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Verzweifelt: Neuer Mann im Leben

19. Dezember 2011 um 14:40 Letzte Antwort: 19. Dezember 2011 um 15:49

Hallo Leute.

Normalerweise bin ich nicht der Typ Frau, der sich in einem Forum von Fremden Rat und Hilfe sucht, aber diesmal ist es wohl etwas anderes. Ich kann momentan nicht mehr schlafen, essen oder mich konzentrieren.

Die Situation ist die folgende:

Ich bin nun seit 14 Monaten mit meinem Freund zusammen, seit 5 Monaten wohnen wir zusammen in derselben WG. Wir sind beide Studenten, er ist aber schon in seinem Vorletzten Jahr, während ich noch 3,5 Jahre vor mir habe.

Die Beziehung mit ihm ist angenehm und stabil. Wir haben einen gemeinsamen Hausrat geschaffen, Streit ist selten und wir unternehmen viel gemeinsam.
Doch auf richtig emotionaler Ebener ist es komplizierter. Ich habe das Gefühl, dass ich die treibende Kraft in unserer Beziehung bin. Ich bin damals auf ihn zugegangen und nach einem Monat(!) des überlegens habe ich ihn auch nur durch ein Ultimatum dazu bekommen können, sich für mich un die Beziehung zu entscheiden.
Ich bin seine erste Freundin und er hatte es nicht leicht im Leben: Er ist bei verschiedenen Pflegefamilie weit weg von seinen Geschwistern aufgewachsen und hatte nie eine feste Bezugsperson. Ich versuche, mit seiner Angst möglichst verständnisvoll umzugehen, doch es zehrt an meinen Kräften.
Nach 14 Monaten Beziehung kann er mir immer noch nicht sagen, dass er mich liebt, oder mir sagen, was diese Beziehung für ihn wirklich einzigartig macht. Vor 2 Wochen hatten wir eine Diskussion darüber und er hat zugegeben, dass er zwar viel für mich fühlt, aber einfach nicht dazu fähig ist, mich so zu lieben, wie ich ihn liebe. Körperliche Zärtlichkeiten sind selten, der Sex ist eher porno, denn zärtlich und liebevoll.
Dennoch haben wir ein Leben gemeinsam und ich bin nicht generell unglücklich. Es ist nur hart und schwer und manchmal fühlt es sich an, als wäre alles umsonst. Ich weiß nicht, ob dies hier die Art Beziehung ist, mit der ich mich "zufrieden geben" will. Trotz meiner Gefühle für ihn.
Ich habe ihn schon öfter versucht zu erklären, dass ich öfter das Gefühl brauche, dass da mehr zwischen uns ist. Es sind schon die kleinen Dinge: Zwischen uns gibt es keine Zungenküsse, kommt er nach Hause, begrüßt er mich nicht, Sex beginnt meistens damit, dass er mir mitteilt, dass er jetzt Lust hätte (Ich bin nicht unschuldig: Andersrum ist es auch so). Wenn ich ihn ansehe, einfach nur, aus Liebe, dann ist ihm das unangenehm und er meckert ein wenig.

Diese Probleme und Gedanken ziehen sich durch unsere Beziehung, waren aber noch nie wirklich katastrophal.
Verkompliziert wird es dadurch, dass ich einen anderen Mann kennen gelernt habe. Er ist der Mitbewohner einer sehr guten Freundin und ich sehe ihn öfter. Es war nie 100%ig platonisch zwischen uns, aber es war mehr Spiel als alles andere. Seit ich jedoch immer öfter über die Zukunft mit meinem Freund nachdenke, wurde es auch intensiver zwischen mir und dem anderen Mann.
Wir haben uns mitterweile einige Male geküsst und es fühlte sich gut an. Er ist das genaue Gegenteil von meinem Freund: Leidenschaftlich, zärtlich und "verliebt". Man kann sich stundenlang mit ihm unterhalten und es wird nie langweilig - es fühlt sich magisch an, wenn ich Zeit mit ihm verbringe. Er gibt mir alle Freiheit und Zeit der Welt, aber er will mit mir zusammen sein.
Auch, wenn er für seinen Master bald umzieht (2 Stunden Zugfahrt), würde er in dieser Stadt wohnen bleiben und die Fahrten gerne auf sich nehmen, wenn ich mich für ihn entschiede.

Seit ich nun vor 2 Woche diese Diskussion mit meinem Freund hatte, ist etwas passiert. Es hat mir SEHR weh getan zu hören, dass er nie dasselbe für mich fühlen wird, wie ich für ihn. Diese alles andere ausblendende Liebe.
Seitdem fühle ich mich kalt, leer und unmotiviert. Ich kann nicht essen, nicht gut schlafen und denke fats jede freie Minute über meine Situation nach.
Ich fühle nichts mehr, wenn ich mit meinem Freund zusammen bin. Es ist einfach gewohnheit, mit ihm zu schlafen und mit ihm den Abend zu verbringen.
Ich denke oft an den anderen Mann, es ist schön, Zeit mit ihm zu verbringen, aber ich bin nicht sicher, ob ich so verliebt in ihn bin, wie er in mich.

Ich weiß, es wäre das Richtige, den neuen Kerl abzuschießen und bei meinem Freund zu bleiben.Generell bin ich bereit, alles für die Beziehung zu tun, doch ich denke auch, dass es ... "nicht viel bringt". Wenn diese leidenschaftslose Art zu lieben einfach eine Charaktereigenschaft meines Freundes ist, muss ich damit leben oder eben nicht.
Meine Gedanken drehen sich im Kreis und an einem Tag will ich alles umwerfen und ein neues Leben anfangen und an einem anderen will ich nichts lieber, als es nochmal mit meinem Freund probieren. Das Problem anpacken.

Das hier ist viel länger, als es sein sollte und ich glaube, ich habe dennoch viel zu viel vergessen. Ich würde mich über jede Meinung, jede Einschätzung, jede Idee freuen.

Liebe Grüße.

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19. Dezember 2011 um 14:59

Ich verstehe deine Situation.
Hallo
Ich kann mir vorstellen wie deine Situation ist. Bei mir ist es so ziemlich das selbe.
Denke drüber nach was an deinem Freund Positiv und Negativ ist. Und dann denke nach was an dem anderen Mann positiv und negativ ist. Und dann versuche für dich zu entscheiden bei wem du dich wohler fühlst wenn du mit ihm "zusammen" bist. Dann wird es die richtige Entscheidung sein.
Liebe Grüße

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19. Dezember 2011 um 15:20

Danke sehr.
Danke, ihr zwei.

Ich glaube eigentlich schon, dass mein Freund mich liebt - Nur eben auf seine Art und nicht so sehr, so aufopfernd, wie ich es gerne hätte oder ich ihn lieben will.

Was das Positiv/Negativ-Spiel betrifft: Habe ich gemacht. Laut dieser Liste würde ich mit meinem Freund zusammen bleiben, denn wir wohnen zusammen und es läuft stabil, wenn auch nicht komplett erfüllend.

Trotzdem kann ich mich nicht zu einer Entscheidung durchringen. Ich weiß, dass, egal, wie ich mich entscheide, beides falsch sein wird. Ich weiß eigentlich auch nicht, was für eine Art Antwort ich eigentlich suche.

Sag mal, Maryann130, wie läuft/lief es denn bei dir ab?

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19. Dezember 2011 um 15:26
In Antwort auf yeva_12734560

Danke sehr.
Danke, ihr zwei.

Ich glaube eigentlich schon, dass mein Freund mich liebt - Nur eben auf seine Art und nicht so sehr, so aufopfernd, wie ich es gerne hätte oder ich ihn lieben will.

Was das Positiv/Negativ-Spiel betrifft: Habe ich gemacht. Laut dieser Liste würde ich mit meinem Freund zusammen bleiben, denn wir wohnen zusammen und es läuft stabil, wenn auch nicht komplett erfüllend.

Trotzdem kann ich mich nicht zu einer Entscheidung durchringen. Ich weiß, dass, egal, wie ich mich entscheide, beides falsch sein wird. Ich weiß eigentlich auch nicht, was für eine Art Antwort ich eigentlich suche.

Sag mal, Maryann130, wie läuft/lief es denn bei dir ab?


Naja so sehe ich es auch. Ich habe auch vor ner halben stunde oder so meine geschichte hier reingeschrieben. Ich weiß das ICH ein fehler gemacht habe. Aber was für eine antwort ich warte weiß ich auch nicht. Du kannst dir das ja durchlesen was mein problem ist.

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19. Dezember 2011 um 15:49

Richtig.
Es stimmt, er kann mir nicht "richtige Liebe" geben. Ich glaube, er ist da dermaßen von seiner schwierigen Vergangenheit geprägt, dass er einfach zu viel Angst hat, richtig zu zeigen, was er fühlt. Und darunter leide ich.
Aber wenn er einfach so ist - wenn er mich liebt, es aber nicht zeigen kann? Ist es dann richtig, ihn zu verlassen? Wäre es nicht sinnvoller, einen Kompromiss zu suchen?

Andererseits: ich verteidige meinen Freund in diesen Sachen oft. Sehr oft, auch vor anderen. Fremde Menschen merken fast nie, dass wir zusammen sind. Vielleicht rede ich mir das auch alles nur ein?

Aber er sagt, er liebt mich. Nur nicht ... so. Auf eine andere Art.

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