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Wann die Leichen aus dem Keller holen?

4. März 2016 um 10:02

Vielleicht hat der ein oder Andere schon Mal was über mich gelesen.
Ich leide schon lange an Depressionen. Eine sehr eigene Form. Nämlich rezidierend, immer mal wieder auftretend, oft ein Begleiter im Leben. Oft spielt das Ganze Thema aber auch nur eine sehr untergeordnete Rolle, da ich wirklich alles erdernkliche getan habe, damit dieses verhasste Krankheitsbild nicht mein ganzes Leben bestimmt. Ich rede sehr oft viel weniger darüber als manch anderer über seinen, ihren Schnupfen.

So, nu habe ich jemanden kennengelernt und habe mal wieder echt n Problem die Katze aus dem Sack zu lassen.

Eigentlich spielt dieses ganze Thema auch innerhalb in Beziehungen nur in sofern eine Rolle als dass ich mich in schlechten Phasen zur Genesung extrem zurückziehe. Das tut mir dann sehr gut und dann geht es ja auch wieder nach einigen Tagen.

Aber ich kämpfe ja schon zeitlebens mit nem Outing diesbezüglich. Manche langjährige Freunde wissen nicht mal was davon. Andere mich liebende Menschen wissen Bescheid.

Ich habe mich auch das letzte Mal innerhalb meines Berufsumfeldes geoutet und habe damit gute und schlechte Erfahrungen gesammelt. Auch sehr schlechte.

Nu habe ich mal wieder Hemmungen mich meinem neuen Lebensgefährten gegenüber zu offenbaren. Wir gehen seit acht Wochen aus. Er selber meint ich wäre ja eine Frohnatur und schlechte Launen könnte er sich ja gar nicht bei mir vorstellen.

Mir geht es seit einem Jahr sehr gut. Habe mal wieder in neuen Richtungen an meinem Thema gearbeitet und wirklich Besserung erfahren dürfen!!!

Trotzdem fällt es mir unsagbar schwer mich einem neuen Menschen mit diesem Thema zu offenbaren, wird das Thema doch oft in Verbindung mit "nicht richtig im Kopf..." gebracht.

Ich hoffe ihr versteht das. Ich war schon Mal vier Jahre mit jemand zusammen, der dann am Ende betonte, dass er aufgrund meiner Wesenszüge, die die Krankheit verursacht mir n Tritt in den Hintern gab.

Aber mir ist schon klar, dass ich einer neuen Person in meinem Leben natürlich Aufklärung schulde. Es ist schwer den richtigen Zeitpunkt zu wählen. Ich konnte ja nicht direkt in meinem Kontaktgesuch rausrücken. Und ich habe sowieso im letzen Jahr die Erfahrung gemacht, dass Männer einfach nur Spielen wollen, und da hab ich mich am Anfang eh bedeckt gehalten. Er meint es jetzt aber verdammt ernst und ich möchte ja auch was beständiges.

Ich hoffe jemand kann die Problematik verstehen.

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4. März 2016 um 10:33

Depression
ist doch im Alltag angekommen? Das ist nichts für das man sich schämen müsste. Ich würde ihm da einfach reinen Wein einschenken damit er im Fall der Fälle deine Reaktion verstehen kann.

Sollte so etwas auftreten und er weiß nicht Bescheid, dann könnte er denken, dass du dich von ihm distanzierst. ( Und das könnte zu weiteren Mißverständnissen führen )

Ich würde einfach mal mit ihm essen gehen oder spazieren und ihn dann fragen ob er wüßte was Depressionen sind. Und ihm dann erzählen, dass du ab und an depressive Phasen hast an denen du dich für ein paar Tage zurückziehst.

Und jemand der dich wirklich mag wird dich nehmen wie du bist.

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6. März 2016 um 13:45

Ähm..
@Pacjam

Dein Beispiel eine Depression mit einem Hobby zu vergleichen finde ich absolut daneben. Ein Hobby ist ein Hobby, da entscheide ich selbst ob ich dem nachgehen möchte oder nicht.

Und eine Depression ist eine Krankheit, es ist nichts was man sich aussucht oder "vorschiebt" um mal ein paar Tage frei zu haben. Aber du hast dich vermutlich nur unglücklich ausgedrückt. Also ein wenig mehr Feingefühl beim nächsten Mal bitte.

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6. März 2016 um 14:14

Ich staune immer wieder...
... was für ein A-Loch du bist. Sorry.
Ich hatte selbst im letzten Jahr mit psychischen Problemen zu kämpfen und weiß seitdem, was das bedeutet (vorher KANN man das gar nicht wissen).
Bei deinem Post hingegen, Pajcam, merkt man mal wieder, dass du überhaupt keine Ahnung hast.

Ich würde dir also wärmstens empfehlen, dir bei so extrem wichtigen Themen, an denen wirklich was dran hängt (nämlich sowas wie -öhm-ein Menschenleben?!) deinen unqualifizierten Sprechdurchfall zu verkneifen, damit kann man diesen Menschen nämlich echt Schaden zufügen, auch wenn es nur das Internet ist.
So- und gib dir nicht die Mühe, eine Antwort zu tippen, ich werde sie nämlich nicht lesen.

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6. März 2016 um 14:22

Hallo!
Ich kann dich verstehen, ich hatte selbst im letzten Jahr sehr mit meiner Psyche zu kämpfen (bei mir war es eher Angst als Depression). Ich war fast ein Jahr in einem Loch, aus dem ich fast nicht mehr rausgekommen bin -komplett aus heiterem Himmel, ich war immer ein sehr fröhlicher, erfolgreicher, glücklicher Mensch, der eine gesunde Einstellung zum Leben hatte. Und plötzlich kam einfach zu viel zusammen, ich habs zu spät gemerkt und bin zusammengebrochen. Ich hätte niemals gedacht, dass man in irgendeiner Situation so hilflos sein kann. Ich habe aber auch gemerkt, dass es extreme Erleichterung bringt, sich zu öffnen, dazu zu stehen und es zu akzeptieren. Von daher finde ich, du solltest es ihm unbedingt sobald wie möglich sagen.

Ich finde es sehr gut, wie du damit umgehst. Du siehst es als Teil deines Lebens, akzeptierst es wie es ist, nimmst deine (doch relativ kurzen) Phasen ernst und ziehst dich zurück, weißt, was dir gut tut.
Von daher glaube ich, dass auch ein potentieller Partner sehr gut mit deiner Krankheit umgehen könnte, weil du damit gut umgehen kannst- und genau das solltest du ihm auch sagen. Steh zu dir selbst und zu deiner "Schwäche". Niemand ist perfekt - es geht nur darum, wie wir mit den Dingen, die wir aufgeladen bekommen, umgehen. Eine Depression kann für Angehörige sehr belastend sein, sag ihm also am besten deshalb gleich, wie ihr beide am besten mit so einer Phase umgeht.

Und zum wie: Ich würde das ganz klassisch machen: Am besten bei einem Treffen einfach ansprechen, so in die Richtung "Du, ich muss dir da noch was sagen was du nicht über mich weißt, und ich hoffe, dass das okay für dich ist".
Du drückst dich auch hier sehr kompetent aus und ich glaube kaum, dass du ihn vergraulst, wenn du es ihm so erklärst wie du es hier schilderst.
Viel Glück auf deinem weiteren Weg!

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7. März 2016 um 16:02

Ich
war über das Wochenende unterwegs und konnte daher gar keinen Bezug auf eure netten Antworten nehmen.

Ich möchte mich einfach herzlich bedanken für die vielen,gutgemeinten Gedankengänge. Ja, ich werde es ihm wohl mitteilen müssen und es wird mich sehr viel Überwindung kosten.

Ich habe einfach Angst ihn deswegen zu verlieren. Ich nämlich kann es nachvollziehen, wenn sich jemand, aufgrund dieses Krankheitbildes abwendet, so wie es manche, die hier Antwort gegeben haben, tuen würden. Aber auch vielleicht aufgrund falscher Vorstellungen. Es ist ja nicht so, dass das alles mein ganzes Leben, durchströmt. Es sind Phasen. In den restlichen Zeiten bin ich ein äußerst spontaner, optimistischer Mensch.
Da sind andere Leute aus meinem Umfeld dankbar, dass ich sie mitziehe, mitreiße, hinein ins Leben,

Ja, auch depressiv veranlagte Menschen können Menschen sein, die wirkich lebensfroh sind, nicht ständig die Schattenseiten artikulieren oder im Tal der jammernden verharren.

Die andere Seite meldet sich dann irgendwann eben mal.

Eigentlich Charakterschweine, die deshalb abhauen.

Naja, schauen wir mal. Vielen vielen dank auf jeden Fall!!!

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7. März 2016 um 16:32

Ja,
ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal so glücklich war. Er hat so viel von dem woran ich im Leben fast schon gar nicht mehr gewagt hätte zu träumen!

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7. März 2016 um 17:16

Ich...
...verstehe dich sehr gut, denn ich war in einer ähnlichen Situation. Ich leider auch unter immer wiederkehrenden depressiven Phasen und einer Panikstörung. Im Gegensatz zu dir habe ich aber nicht so große Probleme, darüber zu reden.

Trotzdem will man sowas sicherlich nicht gleich einem potenziellen Langzeitpartner erzählen, immerhin stuft man sich mit sowas bei manchen Leuten herab - nicht nur, weil es engstirnige Idioten gibt, die dann gleich "Psycho" schreien, sondern auch weil manche Menschen einfach auch nicht die Kraft haben, einen psychisch kranken Partner zu unterstützen.

Ich denke, jetzt nach acht Wochen bist du ihm noch keine Rechenschaft schuldig. Klar, irgendwann muss er es wissen, denn je länger eure Beziehung dauert, desto eher wird er es irgendwann sowieso mitbekommen. An deiner Stelle würde ich ihn erst mal noch kennenlernen, einige Wochen, vielleicht Monate. Du wirst ein gutes Gespür dafür entwickeln, welche Art Mensch er ist und ob du es ihm anvertrauen kannst. Wenn du mit ihm zusammen bleiben willst, führt sowieso kein Weg dran vorbei, es ihm zu sagen.

Bei uns war es so, wir kannten uns aus dem Internet, haben ein paar Tage wirklich permanent lange Emails hin und her geschickt, dann jeden Tag telefoniert und nach 2 Wochen trafen wir uns das erste Mal. Bei uns war das Liebe auf den ersten Blick, wir sind direkt zusammen gekommen und haben den ständigen, täglichen, intensiven Kontakt wochenlang so beibehalten. Deswegen kannten wir uns nach wenigen Wochen schon recht gut - klar, so gut wie man sich eben in der kurzen Zeit kennen kann, aber sicherlich um einiges besser als so manch andere in derselben Zeit.

Wir haben relativ früh auch über "heikle" Themen gesprochen und ich habe schnell gemerkt, dass er eine gute Seele ist. Jedenfalls ging es mir 6 Wochen nach unserem ersten Mail sehr schlecht, hatte auch Wein intus, und habe es ihm dann einfach gesagt. Dass es mir heute sehr schlecht geht und dass das einen Grund hat und ich es ihm gerne sagen möchte. Da wusste er schon, dass es da "etwas" gibt und danach war es schon raus. So ein Gespräch kann man ja auch wunderbar in einer ruhigen Minute beginnen, etwa so: "Du Schatz, wir sind ja jetzt schon xyz zusammen, und es gibt da etwas über mich, was ich dir gern erzählen würde..."

Ich denke, dass wenn er es ernst meint, das höchstwahrscheinlich erstmal kein Hindernis darstellt. Sicher, wenn eine Beziehung permanent durch die Symptome zerrüttet wird und beide drunter leiden, kann es leider zu einer Trennung führen, aber ich glaube nicht, dass er von Anfang an plötzlich auf Distaz geht etc.

Wann genau du es ihm sagen willst, musst du selber entscheiden. Ich denke, du spürst es dann einfach, wann der richtige Zeitpunkt da ist.

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7. März 2016 um 17:42

Hallo themassive!
Danke für deine Worte.
Ja, ich denke der richtige Zeitpunkt wird einfach da sein, wenn ich es spüre.

Liebe Grüße und dir alles alles liebe!!!

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29. März 2016 um 7:27

Hatte
dir schon geschrieben habe auch starke Depressionnen und würde mir gut tuhen mal darüber zu reden binn mir sicher du verstehst mich

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