Home / Forum / Liebe & Beziehung / Verständnis für Trinkerei

Verständnis für Trinkerei

4. Mai 2005 um 10:44

Grüßt Euch,

ich lese hier schon seit ein paar Wochen immer sehr interessiert die Beiträge und muß sagen, daß ich einiges schon an Tipps und Ratschlägen für mich verwenden konnte.

Ich möchte Euch heute gern selbst in einem persönlichen Problem um Rat bitten:

Mein Lebensgefährte ist seit ein paar Wochen arbeitslos. Seitdem ist er fast jeden Tag betrunken, wenn ich von der Arbeit komme. Wir haben ein kleines Kind, was die ganze Sache noch dramatischer macht.

Es gab auch vor der Arbeitslosigkeit immer schon mal Probleme mit der Trinkerei. An seinen freien Tagen war er auch schon mal angetrunken, wenn ich nach Hause kam. Wenn wir abends etwas vor hatten, mußte ich ihn so betrunken mitnehmen und hab mich im Restaurant oder so immer total geschämt.

Einerseits kann ich seine Verzweiflung nachvollziehen, andererseits kann ich keinen betrunkenen Mann ertragen. Wenn er mal einen Tag nüchtern ist, ist er mufflig und wortkarg - klar verkatert halt.

Heute abend wollen wir ins Kino. Ich hab schon wieder jetzt angst, daß ich einen betrunkenen Mann vorfinde und dieser Abend ins Wasser fällt.

Ich weiß, Ihr ratet mir sicher zur Trennung, aber ich liebe ihn wirklich sehr und - wenn er nüchtern ist - ist er der liebste Mann und Papa der Welt.

Danke
Gitti

Mehr lesen

4. Mai 2005 um 11:06

Wie?
"wenn er nüchter ist ist er der liebste mann der welt?" und weiter oben schreibst du: " wenn er nicht angetrunken ist, ist er muffig und wortkarg" ja was den jetzt?!?

in erster linie musst du mal ehrlich zu dir selbst sein. was ist er den jetzt?

wieso lässt er sich so gehen? wenn man keine arbeit hat kann man sich doch darum kümmern anstelle zu saufen! ... oder ist das vielleicht sogar der grund warum er arbeitslos ist?

mach ihm klar das du da nicht mitmachst. wenn du arbeitest und er nicht soll er wenigstens den "hausplichten" nachkommen... putzen, einkaufen und auf das kind aufpassen und zwar NÜCHTERN!

entschuldigung aber ich finde das überhaupt nicht der liebste papi der welt... denn wär er das, würde er sich schämen besoffen vor seinem kind zu sein! meinst du das bekommt es früher oder später nicht mit was mit seinem vater los ist?

mach dir bitte mal gedanken darüber...

gruss lin

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 11:07

Trennung ist immer die letzte lösung
und man sollte nicht kampflos das feld räumen. schon gar nicht wenn es liebe ist. das ist zumindest meine meinung. REDEN heißt wie immer das zauberwort. rede mit ihm. ist es ihm bewusst dass er trinkt? gibt er zu dass er ein problem mit seiner arbeitslosigkeit hat? unterstütze ihn wo es nur geht und mache ihm keine vorwürfe sonst verschließt er sich noch mehr. aber gestehe dir ein wenn du es nicht alleine schaffst und lasst euch professionel helfen. alles gute

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 11:14

Ich bin in einer ähnlichen Situation
...nur dass mein Freund hauptsächlich an den Wochenenden betrunken ist, und auch nur zeitweise...

Jedoch gibt mir auch das zu denken, und es gibt Situationen, da würde ich am liebsten alles beenden, aber ich kann das nicht. Ich liebe ihn zu fest und kann ihn nicht einfach gehen lassen. Vorallem, weil er nüchtern der liebste Mensch ist....

Hast du schon mal mit ihm gesprochen und ihn gefragt, wieso er sich so sinnlos betrinkt? Weil wenn du den Grund weisst, kann man vielleicht auch heruasfinden, was man machen kann.... klar ist im Moment sicher das Hauptproblem, das er arbeitslos ist, aber vorher hat er ja auch schon gerne getrunken....

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 11:16

Co-Abhängigkeit
Ich würde dir raten sich über Co-Abhängigkeit zu informieren.

Alkoholmissbrauch bis hin zur Alkoholabhängigkeit spielen sich immer in einem sozialen Umfeld ab. Der Verlauf der Alkoholkrankheit geschieht in enger Wechselwirkung zwischen dem Kranken und seinen Bezugspersonen. Jeder spielt mit: Der Abhängige, seine Familie, seine Freunde und Kollegen, und, in vielen Fällen, auch seine Berater: Ärzte, Vorgesetzte etc.

Angehörige von Alkoholabhängigen gehen ebenso durch die Hölle wie die Betroffenen selbst. Die verschiedenen Parteien, die sich eigentlich gegenseitig helfen wollen, entwickeln in diesem oft jahrelangen Ablauf ein ganz bestimmtes Rollenverhalten, das meist gravierende Auswirkungen auf ihre menschlichen und sozialen Beziehungen hat. Die Bezugspersonen des Kranken verhalten sich "falsch" und ihnen ist nicht klar, dass sie damit den Weg in die Abhängigkeit unterstützen und die Krankheit verlängern, dass sie zu Suchtunterstützern werden.

Vor allem Familienmitglieder geraten über das "Helfen wollen" zunehmend in die Entfremdung ihrer eigenen Persönlichkeit. Sie übernehmen laufend Verantwortung für die Bedürfnisse anderer und geben ihren eigenen Bedürfnissen keinen Raum mehr. Ihre Gesundheit, ihre Psyche, ihre Leistungsfähigkeit, ihr ganzes soziales Leben nehmen Schaden. Psychosomatische Erkrankungen sind die Folge. Angehörige werden zu Krisen- und Problemmanagern. Ihr Lebensinhalt und ihre Lebensenergien kreisen in erster Linie um das trinkende Familienmitglied. Tag für Tag versuchen sie, seine Probleme zu lösen und aufzufangen, sein Verhalten zu verstehen, zu manipulieren, zu entschuldigen, zu decken, vor der Außenwelt zu verbergen oder darauf zu reagieren. Alle Versuche, den Abhängigen "trocken zu legen", scheitern aber. Was bleibt, sind Enttäuschung, Empörung, Wut, Verzweiflung, Hass, Schuldgefühle, Frust, Trauer, Leid, das Gefühl der Ausweglosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Isolation, alles Symptome, die Fachleute als Co-Abhängigkeit beschreiben.

Das Verhalten des Co-Abhängigen kann auch als zwanghaft bezeichnet werden. Es ergänzt sich in fataler Weise mit dem Verhalten des Abhängigen. Co-Abhängige helfen weder sich selbst noch dem Kranken, geschweige denn den Kindern. Das ist keine Schuldzuweisung. Keiner trägt Schuld an diesem tödlichen Spiel. Die Krankheit Alkoholismus zu verstehen, ist für Angehörige zu gut wie unmöglich, nicht mal der Abhängige versteht was er tut und warum er es tut. Trotzdem ist es wichtig, sich zu vergegenwärtigen, dass Alkoholismus eine Krankheit ist und keine Charakterschwäche. Wird der Alkoholkranke aber nicht klar mit den negativen Auswirkungen seiner Krankheit konfrontiert, wird er aus eigener Überzeugung nichts dagegen tun, außer seine Krankheit zu verleugnen. Das ist so. Eine Heilung kann nur einsetzen, wenn der Abhängige die Verantwortung für seine Lebensgestaltung selbst übernimmt und die Konsequenzen seines durch die Krankheit bedingten Verhaltens selbst tragen muss. Nur er selbst kann seinen Scherbenhaufen lichten. Solange seine Bezugspersonen diese Tatsache ignorieren, wird er sich weigern, die Realität seines Verhaltens zu sehen. Er wird weitertrinken. Diese Erkenntnis ist schmerzhaft, aber notwendig. Ohne einen konstruktiven Leidensdruck wird der Abhängige keinen Ausweg aus seiner Krankheit finden.

Der Umgang mit der Alkoholkrankheit ist kompliziert. Ein Ausweg aus diesem zerstörerischen Ablauf erfordert ein Umdenken des Begriffs Helfen. Angehörige müssen bereit sein, sich die Frage zu stellen, helfen sie beim Erkennen oder beim Leugnen der Krankheit. Denn auch sie verdrängen das Ausmaß der Alkoholproblematik, auch sie wollen nicht wahrhaben, dass ihr Partner/ihre Partnerin, ihre Tochter/ihr Sohn, ihre Mutter oder ihr Vater, ihr Freund/ihre Freundin, ihr Arbeitskollege/ihre Arbeitskollegin alkoholabhängig sind. Auch sie spielen das Problem zunächst herunter, auch sie müssen ihre Schmerzgrenze erst erreichen, was sehr lange dauern kann.

In den Selbsthilfegruppen für Angehörige wurde der Begriff "Hilfe durch Nichthilfe" geprägt. "Hilfe durch Nichthilfe" bedeutet nicht, dass der Kranke fallengelassen wird, sondern dass er die Konsequenzen seines Verhaltens selbst verantworten muss. Nur so kann er zu einer Krankheitseinsicht gelangen. Helfen im traditionellen Sinne kann der Angehörige erst, wenn der Kranke selbst wirklich von seiner Abhängigkeit loskommen will.

Das heißt, Angehörige müssen sich früher oder später mit dem Thema Co-Abhängigkeit befassen, sonst können auch sie ihr Leben nicht mehr selbst bestimmen. Sonst spielt sich ihr Leben ab wie auf einer Achterbahn, und sie werden krank, unglücklich und einsam. Die Krankheit Alkoholismus macht vor ihnen nicht Halt, sie kann sie selbst, ihre Kinder, ihr Berufsleben und ihre Partnerschaft zerstören. Auch Angehörige müssen lernen, über ihren Schatten zu springen und Hilfe in Anspruch zu nehmen, um sich von den verheerenden Folgen dieser zerstörerischen Krankheit zu erholen und zu ihrem eigenen Leben zurückzukehren.

Das Loslassen des Problems ist ein wichtiger Schritt, um sich aus dem destruktiven Kreislauf der Co-Abhängigkeit zu befreien. Denn vor dem Alkohol sind alle machtlos und den Schlüssel zur Abstinenz hat nur der Betroffene selbst in der Hand.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 11:32
In Antwort auf lindaria

Wie?
"wenn er nüchter ist ist er der liebste mann der welt?" und weiter oben schreibst du: " wenn er nicht angetrunken ist, ist er muffig und wortkarg" ja was den jetzt?!?

in erster linie musst du mal ehrlich zu dir selbst sein. was ist er den jetzt?

wieso lässt er sich so gehen? wenn man keine arbeit hat kann man sich doch darum kümmern anstelle zu saufen! ... oder ist das vielleicht sogar der grund warum er arbeitslos ist?

mach ihm klar das du da nicht mitmachst. wenn du arbeitest und er nicht soll er wenigstens den "hausplichten" nachkommen... putzen, einkaufen und auf das kind aufpassen und zwar NÜCHTERN!

entschuldigung aber ich finde das überhaupt nicht der liebste papi der welt... denn wär er das, würde er sich schämen besoffen vor seinem kind zu sein! meinst du das bekommt es früher oder später nicht mit was mit seinem vater los ist?

mach dir bitte mal gedanken darüber...

gruss lin

Es ist komisch
zu beschreiben, wie er nun eigentlich ist. Man kann mit ihm ein paar Tage total glücklich sein, viel lachen und lieben und dann folgen wieder ein paar Tage, da zieht er sich vor die Glotze zurück, redet nicht und mit Nähe ist auch nix. Das alles geschieht nüchtern.

Dann wieder finde ich ihn betrunken vor, er beteuert mir überschwenglich seine Liebe und will nur mit mir rumschmusen. An einem anderen Tag ist er betrunken und frustriert, schimpft nur und redet wirres Zeug.

Ich hab jetzt die Tage manchmal schon drüber nachgedacht, ob die Probleme nicht auch im psychischen Bereich zu suchen sind. Die Persönlichkeit verändert sich von Tag zu Tag einfach zu stark.

Er schmeißt auch den Haushalt, betreut manchmal unsere Kleine, verschickt Bewerbungen bzw. nimmt Gespräche wahr. Da ist auch alles in Ordnung und er ist auch nicht mufflig.

Dann kommt wieder ein Trinkertag und man weiß eben nie, wann es wieder soweit ist. Das macht mich seelisch ganz fertig.

Gitti

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 11:34
In Antwort auf adela_12470243

Trennung ist immer die letzte lösung
und man sollte nicht kampflos das feld räumen. schon gar nicht wenn es liebe ist. das ist zumindest meine meinung. REDEN heißt wie immer das zauberwort. rede mit ihm. ist es ihm bewusst dass er trinkt? gibt er zu dass er ein problem mit seiner arbeitslosigkeit hat? unterstütze ihn wo es nur geht und mache ihm keine vorwürfe sonst verschließt er sich noch mehr. aber gestehe dir ein wenn du es nicht alleine schaffst und lasst euch professionel helfen. alles gute

Geredet haben wir
schon ganz viel, ich bin auch ein Typ, der alle Probleme anspricht und nach Lösungen sucht. Wenn ich ihn betrunken vorfinde und ihm gleich Vorwürfe mache, obwohl das wenig Sinn hat, zuckt er nur die Schultern und verzieht sich.

Am nächsten Tag, wenn ich ihn drauf anspreche, sagt er nur: "Ich weiß und es tut mir leid". Er ist der Meinung, das ist seine Freizeit und da kann er schon mal eine Flasche Sekt beim Computern oder so trinken.

Eine professionelle Hilfe käme nie in Frage, er ist Krankenpfleger und bildet sich ein, alles genauestens zu wissen und im Griff zu haben. Alkoholismus liegt bei ihm nicht vor - sagt er.

Gitti.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 11:38

Wie verhält er sich denn ...
... wenn er betrunken ist?

Du darfst das unter keinen Umständen tolerieren. Verständnis für seine Situation, ok, aber du schreibst ja auch es gab auch vor seiner Arbeitslosigkeit schon Probleme damit. Die Ursachen liegen also tiefer, und die Frage ist, sieht er das Problem überhaupt?

Alkoholiker sind, so meine Erfahrung, total auf sich selbst fixiert, selbstmitleidig und uneinsichtig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er so ein guter Mann und Vater sein kann?

Sorry, glaube nicht dass es besser wird, eher noch schlimmer.

naja, eigene leidvolle Erfahrung, zumindest in meinem Fall. Also ich hab mich getrennt damals. Kind war auch mit im Spiel und diese Tatsache hat mich zur Trennung gebracht. Ich glaub ich wär sonst noch bei ihm geblieben ... siehe die Antwort hier zu Co-Alkoholismus. Tja!

dir alles Liebe, ach ja bitte antworte noch wie er sich verhält wenn er betrunken ist. Glen

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 11:41

Flucht vor der Realität
Damit hast Du sicher recht, er will dann auch immer nichts mehr von irgendwelchen Problemen oder sowas hören.

Selbständig machen kann er sich nicht, da er Krankenpfleger ist. Deswegen ist er ja so arrogant und spielt seinen Alkoholmißbrauch herunter.

Das Schlimmste ist, daß ich vor ein paar Tagen eine abgelaufene Packung Tavor-Tabletten in seiner Jacke gefunden habe. Die sind mir vor der Waschmaschine rausgekullert und ich hab sie nach der Wäsche einfach wieder rein getan, weiß auch nicht, wie ich damit umgehen soll.

Seitdem denke ich, daß eine Angsterkrankung mit Panikattacken dahinter steckt und er dies mit der Trinkerei besser erträgt.

Zum Arzt würde ich ihn deswegen nie bekommen.

Gitti.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 11:47
In Antwort auf glen

Wie verhält er sich denn ...
... wenn er betrunken ist?

Du darfst das unter keinen Umständen tolerieren. Verständnis für seine Situation, ok, aber du schreibst ja auch es gab auch vor seiner Arbeitslosigkeit schon Probleme damit. Die Ursachen liegen also tiefer, und die Frage ist, sieht er das Problem überhaupt?

Alkoholiker sind, so meine Erfahrung, total auf sich selbst fixiert, selbstmitleidig und uneinsichtig. Ich kann mir nicht vorstellen, dass er so ein guter Mann und Vater sein kann?

Sorry, glaube nicht dass es besser wird, eher noch schlimmer.

naja, eigene leidvolle Erfahrung, zumindest in meinem Fall. Also ich hab mich getrennt damals. Kind war auch mit im Spiel und diese Tatsache hat mich zur Trennung gebracht. Ich glaub ich wär sonst noch bei ihm geblieben ... siehe die Antwort hier zu Co-Alkoholismus. Tja!

dir alles Liebe, ach ja bitte antworte noch wie er sich verhält wenn er betrunken ist. Glen

Wenn er betrunken ist
verhält er sich unterschiedlich. Einmal will er permanent schmusen und mir überschwenglich erklären, wie sehr er mich liebt. Ich muß ihn dann auch immer daran hintern, unsere Kleine da ebenfalls mit Küssen und Liebe zu überschütten.

Ein anderes Mal schimpft er nur, will von nichts was wissen und kümmert sich gar nicht um die Kleine. Er legt sich dann noch vor der Kleinen ins Bett und das wars.

Man weiß nie, was einen erwartet, wenn man nach Hause kommt, das zermürbt so sehr.

Wenn er nüchtern ist, schmeißt er den ganzen Haushalt, betreut ab und zu die Kleine (geht sonst in die Kita) und kümmert sich auch um Arbeit.

Er sieht das Problem nicht und denkt, daß er als Krankenpfleger genau bescheid weiß, bzw. er alles im Griff hat.

Wie ich untenstehend schon geschrieben habe, hab ich ja eine Dose Tavor in seiner Jacke gefunden - ich denke jetzt, er hat eine Angsterkrankung. Er trinkt ja auch nur, wenn er allein ist.

Gitti.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 11:48
In Antwort auf grethe_12337564

Es ist komisch
zu beschreiben, wie er nun eigentlich ist. Man kann mit ihm ein paar Tage total glücklich sein, viel lachen und lieben und dann folgen wieder ein paar Tage, da zieht er sich vor die Glotze zurück, redet nicht und mit Nähe ist auch nix. Das alles geschieht nüchtern.

Dann wieder finde ich ihn betrunken vor, er beteuert mir überschwenglich seine Liebe und will nur mit mir rumschmusen. An einem anderen Tag ist er betrunken und frustriert, schimpft nur und redet wirres Zeug.

Ich hab jetzt die Tage manchmal schon drüber nachgedacht, ob die Probleme nicht auch im psychischen Bereich zu suchen sind. Die Persönlichkeit verändert sich von Tag zu Tag einfach zu stark.

Er schmeißt auch den Haushalt, betreut manchmal unsere Kleine, verschickt Bewerbungen bzw. nimmt Gespräche wahr. Da ist auch alles in Ordnung und er ist auch nicht mufflig.

Dann kommt wieder ein Trinkertag und man weiß eben nie, wann es wieder soweit ist. Das macht mich seelisch ganz fertig.

Gitti

Hi gitti
dan bitte soll er doch fachmännische hilfe suchen... alles andere bingt nämlich nichts.... wenn er sein problem kennt und trotzdem so weiter macht.

ich wünsche dir das er das in den griff bekommt. eine bekannte von meier mutter hatte das gleiche problem mit ihrem mann... sie hat es jahrelang durchgezogen und gebracht hat es nichts... manchmal kann man erwachsene menschen nicht mehr ändern... darum sucht fachmännische hilfe.

gruss lin

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 11:52
In Antwort auf lindaria

Hi gitti
dan bitte soll er doch fachmännische hilfe suchen... alles andere bingt nämlich nichts.... wenn er sein problem kennt und trotzdem so weiter macht.

ich wünsche dir das er das in den griff bekommt. eine bekannte von meier mutter hatte das gleiche problem mit ihrem mann... sie hat es jahrelang durchgezogen und gebracht hat es nichts... manchmal kann man erwachsene menschen nicht mehr ändern... darum sucht fachmännische hilfe.

gruss lin

Fachmännische Hilfe
würde er niemals suchen. Ich hab ihm das natürlich schon vorgeschlagen bzw. auch verlangt. Er sagt dann bloß, daß er als Krankenpfleger wüßte, wann man Alkoholiker ist und das sei er mit Sicherheit nicht. Da schwingt Arroganz mit, die man nicht durchbrechen kann.

Gitti.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 12:01
In Antwort auf grethe_12337564

Fachmännische Hilfe
würde er niemals suchen. Ich hab ihm das natürlich schon vorgeschlagen bzw. auch verlangt. Er sagt dann bloß, daß er als Krankenpfleger wüßte, wann man Alkoholiker ist und das sei er mit Sicherheit nicht. Da schwingt Arroganz mit, die man nicht durchbrechen kann.

Gitti.

An gitti
ich bin gelernte pharma-assistentin und kann dir mit sicherheit sagen das dein mann ein ALKOHOL-problem hat! ... auch das er es abstreitet und meint er wisse genug darüber und auch das er fachmännische hilfe abschlägt ist ganz typisch für alkoholiker...

dan stell ihn vor die wahl ... er solls versuchen mit fachmännischer hilfe oder du gehst! wenn er dich wirklich liebt wird er dir zuliebe es wenigstens versuchen...

noch ein rat: wenn du merkst es hat keinen sinn mehr... wenn alle versuche fehlschlagen... verlass ihn, dir zuliebe opfere dein leben nicht, denk an dich und an dein kind.

lin

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 12:18

Er hat ja
bisher in der Altenpflege gearbeitet. In den Heimen werden ja auch Krankenschwestern und -pfleger benötigt für Verbände, Injektionen etc..

Ich bin eigentlich mehr und mehr überzeugt, daß eine Angsterkrankung vorliegt (ich kenne sowas selbst aus einer Schilddrüsenerkrankung heraus). Oder wofür schleppt er 2003 abgelaufenes Tavor mit sich rum?

Gitti

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 12:22
In Antwort auf lindaria

An gitti
ich bin gelernte pharma-assistentin und kann dir mit sicherheit sagen das dein mann ein ALKOHOL-problem hat! ... auch das er es abstreitet und meint er wisse genug darüber und auch das er fachmännische hilfe abschlägt ist ganz typisch für alkoholiker...

dan stell ihn vor die wahl ... er solls versuchen mit fachmännischer hilfe oder du gehst! wenn er dich wirklich liebt wird er dir zuliebe es wenigstens versuchen...

noch ein rat: wenn du merkst es hat keinen sinn mehr... wenn alle versuche fehlschlagen... verlass ihn, dir zuliebe opfere dein leben nicht, denk an dich und an dein kind.

lin

@lindaria
Ich hab in der Wut, als er wieder mal betrunken war, gesagt, daß ich ihn verlasse, wenn er das nicht unterläßt. Ich habe ihn gefragt, wie viel ihm die Trinkerei in seinem Leben schon kaputt gemacht hat. Darauf hat er nur "Einiges" geantwortet. Sagt viel aus.

Ich denke, er würde sich nicht gegen den Alkohol entscheiden - weil er es gar nicht kann.

Ich muß dazu sagen, daß wir zusammen auch manchmal gemütlich abens ein Glas Rotwein trinken und er dann eben auch nicht mehr trinkt - komisch - immer nur, wenn er allein ist.

Gitti.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 12:28
In Antwort auf grethe_12337564

Wenn er betrunken ist
verhält er sich unterschiedlich. Einmal will er permanent schmusen und mir überschwenglich erklären, wie sehr er mich liebt. Ich muß ihn dann auch immer daran hintern, unsere Kleine da ebenfalls mit Küssen und Liebe zu überschütten.

Ein anderes Mal schimpft er nur, will von nichts was wissen und kümmert sich gar nicht um die Kleine. Er legt sich dann noch vor der Kleinen ins Bett und das wars.

Man weiß nie, was einen erwartet, wenn man nach Hause kommt, das zermürbt so sehr.

Wenn er nüchtern ist, schmeißt er den ganzen Haushalt, betreut ab und zu die Kleine (geht sonst in die Kita) und kümmert sich auch um Arbeit.

Er sieht das Problem nicht und denkt, daß er als Krankenpfleger genau bescheid weiß, bzw. er alles im Griff hat.

Wie ich untenstehend schon geschrieben habe, hab ich ja eine Dose Tavor in seiner Jacke gefunden - ich denke jetzt, er hat eine Angsterkrankung. Er trinkt ja auch nur, wenn er allein ist.

Gitti.

Tavor
Liebe Gitti,

ich musste jetzt erstmal nachgucken was das überhaupt is, Tavor. Aha! Wie ich gelesen habe in Verbindung mit Alkohol auch überhaupt nicht zu empfehlen! Das sollte er doch auch eigentlich wissen als Experte, oder?!

Wieso sprichst du ihn denn nicht darauf an? Wie will er sich da rausreden? Ich meine, du machst dir Sorgen und da kann er doch eigentlich auch nicht sauer sein, wenn du ihn drauf ansprichst.

Ich finde du solltest ihn weiterhin unter Druck setzen, irgendwie in die Ecke drängen, dass er in Erklärungsnot kommt.

Merkt eure Kleine was?

lg Glen

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 12:55
In Antwort auf glen

Tavor
Liebe Gitti,

ich musste jetzt erstmal nachgucken was das überhaupt is, Tavor. Aha! Wie ich gelesen habe in Verbindung mit Alkohol auch überhaupt nicht zu empfehlen! Das sollte er doch auch eigentlich wissen als Experte, oder?!

Wieso sprichst du ihn denn nicht darauf an? Wie will er sich da rausreden? Ich meine, du machst dir Sorgen und da kann er doch eigentlich auch nicht sauer sein, wenn du ihn drauf ansprichst.

Ich finde du solltest ihn weiterhin unter Druck setzen, irgendwie in die Ecke drängen, dass er in Erklärungsnot kommt.

Merkt eure Kleine was?

lg Glen

Tavor
ist ein Medikament gegen Panikattacken. Ich hab das während meiner Schilddrüsenerkrankung mal verschrieben bekommen, da ich da kurzzeitig unter Angstanfällen litt. Hab es glücklicherweise nie gebraucht und bin so wieder klar gekommen.

Es ist auch seit 2003 abgelaufen - wie lange hat er es denn dann schon? Ich hab die Tabletten in der Dose auch gezählt, bisher fehlt keine. Ist ein Zeichen, daß er Angst vor Panikattacken hat und sie zur Sicherheit eingesteckt hat.

Ich hab ihn schon drauf angesprochen, da hat er gesagt, daß er beim Fahren mit dem Bus immer Angstzustände bekommt und dies nur als "Krücke" dabei hat. Ich bin aber mit ihm auch schon ohne Angstzustände Bus gefahren.

Gitti.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 13:01

Hi du
ich hab dir ne pn geschickt!
grüsse!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 13:14
In Antwort auf grethe_12337564

@lindaria
Ich hab in der Wut, als er wieder mal betrunken war, gesagt, daß ich ihn verlasse, wenn er das nicht unterläßt. Ich habe ihn gefragt, wie viel ihm die Trinkerei in seinem Leben schon kaputt gemacht hat. Darauf hat er nur "Einiges" geantwortet. Sagt viel aus.

Ich denke, er würde sich nicht gegen den Alkohol entscheiden - weil er es gar nicht kann.

Ich muß dazu sagen, daß wir zusammen auch manchmal gemütlich abens ein Glas Rotwein trinken und er dann eben auch nicht mehr trinkt - komisch - immer nur, wenn er allein ist.

Gitti.

Gitti
... dan liegen seine probleme tiefer... wenn er nur alleine trinkt! ... schon das "alleine" trinken zeigt das er ein problem hat. normalerweise tut man das in gesellschaft.

versuch noch mal mit ihm zu reden, versuch seine probleme herauszufinden und schick ihn vielleicht erst mal zu einem psychologen. sag ihm das du sonnst kaputt gehst und du das als "rettung" der beziehung siehst! ... weisst du, wenn sich nichts ändert gehst du früher oder später kaputt daran... lass dein geortnetes leben nicht auch den bach ruter gehen..

gruss lin

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 13:16
In Antwort auf lindaria

Gitti
... dan liegen seine probleme tiefer... wenn er nur alleine trinkt! ... schon das "alleine" trinken zeigt das er ein problem hat. normalerweise tut man das in gesellschaft.

versuch noch mal mit ihm zu reden, versuch seine probleme herauszufinden und schick ihn vielleicht erst mal zu einem psychologen. sag ihm das du sonnst kaputt gehst und du das als "rettung" der beziehung siehst! ... weisst du, wenn sich nichts ändert gehst du früher oder später kaputt daran... lass dein geortnetes leben nicht auch den bach ruter gehen..

gruss lin

@Lindaria
Ich denke mal, wenn ich heute nach Hause komme und wieder einen betrunkenen Mann vorfinde, obwohl er weiß, daß wir ins Kino wollen, werde ich mich eh vor Enttäuschung nicht mehr beherrschen können.

Ich hab mir vorgenommen, ihn in diesem Fall das erste Mal einfach hängen zu lassen und alleine weg zu gehen. Wir haben nicht so viele Möglichkeiten, weil die Kleine ja da ist und sie gerade heute mal bei den Großeltern ist.

Gitti.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 13:25
In Antwort auf grethe_12337564

@Lindaria
Ich denke mal, wenn ich heute nach Hause komme und wieder einen betrunkenen Mann vorfinde, obwohl er weiß, daß wir ins Kino wollen, werde ich mich eh vor Enttäuschung nicht mehr beherrschen können.

Ich hab mir vorgenommen, ihn in diesem Fall das erste Mal einfach hängen zu lassen und alleine weg zu gehen. Wir haben nicht so viele Möglichkeiten, weil die Kleine ja da ist und sie gerade heute mal bei den Großeltern ist.

Gitti.

Ja gitti
mach das... falls es so sein sollte, sag ihm das du fürchterlich enttäuscht von ihm bist und nun alleine ins kino gehst.... ignoriere ihn bis er wieder nüchtern ist und suche dan das gespräch...

ich wünsche dir viel glück...

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 13:46
In Antwort auf lindaria

Ja gitti
mach das... falls es so sein sollte, sag ihm das du fürchterlich enttäuscht von ihm bist und nun alleine ins kino gehst.... ignoriere ihn bis er wieder nüchtern ist und suche dan das gespräch...

ich wünsche dir viel glück...

Dann gibt es
aber auch kein Männertagsgeschenk

Gitti

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 13:57
In Antwort auf grethe_12337564

Es ist komisch
zu beschreiben, wie er nun eigentlich ist. Man kann mit ihm ein paar Tage total glücklich sein, viel lachen und lieben und dann folgen wieder ein paar Tage, da zieht er sich vor die Glotze zurück, redet nicht und mit Nähe ist auch nix. Das alles geschieht nüchtern.

Dann wieder finde ich ihn betrunken vor, er beteuert mir überschwenglich seine Liebe und will nur mit mir rumschmusen. An einem anderen Tag ist er betrunken und frustriert, schimpft nur und redet wirres Zeug.

Ich hab jetzt die Tage manchmal schon drüber nachgedacht, ob die Probleme nicht auch im psychischen Bereich zu suchen sind. Die Persönlichkeit verändert sich von Tag zu Tag einfach zu stark.

Er schmeißt auch den Haushalt, betreut manchmal unsere Kleine, verschickt Bewerbungen bzw. nimmt Gespräche wahr. Da ist auch alles in Ordnung und er ist auch nicht mufflig.

Dann kommt wieder ein Trinkertag und man weiß eben nie, wann es wieder soweit ist. Das macht mich seelisch ganz fertig.

Gitti

Gut möglich...
... das der alkohol nur eine randerscheinung ist und die eigentlichen probleme wo anders liegen.

das problem ist, dass DU an dieser situation aktiv nichts ändern kannst. du bist quasi drauf angewiesen das er erkennt, dass er ein problem hat und sich selbst um eine lösung bemüht.

ich würde deswegen an deiner stelle nochmals das gespräch suchen und ihm deutlich sagen, dass du die situation( betonung vielleicht eher auf seiner unberechenbarkeit als auf dem alkohol) nicht länger ertragen kannst und deinem kind nicht zumuten willst.
und ich würde ihn vor die wahl stellen- entweder er legt eine gewisse problemeinsicht an den tag und legt dar wie er damit in zukunft umgehen will oder du ziehst aus.

auf jeden fall würde ich weiter betonen, dass du ihn liebst und für ihn da bist- unter den umständen aber nicht mehr mit ihm leben kannst.


sparkling

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 14:10

Ich war gerade ganz mutig
und habe zuhause angerufen und nach einer Telefonnummer gefragt, die ich angeblich bräuchte. Es ist zwar schlimm, aber ich war ganz doll erleichtert, daß er ganz nüchtern ist und sich gerade auf den Weg zum Einkaufen machen will.

Daran merkt man, wie sehr ich doch schon reingezogen bin und dankbar jeden Tag erlebe, an dem ich mich nicht mit einem betrunkenen Mann auseinandersetzen muß.

Mir ist gerade mal ein bißchen zum Heulen, also schnell mit Arbeit ablenken.

Gitti.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 15:10
In Antwort auf grethe_12337564

Ich war gerade ganz mutig
und habe zuhause angerufen und nach einer Telefonnummer gefragt, die ich angeblich bräuchte. Es ist zwar schlimm, aber ich war ganz doll erleichtert, daß er ganz nüchtern ist und sich gerade auf den Weg zum Einkaufen machen will.

Daran merkt man, wie sehr ich doch schon reingezogen bin und dankbar jeden Tag erlebe, an dem ich mich nicht mit einem betrunkenen Mann auseinandersetzen muß.

Mir ist gerade mal ein bißchen zum Heulen, also schnell mit Arbeit ablenken.

Gitti.

Kopf und Herz
Es ist immer wieder verblüffend zu lesen wie gut du deine bzw. eure Situation analysierst ... vom Kopf her weißt du doch wirklich genau Bescheid was Sache ist!

"Daran merkt man, wie sehr ich doch schon reingezogen bin"

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung - ich find der Satz sagt sehr viel Wahres...

Eine Frage:

Glaubst du wirklich dran dass sich die Situation noch ändern wird oder hoffst du es nur noch?

Hey, kennst du das schon:

Versuchst du einen Idealzustand wiederherzustellen und nimmst dafür diese aufreibenden emotionalen Berg- und Talfahrten in Kauf, weil du nie weißt, welche Seite er jetzt gerade von sich zeigt und welche er in fünf Minuten zeigen wird, vollkommen unabhängig von deinem Verhalten, wenn seine Stimmung ohne ersichtlichen Grund in Nullkommanix von gutgelaunt auf rabenschwarz stürzt?

Versuchst du vergeblich, alles zu vermeiden, was ihn zu schlechter Laune bringen könnte? Er bekommt sie ja trotzdem früher oder später, es ist ein va-banque-Spiel, man weiß nie wann und wieso.

Hast du dich schon mit dem Zustand der Nervosität abgefunden? Du gehst aus dem Büro, machst Feierabend, der erste Gedanke "wie ist er jetzt wohl drauf". Grübelnd fährst du nachhause, nicht locker, nicht erfreut über den Feierabend. Stehst dann nervös vor der Tür und fragst dich, warum du dich gerade so deprimiert fühlst. Was wird dich jetzt wohl erwarten? Ein strahlender Mann, ein muffiger Mann, ein schimpfender Mann, ein betrunkener Mann, ein gelangweilter Mann?

Und selbst wenn er gut gelaunt ist, wie lange dauert es bis seine Stimmung kippt? Kannst du an seinem Äußeren, seinem Verhalten schon abschätzen, in wievielen Minuten er so voll sein wird, dass er sich hinlegt um zu schlafen? Hey, nach ner Weile klappt das blind. Aha er fängt an von diesem Thema zu reden ... er schwankt leicht ... jetzt kann ich die Uhr danach stellen. In fünf Minuten pennt er, der Abend ist gelaufen, das Kino gestrichen, die Tochter hat er keines Blickes gewürdigt, naja sie kennt das schon.

Ist es schon so oder noch nicht?

Ich sag dir was, in der ganzen Zeit mit Alkoholiker war ich alleinerziehend, und nach der Trennung war es wirklich positiv dass mein Sohn keinen Bezug zu seinem Vater hatte und ihn daher auch nicht vermisste. Woher auch, der hatte sich ja nie wirklich mit ihm, sondern lieber mit seinen Bierflaschen befasst. War immer zu voll um Ausflüge zu unternehmen auch wenn er es vorher versprochen hatte.

Ich wünsch dir jedenfalls viel Kraft und hoffe auf Einsicht deines Mannes. Glen

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 15:19
In Antwort auf glen

Kopf und Herz
Es ist immer wieder verblüffend zu lesen wie gut du deine bzw. eure Situation analysierst ... vom Kopf her weißt du doch wirklich genau Bescheid was Sache ist!

"Daran merkt man, wie sehr ich doch schon reingezogen bin"

Selbsterkenntnis ist der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung - ich find der Satz sagt sehr viel Wahres...

Eine Frage:

Glaubst du wirklich dran dass sich die Situation noch ändern wird oder hoffst du es nur noch?

Hey, kennst du das schon:

Versuchst du einen Idealzustand wiederherzustellen und nimmst dafür diese aufreibenden emotionalen Berg- und Talfahrten in Kauf, weil du nie weißt, welche Seite er jetzt gerade von sich zeigt und welche er in fünf Minuten zeigen wird, vollkommen unabhängig von deinem Verhalten, wenn seine Stimmung ohne ersichtlichen Grund in Nullkommanix von gutgelaunt auf rabenschwarz stürzt?

Versuchst du vergeblich, alles zu vermeiden, was ihn zu schlechter Laune bringen könnte? Er bekommt sie ja trotzdem früher oder später, es ist ein va-banque-Spiel, man weiß nie wann und wieso.

Hast du dich schon mit dem Zustand der Nervosität abgefunden? Du gehst aus dem Büro, machst Feierabend, der erste Gedanke "wie ist er jetzt wohl drauf". Grübelnd fährst du nachhause, nicht locker, nicht erfreut über den Feierabend. Stehst dann nervös vor der Tür und fragst dich, warum du dich gerade so deprimiert fühlst. Was wird dich jetzt wohl erwarten? Ein strahlender Mann, ein muffiger Mann, ein schimpfender Mann, ein betrunkener Mann, ein gelangweilter Mann?

Und selbst wenn er gut gelaunt ist, wie lange dauert es bis seine Stimmung kippt? Kannst du an seinem Äußeren, seinem Verhalten schon abschätzen, in wievielen Minuten er so voll sein wird, dass er sich hinlegt um zu schlafen? Hey, nach ner Weile klappt das blind. Aha er fängt an von diesem Thema zu reden ... er schwankt leicht ... jetzt kann ich die Uhr danach stellen. In fünf Minuten pennt er, der Abend ist gelaufen, das Kino gestrichen, die Tochter hat er keines Blickes gewürdigt, naja sie kennt das schon.

Ist es schon so oder noch nicht?

Ich sag dir was, in der ganzen Zeit mit Alkoholiker war ich alleinerziehend, und nach der Trennung war es wirklich positiv dass mein Sohn keinen Bezug zu seinem Vater hatte und ihn daher auch nicht vermisste. Woher auch, der hatte sich ja nie wirklich mit ihm, sondern lieber mit seinen Bierflaschen befasst. War immer zu voll um Ausflüge zu unternehmen auch wenn er es vorher versprochen hatte.

Ich wünsch dir jedenfalls viel Kraft und hoffe auf Einsicht deines Mannes. Glen

@Glen
Du hast mit Deinen Worten genau das geschrieben, was ich fühle. Ich bin vom Sternzeichen Waage und sowieso etwas harmoniesüchtig - aber auch schon vor der Beziehung.

Das Schlimme ist, daß wir diese glückliche und harmonische Familie auch die meiste Zeit sind.

Aber wenn ich von der Arbeit komme - ich fühle genau die Mischung aus Furcht und Wut.

Manchmal hab ich auch von der Arbeit aus mit ihm telefoniert und schon an der Stimme gehört, daß wohl eine Flasche Sekt leer war.

Es ist richtig super zu wissen, daß man verstanden wird - Ich kann ja auch mit niemandem darüber sprechen, da es mir peinlich ist und ich ihn immer decke oder entschuldige.

Gitti.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 15:44
In Antwort auf lindaria

Hi gitti
dan bitte soll er doch fachmännische hilfe suchen... alles andere bingt nämlich nichts.... wenn er sein problem kennt und trotzdem so weiter macht.

ich wünsche dir das er das in den griff bekommt. eine bekannte von meier mutter hatte das gleiche problem mit ihrem mann... sie hat es jahrelang durchgezogen und gebracht hat es nichts... manchmal kann man erwachsene menschen nicht mehr ändern... darum sucht fachmännische hilfe.

gruss lin

Bin selbst betroffen
konnte die antworten auf dein problem nur überfliegen, möglicher weise wiederhole ich jetzt etwas...
ich habe 2 jahre eine therapie für partnerinnen von süchtigen gemacht - das hilft. aber mein verständnis für meinen mann ging leider so weit, dass ich selbst nicht nur zur coabhängigen wurde, was wir natürlich sowieso sind, sonst hätten wir uns nicht einen solchen partner gewählt, sondern selbst alkohol krank wurde und weiterhin bin.
lass das nicht zu.
versuche nicht ihn zu verstehen, sondern dich selbst. warum liebst du jemanden der so sensibel ist, dass er trinken muß? wie kannst du dir selbst helfen? wie kannst du nötigenfalls dein leben alleine organisieren.
ER ist für sich selbst verantwortlich und wird das was er tun muß tun.
DU bestimmst was ER tut. denn nur wenn du "erlaubst" dass er trinkt, funktioniert das.
schreib mich an, wenn du etwas genauer wissen willst, denn ich habe SEHR viel erfahrung damit.
ein gutes buch: "wenn männer mauern"
viel, viel glück wünscht dir ***andri
sanni6@onemail.at

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 15:57
In Antwort auf graga_11879858

Bin selbst betroffen
konnte die antworten auf dein problem nur überfliegen, möglicher weise wiederhole ich jetzt etwas...
ich habe 2 jahre eine therapie für partnerinnen von süchtigen gemacht - das hilft. aber mein verständnis für meinen mann ging leider so weit, dass ich selbst nicht nur zur coabhängigen wurde, was wir natürlich sowieso sind, sonst hätten wir uns nicht einen solchen partner gewählt, sondern selbst alkohol krank wurde und weiterhin bin.
lass das nicht zu.
versuche nicht ihn zu verstehen, sondern dich selbst. warum liebst du jemanden der so sensibel ist, dass er trinken muß? wie kannst du dir selbst helfen? wie kannst du nötigenfalls dein leben alleine organisieren.
ER ist für sich selbst verantwortlich und wird das was er tun muß tun.
DU bestimmst was ER tut. denn nur wenn du "erlaubst" dass er trinkt, funktioniert das.
schreib mich an, wenn du etwas genauer wissen willst, denn ich habe SEHR viel erfahrung damit.
ein gutes buch: "wenn männer mauern"
viel, viel glück wünscht dir ***andri
sanni6@onemail.at

@andri
Danke für den Hinweis, ich schau mal im Ebay, ob ich das Buch finde.

Es ist ja nicht so, daß ich meine Fehler nicht kenne. Ich vertusche ja auch viel oder lüge sogar für ihn. Wir hatten mal wegen eines Heizungsdefektes den Klempner bestellt. Kurz vor dem angegeben Termin (wohlgemerkt vormittags 11.00 Uhr) habe ich mit meinem Mann telefoniert und da hatte er schon eine so schwere Zunge, daß ich schon gar nicht mehr verstanden habe, was er nun eigentlich von mir wollte.

Auf jeden Fall erhielt ich dann 10 Minuten nach 11.00 Uhr vom Klempner übers Handy die Beschwerde, daß wir ihn erst bestellen und dann nicht da sind. Da wußte ich, daß er wieder mal volltrunken im Bett liegt und die Tür nicht öffnet. Ich hab dann gelogen, daß er zum Kindergarten mußte, weil es unserer Tochter nicht so gut ging.

Ein anderes Mal haben wir abends Gäste erwartet und er wollte das Essen vorbereiten. Als ich von der Arbeit kam, war weder was eingekauft noch gekocht - dafür aber ein bis zum Verlust der Muttersprache betrunkener Mann. Was hab ich gemacht - ich hab die Gäste angerufen, gesagt, daß was arbeitsmäßiges dazwischen gekommen ist und wir haben uns in der Pizzeria getroffen.

Diese Anekdoten könnte man beliebig fortsetzen - ich lüge für ihn und schütze ihn und rede mir selbst ein, daß er ja nicht immer trinkt und das nur Phasen sind. Das komische ist, daß er ja wirklich tagelang keinen Tropfen trinkt und dann gleich bis zum Umfallen.

Ich dürfte mit ihm auch gar nicht das Haus verlassen, wenn wir geplant haben wegzugehen und er dann angetrunken auf mich wartet.

Ich könnte ihn manchmal erwürgen oder was auch immer und doch liebe ich ihn so.

Schrecklich!
Gitti.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 16:36

Wann weiß man denn...
dass der andere alkoholiker ist? dazu muss er doch nicht jeden tag betrunken sein? ab wann redet man von alkoholkrank???

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

4. Mai 2005 um 16:53
In Antwort auf grethe_12337564

@Glen
Du hast mit Deinen Worten genau das geschrieben, was ich fühle. Ich bin vom Sternzeichen Waage und sowieso etwas harmoniesüchtig - aber auch schon vor der Beziehung.

Das Schlimme ist, daß wir diese glückliche und harmonische Familie auch die meiste Zeit sind.

Aber wenn ich von der Arbeit komme - ich fühle genau die Mischung aus Furcht und Wut.

Manchmal hab ich auch von der Arbeit aus mit ihm telefoniert und schon an der Stimme gehört, daß wohl eine Flasche Sekt leer war.

Es ist richtig super zu wissen, daß man verstanden wird - Ich kann ja auch mit niemandem darüber sprechen, da es mir peinlich ist und ich ihn immer decke oder entschuldige.

Gitti.

Alkohol
Ich hab meinen Ex immer weniger gekannt, immer nur das Bild vor Augen gehabt, welcher tolle Mensch "eigentlich" und "vor den Problemen" in ihm drin steckte. Das war so richtig schöngedacht von mir, ich hab nicht sehen wollen dass Alkohol keinen Rückwärtsgang drin hat. In manchen Fällen vielleicht, das kann ja sein, aber wenn die Einsicht fehlt, dann sicher nicht.

Also meiner hat wenn er am Wochenende aufstand immer gleich auf die Uhr geguckt, immer wieder, weil "vor neun" wollte er ja nicht anfangen zu trinken, haha, er wäre ja schließlich kein Alkoholiker. Irgendwann war es auf einmal "vor acht".

Er entschuldigte seinen Alkoholkonsum auch immer gerne mit Stress auf Arbeit, in seiner Branche sei das im übrigen auch eine "anerkannte Berufskrankheit", viele Kollegen würden trinken und das wär ja kein Wunder bei dem Stress den sie hätten uswusf ...

Für alles haben sie eine Erklärung, es ist zum Haareraufen.

Wie gut kannst du denn mit ihm darüber reden? Hast du das Gefühl er weiß es, will es aber nicht wahrhaben, oder glaubt er selber wirklich dass er kein Problem hat? Findest du irgendwo nen Ansatzpunkt?

Und wenn du mal ganz lieb und ruhig mit ihm sprichst, dass dir das Sorgen macht? Ich meine, begründen kannst du es doch auch, besorg dir die Definition was ein Alkoholiker ist und er soll dir dann widerlegen warum er seiner Ansicht nach keiner ist. Vielleicht hilfts wenn du mit ihm fachlich gut ausgerüstet sprichst, denn er scheint ja die Ausrede gerne zu nehmen, dass du das nicht einschätzen kannst, er aber von Berufs wegen schon. Dann zeig ihm dass er dir kein X für nen U vormachen kann. Oder hast du das schon probiert?

lG Glen


Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

5. Mai 2005 um 19:39

Hy du
musste heute noch mal "zu dir" reinschauen. deine geschichte geht mir nicht aus den kopf. hab schnell die einträge überflogen, gut, so wiederholt habe ich nicht. also gaaanz wichtig-das was du im moment tust, unterstützt ihn voll und ganz. nicht weil du für ihn lügst und so. sondern weil alle deine aufmerksamkeit, gedanken, ideen, deine zukunft und die der gesamten umwelt, alleine deinem mann zugute kommen. durch sein problem kettet er dich an sich. du und leider auch dein kind, sind trabanten die ihn umkreisen. er nimmt alles-und du gibst es. vergiß, dass er krankheits einsichtig wird. ein charakteristikum dieser krankheit ist die krankheits uneinsichtigkeit. ob alkoholismus aus depressionen entsteht oder die depressionen ein resultat des alkoholismus sind, ist eine ewige frage, die genauso sinnvoll zu behandeln ist, wie ob zuerst das ei oder die henne, da waren. auch die frage, bleiben oder gehen - vergiß auch die. die antwort auf all diese fragen ist eine einzige - und ist so schwer durchzuführen: Lebe DEIN leben! ob er es schafft mit dir zu gehen ist SEINE sache. mach das was dir gut tut. achte auf dich damit du gesund bleibst. klammere ihn völlig aus deinem leben aus. keine aufgaben für ihn (kind abholen, klempner, gemeinsame familien essen) NICHTS. du planst alles für dich alleine - macht er mit - fein, macht er nicht mit - auch gut (keine peinlichen lügen, keine notfall maßnahmen) BEFREIE DICH AUS SEINER HAFT.
ich denk an dich! alkoholismus ist eine furchtbare krankheit und wirklich niemand sagt einem was man ertragen muß, wenn der partner trinkt. es ist unvorstellbar was mit dem trinkenden passiert. nicht das trinken, das herumtorkeln, das verantwortungslose verhalten... sondern die ewige hochschaubahn aus tiefen gefühlen, die sich ohne vorwarnung (oft auch ohne alkohol einfluß) in eine eis kalte, brutale mauer verwandeln, machen einen kaputt. man ist gefangen im wollen, die situation wieder in eine liebevolle nähe zu verwandeln, die ja gerade noch da war. dafür erträgt man als partnerin demütigungen, die man gar nicht in worte fassen kann.
ich wünsche dir allllllles liebe ***andri

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

6. Mai 2005 um 9:39
In Antwort auf glen

Alkohol
Ich hab meinen Ex immer weniger gekannt, immer nur das Bild vor Augen gehabt, welcher tolle Mensch "eigentlich" und "vor den Problemen" in ihm drin steckte. Das war so richtig schöngedacht von mir, ich hab nicht sehen wollen dass Alkohol keinen Rückwärtsgang drin hat. In manchen Fällen vielleicht, das kann ja sein, aber wenn die Einsicht fehlt, dann sicher nicht.

Also meiner hat wenn er am Wochenende aufstand immer gleich auf die Uhr geguckt, immer wieder, weil "vor neun" wollte er ja nicht anfangen zu trinken, haha, er wäre ja schließlich kein Alkoholiker. Irgendwann war es auf einmal "vor acht".

Er entschuldigte seinen Alkoholkonsum auch immer gerne mit Stress auf Arbeit, in seiner Branche sei das im übrigen auch eine "anerkannte Berufskrankheit", viele Kollegen würden trinken und das wär ja kein Wunder bei dem Stress den sie hätten uswusf ...

Für alles haben sie eine Erklärung, es ist zum Haareraufen.

Wie gut kannst du denn mit ihm darüber reden? Hast du das Gefühl er weiß es, will es aber nicht wahrhaben, oder glaubt er selber wirklich dass er kein Problem hat? Findest du irgendwo nen Ansatzpunkt?

Und wenn du mal ganz lieb und ruhig mit ihm sprichst, dass dir das Sorgen macht? Ich meine, begründen kannst du es doch auch, besorg dir die Definition was ein Alkoholiker ist und er soll dir dann widerlegen warum er seiner Ansicht nach keiner ist. Vielleicht hilfts wenn du mit ihm fachlich gut ausgerüstet sprichst, denn er scheint ja die Ausrede gerne zu nehmen, dass du das nicht einschätzen kannst, er aber von Berufs wegen schon. Dann zeig ihm dass er dir kein X für nen U vormachen kann. Oder hast du das schon probiert?

lG Glen


Ich bin mir unsicher
da er eben nicht schon früh trinkt, tagelang nichts trinkt und dann eben so über die Stränge schlägt.

Er entschuldigt den übermäßigen Alkoholkonsum an solchen Tagen auch nicht. So nach dem Motto: Ich hab doch einen freien Tag und da hab ich halt nebenbei ein bißchen Sekt getrunken. Daß über den Tag verteilt 3 Flaschen Sekt eben nicht ein bißchen sind und man mit ihm dann kein vernünftiges Wort reden kann, interesiert in dem Moment nicht.

Ich weiß, man soll nicht immer alles auf die Kindheit schieben, aber er und seine Geschwister wurden von der Mutter mit 9 Jahren ins Heim gegeben, als ihr neuer Lebenspartner diese nicht akzeptieren wollte. Im Heim haben sie schon frühzeitig mit Alkohol und Sexualität Kontakt gehabt.

Als ich ihn kennen gelernt habe, hab ich mich auch etwas gewundert, daß er den Rotwein teilweise wie Orangensaft trinken kann. Komischerweise verträgt er aber auch nichts. Er hat nach 2 Gläsern schon eine schwere Zunge. Das ist ein Fakt, den ich mir nicht erklären kann. Vielleicht hat hier jemand Ahnung, ob das mit einer Lebererkrankung o.Ä. zusammen hängt.

Gitti.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

6. Mai 2005 um 12:08
In Antwort auf grethe_12337564

Ich bin mir unsicher
da er eben nicht schon früh trinkt, tagelang nichts trinkt und dann eben so über die Stränge schlägt.

Er entschuldigt den übermäßigen Alkoholkonsum an solchen Tagen auch nicht. So nach dem Motto: Ich hab doch einen freien Tag und da hab ich halt nebenbei ein bißchen Sekt getrunken. Daß über den Tag verteilt 3 Flaschen Sekt eben nicht ein bißchen sind und man mit ihm dann kein vernünftiges Wort reden kann, interesiert in dem Moment nicht.

Ich weiß, man soll nicht immer alles auf die Kindheit schieben, aber er und seine Geschwister wurden von der Mutter mit 9 Jahren ins Heim gegeben, als ihr neuer Lebenspartner diese nicht akzeptieren wollte. Im Heim haben sie schon frühzeitig mit Alkohol und Sexualität Kontakt gehabt.

Als ich ihn kennen gelernt habe, hab ich mich auch etwas gewundert, daß er den Rotwein teilweise wie Orangensaft trinken kann. Komischerweise verträgt er aber auch nichts. Er hat nach 2 Gläsern schon eine schwere Zunge. Das ist ein Fakt, den ich mir nicht erklären kann. Vielleicht hat hier jemand Ahnung, ob das mit einer Lebererkrankung o.Ä. zusammen hängt.

Gitti.

Alkoholikertypen
"Ich bin mir da er eben nicht schon früh trinkt,tagelang nichts trinkt und dann eben so über die Stränge schlägt"

Im dem Krankheitsbild des Alkoholismus gibt es unterschiedliche Typen.Die Meinung,dass nur jemdand der von früh bis spät "säuft" gehört zu einem Alkoholiker ist leider ein Trugschluss.Da es unterschiedliche Trinkertypen und Typenbezeichnungen dieser Krankheit gibt und dein Mann fällt definitiv darunter!Es ist damit nicht zu entschuldigen,dass er auch abstinent sein kann,das gehört zum Krankheitsbild.

Dann Mann fällt unter den Gamma Trinker,was bedeutet dass er eben einen Kontrollverlust hat jedoch aber auch die Fähigkeit zur Abstinenz.

Ich denke für deinen Mann selber ist es auch ein Trugschluss zu glauben,guckt mal,ich kann ja auch abstinent sein also bin ich nicht alkoholabhängig.DAS ist er aber schon.

Du kannst ja für dich selbst die Kriterien für einen Alkoholkonsum durchgehen:
-exessiver Alkoholkonsum
-gesundheitsbedingte Gesundheitsschäden
(psychisch/physisch)
-störung sozialer Beziehungen
-berufliche und wirtschaftliche Probleme

Ich würde dir Informationen zu Co-Abhängigkeit sehr empfehlen(google/bücher/selbsthilfegruppen).Ihr habt ein Kind und es ist wichtig dass man die größten Schäden eindämmen kann.Auch wenn du das Gefühl hast es betrifft dich nicht wirklich.Das tut es jetzt schon in einem hohem Maße,vielleicht nicht allen so bewusst.

In diesem Sinne viel Kraft!

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

6. Mai 2005 um 12:24
In Antwort auf gloria_12927404

Alkoholikertypen
"Ich bin mir da er eben nicht schon früh trinkt,tagelang nichts trinkt und dann eben so über die Stränge schlägt"

Im dem Krankheitsbild des Alkoholismus gibt es unterschiedliche Typen.Die Meinung,dass nur jemdand der von früh bis spät "säuft" gehört zu einem Alkoholiker ist leider ein Trugschluss.Da es unterschiedliche Trinkertypen und Typenbezeichnungen dieser Krankheit gibt und dein Mann fällt definitiv darunter!Es ist damit nicht zu entschuldigen,dass er auch abstinent sein kann,das gehört zum Krankheitsbild.

Dann Mann fällt unter den Gamma Trinker,was bedeutet dass er eben einen Kontrollverlust hat jedoch aber auch die Fähigkeit zur Abstinenz.

Ich denke für deinen Mann selber ist es auch ein Trugschluss zu glauben,guckt mal,ich kann ja auch abstinent sein also bin ich nicht alkoholabhängig.DAS ist er aber schon.

Du kannst ja für dich selbst die Kriterien für einen Alkoholkonsum durchgehen:
-exessiver Alkoholkonsum
-gesundheitsbedingte Gesundheitsschäden
(psychisch/physisch)
-störung sozialer Beziehungen
-berufliche und wirtschaftliche Probleme

Ich würde dir Informationen zu Co-Abhängigkeit sehr empfehlen(google/bücher/selbsthilfegruppen).Ihr habt ein Kind und es ist wichtig dass man die größten Schäden eindämmen kann.Auch wenn du das Gefühl hast es betrifft dich nicht wirklich.Das tut es jetzt schon in einem hohem Maße,vielleicht nicht allen so bewusst.

In diesem Sinne viel Kraft!

Psychische Probleme
erkenne ich ja bei ihm bereits, bzw. vermute sie. Da er Tavor heimlich mit sich rumträgt, kann man ja schon mal von Panik- oder Angstanfällen ausgehen.

Er ist momentan arbeitslos, weil sein Arbeitsvertrag von vornherein befristet war.

Ich beobachte um mich herum, daß bei Ansatz dieser von Dir genannten Kriterien ja viele Menschen bereits Alkoholiker sind. Ich kenne einige, die mindestens ein mal (meist am Wochenende) sich so richtig die "Kante" geben. In der Woche das Feierabendbier gehört auch zum guten Ton.

Alkohol ist heutzutage absolut salonfähig, so daß scheinbar keiner merkt, daß es selbst von sehr jungen Leuten in Unmengen zu sich genommen wird. Wer in der Disco einen Drink ablehnt, gilt ja da schon als Weichei.

Ich durfte gestern am Männertag da wieder so meine Erfahrungen machen. Ich hab an einer Tankstelle halt gemacht und als ich mein Benzin bezahlen wollte, mußte ich mich in einer Schlange von höchstens 14-15 Jährigen anstellen, die Apfelkorn, Bier usw. in rauen Mengen kauften.

Denkt nur ja nicht, daß der Verkäufer mal nach einem Ausweis gefragt hätte!!!!!!!

Gitti.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

6. Mai 2005 um 13:03
In Antwort auf grethe_12337564

Psychische Probleme
erkenne ich ja bei ihm bereits, bzw. vermute sie. Da er Tavor heimlich mit sich rumträgt, kann man ja schon mal von Panik- oder Angstanfällen ausgehen.

Er ist momentan arbeitslos, weil sein Arbeitsvertrag von vornherein befristet war.

Ich beobachte um mich herum, daß bei Ansatz dieser von Dir genannten Kriterien ja viele Menschen bereits Alkoholiker sind. Ich kenne einige, die mindestens ein mal (meist am Wochenende) sich so richtig die "Kante" geben. In der Woche das Feierabendbier gehört auch zum guten Ton.

Alkohol ist heutzutage absolut salonfähig, so daß scheinbar keiner merkt, daß es selbst von sehr jungen Leuten in Unmengen zu sich genommen wird. Wer in der Disco einen Drink ablehnt, gilt ja da schon als Weichei.

Ich durfte gestern am Männertag da wieder so meine Erfahrungen machen. Ich hab an einer Tankstelle halt gemacht und als ich mein Benzin bezahlen wollte, mußte ich mich in einer Schlange von höchstens 14-15 Jährigen anstellen, die Apfelkorn, Bier usw. in rauen Mengen kauften.

Denkt nur ja nicht, daß der Verkäufer mal nach einem Ausweis gefragt hätte!!!!!!!

Gitti.

Diagnose
Die Kriterien sind nich von mir sondern wurden von der WHO(Weltgesundheitsorganisation) aufgestellt.Natürlich ist dabei der Grenze fließend und natürlich ist nicht jeder der am Wochendende über den Durst trinkt gleich ein Alkoholiker.Stellt sich die Frage ab wann ist man Alkoholiker?

Die Diagnose Alkoholiker oder alkoholabhängig ist nicht immer leicht zu stellen.Weil sich die Alkoholkrankheit oft schleichend entwickelt, über Jahre und Jahrzehnte. Die Übergänge zum Missbrauch sind fließend.

Natürlich ist gesellschaftlich Alkohol schon lange "salonfähig",da braucht man sich nicht darüber zu unterhalten.Entscheidend ist nicht allein die Trinkmenge, sondern die Art und Weise des Alkohol-Trinkens.

Laut ICD-10 (Internationale Klassifikation psychischer Störungen nach der Weltgesundheitsorganisation, WHO) liegt ein Alkoholabhängigkeitssyndrom (Alkoholabhängigkeit) vor, wenn mindestens drei der folgenden Kriterien vorliegen:

Starker Wunsch oder eine Art Zwang zum Alkoholkonsum

Verminderte Kontrollfähigkeit (bzügl. Beginn, Beendigung und Menge des Alkoholtrinkens), d.h. der sog. Kontrollverlust

Körperliche Entzugssymptome (Zittern, Schwitzen, Übelkeit, Schlafstörungen, Unruhe, Angstzustände etc.) bei Beendigung oder Reduktion des Konsumes

Toleranzsteigerung des Körpers, d.h. Steigerung der Trinkdosis um die gleiche Wirkung zu erreichen

Fortschreitende Vernachlässigung anderer Interessen und Vergnügen, d.h. größerer Zeitaufwand bzügl. Konsum und Beschaffung und zur Erholung von den Folgen

Anhaltender Alkoholkonsum trotz schädlicher Folgen (z.B. Leberschäden, Depressionen, psychosoziale Folgen).

Als Grundregel hat sich gezeigt: Wenn Alkohol PROBLEME macht, dann ist Alkohol das Problem!

Entscheidend ist neben der Fremddiagnose, dass der Betroffene eine Krankheitseinsicht und Behandlungsmotivation entwickelt bzw. das soziale Umfeld darauf hin wirkt.Und da fängt die Grenze bei DIR an,denn du und dein Kind seid unmittelbare soziale Umfeld.

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

6. Mai 2005 um 21:32

Wenn ich das lese
fühle ich mich ein paar Jahre zurückversetzt und möchte Dir zurufen : Lauf weg, solange Du noch kannst...!

Ich war 12 Jahre mit einem Alkoholiker verheiratet; ich möchte Dir soviel schreiben - aber es würde Stunden dauern. Nur soviel: Du musst einen sehr labilen Mann haben, der mit Schwierigkeiten schlecht fertig wird. Und das Leben besteht nunmal aus Schwierigkeiten. Jeder muss da durch - normalerweise...
Mach nicht den gleichen Fehler wie ich damals: Denke nicht an ihn - denk an Dich und Dein Kind. Es ist Dein Leben - und das Deines Kindes, für dasDu verantwortlich bist.
Du kannst nicht auch noch die Verantwortung für Deinen Mann übernehmen - er ist erwachsen. Außerdem würdest Du krank werden dabei (Ich habe damals Angstzustände bekommen, wen ich nur den Schlüssel in der Tür gehört habe.
Ich konnte nicht mehr schlafen, weil ich nie wußte, ob und wie er nachts aus der Arbeit heimkam.) Im Job hab ich Fehler gemacht, weil ich mich nicht mehr auf meine Arbeit konzentrieren konnte. Ich habe den Fehler gemacht, und bin nicht rechtzeitig weg (Irgendwo empfindet man doch Verantwortung für den anderen...). Erst als er mich vor den Kindern verprügelt hat, war die Entscheidung klar. Und ich habe es nie bereut.
Aber die Kinder leiden unter solch einem Vater, glaub mir. Auch wenn es nicht so offensichtlich ist - irgendwann siehst Du es.Kinder brauchen stabile Bezugspersonen in ihrem Leben - sei Du die jenige.
Und weisst Du - auch ich habe meinen (Ex)-Mann damals geliebt - auch er war lieb und nett, wenn er nüchtern war. Aber diese Liebe wurde von Alkohol, immer schlimmer werdenden Aggressionen, Schlägen und Angst einfach niedergemacht. Und irgendwann denkt man wirklich nur an sich selber.Es wird nämlich nicht besser - im Gegenteil.

Ich wünsch Dir den Mut für die richtige Entscheidung. Und hoffe, daß Du die richtige Entscheidung für Dich und Dein Kinde triffst.
Es ist schwer, das weiss ich. Aber nach dem, was ich mitgemacht habe und was ich heute weiss, kann es nur eine Lösung geben.

Liebe Grüße und alles Gute
Sibylle

Gefällt mir Hiflreiche Antwort !

Frühere Diskussionen
Teste die neusten Trends!
experts-club