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Vorurteile

12. Februar 2002 um 16:50

Hallo an alle,

Heute will ich mal nur Gedanken rüberbringen, die gerade auch hier im Forum so jeden betreffen könnten.
Wie Urteile ich über einen Menschen?
Wir fahren alle im Zug des Leben. Eine Zeitlang teilt man ein Abteil. Da sitzen Menschen jeder mit seinem persönlichem Schicksal. Manche sehen nur einsam aus dem Fenster, manche laufen aufgeregt herum und können die nächste Station kaum erwarten. Mancher schweig, mancher redet. Und wir hören und sehen und ...... urteilen.
Aber ist es immer richtig?
Haben wir das Recht aus einzelnen kurzen Geschichten einen ganzen Menschen zu be- und verurteilen?
Wir hören nur wenig und stempeln ab.
Ein Mensch erschießt einen anderen. Mörder, sagen wir. Schreien nach Vergeltung und Strafe. Ja, in den meisten Fällen ist es richtig, aber was ist wenn dieser Mensch zum Beispiel eine Frau ist, die den Mörder ihrer Kinder niederstreckt? Ist sie gleichzusetzen mit anderen Mördern?
Was ist mit dem Dieb. Viele gibt es die mutwillig und aus Habgier stehlen. Aber was ist mit dem verzweifeltem Menschen der Hunger hat und ein Brot stieht? Kann man ihn gleichsetzten mit anderen Dieben die aus Habgier stehlen?
Was ist mit dem Menschen der aus einem Gefängnis kommt. Vielleicht wurde er verurteilt, weil er nur einen Moment nicht aufgepasst hat und ein Unglück passiert ist.

Um es nicht falsch zu verstehen. Sicher sind alle diese Handlungen nicht richtig und sollten auch nicht einfach so hingenommen werden. Aber kann man jeden gleichsetzen und zum Mörder, Dieb und Verbrecher abstempeln? Könnte es nicht sein, dass ein jeder von uns durch ungünstige Lebenssituationen in so eine Lage kommen könnte? Wer hier "nein" sagt, der belügt sich selbst. Es sind immer Einzelschicksale.
Nun will/kann man aber eben nicht jedes menschliche Schicksal kennen. So hat auch jeder das Recht sich seine eigenen Gedanken zu einer Geschichte zu machen. Aber jeder darf nicht dabei vergessen, dass ein Bild erst mit dem letzten Puzzleteil komplett ist und man erst dann wirklich Urteilen darf.

Warum erzähle ich das hier?
Die meisten Leute die hier schreiben, wollen nicht beurteilt werden oder Mitleid erhaschen. Vielleicht wollen manche einfach nur mal reden, sich öffnen weil sie das woanders eben nicht können.
Ist es richtig sie dann abzustempeln als schwache Sensibelchen die nur bedauert werden wollen?
Vielleicht sind diese Menschen im Leben viel stärker, haben Verantwortung und müssen sich durchbeißen. Und vielleicht sind es genau die, die in der Ecke laut urteilen und abstempeln, die nachdenken sollten über sich. Schneller als man denkt könnten man auf der anderen Seite stehen.

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12. Februar 2002 um 17:02

Bravo!
Ich finde das super, was Du hier geschrieben hast. Man kann wirklich nicht jeden Menschen gleich stellen.

Warum ich hier schreibe ist auch aus dem Grund, weil ich nicht viele Freunde habe mit denen ich reden kann. Hier erhoffe ich, dass mich jemand versteht und mir vielleicht auch ein wenig helfen kann. Sicher kann man durch ein Forum nicht DIE Hilfe erwarten aber es unterstützt einen doch ein bisschen. Mit Leuten zu reden, die das gleiche oder ähnliche erlebt haben.

Ich finde es gut, dass Du das mal erwähnt hast.

Gruss baba

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12. Februar 2002 um 17:53

Mein Grundsatz...



" Urteile nie über einen Menschen, bevor Du nicht in seiner Lage warst ! "


Alles Liebe Ester21

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12. Februar 2002 um 18:52

Hallo traumfee
Doch, es geht so, und NUR so! Es bezieht sich auch auf die normalen Belange des Lebens, und Stromer weiß schon, wie ich es meinte
Ich meine damit, daß ich mich grundsätzlich für mein Leben und meine Entscheidungen nicht rechtfertigen muß - denn allen kann man es nicht rechtmachen. Mit diesem Satz wollte ich sagen, daß ich nicht an mir und meinem Wesen herumzerren lasse von niemandem, und wenn mich z.B. jemand nicht tolerieren mag, mir also die Toleranz nichgt entgegenbringt, die ich IHM entgegenbringe, dann ist das schlicht und einfach sein Problem. Wenn jemand mit mir nicht klarkommen mag, ist das sein Problem, und nicht meines. Ich muß mich nicht rechtfertigen vor anderen, was meine Entscheidungen betrifft. Ich lebe nach folgendem Mantra.
"Erkenne Dich selber, finde das rechte Maß
Tue was Du willst, ohne jemandem zu schaden"
Das beherzige ich wirklich, das ist keine leere Phrase. Und ich schätze Stromer so ein, daß dieses auch ungefähr seine Lebenseinstellung ist. Deshalb dieser Satz

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13. Februar 2002 um 21:09

Hallo Imandra !


Ich finde es wirklich toll von Dir, daß Du den Mut aufbringst Dich öffentlich zu entschuldigen !!!

Alle Achtung !

Alles Liebe Ester

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13. Februar 2002 um 21:20

Imandra
Es gibt nur sehr wenige Menschen die charakterliche Größe besitzen. Ich habe gerne mit ihnen zu tun, weil ich von ihnen lernen kann. In meinem Beitrag hab ich von Vorurteilen gesprochen.
Dein Beitrag sagt mit, das ich noch viel lernen muss. Lernen auch Vorurteile abzulegen, lernen was ein wirklich großer Charakter ist. Ich freue mich auf noch viele schöne Stunden mit einem Menschen, der wahre Größe zeigt. Das bewundere ich zutiefst. Ich freue mich auf Dich Imandra.

Bis bald
Stromer

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14. Februar 2002 um 12:27
In Antwort auf Stromer

Imandra
Es gibt nur sehr wenige Menschen die charakterliche Größe besitzen. Ich habe gerne mit ihnen zu tun, weil ich von ihnen lernen kann. In meinem Beitrag hab ich von Vorurteilen gesprochen.
Dein Beitrag sagt mit, das ich noch viel lernen muss. Lernen auch Vorurteile abzulegen, lernen was ein wirklich großer Charakter ist. Ich freue mich auf noch viele schöne Stunden mit einem Menschen, der wahre Größe zeigt. Das bewundere ich zutiefst. Ich freue mich auf Dich Imandra.

Bis bald
Stromer

Nochmal ich .....
Liebe Imandra,

ich habe lange über Deine Worte nachgedacht und bin auch heute noch tief beeindruckt von Deinem Mut. Viele haben nun schon im Forum ihren Platz gefunden. Viele erscheinen als Sternchen für ein paar Stunden in der Nacht. Du aber bist wie die Sonne. Sicher, an manchen Tagen schützt man sich lieber vor Dir mittels Schirm , aber doch freuen wir und alle wenn Du am Horizont erscheinst und somit den Tag erhellst. Mein Sonnenschirm steht nun längst im Keller und staubt wieder ein. Nun lass mal Deine Strahlen wieder funkelt, bevor es dunkel wird. Die Batterien der Lampe werden langsam müde und Du kannst uns doch nicht im dunkeln sitzen lassen. Sonst küsse ich doch noch versehendlich "Geronimo L." *fg* Er ist ja supernett, aber ich erschrecke doch dann total ! *g*
Ich hätte jetzt Mittagspause gehabt und eigentlich was essen müssen. Aber manchmal will man einfach wichtigeres tun. Das war es mir nun Wert und so lasse ich lieber den Magen weiter knurren. So lange es nur er ist...

Liebe Grüße an Dich
Stromer

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14. Februar 2002 um 17:55

Den anderen so nehmen wie er ist und sich selbst dabei treu bleiben - ein Spagat
Hallo and alle, hallo Traumfee,

ich denke, ich verstehe, was du meinst, da sich mein Problem mit meinem Liebsten ähnlich, wenn auch in einer anderen Ebene gestaltet.

Mir sagen auch immer alle: triff deine Entscheidungen nach reiflichem nachdenken, was die anderen sagen kann dir egal sein (natürlich immer unter dem Aspekt, keinem dabei weh zu tun) und verbieg dich nicht für andere.

Was aber, wenn meine Entscheidung war, diesen einen Mann zu lieben? Und diese Entscheidung dann bedeutet, daß ich letzten Endes mich doch in gewisser Weise verbiegen muß?

Nun bin ich hier wahrscheinlich ein Küken mit meinen süßen 22 und einer Beziehungserfahrung die stark gegen Null strebt. Vielleicht muß ich mein eigenes Mantra noch finden.

Aber, was mein Problem betrifft - das auf der anderen Ebene *grins* - er und ich, wir können unheimlich gut reden - über Gott und die Welt. Wenn es aber persönlicher wird, wenn es um Gefühle geht oder darum, sich zu öffnen, sind wir völlig verschieden. Ich bin sehr offen, zeige, was ich fühle, denke und möchte. Er ist das absolute Gegenteil.

Nun bin ich es, die sich zurücknimmt, und wenn mal wieder eines unserer Gespräche darin endet, daß wir diskutieren, ob und was aus uns wird (Distanzfreundschaft bis dato, nur halt, daß ich für mich klar bin, daß ich liebe - nein, jetzt bitte nicht die Diskussion anfangen, ob man es Liebe nennt, was ich fühle, wo ich doch nicht zurückgeliebt werde), wenn ich hoffe auch nur das kleinste Zeichen von ihm zu bekommen, ein ja, ein Nein, irgendwas, dann ist es er der sagt: "Ich weiß nicht" oder "Ich brauche Zeit"... doch wie lange warten? Ich meine, ich will warten, denn für mich ist klar: er und nur er, nach anderen schauen könnt ich im Moment nicht. Aber es tut weh. Ich lasse mir weh tun. Und würde ich ihm sagen, daß er mir damit weh tut, würde er sich noch weiter einigeln, weil er das ja auch nicht will...

Kann man nicht einen Kompromiß finden? Wenn zwei Menschen beschließen, daß sie ihr Leben miteinander teilen wollen - egal ob als Freunde oder Liebespaar - sollte dann nicht jeder (wie Traumfee schon sagte) doch ein wenig bestrebt sein, seinen Lebensweg (für den er sich ohne Rechtfertigung entscheiden muß) ein wenig auf den anderen abzustimmen, weil sonst einer von beiden auf der Strecke bleibt?

Beispiel Valentinstag. Irgendwie - und da ist die sentimentale Frau in mir - wollte ich schon immer mal was zum Valentinstag bekommen... er denkt, daß ist alles nur Abzocke vom Einzelhandel. Aber er hat auch nicht verstanden, daß "etwas bekommen" nicht heißen muß: er muß etwas kaufen. Nur ein Gedanke, ein süßes Kompliment, eine SMS oder ein Anruf... das ich fühle er denkt an mich.

Hört sich das alles naiv an?

chocolate

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15. Februar 2002 um 17:54

Eine kleine Geschichte...
Lieber Stromer.

Ich habe mit regem Interesse deinen Beitrag gelesen, und möchte meinen "Senf" auch dazu beitragen.

Ich war 6 Jahre mit einem Mann zusammen, der von Geburt an einen Immundefekt hatte (kein Aids).
Er war trotz allem recht gutaussehend, solang bis ihn die Doktoren in der Uniklinik in die Finger bekamen. Er bekam eine Abzess am Auge, und die Doktoren wußten keinen Rat. Sie entnahmen Probe um Probe vom Augenlid, mit dem Ergebnis, daß sie zuviel weggenommen hatten und das Augenlid abgestanden ist. Da ich ihn sehr geliebt habe, hat mich das sowiso nicht gestört.
Mir hat es nur was ausgemacht, wenn wir zusammen fort waren, denn da sind wir regelmäßig angestarrt worden, so nach dem Motto: "Die Schöne und das Biest". Mir ist oft die Galle hochgekommen, und ich habe mir gedacht. "Noch 1 Minute und dann knallts!" und ich bin weiß Gott der friedlichste Mensch, den man sich vorstellen kann.
Ich habe mich damals oft gefragt, wie man einen Menschen nach seinem Aussehen beurteilen kann, und mir ist folgender Gedanke gekommen:
Überall in den Medien wird propagiert, daß nur der etwas zählt, der jung, dynamisch und schön ist. Jeder, der dieser Norm nicht entspricht, ist auch nichts, oder nicht soviel wert.
Außerdem werden viele Vorurteile auch schon im Elternhaus gepflegt, und an die Kinder weitergegeben, die dann wenn sie Erwachsen sind, sich keinen Kopf machen, daß die Eltern vielleicht unrecht hatten. Ist nämlich bequemer mit dem Strom zu schwimmen, als sich gegen ihn zu stellen.

Meine Eltern waren damals auch gegen unsere Beziehung, da wir in einem kleinen Dorf wohnen, in dem jeder jeden kennt, waren wir natürlich ein Gesprächsthema, was mir damals 10 Meter am A.... vorbeiging. und trotz allen Widrigkeiten, waren wir 6 Jahre zusammen.
Was dann zur Trennung geführt hat, ist wieder eine andere Geschichte.

Diese Beziehung hat mich gelehrt, daß man einen Menschen nie nach dem Äußeren beurteilen soll. Ich habe für mich das Fazit gezogen "Leben und leben lassen" und ab und zu auch mal gegen den Strom zu schwimmen. Ist manchmal schwer, aber es gibt einem ein gutes Gefühl.

Mein "Ex" ist übrigens vor 4 Jahren mit 27 gestorben. Sein Immundefekt, hat einem Virus nicht standgehalten. Ich war trotz meiner Trauer darüber stolz, daß ich mit ihm zusammensein durfte.

In diesem Sinn
Liebe Grüße

Buffy3

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15. Februar 2002 um 18:54
In Antwort auf Buffy3

Eine kleine Geschichte...
Lieber Stromer.

Ich habe mit regem Interesse deinen Beitrag gelesen, und möchte meinen "Senf" auch dazu beitragen.

Ich war 6 Jahre mit einem Mann zusammen, der von Geburt an einen Immundefekt hatte (kein Aids).
Er war trotz allem recht gutaussehend, solang bis ihn die Doktoren in der Uniklinik in die Finger bekamen. Er bekam eine Abzess am Auge, und die Doktoren wußten keinen Rat. Sie entnahmen Probe um Probe vom Augenlid, mit dem Ergebnis, daß sie zuviel weggenommen hatten und das Augenlid abgestanden ist. Da ich ihn sehr geliebt habe, hat mich das sowiso nicht gestört.
Mir hat es nur was ausgemacht, wenn wir zusammen fort waren, denn da sind wir regelmäßig angestarrt worden, so nach dem Motto: "Die Schöne und das Biest". Mir ist oft die Galle hochgekommen, und ich habe mir gedacht. "Noch 1 Minute und dann knallts!" und ich bin weiß Gott der friedlichste Mensch, den man sich vorstellen kann.
Ich habe mich damals oft gefragt, wie man einen Menschen nach seinem Aussehen beurteilen kann, und mir ist folgender Gedanke gekommen:
Überall in den Medien wird propagiert, daß nur der etwas zählt, der jung, dynamisch und schön ist. Jeder, der dieser Norm nicht entspricht, ist auch nichts, oder nicht soviel wert.
Außerdem werden viele Vorurteile auch schon im Elternhaus gepflegt, und an die Kinder weitergegeben, die dann wenn sie Erwachsen sind, sich keinen Kopf machen, daß die Eltern vielleicht unrecht hatten. Ist nämlich bequemer mit dem Strom zu schwimmen, als sich gegen ihn zu stellen.

Meine Eltern waren damals auch gegen unsere Beziehung, da wir in einem kleinen Dorf wohnen, in dem jeder jeden kennt, waren wir natürlich ein Gesprächsthema, was mir damals 10 Meter am A.... vorbeiging. und trotz allen Widrigkeiten, waren wir 6 Jahre zusammen.
Was dann zur Trennung geführt hat, ist wieder eine andere Geschichte.

Diese Beziehung hat mich gelehrt, daß man einen Menschen nie nach dem Äußeren beurteilen soll. Ich habe für mich das Fazit gezogen "Leben und leben lassen" und ab und zu auch mal gegen den Strom zu schwimmen. Ist manchmal schwer, aber es gibt einem ein gutes Gefühl.

Mein "Ex" ist übrigens vor 4 Jahren mit 27 gestorben. Sein Immundefekt, hat einem Virus nicht standgehalten. Ich war trotz meiner Trauer darüber stolz, daß ich mit ihm zusammensein durfte.

In diesem Sinn
Liebe Grüße

Buffy3

Tja...Buffy
Dein Beitrag rührt und macht gleichzeitig nachdenklich. Ja, heute wird alles nur nach dem äußerem bewertet.
Ich kann mich selbst da an eine Situation erinnern. Sie liegt lange zurück, aber oft erinnere ich mich daran. Ich bin früher leidenschaftlich gern Motorrad gefahren. Ich hatte einen große schwarz und verchromten Chopper.
Ich hatte schwarze Lederkleidung an, mit Ketten und Nieten behangen (jaja die wilden jahre)*g*
Der Helm war schwarz und das Gesicht konnte man nicht sehen.
Vorurteile gab es viele. Motorradfahrer sind ungehobelt, frech, gewalttätig. Man lud mich zu einer Feier in biederer Gesellschaft ein. So fuhr ich dann vor. Die Gesichter ergrauten als ich kam. Man tuschelte und schüttelte den Kopf. Und ich hatte noch kein Wort gesagt und niemand hat mich richtig gesehen. Ich pellte mich aus den Ledersachen und stand dann geschniegelt und gebügelt im Anzug da. Die Gesichter bekamen wieder Farbe und nun passte ich wieder ins Leben. Warum vorher nicht? Man wird abgestempelt.
Alle samt in einen Topf.

Warum werden Behinderte ausgegrenzt? Ich war letztes Jahr mit dem Auto in der Stadt unterwegs. Ein Mensch im Rollstuhl versuchte eine Bordsteinkante hinaufzukommen und schaffte es nicht. Ich sah es beim vorbeifahren. Aber er war auf der anderen Seite. Nach 1 km hatte ich eine Möglichkeit zum wenden gefunden. Ich fuhr zurück und .... er war immer noch dabei und schaffte es nicht. Ich hielt an und half ihm hoch und er sagte mir das er seit 10 min versucht hat hochzukommen, viele Passanten angesprochen hatte, aber alle haben weggesehen. Ich finde das zum Kotzen (sorry)
Nur weil er Behindert war wird er in eine Schublade gepackt.
- Ja nichts mit ihnen zu tun haben, man könnte mich ja ansehen und denken ich gehöre zu ihm. -

Mit AIDS Kranken ist es noch schlimmer. Da wechseln manche sogar die Straßenseite. Ich begreife oft die Menschen nicht mehr.
Schön nun zu lesen das es doch welche gibt, die sich gegen diese Meinungen stellen und denen es egal ist schief angesehen zu werden.
Buffy, es ist schön Dich zu kennen und das Du hier bist.

In diesem Forum scheit es viele besondere Seelen zu geben. Deshalb bin ich gern hier.

Bye Stromer

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17. Februar 2002 um 2:04
In Antwort auf Stromer

Tja...Buffy
Dein Beitrag rührt und macht gleichzeitig nachdenklich. Ja, heute wird alles nur nach dem äußerem bewertet.
Ich kann mich selbst da an eine Situation erinnern. Sie liegt lange zurück, aber oft erinnere ich mich daran. Ich bin früher leidenschaftlich gern Motorrad gefahren. Ich hatte einen große schwarz und verchromten Chopper.
Ich hatte schwarze Lederkleidung an, mit Ketten und Nieten behangen (jaja die wilden jahre)*g*
Der Helm war schwarz und das Gesicht konnte man nicht sehen.
Vorurteile gab es viele. Motorradfahrer sind ungehobelt, frech, gewalttätig. Man lud mich zu einer Feier in biederer Gesellschaft ein. So fuhr ich dann vor. Die Gesichter ergrauten als ich kam. Man tuschelte und schüttelte den Kopf. Und ich hatte noch kein Wort gesagt und niemand hat mich richtig gesehen. Ich pellte mich aus den Ledersachen und stand dann geschniegelt und gebügelt im Anzug da. Die Gesichter bekamen wieder Farbe und nun passte ich wieder ins Leben. Warum vorher nicht? Man wird abgestempelt.
Alle samt in einen Topf.

Warum werden Behinderte ausgegrenzt? Ich war letztes Jahr mit dem Auto in der Stadt unterwegs. Ein Mensch im Rollstuhl versuchte eine Bordsteinkante hinaufzukommen und schaffte es nicht. Ich sah es beim vorbeifahren. Aber er war auf der anderen Seite. Nach 1 km hatte ich eine Möglichkeit zum wenden gefunden. Ich fuhr zurück und .... er war immer noch dabei und schaffte es nicht. Ich hielt an und half ihm hoch und er sagte mir das er seit 10 min versucht hat hochzukommen, viele Passanten angesprochen hatte, aber alle haben weggesehen. Ich finde das zum Kotzen (sorry)
Nur weil er Behindert war wird er in eine Schublade gepackt.
- Ja nichts mit ihnen zu tun haben, man könnte mich ja ansehen und denken ich gehöre zu ihm. -

Mit AIDS Kranken ist es noch schlimmer. Da wechseln manche sogar die Straßenseite. Ich begreife oft die Menschen nicht mehr.
Schön nun zu lesen das es doch welche gibt, die sich gegen diese Meinungen stellen und denen es egal ist schief angesehen zu werden.
Buffy, es ist schön Dich zu kennen und das Du hier bist.

In diesem Forum scheit es viele besondere Seelen zu geben. Deshalb bin ich gern hier.

Bye Stromer

Ich nochmal...
Nun mach mal halblang. Ich bin auch nicht anders wie die anderen. Ich habe auch meine Leiche im Keller(was ich nicht gerne zugebe)und meine persönlichen Dämonen *g*

Über deine Motorraderfahrung habe ich schmunzeln müssen, da es mir auch schon passiert ist. Ich fahre zwar kein Motorrad, war aber öfters als Sozius mit unterwegs. Mich persönlich hat es nie gekratzt, was die anderen von mir denken, ich habe mich höchstens darüber amüsiert, daß man vor 2 Motorradbräuten angst haben muß. (Meine Freundin fährt eine Harley...)

Ich war in meiner Schulzeit, immer irgenwie ein Freak. Wenn z.B rote T- shirts in waren, bin ich unter Garantie mit einem gelben gekommen, nur um zu provozieren, oder mit extremeren Sachen zu schocken. (Schwarze, rote und blonde Stränhnen im Haar, Rasierte schläfen...Ich war damals stolz darauf, anders als die anderen zu sein. Immerhin ich war der Meinúng, daß jeder der die 30 überschrittenhatte schon mit einem Bein im Grab steht. Und heute...

Nee, ich habe noch eine andere Geschichte auf Lager, die sich vor noch nicht allzulanger Zeit zugetragen hat.

Ich habe einen Sohn, der von Geburt an sehr krank ist.(Ich hasse das Wort Behindert) die Ärzte haben bei der Geburt gepfuscht, was man ihnen angeblich nicht nachweisen kann.

Es war im Sommer des letzten Jahres. Wir waren in Sizilien im Urlaub. (Mein Vater ist Mafiosi *gg*
Dort waren wir bei Verwandten zu Besuch.
Ich habe noch nie so viel Herzlichkeit bei fremden Leuten gegenüber meinem Sohn gesehen. Obwohl ich schon 15 Jahre nicht mehr unten war, wurden wir dort mehr als herzlich aufgenommen.
Jeder hat versucht mit ihm zu spielen, bzw hat gefragt, was der Junge jetzt genau hat.(auch Menschen, die ich noch nie zuvor gesehen habe.)Papa hat erklärt, da mein Italienisch nicht so besonders ist.(habe aber trotzdem immer bekommen, was ich wollte. )
Würde bei uns jemand so selbstverständlich mit einem kranken Kind umgehen? Ich glaube !Nein!

Mein Sohn wird im Sommer 5 Jahre alt, und kann weder sprechen, sitzen oder laufen. Außerdem leidet er an epileptischen Anfällen.
Die Ärzte haben mir am Anfang wenig Hoffnung gemacht, daß er sich normal entwickeln werde.
Er ist auf dem geistigen Stand eines Kindes mit ca 8 Monaten... Aber ihm geht es im Verhältnis zu manch anderem kind sehr gut.
Mit der Epilepsie war das auch so eine Sache, Man sagt ja so im Volksmund, daß jemand, der epilepsie krank ist,"m Kopf nicht ganz richtig ist" DAs habe ich früher auch geglaubt, da ich mich nie vom Gegenteil überzeugt habe. Tatsächlich ist das so nicht richtig, da es viele Anfallsformen gibt, und das es jeden treffen kann. Trotzdem wird man ausgegrenzt, auch wenn die gängige Form, die man sieht, nur einen kleinen Teil der Epilepsie ausmacht. Nur weil jemand am Boden liegt und "zuckt" ist ernoch lange nicht "geistig umnachtet.(Habe meine Hausaufgabe gemacht.


Ein Vorurteil entsteht dadurch, daß die Menschen davor angst haben sich mit dem auseinanderzusetzen, was sie nicht kennen, da es nicht ihren sonstigen Gepflogenheiten nicht entspricht, bzw weil sie nicht über den Tellerrand sehen wollen. Dabei gibt es unter oder neben dem Teller viel zu entdecken. Man muß sich nur die Mühe machen


Zugegeben, ich habe mich mit dem Thema auch nie so richtig beschäftigen wollen, da ich immer dachte, "Mich betrifft es nicht" aber Ruck Zuck kam es anders. Und ich mußte mich mit der Thematik auseinandersetzen, ob es mir nun gepasst hat oder nicht.

Das mit meiner Leiche im Keller ist so zu verstehen, daß ich, wenn ich gewußt hätte, daß mein sohn Krank zur Welt kommen würde, hätte ich ihn wegmachen lassen. (Er war ein Unfall...) dDazu stehe ich allerdings auch(Soviel zu Thema Buffy die Ritterliche )

Am Anfang war es schwer, da man sich erst mit der ganzen Thematik auseinandersetzten mußte, aber man lernt sehr schnell dazu. Außerdem, lernt man wer seinen Wahren Freunde sind. (Mein Bekanntenkreis hat sich auf eine handvoll guter Freunde reduziert. Auf die anderen kann ich auch gerne verzichten.).

Bei den Behörden werden Kranke eh als Menschen 2. Klasse angesehen. Überall muß man Nachweise erbringen, um die Leistung zu bekommen, die einem vom Gesetzgeber her rechtmäßig zusteht.

Ich wollte dir nur damit sagen, daß auch ich nicht frei von Vorurteilen bin. Ich bemühe mich lediglich dazuzulernen, auch wenn der Prozess manchmal sehr schmerzhaft ist, und du ab und zu auch mal den untersten weg gehen mußt (Was mir ehrlich gesagt ab und zu schwer fällt, da ich oft zu stolz dazu bin, zuzugeben, daß die anderen doch recht gehabt haben.
Ich glaube , die Menschen wären viel glücklicher, wenn sie miteinander reden würden, anstatt sich zu verstecken. Es würde viel weniger kriege geben.

Ein Vorurteil wird wohl nie bei mir zum erliegen kommen. Nämlich daß der sächsische und der scwäbische Dialekt mit zu den schlimmsten Dialekten in der BRD gehören.

Sodele, des isch jetzt au gschafft

Liebe Grüße
Buffy3

Anhang:
Mein "Junior" geht seit 1,5 Jahren in einen Rehakindergarten, und er hat seit November 2001 eine kleine Schwester dazubekommen, die gesund ist, und von ihm fleißig ignoriert wird. (Weiber... )

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18. Februar 2002 um 12:45
In Antwort auf Buffy3

Ich nochmal...
Nun mach mal halblang. Ich bin auch nicht anders wie die anderen. Ich habe auch meine Leiche im Keller(was ich nicht gerne zugebe)und meine persönlichen Dämonen *g*

Über deine Motorraderfahrung habe ich schmunzeln müssen, da es mir auch schon passiert ist. Ich fahre zwar kein Motorrad, war aber öfters als Sozius mit unterwegs. Mich persönlich hat es nie gekratzt, was die anderen von mir denken, ich habe mich höchstens darüber amüsiert, daß man vor 2 Motorradbräuten angst haben muß. (Meine Freundin fährt eine Harley...)

Ich war in meiner Schulzeit, immer irgenwie ein Freak. Wenn z.B rote T- shirts in waren, bin ich unter Garantie mit einem gelben gekommen, nur um zu provozieren, oder mit extremeren Sachen zu schocken. (Schwarze, rote und blonde Stränhnen im Haar, Rasierte schläfen...Ich war damals stolz darauf, anders als die anderen zu sein. Immerhin ich war der Meinúng, daß jeder der die 30 überschrittenhatte schon mit einem Bein im Grab steht. Und heute...

Nee, ich habe noch eine andere Geschichte auf Lager, die sich vor noch nicht allzulanger Zeit zugetragen hat.

Ich habe einen Sohn, der von Geburt an sehr krank ist.(Ich hasse das Wort Behindert) die Ärzte haben bei der Geburt gepfuscht, was man ihnen angeblich nicht nachweisen kann.

Es war im Sommer des letzten Jahres. Wir waren in Sizilien im Urlaub. (Mein Vater ist Mafiosi *gg*
Dort waren wir bei Verwandten zu Besuch.
Ich habe noch nie so viel Herzlichkeit bei fremden Leuten gegenüber meinem Sohn gesehen. Obwohl ich schon 15 Jahre nicht mehr unten war, wurden wir dort mehr als herzlich aufgenommen.
Jeder hat versucht mit ihm zu spielen, bzw hat gefragt, was der Junge jetzt genau hat.(auch Menschen, die ich noch nie zuvor gesehen habe.)Papa hat erklärt, da mein Italienisch nicht so besonders ist.(habe aber trotzdem immer bekommen, was ich wollte. )
Würde bei uns jemand so selbstverständlich mit einem kranken Kind umgehen? Ich glaube !Nein!

Mein Sohn wird im Sommer 5 Jahre alt, und kann weder sprechen, sitzen oder laufen. Außerdem leidet er an epileptischen Anfällen.
Die Ärzte haben mir am Anfang wenig Hoffnung gemacht, daß er sich normal entwickeln werde.
Er ist auf dem geistigen Stand eines Kindes mit ca 8 Monaten... Aber ihm geht es im Verhältnis zu manch anderem kind sehr gut.
Mit der Epilepsie war das auch so eine Sache, Man sagt ja so im Volksmund, daß jemand, der epilepsie krank ist,"m Kopf nicht ganz richtig ist" DAs habe ich früher auch geglaubt, da ich mich nie vom Gegenteil überzeugt habe. Tatsächlich ist das so nicht richtig, da es viele Anfallsformen gibt, und das es jeden treffen kann. Trotzdem wird man ausgegrenzt, auch wenn die gängige Form, die man sieht, nur einen kleinen Teil der Epilepsie ausmacht. Nur weil jemand am Boden liegt und "zuckt" ist ernoch lange nicht "geistig umnachtet.(Habe meine Hausaufgabe gemacht.


Ein Vorurteil entsteht dadurch, daß die Menschen davor angst haben sich mit dem auseinanderzusetzen, was sie nicht kennen, da es nicht ihren sonstigen Gepflogenheiten nicht entspricht, bzw weil sie nicht über den Tellerrand sehen wollen. Dabei gibt es unter oder neben dem Teller viel zu entdecken. Man muß sich nur die Mühe machen


Zugegeben, ich habe mich mit dem Thema auch nie so richtig beschäftigen wollen, da ich immer dachte, "Mich betrifft es nicht" aber Ruck Zuck kam es anders. Und ich mußte mich mit der Thematik auseinandersetzen, ob es mir nun gepasst hat oder nicht.

Das mit meiner Leiche im Keller ist so zu verstehen, daß ich, wenn ich gewußt hätte, daß mein sohn Krank zur Welt kommen würde, hätte ich ihn wegmachen lassen. (Er war ein Unfall...) dDazu stehe ich allerdings auch(Soviel zu Thema Buffy die Ritterliche )

Am Anfang war es schwer, da man sich erst mit der ganzen Thematik auseinandersetzten mußte, aber man lernt sehr schnell dazu. Außerdem, lernt man wer seinen Wahren Freunde sind. (Mein Bekanntenkreis hat sich auf eine handvoll guter Freunde reduziert. Auf die anderen kann ich auch gerne verzichten.).

Bei den Behörden werden Kranke eh als Menschen 2. Klasse angesehen. Überall muß man Nachweise erbringen, um die Leistung zu bekommen, die einem vom Gesetzgeber her rechtmäßig zusteht.

Ich wollte dir nur damit sagen, daß auch ich nicht frei von Vorurteilen bin. Ich bemühe mich lediglich dazuzulernen, auch wenn der Prozess manchmal sehr schmerzhaft ist, und du ab und zu auch mal den untersten weg gehen mußt (Was mir ehrlich gesagt ab und zu schwer fällt, da ich oft zu stolz dazu bin, zuzugeben, daß die anderen doch recht gehabt haben.
Ich glaube , die Menschen wären viel glücklicher, wenn sie miteinander reden würden, anstatt sich zu verstecken. Es würde viel weniger kriege geben.

Ein Vorurteil wird wohl nie bei mir zum erliegen kommen. Nämlich daß der sächsische und der scwäbische Dialekt mit zu den schlimmsten Dialekten in der BRD gehören.

Sodele, des isch jetzt au gschafft

Liebe Grüße
Buffy3

Anhang:
Mein "Junior" geht seit 1,5 Jahren in einen Rehakindergarten, und er hat seit November 2001 eine kleine Schwester dazubekommen, die gesund ist, und von ihm fleißig ignoriert wird. (Weiber... )

Hallo stromer
danke, dass du das thema des "schubladendenkens" ins rollen gebracht hast und ich bin begeistert von den reaktionen, die darauf gekommen sind ( scheint halt wirklich ne geballte ansammlung von netten und vor allem tiefsinnnig denkenden leuten in diesem forum zu sein )

ich mach mir auch immer wieder gedanken darüber, warum einige leute andere nicht einfach so leben lassen, wie diese es wollen. da wird in schubladen gesteckt, was das zeug hält. da werden lebensgeschichten von leuten " durchgehechelt". oder man wird ganz einfach mit ignoranz "gestraft".

ich denke auch, dass eine der wichtigsten ausgangspositionen für diese verhaltensweisen, die ist, was buffy vorhergehend schon gesagt hat: man ist nicht gewillt oder hat angst, sich mit dem "anderen" auseinanderzusetzen und damit den versuch anzustreben, zu verstehen.

einfacher ist es da, den anderen in kategorie 310 oder 311 zu stecken und fertig ist die emotionale "denkarbeit".

dass wir alle irgend wie gewissen denkmustern ausgesetzt sind, bemerkte buffy schon am ende ihres postings ( schöne grüße aus sachsen übrigens *zwinker* ), aber ich mein, sowas kann man auch als MEINUNG abrechnen und irgend wie wollen wir hier ja auch nicht um den "preis der mitfühlendsten und weise über allen dingenstehenden mutter theresa bei go" kämpfen.

nein, was mir wichtig erscheint, ist einfach auch das bestreben, die handlungsweisen anderer zu verstehen ( warum reagiert jemand so? warum bricht jemand aus den gewohnten lebensumständen aus? etc ) oft ertappe ich mich auch dabei zu sagen, ach das ist eine jammerliese, der ist ein weichei, die ist arrogant und wenn ich wieder anfange zu denken, dann merk ich, dass hinter diesen "fassaden" lebensgeschichten, erfahrungen stehen, die man einfach nicht mit pauschalen etikettierungen abtun kann.

ich denk, das ist ein täglicher prozess des nachdenkens und des versuchs, sich in andere einzufühlen,der nicht immer leicht, aber ungeheuer spannend sein kann.

liebe grüße

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20. Februar 2002 um 3:14
In Antwort auf Buffy3

Eine kleine Geschichte...
Lieber Stromer.

Ich habe mit regem Interesse deinen Beitrag gelesen, und möchte meinen "Senf" auch dazu beitragen.

Ich war 6 Jahre mit einem Mann zusammen, der von Geburt an einen Immundefekt hatte (kein Aids).
Er war trotz allem recht gutaussehend, solang bis ihn die Doktoren in der Uniklinik in die Finger bekamen. Er bekam eine Abzess am Auge, und die Doktoren wußten keinen Rat. Sie entnahmen Probe um Probe vom Augenlid, mit dem Ergebnis, daß sie zuviel weggenommen hatten und das Augenlid abgestanden ist. Da ich ihn sehr geliebt habe, hat mich das sowiso nicht gestört.
Mir hat es nur was ausgemacht, wenn wir zusammen fort waren, denn da sind wir regelmäßig angestarrt worden, so nach dem Motto: "Die Schöne und das Biest". Mir ist oft die Galle hochgekommen, und ich habe mir gedacht. "Noch 1 Minute und dann knallts!" und ich bin weiß Gott der friedlichste Mensch, den man sich vorstellen kann.
Ich habe mich damals oft gefragt, wie man einen Menschen nach seinem Aussehen beurteilen kann, und mir ist folgender Gedanke gekommen:
Überall in den Medien wird propagiert, daß nur der etwas zählt, der jung, dynamisch und schön ist. Jeder, der dieser Norm nicht entspricht, ist auch nichts, oder nicht soviel wert.
Außerdem werden viele Vorurteile auch schon im Elternhaus gepflegt, und an die Kinder weitergegeben, die dann wenn sie Erwachsen sind, sich keinen Kopf machen, daß die Eltern vielleicht unrecht hatten. Ist nämlich bequemer mit dem Strom zu schwimmen, als sich gegen ihn zu stellen.

Meine Eltern waren damals auch gegen unsere Beziehung, da wir in einem kleinen Dorf wohnen, in dem jeder jeden kennt, waren wir natürlich ein Gesprächsthema, was mir damals 10 Meter am A.... vorbeiging. und trotz allen Widrigkeiten, waren wir 6 Jahre zusammen.
Was dann zur Trennung geführt hat, ist wieder eine andere Geschichte.

Diese Beziehung hat mich gelehrt, daß man einen Menschen nie nach dem Äußeren beurteilen soll. Ich habe für mich das Fazit gezogen "Leben und leben lassen" und ab und zu auch mal gegen den Strom zu schwimmen. Ist manchmal schwer, aber es gibt einem ein gutes Gefühl.

Mein "Ex" ist übrigens vor 4 Jahren mit 27 gestorben. Sein Immundefekt, hat einem Virus nicht standgehalten. Ich war trotz meiner Trauer darüber stolz, daß ich mit ihm zusammensein durfte.

In diesem Sinn
Liebe Grüße

Buffy3

Hallo Buffy
Ist traurig, das die Gesellschaft solche Vorurteile hat. Jeder ist wie er ist und das sollte akzeptiert werden. Ich selbst, bin als Kind, auch später als Erwachsene,durch die Hölle gegangen. War schon immer Außenseiter, kein Selbstbewußtsein, keine Freunde. Damals hab ich mich gefragt, warum bin ich nicht, wie jeder andere.
Heute habe ich Freunde, nicht sehr viel. Aber die ich habe, die stehen zu mir. Ich kann heute anders mit den Problemen umgehen als früher. Durch Tiefschläge habe ich gelernt, die Kraft bekommen, die ich brauche.

Gruß Heike

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