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Was macht eine Beziehung aus? Stehe kurz vor Trennung.

14. September 2014 um 21:40

Liebe Forum,

Ich habe mich vor 10 Jahren auf eine Beziehung eingelassen, obwohl ich nicht verliebt war und nie Schmetterlinge im Bauch hatte. Wir konnten von Anfang an viel gemeinsam lachen, er war mein Ruhepol, mein Fels in der Brandung nach einer turbulenten Zeit in meinem Leben. Im Lauf der Jahre habe ich ihn lieben gelernt. Wir wohnen bis heute nicht zusammen und ich kann mir nicht vorstellen mit ihm zusammen zu ziehen. Ich habe bis heute kein einziges Mal Lust verspürt mit ihm zu schlafen, wir tun es trotzdem regelmäßig. Es liegt nicht an ihm, ich denke er würde jede Frau glücklich machen auch im sexuellen Bereich. Ich bin eigentlich auch nie frigide gewesen, ich verspüre einfach keine sexuelle Anziehung.

Ich bin noch nie von einem Menschen so bedingungslos geliebt worden. Er liebt mich mit Haut und Haaren, egal wie scheiße ich morgens aussehe und wie launisch ich bin. Ich glaube das liest sich gerade ziemlich emotionslos, aber ich heule gerade fast.
Er weiß, dass ich keine Lust an Sex habe, ich habe auch gesagt, dass es nicht an ihm liegt, er ignoriert das aber, weil er hilflos ist. Wenn ich versuche ein ernsthaftes Beziehungsgespräch mit ihm zu führen, ist das nicht möglich, er tut danach immer so als wäre nichts gewesen. Es gibt nichts was ihn hindern würde mich zu lieben. Ich möchte niemanden anderen kennenlernen, aber ich möchte auch nicht mehr so weitermachen. Es würde momentan aus allen Wolken fallen, wenn er wüsste welche Gedanken ich in mir trage (seit Jahren immer wieder).

Wir sind ziemlich unterschiedlich. Er schläft gern bis nachmittags, ich bin Frühaufsteher, ich arbeite hart und möchte dann auch mal verreisen. Er ist ein Lebenskünstler. Er ist extrovertiert und sucht Gesellschaft, ich bin ein Eigenbrödler und gerne alleine. Er spricht viel, ich dagegen wenig und würde wenige, aber tiefere Gespräche führen neben dem Austausch von unserem Tagesgeschehen. Er akzeptiert mich zu 100% so wie ich bin. Ich habe am Anfang immer an ihm rumgenörgelt, da ich mehr Zeit mit ihm verbringen wollte. Mittlerweile hat sich das eingespielt. Ich gehe meinen Hobbies nach wenn er schläft und wenn er wach ist, gehen wir auch eigene Wege. Er sieht gern fern, ich lese lieber. Das Problem ist das mit der gewachsenen Liebe ist wahr. Ich liebe ihn für seine reine Seele, er kann niemanden etwas Böses tun und er würde mich nie schlecht behandeln. Manchmal denke ich, ich müsste ihn schon gehen lassen, weil er jemanden besseren verdient hat. Ich empfinde mich auch manchmal als undankbar, da bekomme ich einen so ehrlichen Mann ab und ich? Geht es jemanden ähnlich? Ich würde mich auch über kritische freuen. Was ich brauche ist objektive Ehrlichkeit oder auch subjektiv. Wie auch immer. Danke.

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15. September 2014 um 10:36

Kenne das Gefühl
Hallo Lisa 198013,

das was du beschreibst kenne ich nur zu gut. Ich habe schon mehrere Posts hier bei gofeminin geschrieben in denen es um meine "neuen" Liebschaften oder "Beziehungen" ging, habe aber glaube ich nie großartig über meine 5 Jährige vorherige Beziehung geschrieben.
Bei mir war es absolut dasselbe ich habe ihn kennengelernt und er war gar nicht mein Typ (nur aufs Äußere bezogen) konnte mich aber vom ersten Tag an mit seiner Art und mit seinem Humor fesseln. Nach einigem hin und her bin ich eine Beziehung mit ihm eingegangen, wohlgemerkt ohne Schmetterlinge oder das typische verliebtsein und was soll ich sagen mit den Jahren lernte ich ihn zu lieben.
Wir wiederum zogen zusammen und waren dabei uns ein Haus zu kaufen, waren also auf einem guten Weg ein ganzes Leben zusammen aufzubauen.
Nur diese Zweifel die du beschreibst die waren auch bei mir da. Ich liebte ihn auf eine neue Art als andere Partner vorher aber ich liebte ihn. Nur für mich hat es nicht ausgereicht, ich bin der Meinung ich muss mir vorstellen können das DER Partner mit dem ich alt werden möchte oder den ich irgendwann vielleicht einmal Heirate Gefühle in mir auslöst die mich niemals zweifeln lassen, zumindest nicht in so einem Ausmaß wie es bei mir der Fall war.
Also beendete ich die Beziehung schweren Herzens, denn er war oder besser gesagt IST mein Fels in der Brandung und mein Anker in schweren Zeiten...das ganze ist bei mir jetzt fast genau ein Jahr her und wir sind immer noch befreundet weil ich so einen Menschen wie ihn nie mehr missen möchte.

Ich will damit nur sagen, wenn du zweifelst und dir sicher bist dass er "nicht" der Mann fürs Leben ist, dann beende dir und ihm zuliebe die Beziehung, ich denke er wird es irgendwann verstehen. Ich hab mir selber oft die Frage gestellt soll ich die Beziehung beenden oder soll ich das Leben was wir beide führen so hinnehmen und mit dem Glücklich sein was ich habe?
Ich für mich bin aber zu dem Entschluss gekommen auch ihm die Möglichkeit zu geben vielleicht die Frau zu finden die ihm die ganz großen Gefühle entgegen bringt die er mir gegeben hat, das er sein großes Glück findet. Es heißt nicht das man sich verliert oder aus dem Leben des anderen verschwindet, es wird nur anders, in meinem Fall sogar schöner.

Ich bereue es bis heute in keinster Weise das ich mich getrennt habe, sondern weiß das es die richtige Entscheidung war und das auf uns Beide der richtige Partner irgendwo wartet.
Ich will dir keinen Ratschlag geben was du tun sollst sondern wollte dir mit meiner Geschichte einfach nur zeigen das du nicht alleine mit deinen Gedanken und Problemen bist, was du daraus machst ist deine Entscheidung und ich bin mir sicher du wirst die Richtige für dich und für deinen Freund fällen

Ich drück dir die Daumen...liebe Grüße BeingDifferent

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15. September 2014 um 19:39

Vielen lieben Dank
an euch drei für eure Kommentare, alle sind sehr wichtig für mich. Es war mein erster Thread in irgendeinem Forum und ich bin erleichtert, dass ich ernst genommen wurde.
@ BeingDifferent, danke für deine Geschichte, ich sehe mich in ihr wieder und es tut gut zu wissen, dass mich jemand verstehen kann. Er ist mir so vertraut geworden, sein Schnarchen und weitere Macken, die ich einfach liebenswert finde. Sein Geruch, seine Tollpatschigkeit, die typischen Männermacken, sein Versuch alles mit Logik zu erklären, da er nicht so der emotionale Typ ist im Gegensatz zu mir
@ cefeu, du hast Recht. Die Annehmlichkeiten sind so geliebt zu werden und das Wissen, dass er mir nie weh tun würde. Komischerweise hat mir nie jemand wirklich weh getan, ich bin jetzt nicht traumatisiert oder so. Natürlich kann er sich auch in eine andere verlieben, so sehr überzeugt bin ich nicht von mir, aber ich würde mich für ihn freuen.
@ Jericho, ich war in meiner Jugendzeit drogenabhängig, habe dann meinen Mann kennengelernt (wir waren 2 Jahre insgesamt zusammen), wir wurden beide clean, er starb nach einem Rückfall an einer Überdosis, schon 1,5 Jahr später, habe ich meinen jetzigen Partner kennengelernt. Es war mir zu früh, ich wollte noch nicht, aber er hat nicht locker gelassen. Bis sich die Libido nach einer Methadontherapie wieder stabilisiert, kann ziemlich lange dauern, somit dachte ich zu Beginn, das wird schon, aber es wurde nicht, kein einziges Mal! Mein Partner wusste von Anfang an Bescheid, ich habe es immer thematisiert, aber mittlerweile nicht mehr, denn ich möchte auf keinen Fall, dass er denkt es liegt an seinen Qualitäten und irgendwann wäre das auf sein Selbstwertgefühl gegangen. Den Todesfall von meinem Mann habe ich definitiv verarbeitet, auch sonst stehe ich seit 12 Jahren mitten im Leben und es geht mir gut. Während der Partnerschaft mit meinem Mann, war übrigens das Sexleben auch nicht sehr berauschend, so ein Entzug und das Leben in den Griff kriegen, nimmt einem jegliche Lust. So ehrlich muss ich nun schon sein.
Früher hatte ich eigentlich schon gerne Sex. Zu einem Psychologen zu gehen, halte ich in diesem Fall für sinnlos, da es auch an dem Funken fehlt, den kann mir auch eine Therapie nicht herbeizaubern. Mein Partner würde es gerne mal langsam angehen oder so, aber das geht nicht. Ich könnt ausflippen, wenn ich schon nur an den Sex denke.
Darauf irgendwas zu schreiben, wird vermutlich schwer für euch. Aber eure ersten Kommentare haben mir schon sehr geholfen, sei es dabei mich selbst zu reflektieren. Danke!

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15. September 2014 um 20:43

Danke, ginxd
sprich wie ein kücken das sein nest nicht verlassen will weil die welt da draußen unheimlich ist. Jetzt muss ich lachen und weinen, weil es genau so ist.

Er empfindet es natürlich anders, was es mir so schwer macht. Manchmal versuche ich zu ihm ekelhaft zu sein, nur damit ich es ihm endlich sagen kann (ca. 1-2-mal im Jahr). Aber es läuft seit Jahren darauf hinaus, dass alles von seiner Seite nicht so schlimm ist. Er flüchte innerlich in solchen Situationen vor mir, weil er es weiß! Er spürt es, dass er mich eines Tages verlieren wird. Ich sage ihm nicht mehr, dass mich der Sex nervt, aber ich spiele ihm auch nichts vor. Wenn er es nicht merken würde, wäre er dumm. Jeder andere hätte mich längst zum Teufel gejagt.

Erst vor 2 Wochen hat er zu mir gesagt, dass er immer noch Schmetterlinge im Bauch hat, wenn er zu mir kommt und das nach 10 Jahren und er hat mich gefragt, ob es mir genauso geht. Ich habe ihn ungläubig angesehen und nachgehackt. Seit 10 Jahren! Wir sehen uns 3-4-mal in der Woche mit Übernachtung und Alltag und telefonieren in der restlichen Zeit täglich! Das ist so ein Geschenk, aber ändert nichts

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15. September 2014 um 20:58
In Antwort auf beingdifferent

Kenne das Gefühl
Hallo Lisa 198013,

das was du beschreibst kenne ich nur zu gut. Ich habe schon mehrere Posts hier bei gofeminin geschrieben in denen es um meine "neuen" Liebschaften oder "Beziehungen" ging, habe aber glaube ich nie großartig über meine 5 Jährige vorherige Beziehung geschrieben.
Bei mir war es absolut dasselbe ich habe ihn kennengelernt und er war gar nicht mein Typ (nur aufs Äußere bezogen) konnte mich aber vom ersten Tag an mit seiner Art und mit seinem Humor fesseln. Nach einigem hin und her bin ich eine Beziehung mit ihm eingegangen, wohlgemerkt ohne Schmetterlinge oder das typische verliebtsein und was soll ich sagen mit den Jahren lernte ich ihn zu lieben.
Wir wiederum zogen zusammen und waren dabei uns ein Haus zu kaufen, waren also auf einem guten Weg ein ganzes Leben zusammen aufzubauen.
Nur diese Zweifel die du beschreibst die waren auch bei mir da. Ich liebte ihn auf eine neue Art als andere Partner vorher aber ich liebte ihn. Nur für mich hat es nicht ausgereicht, ich bin der Meinung ich muss mir vorstellen können das DER Partner mit dem ich alt werden möchte oder den ich irgendwann vielleicht einmal Heirate Gefühle in mir auslöst die mich niemals zweifeln lassen, zumindest nicht in so einem Ausmaß wie es bei mir der Fall war.
Also beendete ich die Beziehung schweren Herzens, denn er war oder besser gesagt IST mein Fels in der Brandung und mein Anker in schweren Zeiten...das ganze ist bei mir jetzt fast genau ein Jahr her und wir sind immer noch befreundet weil ich so einen Menschen wie ihn nie mehr missen möchte.

Ich will damit nur sagen, wenn du zweifelst und dir sicher bist dass er "nicht" der Mann fürs Leben ist, dann beende dir und ihm zuliebe die Beziehung, ich denke er wird es irgendwann verstehen. Ich hab mir selber oft die Frage gestellt soll ich die Beziehung beenden oder soll ich das Leben was wir beide führen so hinnehmen und mit dem Glücklich sein was ich habe?
Ich für mich bin aber zu dem Entschluss gekommen auch ihm die Möglichkeit zu geben vielleicht die Frau zu finden die ihm die ganz großen Gefühle entgegen bringt die er mir gegeben hat, das er sein großes Glück findet. Es heißt nicht das man sich verliert oder aus dem Leben des anderen verschwindet, es wird nur anders, in meinem Fall sogar schöner.

Ich bereue es bis heute in keinster Weise das ich mich getrennt habe, sondern weiß das es die richtige Entscheidung war und das auf uns Beide der richtige Partner irgendwo wartet.
Ich will dir keinen Ratschlag geben was du tun sollst sondern wollte dir mit meiner Geschichte einfach nur zeigen das du nicht alleine mit deinen Gedanken und Problemen bist, was du daraus machst ist deine Entscheidung und ich bin mir sicher du wirst die Richtige für dich und für deinen Freund fällen

Ich drück dir die Daumen...liebe Grüße BeingDifferent

Hallo
das hast du beingdifferen, wirklich schön beschrieben, und ich finde es bemerkenswert, das du diesen Weg gegangen bist, der sicher nicht einfach war. Es gibt, glaube ich viele Frauen die sich nicht sicher sind, ob sie in der richtigen Beziehung leben. Ich finde es auch völlig ok, denn die Dinge ändern sich im Leben, die Reife steigt und somit ändert sich auch öfter der Lebensweg. Man sollte nicht in einer Beziehung ausharren, sondern prüfen, will ich das noch so, oder ist dort eine Gabelung, ändert sich mein Weg und somit der Partner?!

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16. September 2014 um 17:18

Hallo Adriana
langweilig nicht. Und seelisch ist er für mich der attraktivste Mann, denn ich je kennengelernt habe. Ich merke aber eben, dass das so nicht funktioniert und dass man das körperliche nicht ausblenden kann. Damit du mich für noch verrückter hältst, ich finde ihn auch körperlich attraktiv, trotzdem ist die sexuelle Energie nicht aufgetaucht.

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16. September 2014 um 17:24

Danke auch dir
für deine kritischen Worte. DAS brauchte ich, dass mir jemand einen Spiegel vorhält. Ich habe heute die Beziehung beendet. Er steht unter Schock und nachdem ich taglang vorab geheult habe, fühle ich mich gerade ziemlich leer. Mehr kann ich im Moment nicht schreiben, da es mir nicht gut geht, wobei ich an meiner Entscheidung nicht zweifle. Danke euch.

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16. September 2014 um 18:55

Ich verstehe es auch nicht,
das ist ja das Problem. Dass das alles nicht normal ist, ist mir auch klar und das es an mir liegt auch. Ich lasse mich ja auf niemanden ein, den ich hässlich finde und wie gesagt, das S-Energie Problem, dachte ich mir ergibt sich von alleine, da ich die u. g. Ursachen zu erkennen glaubte. Grundsätzlich stehe ich nicht auf Schönlinge, sondern auf das gewisse Etwas an einem Menschen. Ich könnte jetzt einiges aufzählen an ihm, will euch aber nicht überstrapazieren.

Dann habe ich mir immer gesagt, S ist nicht so wichtig, aber es geht halt nicht. Es belastet mich, auch weil es ihm gegenüber einfach Scheiße ist. Psychologen hatte ich in meinern Jugendjahren genug, jetzt bin ich 35 Jahre und habe keinen Bock mehr bei irgendwas anzusetzten, was ich schon x-mal durchgekaut habe. Ich will, dass er es irgendwie verkraftet, eine Frau findet, die ihm mehr geben kann. Und ich will nie wieder was von irgendjemanden was wissen. Ich will hier jetzt nicht weiter rumjammern, ich wollte ehrliche Kommentare, die habe ich gekriegt. Jetzt muss ich mit allen Konsequenzen meiner Entscheidung klar kommen und für ihn ist es noch schlimmer. Falls es ein schlimmer zu meinem momentanen Zustand gerade gibt.

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