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Vermischung von Berufs- und Privatleben

17. August 2011 um 13:34

Ich bin grad mit meiner Lebenssituation sehr unzufrieden und möchte einfach eure Meinung einholen, was ihr in meinem Fall tun würdet um die Situation zu verbessern. - Habe hier auch bei anderen schon oft interessante Anregungen gelesen!

Die Situation ist folgende:
Nach unserer Hochzeit bin ich zu meinem Mann gezogen (wir hatten vorher über 6 Jahre mit Unterbrechung eine Fernbeziehung) und habe mich selbständig gemacht (vorher war ich in einer anderen Stadt angestellt tätig). Wir teilen uns seitdem ein Büro, aber jeder arbeitet in gewissem Rahmen unabhängig vom anderen. Allerdings haben wir einen Kunden (prinzipiell ist es eher der Kunde meines Mannes), den wir gemeinsam unterstützen und da überschneiden sich auch unsere Arbeitsbereiche.

Nun ist es so, dass mein Mann sich laufend in meine Arbeit reinsteckt, überall ein letztes Wort zu zusagen hat. Mich stresst das ungemein und mir gefällt es auch nicht, dass sich so oft Berufs- und Privatleben mischen und wir uns wegen den letzten Kleinigkeiten streiten.

Hinzu kommt, dass ich mich von meinem Mann quasi habe überreden lassen, mich selbständig zu machen. Im großen und ganzen ist selbständig sein ja keine schlechte Idee, ich bin bloss nicht so sehr der Verkäufer-Typ und denke oft an die bequemen Angestelltenzeiten zurück, mit regelmässigem Gehalt, mehr oder weniger einplanbarem Urlaub (man wusste zumindest, dass man irgendwie über's Jahr verteilt mal frei nehmen kann), aber auch mit ganz verschiedenen Kollegen, mit denen man sich zwischendurch oder in der Mittagspause über ganz unterschiedliche Dinge unterhalten konnte.

Aus Verzweiflung habe ich mich nun ab und an mal wieder auf Stellen im Angestelltenverhältnis beworben. Da ich in einem ziemlich speziellen Bereich ein Studium abgeschlossen habe, ist die Auswahl an Stellen, die für mich in Frage kommen, eher etwas eingeschränkt. Vieles in meinem Bereich ist befristet und/oder wird im öffentlichen Dienst nicht so gut bezahlt.
So habe ich z. B. eine auf 2 Jahre befristete Stelle, die ich hätte bekommen können, abgelehnt, weil sie nicht gut bezahlt war und eben diese Befristung beinhaltete. Hintergrund ist, dass ich für meine Selbständigkeit noch 18.500,- EUR aus einem Gründungskredit abzubezahlen habe. Ich müsste, wenn ich eine Stelle annehme, einen gewissen Betrag verdienen, damit ich zum einen meinen Kredit und zum anderen die anteilige Büromiete, die ich mittrage (zumindest über einen Zeitraum von einem Jahr, denn so lange ist das Büro noch angemietet), weiter bezahlen kann.

Was würdet ihr tun?

- Die Zähne zusammenbeißen und die Selbständigkeit weiter vorantreiben?
Unter der Voraussetzung, dass ihr -aus finanziellen Gründen- zunächst nicht so einfach aus dem Büro mit eurem Mann ausziehen könntet und die Streitereien vermutlich nicht weniger werden.

Oder sobald es geht und sich eine interessante Stelle auftut, diese annehmen, in der Hoffnung, dass man die Stelle wirklich mag und auch finanziell klarkommt?

Oder was ganz anderes machen? Nur was?

Erschwerend kommt hinzu, dass ich finde, das unsere Beziehung, dadurch das wir uns fast rund um die Uhr sehen, mehr so eine Bruder-Schwester-Beziehung geworden ist. Wir mögen uns zwar schon noch, Zärtlichkeiten sind aber (meines Erachtens) auf ein Mindestmass zurückgefahren und Sex hatten wir seit mind. einem Jahr nicht mehr. Eigentlich stelle ich mir meine Ehe so nicht vor!

Ich hatten schon Momente, in denen ich vor lauter Streit und Stress am liebsten ausgezogen wäre. Nur finanziell bin blöderweise zurzeit abhängig von meinem Mann (was mich selbst sehr ärgert, da ich früher immer extrem unabhängig war), dass ich gar nicht wüsste, wie ich z. B. eine eigene Wohnung zahlen sollte. Oft übernimmt mein Mann nämlich unsere komplette private Miete, da es zurzeit beruflich bei mir Phasen gibt, wo ich nicht so viel verdiene.

Ich freue mich auf eure Ideen!

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24. August 2011 um 12:18

Hmmm ...
... keine eine Meinung/Idee dazu?

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24. August 2011 um 13:43

Danke ...
Hallo ivory75,

danke für Deine Antwort. Ja, ich sehe für unsere Beziehung da wohl auch mehr schwarz als mein Mann ...

Ich kenne auch Beziehungen oder habe davon gehört, wo es gar kein Problem ist, beruflich gemeinsam tätig zu sein. Nur augenscheinlich haben mein Mann und ich beruflich doch andere Ansichten/Vorstellungen, so dass wir da immer kollidieren.

Im Grunde ist es schon oft der Fall, dass ich z. B. nach der Arbeit noch zum Sport gehe, um den Kopf frei zubekommen ... bloss kommen dann Abends zu Hause trotzdem oft berufliche Dinge auf den Tisch, über die ich eigentlich gar nicht sprechen will, weil ich auch mal Feierabend haben möchte.

Wie macht ihr das? Sprecht ihr zu Hause auch noch über berufliches?

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24. August 2011 um 14:05

... Du hast's erfasst ...
Hallo klatschrose,

ganz herzlichen Dank für Deine Meinung!
Woher kennst Du mich?

Ganz ehrlich, ich bin sehr froh, dass Du gerade so Dinge wie "spüre ich ganz viel Druck, Überforderung, Unzufriedenheit heraus" benannt hast. Ja, so ist es bzw. so fühlt es sich für mich an.
Und ja, mein Mann vermisst entsprechend bei mir das nötige Engagement oder die Lust oder den Biss an der Sache!

Die Projekte, die ich habe, machen mir ja schon Spass, aber ich merke auch, dass es mir oft fehlt, mich einfach mit Kollegen auszutauschen oder mit Kollegen Mittagessen zu gehen und über dies und das zu plaudern.
- Eine richtige Pro/Contra-Liste muss ich wohl wirklich mal schreiben ...

Denkst Du, was unsere Ehe angeht, dass ein Psychotherapeute eine Unterstützung/Hilfe sein könnte?

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24. August 2011 um 14:13

...
... nee, das akzeptiert mein Mann nicht wirklich ... er ist -im Vergleich zu den meisten anderen Männern- 'ne ziemliche Plaudertasche und alles muss ausdiskutiert werden.

Am ehesten kann ich ein Thema beenden, wenn ich sage: "Ja, ist gut, ich mach' es so und so ..." und dann ein neues Thema anfange. Nur hab' ich da langsam aber sicher keine Lust mehr drauf.

Sicherlich liegt die Situation auch teilweise an mir. Bin manchmal ein Sturkopf und lasse mir nicht gerne reinreden. Vor allem betrifft das Personen, mit denen mich auch persönliches verbindet. Ich bin dann nicht mehr wirklich objektiv.

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24. August 2011 um 14:49

Ja, vermutlich hast ...
... Du recht. Ich bin wohl eher der Angestelltentyp, fühle mich in der Verkäuferrolle auch nicht so wohl, obwohl ich kein Problem hab, meine Dienstleistungen vorzustellen. Aber ich pröttel halt gern in meiner ruhigen Ecke an der Lösung herum oder setze lieber Sachen um als auf Zwang (weil man ja Geld verdienen muss) Leuten etwas aufzuschwatzen.

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28. August 2011 um 13:26

...
Danke für Deine Antwort. Nur ist es so, dass wir ohnehin getrennte Firmen sind. - Also jeder macht schon sein eigenes Ding.

Zudem habe ich schon ein eigenes Hobby. Z. B. gehe ich regelmässig ins Fitness-Studio, wo er nicht dabei ist.

Auch im Zusammenhang mit den anderen Antworten ist mir jetzt schon klar geworden, dass ich eben doch mehr ein Angestellten-Typ bin. Man muss den Tatsachen einfach ins Auge schauen.
Ich halte jetzt verstärkt die Augen offen nach festen Jobs, die für mich in Frage kämen.

Euch allen noch mal vielen Dank für eure Meinungen! - Es ist schon hilfreich Unabhängige zu befragen, die einfach einen unbefangeneren Blick auf die Dinge haben als man selbst.

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