Forum / Liebe & Beziehung

Warum geraten die liebenswertesten Frauen an die größten Ekel?

8. Juni um 18:14
In Antwort auf user1850626310

Kann ich nicht behaupten, da ich zu den netteren gehöre und schon eine Beziehung mit einem ebensolchen netten Mann hatte. Es wurde nicht langweilig. Ich brauche definitiv kein Drama, Probleme und Mist am hacken..Das zermuerbt einen auf Dauer. 

Geht mir genauso, ich brauche das auch alles nicht. 

Ob ich nett bin oder nicht, hängt zum größten Teil davon ab, wie man mit mir umgeht. Was ich nicht abkann, ist Dreistheit, Unverschämtheit und Respektlosigkeit. Da kann auch ich zum Ekel werden.

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7. Juni um 17:59

Ich bin liebenswert ist nicht gleich Ich bin der Fußabtreter in der Beziehung.

Frauen, die an die größten Ekel geraten, sind deshalb mMn in erster Linie voller Selbstzweifel. Diese Selbstzweifel äußern sich meist in einer Verdrängung der eigenen Bedürfnisse und einer Fixierung auf die Anforderungen des Partners. Das mag man mit Liebenswürdigkeit verwechseln, hat aber damit wenig zu tun.


 

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8. Juni um 18:16
In Antwort auf antitoxin1

"Immer her mit euren Vorurteilen"


ist doch ziemlich simple. das sogenannte ekel sprudelt nur so vor testosteron, gefahr, unbändigkeit, dominanz, freiheit, wilde leidenschaft..

der liebenswerte riecht halt eher nach schlaffi. zieht sich klassische musik rein und versucht mit geisteswissenschaften die animalischen gelüste einer frau zu wecken, und falls sie nicht einschläft praktiziert er nach schulbuch, sodass man immer weiss was kommt. er will es einem ständig recht machen und erinnert nur an mutti, die x mal fragt, ob man wirklich nicht noch ein stück zitronenkuchen haben möchte.
 

Also ich hätte jetzt gerne ein Stück Zitronenkuchen.

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8. Juni um 19:21
In Antwort auf user08152

"Kochen halte ich auch nicht für etwas typisch weibliches"

nein. "weiblich" ist es, tag für tag die familie zu ernären... das hat ja nichts mit kochen zu tun...

echtes "kochen", also die art von kochen, für die man anerkennung erwartet und oft auch bekommt - das ist tatsächlich oft männlich!

Wenn du meinst, Kochen als alltägliche Tätigkeit im Haushalt sei tatsächlich etwas a priori typisch Weibliches, dann dürfte es aus deiner Sicht okay sein, Frauen die Rolle der permanent installierten Hausköchin zuzuschieben.
(Ich sehe das anders.)

Was zB die Fragen aufwirft, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit etwas als "typisch männlich" oder "typisch weiblich" kategorisiert werden kann, und wie sich Geschlechterrollen-Stereotypen ausbilden, und wie es dazu kommt, dass sie sich mancherorts hartnäckig halten, und worin es sich äussert wenn Leute tatsächlich daran glauben.

Was das angeht, hatte ich spätestens zu Schulzeiten meine ersten Augenöffner: Wir wurden ab und zu schulklassenweise in irgendwelche Hütten verfrachtet, wo wir dann auch Gelegenheit hatten, selbst zu kochen bzw für die ganze Klasse Mahlzeiten herzurichten. Jedesmal war es so, dass sich eine Riege von Hausfrauen herausgebildet hat, die ihre Mütter nachgeahmt und von sich aus in einer Art Selbstorganisation angefangen hat, das Kochen für alle zu managen und im Zuge dessen die Jungs als zu Küchenarbeit unfähig abzustempeln. Die Initiative dazu ging eindeutig von diesen Damen aus. Sie wurden nicht von den anderen Klassenkamerad/inn/en in diese Rolle gedrängt. Sie hatten das schon so gelernt und wollten das so.

Ich hätte das etwas kommiß-mäßiger organisiert: Jede/r bekommt am Anfang des Aufenthalts seinen Teller und sein Besteck, das sie/er selbst sauberhalten muss. Fürs Kochen und anschließende Aufräumen wird ein Dienstplan erstellt, demzufolge jede/r mal dran kommt und rangenommen wird wenn sie/er rumzickt oder sich blöd anstellt. Diejenigen, die sich gut auskennen und wissen, wie es gemacht wird, rödeln nicht im Alleingang für alle anderen, sondern sie bilden in ihrer Küchendienst-Schicht die Führungsriege, die beim Kochen den anderen aus ihrer Küchendienst-Schicht sagt, was sie tun und dabei beachten sollen. Nach dem Essen werden eine halbe Stunde lang Tröge aufgestellt, wo der Reihe nach jede/r mit ihrem/seinem Geschirr antritt und es selbst spült - unter den wachenden Augen der Spültrog-Aufsicht.

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8. Juni um 19:30
In Antwort auf py158

Also zauderer22,

Ich habe dich aber nicht kritisiert für deine Kochkünste! Ich finde es cool, wenn Männer sich selbst was kochen und ihre Hemden selber bügeln können.

Also mach ruhig weiter so!

Wieso sollten Männer so etwas nicht können????? In jeder geschlossenen Männergesellschaft (Jungen-Zeltlager, Kaserne, Gefangenenlager,...) können sie es. Als mein Freund bei der Bundeswehr war, gabs in der Grundausbildung Wettbewerbe, welche Stube am akkuratesten geputzt und aufgeräumt war, welche Betten am besten gemacht waren... Er ist in der ersten Woche zum Stiefelputz-Fanatiker mutiert...

Und auch in gemischten Gesellschaften: In dem Internat, wo ich war, wurde Leuten, die neu dazu kamen und sich, weil zuhause verhätschelt, zickig anstellten, halt in den Arsch getreten, dann lernten die das alles schnell. Und da gabs sowohl verhätschelte Jungs als auch verhätschelte Mädels. (Ich war am Anfang auch verhätschelt bzw in manchen Dingen unbedarft...)

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8. Juni um 21:59
In Antwort auf sive_20417454

Wieso sollten Männer so etwas nicht können????? In jeder geschlossenen Männergesellschaft (Jungen-Zeltlager, Kaserne, Gefangenenlager,...) können sie es. Als mein Freund bei der Bundeswehr war, gabs in der Grundausbildung Wettbewerbe, welche Stube am akkuratesten geputzt und aufgeräumt war, welche Betten am besten gemacht waren... Er ist in der ersten Woche zum Stiefelputz-Fanatiker mutiert...

Und auch in gemischten Gesellschaften: In dem Internat, wo ich war, wurde Leuten, die neu dazu kamen und sich, weil zuhause verhätschelt, zickig anstellten, halt in den Arsch getreten, dann lernten die das alles schnell. Und da gabs sowohl verhätschelte Jungs als auch verhätschelte Mädels. (Ich war am Anfang auch verhätschelt bzw in manchen Dingen unbedarft...)

Damit hast Du absolut recht!!!

Das Thema hatte einen sowohl satirischen als auch etwas provokativen Hintergrund - denn ich habe ausgerechnet hier in einem Frauenforum vor einiger Zeit von Frauen genau dafür ziemlich abfällige Bemerkungen geerntet. Diese Bemerkungen waren desavouierend - aber nicht für mich als Mann.

Gerne suche ich nochmal diesen älteren Thread - ich glaube, Du würdest aus dem Staunen nicht mehr rauskommen. Erfreulicherweise hat sich hier aber keine dieser Frauen gemeldet - entweder sind die nicht mehr hier, oder aber sie tummeln sich woanders.

Ich bin mir sicher, dass die Gender-Stereotype noch in vielen von uns drinstecken.

Der indirekte Bezug zum Thema ist dadurch gegeben, dass ein paar Mal auf die Super-Qualitäten der erotischen Macho-Helden mit narzistischer Veranlagung hingewiesen wurde. Das ist für mich ein platter Biologismus - die sozialen Faktoren sind mindestens genauso entscheidend, wenn nicht entscheidender. - Daher lebe der erotische Kochschürzen-Mann - meinetwegen auch Klassikliebhaber mit Hang zu guter Literatur.

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8. Juni um 23:21
In Antwort auf zauderer22

@antitoxin1.

Deinen Beitrag finde ich spannend, weil er eine teilweise Karikatur meiner Person ist.

Denn a.) ziehe ich klassische Musik rein neben allem anderen
         b.) bin ich Geisteswissenschaftler + zusätzlichem technischen Studium
        
Allerdings nix mit Schulbuch und nichts mit Mutti, und Zitronenkuchen ist nicht mein Ding.

Ob ich nach Schlaffi rieche, weiß ich nicht. Ich liebe schon sehr maskuline männliche Düfte (und sehr weibliche beim weiblichen Pendant noch viel mehr).

Dass ich allerdings zu "nett" in einer Beziehung bin, ist beinahe untertrieben.

Dafür aber: Welcher Kerl hat es schon geschafft, eine leidenschaftliche Frau parallel zu der berühmten Liebesszene von Othello und Desdemona zu lieben (weil sie es so wollte und ich als romantischer Jüngling für sowas zu haben war).  Wahrscheinlich wäre dann beim testosterongeschängerten Oberpotenz-Kanonier die Fahne auf Halbmast gesunken. Bei mir nicht. Was ich kann, kann doch nur so ein Plemm-Plemm-bescheuerter Geisteswissenschaftler mit nichts in der Hose.

Nunja, und liebe Frauen können solche Männer nicht gebrauchen, aber dafür böse Frauen durchaus - nur dann geht das Männlein zugrunde.

"eine teilweise Karikatur meiner Person ist."

ups hehe. klassische musik ist mir in erinnerung geblieben, den rest hab ich mir zusammengereimt - natürlich alles mit einem augenzwinker 

hm interessant das du dich teilweise wiederfindest.

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8. Juni um 23:24
In Antwort auf spitzentanz

Geht mir genauso, ich brauche das auch alles nicht. 

Ob ich nett bin oder nicht, hängt zum größten Teil davon ab, wie man mit mir umgeht. Was ich nicht abkann, ist Dreistheit, Unverschämtheit und Respektlosigkeit. Da kann auch ich zum Ekel werden.

so gehört sichs. wie du mir, so ich dir.

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8. Juni um 23:27
In Antwort auf spitzentanz

Also ich hätte jetzt gerne ein Stück Zitronenkuchen.

si, unsa spesielle lieferservice erfüllt jede extravagante wuunsch. von wäm möschte sie belieferte werde? unsere liebenswerte schlaffi oda macho infernale mit hauch wilde leideschaft?
 

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9. Juni um 1:07
In Antwort auf antitoxin1

si, unsa spesielle lieferservice erfüllt jede extravagante wuunsch. von wäm möschte sie belieferte werde? unsere liebenswerte schlaffi oda macho infernale mit hauch wilde leideschaft?
 

Wenns bei dem angeblichen Macho zu mehr als bloss einem Hauch wilder Leidenschaft nicht reicht, möchte ich die Chefin sprechen und fragen, was sie mit ihm gemacht hat. Man lernt ja schließlich gerne dazu. 

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9. Juni um 1:27
In Antwort auf sive_20417454

Wenns bei dem angeblichen Macho zu mehr als bloss einem Hauch wilder Leidenschaft nicht reicht, möchte ich die Chefin sprechen und fragen, was sie mit ihm gemacht hat. Man lernt ja schließlich gerne dazu. 

unsere geizigste kundin mal wieder, die erneut ein haar in der suppe sucht um gratis abzustauben. was war diesmal nicht in ordnung? waren die fesseln zu straff? wurde die versprochene anzahl an striemen nicht erfüllt?

 

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9. Juni um 1:27
In Antwort auf zauderer22

@Soley87.

Ganz hervorragend, dass wir hier die unglücklichen Interaktionen diskutieren.
Auch von allgemeinen genderspezifischen Vereinfachungen oder gar Schuldzuweisungen wegkommen.

Obwohl ich doch den Eindruck habe, dass insgesamt Frauen immer noch die etwas mehr Leidtragenden sind. Aber das wurde mir nunmal auch seit meiner Kindheit so eingeimpft, und ich höre es auch tagtäglich von Frauen so.

Schade: Das wäre ein Thema für sich. In den Narrativen meiner weiblichen Bekannten verlassen immer die "alten Säcke" ihre Frauen, um mit einer jüngeren durchzubrennen. Außerdem sind Frauen so leidend, dass sie unseretwegen früher sterben etc.pp. Das passt aber zu keiner Statistik, die verrückerweise eher das Gegenteil aussagt.

Eine wesentliche Ursache sehe ich hier darin, dass Männer nur unter extremen Männerzirkeln mit ziemlicher Frauenverantwortung überhaupt ein Thema sind, sonst kommen sie eher nur als Bösewichter vor, und ihr stilles Leiden gilt immer noch als absolut unmännlich, unerotisch etc.pp. Da dies das Grundnarrativ ist, können Männer sich davon auch nicht emanzipieren.
Aber lassen wir hier so ein genderspezifisches Thema wie "Männer".

Also kommen wir mal wieder von dem genderspezifischen Thema zum allgemein Menschlichen.

Es ist klar, dass Narzissten niemand guttun - sie schaffen sich wie Trump ein spezialisiertes Publikum, das ihnen zu Füßen liegt und dessen einziger Sinn darin besteht, dem Narzissten zu huldigen.

Die Standardantworten, warum solche Personen ihr Ziel erreichen, sind bekannt: Selbstsicherheit, Demonstration von Stärke, Einschmeicheleien, Narzissten wissen gut, wie man die Psyche eines anderen positiv kitzelt, sie kennen auch das perfide Spiel von Zuckerbrot und Peitsche.

Aber dies reicht nicht zur Erklärung, weshalb Menschen auf so etwas reinfallen: Denn es gibt selbstbewusste Männer und Frauen, die keine Narzissten sind, auf die Bedürfnisse des Partners nicht nur scheinbar einzugehen imstande sind, vor allem aber nicht mit den Emotionen des anderen spielen.

Hier liegt der enscheidende Unterschied: Nur jemand, der innerlich nicht gefestigt ist und sich abhängig macht, lässt mit sich spielen und durchschaut den Zusammenhang erst viel zu spät. Es ist aber dennoch unendlich schwierig, sich aus einer solchen Falle zu lösen, selbst wenn man irgendwann den Zusammenhang durchschaut.
 

"Es ist aber dennoch unendlich schwierig, sich aus einer solchen Falle zu lösen, selbst wenn man irgendwann den Zusammenhang durchschaut".
Was eigentlich gar nicht so schwierig wäre, wenn man nur hin und wieder mal auf die Bremse treten würde. Aber wir rennen und sind unzufrieden, wenn es nicht noch schneller geht. Und so frage ich mich, wie soll und kann ich ein Gegenüber überhaupt einschätzen, wenn ich nicht mal mich erkenne? 

"Die grössten Eckel", so steht im Titel geschrieben. Man muss sich natürlich fragen, was damit überhaupt gemeint ist. Habt ihr euch nicht auch schon darüber erstaunt, wie gut Schauspieler in Film und Theater zwar unterschiedlichste Rollen bestreiten, in den allermeisten Fällen den ihnen einmal zugewiesenen Platz aber nicht mehr verlassen können? Bei den allermeisten Krimis kennt man den Täter, die Täterin schon von Beginn weg.  Und das Verrückte, all diese Typen begegnen uns auch im realen Leben. Und wir sind definitiv nicht überrascht, dass auch sie ihren Rollen folgen. Nie vergesse ich einen älteren Pädagogen, der mir mal in einem Kriesengespräch sagte, wo es um massive Jugendgewalt ging: "Egal was wir tun und wie wir uns anstrengen, die Biografien sind vorgezeichnet, und aus den allermeisten Schülern hier wird, was wir schon jetzt sehen oder erahnen". Und das hat nichts mit Mathematik zu tun. Sondern mit dem sozialen Umfeld und Vorbildern, die halt oftmals falsch und wenig geeignet sind, die eigene Individualität hervorzuheben und zu stärken. Wie oft habe ich selber gehört: "Lass mich normal beginnen". Als ob es das geben würde. In dem wir es aber betonen und zu kennen glauben, öffnen wir die Schublade des Abnormalen, wo keiner hineinwill, obwohl da noch ganz viel Platz wäre.

"Die grössten Eckel" finde ich sind krank und bedürften dringend professioneller Hilfe. Aber es ist schwierig, sie auf die Liege zu bekommen, wenn sie sich nicht oder allen anderen überlegen sehen und dabei auch noch Bewunderung und Applaus ernten.

Und noch am Rande: Was mich eigentlich schon immer irritiert hat im Leben ist der mangelnde Mut zu mehr Ehrlichkeit und das Unvermögen den Mund aufzumachen. Ich schätze mal, dass es 50% der Threads hier nicht geben würde, ebenso 50% weniger Eckel und 50% weniger liebenswerte Frauen, wenn man einfach sagen würde, wie man fühlt, was man denkt.  

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9. Juni um 1:45
In Antwort auf antitoxin1

unsere geizigste kundin mal wieder, die erneut ein haar in der suppe sucht um gratis abzustauben. was war diesmal nicht in ordnung? waren die fesseln zu straff? wurde die versprochene anzahl an striemen nicht erfüllt?

 

Doch das passte alles, aber es fehlte dabei die Leidenschaft, die Leiden schafft. 

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9. Juni um 4:27
In Antwort auf steinundwasser

"Es ist aber dennoch unendlich schwierig, sich aus einer solchen Falle zu lösen, selbst wenn man irgendwann den Zusammenhang durchschaut".
Was eigentlich gar nicht so schwierig wäre, wenn man nur hin und wieder mal auf die Bremse treten würde. Aber wir rennen und sind unzufrieden, wenn es nicht noch schneller geht. Und so frage ich mich, wie soll und kann ich ein Gegenüber überhaupt einschätzen, wenn ich nicht mal mich erkenne? 

"Die grössten Eckel", so steht im Titel geschrieben. Man muss sich natürlich fragen, was damit überhaupt gemeint ist. Habt ihr euch nicht auch schon darüber erstaunt, wie gut Schauspieler in Film und Theater zwar unterschiedlichste Rollen bestreiten, in den allermeisten Fällen den ihnen einmal zugewiesenen Platz aber nicht mehr verlassen können? Bei den allermeisten Krimis kennt man den Täter, die Täterin schon von Beginn weg.  Und das Verrückte, all diese Typen begegnen uns auch im realen Leben. Und wir sind definitiv nicht überrascht, dass auch sie ihren Rollen folgen. Nie vergesse ich einen älteren Pädagogen, der mir mal in einem Kriesengespräch sagte, wo es um massive Jugendgewalt ging: "Egal was wir tun und wie wir uns anstrengen, die Biografien sind vorgezeichnet, und aus den allermeisten Schülern hier wird, was wir schon jetzt sehen oder erahnen". Und das hat nichts mit Mathematik zu tun. Sondern mit dem sozialen Umfeld und Vorbildern, die halt oftmals falsch und wenig geeignet sind, die eigene Individualität hervorzuheben und zu stärken. Wie oft habe ich selber gehört: "Lass mich normal beginnen". Als ob es das geben würde. In dem wir es aber betonen und zu kennen glauben, öffnen wir die Schublade des Abnormalen, wo keiner hineinwill, obwohl da noch ganz viel Platz wäre.

"Die grössten Eckel" finde ich sind krank und bedürften dringend professioneller Hilfe. Aber es ist schwierig, sie auf die Liege zu bekommen, wenn sie sich nicht oder allen anderen überlegen sehen und dabei auch noch Bewunderung und Applaus ernten.

Und noch am Rande: Was mich eigentlich schon immer irritiert hat im Leben ist der mangelnde Mut zu mehr Ehrlichkeit und das Unvermögen den Mund aufzumachen. Ich schätze mal, dass es 50% der Threads hier nicht geben würde, ebenso 50% weniger Eckel und 50% weniger liebenswerte Frauen, wenn man einfach sagen würde, wie man fühlt, was man denkt.  

Dein letzter Abschnitt trifft es ziemlich genau. Dabei ist es doch gar nicht schwer, einfach mal den Mund aufzumachen. Natürlich muss man dann aber bereit sein, auch mal dicke Luft auszuhalten oder dass es mal knallt. Da hapert es bei vielen aber schon. 

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9. Juni um 4:36
In Antwort auf zauderer22

Damit hast Du absolut recht!!!

Das Thema hatte einen sowohl satirischen als auch etwas provokativen Hintergrund - denn ich habe ausgerechnet hier in einem Frauenforum vor einiger Zeit von Frauen genau dafür ziemlich abfällige Bemerkungen geerntet. Diese Bemerkungen waren desavouierend - aber nicht für mich als Mann.

Gerne suche ich nochmal diesen älteren Thread - ich glaube, Du würdest aus dem Staunen nicht mehr rauskommen. Erfreulicherweise hat sich hier aber keine dieser Frauen gemeldet - entweder sind die nicht mehr hier, oder aber sie tummeln sich woanders.

Ich bin mir sicher, dass die Gender-Stereotype noch in vielen von uns drinstecken.

Der indirekte Bezug zum Thema ist dadurch gegeben, dass ein paar Mal auf die Super-Qualitäten der erotischen Macho-Helden mit narzistischer Veranlagung hingewiesen wurde. Das ist für mich ein platter Biologismus - die sozialen Faktoren sind mindestens genauso entscheidend, wenn nicht entscheidender. - Daher lebe der erotische Kochschürzen-Mann - meinetwegen auch Klassikliebhaber mit Hang zu guter Literatur.

An den Thread kann ich mich noch dunkel erinnern. Ich weiß die Reaktionen, die du hier ansprichst, nicht mehr so genau, aber vermute mal, dass nicht die Tatsache, dass du bei euch Küchenchef bist, zu Ablehnung geführt hat. Sondern wie dich deine Partnerin behandelt und dass du das hinnimmst. Ich erinnere mich noch an einen abwertenden Spruch über eine Kräuterdeko zum Beispiel. 
Und das fehlende Kontra, das eigentlich bei solchem Verhalten deiner Partnerin von dir kommen müsste, lässt dich erotisch unattraktiv erscheinen. Nicht das Kochen an sich. Meine Partner konnten auch alle gut kochen bzw. mein jetziger tut es noch, und mit Leidenschaft. Aber wenn ich mir so einen Spruch gemacht hätte, wäre mir entweder das Essen um die Ohren geflogen oder ein Spruch zurück gekommen .
Beim Lesen deiner Beiträge hat man oft den Eindruck, als wäre bei euch die Konstellation dieses Thread Titels gegeben, aber umgekehrt. 

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9. Juni um 6:35
In Antwort auf steinundwasser

"Es ist aber dennoch unendlich schwierig, sich aus einer solchen Falle zu lösen, selbst wenn man irgendwann den Zusammenhang durchschaut".
Was eigentlich gar nicht so schwierig wäre, wenn man nur hin und wieder mal auf die Bremse treten würde. Aber wir rennen und sind unzufrieden, wenn es nicht noch schneller geht. Und so frage ich mich, wie soll und kann ich ein Gegenüber überhaupt einschätzen, wenn ich nicht mal mich erkenne? 

"Die grössten Eckel", so steht im Titel geschrieben. Man muss sich natürlich fragen, was damit überhaupt gemeint ist. Habt ihr euch nicht auch schon darüber erstaunt, wie gut Schauspieler in Film und Theater zwar unterschiedlichste Rollen bestreiten, in den allermeisten Fällen den ihnen einmal zugewiesenen Platz aber nicht mehr verlassen können? Bei den allermeisten Krimis kennt man den Täter, die Täterin schon von Beginn weg.  Und das Verrückte, all diese Typen begegnen uns auch im realen Leben. Und wir sind definitiv nicht überrascht, dass auch sie ihren Rollen folgen. Nie vergesse ich einen älteren Pädagogen, der mir mal in einem Kriesengespräch sagte, wo es um massive Jugendgewalt ging: "Egal was wir tun und wie wir uns anstrengen, die Biografien sind vorgezeichnet, und aus den allermeisten Schülern hier wird, was wir schon jetzt sehen oder erahnen". Und das hat nichts mit Mathematik zu tun. Sondern mit dem sozialen Umfeld und Vorbildern, die halt oftmals falsch und wenig geeignet sind, die eigene Individualität hervorzuheben und zu stärken. Wie oft habe ich selber gehört: "Lass mich normal beginnen". Als ob es das geben würde. In dem wir es aber betonen und zu kennen glauben, öffnen wir die Schublade des Abnormalen, wo keiner hineinwill, obwohl da noch ganz viel Platz wäre.

"Die grössten Eckel" finde ich sind krank und bedürften dringend professioneller Hilfe. Aber es ist schwierig, sie auf die Liege zu bekommen, wenn sie sich nicht oder allen anderen überlegen sehen und dabei auch noch Bewunderung und Applaus ernten.

Und noch am Rande: Was mich eigentlich schon immer irritiert hat im Leben ist der mangelnde Mut zu mehr Ehrlichkeit und das Unvermögen den Mund aufzumachen. Ich schätze mal, dass es 50% der Threads hier nicht geben würde, ebenso 50% weniger Eckel und 50% weniger liebenswerte Frauen, wenn man einfach sagen würde, wie man fühlt, was man denkt.  

Zwar anerkenne ich Deinen Text in vielem, aber an die Ehrlichkeit glaube ich nicht.

Ehrlichkeit tötet genauso oft wie Unehrlichkeit.

Wären wir ehrlich, würden wir uns alle wechselseitig umbringen. Oder alleine leben und die anderen Scheusale (man selbst ist ja auch eines) in Ruhe lassen.

Bei Schopenhauer gibt es das nette Gleichnis der Stachelschweine: Im Winter, wenn es kalt ist, rücken sie zusammen. Dann fühlen sie aber wechselseitig die Stacheln schmerzhaft. Folge: Sie rücken auseinander, dann frieren sie wieder.
Das Leben ist ein unentwegter Kampf um die korrekte Stachelschweindistanz.

Das gilt natürlich auch für die Beziehungen zwischen zwei Geschlechtspartnern.

Ein anderes Thema, das der Ekel:

Was Du als pathologisch brandmarkst, ist für Psychologen nur eine der vielen Ausprägungsmöglichkeiten der menschlichen Persönlichkeit. Wenn diese Ausprägung ins absolut Extreme wächst, so dass Leidensdruck für diese extreme Person entsteht, erst dann sprechen wir von etwas Pathologischem. Oder wenn die Person kriminell wird. - Daher wandelt ein Trump auf der äußersten Linie, aber er schafft es bisher zielsicher, die nicht zu überschreiten (ich hoffe, irgendwann tut er es doch, aber so, dass ihm noch Einhalt geboten werden kann). Er ist somit kein Fall für den Psychiater.

Mit dem Pathologiemodell ist uns leider nicht geholfen. Wir müssen andere Wege finden, mit solchen Leuten umzugehen. Vor allem nicht auf sie reinzufallen - darum geht es doch.

Bei den Bonobos sind es die Weibchen, welche zu aggressive Männchen in die Schranken weisen und manchmal sogar aus der Horde ausschließen. Da finden ausgerechnet solche Ekel-Vertreter der Art keine "sexuellen Ressourcen". Die Biologie ist nicht so, wie sie uns scheinen mag. Sie ist viel raffinierter. Es wäre gut, wenn Menschenfrauen in dieser Hinsicht ein wenig mehr von den Bonobos mitbekommen hätten (mal davon abgesehen, dass die Bonobos die ver-sextesten Lebewesen auf dieser Erde sind - da bin ich froh, dass unsere Frauen nicht so sind, denn wir wären als Männer dem nicht gewachsen).

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9. Juni um 6:41
In Antwort auf zahrakhan

An den Thread kann ich mich noch dunkel erinnern. Ich weiß die Reaktionen, die du hier ansprichst, nicht mehr so genau, aber vermute mal, dass nicht die Tatsache, dass du bei euch Küchenchef bist, zu Ablehnung geführt hat. Sondern wie dich deine Partnerin behandelt und dass du das hinnimmst. Ich erinnere mich noch an einen abwertenden Spruch über eine Kräuterdeko zum Beispiel. 
Und das fehlende Kontra, das eigentlich bei solchem Verhalten deiner Partnerin von dir kommen müsste, lässt dich erotisch unattraktiv erscheinen. Nicht das Kochen an sich. Meine Partner konnten auch alle gut kochen bzw. mein jetziger tut es noch, und mit Leidenschaft. Aber wenn ich mir so einen Spruch gemacht hätte, wäre mir entweder das Essen um die Ohren geflogen oder ein Spruch zurück gekommen .
Beim Lesen deiner Beiträge hat man oft den Eindruck, als wäre bei euch die Konstellation dieses Thread Titels gegeben, aber umgekehrt. 

@zahrakhan.

Vielen Dank für Deine Rückmeldung, und Du magst ja sogar recht haben.

Ich weiß auch, dass Du in dem Thread so geantwortet hast wie hier.

Das war aber nur eine der Varianten im Thread, weil die Dich mehr interessierte und weil Du als eine der wenigen mein eigentliches Problem durchschaut hast. Es ehrt Dich, dass Du die vielen anderen "dämlichen" und nicht ironisch gemeinten Bemerkungen überlesen hast (Beispiele: Da muss diese arme Frau immer das Zeug von diesem Möchtegern-Gourmetkoch essen. Da bildet sich ein Mann ein, er könne kochen. Männer, die kochen, sind für mich unmännlich. Männer wissen gar nicht, was normales Alltagskochen ist - das tun die nur zum Spaß und nicht aus dauernder Pflicht im Alltag. Und einiges dergleichen mehr).

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9. Juni um 6:42

Wenn man sich diese Diskussion so anschaut ist man geneigt zu sagen: "oh ja, ihr Lieben, alle eure Vorurteile sind wahr und die Welt ist genau so, wie ihr sie euch vorstellt!" Ironie Off...

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9. Juni um 8:19
In Antwort auf py158

Wenn man sich diese Diskussion so anschaut ist man geneigt zu sagen: "oh ja, ihr Lieben, alle eure Vorurteile sind wahr und die Welt ist genau so, wie ihr sie euch vorstellt!" Ironie Off...

womit Du eigentich recht hast.

Denn Vorurteile sind ja dann selbsterfüllende Prophezeiungen.

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9. Juni um 8:28
In Antwort auf zahrakhan

Dein letzter Abschnitt trifft es ziemlich genau. Dabei ist es doch gar nicht schwer, einfach mal den Mund aufzumachen. Natürlich muss man dann aber bereit sein, auch mal dicke Luft auszuhalten oder dass es mal knallt. Da hapert es bei vielen aber schon. 

"...oder dass es mal knallt." Wieso eigentlich? Natürlich muss oder sollte man das aushalten. Aber ich bin kein Freund von Floskeln im Sinne von gute Zeiten, schlechte Zeiten, Streit gehört dazu, ist doch alles ganz normal. Stopp! Stopp!
Wir sollten lernen nicht alles persönlich zu nehmen, nicht sofort verletzt zu sein. Das müsste dazugehören. Ansonsten herrschte wirklich rohe Gewalt auf der Strasse.
Es ist nicht die Kritik sondern unsere Kritikunverträglichkeit, die alles so schwierig macht. Wieso kann eine Frau nicht einfach zu einem liebenswerten Typen sagen, sorry, du bist nett, hast einen guten Humor, sich mit dir zu unterhalten macht Spass, aber für das Bett bist du der falsche Typ, und Sex ist mir nun mal wichtig. Andersrum genauso. Wieso abtauchen und sich nicht mehr melden? Wieso kann der Mann nicht einfach sagen, sorry, du gefällst mir, ich möchte Sex mit dir, aber Beziehung nein, das wäre mir zu einschränkend.
Wir reden stets um den heissen Brei herum und machen kompliziert was nicht kompliziert sein müsste. Und verletzen dabei, beginnen einzuteilen und zu werten, zu unterscheiden, produzieren grosse Eckel und liebenswerteste Frauen. Ob sie es wirklich sind, ob es sie wirklich gibt?

 

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9. Juni um 8:30
In Antwort auf zauderer22

womit Du eigentich recht hast.

Denn Vorurteile sind ja dann selbsterfüllende Prophezeiungen.

Es wird sich zeigen ob es uns gelingt unserem Kind eine neutrale Sichtweise auf seinen Lebensweg mitzugeben. Nach meiner Ansicht werden die meisten Vorteile tradiert und es kostet viel Mühe die überkommenen Einschätzungen und Vorurteile zu hinterfragen und überwinden.

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9. Juni um 8:32
In Antwort auf steinundwasser

"...oder dass es mal knallt." Wieso eigentlich? Natürlich muss oder sollte man das aushalten. Aber ich bin kein Freund von Floskeln im Sinne von gute Zeiten, schlechte Zeiten, Streit gehört dazu, ist doch alles ganz normal. Stopp! Stopp!
Wir sollten lernen nicht alles persönlich zu nehmen, nicht sofort verletzt zu sein. Das müsste dazugehören. Ansonsten herrschte wirklich rohe Gewalt auf der Strasse.
Es ist nicht die Kritik sondern unsere Kritikunverträglichkeit, die alles so schwierig macht. Wieso kann eine Frau nicht einfach zu einem liebenswerten Typen sagen, sorry, du bist nett, hast einen guten Humor, sich mit dir zu unterhalten macht Spass, aber für das Bett bist du der falsche Typ, und Sex ist mir nun mal wichtig. Andersrum genauso. Wieso abtauchen und sich nicht mehr melden? Wieso kann der Mann nicht einfach sagen, sorry, du gefällst mir, ich möchte Sex mit dir, aber Beziehung nein, das wäre mir zu einschränkend.
Wir reden stets um den heissen Brei herum und machen kompliziert was nicht kompliziert sein müsste. Und verletzen dabei, beginnen einzuteilen und zu werten, zu unterscheiden, produzieren grosse Eckel und liebenswerteste Frauen. Ob sie es wirklich sind, ob es sie wirklich gibt?

 

Ekel haben keine Ecken und werden deshalb ohne CK geschrieben...

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9. Juni um 8:37
In Antwort auf zauderer22

Zwar anerkenne ich Deinen Text in vielem, aber an die Ehrlichkeit glaube ich nicht.

Ehrlichkeit tötet genauso oft wie Unehrlichkeit.

Wären wir ehrlich, würden wir uns alle wechselseitig umbringen. Oder alleine leben und die anderen Scheusale (man selbst ist ja auch eines) in Ruhe lassen.

Bei Schopenhauer gibt es das nette Gleichnis der Stachelschweine: Im Winter, wenn es kalt ist, rücken sie zusammen. Dann fühlen sie aber wechselseitig die Stacheln schmerzhaft. Folge: Sie rücken auseinander, dann frieren sie wieder.
Das Leben ist ein unentwegter Kampf um die korrekte Stachelschweindistanz.

Das gilt natürlich auch für die Beziehungen zwischen zwei Geschlechtspartnern.

Ein anderes Thema, das der Ekel:

Was Du als pathologisch brandmarkst, ist für Psychologen nur eine der vielen Ausprägungsmöglichkeiten der menschlichen Persönlichkeit. Wenn diese Ausprägung ins absolut Extreme wächst, so dass Leidensdruck für diese extreme Person entsteht, erst dann sprechen wir von etwas Pathologischem. Oder wenn die Person kriminell wird. - Daher wandelt ein Trump auf der äußersten Linie, aber er schafft es bisher zielsicher, die nicht zu überschreiten (ich hoffe, irgendwann tut er es doch, aber so, dass ihm noch Einhalt geboten werden kann). Er ist somit kein Fall für den Psychiater.

Mit dem Pathologiemodell ist uns leider nicht geholfen. Wir müssen andere Wege finden, mit solchen Leuten umzugehen. Vor allem nicht auf sie reinzufallen - darum geht es doch.

Bei den Bonobos sind es die Weibchen, welche zu aggressive Männchen in die Schranken weisen und manchmal sogar aus der Horde ausschließen. Da finden ausgerechnet solche Ekel-Vertreter der Art keine "sexuellen Ressourcen". Die Biologie ist nicht so, wie sie uns scheinen mag. Sie ist viel raffinierter. Es wäre gut, wenn Menschenfrauen in dieser Hinsicht ein wenig mehr von den Bonobos mitbekommen hätten (mal davon abgesehen, dass die Bonobos die ver-sextesten Lebewesen auf dieser Erde sind - da bin ich froh, dass unsere Frauen nicht so sind, denn wir wären als Männer dem nicht gewachsen).

Ich brandmarke es nicht, ich stelle es fest. Und hinsichtlich Ehrlichkeit. In der Tat, ein strapazierter Begriff. Aber ich denke wir sind uns einig, dass die Probleme immer dort beginnen, wo ein rotes Auto vorbeifährt, beide rot sehen aber einer behauptet, es sei schwarz gewesen.

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9. Juni um 8:48
In Antwort auf zauderer22

Zwar anerkenne ich Deinen Text in vielem, aber an die Ehrlichkeit glaube ich nicht.

Ehrlichkeit tötet genauso oft wie Unehrlichkeit.

Wären wir ehrlich, würden wir uns alle wechselseitig umbringen. Oder alleine leben und die anderen Scheusale (man selbst ist ja auch eines) in Ruhe lassen.

Bei Schopenhauer gibt es das nette Gleichnis der Stachelschweine: Im Winter, wenn es kalt ist, rücken sie zusammen. Dann fühlen sie aber wechselseitig die Stacheln schmerzhaft. Folge: Sie rücken auseinander, dann frieren sie wieder.
Das Leben ist ein unentwegter Kampf um die korrekte Stachelschweindistanz.

Das gilt natürlich auch für die Beziehungen zwischen zwei Geschlechtspartnern.

Ein anderes Thema, das der Ekel:

Was Du als pathologisch brandmarkst, ist für Psychologen nur eine der vielen Ausprägungsmöglichkeiten der menschlichen Persönlichkeit. Wenn diese Ausprägung ins absolut Extreme wächst, so dass Leidensdruck für diese extreme Person entsteht, erst dann sprechen wir von etwas Pathologischem. Oder wenn die Person kriminell wird. - Daher wandelt ein Trump auf der äußersten Linie, aber er schafft es bisher zielsicher, die nicht zu überschreiten (ich hoffe, irgendwann tut er es doch, aber so, dass ihm noch Einhalt geboten werden kann). Er ist somit kein Fall für den Psychiater.

Mit dem Pathologiemodell ist uns leider nicht geholfen. Wir müssen andere Wege finden, mit solchen Leuten umzugehen. Vor allem nicht auf sie reinzufallen - darum geht es doch.

Bei den Bonobos sind es die Weibchen, welche zu aggressive Männchen in die Schranken weisen und manchmal sogar aus der Horde ausschließen. Da finden ausgerechnet solche Ekel-Vertreter der Art keine "sexuellen Ressourcen". Die Biologie ist nicht so, wie sie uns scheinen mag. Sie ist viel raffinierter. Es wäre gut, wenn Menschenfrauen in dieser Hinsicht ein wenig mehr von den Bonobos mitbekommen hätten (mal davon abgesehen, dass die Bonobos die ver-sextesten Lebewesen auf dieser Erde sind - da bin ich froh, dass unsere Frauen nicht so sind, denn wir wären als Männer dem nicht gewachsen).

"Wenn diese Ausprägung ins absolut Extreme wächst, so dass Leidensdruck für diese extreme Person entsteht, erst dann sprechen wir von etwas Pathologischem."
Ganz genau, und zwischen Feuerland und Sibirien wirst du auf ganze viele Menschen stossen, wo dies gegeben ist.

"Vor allem nicht auf sie reinzufallen - darum geht es doch."
Richtig, aber verlange mal von einem Blinden aus einem Buch vorzulesen! 

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9. Juni um 9:23
In Antwort auf steinundwasser

Ich brandmarke es nicht, ich stelle es fest. Und hinsichtlich Ehrlichkeit. In der Tat, ein strapazierter Begriff. Aber ich denke wir sind uns einig, dass die Probleme immer dort beginnen, wo ein rotes Auto vorbeifährt, beide rot sehen aber einer behauptet, es sei schwarz gewesen.

Ich stelle fest,
das hier ausserordendlich (verkannte Stereo Typen schreiben )

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9. Juni um 9:28

Der Schreibstil verrät schon genug.

Jeder weitere Kommentar ist überflüssig.

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9. Juni um 10:10

Letscho kann lecker schmecken.

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9. Juni um 12:19
In Antwort auf antitoxin1

so gehört sichs. wie du mir, so ich dir.

Manchmal wünsche ich mir, ich könnte da einfach darüberstehen. Es lohnt sich nämlich nicht, sich wegen jedem Scheiß aufzuregen, im Endeffekt schadet man sich damit nämlich ganz oft nur selbst.

Ich habe das schon gelernt und bin gelassener geworden als früher, allerdings gelingt mir das nicht immer. Das hängt auch von meiner Tagesverfassung ab. 

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9. Juni um 12:20
In Antwort auf antitoxin1

si, unsa spesielle lieferservice erfüllt jede extravagante wuunsch. von wäm möschte sie belieferte werde? unsere liebenswerte schlaffi oda macho infernale mit hauch wilde leideschaft?
 

Jetzt musste ich lachen. 

Simpler Zitronenkuchen reicht schon. Vielleicht noch mit Glasur und Lemon Curd als Füllung. 

Wer den jetzt liefert ist mir aber egal. 

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9. Juni um 12:25
In Antwort auf zauderer22

womit Du eigentich recht hast.

Denn Vorurteile sind ja dann selbsterfüllende Prophezeiungen.

Nicht nur das: Vorurteile kommen ja nicht von ungefähr, sie kommen von eigenen Erlebnissen oder von Erzählungen anderer. Vorurteile haben immer einen wahren Kern, weil es tatsächlich Menschen gibt, die diesen Vorurteilen voll und ganz entsprechen.

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9. Juni um 12:35
In Antwort auf py158

Es wird sich zeigen ob es uns gelingt unserem Kind eine neutrale Sichtweise auf seinen Lebensweg mitzugeben. Nach meiner Ansicht werden die meisten Vorteile tradiert und es kostet viel Mühe die überkommenen Einschätzungen und Vorurteile zu hinterfragen und überwinden.

Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen, dass das sehr schwer werden wird. Nicht nur das Elternhaus hat Einfluss auf solche Vorstellungen. Die ganze Umwelt ist ähnlich sozialisiert, darauf baut ja die Gesellschaft, das Wertesystem einer Kultur auf.

Euer Kind wird vielen Menschen begegnen und auch mit den Vorstellungen anderer Menschen konfrontiert werden: den Großeltern, anderen Familienmitgliedern, Kindergärtnern, Lehrern, Eltern von Freunden... und ein Großteil transportiert unbewusst traditionelle Rollenvorstellungen.

Mädchen tragen nicht umsonst gerne rosa und spielen mit Barbies, während Jungen lieber Actionhelden auf ihren T-Shirts haben und mit Autos spielen. Selbst wenn man die Kinder nicht absichtlich und bewusst beeinflusst, passiert das doch unbewusst und diesem Einfluss kann man sich kaum entziehen.

Wichtig ist, dass das Kind lernt, sich selbst eine Meinung zu bilden, Dinge kritisch zu hinterfragen. Das könnt ihr ihm auf jeden Fall beibringen. Ihr könnt euch aber darauf einstellen, dass dieses Kind dann nicht bequem und pflegeleicht sein wird, sondern anstrengend.

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16. Juni um 14:51
In Antwort auf steinundwasser

"Es ist aber dennoch unendlich schwierig, sich aus einer solchen Falle zu lösen, selbst wenn man irgendwann den Zusammenhang durchschaut".
Was eigentlich gar nicht so schwierig wäre, wenn man nur hin und wieder mal auf die Bremse treten würde. Aber wir rennen und sind unzufrieden, wenn es nicht noch schneller geht. Und so frage ich mich, wie soll und kann ich ein Gegenüber überhaupt einschätzen, wenn ich nicht mal mich erkenne? 

"Die grössten Eckel", so steht im Titel geschrieben. Man muss sich natürlich fragen, was damit überhaupt gemeint ist. Habt ihr euch nicht auch schon darüber erstaunt, wie gut Schauspieler in Film und Theater zwar unterschiedlichste Rollen bestreiten, in den allermeisten Fällen den ihnen einmal zugewiesenen Platz aber nicht mehr verlassen können? Bei den allermeisten Krimis kennt man den Täter, die Täterin schon von Beginn weg.  Und das Verrückte, all diese Typen begegnen uns auch im realen Leben. Und wir sind definitiv nicht überrascht, dass auch sie ihren Rollen folgen. Nie vergesse ich einen älteren Pädagogen, der mir mal in einem Kriesengespräch sagte, wo es um massive Jugendgewalt ging: "Egal was wir tun und wie wir uns anstrengen, die Biografien sind vorgezeichnet, und aus den allermeisten Schülern hier wird, was wir schon jetzt sehen oder erahnen". Und das hat nichts mit Mathematik zu tun. Sondern mit dem sozialen Umfeld und Vorbildern, die halt oftmals falsch und wenig geeignet sind, die eigene Individualität hervorzuheben und zu stärken. Wie oft habe ich selber gehört: "Lass mich normal beginnen". Als ob es das geben würde. In dem wir es aber betonen und zu kennen glauben, öffnen wir die Schublade des Abnormalen, wo keiner hineinwill, obwohl da noch ganz viel Platz wäre.

"Die grössten Eckel" finde ich sind krank und bedürften dringend professioneller Hilfe. Aber es ist schwierig, sie auf die Liege zu bekommen, wenn sie sich nicht oder allen anderen überlegen sehen und dabei auch noch Bewunderung und Applaus ernten.

Und noch am Rande: Was mich eigentlich schon immer irritiert hat im Leben ist der mangelnde Mut zu mehr Ehrlichkeit und das Unvermögen den Mund aufzumachen. Ich schätze mal, dass es 50% der Threads hier nicht geben würde, ebenso 50% weniger Eckel und 50% weniger liebenswerte Frauen, wenn man einfach sagen würde, wie man fühlt, was man denkt.  

Nur eine kleine Anmerkung am Rande, weil es mir bei dir schon öfter aufgefallen ist: es schreibt sich Ekel. Das kommt von sich ekeln, mit der Ecke hat das nichts zu tun.

Ansonsten gebe ich dir recht: es wäre schön, wenn man solche Dinge einfach sagen könnte. Kann man meistens im Prinzip auch, es kommt aber stark darauf an, wie und in welchem Ton man das sagt. Die Worte, die du als Beispiel oben angeführt hast, könnte ich zum Beispiel ohne weiteres annehmen und wäre nicht verletzt oder beleidigt. Vielleicht ein bisschen traurig, weil sich die Sache nicht so entwickelt hat, wie ich es mir gewünscht habe, aber okay, das passiert.

Das Problem ist aber, dass ganz viele Menschen Ehrlichkeit mit Taktlosigkeit, Respektlosigkeit und Unhöflichkeit verwechseln. Da heißt es dann nicht "Beziehung mit dir wäre mir zu einschränkend", sondern "Echt jetzt? Du bildest dir tatsächlich ein, du wärst die Richtige für mich? Wie kommst du denn auf diesen Schwachsinn?" oder anstatt "Fürs Bett bist du nicht der Richtige für mich" wird dann gesagt "Du bist ein langweiliger Schlaffi, der keinen hochkriegt und sowas brauch ich nicht".

Ehrlichkeit ist gut und schön und meines Erachtens auch wichtig, aber man sollte schon darauf achten, wie man seine Worte wählt. Man muss nicht verletzend dabei werden. Leider schaffen das aber viele Menschen gar nicht und da kann ich mir schon denken, dass jemand, der schon öfter solche Dinge hingeknallt bekam, dann lieber nicht fragt oder nichts anspricht, wenn er bemerkt, dass es nicht so läuft, wie er sich es wünscht.

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