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Warum stehen Frauen auf Arschlöcher?

13. Juli um 10:06 Letzte Antwort: 13. Juli um 20:31

Liebes Forum

Ich wende mich an euch, da ich mich selbst nicht mehr wirklich verstehe. Es geht um die Anziehungskraft der Männer, die einem einfach nicht gut tun. Der Titel ist absichtlich provokant gewählt,weil ich denke, viele von euch kennen das. Ich frage mich nur, wie kommt man da raus?
Ich war einige Jahre mit einem Mann zusammen, den man als klassischen Narzissten betiteln könnte. Mittlerweile kann ich sagen, dass ich diese Geschichte einigermassen verarbeiten konnte. Trotzdem habe ich meinen Schaden davon getragen, mich verkrochen, mich wertlos gefühlt, was teilweise bis heute nachwirkt.
Danach kam jemand, der mir meinen Lebenswillen zurückgegeben hat. Wir haben sehr viel zusammen unternommen und konnten immer zusammen lachen. Es war eine wunderbare Freundschaft, allerdings habe ich mich sehr schnell verliebt. Das blieb anscheinend einseitig, obwohl ich mir zeitweise sicher war, dass er auch Gefühle haben muss, so oft wie wir uns getroffen haben. Ich meine, mit jemandem, mit dem ich nur Sex will, muss ich ja tagsüber nichts unternehmen. Der Haken an diesem Typ war, dass er hin und wieder Drogen konsumierte. Nicht wie der letzte Junkie, sondern hauptsächlich, um Party zu machen. Ich trauere heute (nach knapp 2 Jahren) immer noch der gemeinsamen Zeit nach, habe allerdings den Kontakt abgebrochen, da er plötzlich mit einer deutlich jüngeren auf der Matte stand. Irgendwann meldete er sich wieder, als er wegen Depressionen in einer Klinik war. Als ich aber mitbekommen habe, dass die Geschichte mit der Minderjährigen noch immer am laufen ist, gab es eine kurze Diskussion und er brach schliesslich den Kontakt zu mir ab. Das tat weh.
Mittelweile geht es mir eigentlich gut. Keine Heulattacken mehr, ich kann mich soweit auf den Alltag konzentrieren. Dennoch hat es mich sehr verletzt, plötzlich ersetzt zu werden und dass er so gar nichts mehr von sich hören lassen hat.
Ich habe also versucht mich abzulenken, mit Sport, Lesen, Serien, allem möglichen. Und habe auch versucht, mich wieder für jemand neuen zu öffnen. Eigentlich haben mich alle gelangweilt, aber einen gab es, der irgendwie speziell war. Diesmal eine Online-Bekanntschaft. Er vertraute mir sehr schnell und wir haben schon seit Anfang an nächtelang telefoniert. Ich hatte allerdings diese ganzen Geschichten vom letzten Typen noch aufzuarbeiten. Er flirtete was das Zeug hielt, ich konnte lange nicht so richtig darauf eingehen. Ausserdem redete er sehr viel. Als ich das Thema Drogen ansprach, war er ungewöhnlich aufgebracht, beschimpfte und blockierte mich. Schnell war klar, dass er selbst was konsumiert. Ich weiss bis heute nicht genau was, da es anscheinend Stoffe sind, die noch nicht wirklich wissenschaftlich bekannt sind.
Dennoch wollte ich ihn nicht in eine Schublade stecken. Schwere Lebensphasen hat jeder mal und manche greifen eben zu solchen "Hilfsmitteln". Für mich wurde es erst schlimm (und ist es immer noch), als er fast alle zwei Tage für mich grundlos wütend geworden ist, mich aufs übelste beschimpft hat und dann aber wieder heulend angerufen hat und meinte, wie viel ich ihm bedeute. Wir haben uns einige Male persönlich gesehen und ich war genau so zwiegespalten wie beim bisherigen Kontakt übers Handy. Einerseits fühlte ich mich sehr wohl, weil er ein sehr tiefsinniger, sensibler Mensch ist und wir charakterlich einige Gemeinsamkeiten haben. Andererseits machen diese Ausraster jegliches Vertrauen kaputt. Er weiss deshalb bis heute nicht gerade sehr viel über mich, was ihn anscheinend verletzt. Es ist sehr schwierig mit ihm, ich kann ihn nur mit Samthandschuhen anfassen, so zerbrechlich ist er. Total anstrengend für mich, weil ich mich selten mal "fallen lassen" kann, wenn es mir selbst nicht so gut geht. Mein Verstand weiss, dass das eh keine Zukunft hätte. Aber wenn wir ein paar Tage Funkstille haben, fehlt mir sein Tiefsinn und wie er immer versucht, einen persönlich weiterzubringen.
Gerade bin ich aber an dem Punkt, an dem ich eigentlich wirklich nicht mehr weitermachen möchte. An dem ich am liebsten von der ganzen Welt meine Ruhe will. Ich weiss, dass diese Männer mir nicht gut tun. Ich verliere aber auch die Hoffnung, dass es da draussen noch jemand gutherzigen gibt, der mich auf Dauer nicht langweilt. Meistens ist es eben irgendwie dieses Arschlochverhalten (sich nicht melden, beschimpfen, im Ungewissen lassen,..) das alles etwas "spannender"(?!) macht. Bin ich echt süchtig nach diesem Drama? Wieso kann ich mich nicht einfach in nen "normalen" Kerl verlieben, der genau wie ich nur etwas um die Welt reisen will und irgendwann ein Haus mit Garten?
Klar weiss ich, es hat viel mit meinem Selbstwert zu tun, lese viel vom "inneren Kind", versuche mich weiterzuentwickeln. Ich möchte meinen Fokus eigentlich wieder auf die positiven Dinge im Leben richten, weil ich dann vielleicht auch etwas besseres anziehe. Aber dann brodeln in mir wieder Gefühle auf, die einfach zu intensiv sind, um sie einfach zu ignorieren. Wie oft war ich kurz davor, mich wieder bei Typ 2 zu melden? Ich versuche mir immer wieder zu sagen, dass mich nicht diese Männer selbst anziehen, sondern nur die gemeinsamen Erlebnisse, bzw. die Gefühle die sie in mir ausgelöst haben. Wie zum Beispiel das Gefühl von Freiheit oder von Verstanden-werden. Und dass sich diese Gefühle auch anders hervorrufen lassen. Oder dass diese Männer vielleicht nur eine Ablenkung von mir selbst sind.
Aber wieso zieht es mich dann doch immer wieder zurück? Wieso will ich mich mit diesen Menschen beschäftigen? Was bringt mir das im Leben?



Schreibt mir gerne etwas dazu, wenn ihr eine Idee oder ein paar aufbauende Worte habt. Danke fürs Lesen schonmal.

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13. Juli um 10:38

Nein, Frauen stehen nicht auf Arschlöcher, sondern kaputte Menschen, ziehen andere kaputte Menschen an.

Vielleicht hilft dir das Buch "wenn Frauen zu sehr lieben".

Da geht es um die frühen Erfahrungen, die man mit den Eltern macht und um die Prägung von Beziehungen.

Du brauchst das Drama, weil du süchtig nach dem Dopamin-Kick bist ,der ausgeschüttet wird, wenn man nach einer "Down-Phase" in eine "up-Phase" kommt.

Dazu könnte ich dir einen ganzen Roman schreiben aber das was du brauchst, ist professionelle Hilfe und dich so lange von Männern fernzuhalten, bis du deinen Kreislauf verstanden hast und bereit bist ihn zu durch brechen.

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13. Juli um 12:14
In Antwort auf beautifulmind89

Nein, Frauen stehen nicht auf Arschlöcher, sondern kaputte Menschen, ziehen andere kaputte Menschen an.

Vielleicht hilft dir das Buch "wenn Frauen zu sehr lieben".

Da geht es um die frühen Erfahrungen, die man mit den Eltern macht und um die Prägung von Beziehungen.

Du brauchst das Drama, weil du süchtig nach dem Dopamin-Kick bist ,der ausgeschüttet wird, wenn man nach einer "Down-Phase" in eine "up-Phase" kommt.

Dazu könnte ich dir einen ganzen Roman schreiben aber das was du brauchst, ist professionelle Hilfe und dich so lange von Männern fernzuhalten, bis du deinen Kreislauf verstanden hast und bereit bist ihn zu durch brechen.

Das ist sehr interessant, was Du schreibst. Tragisch ist nur wieder einmal, dass sich das Thema auf "zuviel liebende Frauen" konzentriert. Was Männer so erleben, fühlen, wie ihnen Frauen begegnen, interessiert niemand auf der Welt. Ein Mann, der von Frauen "vera..." wird, gilt immer noch nur als Versager, als unerotisches Weichei. Die Nabelschau, welche Frauen so treiben, ist ihm verboten - er schämt sich auch dafür.

Es gibt mir zu denken, dass meine zweite Freundin in ganz jungen Jahren alle paar Nächte mit einem anderen im Bett war und ich erst durch eine Erkrankung davon etwas erfahren habe. Dass auch das eine oder andere mit anderen Frauen in solche Richtungen zeigt. Jetzt begreife ich, dass mir nur wenige Frauen wirklich gutgetan haben.  

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13. Juli um 18:26
In Antwort auf beautifulmind89

Nein, Frauen stehen nicht auf Arschlöcher, sondern kaputte Menschen, ziehen andere kaputte Menschen an.

Vielleicht hilft dir das Buch "wenn Frauen zu sehr lieben".

Da geht es um die frühen Erfahrungen, die man mit den Eltern macht und um die Prägung von Beziehungen.

Du brauchst das Drama, weil du süchtig nach dem Dopamin-Kick bist ,der ausgeschüttet wird, wenn man nach einer "Down-Phase" in eine "up-Phase" kommt.

Dazu könnte ich dir einen ganzen Roman schreiben aber das was du brauchst, ist professionelle Hilfe und dich so lange von Männern fernzuhalten, bis du deinen Kreislauf verstanden hast und bereit bist ihn zu durch brechen.

Vielen Dank für deinen Kommentar. Schreib gerne mehr, wenn du magst. Ich bin bereits in Therapie. Dass man sich auf diese Art und Weise zu mehr Dopamin verhilft, war mir allerdings nicht bewusst.

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13. Juli um 18:48

Das ist eine relativ klassische Bindungsstörung. Irgendwas in deinen primären Bindungserfahrungen ist gewaltig schief gelaufen. 

Dass das Belohnunsszentrum auf Bindung positiv reagiert,  wurde ja schon dargelegt! Neurowissenschaftlich messbar.  Jetzt hast du irgendwie gelernt, dass deine primäre Bindungsperson, die dir richtig zugesetzt hat, dich mit Bindungsangeboten - und seien sie noch so klein belohnt hat und das hast du so einprogrammiert.

Mit offenen,  liebenden, bedingungslosen Menschen hast du keine Erfahrung. Du hast gelernt, dass "Hämmer in die Fresse" mit kleiner Zuneigung (Interesse, dir etwas erzählen, bis hin zur Zumutung) das ist, was du für Bindung und Liebe hältst.

Und diese Bindungsschieflage lässt einem ja verbindliche, auf Augenhöhe stehende, im Austausch bleibende, liebe,  süße, Zuneigung zeigende Menschen aus dem Raster fallen, denn sowas kennst du nicht. Und du willst es auch nicht,  das würde dir wohl Angst machen. Du beschreibst es mit Freiheit in deinem Text, ich könnte es auch Flucht oder Unverbindlichkeit nennen. 

Und verstanden werden ist etwas schönes, dass "gestörte" andere gestörte Menschen demnach schon auch verstehen, ist ziemlich tricky. Verstehen ist eine Sache, annehmen mit allen Facetten können diese Menschen aber nicht, weil ihnen gesunde Abgrenzungsmechanismen fehlen, sie haben keine Beziehung mit sich. 

Manche Menschen sollten demnach voerst in eine Schublade, und Süchtige tun dir bestimmt nicht gut, solange du selbst so ein Abgrebzungs- und Beziehungsthema hast. 

Gut, dass du daran arbeitest! 


 

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13. Juli um 19:24
In Antwort auf alichan

Liebes Forum

Ich wende mich an euch, da ich mich selbst nicht mehr wirklich verstehe. Es geht um die Anziehungskraft der Männer, die einem einfach nicht gut tun. Der Titel ist absichtlich provokant gewählt,weil ich denke, viele von euch kennen das. Ich frage mich nur, wie kommt man da raus?
Ich war einige Jahre mit einem Mann zusammen, den man als klassischen Narzissten betiteln könnte. Mittlerweile kann ich sagen, dass ich diese Geschichte einigermassen verarbeiten konnte. Trotzdem habe ich meinen Schaden davon getragen, mich verkrochen, mich wertlos gefühlt, was teilweise bis heute nachwirkt.
Danach kam jemand, der mir meinen Lebenswillen zurückgegeben hat. Wir haben sehr viel zusammen unternommen und konnten immer zusammen lachen. Es war eine wunderbare Freundschaft, allerdings habe ich mich sehr schnell verliebt. Das blieb anscheinend einseitig, obwohl ich mir zeitweise sicher war, dass er auch Gefühle haben muss, so oft wie wir uns getroffen haben. Ich meine, mit jemandem, mit dem ich nur Sex will, muss ich ja tagsüber nichts unternehmen. Der Haken an diesem Typ war, dass er hin und wieder Drogen konsumierte. Nicht wie der letzte Junkie, sondern hauptsächlich, um Party zu machen. Ich trauere heute (nach knapp 2 Jahren) immer noch der gemeinsamen Zeit nach, habe allerdings den Kontakt abgebrochen, da er plötzlich mit einer deutlich jüngeren auf der Matte stand. Irgendwann meldete er sich wieder, als er wegen Depressionen in einer Klinik war. Als ich aber mitbekommen habe, dass die Geschichte mit der Minderjährigen noch immer am laufen ist, gab es eine kurze Diskussion und er brach schliesslich den Kontakt zu mir ab. Das tat weh.
Mittelweile geht es mir eigentlich gut. Keine Heulattacken mehr, ich kann mich soweit auf den Alltag konzentrieren. Dennoch hat es mich sehr verletzt, plötzlich ersetzt zu werden und dass er so gar nichts mehr von sich hören lassen hat.
Ich habe also versucht mich abzulenken, mit Sport, Lesen, Serien, allem möglichen. Und habe auch versucht, mich wieder für jemand neuen zu öffnen. Eigentlich haben mich alle gelangweilt, aber einen gab es, der irgendwie speziell war. Diesmal eine Online-Bekanntschaft. Er vertraute mir sehr schnell und wir haben schon seit Anfang an nächtelang telefoniert. Ich hatte allerdings diese ganzen Geschichten vom letzten Typen noch aufzuarbeiten. Er flirtete was das Zeug hielt, ich konnte lange nicht so richtig darauf eingehen. Ausserdem redete er sehr viel. Als ich das Thema Drogen ansprach, war er ungewöhnlich aufgebracht, beschimpfte und blockierte mich. Schnell war klar, dass er selbst was konsumiert. Ich weiss bis heute nicht genau was, da es anscheinend Stoffe sind, die noch nicht wirklich wissenschaftlich bekannt sind.
Dennoch wollte ich ihn nicht in eine Schublade stecken. Schwere Lebensphasen hat jeder mal und manche greifen eben zu solchen "Hilfsmitteln". Für mich wurde es erst schlimm (und ist es immer noch), als er fast alle zwei Tage für mich grundlos wütend geworden ist, mich aufs übelste beschimpft hat und dann aber wieder heulend angerufen hat und meinte, wie viel ich ihm bedeute. Wir haben uns einige Male persönlich gesehen und ich war genau so zwiegespalten wie beim bisherigen Kontakt übers Handy. Einerseits fühlte ich mich sehr wohl, weil er ein sehr tiefsinniger, sensibler Mensch ist und wir charakterlich einige Gemeinsamkeiten haben. Andererseits machen diese Ausraster jegliches Vertrauen kaputt. Er weiss deshalb bis heute nicht gerade sehr viel über mich, was ihn anscheinend verletzt. Es ist sehr schwierig mit ihm, ich kann ihn nur mit Samthandschuhen anfassen, so zerbrechlich ist er. Total anstrengend für mich, weil ich mich selten mal "fallen lassen" kann, wenn es mir selbst nicht so gut geht. Mein Verstand weiss, dass das eh keine Zukunft hätte. Aber wenn wir ein paar Tage Funkstille haben, fehlt mir sein Tiefsinn und wie er immer versucht, einen persönlich weiterzubringen.
Gerade bin ich aber an dem Punkt, an dem ich eigentlich wirklich nicht mehr weitermachen möchte. An dem ich am liebsten von der ganzen Welt meine Ruhe will. Ich weiss, dass diese Männer mir nicht gut tun. Ich verliere aber auch die Hoffnung, dass es da draussen noch jemand gutherzigen gibt, der mich auf Dauer nicht langweilt. Meistens ist es eben irgendwie dieses Arschlochverhalten (sich nicht melden, beschimpfen, im Ungewissen lassen,..) das alles etwas "spannender"(?!) macht. Bin ich echt süchtig nach diesem Drama? Wieso kann ich mich nicht einfach in nen "normalen" Kerl verlieben, der genau wie ich nur etwas um die Welt reisen will und irgendwann ein Haus mit Garten?
Klar weiss ich, es hat viel mit meinem Selbstwert zu tun, lese viel vom "inneren Kind", versuche mich weiterzuentwickeln. Ich möchte meinen Fokus eigentlich wieder auf die positiven Dinge im Leben richten, weil ich dann vielleicht auch etwas besseres anziehe. Aber dann brodeln in mir wieder Gefühle auf, die einfach zu intensiv sind, um sie einfach zu ignorieren. Wie oft war ich kurz davor, mich wieder bei Typ 2 zu melden? Ich versuche mir immer wieder zu sagen, dass mich nicht diese Männer selbst anziehen, sondern nur die gemeinsamen Erlebnisse, bzw. die Gefühle die sie in mir ausgelöst haben. Wie zum Beispiel das Gefühl von Freiheit oder von Verstanden-werden. Und dass sich diese Gefühle auch anders hervorrufen lassen. Oder dass diese Männer vielleicht nur eine Ablenkung von mir selbst sind.
Aber wieso zieht es mich dann doch immer wieder zurück? Wieso will ich mich mit diesen Menschen beschäftigen? Was bringt mir das im Leben?



Schreibt mir gerne etwas dazu, wenn ihr eine Idee oder ein paar aufbauende Worte habt. Danke fürs Lesen schonmal.

Gut, hier kommen meine Gedanken zum Thema: 

Du bist bist aufgrund frühkindlicher Prägungen und Erfahrungen -derzeit- nicht bindungsfähig. Das agierst du derart aus, dass du dir Partner suchst, mit denen keine (liebevolle) Bindung möglich ist. So kann "es" nicht passieren. Nähe entsteht nicht oder wird immer nur verletzend erlebt, so, wie du es bereits erlebt hast. Manche verlieben sich immer in Vergebene, Unerreichbare oder in jene, die ganz weit weg wohnen. Andere, du, verlieben sich, genau dann, wenn sie schlecht behandelt werden. Weil das ihrer Bindungserfahrung entspricht und weil sie diese ausagieren, möglicherweise auch in der Hoffnung, alte Verletzungen endlich zu heilen, indem man endlich einen positiven Ausgang der Bindungserfahrung erlebt. Allerdings suchen sie sich paradoxer- oder genauer betrachtet konsequenterweise aufgrund ihrer Prägungen und bisherigen Erfahrungen Menschen, die genau das nicht bieten können. 

Es ist nicht einfach, solche Kreisläufe zu durchbrechen, weil sich Gefühle nicht über Nacht verändern, wenn sie sich verändern. Professionelle Betreuung ist sicher eine gute Idee und scheint mir in diesem Zusammenhang ganz wesentlich. Je nach Individuum, Veranlagung und Thema gibt es wohl unterschiedliche Therapieansätze. Abgrenzung erscheint auch mir des Weiteren ein wesentliches Thema, dem, der einem vielleicht auch ganz ungewollt und weil er es nicht besser geschafft hat, seinen Müll dereinst übergestülpt hat, alles zurückgeben - in Gedanken, sich abgrenzen von all dem destruktiven schadhaften Ballast. Und auch Wissen, Verständnis kann mit der Zeit Einfluss auf die Gefühle nehmen. 

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13. Juli um 19:33
In Antwort auf zauderer22

Das ist sehr interessant, was Du schreibst. Tragisch ist nur wieder einmal, dass sich das Thema auf "zuviel liebende Frauen" konzentriert. Was Männer so erleben, fühlen, wie ihnen Frauen begegnen, interessiert niemand auf der Welt. Ein Mann, der von Frauen "vera..." wird, gilt immer noch nur als Versager, als unerotisches Weichei. Die Nabelschau, welche Frauen so treiben, ist ihm verboten - er schämt sich auch dafür.

Es gibt mir zu denken, dass meine zweite Freundin in ganz jungen Jahren alle paar Nächte mit einem anderen im Bett war und ich erst durch eine Erkrankung davon etwas erfahren habe. Dass auch das eine oder andere mit anderen Frauen in solche Richtungen zeigt. Jetzt begreife ich, dass mir nur wenige Frauen wirklich gutgetan haben.  

Das ist in der Tat ein wichtiger Aspekt. Männer gehen vermutlich nicht zuletzt aufgrund gesellschaftlicher Erwartungshaltungen und Prägungen mit Themen wie Missbrauch, häuslicher Gewalt, An- und Übergriffen auf ihre seelische und körperliche Integrität anders um als Frauen, schon im Kindesalter. Und haben dann auch oft ganz andere Ventile, in keiner Weise erschöpfend genannt: Wut, Aggressivität, zur Schau gestelltes betont maskulines Verhalten (im Falle von Missbrauch) oder aber Schweigen. Wobei solche Themen immer schambehaftet sind und Schweigen mit sich bringen, ungeachtet des Geschlechts. Es ist aber richtig, dass sich die Opferrolle mit dem klassischen Männerbild und der Vorstellung von Männlichkeit nicht verträgt. 

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13. Juli um 19:37

Frauen stehen auf attraktive Männer, nicht Arschlöcher. Es ist nur so dass diese Männer ihr Machtgefüge ausnutzten und dann von Frauen als Arschlöcher betitelt werden.

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13. Juli um 19:45

@bissfest und @frauevi und @beautifulmind:

Eure Beiträge heute finde ich großartig! Das ist ein ehrliches Lob. Dass ich als Mann hier überhaupt die Männerseite genannt habe, ist nur ein Versuch, eigenes Verständnis in die Sache einzubringen. Ich entschuldige mich dafür.

Ich bin davon überzeugt, dass die TE heute sehr viel Wichtiges erfahren hat (ich im übrigen für mich selbst auch).

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13. Juli um 19:50
In Antwort auf rvr

Frauen stehen auf attraktive Männer, nicht Arschlöcher. Es ist nur so dass diese Männer ihr Machtgefüge ausnutzten und dann von Frauen als Arschlöcher betitelt werden.

Menschen können durchaus Macht haben und damit Gutes bewirken. Macht ist also nicht per se schlecht. Aber "Machtgefüge ausnutzen" klingt da eher bösartig: gegen irgendwen gerichtet.

Das hört sich dann vielleicht etwas missverständlich so an, als ob Männer, die ihr Machtgefüge ausnutzen, die Krone der Schöpfung, die anderen Kerle aber "A..." seien.

Dann würde ich den derzeit mächtigsten Mann der Welt als Krone der Schöpfung betiteln müssen, seine seriösen Widersacher aber als "A...".

Im übrigen scheint mir die Gleichsetzung von "attraktiv" (in welcher Bedeutung, äußerlich oder als psychosoziales Gesamtpaket?) und "Macht ausnutzen" versus "A...s" schon sehr konstruiert.

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13. Juli um 20:05
In Antwort auf zauderer22

Menschen können durchaus Macht haben und damit Gutes bewirken. Macht ist also nicht per se schlecht. Aber "Machtgefüge ausnutzen" klingt da eher bösartig: gegen irgendwen gerichtet.

Das hört sich dann vielleicht etwas missverständlich so an, als ob Männer, die ihr Machtgefüge ausnutzen, die Krone der Schöpfung, die anderen Kerle aber "A..." seien.

Dann würde ich den derzeit mächtigsten Mann der Welt als Krone der Schöpfung betiteln müssen, seine seriösen Widersacher aber als "A...".

Im übrigen scheint mir die Gleichsetzung von "attraktiv" (in welcher Bedeutung, äußerlich oder als psychosoziales Gesamtpaket?) und "Macht ausnutzen" versus "A...s" schon sehr konstruiert.

Also deiner Meinung nach rennen Frauen Trump, Putin, Mark Zuckerberg etc hinterher? 

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13. Juli um 20:23
In Antwort auf rvr

Also deiner Meinung nach rennen Frauen Trump, Putin, Mark Zuckerberg etc hinterher? 

An Trump, Putin und Zuckerberg reizt die Kohle, sonst nix.

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13. Juli um 20:31
In Antwort auf rvr

Also deiner Meinung nach rennen Frauen Trump, Putin, Mark Zuckerberg etc hinterher? 

@rvr.

Jein. Aber vielleicht reden wir ja auch völlig aneinander vorbei? Was meinst Du denn mit "Machtgefüge ausnutzen"? Wenn Du damit nur meinst, dass attraktive souveräne Männer auch oft "Macht" im Sinne von Männlichkeit und Selbstbewusstsein ausstrahlen (insofern Macht nutzen, nicht jemand ausnutzen), so habe ich ja nichts dagegen: Aber dann gehe ich auch nicht davon aus, dass Frauen solche Männer doch nicht als A... betiteln. Irgendwie verstehe ich Deine Gleichung nicht.

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