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Wann kommt der Punkt an dem man es weiß?? Trennung oder Aushalten?

23. Mai 2007 um 22:19

Hallo Ihr, die wahrscheinlich schon länger in diesem Forum seid.

Es ist ein minikleiner Schritt aus der Situation in der ich seit Jahren stecke. Wie eine Schnecke, die langsam ihren Kopf aus dem Häuschen steckt!

Situation ist folgende:

Seit 13 Jahren bin ich mit meinem Mann zusammen und seit 8 Jahren sind wir verheiratet. Die Jahre, als wir noch nicht zusammen wohnten, empfand ich meinen Mann als Seelenverwandten, wir hatten die gleichen Interessen, er las mir jeden Wunsch von den Lippen ab.

Wir haben mittlerweile drei Töchter 3, 9 und 13. Ich habe nicht die Probleme wie die meisten Frauen, dass der Mann nicht im Haushalt hilft oder nur alleine los möchte ... wenn ich es in einem kurzen Satz schildern müsste und ganz ehrlich wäre, würde ich sagen ... ich habe einen Tyrannen Zuhause, der sich benimmt wie ein Kleinkind und gleichzeitig alles bestimmen will!!

Aber natürlich ist alles etwas umfangreicher!
Ein Beispiel der Tagesablauf ... morgens geht jeder auf Arbeit, ich bringe vorher alle Kinder weg, dann komme ich von der Arbeit, hole teilweise die Kinder ab, die Große kommt alleine, wir essen Mittag, vier Tage die Woche sollen die Kids zum Sport ...

mein Mann kommt von der Arbeit, kurz "Hallo", dann fängt er an, alles von uns weg zu räumen (auch wenn eigentlich kaum mehr irgendwo etwas liegt), eventuell schnauzt er die großen Mädels an, weil sie eine Sporttasche noch nicht weg geräumt haben, sollten sie irgendwas erwiedern, um sich zu rechtfertigen, werden sie richtig mit lauter männlicher Stimme angeschrien und fangen meist an zu weinen und gehen in ihr Zimmer, wo sie dann auch so lange wie möglich bleiben ...!

Mein Mann nimmt die großen Mädels nicht in den Arm, nur wenn er mal "muss", das ist dann auch ein Bild für die Götter und sagt ihnen nie wie lieb er sie hat, im Gegensatz werden sie nur angeschnauzt und ihnen wird gesagt, wie schlecht sie dies oder das machen .... mittlerweile seit einigen Jahren funke ich dazwischen, wenn ich was ungerecht finde und das löst dann eine riesen Familienkrise aus ... die Schuld bekommt dann eine der Töchter lauthals von meinem Mann an den Kopf geworfen. Und ich muss mir anhören, ich würde den Mädels in den "Allerwertesten" kriechen und sie würden ja über ihn lachen.

Nur mal so kurz zwischendurch ... mein Mann ist ein hübscher, absolut sportlicher, moderner Kerl, der im Freundeskreis, als absolut freundlicher und lustiger Mensch gilt. Und zu mir kann er auch sehr nett sein, wenn wir was alleine machen und kein Stess (Kinder?) da ist. Man muss also nicht denken, dass er allgemein ein "Monster" ist ... er hat nur selbst mit sich ein Problem und lässt das meiner Meinung nach an den Kindern aus (die Kleinste wird ein wenig verschont, vielleicht weil sie auch von selbst auf ihn zu geht, egal wie genervt er gerade tut?).

Seit einiger Zeit denke ich an Trennung, auf Grund der Kinder, weil ich jetzt schon finde, dass sie unter der ständigen Respektlosigkeit und dem Erniedrigen, gelitten haben. Sie sind schüchtern Erwachsenen gegenüber, mögen ihren Mund nicht aufmachen, wenn jemand ungerechterweise mit ihnen schimpft, dann lassen sie die Schuld einfach auf sich sitzen.

Mein Mann und ich kommen irgendwie auch nicht mehr klar, er ist für mich wie mein bester Freund, aber als Vater der Kinder taugt er nichts, wie ich finde, er behandelt sie entweder als wäre er der große Bruder und er hat das Sagen oder als wären sie die Untertanen. Diskussionen ... was erlauben die Kinder sich ...dazu sind sie gar nicht berechtigt ... und es sind doch seine eigenen Kinder.

Vielleicht übertreibe ich nun auch etwas ... oder ich rede mir das genau mit DEM letzten Satz wieder schön.

Das ist es was ich nicht weiß!!!

Weiß ich wann es soweit ist, dass wir gehen sollten? Ich war immer eine selbstständige, starke Frau, die ihren eigenen Kopf hatte, ich finde jetzt bin ich nur ein trauriger Jammerlappen, der auf nichts mehr Lust hat, ich möchte eigentlich nur noch schlafen, bin oft traurig, besonders wenn ich Väter sehen, die ihre Kinder küssen und lieb zu ihnen sind.

Ich merke, wenn ich ins Haus komme ... das mein Mann auch behandelt als wäre es seins allein, weil er hier alles bestimmt ... dass sobald er seinen Mund aufmacht und die selben Sprüche raus lässt wie jeden Tag, dass ich sofort müde werde.

Das mit dem Bestimmen im Haus ...
keine Haustiere
keine Schuhe anlassen, wenn man vom Gartenrein kommt, obwohl überall Fliesen liegen
kein Sand auf der Terasse ausschütten und damit spielen
und und und

Es sind auch mittlerweile Kleinigkeiten die mir auffallen und die mich aufregen, ich habe keine Lust mehr ... und es ist wirklich nicht er als Mensch ... es ist dieses Problem dass er mit sich selbst hat, was er selbst aber nicht sieht, was ihn zu den Kindern so sein lässt wie er halt ist.

Ist alles sehr viel und auch alles sehr durcheinander ... ich weiß auch nicht wirklich was ich hier suche. Wahrscheinlich hoffe ich, dass jemand mir sagen kann, ob man merkt, wann es soweit ist oder ob man einfach irgendwann die Bremse ziehen muss!?




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23. Mai 2007 um 23:00

Hallo du,
eine wirkliche Hilfe kann ich dir vielleicht nicht sein, weil ich auch noch zu dicht an 18 Jahren Ehe bin und noch nicht den Abstand zu allem habe. Wir sind seit einem knappen Jahr getrennt.

Aber was ich dir schon mal sicher sagen kann, was ich mir also schon qualvoll und schlaflos erarbeitet habe:

Laß es nicht so weit kommen, dass du immer kraftloser wirst. Der Sprung zum depressiven nicht mehr aus dem Bett rauskommen ist dann nicht mehr weit weg.

Und versuche zu trennen zwischen deinen und den Bedürfnissen der Kinder. Du willst ihn doch auch nicht mehr. Schiebe nicht vor, dass er für die Kinder schlecht ist. Du und er seid die Basis, darauf baut sich ALLES auf.

Und bei mir war ein totales Zeichen für Ich-muß-mich-Trennen: Ich war nur noch auf der Flucht. Im Haus nur in den Zimmer wo er nicht war. Später nur noch außerhaus. Nächtelang. Einfach nur weg!!!

Ich hoffe, ich konnte helfen. Ansonsten wäre auch ein Tipp mal einen dritten unbeteiligen draufschauen zulassen. Ich war alleine bei einer Familientherapeutien, die sagte mir, ihre Beziehung ist am Ende. War hart, aber das habe ich gebraucht, denn ich habe auch denn Wald vor Bäumen nicht mehr gesehen.

Alle Gute und viel Kraft für deinen Weg!!!

P.S. Die Trennung war eine harte Zeit, die härteste meines Lebens. Achja und jetzt übrigens habe ich eine neue Liebe. Habe das Haus komplett alleine gemalert. Bin wieder superkreativ und glücklich ....

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24. Mai 2007 um 10:57

Liebe flensidie
wenn ich mir Deine Schilderung anhöre, dann war Dein Mann nicht immer so. Hast Du mal offen mit ihm geredet? Redet ihr überhaupt miteinander, was ihr Euch wünscht und wohin der Weg gehen soll? Ich denke es ist noch nicht zu spät für Euch. Sage ihm, dass Du mit dem Gedanken spielst Dich von ihm zu trennen, wenn er sich nicht ändert. Geht zur Eheberatung. Wenn Du ihn liebst, dann versuche um Deine Familie und für Deine Kinder zu kämpfen. Er muß erkennen, dass er das Problem ist und auch ein Problem hat. War vielleicht sein Vater genauso herrisch oder ist vielleicht sein Job sehr stressig? Sucht die Ursachen und arbeitet daran.

Wünsche Euch viel Glück
fuerimmer99

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24. Mai 2007 um 12:45

... my way ...
Hallo Flensidie,

dein Beitrag hat mich sehr angesprochen, weil es mir im Grunde genommen ähnlich geht. Und dein Körper zeigt dir ja auch sehr deutlich, dass jetzt eine Grenze erreicht ist, bei der es nicht mehr weitergeht.
Die Frage, die ich mir jedoch stelle, ist die:

IST MIR JETZT MIT EINER TRENNUNG WIRKLICH GEHOLFEN?

Es besteht ja keine akute Gefahr an Leib und Leben und zunächst wird alles noch schwieriger und stressiger als jetzt. Kaputt und müde bin ich jetzt schon genug.

Und danach? Suche ich mir wieder so einen Heini, wie ich ihn heute schon habe? Die statistische Wahrscheinlichkeit ist groß. Dann geht das Spielchen wieder von vorne los und in einigen Jahren stehe ich wieder da, wo ich jetzt auch schon bin.

Ist es nicht vielmehr so, dass wir beide, mein Mann und ich, uns in den letzten Jahren gemeinsam in diese Situation hineinentwickelt haben? Dumm ist nur, dass es mir dabei nicht gut geht.

Was ist, wenn ich JETZT dafür sorge, dass es MIR wieder gut geht und MEIN Verhalten ändere? Wird sich dann auch sein Verhalten ändern?

Vielleicht muss ich einfach nur lernen, meine Grenzen deutlicher zu setzen. Vielleicht muss ich einfach nur lernen, mehr auf meine Stärken und auf meine Erfolge zu schauen und daraus mein Selbstbewusstsein zu ziehen. Und wenn ich stark bin, bin ich ruhig ausgeglichen genug, meinem Mann seine Grenzen aufzeigen. Und wenn er diese wieder hat, sollte ein harmonischeres Familienleben stattfinden.

Die Frage ist, ob er dann damit umgehen kann. Wenn nicht, habe ich immer noch die Möglichkeit, mich zu trennen und mir einen neuen Partner zu suchen, mit dem genau das möglich ist.

Auch für die Männer ist es schließlich nicht einfach. Für sie ist die Position in der Rangordnung viel wichtiger als für uns.
Im Job müssen sie sich schon behaupten und eine starke Frau zu Hause ist zwar schön, weil sie viel Arbeit abnimmt und man mit ihr an der Seite bei den anderen Punkten kann, aber wo ist dann eigentlich noch der Platz für den Mann?! Wenn er es uns nicht ständig zeigen würde, würden wir alle schnell dahinter kommen, dass es eigentlich auch ohne ihn ginge.

Und last but not least, was ist mit deinem Gefühl für ihn? Kommt es wieder oder nicht?

Ich habe jetzt übrigens eine eigene Therapie angefangen. Und ich nehme mir sehr viel Zeit für mich (allein!), um meine seelische Mitte wieder zu stabilisieren. Klar, mein Mann ist nicht happy darüber. Ich habe ihm aber gesagt, dass das der einzige Weg ist, wenn er weiter mit mir zusammenleben möchte. Und, Herrgott, er trainiert derzeit für den Marathon, spielt Golf, geht 3x pro Woche ins Fitness-Studio, in die Sauna, ... - er ist sowieso ständig in eigenen Angelegenheiten unterwegs. Da kann er mir auch mal ein wenig Freiraum geben und sich mal um die Kleine mitkümmern. Es ist ja schließlich auch seine Tochter und seine Ehe.

Ich hoffe, ich konnte dir helfen,

MP

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24. Mai 2007 um 14:20
In Antwort auf sommertraum15

Hallo du,
eine wirkliche Hilfe kann ich dir vielleicht nicht sein, weil ich auch noch zu dicht an 18 Jahren Ehe bin und noch nicht den Abstand zu allem habe. Wir sind seit einem knappen Jahr getrennt.

Aber was ich dir schon mal sicher sagen kann, was ich mir also schon qualvoll und schlaflos erarbeitet habe:

Laß es nicht so weit kommen, dass du immer kraftloser wirst. Der Sprung zum depressiven nicht mehr aus dem Bett rauskommen ist dann nicht mehr weit weg.

Und versuche zu trennen zwischen deinen und den Bedürfnissen der Kinder. Du willst ihn doch auch nicht mehr. Schiebe nicht vor, dass er für die Kinder schlecht ist. Du und er seid die Basis, darauf baut sich ALLES auf.

Und bei mir war ein totales Zeichen für Ich-muß-mich-Trennen: Ich war nur noch auf der Flucht. Im Haus nur in den Zimmer wo er nicht war. Später nur noch außerhaus. Nächtelang. Einfach nur weg!!!

Ich hoffe, ich konnte helfen. Ansonsten wäre auch ein Tipp mal einen dritten unbeteiligen draufschauen zulassen. Ich war alleine bei einer Familientherapeutien, die sagte mir, ihre Beziehung ist am Ende. War hart, aber das habe ich gebraucht, denn ich habe auch denn Wald vor Bäumen nicht mehr gesehen.

Alle Gute und viel Kraft für deinen Weg!!!

P.S. Die Trennung war eine harte Zeit, die härteste meines Lebens. Achja und jetzt übrigens habe ich eine neue Liebe. Habe das Haus komplett alleine gemalert. Bin wieder superkreativ und glücklich ....

Liebe Leidensgenossinen
Habe das grade hinter mir, bin ausgezogen!!!!!!!
Juhu, das Leben kann so schön sein. Ist allerdings sehr stressig, habe im gegensatz zu dir aber nur 1 Kind und stelle mir das mit 3en schwerer vor. Andererseits machst du eh schon alles alleine und die Kinder werden ja gestört in ihrer entwicklung bei dem Stress. Soll er doch gehen, erkläre ihm, dass du das so nicht mehr aushälst und versuche es doch erstmal mit einer räumlichen Trennung auf zeit. Ich liebe meinen Ex zwar auch, aber es geht mir so viel besser als vorher. Und mal ehrlich alles ist besser als das was du jetzt hast.
Vielleicht erkennt er dann ja was er an euch hat, oder aber er genießt seine wieder gewonnene freiheit, ist halt eine einsame schwere entscheidung. Viel Glück für Dich und die Kids. Ich würde trotz allem jederzeit wieder gehen!!!

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24. Mai 2007 um 17:02

DU musst wissen, wann es so weit ist oder nicht
flensidie,

ich habe ähnliches erlebt. Nach 14 Jahren Ehe, zwei Kindern (heute 15 u. 13), zu denen der Vater nur ein autoritäres Verhältnis anstatt eines gefühlsvollen hatte, Tyrannie, Lügen etc habe ich nach langem Hin und Her den Mut gehabt, mich zu trennen.

Unserer Verhältnis ist im Laufe der Jahre immer schlechter geworden, es gab keinen Dialog (ich hielt nur Monolog, er tat so, als ging ihn das alles nix an). Ich habe viele Jahre versucht, unsere Ehe zu retten, habe einen Eheberater angeboten... aber mein Ex-Mann meinte, da gäbe es kein Problem...

Irgendwann konnte ich dann nicht mehr : die Zeit war gekommen, dass ich den MUT dazu hatte, die Trennung zu fordern.

Ich denke auch, dass ein Mann sich ,meistens aus Beqemlichkeit, nicht von seiner Frau trennen würde - es sei denn er hat eine andere gefunden.
Oft ist es die Frau, die den Mut aufbring, schwierige Situationen zu ändern...

Ich will nun nicht mein ganzes Leben hier breittreten, auch keine Ratschläge geben - nur ein Beitrag damit du weisst, dass es vielen anderen Frauen so geht wie dir

Wenn du möchtest, schick mir 'ne PN, dann könne wir etwas persönlicher darüber austauschen.

Wünsche dir viel Kraft für die Zukunft !

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