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War die Trennung richtig?

5. Juni um 12:26

Ich würde gern mal eine weibliche Meinung über meine Trennungsentscheidung hören. Die Meinungen meiner (männlichen) Freunde sind sehr unterschiedlich und nicht unbedingt hilfreich... entschuldigt, das wird viel Text jetzt.

Zur Situation: Ich bin mein ganzes Erwachsenen-Dasein mit meiner Noch-Frau zusammen (schon während des Abiturs zusammen gekommen). Sie ist drei Jahre älter und hatte bereits einen fast dreijährigen Sohn. Es klappte alles wunderbar und wir hatten die rosarote Brille schon eine ganze Weile vor den Augen. Wir waren eben auch sehr jung. So entschlossen wir nach etwa einem Jahr noch ein Kind zusammen in die Welt zu setzen. Also kam meine wunderbare Tochter auf die Welt. Das war also nach zwei Jahren Beziehung. Im gleichen Jahr haben wir dann auch geheiratet (2007). Dann fingen leider auch die Probleme an.

Ich wurde erwachsener, habe erst meine Ausbildung gemacht, wollte danach noch studieren, um meiner Familie mehr bieten zu können, als es meine Eltern tun konnten (habe ich dann auch neben der Arbeit fünf Jahre lang gemacht) und ich habe meinen Freundeskreis auf die wesentlichen guten Freunde beschränkt.

Meine Frau hingegen ist irgendwie nicht reifer geworden. Wollte viel Party machen, weggehen, ist immer sehr temperamentvoll und launisch, sehr eifersüchtig (grundlos - sie wurde schon giftig, wenn ich mich mal mit einer ehemaligen Klassenkameradin unterhalten habe). Es kam immer wieder zum Streit. Nach drei Jahren Beziehung unterstellte sie mir, dass ich mit einer anderen Frau was hatte. War aber nicht so, ich habe nur mit einer alten Freundin geschrieben, weil sie Beziehungsprobleme hatte. Und weil ich es meiner Frau nicht gleich gesagt habe (das ich mit der schreibe) ist sie total ausgeflippt. Wollte mich rauswerfen.

Wir haben uns dann wieder zusammen gerauft und uns auf die Kindererziehung und die Arbeit konzentriert. Dabei hat auch unser Liebesleben gelitten. Wir hatten immer weniger Sex (vielleicht einmal im Monat) und wir sind uns gegenseitig manchmal auf die Nerven gegangen. Sie ist immer mehr in die benachbarte Bar gegangen (die Besitzerin hat das gleiche Alter wie wir) und ich habe mich immer mehr meinem Hobby (Feuerwehr) zugewandt.
Vor vier Jahren kam es dann zum Supergau - ich hatte immer mehr Gedanken an eine fiktive, andere Frau gehabt, mit der ich glücklicher werden könnte und habe mich darüber mit der Cousine meiner Frau unterhalten. Diese dachte, ich will was von ihr und hat es meiner Frau erzählt. Sie wollte sich sofort von mir trennen. Die Kinder haben das aber mitbekommen und gleich bitter geweint. Da haben wir uns nochmal zusammen gesetzt und über unsere Probleme geredet. Wir einigten uns, uns mehr aufeinander zu konzentrieren und es zu versuchen. Vor Allem auch, damit es den Kindern gut geht (Für die Kinder war ich immer ein sehr guter Vater - sagt meine Frau - und mir liegt sehr viel an Ihnen). Wir unternahmen wieder mehr zu zweit und versuchten wieder zu uns zu finden. Bei ihr gelang das anscheinend auch - bei mir nicht so richtig. Ich habe mir Mühe gegeben, aber die Gefühle waren schon weg.

Es kommt aber noch schlimmer. Ich dachte, wenn wir das Haus kaufen, in dem wir schon so lange zur Miete wohnen, dann tue ich etwas handfestes für uns. Etwas, was uns mehr verbindet. Auch etwas, was für die Zukunft ist. Nun, ich kaufte das Haus letztes Jahr (19 Jahre Kreditlaufzeit insgesamt). Ich als Alleinverdiener, meine Frau als Hausfrau. Doch der Stress mit dem Hauskauf, immenser Stress auf Arbeit (ich bin Ingenieur und arbeite ca. 10 - 11 Stunden am Tag) und dann noch manchmal fiese Kommentare meiner Frau, wenn irgendwas nicht nach ihrer Nase lief, ließen mich nicht mehr in Ruhe. Ich hatte nur noch schlechte Laune und habe viel nachgedacht. Auch an die Geständnisse meiner Frau mir gegenüber musste ich viel denken (sie hat einmal einen Arbeitskollegen geküsst, wollte sich sexuell anders entwickeln als ich das möchte - sie hat mir ins Gesicht gesagt, dass sie irgendwann jemanden findet, der mit ihr im Bett das macht, was ich nicht will). Sie sitzt sehr viel vor ihrer Spielkonsole, ich überhaupt nicht. Ich will lieber draußen sein, was machen, was erledigen, sie will lieber auf dem Sofa sitzen und in die Röhre schauen... und das schon jahrelang. Sie ist zwar viel ruhiger geworden (rastet nicht mehr so schnell aus, hat einen liebevolleren Ton angenommen), aber manchmal denke ich, sie spielte mir das vor, damit ich zufriedener bin.

Ich war so unzufrieden, dass ich ihr vor 7 Monaten gestanden habe, dass ich sie nicht mehr liebe. Sie hat mir zu verstehen gegeben, dass unter diesen Umständen ein Zusammenleben nicht mehr möglich ist. Ich bin freiwillig ausgezogen. Wir haben es beide gemeinsam den Kindern erklärt (10 Jahre und 15 Jahre zu diesem Zeitpunkt). Wir haben uns kurz geeinigt, dass die Kinder und meine Frau natürlich im Haus bleiben. Und der Rest kam dann immer nur Stück für Stück, wie die Regelung, dass die Kinder immer zu mir kommen können, wann sie möchten und so etwas. Ich habe bei meiner Mutter gewohnt. Als ich mich einer Arbeitskollegin anvertraute, ist auch irgendwie bei uns beiden der Funke übergesprungen (Sie alleinerziehend mit 4jährigen Sohn, attraktiv, klug, usw). Wir arbeiten schon seit sechs Jahren zusammen, aber erst nach den intensiven Gesprächen haben wir gemerkt, dass wir sehr gut zusammen passen. Die Interessen sind weitaus ähnlicher und auch unsere Familien passen viel besser zusammen. Das hat während meiner Ehe nie funktioniert - die Familie meiner Frau und meine Familie.

Warum ich eigentlich hier rein schreibe: Ich habe andauernd ein schlechtes Gewissen. Meiner Frau gegenüber, da sie sich eingebildet hat, dass alles gut funktioniert (ich habe es ihr ja auch irgendwie "vorgespielt". Meinen Kindern gegenüber, weil ich gegangen bin und sie nicht mehr jeden Tag bei allem unterstützen kann. Ich hatte im Prinzip ein super Leben: Mit 30 zwei gesunde kluge Kinder, ein eigenes großes Haus, zwei Autos, ein gutes Einkommen sodass meine Frau nicht arbeiten musste, war im Ort sehr bekannt und beliebt und dennoch fehlte mir dieses "wärmende Gefühl" im Herz, wenn ich nach Hause gekommen bin. Meine Frau hat auch etwa zwei Monate nach unserer Trennung einen neuen Partner gefunden. Zudem entwickelte sie sich wieder zu der 20jährigen, aufbrausenden, lauten und übertrieben selbstbewussten Frau zurück. Das ist glaube ich, eine Abwehrreaktion auf unsere Trennung. Oder sie war die ganze Zeit so und hat sich mir gegenüber eben nur verstellt. Ich fühle mich egoistisch, weil ich ihr gesagt habe, dass ich nichts mehr für sie empfinde. Hätte ich schweigen sollen, so wie die vier Jahre davor? Ich bin sehr glücklich mit meiner jetzigen Partnerin. Sie ist genau so, wie ich mir eine Frau vorstelle (klar hat sie auch Macken, aber die Kunst ist es ja, mit den Macken des anderen zu harmonieren - das klappt wunderbar). Aber dann kommen die Gedanken an meine Kinder und an meine Frau, die sich ja auch gleich eine Arbeit suchen musste und jetzt die Haussanierung managed (sie möchte, dass ich mich so wenig wie möglich einmische). Die Kinder sagen, dass alles passt. Der neue Freund meiner Frau ist wohl auch ganz nett und lustig. Ich unternehme sehr viel mit den Beiden. Sie machen einen glücklichen Eindruck. Dennoch werde ich diese Gedanken nicht los, etwas furchtbares getan zu haben...

Positiv ist, dass meine "neue" Schwiegermutter immer allen erzählt, was ich für ein wunderbarer Schwiegersohn bin und ich super zu ihrer Tochter passe. Sie hat sich schon während der Schwangerschaft vom Vater des Kindes getrennt, war jetzt fünf Jahre allein. Ihr tut es gut, wieder jemanden zu haben. Auch wenn irgendwie das ganze Leben sehr viel verrückter und anstrengender geworden ist. Darf ich denn glücklich sein oder habe ich das falsche getan? Was sagt ihr dazu?

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5. Juni um 13:24

du hast es genau richtig gemacht!

die gute hat dir ins gesicht gesagt dass sie dich beschei**en würde wenn ihr der richtige kerl übern weg läuft...
will nur feiern und und und.... (ob die immer treu war??)

sei froh dass du jemanden gefunden hast mit dem du glücklich bist

und dass deine ex wieder arbeiten geht ist wohl selbstverständlich!!!
oder hattest du vor sie ewig zu finanzieren?
 

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5. Juni um 15:16

Kein Wunder, dass ihr Euch alle so lieb habt.
Ich vermute mal, Du zahlst die Raten fürs Haus, richtig ?
Und im Grundbuch steht ihr Beiden drin. Richtig ?
Und Du zahlst für die Kinder. Richtig ?
Und sie will sich eine neue Arbeit suchen...

Merkst Du was ?!?

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5. Juni um 15:17

Ja, Deine Entscheidung war richtig. Aber Du solltest das ganze auch wirtschaftlich entflechten. 

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5. Juni um 15:59

Danke schon mal für eure Antworten. Zustimmung von neutralen und objektiven Betrachtern ist sehr aufbauend.

@claudia0083: Naja, ich habe kein Problem damit, wenn meine Partnerin den Haushalt schmeißt und ich arbeiten bin. Ich bin nicht so der materialistische Typ...

@charonst: Grundbuch stehen beide drin, ja. Bis jetzt zahle ich die Rate komplett. Wir haben uns auf Ende des Jahres geeinigt, dann wollen wir die Rate teilen. Sie verdient eben nur ein Drittel von dem, was ich habe. Aber ich zahle ja eben für ein Haus, in dem ich nicht wohne, zur Hälfte die Miete für die Wohnung meiner Partnerin und auch das Essengeld der Kinder und sowas. Unterhalt zahle ich im Prinzip gerade nicht, da ich auch nicht weiß wieviel. Meine Frau hat allerdings schon auf dem Jugendamt einen Antrag gestellt, dass ich zahlen soll. Dann wird es aber auch schon knapp, selbst mit meinem Gehalt...

Meine Mutter sagt immer, dass ich zu gutmütig bin. Aber ich hätte ein noch schlechteres Gewissen, wenn ich meiner Frau nun nur noch Unterhalt zahlen würde und sonst nichts. Die Nebenkosten für das Haus (Heizung, Wasser, Strom) trägt sie mittlerweile zu 100%.

Meine Frau wirft mir vor,  sie in einen Schuldenberg mit dem Haus gestürzt zu haben. Ich sehe das aber auch als Chance für sie und unsere Kinder. Sie hat noch nie (und wird auch nie) über ihre Altersvorsorge nachgedacht. Allein hätte sie auch nie einen Kredit bekommen für ein Haus. Und als Bürokauffrau verdient man eben auch nicht so toll... Wenn ich mal nicht mehr bin, erbt meine Tochter meine Hälfte vom Haus (der Große nicht, da ich ihn nicht adoptiert habe). Somit ist das Ganze doch eigentlich gar nicht so schlecht. Ob nun Miete oder Rate gezahlt wird, bleibt sich doch gleich. Denke ich zumindest...

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5. Juni um 16:34
In Antwort auf nlt87

Ich würde gern mal eine weibliche Meinung über meine Trennungsentscheidung hören. Die Meinungen meiner (männlichen) Freunde sind sehr unterschiedlich und nicht unbedingt hilfreich... entschuldigt, das wird viel Text jetzt.

Zur Situation: Ich bin mein ganzes Erwachsenen-Dasein mit meiner Noch-Frau zusammen (schon während des Abiturs zusammen gekommen). Sie ist drei Jahre älter und hatte bereits einen fast dreijährigen Sohn. Es klappte alles wunderbar und wir hatten die rosarote Brille schon eine ganze Weile vor den Augen. Wir waren eben auch sehr jung. So entschlossen wir nach etwa einem Jahr noch ein Kind zusammen in die Welt zu setzen. Also kam meine wunderbare Tochter auf die Welt. Das war also nach zwei Jahren Beziehung. Im gleichen Jahr haben wir dann auch geheiratet (2007). Dann fingen leider auch die Probleme an.

Ich wurde erwachsener, habe erst meine Ausbildung gemacht, wollte danach noch studieren, um meiner Familie mehr bieten zu können, als es meine Eltern tun konnten (habe ich dann auch neben der Arbeit fünf Jahre lang gemacht) und ich habe meinen Freundeskreis auf die wesentlichen guten Freunde beschränkt.

Meine Frau hingegen ist irgendwie nicht reifer geworden. Wollte viel Party machen, weggehen, ist immer sehr temperamentvoll und launisch, sehr eifersüchtig (grundlos - sie wurde schon giftig, wenn ich mich mal mit einer ehemaligen Klassenkameradin unterhalten habe). Es kam immer wieder zum Streit. Nach drei Jahren Beziehung unterstellte sie mir, dass ich mit einer anderen Frau was hatte. War aber nicht so, ich habe nur mit einer alten Freundin geschrieben, weil sie Beziehungsprobleme hatte. Und weil ich es meiner Frau nicht gleich gesagt habe (das ich mit der schreibe) ist sie total ausgeflippt. Wollte mich rauswerfen.

Wir haben uns dann wieder zusammen gerauft und uns auf die Kindererziehung und die Arbeit konzentriert. Dabei hat auch unser Liebesleben gelitten. Wir hatten immer weniger Sex (vielleicht einmal im Monat) und wir sind uns gegenseitig manchmal auf die Nerven gegangen. Sie ist immer mehr in die benachbarte Bar gegangen (die Besitzerin hat das gleiche Alter wie wir) und ich habe mich immer mehr meinem Hobby (Feuerwehr) zugewandt.
Vor vier Jahren kam es dann zum Supergau - ich hatte immer mehr Gedanken an eine fiktive, andere Frau gehabt, mit der ich glücklicher werden könnte und habe mich darüber mit der Cousine meiner Frau unterhalten. Diese dachte, ich will was von ihr und hat es meiner Frau erzählt. Sie wollte sich sofort von mir trennen. Die Kinder haben das aber mitbekommen und gleich bitter geweint. Da haben wir uns nochmal zusammen gesetzt und über unsere Probleme geredet. Wir einigten uns, uns mehr aufeinander zu konzentrieren und es zu versuchen. Vor Allem auch, damit es den Kindern gut geht (Für die Kinder war ich immer ein sehr guter Vater - sagt meine Frau - und mir liegt sehr viel an Ihnen). Wir unternahmen wieder mehr zu zweit und versuchten wieder zu uns zu finden. Bei ihr gelang das anscheinend auch - bei mir nicht so richtig. Ich habe mir Mühe gegeben, aber die Gefühle waren schon weg.

Es kommt aber noch schlimmer. Ich dachte, wenn wir das Haus kaufen, in dem wir schon so lange zur Miete wohnen, dann tue ich etwas handfestes für uns. Etwas, was uns mehr verbindet. Auch etwas, was für die Zukunft ist. Nun, ich kaufte das Haus letztes Jahr (19 Jahre Kreditlaufzeit insgesamt). Ich als Alleinverdiener, meine Frau als Hausfrau. Doch der Stress mit dem Hauskauf, immenser Stress auf Arbeit (ich bin Ingenieur und arbeite ca. 10 - 11 Stunden am Tag) und dann noch manchmal fiese Kommentare meiner Frau, wenn irgendwas nicht nach ihrer Nase lief, ließen mich nicht mehr in Ruhe. Ich hatte nur noch schlechte Laune und habe viel nachgedacht. Auch an die Geständnisse meiner Frau mir gegenüber musste ich viel denken (sie hat einmal einen Arbeitskollegen geküsst, wollte sich sexuell anders entwickeln als ich das möchte - sie hat mir ins Gesicht gesagt, dass sie irgendwann jemanden findet, der mit ihr im Bett das macht, was ich nicht will). Sie sitzt sehr viel vor ihrer Spielkonsole, ich überhaupt nicht. Ich will lieber draußen sein, was machen, was erledigen, sie will lieber auf dem Sofa sitzen und in die Röhre schauen... und das schon jahrelang. Sie ist zwar viel ruhiger geworden (rastet nicht mehr so schnell aus, hat einen liebevolleren Ton angenommen), aber manchmal denke ich, sie spielte mir das vor, damit ich zufriedener bin.

Ich war so unzufrieden, dass ich ihr vor 7 Monaten gestanden habe, dass ich sie nicht mehr liebe. Sie hat mir zu verstehen gegeben, dass unter diesen Umständen ein Zusammenleben nicht mehr möglich ist. Ich bin freiwillig ausgezogen. Wir haben es beide gemeinsam den Kindern erklärt (10 Jahre und 15 Jahre zu diesem Zeitpunkt). Wir haben uns kurz geeinigt, dass die Kinder und meine Frau natürlich im Haus bleiben. Und der Rest kam dann immer nur Stück für Stück, wie die Regelung, dass die Kinder immer zu mir kommen können, wann sie möchten und so etwas. Ich habe bei meiner Mutter gewohnt. Als ich mich einer Arbeitskollegin anvertraute, ist auch irgendwie bei uns beiden der Funke übergesprungen (Sie alleinerziehend mit 4jährigen Sohn, attraktiv, klug, usw). Wir arbeiten schon seit sechs Jahren zusammen, aber erst nach den intensiven Gesprächen haben wir gemerkt, dass wir sehr gut zusammen passen. Die Interessen sind weitaus ähnlicher und auch unsere Familien passen viel besser zusammen. Das hat während meiner Ehe nie funktioniert - die Familie meiner Frau und meine Familie.

Warum ich eigentlich hier rein schreibe: Ich habe andauernd ein schlechtes Gewissen. Meiner Frau gegenüber, da sie sich eingebildet hat, dass alles gut funktioniert (ich habe es ihr ja auch irgendwie "vorgespielt". Meinen Kindern gegenüber, weil ich gegangen bin und sie nicht mehr jeden Tag bei allem unterstützen kann. Ich hatte im Prinzip ein super Leben: Mit 30 zwei gesunde kluge Kinder, ein eigenes großes Haus, zwei Autos, ein gutes Einkommen sodass meine Frau nicht arbeiten musste, war im Ort sehr bekannt und beliebt und dennoch fehlte mir dieses "wärmende Gefühl" im Herz, wenn ich nach Hause gekommen bin. Meine Frau hat auch etwa zwei Monate nach unserer Trennung einen neuen Partner gefunden. Zudem entwickelte sie sich wieder zu der 20jährigen, aufbrausenden, lauten und übertrieben selbstbewussten Frau zurück. Das ist glaube ich, eine Abwehrreaktion auf unsere Trennung. Oder sie war die ganze Zeit so und hat sich mir gegenüber eben nur verstellt. Ich fühle mich egoistisch, weil ich ihr gesagt habe, dass ich nichts mehr für sie empfinde. Hätte ich schweigen sollen, so wie die vier Jahre davor? Ich bin sehr glücklich mit meiner jetzigen Partnerin. Sie ist genau so, wie ich mir eine Frau vorstelle (klar hat sie auch Macken, aber die Kunst ist es ja, mit den Macken des anderen zu harmonieren - das klappt wunderbar). Aber dann kommen die Gedanken an meine Kinder und an meine Frau, die sich ja auch gleich eine Arbeit suchen musste und jetzt die Haussanierung managed (sie möchte, dass ich mich so wenig wie möglich einmische). Die Kinder sagen, dass alles passt. Der neue Freund meiner Frau ist wohl auch ganz nett und lustig. Ich unternehme sehr viel mit den Beiden. Sie machen einen glücklichen Eindruck. Dennoch werde ich diese Gedanken nicht los, etwas furchtbares getan zu haben...

Positiv ist, dass meine "neue" Schwiegermutter immer allen erzählt, was ich für ein wunderbarer Schwiegersohn bin und ich super zu ihrer Tochter passe. Sie hat sich schon während der Schwangerschaft vom Vater des Kindes getrennt, war jetzt fünf Jahre allein. Ihr tut es gut, wieder jemanden zu haben. Auch wenn irgendwie das ganze Leben sehr viel verrückter und anstrengender geworden ist. Darf ich denn glücklich sein oder habe ich das falsche getan? Was sagt ihr dazu?

Du hast mit der Trennung ganz sicher nicht das Falsche getan, sondern das einzig richtige und sinnvolle. Natürlich darfst du glücklich sein, mit den Kindern und dem Haus ist doch alles geregelt und die Frau wird drüber wegkommen. 
Vorher war euer Leben ja so ziemlich eine Folge von nicht gut überlegten (Fehl?)entscheidungen, so dass keiner von euch wirklich glücklich war und krampfhaft dran festgehalten habt ihr lange genug. Genieß dein neues Leben, solange du den Kindern weiterhin ein liebender guter Vater bist.

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5. Juni um 17:20
In Antwort auf nlt87

Danke schon mal für eure Antworten. Zustimmung von neutralen und objektiven Betrachtern ist sehr aufbauend.

@claudia0083: Naja, ich habe kein Problem damit, wenn meine Partnerin den Haushalt schmeißt und ich arbeiten bin. Ich bin nicht so der materialistische Typ...

@charonst: Grundbuch stehen beide drin, ja. Bis jetzt zahle ich die Rate komplett. Wir haben uns auf Ende des Jahres geeinigt, dann wollen wir die Rate teilen. Sie verdient eben nur ein Drittel von dem, was ich habe. Aber ich zahle ja eben für ein Haus, in dem ich nicht wohne, zur Hälfte die Miete für die Wohnung meiner Partnerin und auch das Essengeld der Kinder und sowas. Unterhalt zahle ich im Prinzip gerade nicht, da ich auch nicht weiß wieviel. Meine Frau hat allerdings schon auf dem Jugendamt einen Antrag gestellt, dass ich zahlen soll. Dann wird es aber auch schon knapp, selbst mit meinem Gehalt...

Meine Mutter sagt immer, dass ich zu gutmütig bin. Aber ich hätte ein noch schlechteres Gewissen, wenn ich meiner Frau nun nur noch Unterhalt zahlen würde und sonst nichts. Die Nebenkosten für das Haus (Heizung, Wasser, Strom) trägt sie mittlerweile zu 100%.

Meine Frau wirft mir vor,  sie in einen Schuldenberg mit dem Haus gestürzt zu haben. Ich sehe das aber auch als Chance für sie und unsere Kinder. Sie hat noch nie (und wird auch nie) über ihre Altersvorsorge nachgedacht. Allein hätte sie auch nie einen Kredit bekommen für ein Haus. Und als Bürokauffrau verdient man eben auch nicht so toll... Wenn ich mal nicht mehr bin, erbt meine Tochter meine Hälfte vom Haus (der Große nicht, da ich ihn nicht adoptiert habe). Somit ist das Ganze doch eigentlich gar nicht so schlecht. Ob nun Miete oder Rate gezahlt wird, bleibt sich doch gleich. Denke ich zumindest...

deine Mutter hat recht.  sie hat sich schon während der ehe von dir finanzieren lassen und macht es jetzt noch immer....

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6. Juni um 11:56
In Antwort auf nlt87

Danke schon mal für eure Antworten. Zustimmung von neutralen und objektiven Betrachtern ist sehr aufbauend.

@claudia0083: Naja, ich habe kein Problem damit, wenn meine Partnerin den Haushalt schmeißt und ich arbeiten bin. Ich bin nicht so der materialistische Typ...

@charonst: Grundbuch stehen beide drin, ja. Bis jetzt zahle ich die Rate komplett. Wir haben uns auf Ende des Jahres geeinigt, dann wollen wir die Rate teilen. Sie verdient eben nur ein Drittel von dem, was ich habe. Aber ich zahle ja eben für ein Haus, in dem ich nicht wohne, zur Hälfte die Miete für die Wohnung meiner Partnerin und auch das Essengeld der Kinder und sowas. Unterhalt zahle ich im Prinzip gerade nicht, da ich auch nicht weiß wieviel. Meine Frau hat allerdings schon auf dem Jugendamt einen Antrag gestellt, dass ich zahlen soll. Dann wird es aber auch schon knapp, selbst mit meinem Gehalt...

Meine Mutter sagt immer, dass ich zu gutmütig bin. Aber ich hätte ein noch schlechteres Gewissen, wenn ich meiner Frau nun nur noch Unterhalt zahlen würde und sonst nichts. Die Nebenkosten für das Haus (Heizung, Wasser, Strom) trägt sie mittlerweile zu 100%.

Meine Frau wirft mir vor,  sie in einen Schuldenberg mit dem Haus gestürzt zu haben. Ich sehe das aber auch als Chance für sie und unsere Kinder. Sie hat noch nie (und wird auch nie) über ihre Altersvorsorge nachgedacht. Allein hätte sie auch nie einen Kredit bekommen für ein Haus. Und als Bürokauffrau verdient man eben auch nicht so toll... Wenn ich mal nicht mehr bin, erbt meine Tochter meine Hälfte vom Haus (der Große nicht, da ich ihn nicht adoptiert habe). Somit ist das Ganze doch eigentlich gar nicht so schlecht. Ob nun Miete oder Rate gezahlt wird, bleibt sich doch gleich. Denke ich zumindest...

Ich darf Dir hier keine Rechtsberatung geben und will Dir deshalb dringend ans Herz legen, einen Fachanwalt für Familienrecht einzuschalten. Und zwar einen, der da schon erfahren ist. Du hast da ein paar Risiken, die Du zwar erkannt hast (Unterhalt Frau, Kinder, Hausrate) aber die finanziellen Auswirkungen auf Dich, wenn Deine Frau "mal so richtig Gas gibt", die unterschätzt Du mE.

Und damit Du da nicht mal böse überrascht wirst, rate ich Dir zu einem Erstgespräch bei einem Fachanwalt für Familienrecht. Kostet ca. 150 EUR und ist sehr, sehr gut angelegtes Geld. 

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6. Juni um 14:42
In Antwort auf charonst

Ich darf Dir hier keine Rechtsberatung geben und will Dir deshalb dringend ans Herz legen, einen Fachanwalt für Familienrecht einzuschalten. Und zwar einen, der da schon erfahren ist. Du hast da ein paar Risiken, die Du zwar erkannt hast (Unterhalt Frau, Kinder, Hausrate) aber die finanziellen Auswirkungen auf Dich, wenn Deine Frau "mal so richtig Gas gibt", die unterschätzt Du mE.

Und damit Du da nicht mal böse überrascht wirst, rate ich Dir zu einem Erstgespräch bei einem Fachanwalt für Familienrecht. Kostet ca. 150 EUR und ist sehr, sehr gut angelegtes Geld. 

Dieses Erstgespräch habe ich schon geführt. Die Anwältin hat mir geraten abzuwarten bzw. mich mit meiner Frau gütlich zu einigen. Das funktioniert mittlerweile auch immer besser, als noch vor ein paar Monaten.

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6. Juni um 14:47

Dann gratuliere ich Dir ganz herzlich zur erfolgreichen Trennung. Bislang hast Du alles richtig gemacht. Weiter so !

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6. Juni um 14:53

Vielen Dank für eure Zusprüche.

In dem Ort wo ich geboren bin, lassen sich Eheleute nicht so schnell scheiden. Auch wenn sie nicht mehr glücklich sind (was man manchen Paaren wirklich ansieht). So sehen sie es als Pflicht, zusammen den Weg zu Ende zu gehen. Dieses Versprechen gab ich meiner Frau vor über zehn Jahren ja eigentlich auch. Vielleicht rühren auch daher meine Zweifel, ob ich nicht hätte weiter machen sollen. Jemand, der nicht mit unserer Trennung klar kam meinte zu mir, dass Liebe irgendwann auch anders definiert wird - Zusammenhalt, Partnerschaft, Freundschaft, etc.
Aber fehlt da nicht was? Was ist mit dem gewissen Blick füreinander? Das die Schmetterlinge irgendwann weg sind, ist schon klar. Aber dennoch sollte doch ein gewisser Funkensprung beim Blickkontakt noch da sein, oder? Der fehlte bei mir die letzten Jahre komplett...

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6. Juni um 17:02
In Antwort auf nlt87

Vielen Dank für eure Zusprüche.

In dem Ort wo ich geboren bin, lassen sich Eheleute nicht so schnell scheiden. Auch wenn sie nicht mehr glücklich sind (was man manchen Paaren wirklich ansieht). So sehen sie es als Pflicht, zusammen den Weg zu Ende zu gehen. Dieses Versprechen gab ich meiner Frau vor über zehn Jahren ja eigentlich auch. Vielleicht rühren auch daher meine Zweifel, ob ich nicht hätte weiter machen sollen. Jemand, der nicht mit unserer Trennung klar kam meinte zu mir, dass Liebe irgendwann auch anders definiert wird - Zusammenhalt, Partnerschaft, Freundschaft, etc.
Aber fehlt da nicht was? Was ist mit dem gewissen Blick füreinander? Das die Schmetterlinge irgendwann weg sind, ist schon klar. Aber dennoch sollte doch ein gewisser Funkensprung beim Blickkontakt noch da sein, oder? Der fehlte bei mir die letzten Jahre komplett...

Du musst dich nicht danach richten, was "man" dort macht oder nicht macht!
​Steh darüber. Von diesem Denken sollten wir doch eigentlich längst wegsein und falls das nicht der Fall ist, dann ist es allerhöchste Zeit. Viel zu viele vegetieren Jahre und Jahrzehnte in unglüclichen Beziehungen dahin, aus Feigheit, Bequemlichkeit, Angst vor Alleinsein und eben auch aus Angst, was die Leute sagen könnten!
Du hast die Entscheidung doch wohl durchdacht, genieße dein Leben, denn du hast nur dieses eine und das, was dir davon noch bleibt, solltest du nutzen, um glücklich zu werden

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