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Verlustangst auf solidem Grund

31. August 2010 um 15:16

Liebe Alle

Auf diesem Weg würde ich gerne meine Gedankengänge an euch richten, um Ratschläge zu bekommen, wie ich mich mit dem folgenden "Problem" auseinandersetzten kann.

Seit nun genau zwei Monaten bin ich mit meinem Freund zusammen und bin sehr glücklich in dieser Beziehung.
Ich muss euch dazu sagen, dass diese Beziehung die erste für mich ist und für ihn die dritte.
Wir haben uns vor ca. 4 Monaten auf einer Internetplattform kennengelernt und gegen ende Mai das erste mal ein persönliches Treffen gehabt.
Seit diesem Tag an, trafen wir uns regelmäßig.
Er wohnt in Wuppertal und ich Köln. Somit ist eine kleine Grunddistanz gegeben, die vielleicht gar nicht so schlimm ist.

Schon in den ersten Wochen hat er mit mir über seine Vorstellung einer Beziehung erzählt und immer wieder gingen seine Gedankengänge auch drüber hinaus.
Sehr schnell habe ich seine Familie kennengelernt und in seinem Freundeskreis, der nun unser beider ist, fand ich schnell einen Platz. Alle haben mich sehr gut aufgenommen und freuen sich für uns beide.
Er erwähnte oftmals, dass er sich gerne mit mir zeigen möchte und zeigt dies ohne zu zögern.

Seitdem wir ofiziell zusammen sind, führen wir Gespräche über eine gemeinsame Zukunft. Dazu muss ich sagen, dass die Gespräche immer bez. sehr oft von ihm aus kommen. Er war es auch, der zu erst sagte, dass er mich lieb hat und glücklich drüber ist, dass er mich hat.
Sonst bin ich es immer von mir gewöhnt, dass ich so bin und alles direkt raushaue.
Ein weiteres Thema, welches sehr schnell aufkam, war das Thema der "Treue".

Er hat mir klipp und klar dargestellt, dass er Fremdgehen verabscheut und Eifersucht als eine Beleidigung ansieht, da man den anderen als schwach und dumm hält, einer anderen Person zu widerstehen. Er meinte, dass er nur mich haben will, und die Male wo es zu gemeinsamen Stunden im Schlafzimmer kommt, diese auch nur mit mir haben will...dazu kommen bereits erwähnte Zukunftsplanungen/-ideen.

All das, gibt mir eine gewaltige Stütze, was ich auch brauche, da ich vorher immer wieder sitzen gelassen wurde aus mir unerfassbaren Gründen.
Und nun scheint es, dass ich jemanden gefunden habe, bei dem ich mich fallen lassen kann.

Er nimmt mich überall hinmit. Am Geburtstag seiner Schwester, hab ich mit seiner Mutter und Schwester getanzt.
Diese und andere Dinge sind unter anderem meine Art ihm zu zeigen, wie gern ich seine Familie habe und vorallem ihn.
Eins der schönsten Dinge, die ich zu Ohren bekam war, dass ich ein Teil seiner Familie bin und er stolz ist, dass seine Umgebung mich so gut aufgenommen hat.

Also alles in allem ist diese Beziehung auf allen Ebenen sehr gut und es gibt eigentlich nix dran zu mäckern.

ABER: (und jetzt komm ich zum eigentlichen Punkt)
Ich habe seit ca. 2 Wochen ein ganz schlimmes Gefühl im Magen. Nein es ist kein Magengeschwür oder sowas..
sondern eher eine unwohles Gefühl.
Alles was mich so glücklich macht, wird in letzter Zeit von einem dunkeln Schatten überdeckt.
Ich beginne immer mehr das Gefühl der Verlustangst aufzubauen, wovon er aber auch weiss, genauso wie er weiss, dass er mir sehr viel bedeutet.
Und trotz dieser ganzen Dinge die er mir verbal als auch non-verbal zeigt, schaukelt es sich ab und an auf.
Andere psychische Dinge, wie Eifersucht waren/sind auch schon ein Teil meines Weges gewesen, aber diese haben sich mehr oder weniger aufgelöst.

In meinem Kopf spielen sich Filme ab, dass ich manchmal das Bedürfnis habe mich zu übergeben.
Wir haben vor kurzem auch über ein Auslandsjahr gesprochen, wovor ich ebenfalls meine Zweifel habe.
Er meinte aber nur, dass er sich eh nicht umgucken will,
sondern das Jahr bez. die neun Monate für die Karriere nutzen will, und somit ist diese Zeit ein Teil der Bez.
Ich würde als eine Basis dieser Angst meine frühkindlichen Erfahrungen heranziehen, da ich zu jener Zeit aufgrund "Fehler" einfach weggegeben worden bin und nie wirklich elterliche Liebe erfahren durfte. Das sogenannte "Urmisstrauen".
Wie kann ich aber nun damit umgehen und wie kann ich vorgehen, damit ich meinem Freund diese Verlustangst nicht immer unterbewusst aufbinden muss?

Ich hab Angst, dass ich ihn auch damit verliere...
Sollte ich vielleicht mit ihm über diese Zeit reden und ihm somit zum Verständnis für meine ab und an erscheinenden Phasen?

Ich würde mich sehr über eine Antwort freuen!!!!!


lg

joutsen

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31. August 2010 um 16:04

Argh,
wenn Du schon Deine frühkindlichen Erlebnisse als Grund für Deine jetzigen Probleme festgestellt hast, dann finde einen Weg, für die Zukunft damit zurechtzukommen. Die Vergangenheit ist vorbei - Du kannst sie nicht mehr ändern und "Schuld" an Deiner gegenwärtigen Situation ist immer nur einer - Du selbst. Wenn Du so einen netten Freund hast und Dir fällt nichts besseres ein, als mit Misstrauen und Eifersucht zu reagieren, dann arbeite an Dir. Verschaff Dir mehr Selbstbewusstsein, lies Bücher zum Thema, frage einen Psychologen um Rat.
Dein Freund kann nichts dafür. Mach es mit Dir selbst aus.
Ich würde ehrlich gesagt etwas irritiert reagieren, wenn mir ein Freund sagen würde, dass ich auf Grund seines frühkindlich erworbenen Urmisstrauens besonders sensibel auf seine grundlosen Eifersuchtsanfälle zu reagieren hätte.

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31. August 2010 um 16:22

Hallo
immer wieder wird dieses Thema hier behandelt. Ich selbst bin auch betroffen davon. Ich gebe meinem Vorredner in dem Punkt Recht, dass du deinen Freund -auf jeden Fall nicht auf dramatische Weise- damit einbeziehen solltest.

Ich finde du hast einen guten Zugang zu dir selber. Du siehst auch all die positiven Facetten dieser Beziehung. Das ist ziemlich viel Wert, denn was du hast ist nicht selbstverständlich, ich meine das ganze Netzwerk, bestehend aus seiner Familie, der Freundeskreis, der dich akzeptiert. All das ist eine tolle Grundlage und du weißt das auch zu schätzen.

Ich stimme dir zu, dass deine Ängste mit Sicherheit auf deine Kindheit zurückzuführen sind. Ich habe mich damit auseinandergesetzt und würde dir empfehlen mal eine Gesprächstherapie... zu machen. Dein Freund ist nicht dein Therapeut. Er kann dir nicht helfen. Es kann natürlich sein, dass die Ängste im Laufe der Zeit nachlassen. Beobachte dich da mal. Am Anfang muss da wohl jeder ein wenig durch. Nur dürfen diese Ängste nicht hinderlich werden, bzw. deine ganzen Gedankengänge negativ steuern.

Eine Freundin von mir war bei einem Therapeuten wegen dieser Geschichte und es hat ihr wirklich geholfen. Er hat sie irgendwie in ein frühes Kindheitsstadium versetzt und sie hat die ganze Zeit nur bitterlich geweint und irgendwie hat das den Knoten gelöst.

Ich für mich versuche bei solchen Ängsten immer an die letzten netten Worte meines Partners zu denken, irgendwie hilft mir das. Aber es gibt auch Zeiten da bricht wieder alles durch und ich kann nicht viel machen.
Hoffe auch, dass das nachlässt. Mir hilft aber auch der Gedanke, einfach versuchen loszulassen, meinen Interessen nachzugehen und mir zu sagen: Ich habe viele Jahrzehnte ohne diesen Menschen atmen, leben können und würde das im Notfall auch wieder können. Meine negativen Gedanken haben keinen Einfluss darauf ob er bleibt oder nicht.

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31. August 2010 um 16:24
In Antwort auf august_11878053

Argh,
wenn Du schon Deine frühkindlichen Erlebnisse als Grund für Deine jetzigen Probleme festgestellt hast, dann finde einen Weg, für die Zukunft damit zurechtzukommen. Die Vergangenheit ist vorbei - Du kannst sie nicht mehr ändern und "Schuld" an Deiner gegenwärtigen Situation ist immer nur einer - Du selbst. Wenn Du so einen netten Freund hast und Dir fällt nichts besseres ein, als mit Misstrauen und Eifersucht zu reagieren, dann arbeite an Dir. Verschaff Dir mehr Selbstbewusstsein, lies Bücher zum Thema, frage einen Psychologen um Rat.
Dein Freund kann nichts dafür. Mach es mit Dir selbst aus.
Ich würde ehrlich gesagt etwas irritiert reagieren, wenn mir ein Freund sagen würde, dass ich auf Grund seines frühkindlich erworbenen Urmisstrauens besonders sensibel auf seine grundlosen Eifersuchtsanfälle zu reagieren hätte.

Wieso denn?
Ich finde, sie sollte unbedingt mit ihm darüber reden. Nicht, weil er dazu gebracht werden soll ihre 'Macken' als gottgegeben hinzunehmen sondern damit er sie richtig kennenlernt. Er hat doch bestimmt Fragen im Kopf, wo diese Verlustangst herkommt und ich finde er sollte diese Frage beantwortet bekommen. Er möchte doch den Menschen an seiner Seite verstehen und auf ihn eingehen. Und das kann man nur, wenn man über die Hintergründe Bescheid weiß. Und das heißt ausdrücklich NICHT, dass er sich nicht über unangebrachtes Verhalten ärgern darf und dieses ansprechen darf.

@TE: ich finde, du hast dein Problem schon sehr klar erkannt und ich glaube nicht, dass ein Forum dir dabei helfen kann. Ich denke so ein 'Urproblem' lässt sich NUR mit richtiger geschulter hilfe aufarbeiten. Und du tust das nicht ausschließlich für IHN sonder vor allem für DICH, denn diese Erfahrung wird dich ja dein ganzes Leben lang beeinflussen.

LG

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