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Vertrauen...

23. März 2015 um 8:21

hier gibt es so viele Diskussionen über Misstrauen in der Beziehung und "Anzeichen", dass ich immer wieder staune.

Zum ersten: das muss doch für beide Seiten die Hölle auf Erden sein, warum tut man sich das an? Warum spioniert man dem Partner nach? Das ist doch an sich zum Scheitern verurteilt, "Beweise" kann es doch da nicht geben? Wenn man da nichts findet, stellt das das Vertrauen wieder her? Bestimmt nicht, oder? Schuld kann man so "beweisen" - aber Unschuld niemals. Also was soll das bringen? Oder umgekehrt, warum tut man sich eine Beziehung an, wo einem der Partner nach spioniert, nicht glauben, nicht vertrauen möchte? Also für mich wäre in dem Moment die Beziehung beendet, wo ich das Verlangen danach habe, dass mein Mann mir etwas "beweist", weil ich seinem Wort nicht glauben kann oder will (und umgekehrt). Denn von da aus geht es nicht mehr sinnvoll weiter, finde ich. Egal, wer letztlich "Recht hat" - da ist etwas Grundlegendes zerbrochen, was so nicht zu kitten ist.

Zum zweiten: ich frage mich die ganze Zeit: woher kam da das Vertrauen, was davor noch da war? Daraus, dass es "keine Anzeichen" gab?

Für mich hat Vertrauen in einer Beziehung eigentlich ziemlich wenig mit "Anzeichen" zu tun. Ich könnte meinem Mann zu jeder Zeit uneingeschränkt glauben, dass er neuerdings lieber alleine in die Sauna geht, weil er einfach lieber allein in die Sauna gehen möchte, um mal ein aktuelles Beispiel aufzugreifen. Ganz ohne ihm da hinterher zu spionieren.
Warum? Weil ich weiss: Wäre das ein "mir ist da heute eine heisse Schnecke begegnet, wir haben geflirtet ... und Hey, ich hatte plötzlich dieses Gefühl: Du hast es immer noch drauf. Du bist immer noch sexy und attraktiv und Du könntest sie haben! Zu Hause da bist Du doch mehr ein Teil der Einrichtung, wann hast Du Dich da das letzte mal sooooo sexy gefühlt? Verdammt, das fehlt mir und es tat sooo gut. Wenn ich die Schnecke jetzt mitgenommen hätte, wäre das noch besser gewesen..." Dann wäre er damit zu mir gekommen und wir hätten uns gemeinsam darum gekümmert, dass dieses Gefühl, sexy und begehrenswert zu sein, die Bestätigung, das "Kribbeln" wieder nach Hause in den Alltag zurückkehrt, damit man es nicht besser "extern zukauft".
Weil ich weiss: selbst wenn er sich verliebt hat - dann kommt er damit zu mir und wir lösen das zusammen.

Weil wir uns aktiv um unser gemeinsames Glück kümmern, darum, dass immer beide mit der Beziehung glücklich und zufrieden sind. Weil wir darüber sprechen, wenn etwas fehlt, stört oder sonst irgendwie nicht passt, den eigenen Garten wieder in Schwung bringen, statt auf Nachbars Garten zu schielen, wo das Gras grüner aussieht.
DAS ist für mich die Basis von Vertrauen in einer Beziehung und nicht "ich darf seine Handynachrichten lesen" oder "er macht alles so wie immer und nicht plötzlich viele Überstunden".

Natürlich weiss ich auch, dass es keine 100% Sicherheit gibt. Auch damit bleibt ein kleiner Rest Risiko - das gehe ich ganz bewusst ein und nehme es in Kauf.

Wie ist das bei Euch?
Woher nehmt Ihr das Vertrauen in Eure Partner/in?
Würde Ihr Beziehungen weiter führen, obwohl Ihr dem/der Partner/in nicht vertraut - oder der/die Partner/in Euch nicht vertraut?

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23. März 2015 um 9:29

Misstrauen
Du hast offensichtlich eine andere Vorstellung und Einstellung zum Thema Misstrauen.

Ein normaler, nicht-krankhaft eifersüchtiger Mensch misstraut NICHT grundsätzlich. Er braucht einen Auslöser. Einen großen oder mehrere kleine. Ein Auslöser könnte zum Beispiel sein, dass einer der Partner PLÖTZLICH beginnt sein Handy zu bewachen wie seinen Augapfel. Oder sich PLÖTZLICH optisch zu tunen. Oder PLÖTZLICH sämtliche Browserverläufe im PC zu löschen. Oder PLÖTZLICH von einer anderen Person zu schwärmen. NEUERDINGS Kondome in der Tasche mit sich zu führen wirft auch Fragen auf. Oft reicht auch ein Bauchgefühl. Bei einer Veränderung wird man hellhörig. Nicht einfach so aus heiterem Himmel oder aus Langeweile. Oft gibt es mehrere kleine Veränderungen oder einen größeren Fund, der misstrauisch macht. Und wenn das Misstrauen erstmal angefixt ist, dann ist es auch nicht mehr aufzuhalten. Kein liebender Mensch wirft aber aus einem Bauchgefühl heraus oder wegen einem Verdacht seine ganze Beziehung auf den Haufen. Schließlich könnte alles auch einen harmlosen Grund haben. Dennoch bleibt das Misstrauen. Wir leben nun mal in einer Wegwerf-Gesellschaft, in der Fremdgehen hoch im Kurs steht. Und niemand möchte sich veräppeln oder für dumm verkaufen lassen. Insofern sehe ich im Misstrauen eine Art Selbstschutz, eine natürliche Warnung. Ich halte nichts von blindem Vertrauen. Die Menschen sind eben nicht immer durch und durch nett zueinander. Wie oft hat sich auch schon ein ach so netter und harmloser Nachbar plötzlich als Krimineller entpuppt, der darauf steht kleine Mädchen oder Jungs anzufassen oder mit einem Gewehr eine Schule zu stürmen? Der nächste Schritt wäre Kommunikation. Ich spreche meinen Partner auf den Fund oder mein Gefühl an und versuche zu klären. Kann er mir das vollkommen schlüssig erklären, so legt dich das Misstrauen wieder. Fehlt die Schlüssigkeit oder vermute ich aufgrund von Reaktionen eine Lüge, so bleibt das Misstrauen. Und da es sich mit Misstrauen unschön lebt, prüfe ich eben selbst. Bisher war ich damit immer erfolgreich, die Gründe für mein Misstrauen wurden somit bestätigt.

Mein Vertrauen entstand immer daher, dass es durch entsprechendes Verhalten meines Partners gewachsen ist. Ich gebe grundsätzlich KEINEN Vertrauensvorschuss, Vertrauen muss man sich verdienen! Das heißt nicht, dass ich zu Beginn einer Beziehung misstrauisch bin und spioniere. Das heißt vielmehr, dass ich mir meinen Partner ganz genau ansehe und mit ihm spreche, ihn kennenlerne. Wenn ich merke, dass sein Verhalten und seine Worte Hand und Fuß haben, dann baut sich Vertrauen auf. Ich pack ja auch nicht jeden fremden Hund an und vertraue grundsätzlich darauf, dass er mich nicht beißt - nein, ich bin vorsichtig und nähere mich behutsam. Wenn er keine Anstalten macht, nicht knurrt oder seine Zähne zeigt, dann kann ich ihn streicheln.

Du lebst eine offene Beziehung, sprich kannst und darfst offen Sexualkontakte mit anderen Menschen innerhalb deiner Beziehung pflegen. Allein das schon wird dir das Thema Misstrauen fremd machen. Wenn dein Mann Kondome mit sich führt oder sich auf einschlägigen Portalen tummelt, dann weißt du warum und gönnst ihm das. Es ist okay, Sex mit Dritten ist ja Teil eurer Vereinbarung. Das ist aber eben nicht in jeder Beziehung so. Meist gibt es klare Beziehungsregeln und -absprachen zum Thema Treue bzw. Monogamie. Und oft werden sie HEIMLICH einseitig gebrochen.

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23. März 2015 um 9:38

Vertrauen können und Selbstwertgefühl ...
ja, ich darf natürlich nicht das Gefühl haben, dass mein Mann an jeder Ecke eine findet, die schöner, charmanter, humorvoller, aparter ... und sonst irgendwie besser ist als ich, ich muss auch darin vertrauen können, dass er sich für mich entschieden hat, weil er mich wollte und will - und nicht weil eben gerade nichts anderes zur Hand war.
Aber sollte sich das nicht nach ein paar Monaten gefestigt haben?

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23. März 2015 um 9:54

Ist das nicht gegeben...
... müssen beide etwas dafür tun, finde ich.

Ich finde, es gibt zu viele, die nur (und das dafür um so eifriger) zählen, was sie nicht alles für den Partner tun, wie sie nicht alles ihre Liebe zeigen usw - ohne sich zu fragen, wie viel davon jetzt auch für den Partner toll und wichtig ist.
Am Ende des Tages zählt nie, wie viele Steine man den Berg hoch geschleppt hat - sondern immer nur, wie viele Steine, die auch für den Partner wichtig sind, auch noch oben liegen - alle anderen hat man völlig umsonst getragen und der Partner ist dennoch nicht glücklich.
Meiner Meinung nach ist das aber genau das, was (recht zwangsläufig) passiert, wenn "die offene und ehrliche Kommunikation nicht gegeben ist".

Loyal und charakterstark müssen dafür beide sein. Loyalität ist für mich sowieso Grundvoraussetzung in einer Beziehung - das ist auch das, was für mich "Treue" zu einem grossen Teil ausmacht - unbedingte Loyalität dem Partner gegenüber. Dazu gehört aber auch, dass man mal die Eier findet, Probleme anzusprechen bzw. im umgekehrten Falle halbwegs erwachsen und charakterstark damit umzugehen, wenn sie angesprochen werden.
Dazu gehört es zu sagen "Du gibst mir nicht mehr das Gefühl, sexy und begehrenswert zu sein und das fehlt mir sehr" - dazu gehört aber auch, jemand zu sein, dem gegenüber man das ansprechen *kann*, ohne dass da ein Sh*tstorm losbricht und / oder eine epische "aber ich mach doch..." - Liste - sondern man gemeinsam dann darüber nachdenkt, wie man das Gefühl, die Bestätigung, das Kribbeln eben zurück bringt.
Da kann ich mal eines der Lieblings-Schlagwörter von pac verwenden: Beziehungsfähigkeit. Ist man "beziehungsfähig", wenn man das nicht kann?

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23. März 2015 um 10:28
In Antwort auf fusselbine

Misstrauen
Du hast offensichtlich eine andere Vorstellung und Einstellung zum Thema Misstrauen.

Ein normaler, nicht-krankhaft eifersüchtiger Mensch misstraut NICHT grundsätzlich. Er braucht einen Auslöser. Einen großen oder mehrere kleine. Ein Auslöser könnte zum Beispiel sein, dass einer der Partner PLÖTZLICH beginnt sein Handy zu bewachen wie seinen Augapfel. Oder sich PLÖTZLICH optisch zu tunen. Oder PLÖTZLICH sämtliche Browserverläufe im PC zu löschen. Oder PLÖTZLICH von einer anderen Person zu schwärmen. NEUERDINGS Kondome in der Tasche mit sich zu führen wirft auch Fragen auf. Oft reicht auch ein Bauchgefühl. Bei einer Veränderung wird man hellhörig. Nicht einfach so aus heiterem Himmel oder aus Langeweile. Oft gibt es mehrere kleine Veränderungen oder einen größeren Fund, der misstrauisch macht. Und wenn das Misstrauen erstmal angefixt ist, dann ist es auch nicht mehr aufzuhalten. Kein liebender Mensch wirft aber aus einem Bauchgefühl heraus oder wegen einem Verdacht seine ganze Beziehung auf den Haufen. Schließlich könnte alles auch einen harmlosen Grund haben. Dennoch bleibt das Misstrauen. Wir leben nun mal in einer Wegwerf-Gesellschaft, in der Fremdgehen hoch im Kurs steht. Und niemand möchte sich veräppeln oder für dumm verkaufen lassen. Insofern sehe ich im Misstrauen eine Art Selbstschutz, eine natürliche Warnung. Ich halte nichts von blindem Vertrauen. Die Menschen sind eben nicht immer durch und durch nett zueinander. Wie oft hat sich auch schon ein ach so netter und harmloser Nachbar plötzlich als Krimineller entpuppt, der darauf steht kleine Mädchen oder Jungs anzufassen oder mit einem Gewehr eine Schule zu stürmen? Der nächste Schritt wäre Kommunikation. Ich spreche meinen Partner auf den Fund oder mein Gefühl an und versuche zu klären. Kann er mir das vollkommen schlüssig erklären, so legt dich das Misstrauen wieder. Fehlt die Schlüssigkeit oder vermute ich aufgrund von Reaktionen eine Lüge, so bleibt das Misstrauen. Und da es sich mit Misstrauen unschön lebt, prüfe ich eben selbst. Bisher war ich damit immer erfolgreich, die Gründe für mein Misstrauen wurden somit bestätigt.

Mein Vertrauen entstand immer daher, dass es durch entsprechendes Verhalten meines Partners gewachsen ist. Ich gebe grundsätzlich KEINEN Vertrauensvorschuss, Vertrauen muss man sich verdienen! Das heißt nicht, dass ich zu Beginn einer Beziehung misstrauisch bin und spioniere. Das heißt vielmehr, dass ich mir meinen Partner ganz genau ansehe und mit ihm spreche, ihn kennenlerne. Wenn ich merke, dass sein Verhalten und seine Worte Hand und Fuß haben, dann baut sich Vertrauen auf. Ich pack ja auch nicht jeden fremden Hund an und vertraue grundsätzlich darauf, dass er mich nicht beißt - nein, ich bin vorsichtig und nähere mich behutsam. Wenn er keine Anstalten macht, nicht knurrt oder seine Zähne zeigt, dann kann ich ihn streicheln.

Du lebst eine offene Beziehung, sprich kannst und darfst offen Sexualkontakte mit anderen Menschen innerhalb deiner Beziehung pflegen. Allein das schon wird dir das Thema Misstrauen fremd machen. Wenn dein Mann Kondome mit sich führt oder sich auf einschlägigen Portalen tummelt, dann weißt du warum und gönnst ihm das. Es ist okay, Sex mit Dritten ist ja Teil eurer Vereinbarung. Das ist aber eben nicht in jeder Beziehung so. Meist gibt es klare Beziehungsregeln und -absprachen zum Thema Treue bzw. Monogamie. Und oft werden sie HEIMLICH einseitig gebrochen.

Ja, ich habe offensichtlich eine völlig andere Vorstellung davon
zum ersten die, dass man mit Spionieren Vertrauen gar nicht aufbauen kann (davon, dass ich jemanden, der mir nachspioniert, umgehend aus meinem Umfeld entfernen würde, mal abgesehen).
Ich vertraue auch nicht als Vorschuss und Vertrauen aufbauen dauert bei mir auch seine Zeit. Ich warte aber damit, eine Beziehung einzugehen, bis ich vertraue und ich baue es durch gemeinsam gelöste Probleme und Schwierigkeiten, durch Offenheit und Ehrlichkeit, auch und gerade bei schwierigen, sensiblen Punkten - Schritt für Schritt weiter - auf und ganz sicher nicht durch Spionage. Vertrauen durch Spionage aufbauen wäre für mich ein 100%iger Widerspruch in sich selbst.

Vor allem aber die, dass Vertrauen aus der gemeinsamen Arbeit am gemeinsamen Glück kommt. Daher, dass man dem Partner gegenüber offen anspricht, wenn einem etwas fehlt und daher dass der Partner das auch macht und daher, dass man das dann gemeinsam löst. Wenn jemand fremd geht, ist dieser Zug schon sehr lange abgefahren, das hätte man weit vorher machen müssen.

Glaubst Du jetzt im Ernst, weil mir sexuelle Exklusivrechte nicht wichtig sind, gibt es gar nichts, was mir wichtig ist, gar nichts, was unsere Beziehung gefährden könnte, gar nichts, was mich verletzen würde? Das ist doch wohl nicht Dein Ernst? ^^ Mir ist Treue beispielsweise SEHR wichtig - ich verstehe nur unter Treue nicht, wer mit wem Sex hat, für mich gibt es da sehr viel wichtigeres.
Ist für Dich Vertrauen in einer Beziehung echt nur die Frage, wer mit wem in die Kiste hüpft? Sonst nichts? Nichts, wo man sonst noch auf den Partner vertraut und wo der Partner einem vertraut und wo damit Vertrauen auch verletzt werden kann? ECHT JETZT?

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23. März 2015 um 10:37

Ja, denk auch, dass es eine Frage der Einstellung ist...
... ich vertraue niemandem, den ich kenne bzw. nur soweit, wie ich seine / ihre Motive einschätzen kann. Vertrauen wächst bei mir (oder auch nicht), aber es ist kein Geschenk und kein Vorschuss.

Also ist bei Dir "ich vertraue weil..." ein "es hat sich noch kein Gegenbeweis gezeigt"?

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23. März 2015 um 11:03
In Antwort auf avarrassterne

Ja, ich habe offensichtlich eine völlig andere Vorstellung davon
zum ersten die, dass man mit Spionieren Vertrauen gar nicht aufbauen kann (davon, dass ich jemanden, der mir nachspioniert, umgehend aus meinem Umfeld entfernen würde, mal abgesehen).
Ich vertraue auch nicht als Vorschuss und Vertrauen aufbauen dauert bei mir auch seine Zeit. Ich warte aber damit, eine Beziehung einzugehen, bis ich vertraue und ich baue es durch gemeinsam gelöste Probleme und Schwierigkeiten, durch Offenheit und Ehrlichkeit, auch und gerade bei schwierigen, sensiblen Punkten - Schritt für Schritt weiter - auf und ganz sicher nicht durch Spionage. Vertrauen durch Spionage aufbauen wäre für mich ein 100%iger Widerspruch in sich selbst.

Vor allem aber die, dass Vertrauen aus der gemeinsamen Arbeit am gemeinsamen Glück kommt. Daher, dass man dem Partner gegenüber offen anspricht, wenn einem etwas fehlt und daher dass der Partner das auch macht und daher, dass man das dann gemeinsam löst. Wenn jemand fremd geht, ist dieser Zug schon sehr lange abgefahren, das hätte man weit vorher machen müssen.

Glaubst Du jetzt im Ernst, weil mir sexuelle Exklusivrechte nicht wichtig sind, gibt es gar nichts, was mir wichtig ist, gar nichts, was unsere Beziehung gefährden könnte, gar nichts, was mich verletzen würde? Das ist doch wohl nicht Dein Ernst? ^^ Mir ist Treue beispielsweise SEHR wichtig - ich verstehe nur unter Treue nicht, wer mit wem Sex hat, für mich gibt es da sehr viel wichtigeres.
Ist für Dich Vertrauen in einer Beziehung echt nur die Frage, wer mit wem in die Kiste hüpft? Sonst nichts? Nichts, wo man sonst noch auf den Partner vertraut und wo der Partner einem vertraut und wo damit Vertrauen auch verletzt werden kann? ECHT JETZT?

P.S.
ich glaube, das habe ich jetzt blöd formuliert...

Ich glaube, spionieren kann Vertrauen auch nicht wiederherstellen, nicht nur "nicht aufbauen". Ja, so etwas "komisches" und "plötzliches" kann auch ganz harmlose Hintergründe haben. Frage nicht, wie oft ich in den über 15 Jahren meiner Beziehung jetzt schon PLÖTZLICH (wieder) angefangen habe, mich "optisch zu tunen". Waren viele Male. Ohne irgendwelche garstigen Hintergründe. Wenn mir PLÖTZLICH jemand etwas sehr im Vertrauen schreibt, was er / sie wirklich nur mir erzählen will, dann achte ich auch PLÖTZLICH sehr darauf, dass das sonst keiner lesen kann - was nicht heisst, dass es etwas ist, was nicht "erlaubt" ist.
Aber was kann spionieren da retten? Wie Du schon sagst: "wenn das Misstrauen erstmal angefixt ist, dann ist es auch nicht mehr aufzuhalten" - Nein ist es nicht. Wenn der Punkt erreicht ist, wo mir jemand nicht mehr glauben WILL, ohne "Beweise" meinem Wort nicht mehr vertraut, ist für mich das Ende der Beziehung erreicht, "liebender Mensch" oder nicht.

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23. März 2015 um 11:33

Doch, das stört mich schon gewaltig...
jemandem, der mir misstraut, könnte ich mich nicht öffnen. Damit hat sich eine Beziehung auch erledigt.

Abgesehen davon, dass ich das von einem Partner oder einem Freund (bei allen anderen nicht, da bin ich recht leidenschaftslos, ob mir jemand etwas glaubt oder nicht. Soll jeder selbst entscheiden) auch extrem beleidigend finde

Und mit "Kontrolle" habe ich ein ernsthaftes Problem. Wenn jemand versucht, mich zu kontrollieren, mir hinterher zu spionieren o.ä. ist das ein sofortiger, irreversibler und vollumfänglicher Kontaktabbruch - das kann ich einfach gar nicht haben.

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23. März 2015 um 11:34

Guten Gewissens...
ich weiss nicht, ich finde das "warten auf den Gegenbeweis" persönlich (!!!) eine zu dünne Basis für Vertrauen. Auch wenn 20 Jahre schon ein dickes Argument sind

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23. März 2015 um 11:41

In seinem Partner lesen zu können, wie in einem Buch...
... habe ich bisher für den Normalzustand gehalten - ich gehe davon aus, dass man jemanden, mit dem man eine Beziehung führt, schon verdammt genau kennt. Oder nicht?

Ja, Pessimisten und Zyniker würden sicherlich sagen, wir Menschen vertrauen immer nur so weit, wie wir die Motive und Hintergründe des anderen einschätzen können. Zumindest bei mir ist das bei den meisten Menschen auch genau so. Da war letztens der Satz "würdest Du einem Dieb Dein Geld anvertrauen" - Klar, wenn ich davon ausgehen würde, dass es auch im Interesse des Diebes liegt, dass das Geld auch wieder bei mir ankommt - jederzeit. Also ist Vertrauen in den Partner nur eine weitergehende Version von "der Dieb und das Geld"? Man vertraut, weil man den Menschen so gut kennt, dass man in sehr gut einschätzen kann?

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23. März 2015 um 12:02


nee, bestimmt nicht. Ein Schwur reicht einmal im Leben, eine Wiederholung macht den nicht glaubwürdiger.

Vertrauen geben aber beispielsweise. Offenheit geben. Probleme ansprechen. So etwas ist für mich die Basis für Vertrauen und nicht "es ist nichts passiert".

Probleme habe ich ausreichend, ich weiss. ^^ Damit aber nun gerade nicht, mich interessieren einfach nur die Blickwinkel, weil ich diese ganzen Misstrauens-Threads hier so gar nicht nachvollziehen / verstehen kann. Je weniger ich einen Standpunkt verstehe, desto intensiver frage ich nach. Deinen verstehe ich eben nicht und kann ihn auch nicht nachvollziehen. Was soweit klar ist, weil die Grundeinstellung schon eine andere ist "unschuldig bis zum Beweis des Gegenteils" läuft bei mir da nie. Aber ich hätte nicht gedacht, dass das auch nach 20 Jahren immer noch die Basis ist, ich hatte erwartet, dass sich das mit der Zeit gewandelt hat.

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23. März 2015 um 12:14
In Antwort auf avarrassterne

Ja, ich habe offensichtlich eine völlig andere Vorstellung davon
zum ersten die, dass man mit Spionieren Vertrauen gar nicht aufbauen kann (davon, dass ich jemanden, der mir nachspioniert, umgehend aus meinem Umfeld entfernen würde, mal abgesehen).
Ich vertraue auch nicht als Vorschuss und Vertrauen aufbauen dauert bei mir auch seine Zeit. Ich warte aber damit, eine Beziehung einzugehen, bis ich vertraue und ich baue es durch gemeinsam gelöste Probleme und Schwierigkeiten, durch Offenheit und Ehrlichkeit, auch und gerade bei schwierigen, sensiblen Punkten - Schritt für Schritt weiter - auf und ganz sicher nicht durch Spionage. Vertrauen durch Spionage aufbauen wäre für mich ein 100%iger Widerspruch in sich selbst.

Vor allem aber die, dass Vertrauen aus der gemeinsamen Arbeit am gemeinsamen Glück kommt. Daher, dass man dem Partner gegenüber offen anspricht, wenn einem etwas fehlt und daher dass der Partner das auch macht und daher, dass man das dann gemeinsam löst. Wenn jemand fremd geht, ist dieser Zug schon sehr lange abgefahren, das hätte man weit vorher machen müssen.

Glaubst Du jetzt im Ernst, weil mir sexuelle Exklusivrechte nicht wichtig sind, gibt es gar nichts, was mir wichtig ist, gar nichts, was unsere Beziehung gefährden könnte, gar nichts, was mich verletzen würde? Das ist doch wohl nicht Dein Ernst? ^^ Mir ist Treue beispielsweise SEHR wichtig - ich verstehe nur unter Treue nicht, wer mit wem Sex hat, für mich gibt es da sehr viel wichtigeres.
Ist für Dich Vertrauen in einer Beziehung echt nur die Frage, wer mit wem in die Kiste hüpft? Sonst nichts? Nichts, wo man sonst noch auf den Partner vertraut und wo der Partner einem vertraut und wo damit Vertrauen auch verletzt werden kann? ECHT JETZT?

Momentchen
Dein Eingangsposting basiert auf Vertrauen bezüglich der sexuellen Treue ("Mir ist da heute eine heisse Schnecke begegnet, wir haben geflirtet..."). Das, was du jetzt ansprichst, ist Loyalität. Und natürlich kann auch Loyalität angezweifelt werden bzw. in dem Punkt Misstrauen vorherrschen. Aber darum geht es laut deinem Themenstart ja nicht. Demnach habe ich darauf auch keinen Bezug genommen.

"[...] Vertrauen aufbauen dauert bei mir auch seine Zeit. Ich warte aber damit, eine Beziehung einzugehen, bis ich vertraue und ich baue es durch gemeinsam gelöste Probleme und Schwierigkeiten, durch Offenheit und Ehrlichkeit [...] Schritt für Schritt weiter - auf und ganz sicher nicht durch Spionage."

Wenn ich einen Mann kennenlerne, in den ich mich verliebe, dann möchte ich eine Beziehung haben, sofern dieser Mann zu mir passt. Dass er passt - oder auch nicht - merke ich in der Kennenlernphase einer Beziehung. Ob ich dem Konstrukt nun den Namen Beziehung, Kennenlernphase oder Freundschaft gebe, ist letztendlich egal, sofern beide wissen, worauf es hinauslaufen soll. Und wird das enttäuscht, dann tut das genauso weh, egal welchen Namen es trägt. Für mich bedeutet Beziehung eben ein wenig mehr geklärte Verhältnisse. Und ja, ich baue ebenso Vertrauen auf wie du. Durch Worte und Taten, die Hand in Hand miteinander gehen. Passen Worte und Taten nicht zueinander, dann entsteht unter anderem Misstrauen. Und nein, man baut durch Spionage kein Vertrauen auf. Man bestätigt sich selbst lediglich, dass man falsch lag und keinen Grund zum Misstrauen hatte oder auch nicht, je nachdem, was das Spionieren ergeben hat.

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23. März 2015 um 12:31
In Antwort auf avarrassterne

P.S.
ich glaube, das habe ich jetzt blöd formuliert...

Ich glaube, spionieren kann Vertrauen auch nicht wiederherstellen, nicht nur "nicht aufbauen". Ja, so etwas "komisches" und "plötzliches" kann auch ganz harmlose Hintergründe haben. Frage nicht, wie oft ich in den über 15 Jahren meiner Beziehung jetzt schon PLÖTZLICH (wieder) angefangen habe, mich "optisch zu tunen". Waren viele Male. Ohne irgendwelche garstigen Hintergründe. Wenn mir PLÖTZLICH jemand etwas sehr im Vertrauen schreibt, was er / sie wirklich nur mir erzählen will, dann achte ich auch PLÖTZLICH sehr darauf, dass das sonst keiner lesen kann - was nicht heisst, dass es etwas ist, was nicht "erlaubt" ist.
Aber was kann spionieren da retten? Wie Du schon sagst: "wenn das Misstrauen erstmal angefixt ist, dann ist es auch nicht mehr aufzuhalten" - Nein ist es nicht. Wenn der Punkt erreicht ist, wo mir jemand nicht mehr glauben WILL, ohne "Beweise" meinem Wort nicht mehr vertraut, ist für mich das Ende der Beziehung erreicht, "liebender Mensch" oder nicht.

...
So schlimm es klingen mag - aber es ehrt dich, dass du offen, ehrlich und kommunikativ bist und sämtliche Püpschen, die quer sitzen könnten, sofort ansprichst und klärst. Und es ist ebenso toll, dass dein Partner der gleiche Schlag Mensch ist, der das genauso handhabt.

Es gibt nur leider mehr als genug Menschen, die alles in sich hinein fressen und aus ihrem Innersten eine Mördergrube machen und keinen Ton sagen. Jetzt wirst du bestimmt sagen, dass man das VORHER klärt und eben mit solch einem Menschen keine Beziehung eingeht. Ja, richtig. Aber grade am Anfang einer Beziehung zeigen sich alle Menschen von der Schokoladenseite. Ich habe über all das mit IHM kommuniziert, weil ich nichts in mich hinein fresse. Ich versuche alles zu klären. Mir wurde seeeeehr glaubhaft versichert, dass man meine Einstellung total toll findet und genauso wäre. Nichts herunter schlucken, nein, gleich ansprechen. Nach zwei Jahren platzte dann plötzlich die Bombe, ich bekam im Schnelldurchlauf alles aufgetischt, was ihn störte - aus ZWEI JAHREN Beziehung! Nie hatte er was gesagt, nein, immer alles in sich hinein gefressen, bis es nicht mehr ging. Ich musste also nach zwei Jahren Beziehung feststellen, dass seinen Worten keine Taten folgten und er mir ganz am Anfang etwas versicherte, was schlichtweg nicht stimmte. Anzeichen, die da waren und von mir angesprochen wurden, hat er brav negiert und immer so getan, als hätte das andere Gründe (Job, Stress mit der Mutter, Gesundheit).

Weißt du, es gibt ganz tolle Theorien und manche leben das auch so, weil sie Glück (ja, ich sehe es inzwischen als Glück) mit ihrem Partner hatten. Es gibt mehr als genug psychisch labile oder gar verrückte Menschen, die in der Praxis gänzlich anders ticken, als sie in der Theorie vorgeben. Und das herauszufinden ist eben nicht immer eine Sache von wenigen Tagen oder Wochen, sondern oft auch Monaten. Und dann muss man einen Menschen, den man inzwischen seeehr liebt, verlassen, was eben auch unendlich schwer fällt.

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23. März 2015 um 13:16
In Antwort auf fusselbine

Momentchen
Dein Eingangsposting basiert auf Vertrauen bezüglich der sexuellen Treue ("Mir ist da heute eine heisse Schnecke begegnet, wir haben geflirtet..."). Das, was du jetzt ansprichst, ist Loyalität. Und natürlich kann auch Loyalität angezweifelt werden bzw. in dem Punkt Misstrauen vorherrschen. Aber darum geht es laut deinem Themenstart ja nicht. Demnach habe ich darauf auch keinen Bezug genommen.

"[...] Vertrauen aufbauen dauert bei mir auch seine Zeit. Ich warte aber damit, eine Beziehung einzugehen, bis ich vertraue und ich baue es durch gemeinsam gelöste Probleme und Schwierigkeiten, durch Offenheit und Ehrlichkeit [...] Schritt für Schritt weiter - auf und ganz sicher nicht durch Spionage."

Wenn ich einen Mann kennenlerne, in den ich mich verliebe, dann möchte ich eine Beziehung haben, sofern dieser Mann zu mir passt. Dass er passt - oder auch nicht - merke ich in der Kennenlernphase einer Beziehung. Ob ich dem Konstrukt nun den Namen Beziehung, Kennenlernphase oder Freundschaft gebe, ist letztendlich egal, sofern beide wissen, worauf es hinauslaufen soll. Und wird das enttäuscht, dann tut das genauso weh, egal welchen Namen es trägt. Für mich bedeutet Beziehung eben ein wenig mehr geklärte Verhältnisse. Und ja, ich baue ebenso Vertrauen auf wie du. Durch Worte und Taten, die Hand in Hand miteinander gehen. Passen Worte und Taten nicht zueinander, dann entsteht unter anderem Misstrauen. Und nein, man baut durch Spionage kein Vertrauen auf. Man bestätigt sich selbst lediglich, dass man falsch lag und keinen Grund zum Misstrauen hatte oder auch nicht, je nachdem, was das Spionieren ergeben hat.

Eigentlich nicht...
... denn auch wenn die "sexuelle Treue" in meinem Falle völlig irrelevant ist, kam mein Mann schon mit genau diesem Satz (also bestimmt nicht wörtlich, aber inhaltlich genau das) zu mir - und dieser Satz war sehr, sehr wichtig. Nicht wegen der Frage, ob er mit der Schnecke jetzt Sex hatte oder nicht - sondern weil er etwas angesprochen hat, was ihm an dieser Stelle aufgefallen ist, was ihm fehlt, aber wichtig ist und deswegen auch "wieder hergestellt werden" musste.

Das hat mit Vertrauen im Allgemeinen, nicht nur in Bezug auf die sexuelle Treue, viel zu tun. Er konnte darauf vertrauen, dass ich seine Wünsche und Sorgen ernst nehme und darauf eingehe, mich bemühe, ihm die Bestätigung zu geben, die er sucht - und zwar "in seiner Sprache" - also so, dass es auch bei ihm so ankommt. Hätten wir keine offene Beziehung hätte er dennoch darauf vertrauen können, dass ich ihm keine Szene mache, weil er wegen einer anderen Dame ein Pfützchen auf der Zunge (und / oder etwas tiefer) hatte - sondern das eigentliche Problem, was danach kam, als zentral angesehen hätte.
Umgekehrt kann ich dadurch, dass er so etwas anspricht und wir so etwas angehen und lösen, auch darauf vertrauen, dass er mich nicht "sitzen lässt", weil irgendwo in Nachbars Garten gerade das Gras grüner ist und eine andere Frau ihm etwas gibt, was er bei mir nicht oder gerade nicht hat oder sonst etwas.

Völlig unabhängig davon, ob er mit der Dame jetzt Sex hat und haben darf oder nicht - dass ihm das Gefühl, sexy und begehrenswert zu sein, von mir enorm gefehlt hat, war unglaublich wichtig. Das war etwas, was sich "eingeschliffen hatte" das ist mir - und auch ihm - im ganz normalen Alltag so gar nicht aufgefallen. In einer festen Beziehung verliert es sich mit der Zeit meistens, dass man trotzdem noch "um den Partner wirbt", ihm (/ihr) Bestätigung gibt - obwohl man ihn (/ sie) ja eigentlich "sicher" hat. So konnte ich es ändern - und vermutlich auch deswegen habe ich ihn all die ganzen Jahre nicht an eine andere Frau verloren, die ihm dieses schöne Gefühl und anderes gegeben hat.

Nein, mir ging es da keineswegs um sexuelle Treue, aber das war wohl in einem Forum, wo es primär um sexuelle Treue geht, ein mies gewähltes Beispiel. Mein Fehler.

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23. März 2015 um 13:55
In Antwort auf fusselbine

...
So schlimm es klingen mag - aber es ehrt dich, dass du offen, ehrlich und kommunikativ bist und sämtliche Püpschen, die quer sitzen könnten, sofort ansprichst und klärst. Und es ist ebenso toll, dass dein Partner der gleiche Schlag Mensch ist, der das genauso handhabt.

Es gibt nur leider mehr als genug Menschen, die alles in sich hinein fressen und aus ihrem Innersten eine Mördergrube machen und keinen Ton sagen. Jetzt wirst du bestimmt sagen, dass man das VORHER klärt und eben mit solch einem Menschen keine Beziehung eingeht. Ja, richtig. Aber grade am Anfang einer Beziehung zeigen sich alle Menschen von der Schokoladenseite. Ich habe über all das mit IHM kommuniziert, weil ich nichts in mich hinein fresse. Ich versuche alles zu klären. Mir wurde seeeeehr glaubhaft versichert, dass man meine Einstellung total toll findet und genauso wäre. Nichts herunter schlucken, nein, gleich ansprechen. Nach zwei Jahren platzte dann plötzlich die Bombe, ich bekam im Schnelldurchlauf alles aufgetischt, was ihn störte - aus ZWEI JAHREN Beziehung! Nie hatte er was gesagt, nein, immer alles in sich hinein gefressen, bis es nicht mehr ging. Ich musste also nach zwei Jahren Beziehung feststellen, dass seinen Worten keine Taten folgten und er mir ganz am Anfang etwas versicherte, was schlichtweg nicht stimmte. Anzeichen, die da waren und von mir angesprochen wurden, hat er brav negiert und immer so getan, als hätte das andere Gründe (Job, Stress mit der Mutter, Gesundheit).

Weißt du, es gibt ganz tolle Theorien und manche leben das auch so, weil sie Glück (ja, ich sehe es inzwischen als Glück) mit ihrem Partner hatten. Es gibt mehr als genug psychisch labile oder gar verrückte Menschen, die in der Praxis gänzlich anders ticken, als sie in der Theorie vorgeben. Und das herauszufinden ist eben nicht immer eine Sache von wenigen Tagen oder Wochen, sondern oft auch Monaten. Und dann muss man einen Menschen, den man inzwischen seeehr liebt, verlassen, was eben auch unendlich schwer fällt.

Vertrauen muss sich aufbauen...
... also erst einmal: ich spreche bestimmt nicht jeden quer sitzenden Pups an. Schon allein, weil es Tage gibt, wo ungefähr jeder nur quer sitzt -.-

Ja, am Anfang zeigt man sich von der Schokoladenseite - und kein Mensch soll das 50 Jahre lang machen, das wäre ein Theater-Stück und keine Beziehung. Aber wie jemand mit Problemen umgeht, ob er die anspricht / löst oder ignoriert und irgendwann mal einfach hinwirft, habe ich eigentlich heraus, bevor die Beziehung beginnt.
Bei mir ist das zugegeben anders, bei mir ist, auch wenn mich ein Mann interessiert, noch lange nicht klar, worauf das hinauslaufen soll. Dazu brauche ich Liebe (nicht Verliebheit!), das Wissen, dass es "passt" - und Vertrauen - alles davon dauert. Sprich: es sind so 4-6 Monate nach dem ersten Kuss bis dahin. 6 Monate ohne alle Probleme wird es nicht geben. 4 auch nicht. Die Schokolade ist da auch schon runter. Deswegen ja so lange.

Vielleicht war es Glück, dass ich mich in der Hinsicht nie geirrt habe - so "grosse" Dinge, wie in meinem o.g. unglücklich gewählten Beispiel waren da nach 4 Monaten auch noch nicht dabei. Aber schon eine Tendenz, die nicht bei "es ist immer alles ganz automatisch ganz fein" lag - ich bin kein Mensch, dem zu viel (!) Harmonie liegt. Ich habe mich aber auch mit Kommunikation, insbesondere in Beziehungen ganz aktiv beschäftigt (ich gebe zu: vor allem auf Grund persönlicher Defizite, weil ich sonst u.a. die ganzen "O-Töne" weder mitkriege noch sende).
Ja, vielleicht war es Glück, aber bei mir hat zumindest der Teil immer geklappt. Klingt blöde, aber letztlich sind es die Hinweise darauf, wann und wie eben nicht "alles ganz fein" ist, die mir Vertrauen in meinen Partner geben.

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23. März 2015 um 14:10

Mir ist nur aufgefallen,
dass ich da wohl anders ticke.

Ungefähr 90% von dem, was hier so als "sicheres Zeichen", dass man dem Partner nicht (mehr) vertrauen darf / sollte. gewertet wird, ist bei mir oder meinem Mann auch schon "aufgetreten" - teilweise auch als "plötzliche Veränderung". Ich kam nicht umhin, mir vorzustellen, wie ich reagieren würde, wenn mein Partner das als sicheres Zeichen für einen Vertrauensbruch werten würde - oder habe gegrübelt, warum ich meinem Mann auf Grund von "Anzeichen" einen selbigen unterstellen sollte.

Deswegen kam ich darauf, dass Basis des Vertrauens bei mir eben etwas anders ist als "es ist noch nichts passiert".
So in etwa wie bei einer wichtigen Eisenbahnbrücke aus Stahl. Ich mache "ich kann morgen auch noch darüber fahren" nicht fest an "ich sehe sie nicht wackeln und ... ach ja: sie ist noch nicht eingestürzt und es klebt auch kein deutlich sichtbares Panzertape dran, was die wohl zusammen halten soll" sondern an: Es gibt ganz regelmässige Wartungsarbeiten, ich weiss, dass defekte Bolzen immer sofort ausgetauscht werden, ich weiss auch, dass da in den letzten Jahren ziemlich viele Bolzen defekt waren - wir haben sie getauscht. Die Bolzen werden regelmässig überprüft, alles wird auf Roststellen untersucht und wenn irgendwo Rost zu finden ist, dann wird das repariert. Dann macht es mich auch nicht unrund, wenn ich plötzlich sehe, dass einer der Brückenpfeiler in Panzertape eingebunden ist - weil ich weiss, dass die Statik ok ist und das Panzertape einen anderen Hintergrund hat, als zu kaschieren, dass die Brücke marode ist.

Deswegen mache ich mir sehr wohl Gedanken um Vertrauen.

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23. März 2015 um 14:43

Hmmm...
damit können und wollen sehr wenige leben, ja.

Wie ich die Partner wähle? Schwer zu sagen. Vor allem nicht unter denen, die das nicht trennen können / wollen, jedenfalls.

Ansonsten: wie jeder andere auch: gleiche Einstellungen zu grundlegenden Punkten (gibt ja nicht nur den einen ), gleiche / kompatible Einstellungen zu dem was mir und / oder ihm sonst noch besonders wichtig ist - und Vertrauen - bildet sich auf dem Weg dahin oder auch nicht. Vertrauen entwickelt sich bei mir Stück für Stück, es ist nie (bei keinem Menschen) einfach da, bis es eben weg ist, es baut sich auf, bis ich dann meinem Partner tatsächlich "blind vertraue". Aber das ist immer eine Entwicklung, nicht in dem Sinne eine Selektion (auch wenn es natürlich schon "selektiert", wenn der Prozess irgendwo stoppt).

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23. März 2015 um 14:45

Entweder 100%, oder gar nix. Ist so.
darauf bin ich schon irgendwie neidisch ...

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23. März 2015 um 15:53

Nein, natürlich ist niemand vor Betrug und Lüge sicher
müssen wir auch gar nicht sein, Schmerz, Enttäuschung, Lüge und Betrug gehören genauso zu unserem Leben wie Liebe und Vertrauen.

Warum ich neidisch bin? Weil ich keinen Schalter habe, wo ich an / aus entscheiden kann vielleicht. Bei mir ist das immer ein Prozess, nie ein Ereignis. Ich halte den Prozess im Moment für "nachhaltiger" (habe den Thread auch gestartet, um das herauszufinden) - aber er ist gewiss nicht "einfacher" und manchmal braucht der Zeit, die ich so nicht habe.
Weil es mir schwer fällt, andere an mich heran zu lassen vielleicht. Noch nicht mal unbedingt als Schutz vor Schmerz / Enttäuschung. Ich kann mich verlieben, intensive Gefühle empfinden, ohne zu vertrauen, klar macht mich das verletzlich, anfällig für Enttäuschungen u.a. - gehört dazu. Ohne Licht kein Schatten.
Ich kann mich schon in vielerlei Hinsicht (emotional) aus dem Fenster lehnen, ohne "Sicherheit", nicht zu fallen. So stark, wie ich emotional ständig auf irgendwelche dusseligen Banalitäten reagiere, wäre ich nicht lebensfähig, wenn ich mich vor Schmerz und Enttäuschung schützen wollte.

Aber ich kann beispielsweise keine Hilfe annehmen von jemandem, dem ich nicht vertraue. Was nicht nur in Punkto Beziehungen manchmal ein grosses Problem ist. Da wäre ein "Schalter", eine Möglichkeit, da eine bewusste Entscheidung zu treffen schon toll.

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23. März 2015 um 15:55

Ich?
in dem Punkte gar nicht. Weil ich das Selbstwertgefühl habe, dass ich meinem Mann glauben kann, dass er sich für mich entschieden hat, weil er das wollte und will.

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23. März 2015 um 16:15

Ich seh schon...
... ich schaffe es heute mal wieder nicht, mich verständlich auszudrücken

Ja, das sind meiner Meinung nach auch Grundlagen einer Beziehung, eigentlich diskussionslos.
Aber wenn diese Grundlagen einer Beziehung da sind, dann kriege ich doch keine Grundsatzkrise mehr, wenn mein Partner ohne mich in die Sauna will? Dann kann ich ihn fragen, warum, dann wird er mir (als Beispiel...) sagen, dass er es beim ersten Mal unendlich genossen hat, mal ein paar Stunden allein zu sein - (symbolisch, auch unter Menschen, mit denen man "nichts zu tun hat" kann man prima allein sein) - ich kann und will ihm das glauben, ohne prüfen zu müssen, ob auch die Handtücher nass sind oder gar ihm nach zu fahren - weil ich weiss: wenn etwas wäre, was eine Gefahr für die Beziehung ist, WÜRDE ER ES MIR SAGEN (und sagen können, und sagen wollen).
Ich bräuchte nicht eine Grundsatzkrise kriegen, wenn mein Mann bei jemand anders übernachtet - ich kriege die noch nicht einmal, wenn mein Mann bei seiner Ex übernachtet (ok, das ist sicher für viele too much) - weil ich weiss: ihm ist klar, dass die Ex nicht ohne Grund die EX ist. Er hatte eine schöne Zeit mit ihr, aber er wird ganz sicher keinen "zweiten Versuch" machen - auch nicht, wenn sie schon gern würde.
Mein Mann braucht auch keine Grundsatzkrise kriegen, wenn ich plötzlich (wieder) anfange, mich "optisch zu tunen" - obwohl ich doch sehr hoffe, dass es ihm auffällt Weil er mir glauben kann und will, dass das andere Ursachen als "sie hat jemand anders!" hat.
Mein Mann braucht auch keine Grundsatzkrise kriegen, wenn ich auf einmal viele Überstunden habe, auch nicht, wenn es Nachtschichten (und da übernachten wir immer in der Firma) sind. Er ermahnt mich höchstens dazu, auf meine Grenzen zu achten, das ich nicht zu viel mache, ohne es zu bemerken und dann hinterher erst den Preis dafür zahle, dass ich mich übernommen habe. Rein beruflich. Weil er mir glauben kann und will, dass die Überstunden eben - ÜBERSTUNDEN sind.

Eben weil "Vertrauen geben aber beispielsweise. Offenheit geben. Probleme ansprechen." auch für mich die Grundlagen einer Beziehung sind - und daraus entsteht Vertrauen bzw. das sollte das Vertrauen soweit festigen, dass man dem Partner (berechtigter Weise!) auch dann glauben kann und will, wenn alle Indizien gegen ihn sprechen. Das meinte ich mit "die Basis ändert sich doch im Laufe der Zeit, es geht nicht mehr nur noch um Gegenbeweise".

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23. März 2015 um 16:20

Ja, es war eine Frage
ich kann mich da nicht wirklich hinein versetzen.
Also klar, Selbstbewusstsein, Selbstsicherheit hat nicht jeder so dicke. Da kommen dann manchmal Zweifel auf, ob er nicht quasi an jeder Ecke etwas besseres findet. Soweit komme ich noch irgendwie nach, auch wenn ich die so nicht kenne.

Aber wenn er nach ein paar Monaten immer noch keine Anstalten macht, an jeder Ecke zuzugreifen, müsste man doch akzeptieren können: "er will nicht eine von jeder Ecke, sondern MICH". Oder?

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23. März 2015 um 16:26

...
ja klar investiere ich auch Gefühle. Dafür brauche ich kein Vertrauen. Aber um eine intakte Beziehung zu führen, schon. Von daher passt das mit dem "Stück für Stück" schon.

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23. März 2015 um 19:44
In Antwort auf avarrassterne

Mir ist nur aufgefallen,
dass ich da wohl anders ticke.

Ungefähr 90% von dem, was hier so als "sicheres Zeichen", dass man dem Partner nicht (mehr) vertrauen darf / sollte. gewertet wird, ist bei mir oder meinem Mann auch schon "aufgetreten" - teilweise auch als "plötzliche Veränderung". Ich kam nicht umhin, mir vorzustellen, wie ich reagieren würde, wenn mein Partner das als sicheres Zeichen für einen Vertrauensbruch werten würde - oder habe gegrübelt, warum ich meinem Mann auf Grund von "Anzeichen" einen selbigen unterstellen sollte.

Deswegen kam ich darauf, dass Basis des Vertrauens bei mir eben etwas anders ist als "es ist noch nichts passiert".
So in etwa wie bei einer wichtigen Eisenbahnbrücke aus Stahl. Ich mache "ich kann morgen auch noch darüber fahren" nicht fest an "ich sehe sie nicht wackeln und ... ach ja: sie ist noch nicht eingestürzt und es klebt auch kein deutlich sichtbares Panzertape dran, was die wohl zusammen halten soll" sondern an: Es gibt ganz regelmässige Wartungsarbeiten, ich weiss, dass defekte Bolzen immer sofort ausgetauscht werden, ich weiss auch, dass da in den letzten Jahren ziemlich viele Bolzen defekt waren - wir haben sie getauscht. Die Bolzen werden regelmässig überprüft, alles wird auf Roststellen untersucht und wenn irgendwo Rost zu finden ist, dann wird das repariert. Dann macht es mich auch nicht unrund, wenn ich plötzlich sehe, dass einer der Brückenpfeiler in Panzertape eingebunden ist - weil ich weiss, dass die Statik ok ist und das Panzertape einen anderen Hintergrund hat, als zu kaschieren, dass die Brücke marode ist.

Deswegen mache ich mir sehr wohl Gedanken um Vertrauen.

Anzeichen
Wir sind eben mitzunehmendem Alter ein "Produkt" unserer bisherigen Erfahrungen.

Mit meinen bisher gemachten Erfahrungen kann ich inzwischen fast sicher sein, dass mein Partner bei Anzeichen x oder y fremdgeht bzw. auf dem Weg dahin ist. Ich brauche eigentlich nicht mehr kontrollieren, denn bisher hat sich jedes Anzeichen bewahrheitet. Teilweise muss das nicht mal mehr ein Anzeichen sein, mir reicht inzwischen ein Bauchgefühl.

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24. März 2015 um 15:35

Liebe avarrassterne...
ich weiß grad echt nicht was ich von dir halten soll. keine frage, ich schätze dich im großen & ganzen als userin sehr, aber hier und jetzt... bist du eine reine theoretikerin oder doch mehr eine träumerin?

1. wäre es um deine ehe doch eh schon sehr schlecht bestellt, würde dein mann sich 'draußen' plötzlich sexy fühlen, weil er sich 'drinnen', also bei dir und somit in eurer ehe, schon lange nur noch wie ein teil der einrichtung fühlen würde. und genau diesem gefühl müsste doch schon einiges an desinteresse, egalität und gleichgültigkeit deinerseits ihm gegenüber vorausgegangen sein.
ergo isses doch ziemlich phantasievoll von dir dargestellt, dass du dann, wo das kind zumindest gerade schon sehr leichtsinnig auf dem brunnenrand balanciert, sprich er fremdflirtet, so unglaublich verständnisvoll reagieren und die situation mal eben ganz locker lösen würdest; und er auch sofort freudig 'yeah, lass uns das problem mal gerade schnell aus der welt schaffen!' rufen und mit dir an einem strang ziehen würde. warum sollte er das tun, wo du dich doch schon so lange nicht mehr um eure ehe, bzw um das 'möbelstück' gekümmert hast?

und bitte: wenn der partner plötzlich erklärt, dass er sich anderweitig verliebt hat, dann ist das ein ziemlich übler brocken und ich kann mir nicht vorstellen, dass du oder sonstwer dann mal ganz locker hergeht und sagt 'ach komm, burschi, das problem lösen wir doch jetzt mal ganz nett gemeinsam. alles ist prima.'

beide situationen haben für mich hier übrigens nichts mit vertrauen oder misstrauen zu tun. zumindest letzteres kann jedem jeden tag passieren. auch wenn man sich das gestern noch nicht vorstellen konnte. will ja nicht unken und es dir schon gar nicht wünschen, aber ich fürchte du könntest eines tages plötzlich da stehen wie der berühmte ochs vor'm berg. weil die böse realität dich aus deinen träumen reißt.

ist ja toll, dass du bereits so viele lösungen in der schublade hast, ohne, dass du die probleme schon kennst. da kann man echt nur für dich hoffen, dass die probleme auch wissen, dass sie sich exakt an deine lösungswege halten müssen. damit du eines tages nicht aus deinen rosa wolken fällst. könnte ein ganz fieser aufprall werden...

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25. März 2015 um 20:01
In Antwort auf avarrassterne

...
ja klar investiere ich auch Gefühle. Dafür brauche ich kein Vertrauen. Aber um eine intakte Beziehung zu führen, schon. Von daher passt das mit dem "Stück für Stück" schon.

Da wurde ich unterbrochen...
... und musste dringend weg, sry...

was noch fehlt:
Ich "trenne" auch nicht zwischen "was zum ***" und "was für eine Beziehung". Der Wunsch nach einer Beziehung entwickelt sich bei mir erst sehr spät, da kenne ich denjenigen schon sehr lange und sehr gut - und wir haben schon ein paar Monate lang Sex Selbst wenn ich verliebt bin, habe ich noch laaange nicht den Wunsch nach einer Beziehung - und ich habe den auch nicht immer, wenn ich verliebt bin.

Suchen nach etwas, was mir andere Menschen nur sehr kurz geben können? Ich fürchte, das Gegenteil ist der Fall. Ich blocke Menschen meist ab, wenn sie mir zu nahe kommen. Es gibt nur sehr, sehr wenige, die ich wirklich an mich heran lassen kann - und will. Ich bin auch noch nie einsam gewesen, wenn ich allein war. Das Gefühl von Einsamkeit kenne ich - ich habe es aber immer nur in Gesellschaft. Wenn ich von Menschen umgeben bin, unter denen ich mich nicht wohl fühle.

Ich ticke schon ziemlich anders als "üblich"

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25. März 2015 um 20:07

Wenn es kein Morgen gibt...
... würde ich nicht auf Arbeit gehen (wenn es noch 1 Jahr gibt vermutlich schon) - aber sonst? Ich bereue nicht, wie und was ich bin.
Es hat aber eben Nachteile - wie alles auf der Welt.
Wie gesagt: die Probleme in Sachen Vertrauen habe ich in Bezug auf das *Nehmen*, nicht auf das *Geben*. Geben, auch mich emotional ziemlich aus dem Fenster lehnen, kann ich - ohne Probleme. Aber Nehmen nicht.

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25. März 2015 um 20:24
In Antwort auf didivah

Liebe avarrassterne...
ich weiß grad echt nicht was ich von dir halten soll. keine frage, ich schätze dich im großen & ganzen als userin sehr, aber hier und jetzt... bist du eine reine theoretikerin oder doch mehr eine träumerin?

1. wäre es um deine ehe doch eh schon sehr schlecht bestellt, würde dein mann sich 'draußen' plötzlich sexy fühlen, weil er sich 'drinnen', also bei dir und somit in eurer ehe, schon lange nur noch wie ein teil der einrichtung fühlen würde. und genau diesem gefühl müsste doch schon einiges an desinteresse, egalität und gleichgültigkeit deinerseits ihm gegenüber vorausgegangen sein.
ergo isses doch ziemlich phantasievoll von dir dargestellt, dass du dann, wo das kind zumindest gerade schon sehr leichtsinnig auf dem brunnenrand balanciert, sprich er fremdflirtet, so unglaublich verständnisvoll reagieren und die situation mal eben ganz locker lösen würdest; und er auch sofort freudig 'yeah, lass uns das problem mal gerade schnell aus der welt schaffen!' rufen und mit dir an einem strang ziehen würde. warum sollte er das tun, wo du dich doch schon so lange nicht mehr um eure ehe, bzw um das 'möbelstück' gekümmert hast?

und bitte: wenn der partner plötzlich erklärt, dass er sich anderweitig verliebt hat, dann ist das ein ziemlich übler brocken und ich kann mir nicht vorstellen, dass du oder sonstwer dann mal ganz locker hergeht und sagt 'ach komm, burschi, das problem lösen wir doch jetzt mal ganz nett gemeinsam. alles ist prima.'

beide situationen haben für mich hier übrigens nichts mit vertrauen oder misstrauen zu tun. zumindest letzteres kann jedem jeden tag passieren. auch wenn man sich das gestern noch nicht vorstellen konnte. will ja nicht unken und es dir schon gar nicht wünschen, aber ich fürchte du könntest eines tages plötzlich da stehen wie der berühmte ochs vor'm berg. weil die böse realität dich aus deinen träumen reißt.

ist ja toll, dass du bereits so viele lösungen in der schublade hast, ohne, dass du die probleme schon kennst. da kann man echt nur für dich hoffen, dass die probleme auch wissen, dass sie sich exakt an deine lösungswege halten müssen. damit du eines tages nicht aus deinen rosa wolken fällst. könnte ein ganz fieser aufprall werden...

*?*
jetzt bin ich auch etwas verwirrrt...

1. Flirten ist ein Spiel und von daher alles andere als ein "Kind am Brunnenrand". Ich finde es völlig ok und ehrlich gesagt unbedenklich, weil da weder bei mir noch bei meinem Mann üblicher Weise mehr dahinter steht als ein Lächeln und vielleicht Sex - wir haben eine offene Beziehung, alles fein.
ok, das mit ein "Einrichtungsgegenstand" war überzogen formuliert, ich habe es weiter unten noch einmal genauer erklärt. Es geht darum, dass man einander manchmal zu selbstverständlich wird, vergisst, auch in der Beziehung irgendwann mit der Zeit vernachlässigt, um den anderen zu werben. Damit meine ich das aktive Werben, so, als wäre man noch in der "Anbahnungsphase" - das kann man nicht die ganze Beziehung lang halten, aber wenn man es nie ganz vergisst, sondern immer mal aufleben lässt, hält es viel vom "Kribbeln" die ganze Zeit aufrecht. Darauf bezog sich die Geschichte.

2. ja, wenn sich einer verliebt, ist das für beide ein "harter Brocken" und gar nicht locker, das gemeinsam zu lösen. Ich denke, es ist der schwerere Weg - für beide. Aber manche Menschen sind den schwereren Weg eben wert.

3. Mit Vertrauen hat das viel zu tun. Wenn man weiss, dass diese beiden Punkte funktionieren, sind "Anzeichen" wie sie hier ständig zu lesen sind, nämlich völlig irrelevant. Weil die Basis des Vertrauens eine völlig andere ist. Auch das habe ich weiter unten schon mal anders - und vielleicht besser - erklärt.

4. Von rosa Wolken bin ich Lichtjahre entfernt. In jeder Hinsicht. Die habe ich irgendwann vor 25 Jahren völlig aus den Augen verloren.

5. Ich sagte doch schon, dass ich nicht davon ausgehe, dass mich das vor Fehlern und Problemen oder davor, verletzt zu werden schützt - Ich kann nur dieses "Hilfe, mein Mann will plötzlich allein in die Sauna, er geht bestimmt fremd / meine Freundin will bei einer Freundin übernachten, sie geht fremd / ich muss mal die Nachrichten von meinem Freund lesen, der hat bestimmt was mit einer anderen" nicht nachvollziehen - weil mir das völlig fehlt - ich versuche es zu verstehen. Vielleicht komme ich noch drauf. Irgendwann.

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