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Was genau habe ich eigentlich an meinen Partnern geliebt?

25. November 2013 um 20:05

Ich starte mit einem Zitat von einem indischen Lbersack namens Krishnamurti: "Liebe ist Freiheit von Bindungen."

Bevor sich jetzt ein"Hää? Versteh ich nicht" beim Leser breit macht, rate ich präventiv: Kürbis gedeihe!

Ich stelle also keine Frage, sondern gebe Antwort. Also was habe ich an meinen Partnern eigentlich geliebt? Es wird sich hier herausstellen, dass der Begriff GELIEBT ein Deckmäntelchen für Begriffe wie Abhängigkeit, Egostabilisierung, Verlustangst und emotionale Zerissenheit ist. An meinem ersten Partner habe ich den Duft (Aqua di Gio) geliebt. Ich habe es geliebt, dass er weiße Hemden und Krawatten trug. Ich habe seine schwule Stimme und Aussprache geliebt, seine weibische Art zu gehen, seine neugierigen grünbrauenen Augen, die noch leuchtend vor Unschuld waren, seine zarte Haut, seine gepflegten Hände und seine rationale, fantasielose Art, die den Gegensatz zu meiner Art bildeten. Doch all das wurde nach einer Weile uninteressant und ich darf behaupten, dass all dies Attribute für eine 18-Jährige sind, die dazu beitragen können, Verliebtheit zu entwickeln. Im Laufe der Jahre erkannte ich jedoch Dinge an meinem Partner, die mich erheblich störten und zu einer Distanz führten. Ich half ihm damals, seine Wohnung zu renovieren und war auch im Garten tätig. Er wiederum kümmerte sich um mich, als ich krank war. Rückwirkend fand ich aber die Gefühle über seine Hemden und Krawatten und über seinen Duft usw. intensiver als die Tatsache, dass er sich um mich gekümmert hat, als ich krank war. Jeder sollte selbst entscheiden, wie wichtig der Verliebtheitsaspekt für eine Liebe ist. Liebe ist vielleicht eine Aneinanderreihung von Verliebtheitsphasen, also, wenn man sich alle 6 Monate neu verliebt, könnte man für immer mit dem Gefühl der Liebe durchs Leben wandern. Liebe ist Freiheit von Bindungen und wer frisch verliebt ist, ist anfangs immer ungebunden. Die Bindung und Erdung kommt erst später. Was habe ich an meinem zweiten Partner geliebt? Nun ja, ich kann mich nur daran erinnern, dass ich einmal geheult habe, weil er im Sommer zum Wacken-Festival gefahren ist. In dieser Zeit war ich depressiv verstimmt und hatte Verlustängste. Hätte ich die haben müssen, wenn ich Liebe gespürt hätte? Oder wenn Liebe Freiheit von Bindung gewesen wäre? Muss ich weinen, wenn ich mich geliebt fühle? Nein, aber ich weinte, weil ich Verlustängste hatte und die entstehen durch Bindungen. Als ich wegen dem Wackenbesuch meines Partners geweint habe, habe ich nicht aus Liebe geweint, sondern aus Angst. Auch er war für mich da, als ich krank war. Aber das Gefühl war nicht so intensiv wie ich mir Liebe vorstelle. Zwischendurch hatte ich einen virtuellen Partner, den ich nur durch Schriftverkehr kannte. Wir sind keine persönliche Bindung eingegangen und ich war fast vier Jahre lang im Rauschzustand der Verliebtheit. Er war nicht für mich da, als es mir nicht gut ging, aber seitdem ging es mir auch nicht wirklich schlecht. Ich habe an ihm seinen eloquenten Ausdruck, seine Intelligenz, seine zarte Haut, seinen schlanken, langen Hals (keine Giraffe), sein verschmitztes Lächeln und seine fürsorgliche, besorgte Art geliebt. Doch was bedeutet hier wieder dieses "GELIEBT"? Es war tatsächlich ein Egoschub. Wir haben uns gegenseitig beweihräuchert und uns hochtrabende Gedichte geschrieben und das auf einer räumlich distanzierten Basis. Ich habe mich geliebt gefühlt und habe auch geliebt. Warum sollte also das Ego von der Liebe ausgegrenzt werden? Ist doch Schwachsinn. Ich habe mich angenommen gefühlt und deshalb habe ich ihn geliebt. Was habe ich an meinem dritten Partner geliebt? Seine warmherzige Art, aber irgendwie sind die Erinnerungen an ihn schon verblasst. Zu meinem jetzigen Partner habe ich seelisch ein sehr inniges Verhältnis. Aus irgendwelchen Gründen heule ich ständig, wie auch in der Beziehung davor. Doch heule ich aus Liebe? Nein, aus Angst. Und Liebe verträgt sich nicht mit Angst. Bin ich also unfähig zu lieben, weil ich Angst habe oder steckt meine Liebesfähigkeit noch in den Kinderschuhen und ist unreif? Ja, das ist sie und das darf sie sein. Ich bin 31, habe kein Selbstvertrauen, aber wirke so, als hätte ich welches. Ich bin eine Mogelpackung, eine Heulsuse im Divenkostüm, ein Griesgram unter dem Deckmäntelchen einer Powerfrau, eine Mimose in Orchideengestalt. Liebe ist Freiheit von Bindungen, weil Liebe Entwicklungsspielraum braucht und den bekommt sie in Freiheit. Freiheit heißt Selbstreflektion, Bindung Erschütterung. Ich habe mich in fast jeder meiner Beziehungen unsicher gefühlt, ich war allein immer stärker als zu zweit. Das, was allgemeinhin als Liebe bezeichnet wird, war für mich Abhängigkeit. Wenn Liebe nur durch ein Wechselspiel zwischen Persönlichkeiten am Leben erhalten werden kann, dann frage ich mich, ob man beispielsweise einen Alzheimerpatienten lieben kann, denn dessen Persönlichkeit zerfällt. Ich möchte gern erfahren, wie sich die Liebe zu einem Alzheimerpatienten von der Liebe zu einem "normalen" Partner unterscheidet.

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25. November 2013 um 20:14

Wenn das
ne Art Essay sein soll, dann empfehle ich dringend, ein paar Absätze in den Text einzubauen ... so ne Buchstabenwüste liest sich kaum jemand freiwillig durch. Nix für ungut.

lg
cefeu

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25. November 2013 um 20:25

...
Nein, es gibt keine falschen oder richtigen Partner. Das Problem ist, dass ich in jeder Beziehung gleich reagiere. Das ist mein Beziehungsmuster. Es war immer mit Angst verbunden. Ich glaube nicht an einen Mr. Right oder Wrong. Ich glaube an die eigene Weiterentwicklung. Erst dann sind andere Reaktionen möglich. Sich neu zu verlieben kann gar kein Fehler sein. Wo ist es falsch, sich zu verlieben? Wenn man immer wieder an derselben Hürde scheitert, muss man die Hürde eben immer und immer wieder nehmen. Es gibt Leute, die scheitern ihr Leben lang an derselben Hürde.

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