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War die Trennung eine falsche Entscheidung?

22. Dezember 2018 um 13:01

Hallo zusammen,

ich stehe gerade vor einer, für mich, sehr schwierigen Entscheidung. Ich habe vergangene Woche nach etwas mehr als 4 Jahren Beziehung mit meinem Freund Schluss gemacht.

Die Entscheidung habe ich nicht von heute auf morgen getroffen, ich war schon länger einfach nicht mehr glücklich. Mich haben zum einen Kleinigkeiten gestört, die er gemacht oder gesagt hat, die mich schlecht gelaunt und genervt gemacht haben, die aber eigentlich überhaupt nicht schlimm waren und mich auch die ersten drei Jahre der Beziehung überhaupt nicht gestört haben. Ich bin ihm gegenüber dann unfreundlich geworden und hatte danach oft ein schlechtes Gewissen, weil er ja im Prinzip nichts falsch gemacht hat.
Zum anderen hatten wir kaum noch Sex, weil ich irgendwie wenn wir es dann hätten haben können, einfach überhaupt keine Lust hatte. Ihn hat das total fertig gemacht und er hat sich auch wirklich Mühe gegeben das zu ändern. Er hat es auch angesprochen und gefragt was er falsch macht oder besser machen kann, ich hab ihm jedes Mal versichert, dass es an mir liegt und so wars auch, ich hatte einfach keine Lust und wollte nur schlafen. Auch da hat mich jedes Mal das schlechte Gewissen geplagt, ihn mit Vorwürfen gegen sich selbst einschlafen zu lassen.
Das was mich am meisten gestört hat, war das Gefühl zu wissen, dass er mich immer mehr geliebt hat als ich ihn. Ich liebe ihn, keine Frage, ich würde jederzeit alles für ihn tun, auch jetzt wo wir nicht mehr zusammen sind. Aber da ist einfach dieses untrügerische Gefühl, dass er mich mehr liebt. Er hat mir wirklich das Gefühl gegeben, dass ich so wie ich bin einfach toll bin und alles schaffen kann. Er hat auch immer all meine Entscheidungen akzeptiert und unterstützt, wenn er sie für das beste für mich gehalten hat und wusste, dass ich damit glücklich bin. Auch ich habe ihn immer unterstützt, aber ich glaube nicht so aus dem Herzen und mit dieser Ehrlichkeit wie er, sondern mehr weil ich dachte, dass das in einer Beziehung so läuft.
Auch da wieder das schlechte Gewissen. Am Ende habe ich darüber nachgedacht, ob ich nicht nur aus Egoismus mit ihm zusammen bin, weil es sich gut anfühlt so sehr geliebt zu werden.
Hinzu kommt, dass wir nicht zusammen wohnen und uns nur samstags sehen konnten. So hat während der Woche jeder sein eigenes Leben gelebt und es wurde immer weniger, dass wir dem anderen erzählt haben, was wir am Tag so gemacht haben. Auch einen gemeinsamen Freundeskreis haben wir nicht, sodass wir eigentlich immer alleine was gemacht haben.

Der Gedanke Schluss zu machen, aus dem Gefühl heraus ihm gegenüber unfair zu sein hat sich bei mir im Laufe der Zeit immer mehr gefestigt. Bis dann letzte Woche ein wirklich winziger Streit der Auslöser für mich war, es zu beenden. Er hat meine Begründungen zunächst verstanden und war auch der Meinung, die Trennung ist der richtige Weg. Zwei Tage später hat er mich aber nochmals um ein Gespräch gebeten, in dem er mir gesagt hat, dass ich für ihn die eine sei und wir doch noch nicht alles versucht haben, beispielsweise zusammen zu ziehen. Das Gespräch hat damit geendet, dass ich noch die Zeit brauche, um noch einmal über diese Entscheidung nachzudenken.
Jetzt sitze ich hier und zweifel meine Entscheidung immer mehr an, klar weiß ich dass das zu Anfang normal ist, aber so zu zweiflen, weiß ich nicht. Auch dass zuvor erhoffte Gefühl der Erleichterung nach der Trennung, ist nahezu ausgeblieben. Mir ist erst jetzt klar geworden, dass ich tatsächlich nicht alles versucht habe und irgendwie zu faul, bzw. zu viel zu tun hatte um an unserer Beziehung zu arbeiten. Ich weiß nicht ob ich jemals nochmal so einen tollen Menschen treffen werde der mich so ehrlich und von ganzem Herzen liebt. Und dass ich vielleicht lieber an meiner Einstellung arbeiten sollte, dass kein Mensch perfekt ist. Weil eigentlich liebe ich ihn ja, nur vielleicht nicht so sehr wie er mich, aber vielleicht weiß ich das auch einfach noch nicht und das wird mir erst klar wenn wir nochmal an unserer Beziehung arbeiten. Ich habe immer noch das Gefühl uns verbindet ein ganz besonderes Band und dass wir irgendwie anders sind als andere Paare.
Andererseits habe ich Angst ihn nochmal so zu verletzten und das alles nochmal durchzumachen, wenn es nach einer 2. Chance doch nicht funktioniert.
In einem Moment weiß ich dass es vermutlich das richtige war und im nächsten bin ich mir schon sicher ihn anzurufen und um ein Gespräch zu bitten, in dem ich ihn frage ob wir es nochmal versuchen.

Wie ihr seht ist in meinem Kopf das reinste Chaos und ich weiß einfach nicht welche die richtige Entscheidung ist, es dabei belassen oder nochmal versuchen. Ich denke seit Tagen fast jede Sekunde daran. Ich weiß, dass mir hier niemand diese Entscheidung abnehmen kann, aber jemand einfach mal seine Meinung dazu schreiben kann.
Danke.

Viele Grüße

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22. Dezember 2018 um 13:33

Du brauchst ein gesundes sexuelles leben, und dazu gehören einen gesunden Körper , einen gesunden Geist, und eine gesunde Psyche . Und einen Partner der nicht ja und Amen Sager! 


Du hast die richtige Entscheidung getroffen. Du brauchst neue Erfahrungen
 

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22. Dezember 2018 um 14:11
In Antwort auf idk24.

Hallo zusammen,

ich stehe gerade vor einer, für mich, sehr schwierigen Entscheidung. Ich habe vergangene Woche nach etwas mehr als 4 Jahren Beziehung mit meinem Freund Schluss gemacht. 

Die Entscheidung habe ich nicht von heute auf morgen getroffen, ich war schon länger einfach nicht mehr glücklich. Mich haben zum einen Kleinigkeiten gestört, die er gemacht oder gesagt hat, die mich schlecht gelaunt und genervt gemacht haben, die aber eigentlich überhaupt nicht schlimm waren und mich auch die ersten drei Jahre der Beziehung überhaupt nicht gestört haben. Ich bin ihm gegenüber dann unfreundlich geworden und hatte danach oft ein schlechtes Gewissen, weil er ja im Prinzip nichts falsch gemacht hat.
Zum anderen hatten wir kaum noch Sex, weil ich irgendwie wenn wir es dann hätten haben können, einfach überhaupt keine Lust hatte. Ihn hat das total fertig gemacht und er hat sich auch wirklich Mühe gegeben das zu ändern. Er hat es auch angesprochen und gefragt was er falsch macht oder besser machen kann, ich hab ihm jedes Mal versichert, dass es an mir liegt und so wars auch, ich hatte einfach keine Lust und wollte nur schlafen. Auch da hat mich jedes Mal das schlechte Gewissen geplagt, ihn mit Vorwürfen gegen sich selbst einschlafen zu lassen. 
Das was mich am meisten gestört hat, war das Gefühl zu wissen, dass er mich immer mehr geliebt hat als ich ihn. Ich liebe ihn, keine Frage, ich würde jederzeit alles für ihn tun, auch jetzt wo wir nicht mehr zusammen sind. Aber da ist einfach dieses untrügerische Gefühl, dass er mich mehr liebt. Er hat mir wirklich das Gefühl gegeben, dass ich so wie ich bin einfach toll bin und alles schaffen kann. Er hat auch immer all meine Entscheidungen akzeptiert und unterstützt, wenn er sie für das beste für mich gehalten hat und wusste, dass ich damit glücklich bin. Auch ich habe ihn immer unterstützt, aber ich glaube nicht so aus dem Herzen und mit dieser Ehrlichkeit wie er, sondern mehr weil ich dachte, dass das in einer Beziehung so läuft. 
Auch da wieder das schlechte Gewissen. Am Ende habe ich darüber nachgedacht, ob ich nicht nur aus Egoismus mit ihm zusammen bin, weil es sich gut anfühlt so sehr geliebt zu werden.
Hinzu kommt, dass wir nicht zusammen wohnen und uns nur samstags sehen konnten. So hat während der Woche jeder sein eigenes Leben gelebt und es wurde immer weniger, dass wir dem anderen erzählt haben, was wir am Tag so gemacht haben. Auch einen gemeinsamen Freundeskreis haben wir nicht, sodass wir eigentlich immer alleine was gemacht haben.

Der Gedanke Schluss zu machen, aus dem Gefühl heraus ihm gegenüber unfair zu sein hat sich bei mir im Laufe der Zeit immer mehr gefestigt. Bis dann letzte Woche ein wirklich winziger Streit der Auslöser für mich war, es zu beenden. Er hat meine Begründungen zunächst verstanden und war auch der Meinung, die Trennung ist der richtige Weg. Zwei Tage später hat er mich aber nochmals um ein Gespräch gebeten, in dem er mir gesagt hat, dass ich für ihn die eine sei und wir doch noch nicht alles versucht haben, beispielsweise zusammen zu ziehen. Das Gespräch hat damit geendet, dass ich noch die Zeit brauche, um noch einmal über diese Entscheidung nachzudenken. 
Jetzt sitze ich hier und zweifel meine Entscheidung immer mehr an, klar weiß ich dass das zu Anfang normal ist, aber so zu zweiflen, weiß ich nicht. Auch dass zuvor erhoffte Gefühl der Erleichterung nach der Trennung, ist nahezu ausgeblieben. Mir ist erst jetzt klar geworden, dass ich tatsächlich nicht alles versucht habe und irgendwie zu faul, bzw. zu viel zu tun hatte um an unserer Beziehung zu arbeiten. Ich weiß nicht ob ich jemals nochmal so einen tollen Menschen treffen werde der mich so ehrlich und von ganzem Herzen liebt. Und dass ich vielleicht lieber an meiner Einstellung arbeiten sollte, dass kein Mensch perfekt ist. Weil eigentlich liebe ich ihn ja, nur vielleicht nicht so sehr wie er mich, aber vielleicht weiß ich das auch einfach noch nicht und das wird mir erst klar wenn wir nochmal an unserer Beziehung arbeiten. Ich habe immer noch das Gefühl uns verbindet ein ganz besonderes Band und dass wir irgendwie anders sind als andere Paare.
Andererseits habe ich Angst ihn nochmal so zu verletzten und das alles nochmal durchzumachen, wenn es nach einer 2. Chance doch nicht funktioniert. 
In einem Moment weiß ich dass es vermutlich das richtige war und im nächsten bin ich mir schon sicher ihn anzurufen und um ein Gespräch zu bitten, in dem ich ihn frage ob wir es nochmal versuchen.

Wie ihr seht ist in meinem Kopf das reinste Chaos und ich weiß einfach nicht welche die richtige Entscheidung ist, es dabei belassen oder nochmal versuchen. Ich denke seit Tagen fast jede Sekunde daran. Ich weiß, dass mir hier niemand diese Entscheidung abnehmen kann, aber jemand einfach mal seine Meinung dazu schreiben kann. 
Danke.

Viele Grüße 
 

Ich finde es merkwürdig, dass du es als unfair betrachten kannst, mit ihm zusammen zu sein. Oder ein schlechtes Gewissen hast, weil du glaubst, er liebt dich mehr als du ihn.
Obwohl das, was du schreibst, sonst nicht den Eindruck einer grauen Maus macht, denke ich doch, dass diese Art von ... Minderwertigkeitsgefühl auch an ihm liegt. Ich weiß nicht, ob das der treffende Ausdruck ist, aber du stufst dich tiefer als ihn. Und das finde ich nicht richtig, weil du jedes Recht hast, dich erst einmal selbst zu lieben.
Wenn es so ist, kannst du die Liebe mit einem Mann teilen. Aber nicht aufgeben.
Deshalb habe ich auch den Eindruck, er gibt dir doch nicht dieses Gefühl, das du brauchst und ohne große Bedenken erwidern kannst.
Versuche doch, herauszubekommen, wie weit seine Liebe wirklich reicht. So grundsätzliche Fragen, die du nicht dem Zufall überlassen musst. Wie ist es mit gemeinsamen Kindern, wenn Sex doch selbstverständlich dazu gehört?
Warum nur zusammenziehen, aber keine echte Entscheidung für dich nach diesen immerhin vier Jahren?
Vom Zusammenziehen möchte ich dir abraten. Wenn du bis jetzt nicht zufrieden warst, wirst du es dann auch nicht sein, eher das Gegenteil, weil du dir damit Pflichten auflädst, die er noch nicht einmal wahrnehmen muss. Das muss jetzt nicht auch ausgerechnet bei ihm so sein, aber es kommt häufig vor, dass Männer dann trotz Beziehung weiter ihr Singleleben pflegen wollen, die Damen rennen ja  nun nicht mehr so billig wieder weg und lassen sich sogar Vorschriften machen. 

Aber wenn du meinst, die Trennung war ebenfalls nicht richtig, könnte einer von euch z.B. näher heran ziehen, so dass ihr euch auch in der Woche sehen könnt.

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22. Dezember 2018 um 16:24

Du kannst gerne weiterhin aus Mitleid mit ihm zusammen bleiben, Liebe ist es von deiner Seite nicht. Was wird folgen, wenn ihr zusammen bleibt, vielleicht zusammen zieht? Du wirst dich fremdverlieben, wieder an dir zweifeln, er wird die auch das verzeihen, wie alles andere auch (hat dann aber auch seinerseits nichts mit Liebe, sondern mit Abhängigkeit zu tun) und das Spiel geht ewig weiter...lass es einfach. Ihr führt keine Liebesbeziehung. Das ist aus meiner Sicht eine Abhängigkeitsbeziehung, daher auch das ständig schlechte Gewissen, die Zweifel bei dir...glaub mir, beenden ist hier das richtige...alles andere wird Käse mit vielen Löchern...

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