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Warum können manche Menschen keine Nähe zulassen

27. Dezember 2007 um 19:59

Weiss nicht, wo ich überhaupt anfangen soll. Ich war ein Jahr mit meinem Freund zusammen.
Schon vor unserer Beziehung sagte er mir, dass er keine Nähe zulassen kann, wenig einfühlsam ist und eigentlich keine Beziehung eingehen möchte. Ich konnte das nicht glauben und ging davon aus, dass er übertreibt (Heute gehe ich eher davon aus, dass ich ihm nicht glauben wollte).
Nun, er konnte wirklich kaum Nähe zulassen. Mit der Zeit habe ich mich daran gewöhnt, ihm selten körperlich nah sein zu können. Er sagt, durch sexuelle Nähe würden sich Menschen voneinander entfernen. Eine Beziehung dürfe nicht auf Sex basieren. Ich denke, dass sich mentale Nähe und körperliche Nähe nicht zwangsläufig aussschließen.
Die fehlende emotionale Nähe war für mich jedoch ein Problem. Ich bin kein Mensch, der jede freie Minute mit seinem Partner verbringen möchte und von ihm mit Komplimenten und Liebesbekundungen überschüttet werden möchte. Aber ich fühle mich nicht verbunden mit einem Partner, wenn jeder nur sein eigenes Leben lebt, wenn man kaum etwas miteinander teilt außer das gemeinsame Bett. Es lag nicht daran, dass wir zu wenige gemeinsame Interessen hatten, es lag einfach daran, dass er "keine freien Kopf" für mich hatte, weil er zu sehr von seiner Arbeit und von seinem Studium gefordert wurde.
Er sagte mir, er wolle sich nur mit mir treffen, wenn er sich auf mich einlassen kann, wenn er den Kopf frei hat, aber diese "Überforderung" durch den Alltag trat nicht nur Phasenweise auf. Mir fehlte seine Nähe, ich war nie so einsam wie in unserer Beziehung. Ich konnte so, ohne das Gefühl von Verbundenheit, kein Vertrauen aufbauen. Ich war sehr eifersüchtig. Letztendlich hat er sich von mir getrennt, hatte vorher aber noch ein Verhältnis mit einer seiner Arbeitskolleginnen. Er stand nicht dazu. Ich hatte im Gefühl, dass da eine andere war, aber er sagte, ich würde mir das zusammen phantasieren. Letztendlich habe ich davon erfahren, weil ich seine Handyrechung geöffnet habe. Erst dann stand er dazu. Das Verhältnis bagatelisierte er. Sie seien nur eine Woche zusammen gewesen und sie hätten nicht miteinander geschlafen. Die Trennung ging von ihr aus, weil sie sich für ihren Freund entschied. Eigentlich hätten sie sich jedoch im beitseitigen Einvernehmen getrennt.
Er sagte, letztendlich habe ich ihn durch meine Eifersucht dazu getrieben.
Mir fehlte einfach die Nähe zu ihm, das Gefühl der Verbundenheit, um ihm vertrauen zu können.
Vor hatte er etwas mit einer Mitstudentin. Sie waren eine Woche zusammen, von daher kann man diesbezüglich nicht von einer Beziehung sprechen. Ihr hat er auch gesagt, er könne kein Nähe eingehen und wolle eigentlich keine Beziehung. Nach einer Woche trennte er sich von ihr. Sie hätte ihn sowieso nicht geliebt und wollte nur Sex von ihm. Er schrieb ihr einen Brief, in dem er sich über sie ausließ. Ihr lag wirklich viel an ihm, erfuhr ich später von einem gemeinsamen Freund.
Mein Ex-Freund und ich leben zusammen. Obwohl ich weiss, dass wir keine gemeinsame Basis haben, sehne ich mich doch nach ihm. Ich dachte, ich könne meine Bedürfnisse nach Nähe unterdrücken, aber es ging nicht. Ich weiss, dass er ein Mensch ist, der keine Nähe zulassen kann, der das scheinbar auch nicht ändern möchte, aber... Ich kann nicht sagen, was in mir vorgeht. Ich liebe ihn als Mensch, so wie ich in zuvor als Mensch geliebt habe, obwohl er mich sehr verletzt hat.
Ich frage mich, warum können manche Menschen keine Nähe zulassen.
Ich weiss nicht, ob er mich je geliebt hat. Wenn ich ihn fragte, was er an mir lieb hat, sagte er, weil er weniger Trinkt, seitdem er mit mir zusammen ist, weil er mehr auf sich und seine Gesundheit achtet und er mehr Selbstwertgefühl hat. Es kam mir so vor, als würde ich nur eine Funktion für ihn erfüllen. Erst einen Tag vor unserer Trennung sagte er, dass er mich liebt. Er könne aber so nicht mit mir leben.

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27. Dezember 2007 um 20:52

Schlechte Erfahrungen sind es
Aber durch Sex entfernt man sich nicht, durch Sex entsteht Bindung, aber die will er ja nicht, deswegen entfernt er sich auch.

ja, ich denke, wenn du mehr Nähe willst, dann ist dieser Mann der falsche für dich und wahrscheinlich wird dein Bedürfnis nach Nähe irgendwann übermächtig und du suchst was neues. Wer weiß.

Deine Geduld mit ihm in Ehren, aber wenn er sich nicht ändern will, dann soll er auch damit leben, wenn du gehst. Irgendwann werden deine Gefühle bestimmt nachlassen und es tut nicht mehr weh, wenn er dich nicht ranlassen will.

Vielleicht ja der Anfang vom Ende.
Keine Ahnung.

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27. Dezember 2007 um 20:55

Auch möglch
Er liebt dich nicht richtig, sondern sucht nur Freundschaft und wenn dann sogar eine andere lockt, dürfte das fast die logischste Erklärung sein.
Liebt man nämlich plötzlich, dann kann aus einem Nähephobieker auch ein Nähejunkie werden. Wenn er will.

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27. Dezember 2007 um 21:08

Ich
finde auch soviel kann ihm wohl nicht an Dir liegen. Sonst würde er sich anders verhalten.
Aber mal ganz ehrlich: das hast Du doch sicher nicht verdient, er verweigert Dir ja im Grunde alles was in einer Beziehung normal sein sollte. Kuscheln, Wärme, Geborgenheit.
Lass ihn gehen wahrscheinlich wird es Dir nach einer Zeit viel besser ohne ihn gehen.

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27. Dezember 2007 um 22:54

Nach meinen Erfahrungen...
..haben diese Menschen durchaus ein Problem mit Nähe. Dieses Problem kann sehr vielfältige Ursachen haben. Meist liegen sie irgendwo in der Kindheit oder frühen Jugend. Du wirst es schwer haben, dazu genaueres zu erfahren. Das kostet sehr viel Zeit, sehr viel Verzicht und noch mehr Selbstüberwindung deines Partners darüber zu reden.
Ich habe fast ein halbes Jahr gebraucht, bis ich das Thema "Problem mit Nähe" verstanden habe... bis ich endlich "sie" verstanden habe. Ich weiß selbst im Moment nicht, wie unser Status zueinander beschrieben werden könnte. Wir können nicht ohne einander aber auch nicht miteinander. Vielleicht ist das ein Dauerzustand. Du kommst nur weiter, wenn ihr miteinander redet, aber Ursachenforschung ist total kompliziert.
Ich habe während meiner Zeit der Suche nach Antworten folgendes Zitat dazu gefunden - Autor leider unbekannt:
"Viele scheitern an der Liebe, weil ihre Angst sich dem anderen zu öffnen größer ist, als die Sehnsucht nach Nähe und Vertrauen, die schlechten Erfahrungen stärker sind als die besten Hoffnungen."
In diesem Sinne.... viel Glück und LG Nighthawk

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28. Dezember 2007 um 0:54

Interessant Gedankensplitter
Wie kommst Du dazu ?
Die Langform Deines Textes wäre vielleicht noch klarer ... oder hast Du selbst Schwierigkeiten das zusammenhängender in Worte zu fassen, weil die Ideen sozusagen wie Wolken vorbeiziehen und Du da was rausgreifen mußt ?

jaja

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28. Dezember 2007 um 10:54
In Antwort auf cammie_12764137

Schlechte Erfahrungen sind es
Aber durch Sex entfernt man sich nicht, durch Sex entsteht Bindung, aber die will er ja nicht, deswegen entfernt er sich auch.

ja, ich denke, wenn du mehr Nähe willst, dann ist dieser Mann der falsche für dich und wahrscheinlich wird dein Bedürfnis nach Nähe irgendwann übermächtig und du suchst was neues. Wer weiß.

Deine Geduld mit ihm in Ehren, aber wenn er sich nicht ändern will, dann soll er auch damit leben, wenn du gehst. Irgendwann werden deine Gefühle bestimmt nachlassen und es tut nicht mehr weh, wenn er dich nicht ranlassen will.

Vielleicht ja der Anfang vom Ende.
Keine Ahnung.

Meine...
... Meinung: Er erzählt Dir nur das, was Du hören willst bzw. Du hörst nur das, was Du hören willst.

Klartext: Er will keine Beziehung mit Dir, er will Deine Nähe nicht.

Es ist aber nicht Deine Schuld, ihr gehört einfach nicht zusammen. Sonst wärt ihr es und es gäbe keine Probleme.

Wenn Du irgendwann einen anderen Mann kennenlernst und der Dir ganz freiwillig ohne groß zu reden das gibt, was Du brauchst - und umgekehrt - dann wirst Du rückblickend sagen bzw. verstehen, dass Deine Geschichte jetzt nicht für die Ewigkeit gedacht war.
Und vermutlich wirst Du nur den Kopf darüber schütteln, dass Du wegen so einem Typen so gelitten hast.

LG

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28. Dezember 2007 um 15:14
In Antwort auf tyche26

Meine...
... Meinung: Er erzählt Dir nur das, was Du hören willst bzw. Du hörst nur das, was Du hören willst.

Klartext: Er will keine Beziehung mit Dir, er will Deine Nähe nicht.

Es ist aber nicht Deine Schuld, ihr gehört einfach nicht zusammen. Sonst wärt ihr es und es gäbe keine Probleme.

Wenn Du irgendwann einen anderen Mann kennenlernst und der Dir ganz freiwillig ohne groß zu reden das gibt, was Du brauchst - und umgekehrt - dann wirst Du rückblickend sagen bzw. verstehen, dass Deine Geschichte jetzt nicht für die Ewigkeit gedacht war.
Und vermutlich wirst Du nur den Kopf darüber schütteln, dass Du wegen so einem Typen so gelitten hast.

LG

Sorry, aber..
so redet nur, wer das noch nicht erlebt hat. Da ist ein Mensch der es geschafft hat, in unser Herz zu gelangen, ein Mensch den wir lieben und dieser Mensch beteiligt sich an diesem Gefühl... bis zu einem bestimmten Moment. Bis zu dem Moment, an dem wir ihm sagen, dass wir ihn lieben... Das ist der Anfang vom Ende... Unvermittelt werden alle Brücken gekappt, alle Verbindungen laufen ins Leere, ohne dass wir vorgewarnt waren, ohne das wir eine Chance hatten, dem entgegen zu wirken.... wir stürzen ins bodenlose Nichts und haben dennoch unsere Gefühle für den anderen. Damit klarzukommen ist nervenaufreibend und macht dich kaputt, wenn du richtig geliebt hast. Lies die Zeilen von "Prosecco" durch... glaubst du, dass es für die Betroffenen einfach ist so zu sein, glaubst du, dass sie damit glücklich sind...? Das Leiden hier ist echt, es tut weh - egal wie viel Zeit vergeht, weil es scheinbar keinen Grund gibt, dass diese Beziehung zerstört ist.
Das eines Tages vielleicht Platz im Herzen ist für jemanden anderen mag sein, aber bis dahin dauert es und der Schmerz ist unerträglich.....
LG Nighthawk

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28. Dezember 2007 um 22:34
In Antwort auf nighthawk65

Sorry, aber..
so redet nur, wer das noch nicht erlebt hat. Da ist ein Mensch der es geschafft hat, in unser Herz zu gelangen, ein Mensch den wir lieben und dieser Mensch beteiligt sich an diesem Gefühl... bis zu einem bestimmten Moment. Bis zu dem Moment, an dem wir ihm sagen, dass wir ihn lieben... Das ist der Anfang vom Ende... Unvermittelt werden alle Brücken gekappt, alle Verbindungen laufen ins Leere, ohne dass wir vorgewarnt waren, ohne das wir eine Chance hatten, dem entgegen zu wirken.... wir stürzen ins bodenlose Nichts und haben dennoch unsere Gefühle für den anderen. Damit klarzukommen ist nervenaufreibend und macht dich kaputt, wenn du richtig geliebt hast. Lies die Zeilen von "Prosecco" durch... glaubst du, dass es für die Betroffenen einfach ist so zu sein, glaubst du, dass sie damit glücklich sind...? Das Leiden hier ist echt, es tut weh - egal wie viel Zeit vergeht, weil es scheinbar keinen Grund gibt, dass diese Beziehung zerstört ist.
Das eines Tages vielleicht Platz im Herzen ist für jemanden anderen mag sein, aber bis dahin dauert es und der Schmerz ist unerträglich.....
LG Nighthawk

Es gibt da einen kleinen feinen...
... Unterschied. Jemand, der keine Nähe zulassen kann, der den anderen aber trotzdem liebt - wird er denjenigen so mir nichts dir nichts betrügen? Wird es ihm so leicht fallen, mit 'ner anderen ins Bett zu steigen? Ich glaube nicht.

Ich würde Dir ja zustimmen - wenn dieses Detail nicht wäre.

LG

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29. Dezember 2007 um 0:27
In Antwort auf tyche26

Es gibt da einen kleinen feinen...
... Unterschied. Jemand, der keine Nähe zulassen kann, der den anderen aber trotzdem liebt - wird er denjenigen so mir nichts dir nichts betrügen? Wird es ihm so leicht fallen, mit 'ner anderen ins Bett zu steigen? Ich glaube nicht.

Ich würde Dir ja zustimmen - wenn dieses Detail nicht wäre.

LG

Auch dieses Detail
auch dieses Detail ist mit einer gewissen -wenn auch unerfreulichen- Logik darin verbandelt.

Mit jemand Anderem parallel etwas anzufangen ist die wirksamste Art Distanz herzustellen. Oft reichen kurze Momente dieser Distanz, damit der Beziehungsängstliche den notwendigen Abstand wieder hat, seine Sehnsucht nach dem Menschen, vor dem er gerade voller Panik innerlich geflohen ist, wieder zu erkennen.

Er hängt fest in der Halbdistanz, flieht und erkennt gleich darauf, dass er doch lieber in die andere Richtung möchte. So erreicht er nie irgendein Ziel - gibt es Schlimmeres ?

jaja

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29. Dezember 2007 um 17:12

Unterschiedliche Vorstellungen von Beziehung
Zwischen ihm und seiner Arbeitskollegin lief nichts sexuelles. Sagt er jedenfalls. Würde auch seiner Einstellung zuwider laufen, von daher glaube ich ihm. Sie hat sich letztendlich für ihren Freund entschieden, mit dem sie schon seit 4 Jahren ist.

Hmm, wir waren ein Jahr zusammen von denen wir 1/2 Jahr zusammen lebten (Wohnen immernoch zusammen). Er war in dieser Zeit schon immer distanziert. Naja, er hat mich ja auch vorgewarnt, dass er keine

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29. Dezember 2007 um 21:35
In Antwort auf akeno_12890379

Interessant Gedankensplitter
Wie kommst Du dazu ?
Die Langform Deines Textes wäre vielleicht noch klarer ... oder hast Du selbst Schwierigkeiten das zusammenhängender in Worte zu fassen, weil die Ideen sozusagen wie Wolken vorbeiziehen und Du da was rausgreifen mußt ?

jaja

Ich kanns verstehen
Also, ich muss sagen, ich fand die Kurzform von prosecco sehr aussagekräftig, da es genau auf den richtigen Punkt trifft, da gibt es auch nicht mehr zu sagen oder weiter rumzuquasseln. Die Aussage trifft 100%ig zu.

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30. Dezember 2007 um 13:50
In Antwort auf tammie_12477874

Unterschiedliche Vorstellungen von Beziehung
Zwischen ihm und seiner Arbeitskollegin lief nichts sexuelles. Sagt er jedenfalls. Würde auch seiner Einstellung zuwider laufen, von daher glaube ich ihm. Sie hat sich letztendlich für ihren Freund entschieden, mit dem sie schon seit 4 Jahren ist.

Hmm, wir waren ein Jahr zusammen von denen wir 1/2 Jahr zusammen lebten (Wohnen immernoch zusammen). Er war in dieser Zeit schon immer distanziert. Naja, er hat mich ja auch vorgewarnt, dass er keine

Ich finde, bestimmte Dinge...
... werden hier "schön" geredet. Ich habe selbst das Problem, dass ich nicht leicht Nähe zulassen kann. Ich fühle mich schnell erdrückt, wenn mir jemand zu sehr auf die Pelle rückt. Aber:

Meine Erfahrung: Wenn man jemanden nicht richtig liebt, aber es sich nicht eingestehen kann, hat man vermehrt den Wunsch nach Flucht. Alles, was der andere macht, ist zu viel. Weil man ihn eben nicht richtig will. Und dann kann es auch zu solchen Affären nebenbei kommen. Da man den anderen sowieso nicht richtig will, hat man auch nicht wirklich ein schlechtes Gewissen. Und ja, man schafft dann auf diese Art Distanz, um sich und dem anderen irgendwie klarzumachen, dass die Sache nicht richtig läuft und eigentlich beendet werden müsste.

Wenn man hingegen jemanden richtig liebt, kann man auch als "Näheflüchtling" dieses Gefühl plötzlich aushalten und genießen. Dann ist alles, was mit anderen Partnern ein Problem war, plötzlich keins mehr. Wenn man echte Liebe spürt, kann man sich auch plötzlich und für alle unerwartet, ganz anders verhalten. Und dann ist es auch - für jeden hier nachvollziehbar - tabu, einen Seitensprung zu begehen.

Ich halte es daher für Selbsttäuschung, wenn man von jemandem betrogen und belogen wird, alles auf "sein Näheproblem" zu schieben. Das ist Augenwischerei, um nicht den Tatsachen ins Auge blicken zu müssen. Denn das hieße ja letztendlich, denjenigen mit dem Näheproblem von allen "Sünden" freizusprechen, weil: Er kann ja nichts dafür...

Aber das kann er sehr wohl! Er schafft es nur nicht, einen klaren Schlussstrich zu ziehen.

Meine Erfahrung ist, dass gerade die Menschen ein Problem mit Nähe haben, die es nicht schaffen, sich richtig von der Umwelt abzugrenzen, die ein Problem haben, klar auszusprechen, was sie wollen, die schlecht nein sagen können, etc. Auf der einen Seite ist der Wunsch nach Distanz dann logischerweise größer, auf der anderen Seite kann dieser Wunsch aber auch nicht mit Worten klar ausgedrückt werden, weil man ja anderen wieder nicht zu nahe treten will. Also schafft man die Distanz auf andere Art und Weise - man kann nicht sagen, ich will nicht mit Dir zusammen sein. Also zeigt man es dem anderen, indem man fremdgeht, ihn belügt. etc.

Meine Erfahrung. Muss natürlich nicht auf jeden zutreffen.

LG

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9. Februar 2008 um 8:15

Wie gut ich dich verstehen kann
Hallo,du sprichst mir von der Seele-ich habe 2 1/2 jahren eine Beziehung geführt fast ohne Nähe warum ich bei dem Mann geblieben bin ? ich konnte den alltag gut mit ihm verleben und wir haen viele gemeinsamkeiten-nur kaum Sex und von ihm kam nie eine Umarmung - geschweige denn ein Kuß-hatte noch nie so eine Beziehung -trotzdem vermisse ich ihn,ich weiß das ist nicht normal-aber ich denke ich habe ihn geleibt - er mich nie !

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8. August 2011 um 20:52

Nähe zulassen
> Ich frage mich, warum können manche Menschen keine Nähe zulassen.

Ganz einfach: es bereitet ihnen Unbehagen, vielen sogar Angst.
Von ganzem Herzen

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23. Mai 2013 um 20:52

Erfahrungen sind das eine...
ich würd teilweise weiter ausholen: es gibt menschen, die wollen keine nähe und das nicht unbedingt wegen schlechter erfahrungen. jeder hat doch ein anderes verständnis von "nähe" und vielleicht unterscheiden sich da einfach die definitionen? natürlich könnte man jetzt argumentieren, dass er gesagt hat, er KANN keine nähe zulassen und nicht, dass er es nicht WILL. aber vielleicht meinte er "will", hat aber "kann" gesagt, weil er mit der anderen formulierung bei vorangegangenen beziehungen auf unverständnis gestoßen, also hat er die formulierung sozial angepasst.
ich für meinen teil kenne einige menschen, die mit (körperlicher) nähe schlicht weg nichts anfangen können, sie empfinden dabei nichts. einen menschen umarmen ist für sie genauso, wie einen baum umarmen

noch eine möglichkeit wäre asperger-autismus (ok jetzt wird es vielleicht etwas unwahrscheinlich....). das ist eine "leichte" form des autismus und die betroffen fallen teilweise gar nicht groß unter den nicht-autisten auf (weshalb die diagnose relativ gestellt wird. man erkennt nicht die "symptome", weil sie zu unauffällig sind). die betroffenen haben aber oft (?) probleme mit nähe und sozialen beziehungen. körperkontakt wird in einigen fällen sogar als unangenehm empfunden.

aber das nur als idee...^^

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