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Warum wir ghosten

14. Juni 2016 um 15:16 Letzte Antwort: 26. November 2019 um 17:07

Hey Leute,

Da hier in letzter Zeit erstaunlich oft Ghosting-Threads gestartet wurden, und ich ein bekennender (und dazu stehender) Ghost bin, hab ich mal angefangen, mich mit dem Thema etwas zu beschäftigten (ich werde ja auch oft genug von meinen Freunden ausgeschimpft weil sie ghosting auch schrecklich finden).

Deshalb hab ich mir gedacht, ich stell hier mal ne Art anderen Blickwinkel rein, einen Versuch einer anderen Sichtweise als Das ist halt einfach ein ... .
Und damit ich auch wirklich weiß wovon ich rede und meine Vermutungen näher zu untersuchen, hab ich mich mal an ein soziales Experiment gewagt: Kein Ghosting mehr, weder auf Plattformen wie Joyclub, Facebook oder Tinder o.ä., und auch nicht im RL (das geht jetzt seit einem Monat). Mein Vorsatz: Ab jetzt gibt es IMMER eine Erklärung von mir, immer einen klaren Cut, einen ausgesprochenen Kontaktabbruch.

Und ja, was soll ich sagen: KEIN Wunder, das Ghosts ghosten!! Denn was so im Durchschnitt auf eine Nachricht wie tut mir leid, das mit uns wird nichts geantwortet wird, ist folgendes:
1. Warum? Letzte Woche war doch noch alles ok?
(Es folgt eine Erklärung)
2. Erklär es mir! Was habe ich falsch gemacht?
(Es folgt eine Erklärung)
3. Rechtfertigungen, warum sich die/derjenige so verhalten hat, Abstreiten der aufgezählen Gründe
(Es folgt eine Rechtfertigung)
4. Beschimpfungen und verletzter Stolz weil die VERLANGTEN Antworten natürlich als Kritik aufgefasst werden.
5. in 80% der Fälle weitere Nachrichten in denen es darum geht, was man besser machen könnte. Weiteres aufzählen von Erwartungen und Stellen von Forderungen.

Ganz ehrlich: Meine Erfahrung ist die folgende: Personen, die geghostet werden, sind teilweise selbst Schuld daran. Ich persönlich ghoste z.B. nur dann, wenn ich erwarte, dass die betroffene Person so reagiert wie oben beschrieben. Mit Enttäuschung, Wut, Trauer. D.h. Man tut dieser Person weh (eine klare Abfuhr tut einfach viel mehr weh wie ein langsames Versickern von Kontakt!) und dann tut man ihr noch mehr weh, weil man ihr die Gründe dafür nennen soll, die die Person meist ohnehin nicht einsehen will. Bei Personen, bei denen ich das Gefühl habe, sie können mit einer Absage umgehen, mache ich das auch.

Also ganz ehrlich: Ich glaube, die meisten Leute haben viel zu schnell viel zu hohe Erwartungen. Alles muss immer gleich klappen, nur weil es 1-2 Wochen (oder Monate) schön war.
Meiner Meinung nach gibt es keine Verpflichtung, jemandem zu erklären, warum man ihn nicht mehr sehen will. Ein Ich will nicht muss normalerweise IMMER Grund genug sein - das ist es aber einfach nicht. Gerade als Frau muss man sich für jegliche Ablehnung rechtfertigen. Und das empfinde ich als Frau sehr unangenehm, deshalb ghoste ich.

Wie seht ihr das?
Liebe Grüße,
Special

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Beste hilfreiche Antwort

15. Juni 2016 um 7:47


Ich musste erstmal googeln, was das überhaupt ist. In meiner Welt nennt man das "Kontakt abbrechen"

Ich finde das unterirdisch, absolut nicht gut und nicht richtig. Wenn man andere Leute kennenlernen will, dann muss man sich auch mit ihnen auseinandersetzen. Und wie respektlos ist es dann, wenn man den anderen dann einfach kommentarlos abserviert? Ich habe noch Verständnis dafür, wenn man das bei ein paar ergebnislos hin und her geschriebenen Nachrichten bei einem Erstkontakt macht, aber sobald man seinen Gegenüber tatsächlich kennt, weil man Tage lang telefoniert, sich getroffen oder gar zusammen in der Kiste gelandet ist, ist es einfach nur noch feige, bequem und rücksichtslos. Das ist die "Nach-mir-die-Sintflut-Mentalität" - charakterlos! Der andere hat sich Zeit für dich genommen, sich mit dir beschäftigt und vielleicht schon einen Hauch Hoffnung, weil er dich toll findet. Und dann knallst du ihm ohne Erklärung die Tür vor der Nase zu. Bequem für dich, vollkommen ätzend für den anderen. Und da entschuldigen auch deine Vermutungen oder Ängste vor seiner Reaktion nichts!

Außerdem lernen Menschen an Erfahrungen und Kommunikation. Woher soll dein Gegenüber wissen, was er möglicherweise falsch gemacht hat und daraus lernen können, es beim nächsten Mal anders machen - wenn du ihn völlig im Unklaren lässt? Damit nimmst du ihm jegliche Möglichkeit sein Verhalten zu überdenken, weil er spekulieren muss. Er zerbricht sich den Kopf, während du dich einfach rausziehst. Hinzu kommt seine Enttäuschung.

Nee, von mir gibt es dafür absolut kein Verständnis. Wenn das alle in allen Bereichen so machen würden, dann wären Menschen wie du die ersten die jammern, denn dann würde es auf rein gar nichts mehr ein Feedback geben. Man meldet sich nicht mehr und der andere kann zusehen

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14. Juni 2016 um 15:37

Glückwunsch
Dann hoffe ich nur für dich, dass es dir nie passiert, dass du einen Typen nett und interessant findest und so abserviert wirst. Wobei auf den Plattformen die du oben als Beispiel nennst, es gang und gebe ist.

Aber viele ghosten auch in intensiveren Beziehungen. Einige beenden sogar Beziehungen damit. Ich finde ghosten zeugt von Charakterschwäche.

Ich habe es wie folgt erlebt. Hatte über ein Jahr eine Affäre mit einem jungen Mann. Die Fronten waren geklärt, worum es uns beiden ging. Nix Beziehung, Liebe oder irgendwas. Funktionierte hervorragend. Und von heute auf morgen, wurde ich überall kommentarlos gelöscht. Eine riesige Erklärung wäre gar nicht nötig gewesen. Einfach nur: das ist es für mich nicht mehr. Gut ist. Dann kannst immer noch löschen, wenn du keine Antwort möchtest. Aber zumindest hast du eine kurze Erklärung der Person zu kommen lassen, wieso du einen Cut machst. So einfach gelöscht zu werden, nagt am Ego und man macht sich Gedanken wieso, weshalb, warum.

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14. Juni 2016 um 15:43

Nett aber
... wie ist das denn nach z.B. 12 Jahren Freundschaft ?

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14. Juni 2016 um 15:55

Nein,
ich bin nicht konfliktscheu, Ich will nur ungern jemanden direkt verletzen.
UND: Ich finde, ein "Ich will nicht" muss als Grund reichen. Macht mich das konfliktscheu?

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14. Juni 2016 um 15:56
In Antwort auf an0N_1268196499z

Glückwunsch
Dann hoffe ich nur für dich, dass es dir nie passiert, dass du einen Typen nett und interessant findest und so abserviert wirst. Wobei auf den Plattformen die du oben als Beispiel nennst, es gang und gebe ist.

Aber viele ghosten auch in intensiveren Beziehungen. Einige beenden sogar Beziehungen damit. Ich finde ghosten zeugt von Charakterschwäche.

Ich habe es wie folgt erlebt. Hatte über ein Jahr eine Affäre mit einem jungen Mann. Die Fronten waren geklärt, worum es uns beiden ging. Nix Beziehung, Liebe oder irgendwas. Funktionierte hervorragend. Und von heute auf morgen, wurde ich überall kommentarlos gelöscht. Eine riesige Erklärung wäre gar nicht nötig gewesen. Einfach nur: das ist es für mich nicht mehr. Gut ist. Dann kannst immer noch löschen, wenn du keine Antwort möchtest. Aber zumindest hast du eine kurze Erklärung der Person zu kommen lassen, wieso du einen Cut machst. So einfach gelöscht zu werden, nagt am Ego und man macht sich Gedanken wieso, weshalb, warum.

Ist mir schon passiert
und ist für mich voll okay. Wenn ein Typ sich nicht mehr meldet weiß ich eh was lost ist.

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14. Juni 2016 um 16:01

Verdammt...
... ich werde alt

wtf meint "ghosten"? Übersetzung für nicht mehr ganz so junge blonde Frauen bitte?

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14. Juni 2016 um 17:15
In Antwort auf specialedition

Nein,
ich bin nicht konfliktscheu, Ich will nur ungern jemanden direkt verletzen.
UND: Ich finde, ein "Ich will nicht" muss als Grund reichen. Macht mich das konfliktscheu?

Aber damit verletzt du die Person
doch viel mehr.

Ich finde es auch OK, bei Internetbekanntschaften, nach einmaligem Treffen und nicht nett finden. Aber wenn man sich länger getroffen hat, wäre mir die Person zumindest eine kurse Mail wert. Du musst doch dann nicht noch hundertmal auf Nachfragen eingehen. Einfach sagen, was Sache ist, reicht.

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14. Juni 2016 um 21:28

Genau,
es bedeutet quasi, eine Bekanntschaft (oder im schlimmsten Fall Beziehung) damit zu "beenden", dass man sich einfach nicht mehr meldet, nicht mehr antwortet bzw. den anderen ggf. blockiert.

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14. Juni 2016 um 21:37

Also ich glaube..
..das ist ein bisschen falsch rübergekommen mit meinem Persönlichem Experiment (nicht Studie bitte, das hab ich nie behauptet).
Ich habe ja nur gesagt, ich werde ab jetzt nicht mehr ghosten- aber sonst nichts verändern (!), also nichts tun, was ich vorher nicht auch schon gemacht habe. Also auch nicht extra Menschen kennen lernen oder sonst was. Wer lesen kann ist klar im Vorteil.

Und: Ich spiele mit niemandes Gefühlen: Auf ALL (!) meinen Profiltexten steht klar und deutlich, dass ich keine Beziehung suche, sondern Sex, Freundschaft + oder einfach nur spannende, neue Bekanntschaften. Ich finde, wer dann nach "meinem" Strohhalm greift und mich trotzdem "sicherheitshalber" oder "versuchshalber" mal anschreibt, und dann traurig ist, wenn ich nach 2-3 Nachrichten nicht mehr zurückschreibe, der ist wirklich selber Schuld.

Mir geht es mitnichten darum, Menschen bloßzustellen die traurig oder einsam sind. Es geht mir auch nicht darum, mit den Gefühlen dieser Menschen zu spielen und mein Ego aufzupolieren (welches ganz gesund ist, danke der Nachfrage). Es ging mir hier eigentlich eher darum, aufzuzeigen, das Ghosting Gründe haben KANN. Das es nicht immer darum geht, das Leute, die sich einfach nicht mehr melden, "A-Löcher" sind, sondern dass sehr oft auch der geghostete seinen Teil dazu beigetragen hat bzw. das ich es auch unfair finde, wie man in dieser Gesellschaft als Frau behandelt wird, die gewisse Bekanntschaften eben nicht weiter führen MÖCHTE. Aber man sieht es ja an deiner Antwort: Du hast so viel in meinen Text hineininterpretiert das ich mich richtig wundere, dabei wollte ich eigentlich eher für mehr Verständnis für meine Situation plädieren.
Also nochmal zur Klarstellung:

1. Es geht mir NICHT darum, mit den Gefühlen anderer zu spielen oder mein Ego aufzupolieren.
2. Es geht mir NICHT darum, mich "geil" zu fühlen oder zu sehen, was so alles geht.
3. Ich lüge niemals jemandem an. Ich sage von Anfang an klar, was ich will- es geht darum, dass dies nicht akzeptiert wird.
4. Es geht darum, zu sehen, was passiert, wenn man plötzlich tatsächlich das tut, was die Gesellschaft erwartet- nämlich jedem ehrlich eine Abfuhr erteilt, den man eben nicht mehr treffen/schreiben möchte. Und das kann sehr verletzend sein, was dann so passiert.

Ich hoffe, das ist jetzt etwas klarer.

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14. Juni 2016 um 22:01

Ich finde..
de Reaktionen auf Ghosting sind halt einfach übertrieben. In einer Beziehung gehts natürlich überhaupt gar nicht- aber ich finde, wenn man gerade mal ein paar Mal geschrieben oder sich 1-2 Mal getroffen hat ists wirklcih egal.

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14. Juni 2016 um 22:27

Ich finde
deinen Ton absolut unangebracht. Ich habe gerade versucht, deine Anschuldigungen gegen meine Person (Lügen, falsche Dinge versprechen, kränkelndes Ego aufpolieren) richtig zu stellen. Ich hab gar nichts relativiert (und schon gar nicht bis zum schwarz werden).
Auch deine weitere Argumentation ist unfundiert: "Fakt ist, Ghosting ist eine Charakterschwäche". Ach ja, sorry, ich vergaß: "Fakt ist" vor etwas zu schreiben, ist ja die Lösung von allem, vor allem wenn genau das Behauptete in Frage gestellt wurde.
Und weiter geht es munter mit Beleidigungen: Ich habe also einen Schaden, weil ich gerne flirte und nicht gleich auf jedem, der deshalb eine Beziehung mit mir will, toternst nehme. Passt.

Sorry, auf diesem Niveau ist mir das echt zu blöd.

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15. Juni 2016 um 6:41

Moin
>>> Ich persönlich ghoste z.B. nur dann, wenn ich erwarte, dass die betroffene Person so reagiert wie oben beschrieben.


Warum lässt Du Dich mit diesen Personen denn überhaupt nähergehend ein, wenn Du sowas erwartest? Du willst das Erleben der Enttäuschtheit auf der anderen Seite vermeiden und hast selbst Hoffnungen geschürt. Sehr sauber!


>>> Also ganz ehrlich: Ich glaube, die meisten Leute haben viel zu schnell viel zu hohe Erwartungen.


Das kommt vor allem dann vor, wenn man aktive solche Erwartungen schürt.

Wie auch immer: es gibt charakterlose Menschen.

Du gehörst dazu.

Pacjam

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15. Juni 2016 um 7:47


Ich musste erstmal googeln, was das überhaupt ist. In meiner Welt nennt man das "Kontakt abbrechen"

Ich finde das unterirdisch, absolut nicht gut und nicht richtig. Wenn man andere Leute kennenlernen will, dann muss man sich auch mit ihnen auseinandersetzen. Und wie respektlos ist es dann, wenn man den anderen dann einfach kommentarlos abserviert? Ich habe noch Verständnis dafür, wenn man das bei ein paar ergebnislos hin und her geschriebenen Nachrichten bei einem Erstkontakt macht, aber sobald man seinen Gegenüber tatsächlich kennt, weil man Tage lang telefoniert, sich getroffen oder gar zusammen in der Kiste gelandet ist, ist es einfach nur noch feige, bequem und rücksichtslos. Das ist die "Nach-mir-die-Sintflut-Mentalität" - charakterlos! Der andere hat sich Zeit für dich genommen, sich mit dir beschäftigt und vielleicht schon einen Hauch Hoffnung, weil er dich toll findet. Und dann knallst du ihm ohne Erklärung die Tür vor der Nase zu. Bequem für dich, vollkommen ätzend für den anderen. Und da entschuldigen auch deine Vermutungen oder Ängste vor seiner Reaktion nichts!

Außerdem lernen Menschen an Erfahrungen und Kommunikation. Woher soll dein Gegenüber wissen, was er möglicherweise falsch gemacht hat und daraus lernen können, es beim nächsten Mal anders machen - wenn du ihn völlig im Unklaren lässt? Damit nimmst du ihm jegliche Möglichkeit sein Verhalten zu überdenken, weil er spekulieren muss. Er zerbricht sich den Kopf, während du dich einfach rausziehst. Hinzu kommt seine Enttäuschung.

Nee, von mir gibt es dafür absolut kein Verständnis. Wenn das alle in allen Bereichen so machen würden, dann wären Menschen wie du die ersten die jammern, denn dann würde es auf rein gar nichts mehr ein Feedback geben. Man meldet sich nicht mehr und der andere kann zusehen

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15. Juni 2016 um 8:17

Ok, nachdem ich jetzt endlich weiss, worum es geht...
... da halte ich gar nichts davon.

Menschen, die mich tendenziell nerven, lasse ich üblicher Weise erst gar nicht an mich heran. GGf. mit klaren Ansagen.

Grundsätzlich versuche ich es immer so zu handhaben, dass ich andere vorwarne, *bevor* sie meine Grenzen (sei es zum Generve oder anderweitig) überschreiten. Wer allerdings Warnung 1-3 ignoriert, der landet auf der Blacklist, klar.

Ansonsten braucht es einen gravierenden Vertrauensbruch, um bei mir auf der Blacklist zu landen, wenn ich mit jemandem einen intensiveren Kontakt habe. Aber derjenige erfährt dann schon noch, warum ich kein Wort mehr mit ihm / ihr wechseln werde.

Ja, mit klaren Ansagen kommt nicht jeder klar.
Bei mir sind es zudem meist die "lieben" und "ganz netten" und "sehr hilfsbereiten" Menschen, mit denen ich nicht klar komme (und nicht klar kommen möchte) und wo ich daher von jedem näheren Kontakt Abstand nehme - und die kommen damit noch am wenigsten klar. Aber ich fände "tot stellen" jetzt auch nicht wirklich besser.

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15. Juni 2016 um 8:28
In Antwort auf avarrassterne1

Ok, nachdem ich jetzt endlich weiss, worum es geht...
... da halte ich gar nichts davon.

Menschen, die mich tendenziell nerven, lasse ich üblicher Weise erst gar nicht an mich heran. GGf. mit klaren Ansagen.

Grundsätzlich versuche ich es immer so zu handhaben, dass ich andere vorwarne, *bevor* sie meine Grenzen (sei es zum Generve oder anderweitig) überschreiten. Wer allerdings Warnung 1-3 ignoriert, der landet auf der Blacklist, klar.

Ansonsten braucht es einen gravierenden Vertrauensbruch, um bei mir auf der Blacklist zu landen, wenn ich mit jemandem einen intensiveren Kontakt habe. Aber derjenige erfährt dann schon noch, warum ich kein Wort mehr mit ihm / ihr wechseln werde.

Ja, mit klaren Ansagen kommt nicht jeder klar.
Bei mir sind es zudem meist die "lieben" und "ganz netten" und "sehr hilfsbereiten" Menschen, mit denen ich nicht klar komme (und nicht klar kommen möchte) und wo ich daher von jedem näheren Kontakt Abstand nehme - und die kommen damit noch am wenigsten klar. Aber ich fände "tot stellen" jetzt auch nicht wirklich besser.

Wobei... stimmt so nicht, ich "ghoste" doch
jedes Jahr 4 Tage lang. An meinem Geburtstag + 3 Tage schalte ich das Telefon aus bis gehe nicht ran und früher habe ich auch auf die Türklingel nicht reagiert. (heute besteht die Gefahr nicht mehr, dass da wer vorbei kommt )

Weil meine LIEBE Familie auch nach so vielen Jahren nicht kapieren möchte, dass ich diese Geburtstagsanrufe HASSE ohne Ende - bzw. ihnen das schlicht weniger wichtig ist, als dass sie das machen, weil es sich ja so gehört und erklärt habe ich es schon oft genug.

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15. Juni 2016 um 8:38

So kann man es auch nennen
Allgemein ist es unter "Feigheit", "Bequemlichkeit" und "Respektlosigkeit" zu verbuchen. Allerdings sind nicht nur Blender feige und bequem. Und auch nicht nur Frauen die Opfer. Und das ganze spielt sich auch nicht nur zwischen Männern und Frauen ab, sondern auch unter Eigentlich-Freundschaften und sogar bei der Jobsuche.

Ich bin ganz und gar nicht anfällig für Blender. Ich bin auch nicht sehnsüchtig oder bedürftig. Und dennoch habe ich bereits mehrfach selbst erlebt, wie Menschen sich sang- und klanglos aus dem Staub machen - auch ohne Sex. Sogar bei langjährigen, teilweise gleichgeschlechtlichen Eigentlich-Freunden habe ich das erlebt. Die waren plötzlich komplett verschwunden, Antworten sind sie mir heute noch schuldig. Heute bekommt man sogar auf viele Job-Bewerbungen keine Reaktion (Eingangsbestätigung, Absage) und auch nach Vorstellungsgesprächen und Probearbeiten kommt es des Öfteren vor, dass keine Reaktion mehr kommt - nicht mal auf eine freundliche Nachfrage per E-Mail.

Dieses "ghosten" (was für ein beklopptes Wort) kommt in allen Schichten und bei beiden Geschlechtern vor.

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15. Juni 2016 um 8:43
In Antwort auf specialedition

Ich finde..
de Reaktionen auf Ghosting sind halt einfach übertrieben. In einer Beziehung gehts natürlich überhaupt gar nicht- aber ich finde, wenn man gerade mal ein paar Mal geschrieben oder sich 1-2 Mal getroffen hat ists wirklcih egal.

Nein
Es ist nicht egal. Und nur weil dir die Empfindungen der anderen egal ist, ist das kein allgemeingültiges Gut und auch nicht automatisch korrekt.

Mir wäre es nicht egal. Ich find es ätzend.

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15. Juni 2016 um 8:45

Es ist schlichtweg Feigheit und/oder Faulheit
Ich gestehe, ich habe auch schon geghostet und wurde geghostet.
Insbesondere auf einschlägigen Dating-Webseiten kommt dies regelmäßig vor.

Wenn man grad mal 1 oder zweimal miteinander geschrieben hat, habe ich da auch ehrlich gesagt kein schlechtes Gewissen, wenn der Kontakt länger ging, dann versuche ich jedoch schon, wenn ich kein weitere Interesse habe, einen Cut zu machen.
Immer ist/war dies aber nicht möglich.

Die Gründe waren jetzt aber keinesweg so heroisch, dass ich dem Gegenüber nicht verletzen wollte blablabla.
Das ist Blödsinn.
Es ist meistens schlichtweg Feigheit oder Faulheit einen Schnitt zu machen, weil man selber einfach kein Bock hat sich damit weiter auseinander zu setzen.
Insbesondere bei nur kurzem vorherigen Mailkontakt.
Es kam auch schon vor, dass ich einfach keine Zeit zum schreiben hatte, dies über einen etwas längeren Zeitraum, so dass der Kontakt eingeschlafen ist, ohne, dass ich es wirklich bewusst initiiert habe.
Nett war das dennoch nicht, denn ein kurzes "Hi ist grad stressig bei mir" wäre wohl trotzdem eig. drin gewesen.
Aber ich hatte keine Lust mich abends damit auch noch zu befassen, also schlief es ein.
Nicht nett, aber wenigstens bin ich ehrlich damit und steh zu der Unart, so wie sie ist, und verstecke mich nicht hinter "Ich will ihm ja nicht noch mehr wehtun als nötig"-Floskeln.

Wenn jetzt also die TE sagt, sie ghostet, um dem gegenüber nicht zusätzlich zu verletzen ist das, meiner Meinung nach, Blödsinn.
Denn ein Nicht-Melden verletzt genauso wie eine klare Abfuhr.
Wenn die TE jetzt sagt, sie stört sowas gar nicht, dann schätze ich, hat sie auch kein Problem mit einer direkten Abfuhr und ist dadurch ebenfalls nicht verletzt.
Und nach 1-2 schönen Monaten ist ghosting erst recht feige.
Da sollte auf jedenfall ein Abschlusswort drin sein, insbesondere wenn man sich auch wirklich getroffen hat in der Zeit.

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15. Juni 2016 um 9:13

Alltags-Ghosting
Das ist ja auch okay.

Aber unter Partnern, Freunden, Bettgefährten und auch im Job hat das absolut nichts zu suchen!

Wenn ich zum Vorstellungsgespräch gehe, man mich dann zum Kennenlernen der Kollegen und Probearbeiten (inkl. Zugang zum Rechner und sensiblen Daten) einlädt und mir sagt, dass ich so toll ins Team passe und man mich haben will, ich aber nie wieder was von denen höre, obwohl ich mich tierisch freue und auf den Arbeitsvertrag in der Post warte, dann ist es unter aller Sau. Eins drauf setzt dann noch die Ignoranz auf meine Anfrage per E-Mail.

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15. Juni 2016 um 11:42

Für mich, schon, ja
zum einen: ich feiere Geburtstage auch nicht - mit der gleichen Begründung: ist nicht mein Verdienst

Zum zweiten: ich bekomme nicht gern Geschenke (mit dem selbst schenken habe ich deutlich weniger Probleme, aber ich mache es meist so, dass ich als "Absender" nicht erkennbar bin )

Zum anderen... ist etwas persönliches. Ich habe das so gerlernt, das das etwas ist, "was sich so gehört" und "was man eben so macht" - und das ist mir zuwider. Entweder man sagt etwas, weil man das sagen möchte oder man hält Bittschön die Klappe. Das Problem ist, dass da bei mir so viele Emotionen hochkochen, dass ich das schwer unterscheiden kann, wenn ich jemanden nicht gut kenne und selbst bei jemandem, wo ich weiss, dass er / sie das wirklich echt so meint, kringelt es mir die zehennägel hoch - kann derjenige nichts dafür, das sind Erinnerungen und Erfahrungen, die damit nichts zu tun haben. Fakt ist: auch wenn es jemand "gut meint" und ich das sogar rein rational weiss, fühle ich mich dabei absolut unwohl.
Dazu kommt, dass ich noch nicht mal das Gefühl habe, etwas getan / geschafft zu haben, wozu man mir gratulieren *könnte*. Also zum Hochzeitstag oder so... okay. Aber zum Geburtstag?
Ist mir einfach so stark unangenehm, dass ich es nach Möglichkeit umgehe (auch von Arbeitskollegen etc.)

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15. Juni 2016 um 11:44
In Antwort auf nikon_12632387

Es ist schlichtweg Feigheit und/oder Faulheit
Ich gestehe, ich habe auch schon geghostet und wurde geghostet.
Insbesondere auf einschlägigen Dating-Webseiten kommt dies regelmäßig vor.

Wenn man grad mal 1 oder zweimal miteinander geschrieben hat, habe ich da auch ehrlich gesagt kein schlechtes Gewissen, wenn der Kontakt länger ging, dann versuche ich jedoch schon, wenn ich kein weitere Interesse habe, einen Cut zu machen.
Immer ist/war dies aber nicht möglich.

Die Gründe waren jetzt aber keinesweg so heroisch, dass ich dem Gegenüber nicht verletzen wollte blablabla.
Das ist Blödsinn.
Es ist meistens schlichtweg Feigheit oder Faulheit einen Schnitt zu machen, weil man selber einfach kein Bock hat sich damit weiter auseinander zu setzen.
Insbesondere bei nur kurzem vorherigen Mailkontakt.
Es kam auch schon vor, dass ich einfach keine Zeit zum schreiben hatte, dies über einen etwas längeren Zeitraum, so dass der Kontakt eingeschlafen ist, ohne, dass ich es wirklich bewusst initiiert habe.
Nett war das dennoch nicht, denn ein kurzes "Hi ist grad stressig bei mir" wäre wohl trotzdem eig. drin gewesen.
Aber ich hatte keine Lust mich abends damit auch noch zu befassen, also schlief es ein.
Nicht nett, aber wenigstens bin ich ehrlich damit und steh zu der Unart, so wie sie ist, und verstecke mich nicht hinter "Ich will ihm ja nicht noch mehr wehtun als nötig"-Floskeln.

Wenn jetzt also die TE sagt, sie ghostet, um dem gegenüber nicht zusätzlich zu verletzen ist das, meiner Meinung nach, Blödsinn.
Denn ein Nicht-Melden verletzt genauso wie eine klare Abfuhr.
Wenn die TE jetzt sagt, sie stört sowas gar nicht, dann schätze ich, hat sie auch kein Problem mit einer direkten Abfuhr und ist dadurch ebenfalls nicht verletzt.
Und nach 1-2 schönen Monaten ist ghosting erst recht feige.
Da sollte auf jedenfall ein Abschlusswort drin sein, insbesondere wenn man sich auch wirklich getroffen hat in der Zeit.

Ghosting...
... verletzt mehr als eine klare Ansage. Auf Diskussionen muss man sich nicht einlassen, aber einen klaren Schlusstrich sollte man ziehen. Ich wünsche jedem Ghost von ganzen Herzen, dass ihm / ihr genau das auch passiert!

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15. Juni 2016 um 12:27

?
Es geht doch nicht unbedingt um einen anonymen schriftlichen Erstkontakt, sondern um einen Kontakt, den man schon kennt. Und wenn dein Partner, deine Affäre oder dein Kumpel sich plötzlich sang- und klanglos aus dem Staub macht, dich womöglich noch auf allen Kanälen blockiert, dann würde dich der Grund nicht interessieren?

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15. Juni 2016 um 12:34

Korrekt
Ist genauso bekloppt wie das Handynummern tauschen - ohne Interesse daran auf Kontaktversuche zu reagieren.

Das hatte ich vor 12 Jahren in der Disko mal. Da hab ich mit jemandem rumgeknutscht, er wollte zum Ende hin meine Handynummer und gab mir auch seine. Ich probierte zwei, drei Tage später ihn anzurufen - kein Anschluss unter dieser Nummer. Und gehört hab ich von dem auch nie wieder was.

Was er sich dabei gedacht hat bleibt für immer sein Geheimnis.

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15. Juni 2016 um 12:40

Das geht gar nicht
Dann hattest du im Virfeld noch keine Verträge unterschrieben? Denn sonst kommen sie in der Regel nicht mehr so leicht da raus, zumindest in D nicht.

Das krasse ist ja, dass sowas auch echt Konsequenzen haben kann. Stell dir mal vor du sagst wegen denen eine Zusage eines anderen Jobs ab, weil der dir mehr zusagt. Alles ist besprochen und geplant, das andere Jobangebot ordnungsgemäß abgesagt und dann kommt 5 vor 12 die Absage und du hast plötzlich gar nix mehr.

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15. Juni 2016 um 12:46

Wegen der Verpflichtung, ja
deswegen verschenke ich auch selbst inkognito, um genau das nicht auszulösen

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15. Juni 2016 um 16:46

Ich weiß nicht, was Ghosting ist,
aber ich würde sehr gerne mal den neuen Rolls Royce Ghost fahren... Keine Ahnung, was eine "geghostete Person" ist, aber wenn sich jemand, den ich kenne und mit dem mich was auch immer verbindet, einfach so nicht mehr meldet, frage ich vielleicht einmal nach, was los ist, habe aber auch kein Problem damit, falls er oder sie sich zu schade für ein Gespräch sein sollte. Und falls die betreffende Person zwischenzeitlich vom Trekker überfahren worden sein sollte - Pech gehabt, kann ich auch nicht ändern...

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15. Juni 2016 um 16:50

Was ist "Ghosten"?

Ist das was Gruseliges?

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15. Juni 2016 um 17:07

Ok, habs mir unten durchgelesen.

Ich kenne dich nicht, deswegen meine allgemeine Frage:

Was erwartest du eigentlich?

Also was erwartest du dir von deinem Online-Kontakt? Was erwartest du dir von Dates, von Beziehungen? Machst du vorher klar "keine Gefühle, nur One-Night-Stands!"? Oder ist das eigentliche Ziel eine Beziehung und du wunderst dich nachher über Gefühle?

Und was erwartest du dir vom "Schlussmachen" (jeder Art)? Ein professionelles "Ah, ok, schade, vielleicht mal im nächsten Leben"?

Und zum Abschluss: Was hindert dich daran deinem erhofften aber nicht erfüllten Herzblatt kurz und bündig zu schreiben, dass es nicht klappt, ihm aus deiner Situation heraus zu schreiben weshalb und DANACH zu "ghosten", also alle Nachrichten entweder zu ignorieren oder zu löschen?

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15. Juni 2016 um 17:53

@ pacjam: "Er, er, er, er, er...."

>> "Gerade als Frau muss man sich für jegliche Ablehnung rechtfertigen. Und das empfinde ich als Frau sehr unangenehm, deshalb ghoste ich."

Die TE ist laut eigener Aussage eine Frau: sie

So viel zum Thema "keine Silbe verstehen".

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16. Juni 2016 um 9:28

Wenn ein Mann "besonders spendabel" ist, meint er es besonders ernst.

Manche Typen wissen einfach, was funktioniert. Die machen das dann bei jedem(!) Date.

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16. Juni 2016 um 21:37

Guten abend,
genau, und das, was du als statement gelesen hast, glaubst du, ist richtig ? nur weil er es geschrieben hat ?
warum geht er dann nicht ans handy und stellt sich dem ganzen ? weil er feige ist und gelogen hat. aber das kannst du ja alles nicht wissen.

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19. April 2017 um 13:53

Hallo ihr Lieben! 
Ich bin Caro von DASDING vom SWR und suche jemanden, der schon mal geghostet wurde. Wir würden gerne einen Videobeitrag dazu machen. Meldet euch gerne bei mir!
Grüße
Caro // DASDING

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19. April 2017 um 16:12

Für mich persönlich ist ghosting was für Leute ohne Rückrat. Jeder kann einfach mal eine Nachricht schreiben und einfach sagen, dass man keinen Kontakt mehr wünscht und auf zukünftige Nachrichten nicht reagieren wird.

Es ist ganz einfach und man macht einen klaren cut.
Ghosten ist eben dann die Variante für Feiglinge. 
Egal wie man es dreht und wendet. Es gibt für mich keinen nachvollziehbaren Grund dafür.

Dabei geht es weniger darum, dass man dem anderen etwas schuldig ist, sondern eher darum  selbst chrackterstärke zu beweisen.

 

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25. November 2019 um 18:53

Also, ich denke, der Thread ist ein wenig alt um zu antworten. Aber ich mache es mal, weil ich dieses Wort gegoogelt habe und mich dann über Leute, die so was machen, erkundigt habe. Das Ignorieren von Menschen, als seien sie gestorben, ist ziemlich daneben. 

Ein Mensch, der hören will, was er falsch gemacht hat, ist nicht notwendigerweise selbst Schuld, dass Du ihn ghostet. Eine Frau, die spazieren geht, ist ja nicht schuld, dass sie plötzlich überfallen und vergewaltigt wird. 

Ghosting ist eine seelische Misshandlung und niemand hat ein Recht den anderen so zu behandeln. 

Abgesehen davon ist nicht derjenige Schuld, den Du ghostest, sondern Du selbst. Es ist an Dir ihm sofort die kalte Schulter zu zeigen. Frauen sind selbst dran Schuld, wenn Sie ghosten müssen, denn sie tun so als wäre alles okay. Sie sind häufig unaufrichtig, auch Frauen unter sich, sagen nie das, was sie denken. Sie lächeln über Dinge, über die es nichts zu lächeln gibt, tun so, als ob alles okay wäre und dann ghosten sie. Das tun auch Männer immer häufiger. Soziale Beziehungen, egal, wie kurzweilig sie sein mögen, sind nunmal nicht dazu da zu ghosten, um sich das Leben angenehmer zu machen. 

Ghosten tun Leute, die es sich immer bequem machen, weil sie Unbequemlichkeiten meiden. Das Leben ist unbequem. Wenn man immer allem, was unangenehm ist, den Rücken kehren will, bringt man sich am besten um oder bleibt immer zuhause, ohne Handy, Telefonanschluss. Soziale Kontakte können nunmal verletzen. 

Außerdem muss man nicht meiden in dem man ghostet und die Alternative ist auch nicht, ganz ehrlich jemanden wie Dreck zu behandeln oder zu sagen, dass man nicht passt.

Wenn die Chemie nicht stimmt, macht man das von Anfang an klar. Den Menschen macht man es einfacher, in dem man entweder gleich Antipathie zeigt oder unverbindlich höflich ist, um sich dann wieder mit einer anderen Person zu beschäftigen.  Dann zeigt der andere seine Antipathie oder registiert schon zu Anfang das Desinteresse. Wenn man Verabredungen zum Dritten mal absagt und sich immer Termine einfallen lässt, merkt das jeder Depp. Man tut nicht so, als sei der andere Luft. Man bleibt stets höflich, wahrt jedoch Distanz und wird nie ausfallend. Man hat niemanden verletzt und musste seine (wenn auch negantiven) Gefühle nicht zum Ausdruck bringen, aber man war verdammt noch mal da. 


Menschen, die ghosten, haben Schwierigkeiten, Nein zu sagen. Sie wollen selbst gut behandelt werden und bei anderen beliebt sein, weil sie nicht die Arschkarte haben wollen. Sie können daher freundlich sein, obwohl sie einen nicht mögen, weil sie selbst Ablehnung fürchten. Sie haben es verlernt eine höfliche Distanz zu wahren, weil unsere Generation nicht mehr das "Sie" benutzt", sondern sofort zum "Du" springt. Man wird zu schnell vertraut, ist angeblich total locker, tauscht sofort Nummern aus, um in Whatsapp miteinander zu quatschen oder sms zu schreiben (Macht, das heute noch einer?) oder man sagt, dass man in Facebook, Twitter oder Instagram zu finden ist. Man will sich ja nicht aus den Augen verlieren. Nach ein paar Dates merkt man, dass kann es nicht sein. Also will man es dem anderen nicht erklären und ghostet ihn. Der andere fühlt, dass er wie Luft behandelt wird und fühlt sich wie ein Stück Dreck, weiß nicht was er falsch gemacht hat und aus seinem Gefühl hilft ihm ja keiner raus, da man die besagte Person ihn ja ghostet. Es hat keine Gewissheit, denkt dann, dass etwas mit ihm nicht stimmt, entwickelt vielleicht nach ein paar Ghostern (ist ja offenbar IN) Neurosen, bringt sich um..... (ich gebe zu, dass ich jetzt sehr übertreibe). 
Ich wollte mal überspitzt zeigen, was es mit Leuten machen kann. 

Hätte man von Anfang an gezeigt, dass es nicht passt, wäre es kein Problem.
Aber Nachrichten nicht zu beantworten ist meines Erachtens noch schlimmer, als jemandem höflich zu sagen, dass man schon einen Freund hat oder gerade gesellschaftliche Verpflichtungen hat und keine Zeit hat. 

Selbst, wenn man erst nach einer Zeit merkt, dass es nicht wirklich das ist, was es ist, muss man ihn ja nicht zu erst kontaktieren, um ihm was Wichtiges zu sagen. Aber wenn er fragt, kann man Ausflüchte geben und wenn er das öfters macht, muss man einfach sagen, dass die Chemie nicht stimmt. Ob das nun unangenehm ist oder nicht. Für unangenehme Erfahrungen Verantwortung zu übernehmen heißt Erwachsen werden. Wer ghostet, hat das Erwachsenwerden echt verpasst.

Das ist meine radikale Meinung.














 

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25. November 2019 um 19:08

Ich bin jemand, der Ghosting schlimmer findet als einen klaren Cut mit Erklärung/Ansage. Und wenn ich die nicht bekomme, dann hole ich sie mir, akzeptiere sie aber auch. Ich brauche das einfach, um abschließen zu können, finde nichts schlimmer als im Ungewissen zu sein und auf eine Antwort oder Nachricht zu warten, die nie mehr kommt, ohne Erklärung. Klar, zu 90% kennt man die Antwort dann eh schon, aber wenigstens hört das Gedankenkarussell um die letzten 10% dann endlich auf.

Bin erst vor kurzem geghostet worden von einem langjährigen (!!!) Freund. Er zog sich immer mehr zurück und meldete sich dann am Ende gar nicht mehr, komischerweise wo unsere Freundschaft erst direkt davor seeehr intensiv geworden ist und eher schon Richtung F+ ging. Die Zeit, wo er sich nicht meldete und immer nur vertröstete mit "Stress, keine Zeit, iese Laune, hat nix mit dir zu tun", war schlimm für mich, immer dieses Warten. Dann habe ich eine klare Stellungnahme gefordert: War es das jetzt? Dann wollte ich es wissen und nicht mehr warten! Ja, dann sagte er, das war es, weil er in einer Beziehung ist und das ihm zu weit gegangen ist jetzt mit mir, er möchte seine Beziehung nicht gefährden. Alles klar, diese Antwort konnte ich akzeptieren und jetzt auch gut mit dem Kontaktabbruch umgehen. Diskussion gab es keiner, ich habe ihm ein schönes Leben gewünscht und er mir. Tut auch, weh, aber man weiß wenigstens, was Sache ist.

Tipp: Wenn du eine Erklärung lieferst, halt dich knapp und geh nicht auf weitere Diskussionen ein. Nachfragen und Erklärungen einfach ignorieren dann oder mit "Ich habe nicht mehr dazu zu sagen, bitte akzeptiere meine Entscheidung, ich wünsche dir trotzdem alles Gute für Deine Zukunft!" beantworten und dann nichts mehr beantworten. Wenn der Andere das nicht akzeptieren kann, ist das ja nicht dein Problem.

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26. November 2019 um 11:30
In Antwort auf allshewants

Ich bin jemand, der Ghosting schlimmer findet als einen klaren Cut mit Erklärung/Ansage. Und wenn ich die nicht bekomme, dann hole ich sie mir, akzeptiere sie aber auch. Ich brauche das einfach, um abschließen zu können, finde nichts schlimmer als im Ungewissen zu sein und auf eine Antwort oder Nachricht zu warten, die nie mehr kommt, ohne Erklärung. Klar, zu 90% kennt man die Antwort dann eh schon, aber wenigstens hört das Gedankenkarussell um die letzten 10% dann endlich auf.

Bin erst vor kurzem geghostet worden von einem langjährigen (!!!) Freund. Er zog sich immer mehr zurück und meldete sich dann am Ende gar nicht mehr, komischerweise wo unsere Freundschaft erst direkt davor seeehr intensiv geworden ist und eher schon Richtung F+ ging. Die Zeit, wo er sich nicht meldete und immer nur vertröstete mit "Stress, keine Zeit, iese Laune, hat nix mit dir zu tun", war schlimm für mich, immer dieses Warten. Dann habe ich eine klare Stellungnahme gefordert: War es das jetzt? Dann wollte ich es wissen und nicht mehr warten! Ja, dann sagte er, das war es, weil er in einer Beziehung ist und das ihm zu weit gegangen ist jetzt mit mir, er möchte seine Beziehung nicht gefährden. Alles klar, diese Antwort konnte ich akzeptieren und jetzt auch gut mit dem Kontaktabbruch umgehen. Diskussion gab es keiner, ich habe ihm ein schönes Leben gewünscht und er mir. Tut auch, weh, aber man weiß wenigstens, was Sache ist.

Tipp: Wenn du eine Erklärung lieferst, halt dich knapp und geh nicht auf weitere Diskussionen ein. Nachfragen und Erklärungen einfach ignorieren dann oder mit "Ich habe nicht mehr dazu zu sagen, bitte akzeptiere meine Entscheidung, ich wünsche dir trotzdem alles Gute für Deine Zukunft!" beantworten und dann nichts mehr beantworten. Wenn der Andere das nicht akzeptieren kann, ist das ja nicht dein Problem.

Finde ich gut. Nur das Auffordern bringt auch nicht immer was. Hab ich letztes Mal erst mit einer Bekannten aus dem Kollegenkreis gemacht, ob ich was flasch gemacht habe. Keine Antwort. Kann man nicht immer ändern. Am besten gibt man sich distanziert und gibt erst nach ein paar Treffen oder Begegnungen, falls erwünscht, die Telefonnummer. Man sollte geizig mit seinen Daten umgehen, man muss sich rar machen. Ist wie bei French Kiss mit Meg Ryan. Die Anekdote mit dem Kellner.

"Die Antwort auf französiche Kellner. Behandelst Du sie gut, behandeln sie Dich wie Scheiße. Behandelst Du sie wie Scheiße lieben sie Dich". Überspitzt und das Stilmittel der Übertreibung, aber die Pointe stimmt irgendwie.

Ich denke das Ghosten passiert immer Menschen, die zu nett wirken. Und nett ist bekanntlich die kleine Schwester von Scheiße. 

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26. November 2019 um 15:45
In Antwort auf ron_18815793

Finde ich gut. Nur das Auffordern bringt auch nicht immer was. Hab ich letztes Mal erst mit einer Bekannten aus dem Kollegenkreis gemacht, ob ich was flasch gemacht habe. Keine Antwort. Kann man nicht immer ändern. Am besten gibt man sich distanziert und gibt erst nach ein paar Treffen oder Begegnungen, falls erwünscht, die Telefonnummer. Man sollte geizig mit seinen Daten umgehen, man muss sich rar machen. Ist wie bei French Kiss mit Meg Ryan. Die Anekdote mit dem Kellner.

"Die Antwort auf französiche Kellner. Behandelst Du sie gut, behandeln sie Dich wie Scheiße. Behandelst Du sie wie Scheiße lieben sie Dich". Überspitzt und das Stilmittel der Übertreibung, aber die Pointe stimmt irgendwie.

Ich denke das Ghosten passiert immer Menschen, die zu nett wirken. Und nett ist bekanntlich die kleine Schwester von Scheiße. 

Naja, ich werde nicht anfangen, Spielchen zu spielen, auf böse tun obwohl ich nett bin oder umgekehrt, ich bin wie ich bin, entweder passt es oder nicht.

Im Übrigen bin ich das Gegenteil von der Kellner Anekdote (French Kiss schöner Film übrigens, könnte ich auch mal wieder gucken ☺️). Ich bin auf den ersten Blick unheimlich nett, jeder, der mich kennt, ob Büro oder sonstwo, würde mich als liebenswertes Wesen bezeichnen, das keiner Fliege was zuleide tun kann. Um so erstaunter ist jeder, der mich näher kennenlernt, wie böse ich werden kann. Ach ja, ich mag das lieber so herum, die blöden geschockten Gesichter, wenn die Maske plötzlich mal fällt, sind unbezahlbar. 👀🤣 Und ja, auch zu dem Kellner bin ich erst mal nett, aber wenn er mir blöd kommt, lernt er mich kennen. 😈

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26. November 2019 um 16:12

Also ich habe auch schon geghostet und wurde auch schon selber geghostet.

Aktives Ghosting durch mich: die Gegenpartei konnte ein "Nein" nicht akzeptieren, wurde ausfällig mir gegenüber, teilweise fast schon Stalking, etc. pp. Klare Ansagen werden nicht akzeptiert - ein Nein bleibt ein Nein, auch wenn man es mit 50 Whatsapps versucht es zu ändern.

Als ich geghostet wurde: man hatte ein schönes Date, dann kommt die Standard-Floskel "das müssen wir unbedingt wiederholen", "das war ein toller Abend", "sehen wir uns nächste Woche wieder" - und schwupp als ich zu Hause war oder einen Tag später war ich schon geblockt. Warum? Keine Ahnung, is mir aber auch Wurscht. Auf einen weiteren Kontakt kann ich bei so einem Verhalten auch verzichten. Sauer? Nö. Enttäuscht? Manchmal ja. Wütend? Nein, ICH weiss ja, was der andere "verpasst"

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26. November 2019 um 17:07
In Antwort auf anghle_18766060

Also ich habe auch schon geghostet und wurde auch schon selber geghostet.

Aktives Ghosting durch mich: die Gegenpartei konnte ein "Nein" nicht akzeptieren, wurde ausfällig mir gegenüber, teilweise fast schon Stalking, etc. pp. Klare Ansagen werden nicht akzeptiert - ein Nein bleibt ein Nein, auch wenn man es mit 50 Whatsapps versucht es zu ändern.

Als ich geghostet wurde: man hatte ein schönes Date, dann kommt die Standard-Floskel "das müssen wir unbedingt wiederholen", "das war ein toller Abend", "sehen wir uns nächste Woche wieder" - und schwupp als ich zu Hause war oder einen Tag später war ich schon geblockt. Warum? Keine Ahnung, is mir aber auch Wurscht. Auf einen weiteren Kontakt kann ich bei so einem Verhalten auch verzichten. Sauer? Nö. Enttäuscht? Manchmal ja. Wütend? Nein, ICH weiss ja, was der andere "verpasst"

Finde nicht, dass das was Du gemacht hast, Ghosting ist, du hast ja eine Klärung versucht erst, wenn der Andere das nicht akzeptiert und respektiert, ist es ja nur logische Konsequenz, ihn dann irgendwann vor die Wand rennen zu lassen.

Ulkigerweise habe ich mal die Erfahrung gemacht, als ich nach einem Date ehrlich war und sagte, dass er nicht mein Typ ist und ich kein 2. Date möchte, dass der Andere darauf total sauer reagierte und meinte, das wäre total unnötig und verletzend jetzt, das zu sagen, ob er mich etwa drum gebeten habe und wieso ich nicht einfach gegangen bin und mich dann eben nicht mehr melde, das wäre Antwort genug, er sei nichr gekommen, um sich von mir beleidigen zu lassen. 😆👀🙈

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