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Vertrauen nach Affäre wieder aufbauen

3. Februar 2009 um 13:13

Vor langer Zeit habe ich hier mal geschrieben... erzählte von der 2jährigen Affäre meines Mannes, von seinem Geständnis mir gegenüber nachdem die Geschichte mit ihr bereits ein halbes Jahr lief und ich erzählte von den darauf folgenden 1 1/2 Jahren in denen er mir immer wieder seine Treue schwor und ich immer wieder das Gegenteil heraus fand.
Es dauerte 2 harte Jahre bis er selber wusste wohin er gehört. Das alles liegt nun 1 Jahr und 4 Monate hinter uns.
Ich wusste, wenn ich den Weg gehe unsere 25jährige Ehe fortzusetzen, gehe ich den schwereren Weg. Da ich Optimist bin, ging ich davon aus, das es nach einigen Monaten wieder rund läuft, mein Kopfkino aus ist und wir ja auch beide aus dieser Hölle gelernt haben.
Gelernt haben wir, wir gehen anders miteinander um. Das ist das Positive an der Geschichte. Mein Kopfkino läuft noch - zwar laufen die Filme nicht mehr in voller Länge und mit dieser Dramatik ab wie am Anfang, aber so ab und an fährt die Leinwand nochmal hoch. Ich kann da jetzt mit umgehen, jedenfalls so halbwegs.
Wo ich vor einigen Monaten noch in Depressionen verfiel und mich die Zweifel an seiner Glaubwürdigkeit wieder überrannten, bin ich heute soweit, das ich sehr wohl weiß das er ehrlich zu mir ist, doch um die aufkommenden Gefühle unter Kontrolle zu bekommen, kontrolliere ich dann noch sein Handy.
ich mache das nicht heimlich - er weiß um meine Angst und leidet dann auch mit mir, versucht mich zu bestärken.
Leider hat er damals alle Register gezogen um mich zu hintergehen, nun gibt es nichts, aber auch gar nichts mehr, was ich nicht schon mal als Lüge von ihm gehört habe.
Wir sind 31 Jahre zusammen, davon 25 Jahre verheiratet. ich konnte damals nicht einfach einen Cut machen, weil ich mit meinen Eltern, unserem jüngsten Sohn, zwei Anlagehunden und einem Berg von Schulden keinen WEg fand unser Haus schuldenfrei zu verkaufen und eine Wohnung zu finden, wo Eltern, Kind und 2 Hunde geduldet sind und die auch noch für mich bezahlbar wäre.
Ausserdem habe ich mein Leben in die Hände dieses Mannes gelegt, weil ich ihn liebe, mit allen Stärken und Schwächen (hätte ja auch mir passieren können).
Ich will hier kein Mitleid, keine Tipps wie ich es umgehen kann (es gibt nämlich keine ausser die Zeit arbeiten zu lassen), aber vielleicht hat ja einer von euch die ultimative Lösung, endlich alles abschliessen zu können. Ausserdem fand ich hier keinen Beitrag, w das Thema nach so langer Zeit mal wieder hochgeholt wurde.

ich suche einen Weg, wieder unbeschwert leben zu können, einen Weg um auch den Rest der misstrauischen Hintergedanken hinter mir zu lassen.

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3. Februar 2009 um 13:36

Hallo
ich bin grade mal 20 und bin bestimmt nicht die beste Person die dir vll irgendwie wie wieder auf die beine helfen kann, aber ich würde dir gerne zumindest ein kleines stückchen dabei behilflich sein.
Das was du hier grade geschrieben hast, finde ich sehr ergreifend und ich mag es mir gar nicht vorstellen, wie schlimm es dir in die zeit ging wo du immer wieder enttäuscht wurdest.
um das kopfkino ganz auszuschalten weiß ich auch keinen rat aber um das vertrauen wieder irgendwie aufzubauen würde ich dir einfach raten, guck dir an was die letzten jahre zwischen euch passiert ist und das dein Mann nun wieder doch bei dir ist und wahrscheinlich festgestellt hat, was er an dir hat.
versuch einfach alles ein bischen lockerer zu sehn, und wenn du das geschafft hast wirst du schon sehen dass sich alles zum guten wendet, wenn du nur verkrampft da sitzt und wartest dass irgend etwas negatives passiert, tust du ja auch niemandem einen Gefallen. Und dein Mann wird dann vll auch merken, dass du mit der Situation besser umgehen kannst und entdeckt ganz neue Seiten an dir.
Ich wünsche dir viel Kraft auf deinem Weg
lg
izzy

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3. Februar 2009 um 14:29

Hallo Josephine
ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es schwierig ist, jemandem wieder Vertrauen zu schenken der einen über einen langen Zeitraum weg belogen und hintergangen hat, deshalb wird wohl jeder dein Mißtrauen verstehen können.
Unbeschwert leben können, wirst du vielleicht indem du deine Lebenszufriedenheit nicht mehr davon abhängig machst, ob dein Mann treu ist oder nicht, ob er lügt oder nicht.
Ich glaube, man hat es - natürlich begrenzt - selbst in der Hand ob man glücklich ist oder nicht.
Egal was dein Mann tut oder lässt, du kannst entscheiden, wie dein Leben aussieht.
Du weißt ja selber, dass es sowieso keine 100%ige Garantie gibt.
Du kannst jetzt euer beider Leben ewig mit Mißtrauen und Argwohn beschweren und darauf warten, dass er erneut untreu wird.
Oder du entscheidest dich einfach mit allen Konsequenzen zu vertrauen, damit es DIR besser geht.
Du entscheidest allein, wie es dir geht, wenn du deinen Mann dafür verantwortlich machst, machst du es dir zu leicht.
Im Übrigen glaube ich, dass man sowieso von seinem Partner keine Treue bis ans Lebensende einfordern darf.
Wenn man sie bekommt, ist sie ein Geschenk, ein freiwilliges, für das man dankbar sein soll, aber verlangen kann man sie nicht.

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4. Februar 2009 um 15:01
In Antwort auf ziba_12903689

Hallo
ich bin grade mal 20 und bin bestimmt nicht die beste Person die dir vll irgendwie wie wieder auf die beine helfen kann, aber ich würde dir gerne zumindest ein kleines stückchen dabei behilflich sein.
Das was du hier grade geschrieben hast, finde ich sehr ergreifend und ich mag es mir gar nicht vorstellen, wie schlimm es dir in die zeit ging wo du immer wieder enttäuscht wurdest.
um das kopfkino ganz auszuschalten weiß ich auch keinen rat aber um das vertrauen wieder irgendwie aufzubauen würde ich dir einfach raten, guck dir an was die letzten jahre zwischen euch passiert ist und das dein Mann nun wieder doch bei dir ist und wahrscheinlich festgestellt hat, was er an dir hat.
versuch einfach alles ein bischen lockerer zu sehn, und wenn du das geschafft hast wirst du schon sehen dass sich alles zum guten wendet, wenn du nur verkrampft da sitzt und wartest dass irgend etwas negatives passiert, tust du ja auch niemandem einen Gefallen. Und dein Mann wird dann vll auch merken, dass du mit der Situation besser umgehen kannst und entdeckt ganz neue Seiten an dir.
Ich wünsche dir viel Kraft auf deinem Weg
lg
izzy

Lieben Dank ihr beiden
nachdem ich die erste Antwort gelesen habe, hatte ich schon wieder bitter bereut hier überhaupt geschrieben zu haben, aber ihr zwei hat das Image des Forums wieder positiv dargestellt.
Ja, ich werd mir merken und beherzigen was ihr mir geraten habt. Laufe ja auch nicht Depri durch die Gegend, nur suche ich immer noch das Gefühl von absolutem Vertrauen. Ich verlange keine bedingungslose Treue - das kann man auch nicht, aber ich möchte nicht hemmungslos belogen werden.
Vertrauen heißt für mich, meinem Partner alles sagen zu können und gemeinsame Lösungen zu finden - das sollte drin sein.
Er ist ja selber traurig über mein Misstrauen, aber ich hab ihm auch gesagt, das ich da alleine durch muß, er mir nicht helfen kann. "Schuld" ein großes Wort- nein ich werd einen Teufel tun und Schuldzuweisungen verteilen.
Vielleicht habe ich mich auch einfach zu sehr auf mein Vertrauen in ihn ausgeruht...ich werd jetzt mal in mich gehen und euch auf jeden Fall berichten ob ich die Kurve gekriegt habe.
Izzy - Du kannst stolz auf Dich sein, stell Dein Licht nicht unter den Scheffel. Wer mit 20 eine solche Reife zeigt ist oft weiter als manche Menschen im Lebenjemals kommen werden.

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4. Februar 2009 um 17:22

Du machst mir Mut
hallo josefiene,
ich kann dir leider keinen rat geben, dir nur verständnis entgegenbringen....die geschichte kenne ich auch,kopfkino usw. aber auch den willen weiter zu machen und zu wissen es lohnt sich.. ist aber erst ein 3/4 jahr bei mir her.einerseits macht es mir angst zu lesen, dass alles noch soo lange nachwirkt, andererseits machst du mir mut. danke dafür, du zeigst stärke, ich wünsch die alles gute

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10. Februar 2009 um 11:23

Du hast eigentlich alles gesagt Peri2305
Mit Deiner Erwähnung unseres "Fundaments" hast Du den Nagel auf den Kopf getroffen.
Das ist, glaube ich, der Punkt der so wichtig ist um zu verstehen warum man nicht alles hinschmeißt.
Unser Fundament ist in vielen Jahren gehärtet und gestählt. Wer ein solches Fundament nicht kennt, der kann nicht verstehen warum es Menschen gibt, die nach einer Hölle mit ihrem Partner, auch wieder Sonne am Horizent sehen können.
Ich hatte hier nochmal zu dieser Geschichte geschrieben, weil ich einfach auch sagen wollte: Wer die Kraft und den Willen zu einer Zweisamkeit auf beiden Seiten hat - der kann auch nach großem Betrug wieder gemeinsam glücklich werden.
Und noch etwas was ich verstanden habe. Jeder Mensch sollte akzeptieren, das Monogamie nicht selbstverständlich ist. Schaut euch doch mal um. Welche Beziehung hält ein Leben lang ohne das einer der Partner jemals untreu war?
Wir sollten akzeptieren lernen. Nein, ich kann auch schlecht damit umgehen wenn eine weitere Person mit meinem Partner intim ist, aber jeder sollte sich fragen, warum es dazu kam. Immer situationsabhängig, denke ich. Denkt mal drüber nach.
Ich habe von Anfang an verstanden, warum mein Mann sich mit einer andere Frau traf, ich habe nur nicht verstanden, wie er damit leben konnte mich immer wieder aufs Neue zu belügen.

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