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Was ich nicht haben kann, will ich auch gar nicht

6. Dezember 2006 um 9:33 Letzte Antwort: 6. Dezember 2006 um 20:02

Seit langer Zeit schon beobachte ich ein interessantes Phänomen. Wenn jemand einen anderen Menschen entweder nicht haben kann oder verlassen wurde, dann wird dieser Mensch mit negativen Eigenschaften versehen und es wird festgestellt: gut, daß es nicht funktioniert hat, es ist ohnehin besser so.
Ich weiß nicht, ob ich diese Menschen beneiden soll, können sie doch mit einer Abfuhr oder mit dem Verlassenwerden gut abschließen, ohne unendlich zu trauern. Aber bescheißt man sich nicht eigentlich nur selbst?
Ist es nicht auch ein Zeichen von Größe zu sagen, das hat jetzt nicht geklappt, schade, wäre aber schön gewesen?

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6. Dezember 2006 um 9:45

Diese größe
muß man erstmal besitzen ...
wenn ich weiß, etwas hat nicht funktioniert, weil ich in dem moment noch nicht bereit war und auch zugebe, daß es so war, dann würde ich aber ganz schön weit über seinen eigenen schatten, bestehend aus stolz, springen müssen.

menschen fällt es angeblich leicht, mit etwas abzuschließen, aber das reden sie sich nur ein, um sich nicht damit auseinandersetzen zu müssen - echt auseinandersetzen müssen ...

ich finde es nie besser, wenn etwas nicht funktioniert hat, sondern immer schade.

oute ich mich mit dem satz jetzt als größenwahnsinniger?

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6. Dezember 2006 um 9:59
In Antwort auf raghu_12071188

Diese größe
muß man erstmal besitzen ...
wenn ich weiß, etwas hat nicht funktioniert, weil ich in dem moment noch nicht bereit war und auch zugebe, daß es so war, dann würde ich aber ganz schön weit über seinen eigenen schatten, bestehend aus stolz, springen müssen.

menschen fällt es angeblich leicht, mit etwas abzuschließen, aber das reden sie sich nur ein, um sich nicht damit auseinandersetzen zu müssen - echt auseinandersetzen müssen ...

ich finde es nie besser, wenn etwas nicht funktioniert hat, sondern immer schade.

oute ich mich mit dem satz jetzt als größenwahnsinniger?

Ich denke ähnlich...
Auch wenn es Dinge im Leben gibt, die nicht funktionierten, denke ich trotzdem meist mit einem warmen Gefühl oder einem Lächeln auf den Lippen zurück, denn irgendetwas positives hatte es fast immer...

Ausserdem kann ich beruhigt mit der Sache abschliessen, da ich von mir behaupten kann, dass ich alles in meiner Macht stehende dafür getan habe

Und falls ich wieder in diese Gedanken verfalle, dann sage ich mir: Wer weiss, wofür das gut war! Denn irgendwann sollte man damit "abschliessen", sonst verpasst man vielleicht die nächste Chance

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6. Dezember 2006 um 19:46

Besser so?
Als die Beziehung zu einem Freund auseinander ging, hatte ich eine Freundin, die mir einreden wollte, das wäre nun besser so. Obwohl sie ihn kaum kannte, hat sie ihm unzählige schlechte Eigenschaften angedichtet.

Ich wollte das aber gar nicht hören. Ich war traurig über das Ende und wollte darüber reden.

Für mich ist das keine Trauerarbeit, den anderen schlechter zu sehen, als er ist.
Und ich muß doch auch zugeben können, daß es einfach unendlich traurig ist, daß es nicht (mehr) geklappt hat.

Daß Depressive mit ihrer Einschätzung oft näher an der Realität dran sind, ist eine kluge Feststellung.

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6. Dezember 2006 um 19:52
In Antwort auf raghu_12071188

Diese größe
muß man erstmal besitzen ...
wenn ich weiß, etwas hat nicht funktioniert, weil ich in dem moment noch nicht bereit war und auch zugebe, daß es so war, dann würde ich aber ganz schön weit über seinen eigenen schatten, bestehend aus stolz, springen müssen.

menschen fällt es angeblich leicht, mit etwas abzuschließen, aber das reden sie sich nur ein, um sich nicht damit auseinandersetzen zu müssen - echt auseinandersetzen müssen ...

ich finde es nie besser, wenn etwas nicht funktioniert hat, sondern immer schade.

oute ich mich mit dem satz jetzt als größenwahnsinniger?

Ich...
... denke auch, daß dieses Verhalten darauf hinausläuft, recht schnell mit jemandem abzuschließen. Und dabei möglichst ohne Blessuren davonzukommen. Oben habe ich das Beispiel einer beendeten Beziehung angeführt. Jetzt nehme ich als weiteres Beispiel einen Menschen, den ich nicht haben kann. Wieso sollte es mir besser gehen, wenn ich mir ausmale, wie furchtbar eine Beziehung zu diesem Menschen gewesen wäre - hätte ich sie haben können? Bei mir funktioniert das einfach nicht!

Zufällig heute hatte ich ein kleines, negatives Erlebnis, nach dem ich sehr traurig war. Ich hätte genausogut wütend auf diesen Mann sein können und als Abschluß hätte ich mir sagen können: der wäre sowieso schlecht für mich. Das hat so sollen sein. Und dann suche ich mir alles an ihm raus, was mir nicht gefällt.

Aber man redet sich das Geschehene doch nur schön. Und wie gesagt, ich selbst weiß das und kann mir nichts vormachen.

Ich finde es - genau wie du - schade, wenn etwas nicht funktioniert hat. Nur das.

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6. Dezember 2006 um 20:02

Nun ich finde, wenn jemand verlassen wird
oder ich denjenigen nicht haben kann, hat es sicher seine Gründe die ich akzeptieren werde.

Negativ reden, wozu?
Damit ich es mir leichter machen kann?

Nun ich würde sagen, schade es wollte halt nicht sein.
Darüber traurig sein, dass ich verlassen wurde,zeigt nur;dass mir der Mensch sehr wichtig war.
Doch unendlich trauern?
Wozu?
Das Leben geht weiter, es ist immer wieder etwas das Gut ist an solchen Abschieden, wir wachsen dran

Selbst "bescheissen" würde ich mich wohl wenn ich nicht traurig fühlen will, oder den Anderen bewusst schlecht mache, denn schliesslich habe ich ihn ja geliebt, also warum sollte ich nicht dazu stehen...

Wie lange wir traurig sind, das hängt wohl von jedem Einzelnen ab . Mit der Zeit wird wohl auch die Akzeptanz grösser und das Umgehen damit leichter.

liebe Grüsse
Fortunia

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