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Verloren im Patchworklabyrinth

29. August um 10:30 Letzte Antwort: 29. August um 11:13

Hallo liebe Patchworker,

ich brauche dringend eure Erfahrungen und Ratschläge, da ich und mein Partner bei dem Versuch unsere Leben zusammenzuführen vor einer gefühlt unlösbaren Aufgabe stehen.

Ich bin 30 Jahre alt und habe einen 8 Monate alten Sohn, den ich bisher alleine großgezogen habe, da der leibliche Vater leider keine Verantwortung übernommen hat. Mein Partner, 35 Jahre, hat eine 2-jährige Tochter, die in der gleichen Stadt bei der Mutter lebt und der geregelte Umgang grade neu aufgebaut wird, da es in den letzten Monaten eher schwierig zwischen den beiden war.

Hinzu kommt, dass wir aktuell knapp 100 km entfernt voneinander wohnen und ich, kurz bevor wir uns kennen gelernt haben, für mich entschieden habe, wieder in meine Heimatstadt zurück zu ziehen, da mir hier einfach die Unterstützung meiner Familie fehlt. Da ich Lehrerin bin, habe ich nur aktuell in meiner Elternzeit die Möglichkeit, mich versetzen zu lassen, weswegen eine Entscheidung innerhalb der nächsten 4 Monate getroffen werden muss. Mein Partner ist selbstständig und gerade auch an einem Punkt ist, an dem er sich beruflich an einen Ort binden würde.

Zu Beginn dachten wir, wie gut, dass wir uns noch "rechtzeitig" kennen gelernt haben, um noch eine gemeinsame Basis schaffen zu können, aber jetzt finden wir aktuell keine Lösung, mit der einer von uns nicht alles auf eine Karte setzen würde. In Summe spricht für uns beide mehr dafür, in meine Heimatstadt Münster zu gehen, weil wir dort unter anderem familiäre Unterstützung auch für weitere geplante Kinder hätten, einen Betreuungsplatz für meinen Sohn nach der Elternzeit und vor allem endlich mal Zeit zu zweit hätten, die uns hier aktuell massiv fehlt.

Jedoch wäre der Preis dafür, dass mein Partner 200 km weit weg von seiner Tochter wohnen würde und damit verständlicher Weise das Gefühl hat, sich gegen seine Tochter und eine richtige Vater-Tochter-Beziehung zu entscheiden. Vor allem ist unklar, inwieweit dann noch regelmäßiger Kontakt möglich wäre, hauptsächlich bedingt durch seine Exfreundin.

Ich wäre sogar bereit zu ihm zu ziehen, obwohl das für mich ein immenses Risiko bedeuten würde, aber die Möglichkeit ist für ihn kaum tragbar, weil die Betreuungssituation katastrophal, keinerlei familiäre Unterstützung da wäre und im worst case wäre ich, falls es aus irgendeinem Grund scheitern sollte, alleine mit Kind in einer fremden Stadt, was natürlich viel Druck aufbaut.

Eine Zwischenlösung ist auch nicht denkbar, da ja dann nichts von allem gegeben wäre, sondern beide Seiten zu viele Abstriche.

Erschwerend hinzu kommt auch noch, dass wir uns erst seit einigen Monaten kennen und natürlich jeder Außenstehende wahrscheinlich zu dem Schluss kommen würde, für so etwas Frisches nicht so viel aufs Spiel zu setzen. Aber für uns war es von der ersten Sekunde an klar, dass es das ist und wir zuvor noch nie so empfunden haben. Jeder, der das auch erleben durfte, wird es wahrscheinlich verstehen können.

Ohne Kinder könnte man vielleicht auch noch eine gewisse Zeit als Fernbeziehung überbrücken, aber mit Job und Kindern bleibt so schon kaum Zeit und die restliche würde mit den Fahrtwegen einfach nicht ausreichen, um sich in naher Zukunft etwas aufbauen zu können. Und legen wir uns jetzt beruflich beide auf eine Stadt fest, kommen wir da beide nur noch ganz schwierig raus, sodass wir uns eigentlich nur jetzt für eine gemeinsame Stadt entscheiden können....

Momentan sind wir einfach nur ratlos, empfinden einen riesen Druck und haben das Gefühl, keine gute Entscheidung treffen zu können. Patchwork muss doch auch unter diesen Bedingungen möglich sein, oder nicht???

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29. August um 10:49

Guten Morgen,
ich denke für die neue Familie ist es eine gute Basis, dass beide Kinder noch so klein sind, dass sie wie Geschwister aufwachsen können. Ohne Feindseligkeiten gegenüber dem "fremden" Elternteil. Hängt natürlich auch davon ab wie sich die Ex deines Freundes diesbezüglich verhält.

Da du es jetzt bereits 8 Monate in der Stadt ausgehalten hast, kannst du das doch auch weiterhin schaffen, oder? Aus Erfahrung kann ich dir sagen, dass man mit Kindern schnell und unkompliziert Leute kennenlernen kann, so dass du ein eigenes soziales Netzwerk für dich aufbauen kannst. Meine Kinder sind schon groß, aber einige der Mütter aus Krabbelgruppe, Kindergarten und Schule sind mir als Freundinnen geblieben 

Ich würde in dieser Stadt bleiben. Wenn dein Freund seine Tochter verlassen muss, könnte das irgendwann zwischen euch stehen. Ob die Beziehung hält und wie lange ist immer die große Frage. Das kannst nur du beurteilen. Aus o.g. Gründen kannst du aber durchaus Leute finden, die dich im schlimmsten Fall auffangen.

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29. August um 11:07
In Antwort auf toshi01

Hallo liebe Patchworker,

ich brauche dringend eure Erfahrungen und Ratschläge, da ich und mein Partner bei dem Versuch unsere Leben zusammenzuführen vor einer gefühlt unlösbaren Aufgabe stehen.

Ich bin 30 Jahre alt und habe einen 8 Monate alten Sohn, den ich bisher alleine großgezogen habe, da der leibliche Vater leider keine Verantwortung übernommen hat. Mein Partner, 35 Jahre, hat eine 2-jährige Tochter, die in der gleichen Stadt bei der Mutter lebt und der geregelte Umgang grade neu aufgebaut wird, da es in den letzten Monaten eher schwierig zwischen den beiden war.

Hinzu kommt, dass wir aktuell knapp 100 km entfernt voneinander wohnen und ich, kurz bevor wir uns kennen gelernt haben, für mich entschieden habe, wieder in meine Heimatstadt zurück zu ziehen, da mir hier einfach die Unterstützung meiner Familie fehlt. Da ich Lehrerin bin, habe ich nur aktuell in meiner Elternzeit die Möglichkeit, mich versetzen zu lassen, weswegen eine Entscheidung innerhalb der nächsten 4 Monate getroffen werden muss. Mein Partner ist selbstständig und gerade auch an einem Punkt ist, an dem er sich beruflich an einen Ort binden würde.

Zu Beginn dachten wir, wie gut, dass wir uns noch "rechtzeitig" kennen gelernt haben, um noch eine gemeinsame Basis schaffen zu können, aber jetzt finden wir aktuell keine Lösung, mit der einer von uns nicht alles auf eine Karte setzen würde. In Summe spricht für uns beide mehr dafür, in meine Heimatstadt Münster zu gehen, weil wir dort unter anderem familiäre Unterstützung auch für weitere geplante Kinder hätten, einen Betreuungsplatz für meinen Sohn nach der Elternzeit und vor allem endlich mal Zeit zu zweit hätten, die uns hier aktuell massiv fehlt.

Jedoch wäre der Preis dafür, dass mein Partner 200 km weit weg von seiner Tochter wohnen würde und damit verständlicher Weise das Gefühl hat, sich gegen seine Tochter und eine richtige Vater-Tochter-Beziehung zu entscheiden. Vor allem ist unklar, inwieweit dann noch regelmäßiger Kontakt möglich wäre, hauptsächlich bedingt durch seine Exfreundin.

Ich wäre sogar bereit zu ihm zu ziehen, obwohl das für mich ein immenses Risiko bedeuten würde, aber die Möglichkeit ist für ihn kaum tragbar, weil die Betreuungssituation katastrophal, keinerlei familiäre Unterstützung da wäre und im worst case wäre ich, falls es aus irgendeinem Grund scheitern sollte, alleine mit Kind in einer fremden Stadt, was natürlich viel Druck aufbaut.

Eine Zwischenlösung ist auch nicht denkbar, da ja dann nichts von allem gegeben wäre, sondern beide Seiten zu viele Abstriche.

Erschwerend hinzu kommt auch noch, dass wir uns erst seit einigen Monaten kennen und natürlich jeder Außenstehende wahrscheinlich zu dem Schluss kommen würde, für so etwas Frisches nicht so viel aufs Spiel zu setzen. Aber für uns war es von der ersten Sekunde an klar, dass es das ist und wir zuvor noch nie so empfunden haben. Jeder, der das auch erleben durfte, wird es wahrscheinlich verstehen können.

Ohne Kinder könnte man vielleicht auch noch eine gewisse Zeit als Fernbeziehung überbrücken, aber mit Job und Kindern bleibt so schon kaum Zeit und die restliche würde mit den Fahrtwegen einfach nicht ausreichen, um sich in naher Zukunft etwas aufbauen zu können. Und legen wir uns jetzt beruflich beide auf eine Stadt fest, kommen wir da beide nur noch ganz schwierig raus, sodass wir uns eigentlich nur jetzt für eine gemeinsame Stadt entscheiden können....

Momentan sind wir einfach nur ratlos, empfinden einen riesen Druck und haben das Gefühl, keine gute Entscheidung treffen zu können. Patchwork muss doch auch unter diesen Bedingungen möglich sein, oder nicht???

Mmmh.. also wenn ich ehrlich bin, wäre mir das zu schnell, zu früh, zu riskant. Für beide Seiten. Ich würde jetzt mal mutmaßen, dass ihr beide noch sehr frisch verliebt seid und da sieht man ja gern noch alles durch die rosarote Brille. Richtig kennen (vor allem einen gemeinsamen Alltag als Paar, Plus als Patchwork Familie) tut ihr ja noch gar nicht.

Du wirst ja vom Kindsvater noch nicht allzu lange getrennt sein und hast dir das sicher auch alles ganz anders vorgestellt (bist vielleicht nocht sehr verletzt und enttäuscht). Verständlich, dass du dich schnellstmöglich nach einer stabilen Familie sehnst (daher ja auch dein Wunsch wieder in die alte Heimat zur Urspungsfamilie zu ziehen).

Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt? Internet? Das birgt leider genau dieses Riskio... eigentlich passt alles - bis auf die harte Realität. Nämlich dass es einen Grund hatte, warum man sich im Alltag noch nicht begegnet ist. Man hat entweder nicht die selben Interessen/Hobbies oder wohnt zu weit von einander entfernt.

Ich an deiner Stelle würde mich für mich und das junge Kinde absichern und dort wohnen, wo du die Unterstützung deiner Family und einen sicheren Betreuungsplatz hast. Vielleicht (und die Wahrscheinlichkeit ist gar nicht soo gering) sieht die Welt zwischen euch als Paar in 6 Monaten ganz anders aus. Dann ist dir seine Selbständigkeit vielleicht lästig oder er mag Münster nicht, du kommst vielleicht mit seiner Tochter nicht klar oder er mit deinem Kind... zu früh. Ich würde es an eurer beiden Stelle lassen. Ich meine das auch nicht böse, aber ihr habt euch ja beide scheinbar sehr früh von dem jeweiligen Elternteil getrennt. Da sollte es beim nächsten Mal doch etwas längerfristiges sein oder? Und das sieht man eben erst nach der rosaroten Brille.

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29. August um 11:13
In Antwort auf painainlove

Mmmh.. also wenn ich ehrlich bin, wäre mir das zu schnell, zu früh, zu riskant. Für beide Seiten. Ich würde jetzt mal mutmaßen, dass ihr beide noch sehr frisch verliebt seid und da sieht man ja gern noch alles durch die rosarote Brille. Richtig kennen (vor allem einen gemeinsamen Alltag als Paar, Plus als Patchwork Familie) tut ihr ja noch gar nicht.

Du wirst ja vom Kindsvater noch nicht allzu lange getrennt sein und hast dir das sicher auch alles ganz anders vorgestellt (bist vielleicht nocht sehr verletzt und enttäuscht). Verständlich, dass du dich schnellstmöglich nach einer stabilen Familie sehnst (daher ja auch dein Wunsch wieder in die alte Heimat zur Urspungsfamilie zu ziehen).

Wie habt ihr euch eigentlich kennengelernt? Internet? Das birgt leider genau dieses Riskio... eigentlich passt alles - bis auf die harte Realität. Nämlich dass es einen Grund hatte, warum man sich im Alltag noch nicht begegnet ist. Man hat entweder nicht die selben Interessen/Hobbies oder wohnt zu weit von einander entfernt.

Ich an deiner Stelle würde mich für mich und das junge Kinde absichern und dort wohnen, wo du die Unterstützung deiner Family und einen sicheren Betreuungsplatz hast. Vielleicht (und die Wahrscheinlichkeit ist gar nicht soo gering) sieht die Welt zwischen euch als Paar in 6 Monaten ganz anders aus. Dann ist dir seine Selbständigkeit vielleicht lästig oder er mag Münster nicht, du kommst vielleicht mit seiner Tochter nicht klar oder er mit deinem Kind... zu früh. Ich würde es an eurer beiden Stelle lassen. Ich meine das auch nicht böse, aber ihr habt euch ja beide scheinbar sehr früh von dem jeweiligen Elternteil getrennt. Da sollte es beim nächsten Mal doch etwas längerfristiges sein oder? Und das sieht man eben erst nach der rosaroten Brille.

Guter Punkt!
@TE: Von welchen Zeiträumen reden wir denn? Das Kind ist 8 Monate alt, die Beziehung aber jünger, richtig? Zusammenziehen würde ich auch noch nicht raten, sollte das so rübergekommen sein.

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