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Verloren

23. August 2009 um 14:59

Hallo,
Ich weiß nicht, ob die Person, von der dieser Text handelt, ihn jemals lesen wird. Mir jedoch hilft es dabei, alles zu verarbeiten, wenn ich darüber schreibe. Die Daten sind richtig, der Text hat es aber nicht sofort hierher geschafft, deswegen gibt es leichte Abweichungen! Er ist ziemlich lang ausgefallen, ich hoffe aber, dass ihn trotzdem jemand liest

Meine große Liebe

Die ganze Geschichte beginnt an einem Tag mitten im März des Jahres 2008. Ich habe schon lange Interesse an einem besonderen Mädchen. 18 Monate bin ich schon mit ihr zusammen in einer Klasse und habe mich nie getraut, ihr meine Gefühle zu gestehen. In letzter Zeit war es aber anders, wir sind uns näher gekommen. Für heute Abend haben wir uns verabredet, um eine DVD zu gucken nur wir beide. Die Wahl des Films viel auf Rush Hour 3, ein nicht sonderlich romantischer Film, aber der Film war sowieso Nebensache. Wir hatten es uns auf einem Sitzsack bequem gemacht, der direkt vor dem Fernseher positioniert war. Das Licht war gedämmt, der Bequemlichkeit halber. Wir kamen uns immer näher, berührten uns, trauten uns aber nicht, uns zu küssen. Immer wieder machte ich dämliche Witze, ob es grenzwertig sei, wenn ich ihr mit den Fingerspitzen ganz leicht über die Unterarme streiche. So verbrachten wir die ganze Nacht mit diesen sanften Berührungen, ich strich durch ihr braunes, langes Haar, sie liebkoste meine Haut auf den Armen. Wir wollten mehr, aber wir gingen nicht weiter, aus Angst durch Unbedachtheiten die Magie des Momentes zu zerstören. So schliefen wir ein, bei laufendem Fernseher, Licht und auf dem Sitzsack, der zum sitzen zwar gut geeignet ist, aber kein wirklich gutes Bett abgibt. Als wir am Morgen aufwachten, tat uns beiden der ganze Körper weh. Ich fuhr sie zeitig nach Hause, entlockte ihr aber vorher noch das Versprechen, dass wir uns noch am selben Tag wieder sehen. Sie hat ihr Versprechen gehalten, wir aßen gemeinsam Sushi, obwohl ich im Nachhinein erfahren habe, dass sie so was gar nicht mag! Bei diesem Treffen hatten wir unseren ersten Kuss. Das ganze haben wir gemeinsam auf Fotos festgehalten, um diesen wunderbaren Augenblick für später zu konservieren. Ich sehnte mich so nach ihren Lippen, dass ich einfach nicht widerstehen konnte. Ich liebte sie, schon seit ich sie das erste Mal sah. Das war auf der Kennlernfahrt der 11. Klasse, in die wir beide gingen. Seit diesem Zeitpunkt wusste ich, dass dies die Einzige Frau war, die mich ausfüllen konnte. Eigentlich wollten wir unsere Beziehung zu einander nicht nach außen dringen lassen, aber wie es der Zufall so wollte, kam die Kamera mit den Bildern unserer gemeinsamen Zeit in die falschen Hände. So erfuhren alle unsere Freunde von uns. Ich und meine Traumfrau machten das Beste aus der Situation, wir hatten schließlich uns. Am selben Abend gingen wir mit Freunden in eine Disco. Ich setzte mich mit ihr in eine stille Ecke, in der wir für uns waren, und wir küssten uns wie noch nie zuvor. Wir hatten in den folgenden Monaten eine wunderschöne Zeit. Aber diese ganze Zeit über habe ich sie enttäuscht. Rückblickend würde ich alles anders machen, aber wer kann die Zeit schon zurück drehen? Ich war unpünktlich, stellte sie des Öfteren hinten an, wenn es etwas zu erledigen galt. Trotz meiner Verfehlungen als Freund blieben wir lange glücklich. Wir besuchten gemeinsam ein wunderschönes Konzert unserer Lieblingsband und verstanden uns super. Aber nach und nach schlichen sich die ersten Makel in unsere bislang perfekte Beziehung. Ich verschmähte sie, obwohl sie sich nach mir sehnte. Dies war einer meiner größten Fehler, aber ich hatte meinen Kopf einfach nicht frei. Das erste mal miteinander sollte für uns beide unvergesslich werden, aber das ist nur einer der Fehler, die ich begangen habe. Immer öfter stritten wir uns wegen Dingen, die ich jetzt nicht mehr nachvollziehen kann. Wir sahen uns eigentlich täglich, man könnte fast meinen, dass wir uns zu viel gesehen haben. Wenn wir Zeit für uns hatten und niemand Einfluss auf uns nehmen konnte, war unsere Liebe wie am ersten Tag. Der Alltag tötete langsam jegliche Leidenschaft zwischen uns. Immer öfter schliefen wir getrennt, wurden immer ärgerlicher. Ich habe in meinem Leben gelernt, meine Gefühle vor meinen Mitmenschen zu verbergen ein weiterer Punkt, den sie an mir verabscheute. Ich tat dies, um nicht verletzbar zu sein. Ich tat es, um Ruhe und Frieden zu wahren und habe als Konsequenz jegliches Gefühl in mich hineingefressen. In extremen Situationen viel diese Maske von mir ab, so war sie zum Beispiel der erste Mensch, der mich seit mehr als 10 Jahren hat weinen sehen. Aber umso mehr die Beziehung von Innen heraus zerfiel, desto sehnlicher wünschte ich mir, sie nicht zu verlieren.
Ich versprach ihr Dinge, von denen ich keine Ahnung hatte, zum Beispiel, dass ich sie gehen lassen würde, wenn sie mit mir nicht glücklich wäre. Unsere Streitereien begannen, immer heftiger zu werden. Ungefähr zu dieser Zeit, beging ich einen weiteren Fehler, den ich bis heute bereue: Ich belog sie.
Es ging nur um einen Klingelton, dessen Ursprung sie interessierte. Ich habe diesen Klingelton damals von einem anderen Mädchen erhalten, erzählte ihr aber, dass er von einem Freund sei. Ich tat dies, um sie nicht zu verärgern, da ich wusste, wie eifersüchtig sie auf das andere Mädchen reagierte. Als die Lüge aufflog, dachte ich das erste Mal, dass wir nicht zusammen bleiben werden. Ich hatte Angst, sie wegen einem lächerlichen Klingelton für immer verloren zu haben. Aber sie hat mir verziehen. Langsam gewann sie wieder Vertrauen zu mir. Man könnte sagen, dass dies der Anfang vom Ende war. Unsere Beziehung wurde nie wieder wie vorher. Immer weniger hatten wir intime Momente, waren immer weniger glücklich. Mittlerweile waren wir über 1 Jahr zusammen. Wir gingen gemeinsam in einen Winterurlaub, in dem wir zusammen jede Menge Spaß hatten. Wir lernten uns neu kennen, waren so glücklich wie lange nicht mehr. Unsere Beziehung erlebte einen Aufschwung, meine Zweifel waren vernichtet. Aber es kam, wie es kommen musste. Zurück in der Heimat ging das Ganze von vorne los. Bis auf wenige Tage, die wir zusammen ohne jeden Einfluss von außen verbrachten, blutete unsere Beziehung langsam aus. Wir steuerten langsam auf das Abitur zu, ein Einfluss, der vielleicht auch viel zerstörte, da wir einfach sehr beschäftigt waren. Gemeinsam machten wir uns Gedanken um unsere Zukunft, wo wir studieren werden, wo wir leben werden. Für sie stand von Anfang an fest, dass sie in einer Stadt studieren wird, die ungefähr 200 Kilometer von hier entfernt ist. Sie wusste, dass diese Stadt für mich nicht in Frage kam. Trotzdem war ich glücklich wie es war, auch wenn es hätte besser sein können. Ich weiß bis heute nicht, seit wann ich sie nicht mehr glücklich machen konnte. Nach dem Abitur geschah es, dass ihre Eltern einen Urlaub mit uns planten. Ich hatte sehr viel Lust mitzufahren, die Reise ging nach Irland. Allerdings habe ich einen Tag, bevor die Reise begann, abgesagt. Ich hatte Angst davor, ihr und ihrer Familie den Urlaub zu zerstören, schließlich war es der letzte, den sie als Familie verbringen konnten, bevor sie auszieht. So blieb ich also zu Hause, während meine Liebste für 3 Wochen nach Irland fuhr. Selbst im Urlaub hatten wir beinahe täglich Kontakt. Ich schrieb ihr Mails, SMS und rief sie an. Sie antwortete mit Postkarten, Mails und allem Anderen. Ich liebe dich schrieb sie auf ihren Karten. Doch insgeheim wusste ich, dass sie mit der Beziehung abgeschlossen hatte. Sie entwöhnte sich in diesen drei Wochen Urlaub von mir. Als sie am 02. August 2009 aus dem Urlaub wiederkehrte, fuhr ich sofort zu ihr. Wir verbrachten die Nacht miteinander, liebten uns, aber nichts sollte mehr so werden wie es war. Es dauerte noch drei Tage, bis die Beziehung endete. An diesen drei Tagen habe ich viel falsch gemacht. Ich versetzte sie, da meine Mutter krank geworden war. Als wir uns am Mittwoch, dem 05.08.09 trafen, war unser gemeinsames Schicksal bereits besiegelt. Sie sagte mir, dass sie sich in der Beziehung einfach mehr wünscht, und alles was ich in diesem Moment spontaner Dummheit hervorbrachte war, dass ich ihr nicht mehr geben könne. Ich hätte es gekonnt. Ich habe es auch gewollt. Aber ich hatte verlernt, auf mein Herz zu hören, also tat ich nichts und lies sie gehen. Dies war der Tag, an dem sie mir sagte, dass sie nicht mehr mit mir zusammen sein wollte. Seit diesem Tag habe ich gelernt, was es heißt, einen Menschen zu vermissen. Die Maske, mit der ich mich selbst schützte, fiel in sich zusammen. Ich liebte sie, ich liebe sie auch heute noch, fast drei Wochen nach der Trennung, mehr als mir jemals bewusst war. Ich kann einfach nicht ohne sie sein. Ich rief sie an, mehrmals am Tag, einfach nur um ihre Stimme zu hören. Ich wollte sie treffen, Zeit mit ihr verbringen, einfach wieder mit ihr sein. Doch selten kam sie meinen Bitten nach. Das Salz in meiner Wunde war, das sie in weniger als einem Monat in eine andere Stadt ziehen würde. Ich redete mir selber ein, dass ich sie niemals wieder sehen würde. So verbrachte ich beinahe drei Wochen in dumpfer Lethargie, war einfach nicht in der Lage, diesen Verlust zu verkraften.
Aber als ob das nicht gereicht hätte, kam es noch viel schlimmer. Durch einen Zufall stellte ich fest, dass sie seit unserer Trennung oft Besuch von einem Freund bekam. Ich rief sie an und fragte, wer bei ihr sei. Ihre Antwort war, dass ihre beste Freundin zu Besuch gekommen sei. Eine Lüge, die mich bis ins Mark verletzte. Gemeinsam fuhren die beiden an den Strand, küssten sich, wie sie mir später erzählte. Am nächsten Tag traf ich mich mit ihr, wollte mit ihr über alles reden, aber alles was sie zu sagen hatte, war, dass sie mir nicht helfen könne. Sie hätte es gekonnt, wären ihre Gefühle für mich nicht schon lange gestorben. Ich fragte, ob sie sich am selben Tag wieder mit dem anderen Kerl treffen würde, was sie bejahte. An diesem Tag habe ich nichts mehr von ihr gehört. Ich fuhr am nächsten Morgen zufällig an ihrem Haus vorbei, als ich sah, was mein Herz in tausend Scherben springen lies.
Das Auto ihres Freundes stand vor der Tür. Sie hatte die Nacht mit ihm verbracht. Das war heute, am 22.08.09. Seit Wochen habe ich nicht richtig geschlafen, kaum gegessen und getrunken. Meine Haut ist blass geworden, meine Augen und Wangen eingefallen. Heute sitze ich hier, schreibe diesen Text aus Gründen, die ich selber nicht verstehe, und versuche zu verstehen. Zu verstehen, wie es sein kann, dass Liebe so schmerzt. Sie hinterlässt eine Lücke in mir, die ich zu füllen nicht in der Lage sein werde. Ich hingegen hinterlasse nichts als 72 Wochen verschwendete Zeit. Sie hat mich ersetzt, innerhalb von zwei Wochen. Ich fühle mich nicht in der Lage, sie einfach zu vergessen. In fünf Tagen zieht sie nun weg, verlässt mich und nimmt mein Herz mit sich. Alles in Worte zu fassen, was ich fühle, fällt mir unglaublich schwer. Ich bin einfach nicht der Mensch, der schöne Worte für schreckliche Gefühle findet. Heute Morgen habe ich ihr geschrieben, was ich fühle, denke und wünsche. Ich erhielt bisher keine Antwort. Seit unserer Trennung versuche ich sie zu hassen, um es mir leichter zu machen, dazu bin ich aber nicht in der Lage. Seine erste große Liebe vergisst man nie. So lebe ich in den Tag hinein, habe nichts was ich mir als Ziel setzen könnte. Sinneseindrücke dringen nur gedämpft in mein Bewusstsein. Während ich diese Zeilen schreibe, denke ich an meine Zukunft. Eine Zukunft ohne Liebe, ohne sie noch einmal zu sehen. Die Welt würde ich ihr zu Füßen legen, um sie wieder bei mir haben zu können. Um ein einziges Mal den Duft ihres Haares zu riechen, ihre Haut unter meinen Fingern und ihre Lippen auf den Meinen spüren zu dürfen. Dies bleibt mir verwährt. Ich zerstörte langsam alles, was sie an mich band, vertrieb sie aus meinem Leben. Dies bereue ich. Ich weiß nicht, wie meine Zukunft aussieht, ich weiß aber, dass mir eine Zukunft ohne sie nicht lebenswert erscheint. Oft habe ich ihr gesagt, dass ich innerlich sterbe. Das war falsch, denn an dem Tag, an dem sie mich verließ bin ich endgültig gestorben. Die Menschen um mich herum leben ihr Leben, als ob es ganz normale Tage wären. Ich hasse sie dafür. Die Welt steht für mich still, jede Sekunde dauert eine Ewigkeit. Ich versuche mich mit Sport abzulenken, manchmal jogge ich bis ich zusammen breche. Ich kann mich aber nicht ablenken. Alles um mich herum erinnert mich an sie. Ab und zu denke ich, im Wind ihre Stimme zu hören, die nach mir ruft. Denke, dass ich sie in einer Menschenmenge sah. Nichts als Einbildung. Ich vermisse sie, mit allen Sinnen. Ich vermisse ihr Lächeln, dass für mich die tiefste Finsternis zu durchdringen vermochte.
Liebe ist der größte Selbstbetrug, den es auf Erden gibt. Man klammert sich an eine Person, ist glücklich und will für immer zusammen bleiben, aber tief in seinem Innersten weiß man, dass man leiden wird. Ich sehne mich nach dieser einen Frau, kann an nichts anderes mehr denken. Ich weiß, dass sie in fünf Tagen für immer aus meinem Leben verschwindet, doch will ich sie wieder bei mir haben, in der Gewissheit, diesen ganzen Schmerz noch mal durchleben zu müssen.

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23. August 2009 um 16:13

" Liebeskummer ist eine
Krankheit wie Masern,
sie fällt einen jeden an, früher oder später,
aber kaum einer stirbt daran. "

Zitat

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23. August 2009 um 22:53

Verloren für immer
Du sprichst mir aus der Seele. So wie Du Dich jetzt fühlst...so fühle ich mich im Moment auch. Bei mir waren es 484 Wochen und er hat mich ebenfalls in wenigen Wochen einfach ersetzt durch eine andere. Es ist einfach so unbegreiflich wie Liebe vergehen kann. Liebe kann so schmerzhaft sein und tut so unendlich weh...
In wenigen Wochen wird er von hier wegziehen. 720 km werden uns trennen und ich weiß wir werden uns wahrscheinlich nie mehr wieder sehen.

Ich habe ihn verloren...für immer

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23. August 2009 um 23:40
In Antwort auf keshia_12527568

Verloren für immer
Du sprichst mir aus der Seele. So wie Du Dich jetzt fühlst...so fühle ich mich im Moment auch. Bei mir waren es 484 Wochen und er hat mich ebenfalls in wenigen Wochen einfach ersetzt durch eine andere. Es ist einfach so unbegreiflich wie Liebe vergehen kann. Liebe kann so schmerzhaft sein und tut so unendlich weh...
In wenigen Wochen wird er von hier wegziehen. 720 km werden uns trennen und ich weiß wir werden uns wahrscheinlich nie mehr wieder sehen.

Ich habe ihn verloren...für immer

484 Wochen...
Sind etwas mehr als 9 Jahre, richtig? ist natürlich viel mehr Zeit als bei mir... aber ich finde, Liebe kann man nicht durch gemeinsame Zeit messen. Ich war zwar nur 1 1/2 Jahre mit ihr zusammen, trotzdem fehlt sie mir unglaublich doll!

Man kann nur nach vorne schauen, auch wenn es schwer fällt!

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24. August 2009 um 0:02
In Antwort auf alexej_12304012

484 Wochen...
Sind etwas mehr als 9 Jahre, richtig? ist natürlich viel mehr Zeit als bei mir... aber ich finde, Liebe kann man nicht durch gemeinsame Zeit messen. Ich war zwar nur 1 1/2 Jahre mit ihr zusammen, trotzdem fehlt sie mir unglaublich doll!

Man kann nur nach vorne schauen, auch wenn es schwer fällt!

9 Jahre
Ja richtig. 9 Jahre...fast ein Drittel meines Lebens haben wir gemeinsam verbracht. Aber ich muss Dir recht geben. Die Zeit spielt keine wesentliche Rolle. Schmerz bleibt Schmerz.

Ich wünsche Dir viel Kraft für die kommende Woche!
Liebe Grüße in den Norden!

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