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Was ist eigentlich eine "intakte Beziehung"?

13. Februar 2008 um 11:56

Hallo,

ich lese hier immer wieder "in eine intakte Beziehung kann niemand Drittes eingreifen" oder ähnlich formuliert. Nun frage ich mich aber ernsthaft, was nun wirklich eine intakte Beziehung ist.

Es gibt Tage, da liebe ich meinen Freund über alles, dann gibt es Tage, da könnte ich ihn zum Mond schießen.

Es gibt Tage, da verstehen wir uns blendend, dann gibt es Tage, da hat es den Anschein, wir streiten nur.

Es gibt Tage, da würde ich am liebsten meine Tasche packen, dann gibt es Tage, da möchte ich mit ihm alt werden.

Es gibt Tage, da meine ich, so gut wie jeder Mann wäre als Vater besser, dann gibt es Tage, da könnte ich mir keinen besseren Vater für unsere Kinder vorstellen.

Es gibt Zeiten, da will ich Sex, es gibt Zeiten, da will ich keinen Sex.

Also, habe ich eine *intakte Beziehung*?

Mal ernsthaft: Kann man das immer so sagen? Könnt ihr für euch sagen, dass ihr eine intakte Beziehung habt? Woran macht ihr das fest?

lg
Stefanie

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13. Februar 2008 um 12:01

Das wird an der Fassade festgemacht...
... wenn die Leute da draussen denken, dass Ihr eine intakte Beziehung habt, dann habt Ihr auch eine...

Wenn man aber den Rambazamba bis auf die Straße hört, dann habt ihr KEINE intakte Beziehung. Ist eigentlich ganz einfach...

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13. Februar 2008 um 14:01

Ich denke, eine intakte Beziehung macht sich...
nicht an irgendwelchen äußerlichen Gegebenheiten fest, sondern nur darin, wie man sie selbst empfindet. Man kann auch eine Beziehung als intakt empfinden, in der man viel streitet, wenig Sex hat oder Hoch- und Tiefzeiten erlebt, solange man fest dahinter steht und nicht daran zweifelt bzw. auch immer wieder bereit ist, zu investieren.
Wenn man den anderen als kostbaren Partner wertschätzt und nicht als selbstverständlich hinnimmt.

Was viele Leute hier mit intakter Beziehung meinen, ist aber der auf ewig eingefrorene Zustand der ersten rauschhaften Verliebtheit, in der die Hormone alles vernebeln, in dem außer den beiden Verliebten niemand anderes existiert und sich alles nur um den anderen dreht. Halt so eine Rosamunde-Pilcher-Vorstellung, die meiner Meinung nach total pubertär und unrealistisch ist.
Es wundert mich immer wieder, dass sich scheinbar so wenige Menschen vorstellen können, dass eine gesunde Langzeitbeziehung Höhen und Tiefen braucht, um lebendig zu sein, dass auch ein Abnehmen der Lust nicht nur als "Defizit" gesehen muss, sondern auch eine körperliche langjährige Vertrautheit viel Freude bringen kann und dass ein gemeinsames Durchschreiten verschiedener Lebenphasen eine ganz besondere tiefe Verbundenheit schafft.

Ich denke auch, dass es Quatsch ist, dass man sich für gar niemand anderen interessieren darf, wenn man in einer "intakten" Beziehung steckt. Das ist so eine eindimensionale Sicht, als ob man sich ausschließlich immer nur zu einer Person hingezogen fühlen darf und das Prickeln des Neuen keinen Reiz hätte.
Die Frage ist eben nur, wie man so einem Reiz nachgibt. Manche ziehen für sich die Grenze und flirten nur und belassen es aber dabei. In dem Wissen, dass sie ihre Beziehung nicht gefährden wollen.
Andere geben dem Reiz des Neuen nach und gönnen sich eine Affäre.
Meiner Meinung nach begründet sich eine Affäre auch weniger auf einem Defizit in der Beziehung, als einfach auf einer Gelegenheit, die sich bietet. Die meisten glauben ja, sie können sich diese Affäre einfach als zusätzliches Bonbon gönnen, ohne auf irgendwelche Annehmlichkeiten ihrer Langzeitbeziehung verzichten zu müssen. Am Anfang steht ja auch meist die Illusion, einfach aufhören zu können.

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