Forum / Liebe & Beziehung

Was ist denn Liebe?

28. Dezember 2020 um 20:58 Letzte Antwort: 31. Dezember 2020 um 15:00

Hallo ihr Lieben, 

ich habe eine Frage an euch. 
Wie oben schon geschrieben: was ist Liebe? Wie würdet ihr die Liebe beschreiben? 
Liebe in einer Partnerschaft, meine ich. 
Wie verhält man sich wenn man wirklich jemanden liebt? Und ist Liebe vergänglich? 
Ich bin noch sehr jung, doch liebe seit 14 Jahren den selben Menschen. Trotz neuen Partnerschaften und auch meiner aktuellen Beziehung, liebe ich diesen einen Menschen.
Seit über 3 Jahren sind wir getrennt, kennen tun wir uns seit unserer Kindheit. Er war mein allererster Crush. Und meine erste "Beziehung" mit 8 Jahren, als Jungs eigentlich noch "eklig" waren. Über die Jahre hin waren wir immer wieder ein Paar. Auch nach unserer letzten gemeinsamen Beziehung konnten wir nicht ohneeinander. 
Nun haben wir beide jemand neues (seit einem halben Jahr) und ich merke zum ersten Mal wie sehr ich ihn vermisse und was ein toller Mensch er ist. Dass er perfekt für mich ist und es immer war, trotz seiner Fehler. Ich liebe alles an ihm. Ob er es auch so sieht? 
Ich würde gerne wieder mit ihm reden, er ist ein Mann mit dem man sich bis spät in die Nacht unterhalten kann. In jeder Hinsicht das was ich mir wünsche. Doch ich lasse ihn frei, melde mich nicht. Wer weiß was noch kommt? Vielleicht kommt er zurück, vielleicht nicht. 
Er sagte mir mal, dass er mich stets belogen hat als er meinte er liebt nicht mehr. Nur kann er sich keine Zukunft mit mir vorstellen. 
Wie schätzt ihr das ein?
Und nochmal: was ist Liebe? 

Danke für's durchlesen.

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30. Dezember 2020 um 16:18

Zur Liebe gibt es eine logische Erklärung aus der Evolutionspsychologie. Ich kann nicht mal sagen, dass ich diese mag. Aber die Erklärung ist nicht da um gemocht zu werden, ich finde sie stark und kenne nichts das dem wiedersprechen kann.

Kurz gesagt ist es unser Wille in Partnerschaft für Nachwuchs zu sorgen und diesen bis zur Selbständigkeit zu versorgen. Wobei Wille nicht das richtige Wort ist. Ich meine nicht freier Wille, sondern vielleicht eher etwas wie ein Instinkt.

Experten sprechen von Kognition (Geistige Wahrnehmung). Vielleicht sage ich besser: Liebe ist unsere geistige Wahrnehmung, welche den Erhalt unserer Spezies (durch die Partnerschaft zwischen Mann und Frau) absichert. Demzufolge kennen alle Spezies das Gefühl der Liebe, falls sie als Mann und Frau für ihren Nachwuchs sorgen.

Vielleicht ist das zu optimieren, ich will nicht für gleichgeschlechtliche Paare Liebe in Abrede stellen. Genauso nicht z.B. die Mutterliebe, wobei diese mit dem Spezieserhalt ja wiederum optimal zu vereinbaren ist.

Ich weiss nicht ob Dir das zu theoretisch ist? Ich sehe aber auch etwas Romantisches darin, zu denken, dass Liebe (durch die Evolution) massgebend zum Erfolg des Menschen beigetragen hat. Darüber hinaus bin ich Freund von Wahrheit und Wissen und würde das jederzeit einer "Liebe ist unerklärliche Magie" oder einer "leere Worte Erklärung" gegenüber bevorzugen.

Übrigens kann man ausgehend von dem Wissen auch durchwegs davon ausgehen, dass die Wahrnehmung für Liebe und damit das Liebesempfinden für Frau und Mann verschieden sind. Etwa so wie wir biologisch verschieden sind. So wird etwa ausgeführt, dass Liebesschmerz für Frauen schwerer wiegt und für Männer länger andauert. Das lässt sich durch Befragungen und Zahlen, sowie auch logisch erklären.

Zu solchen Unterschieden gibt es übrigens so etwas wie ein Expertenstreit, darüber ob Kognition sozial oder durch Vererbung uns zukommt. Gewisse Ideologien werden unterwandert durch das Konzept der Vererbung. Jedoch ist Vererbung das was die Evolutionspsychologie sagt und diese hat Zahlen (Statistiken) sowie auch Logik für sich sprechend.

Dies zur Liebe. Ansonsten kann ich Dir nicht viel sagen. Ich erachte die Partnerwahl als etwas sehr Wichtiges im Leben. Umso mehr, falls Du den Kinderwunsch hast.
Es hört sich etwa so an, wie wenn Dein Herz anders will als Dein Verstand. Aber ich denke nicht, dass eines von beidem mehr Gewicht hat. Lerne Deine potenziellen Partner so gut wie möglich kennen, so dass Du Gewissheit erlangst.

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30. Dezember 2020 um 17:12

Hallöchen. Ich bin m, 22, Student

Für mich ist Liebe das Gefühl, für den anderen da sein zu wollen. Ich kann mich noch sehr gut an Momente aus meiner vergangenen Beziehung erinnern.

Daran, wie ich bei Starkregen klatschnass quer durch die Stadt zu ihr laufe, weil sie nachhause laufen muss und keinen Schirm mit hat. Und wie wir dastehen und lachen, weil in dem Moment wo ich bei ihr ankomme der Regen aufhört. 

Daran, wie ich morgens gegen 2 Uhr aufstehe, mir 3 Tassen Kaffee hinterkippe und mich an die Aufgaben ihres Statistik-Seminars ransetze, weil sie diese gegen 7 Uhr abgeben muss und wegen Arbeit keine Zeit gefunden hat. 

Und so ziemlich der Moment, der mir wahrscheinlich immer in Erinnerung bleiben wird:

Daran, wie sie mich mitten in der Nacht komplett in Traurigkeit aufgelöst anruft, weil wir wegen Corona beide bei unseren Familien sind und sie sich wieder mal doll mit ihrem Stiefvater gestritten hat. Daran, wie ich sie für 3h zu überreden versuche, dass ich vorbeifahre und sie zu mir hole. Daran, wie sie ewig meint, dass das nicht geht, da ihre Familie am nächsten Tag mit ihr wegfahren will, bzw. ich am nächsten Tag bei mir zuhause sein muss. Daran wie ich sie irgendwann endlich frage: "Sei jetzt mal alles andere egal. Sag ehrlich, möchtest du mich gerade bei dir haben?". Und dass sie ja sagt, ich zu ihr fahre, mich neben sie ins Bett lege und ihr was vorlese während sie ihren Kopf auf meine Schulter legt. 

Ich hab mit ihr so viele schöne Momente erlebt aber keiner, nicht einmal die anfängliche Verliebtheit hat je dieses Gefühl überboten.

Neben ihr zu sein und zu sehen wie es ihr langsam besser geht, zu warten bis sie einschläft, dann noch eine Stunde zu warten um sicher zu gehen, dass sie in Ruhe schlummert, ihr einen Kuss auf die Stirn zu geben, süße träume zu wünschen und mich früh gegen 6 leise auf Zehenspitzen aus dem Zimmer zu schleichen und auf den Rückweg zu machen.

Für mich war Liebe schon immer das Gefühl, für diese Person da zu sein. Nicht weil es gerade einfach ist oder weil es erwartet wird oder weil man sich dafür eine Gegenleistung verspricht sondern gerade dann, wenn es schwer ist und andere Leute unverständlich die Köpfe schütteln würden. 

Wenn du jemanden vor dir siehst und du weißt, du willst alles geben, damit es dieser Person gut geht - ganz gleich was das für dich bedeutet - dann würde ich sagen, so sieht für mich Liebe aus. 

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30. Dezember 2020 um 18:05
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Hallöchen. Ich bin m, 22, Student

Für mich ist Liebe das Gefühl, für den anderen da sein zu wollen. Ich kann mich noch sehr gut an Momente aus meiner vergangenen Beziehung erinnern.

Daran, wie ich bei Starkregen klatschnass quer durch die Stadt zu ihr laufe, weil sie nachhause laufen muss und keinen Schirm mit hat. Und wie wir dastehen und lachen, weil in dem Moment wo ich bei ihr ankomme der Regen aufhört. 

Daran, wie ich morgens gegen 2 Uhr aufstehe, mir 3 Tassen Kaffee hinterkippe und mich an die Aufgaben ihres Statistik-Seminars ransetze, weil sie diese gegen 7 Uhr abgeben muss und wegen Arbeit keine Zeit gefunden hat. 

Und so ziemlich der Moment, der mir wahrscheinlich immer in Erinnerung bleiben wird:

Daran, wie sie mich mitten in der Nacht komplett in Traurigkeit aufgelöst anruft, weil wir wegen Corona beide bei unseren Familien sind und sie sich wieder mal doll mit ihrem Stiefvater gestritten hat. Daran, wie ich sie für 3h zu überreden versuche, dass ich vorbeifahre und sie zu mir hole. Daran, wie sie ewig meint, dass das nicht geht, da ihre Familie am nächsten Tag mit ihr wegfahren will, bzw. ich am nächsten Tag bei mir zuhause sein muss. Daran wie ich sie irgendwann endlich frage: "Sei jetzt mal alles andere egal. Sag ehrlich, möchtest du mich gerade bei dir haben?". Und dass sie ja sagt, ich zu ihr fahre, mich neben sie ins Bett lege und ihr was vorlese während sie ihren Kopf auf meine Schulter legt. 

Ich hab mit ihr so viele schöne Momente erlebt aber keiner, nicht einmal die anfängliche Verliebtheit hat je dieses Gefühl überboten.

Neben ihr zu sein und zu sehen wie es ihr langsam besser geht, zu warten bis sie einschläft, dann noch eine Stunde zu warten um sicher zu gehen, dass sie in Ruhe schlummert, ihr einen Kuss auf die Stirn zu geben, süße träume zu wünschen und mich früh gegen 6 leise auf Zehenspitzen aus dem Zimmer zu schleichen und auf den Rückweg zu machen.

Für mich war Liebe schon immer das Gefühl, für diese Person da zu sein. Nicht weil es gerade einfach ist oder weil es erwartet wird oder weil man sich dafür eine Gegenleistung verspricht sondern gerade dann, wenn es schwer ist und andere Leute unverständlich die Köpfe schütteln würden. 

Wenn du jemanden vor dir siehst und du weißt, du willst alles geben, damit es dieser Person gut geht - ganz gleich was das für dich bedeutet - dann würde ich sagen, so sieht für mich Liebe aus. 

Danke für deine Antwort. 
Ich kann mich extrem gut in dich hineinversetzen, weil ich genau das selbe erlebt habe. Gefühlsmäßig zumindest, die Erlebnisse waren natürlich andere. 
Bei mir konnte auch noch nie jemand die Gefühle die ich für ihn habe/hatte überbieten und ich frage mich ob es jemals jemand könnte.
Wie siehst du das? 

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30. Dezember 2020 um 18:08
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Zur Liebe gibt es eine logische Erklärung aus der Evolutionspsychologie. Ich kann nicht mal sagen, dass ich diese mag. Aber die Erklärung ist nicht da um gemocht zu werden, ich finde sie stark und kenne nichts das dem wiedersprechen kann.

Kurz gesagt ist es unser Wille in Partnerschaft für Nachwuchs zu sorgen und diesen bis zur Selbständigkeit zu versorgen. Wobei Wille nicht das richtige Wort ist. Ich meine nicht freier Wille, sondern vielleicht eher etwas wie ein Instinkt.

Experten sprechen von Kognition (Geistige Wahrnehmung). Vielleicht sage ich besser: Liebe ist unsere geistige Wahrnehmung, welche den Erhalt unserer Spezies (durch die Partnerschaft zwischen Mann und Frau) absichert. Demzufolge kennen alle Spezies das Gefühl der Liebe, falls sie als Mann und Frau für ihren Nachwuchs sorgen.

Vielleicht ist das zu optimieren, ich will nicht für gleichgeschlechtliche Paare Liebe in Abrede stellen. Genauso nicht z.B. die Mutterliebe, wobei diese mit dem Spezieserhalt ja wiederum optimal zu vereinbaren ist.

Ich weiss nicht ob Dir das zu theoretisch ist? Ich sehe aber auch etwas Romantisches darin, zu denken, dass Liebe (durch die Evolution) massgebend zum Erfolg des Menschen beigetragen hat. Darüber hinaus bin ich Freund von Wahrheit und Wissen und würde das jederzeit einer "Liebe ist unerklärliche Magie" oder einer "leere Worte Erklärung" gegenüber bevorzugen.

Übrigens kann man ausgehend von dem Wissen auch durchwegs davon ausgehen, dass die Wahrnehmung für Liebe und damit das Liebesempfinden für Frau und Mann verschieden sind. Etwa so wie wir biologisch verschieden sind. So wird etwa ausgeführt, dass Liebesschmerz für Frauen schwerer wiegt und für Männer länger andauert. Das lässt sich durch Befragungen und Zahlen, sowie auch logisch erklären.

Zu solchen Unterschieden gibt es übrigens so etwas wie ein Expertenstreit, darüber ob Kognition sozial oder durch Vererbung uns zukommt. Gewisse Ideologien werden unterwandert durch das Konzept der Vererbung. Jedoch ist Vererbung das was die Evolutionspsychologie sagt und diese hat Zahlen (Statistiken) sowie auch Logik für sich sprechend.

Dies zur Liebe. Ansonsten kann ich Dir nicht viel sagen. Ich erachte die Partnerwahl als etwas sehr Wichtiges im Leben. Umso mehr, falls Du den Kinderwunsch hast.
Es hört sich etwa so an, wie wenn Dein Herz anders will als Dein Verstand. Aber ich denke nicht, dass eines von beidem mehr Gewicht hat. Lerne Deine potenziellen Partner so gut wie möglich kennen, so dass Du Gewissheit erlangst.

Danke für diese ausführliche Erklärung. 
Ich versuche ja die Liebe mit weniger "Magie" zu betrachten, weil ich aufgrund dieses Mannes denke, nie wieder wirklich glücklich werden zu können. Zumindest so wie ich es mit ihm war. Und das würde ich gerne ändern. 
Somit nochmal danke für deine Worte! 
 

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30. Dezember 2020 um 18:34
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Danke für diese ausführliche Erklärung. 
Ich versuche ja die Liebe mit weniger "Magie" zu betrachten, weil ich aufgrund dieses Mannes denke, nie wieder wirklich glücklich werden zu können. Zumindest so wie ich es mit ihm war. Und das würde ich gerne ändern. 
Somit nochmal danke für deine Worte! 
 

Ich denke speziell als Mutter würdest Du praktisch die ganze Welt anders sehen. So auch Dein persönliches Glück.
Aber das soll natürlich nicht heissen, dass Du leichtsinnig in eine Beziehung rein oder Mutter werden sollst.
Nein tatsächlich musst Du Deinen Gedanken viel Platz lassen, weil sie sich mit der Partnerwahl befassen und dies ganz entscheidend ist für Dich, Dein künftiger Partner und ggf. für Deine Nachkommen.

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30. Dezember 2020 um 18:59
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Hallöchen. Ich bin m, 22, Student

Für mich ist Liebe das Gefühl, für den anderen da sein zu wollen. Ich kann mich noch sehr gut an Momente aus meiner vergangenen Beziehung erinnern.

Daran, wie ich bei Starkregen klatschnass quer durch die Stadt zu ihr laufe, weil sie nachhause laufen muss und keinen Schirm mit hat. Und wie wir dastehen und lachen, weil in dem Moment wo ich bei ihr ankomme der Regen aufhört. 

Daran, wie ich morgens gegen 2 Uhr aufstehe, mir 3 Tassen Kaffee hinterkippe und mich an die Aufgaben ihres Statistik-Seminars ransetze, weil sie diese gegen 7 Uhr abgeben muss und wegen Arbeit keine Zeit gefunden hat. 

Und so ziemlich der Moment, der mir wahrscheinlich immer in Erinnerung bleiben wird:

Daran, wie sie mich mitten in der Nacht komplett in Traurigkeit aufgelöst anruft, weil wir wegen Corona beide bei unseren Familien sind und sie sich wieder mal doll mit ihrem Stiefvater gestritten hat. Daran, wie ich sie für 3h zu überreden versuche, dass ich vorbeifahre und sie zu mir hole. Daran, wie sie ewig meint, dass das nicht geht, da ihre Familie am nächsten Tag mit ihr wegfahren will, bzw. ich am nächsten Tag bei mir zuhause sein muss. Daran wie ich sie irgendwann endlich frage: "Sei jetzt mal alles andere egal. Sag ehrlich, möchtest du mich gerade bei dir haben?". Und dass sie ja sagt, ich zu ihr fahre, mich neben sie ins Bett lege und ihr was vorlese während sie ihren Kopf auf meine Schulter legt. 

Ich hab mit ihr so viele schöne Momente erlebt aber keiner, nicht einmal die anfängliche Verliebtheit hat je dieses Gefühl überboten.

Neben ihr zu sein und zu sehen wie es ihr langsam besser geht, zu warten bis sie einschläft, dann noch eine Stunde zu warten um sicher zu gehen, dass sie in Ruhe schlummert, ihr einen Kuss auf die Stirn zu geben, süße träume zu wünschen und mich früh gegen 6 leise auf Zehenspitzen aus dem Zimmer zu schleichen und auf den Rückweg zu machen.

Für mich war Liebe schon immer das Gefühl, für diese Person da zu sein. Nicht weil es gerade einfach ist oder weil es erwartet wird oder weil man sich dafür eine Gegenleistung verspricht sondern gerade dann, wenn es schwer ist und andere Leute unverständlich die Köpfe schütteln würden. 

Wenn du jemanden vor dir siehst und du weißt, du willst alles geben, damit es dieser Person gut geht - ganz gleich was das für dich bedeutet - dann würde ich sagen, so sieht für mich Liebe aus. 

Sehr typische Beschreibung. Die Beschreibung eines Mannes als Beschützer, Versorger und Helfer. Genau die Beschreibung wie der Mann Liebe einer Frau gibt. Wir nennen das auch romantisch.

Du schreibst z.B. nichts darüber wie Du auch Liebe bekommst. Das auch typisch... typisch dafür wie wir das in unserer Kultur beschreiben.

Für mich sind Romantik, Erotik und Vertrauen etwa die drei wichtigsten Worte, wenn es um Liebe geht. Dies wobei die ersten zwei Begriffe etwas asymmetrisch gegeben und empfangen werden. So sehe ich das jeweils.

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30. Dezember 2020 um 19:52
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Hallo ihr Lieben, 

ich habe eine Frage an euch. 
Wie oben schon geschrieben: was ist Liebe? Wie würdet ihr die Liebe beschreiben? 
Liebe in einer Partnerschaft, meine ich. 
Wie verhält man sich wenn man wirklich jemanden liebt? Und ist Liebe vergänglich? 
Ich bin noch sehr jung, doch liebe seit 14 Jahren den selben Menschen. Trotz neuen Partnerschaften und auch meiner aktuellen Beziehung, liebe ich diesen einen Menschen.
Seit über 3 Jahren sind wir getrennt, kennen tun wir uns seit unserer Kindheit. Er war mein allererster Crush. Und meine erste "Beziehung" mit 8 Jahren, als Jungs eigentlich noch "eklig" waren. Über die Jahre hin waren wir immer wieder ein Paar. Auch nach unserer letzten gemeinsamen Beziehung konnten wir nicht ohneeinander. 
Nun haben wir beide jemand neues (seit einem halben Jahr) und ich merke zum ersten Mal wie sehr ich ihn vermisse und was ein toller Mensch er ist. Dass er perfekt für mich ist und es immer war, trotz seiner Fehler. Ich liebe alles an ihm. Ob er es auch so sieht? 
Ich würde gerne wieder mit ihm reden, er ist ein Mann mit dem man sich bis spät in die Nacht unterhalten kann. In jeder Hinsicht das was ich mir wünsche. Doch ich lasse ihn frei, melde mich nicht. Wer weiß was noch kommt? Vielleicht kommt er zurück, vielleicht nicht. 
Er sagte mir mal, dass er mich stets belogen hat als er meinte er liebt nicht mehr. Nur kann er sich keine Zukunft mit mir vorstellen. 
Wie schätzt ihr das ein?
Und nochmal: was ist Liebe? 

Danke für's durchlesen.

Also ich bin nicht so eine Labertasche das ich Dir jetzt hier einen Roman schreiben würde.
Hattest Du mal ein Haustier?, einen Hund?, eine Katze?, so und wenn Du das Tierchen ehrlich gerne hattest, es täglich gefüttert hast, zum Tierarzt gebracht hast, gerne mit ihm gespielt und geschmust hast?, dann weisst Du auch was Liebe ist.
Alles klar soweit?.
🐱🐕🐁🐎🐰🐄🐷🐑🐵🐢🐥🦙
LG 
morgana 

 

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30. Dezember 2020 um 20:28
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Sehr typische Beschreibung. Die Beschreibung eines Mannes als Beschützer, Versorger und Helfer. Genau die Beschreibung wie der Mann Liebe einer Frau gibt. Wir nennen das auch romantisch.

Du schreibst z.B. nichts darüber wie Du auch Liebe bekommst. Das auch typisch... typisch dafür wie wir das in unserer Kultur beschreiben.

Für mich sind Romantik, Erotik und Vertrauen etwa die drei wichtigsten Worte, wenn es um Liebe geht. Dies wobei die ersten zwei Begriffe etwas asymmetrisch gegeben und empfangen werden. So sehe ich das jeweils.

Das stimmt wohl. Wobei mir im Freundeskreis ja stets eine feminine Ader zugeschrieben wurde. ^^
Bei mir kommt hinzu, dass neben meinen Eltern meine komplette restliche Familie sehr auf für-Einander-da-sein setzt. Das war für mich schon immer ein recht starker Bezugspunkt und der Umstand, dass meine Exfreundin aus einer hier und da schwierigen Familie kommt, in der sie sich oft nach Anerkennung gesehnt hat und die leider ebenso oft an ihr gezweifelt hat, hat das nicht gerade abgeschwächt.
Jedoch würde ich schon sagen, dass ich an vielen Ecken auch meine Exfreundin gebraucht habe. Wir sind beide introvertiert, ich etwas stärker als sie und sie hat mir an vielen Stellen geholfen, besser auf neue Leute zuzugehen. Genauso war sie ähnlich oft für mich da, obwohl es ihr schwer fiel. Und als sehr zögernder Mensch bin ich nachwievor dankbar, wie oft sie mir einen kleinen gut gemeinten Tritt in den Hintern verpasst hat. 
Ich bleibe aber dabei. Für mich ist Liebe eher eine Sache des Gebens und wenn das typisch maskulin ist, dann bereue ich es trotzdem nicht. : )
 

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30. Dezember 2020 um 21:59
In Antwort auf

Das stimmt wohl. Wobei mir im Freundeskreis ja stets eine feminine Ader zugeschrieben wurde. ^^
Bei mir kommt hinzu, dass neben meinen Eltern meine komplette restliche Familie sehr auf für-Einander-da-sein setzt. Das war für mich schon immer ein recht starker Bezugspunkt und der Umstand, dass meine Exfreundin aus einer hier und da schwierigen Familie kommt, in der sie sich oft nach Anerkennung gesehnt hat und die leider ebenso oft an ihr gezweifelt hat, hat das nicht gerade abgeschwächt.
Jedoch würde ich schon sagen, dass ich an vielen Ecken auch meine Exfreundin gebraucht habe. Wir sind beide introvertiert, ich etwas stärker als sie und sie hat mir an vielen Stellen geholfen, besser auf neue Leute zuzugehen. Genauso war sie ähnlich oft für mich da, obwohl es ihr schwer fiel. Und als sehr zögernder Mensch bin ich nachwievor dankbar, wie oft sie mir einen kleinen gut gemeinten Tritt in den Hintern verpasst hat. 
Ich bleibe aber dabei. Für mich ist Liebe eher eine Sache des Gebens und wenn das typisch maskulin ist, dann bereue ich es trotzdem nicht. : )
 

Ich kann Dich da sehr gut verstehen. Ich empfehle Dir aber trotzdem einen besseren Bezug zu Deiner Männlichkeit und eine bessere Sichtweise auf die männlichen Attribute. Wenn Du an eine Frau denkst, dann ist die Wahrscheinlichkeit überwältigend, dass Weiblichkeit sie für Dich attraktiv macht (und nicht etwa Männlichkeit). Andersherum kannst Du davon ausgehen, dass es genauso gegensätzlich ist. Das heisst, willst Du attraktiv sein, dann ist Deine Männlichkeit die oberste Priorität für Dich. Feminine Qualitäten sind nicht schlecht für Dich, aber sekundär und lediglich ergänzend.

Das mit dem Geben ist etwa dasselbe Thema wie das mit der Männlichkeit. Liebe oder eine gut funktionierende, harmonische Beziehung bedeutet Geben und Nehmen. Dass Du für Deine Bedürfnisse und Wünsche einstehst ist genauso wichtig wie eben geben zu können.
Beschützer, Versorger und Helfer zu sein ist gut für Dich, das ist maskulin. Kannst Du aber nicht für Dich selbst einstehen, dann geht eine Frau davon aus, dass Du das irgendwann auch nicht mehr für sie kannst. Das heisst für sie, dass Du nur vorgibst dieser Mann zu sein.

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31. Dezember 2020 um 15:00
In Antwort auf

Danke für deine Antwort. 
Ich kann mich extrem gut in dich hineinversetzen, weil ich genau das selbe erlebt habe. Gefühlsmäßig zumindest, die Erlebnisse waren natürlich andere. 
Bei mir konnte auch noch nie jemand die Gefühle die ich für ihn habe/hatte überbieten und ich frage mich ob es jemals jemand könnte.
Wie siehst du das? 

Nochmal zu deinen Gefühlen. Drei Sachen vorweg.

Das hier soll maximal meine Meinung in der Situation sein, wohlwissend, dass ich nur einen beschränkten Einblick in dein Problem und einen noch beschränkteren Einblick in dein Leben allgemein hab.

Zweitens stimme ich spectru auf jeden Fall zu, dass man Entscheidungen rund um die Beziehung nicht leichtfertig nehmen sollte. Vorschnelle Entscheidungen können für dich nachteilig werden und gerade in Situationen mit dritten kannst du da sehr leicht andere verletzen. Das heißt nicht, dass du das Problem ignorieren sollst aber ich denke, es ist besser, hier faire und verantwortungsvolle anstatt schnelle und einfache Lösungen zu wählen.

Drittens noch etwas zu Liebe - auch zu der Frage der Vergänglichkeit. Ich denke, langfristige Liebe fordert deutlich mehr Einsatz als anfängliche Verliebtheit. Liebe bedeutet irgendwo ja auch, dass du dich auf einen Menschen einlässt. Jemand, weitab von irgendeiner Perfektion, der in vielen Aspekten Macken hat, komisch denkt, kurz gesagt, einfach schwierig ist. Jemand auf den man von Zeit zu Zeit auch mal sauer ist. Genau wie du und ich.

Ich glaube Liebe zeichnet sich auch dadurch aus, dass du lernst, jemanden für seine Fehlerhaftigkeit zu lieben. Sprich, du lernst mit der Zeit, jemandem Fehler und Schwächen zu verzeihen, die er nicht ändern kann.

Genauso aber lernst du, dass ihr beide in der Beziehung wachsen könnt. Das heißt, du zeigst genügend Ehrlichkeit, um ihn behutsam (und ohne Vorwürfe) auf seine Fehler hinzuweisen und mit ihm zusammen daran zu arbeiten. Gleichfalls zeigst du Verständnis dafür, wenn er helfen möchte und dir deine eigenen Fehler zeigt.

Ich würde also sagen, es kommt bei langfristiger Liebe auch darauf an, wie gut ihr als Team funktioniert und wie besonnen ihr mit Meinungsverschiedenheiten, mit Streit, mit so ziemlich allen großen und kleinen Problemen umgeht. Wenn du denkst, du hast genug Geduld, um das mit jemandem zu schaffen, würde ich sagen, du kannst lieben, bzw dich lieben lassen. 
Soviel dazu. 

Ich denke erstmal, solange du diese Gefühle für ihn hast, wird das deine derzeitige Beziehung sehr belasten. Gerade wenn deine aktuelle Beziehung noch nicht so lange anhält und du für die gesamte Zeit weiterhin diese Gefühle hattest, würde ich raten, dass du das deinem Partner ehrlich sagst. Er hat verdient zu wissen, wenn er für dich nicht der richtige ist. Wenn ich dir also da einen Rat geben darf, wäre das, dass du dich von ihm trennst und ihm in Ruhe erklärst, dass das nicht nur etwas temporäres ist. Das wird schwer für dich und ihn aber er sollte eine Chance erhalten, selber nach einer schönen Beziehung zu suchen, wo beide einander lieben.

Mein zweiter Rat wäre, dass du dir selber erstmal Zeit für dich nimmst. Das heißt, mindestens ein paar Monate keine Beziehungen, um deine Gefühle zu sortieren, dein Selbstvertrauen zu stärken und dir klar zu werden, was genau dein Ziel ist und wie du dahin kommst. Es hilft ungemein, wenn man vor einer Beziehung in dem Zustand ist, dass man prinzipiell auch single glücklich wäre. 

Wenn du an diesem Punkt bist wäre es meiner Meinung nach Zeit, ganz vorsichtig Kontakt zu der Person aufzubauen, die du liebst. Das heißt auch zu schauen, ob er in seiner Beziehung glücklich ist und diese dir eventuell vorzieht. Selbst, wenn das so wäre könntest du dann immerhin damit abschließen. Das ist ein unschönes Risiko aber es ist für alle Beteiligten fairer, als wenn du mit ihm Kontakt aufbaust und dir nebenbei deinen derzeitigen Partner noch für den Notfall bereit hältst. 

Weiter lässt es sich dann glaube ich auch nicht planen und ich kann nur nochmal betonen, dass lediglich ich so vorgehen würde. Auf jeden Fall wünsche ich dir aber, egal wie du vorgehst, Besonnenheit und Selbstvertrauen. 

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