengebrochen ist, wenn ich das Wort Trennung nur in den Mund genommen habe. Und doch musste ich es tun. Um mich selbst zu schützen. Weil es so nicht mehr weitergehen konnte. Weil ich mich sonst vollkommen aufgegeben hätte. Und doch spüre ich ja selbst, dass ich immer noch nicht frei bin.

Daher habe ich ein schlechtes Gewissen wegen meiner Kollegin. Weil es eigentlich der besch***ste Zeitpunkt wäre, überhaupt etwas neues anzufangen. Für uns beide.

Dass es ohnehin Mist ist etwas mit Kollegen anzufangen ist mir klar. Aber wir arbeiten nicht direkt zusammen und laufen uns bei gut 1000 Leuten auch nicht ständig über den Weg.

Aber eigentlich ist es gut, habe ich es verkackt. Das hilft es, allem ein Ende zu setzen. Was glaube ich das beste ist.

Und doch denke ich morgen wieder anders. Denn was will man machen, wenn Herz und Verstand verrückt spielen?

Und ich hasse mich dafür. Ich hasse mich für so vieles.

Das macht es nicht besser!
Wenn du dich wirklich so hassen würdest, und wirklich so ein schlechtes Gewissen hättest, würdest du keine Spielchen spielen.

Und betreffend der Pralinen: vielleicht will sie die auch einfach nach den Festtagen im Büro essen!? Als Nachmittagssnack und so!?

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20. Dezember 2019 um 15:24

Warum seid ihr denn alle so agro? Habe ich was verpasst? Er schreibt doch: "Und doch musste ich es tun." (Trennung)

Ist man ein Lappen oder abscheulich, weil man sich verliebt? Auch wenn man gerade in einer Psyhobeziehung steckt? Wer ohne Schuld ist, werfe den ersten Stein (oder so ähnlich) ... 

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20. Dezember 2019 um 16:13
In Antwort auf clem_18886426

Guten Morgen

Schon jetzt vielen Dank an Alle, die mir weiterhelfen wollen.

Meine Situation ist äusserst kompliziert. Ich versuche gar nicht vollständig darauf einzugehen, sonst müsste ich einen Roman schreiben. Was ich eigentlich gerne würde. Und ohnehin fast getan habe. Denn ich würde mir gerne alles von der Seele schreiben, das mich gerade umtreibt und mich belastet. Aber das würde viel zu weit gehen.

Mir geht es im Wesentlichen um Folgendes.

Ich habe eine Arbeitskollegin, mit der ich mich seit Jahren blendend verstehe. Und die ich umheimlich gerne mag. Vom ersten Tag an. Und wie ich über die Jahre immer dachte, sie mich auch. Ich bin mir sicher, zwischen uns entstand zumindest im Ansatz eine Art Verliebtheit. Und wer weiss, wären wir nicht beide all die Zeit in einer Beziehung gewesen, hätte sich vielleicht mehr entwickelt. Vielleicht täusche ich mir aber auch. Wie schon so oft.

Nun kam sie im Sommer aus längeren Ferien zurück und ich spürte sofort, dass etwas anders war. Sie wirkte bedrückt. Freudlos. Sie hatte sich verändert. Ich wusste sofort, sie hatte sich getrennt. Als wir einige Zeit später Essen waren, hat sie das bestätigt. Nach drei Jahren, unmittelbar nach ihrer Rückkehr aus den Ferien, hat ihr Freund die Beziehung beendet. Out of the blue.

Ich hatte eigentlich erwartet, dass sie mit einem Ring am Finger zurückkommt. Besser gesagt, ich hatte es befürchtet. Denn wenn ich ehrlich bin, habe ich sie nie ganz aus meinem Kopf bekommen. Ich konnte diese unterschwellige Verliebtheit nie ganz abstellen. Und nun, da sie zurück ist, getrennt ist, hat mich dieses Gefühl vollkommen überwältigt und mich wie ein Blitz getroffen.

Und ich hasse es. Denn es macht alles kompliziert. Es lässt mich nicht mehr klar denken. Meine übliche Leichtigkeit, meine Unbeschwertheit, meine Natürlichkeit, sind einer steifen Befangenheit und Beklemmung gewichen. Und das lässt mich Fehler machen. Obwohl ich es besser weiss.

Denn mir ist bewusst, dass sie nun Abstand braucht. Freiraum. Ruhe. Sie zu bedrängen wäre der grösste alles Fehler. Und ich weiss, ich muss ihr nun zu allererst zeigen, dass ich das kann. Ihr möchte ihr natürlich auch zeigen, dass ich sie mag. Ich hoffe, ich darf das auch. Aber ich muss das, ohne sie zu bedrängen. Ich muss Geduld haben. So schwer das auch ist, wenn man Schmetterlinge im Bauch hat, wie schon seit Jahren nicht mehr. Aber das ist nunmal das Wichtigste. Denn sie ist ohnehin ein freiheitsliebender Mensch. So wie ich auch.

Aber gewisse Verhaltensweisen und mein Kopfkino kann ich nicht immer unterbinden.

Wenn sie unseren Lunch absagt, weil sie sich schlecht fühlt, gehe ich zu ihr und frage sie, ob sie etwas braucht. Wenn sie nach einer Woche Krankheit zurück kommt, gehe ich kurz vorbei und frage ich sie, wie es ihr geht. Und ärgere mich dabei über mich selbst, dass ich vorbeigegangen bin, weil ich befürchte, dass bereits das zu viel ist.

Da es kurz vor Weihnachten ist, habe ich ihr gestern eine kleine Schachtel mit Pralinés an den Platz gelegt. Wahrhaftig nicht übertrieben, ein handvoll Minipralinés, so gross wie eine Zigarettenschachtel. Natürlich ein wenig versteckt, dass sie nicht jeder sieht. Und anonym, damit es kein Gerede gibt, falls doch. Eigentlich nur eine nette Geste. Und doch denke ich, das alles war bereits zu viel.

Denn, um endlich zum Punkt und meiner eigentlichen Frage zu kommen: Ich habe gesehen, dass sie die Schachtel gestern gefunden hat. Sie hat aber kein Wort darüber verloren. Natürlich, sie war anonym. Und doch hatte ich irgendwie gehofft, dass sie auf mich kommen und mich fragen würde, ob sie von mir sind.

(Wobei es mir darum nicht geht. Nicht gehen darf. Denn ich wollte ihr einfach eine kleine Freude machen.)

Jedenfalls ist mir heute morgen aufgefallen, dass die Schachtel nun offen sichtbar an ihrem Platz steht. Allerdings ungeöffnet. (Es ist ein kleiner Karton, lediglich mit einer Schleife gebunden und die war ungeöffnet.) Selbst mein kleines Zettelchen, dass sie laktosefrei sind (sie ist allergisch), klebte noch daran.

Und nun spielt mein Kopfkino verrückt und lässt mich zweifeln, dass ich das Richtige getan habe. Dass das bereits zu viel war. Dass sie das nicht grefreut hat, sondern dass sie sich nun bedrängt fühlt. Obwohl es nur nett gemeint war. Denn wenn sie sich gefreut hätte, hätte sie die Schachtel doch mit nach Hause genommen und die Pralinés zuhause genossen, oder nicht? Und würde sie nicht im Büro stehen lassen. Ungeöffnet. Vielleicht bis nächstes Jahr? Vielleicht arbeitet sie nächste Woche auch, ich weiss es nicht, und will sie als kleine Aufmunterung zwischendurch geniessen?

Vielleicht komme ich selber nach Weihnachten zurück und sie stehen mit einem Zettel bei mir am Platz, dass ich das lassen soll.

Ich weiss es nicht. Aber es macht mich verrückt. Kopfkino eben. Und ich fühle mich vollkommen lächerlich deswegen. Es ist mir peinlich. Allein schon darüber zu schreiben. Als wäre ich ein kleiner Schuljunge, der sich das erste Mal verliebt hat. Sehr männlich. Sehr attraktiv. Sicher genau das, was sie jetzt braucht.

Was denken (vor allem) die Frauen hier? Wie würdet Ihr in dieser Situation reagieren? Wie deutet Ihr das, dass meine kleine Aufmerksamkeit ungeöffnet am Platz steht? Und bitte keine Zurückhaltung. Vielleicht würde es helfen, wenn mir mal jemand so richtig den Kopf wäscht.

Danke für alle Antworten!

Mike

ernsthaft?  du hast sie ihr geschenkt und gut!  und ich glaub nicht dass es dir darum geht dass es vielleicht zu "viel" war sondern es kränkt dich dass sie nicht danke sagt

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20. Dezember 2019 um 16:23

Ich muss als Frau hier sagen das ich dich vom lesen her furchtbar anstrengend finde, hör doch auf rumzueiern?  Ihr offen die Pralinen geben hätte ich von einem erwachsenen Mann erwartet.

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20. Dezember 2019 um 18:56

Du hättest ihr die Pralinen einfach persönlich geben sollen. Geschenke und Aufmerksamkeiten werden doch nicht nur unter Partnern und heimlichen Liebhabern ausgetauscht, sondern auch Freunden, Bekannten und Kollegen. Warum also anonym? 

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21. Dezember 2019 um 12:08
In Antwort auf clem_18886426

Danke an Alle. Wirklich.

Es tut mir leid. Auch für Euch, meinen Mist zu lesen.

Ich weiss, ich bin ein A***h. Aus verschiedenen Gründen. Und ich hasse mich dafür. Ich hasse mich für so vieles. Für vieles was ich bin, für vieles was ich getan habe, für vieles was ich nicht getan habe. Dafür, dass ich anderen eine Last bin. Denn ja, ich habe mich vollkommen verrannt. Ich habe zum ersten Mal im meinem Leben vollständig die Kontrolle verloren. Ich weiss zum ersten Mal nicht mehr weiter. Ich erkenne mich dabei selbst nicht wieder. Ich kann kompliziert sein. Ja. Aber das? Nein. Das ist neu.

Habe ich ein schlechtes Gewissen? Natürlich habe ich das. Aber nicht wegen meiner alten Freundin. Ich steckte fast 7 Jahre lang in einer Beziehung, die ambivalenter nicht hätte sein können. Von inniger Liebe über beinahe abgrundtiefe Missbilligung wurde mir die gesamte Palette der menschlichen Emotionalität zuteil. Und es hat Monate des Kampfes gebraucht, mich trotz aller Qual, trotz all dem Sch*** durch den wir gegangen sind, vollständig zu lösen. Weil ich wusste, dass sie das nicht mit Absicht tat. Weil ich wusste, dass sie nur ihren eigenen Ängsten unterlag. Weil sie schier zusammengebrochen ist, wenn ich das Wort Trennung nur in den Mund genommen habe. Und doch musste ich es tun. Um mich selbst zu schützen. Weil es so nicht mehr weitergehen konnte. Weil ich mich sonst vollkommen aufgegeben hätte. Und doch spüre ich ja selbst, dass ich immer noch nicht frei bin.

Daher habe ich ein schlechtes Gewissen wegen meiner Kollegin. Weil es eigentlich der besch***ste Zeitpunkt wäre, überhaupt etwas neues anzufangen. Für uns beide.

Dass es ohnehin Mist ist etwas mit Kollegen anzufangen ist mir klar. Aber wir arbeiten nicht direkt zusammen und laufen uns bei gut 1000 Leuten auch nicht ständig über den Weg.

Aber eigentlich ist es gut, habe ich es verkackt. Das hilft es, allem ein Ende zu setzen. Was glaube ich das beste ist.

Und doch denke ich morgen wieder anders. Denn was will man machen, wenn Herz und Verstand verrückt spielen?

Ich weiss, ich bin ein A***h. 

Tatsächlich? Und ich dachte, ich schreibe hier einem Mann, der um RAT von Frauen bittet. 
Wusstest du schon, dass A***h seit Urzeiten nichts dazugelernt hat? Wirklich. A***h hat die Evolution auch nicht zum Lernen an den Menschen montiert, schon Vorfahren des Menschen hatten A***h, und keiner will auf das bewährte Teil verzichten bis heute. 
Moderne, intelligente Menschen betrachten solche und ähnliche Namen als Beschimpfung, als Erniedrigung und als Reduzierung auf einen Teil des Körpers, über den jeder verfügt. Die einfachste Möglichkeit zu kontern, wäre nun, zu sagen: Hey, selber A***h. Bringt aber nicht weiter. Die Kunst, "A***h in der Hose haben" hat sogar als Kompliment herzuhalten. Frauen-A***h wird dir am Stück auf Deutschlands Boulevard vorgesetzt, mir (Frau) auch. Der Sender denkt nicht an mich, und Massenmörder will ich auch nicht bewundern. Das ist krank und aus. 

Vor kurzem gab es hochkarätige "Eier" im TV zu sehen bei jemandem, der dann ein Hallelujah gesungen hat. Mutiger Mann. Nachzuschlagen übrigens unter Suchwort Hoden. Man kann sich sogar denken, was Jesus unter seinem Lendenschurz zu verbergen hatte. Es war einfach nicht wichtig genug, bei all dem Text. "Des Kaisers neue Kleider": Ha-Ha-Ha-Ha-Ha. Natur vergessen vor lauter Bildung. Lies auch nach unter "Die Erschaffung Adams". Viele Jahrtausende liegen zwischen heutigen Adams und dem "ersten Menschen". Wie viele, das wurde im Laufe der Geschichte immer wieder einmal geändert. In Geschichtsbüchern treten auch Frauen auf, in mehreren Abstufungen, aber auch die hochkarätigsten waren häufig nicht edel genug für Geschichtsschreiber.
Noch 1522 Chr gehörten Zeugung und Geburt zusammen, anschließend wurde man genauer. genuit: frag Caesar. Klar, er muss das wissen. 
Väter: stets interessant, aber manchmal nicht, und das ist Grund genug, darüber nachzudenken. Eine Menge Fehler gibt es auch, aber Zweifel waren nicht immer erlaubt. Das Matthäus-Evangelium z.B. sei zu der Zeit entstanden, als Titus1 und Titus2 (Domitianus) in Rom regierten ... Würdest du zwei Söhnen gleiche Vornamen geben? Domitianus habe nicht in Rom regiert, sondern in Athen. Man konnte also den nächsten Flieger nehmen, alternativ die Autobahn, in ein Nachbarland reisen, mit oder ohne Legionen, und war später Vor- oder Nachfahr seiner selbst. Nettes Spiel. So etwas wollte ich schon immer programmieren. Sonnenfinsternisse waren jedenfalls hilfreich für damalige Wissenschaftler und durchaus glaubwürdig, wenn Kalender in zuvor getrennten Reichen zusammengelegt werden sollten. Zum Beispiel.  
Also eine Vielzahl an Beobachtungen zu diversen Phänomenen und Geheimnissen, für jedes einzelne möchte man sich ausreichend Zeit nehmen. 
Aber zurück zu deinem Problem, das dir vor diesem Hintergrund als eher klein erscheinen darf. Ganz viele Menschen machen Fehler. Nein, ich verrate es dir gleich: alle. 

Oder glaubst du jetzt, das gehört alles nicht zu deinem Problem? Kann schon sein. Zeit haben ist wunderbar.  
Soviel nur zu deinem momentanen SELBSTBILD. "Ich weiss, ich bin ein A***h." Ich denke eher, das hast du alles noch nicht so gesehen.   

Für die passende souveräne Haltung bei dir sorgt aber dein eigenes, möglichst "sauberes" Verhalten (s. "Goldene Regel"
Und richtig, die gesunde Information nach Erhalt eines Geschenks: ein Lächeln, ein Danke. Das darf man erwarten, kein "Hach, war doch viel zu teuer", "Du willst mich doch bloß kaufen", "Kauf mir alles selber", "Will ich nicht", "Mach das bloß nicht." Mehr musst du aber schon nicht erwarten, z.B. dass sie nun umgehend zu dir kommt. 
Was im Job gerecht ist, muss nicht mit einer Mann-Frau-Partnerschaft verwechselt werden. 

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