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Verlobt - aber wir wohnen nicht zusammen...

4. Dezember 2008 um 1:05

Hallo,

mein Freund und ich sind seit einem Jahr zusammen und seit 10 Monaten verlobt. Er hat mich gefragt, ob ich ihn heiraten und Kinder mit ihm will. Wir verstehen uns sehr gut, sind auf einer Wellenlänge, haben ähnliche Zukunftspläne und den gleichen Humor.
Allerdings möchte ich gerne den nächsten praktischen Schritt mit ihm gehen - nämlich mit ihm zusammen wohnen. Das ist einfach eine emotionale Sache für mich und man muss ja auch mal testen, ob man den Alltag zusammen gut meistert. Ich möchte ihn eigentlich nicht darauf ansprechen, da ich denke, dass er es selbst mal thematisieren würde, wenn er genauso wie ich fühlen würde. Eine Freundin von mir hat jetzt sehr schlechte Erfahrungen damit gemacht, ein Zusammenziehen zu initiieren - da ihr Freund jetzt meinte, sie hätte ihn dazu gedrängt.
Anscheinend ist das Zusammenwohnen aber gar nicht wichtig für meinen Freund... und das macht mich nachdenklich und auch ein bisschen traurig. Wir telefonieren zwar fast jeden Abend und verbringen auch die Wochenenden und einen Tag in der Woche zusammen meistens bei mir - aber er ist wohl eher der praktische Typ, der argumentieren würde, dass es vernünftig ist zusammenzuziehen, wenn wir beide einen festen Job haben etc. Wir studieren nämlich noch - aber finanzieren jeder eine eigene Wohnung. Ich mag seine Rationalität nicht und möchte auch nicht, dass er dann nur aus praktikablen Gründen plötzlich mit mir zusammen wohnen will. Warum wird er denn automatisch das Verlangen nach einer gemeinsamen Wohnung haben, wenn wir nicht mehr studieren?
Außerdem stört es mich, dass er meine Wohnung sowieso für seine Geburtstagspartys u.ä. gerne nutzt, da seine viel zu klein und ungemütlich ist. Ich fühle mich bei ihm mittlerweile überhaupt nicht mehr wohl, so dass ich nur 1-2 Mal im Monat zu ihm komme. Aber einmal, als wir zufällig auf das Thema Zusammenwohnen kamen, meinte er, bei mir könne er ja nicht einziehen, weil ich keine Badewanne habe! Das hat mich irgendwie verletzt...
Übertreibe ich es, bin ich zu ungeduldig oder wie seht ihr das?

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4. Dezember 2008 um 2:25

Köder ihn mit Rationalität
Also, dass es dich verletzt, dass er sich in der Wohnung in der er lebt eine Badewanne wünscht ist wirklich übertrieben.
Er ist doch immer sehr pragmatisch und wenn er gerne eine badewanne hat, dann sollte er eben auch in einer Wohnung mit badewanne wohnen. Das hat doch gar nichts mit dir zu tun oder dass deine Wohnung ihm nicht gut genug wäre oder so.
Aber nun zum Hauptthema: Ich glaube dein verlobter orientiert sich an Klischees. Als Student hat man seine eigene Bude und wenn man dann fertig ist, einen Beruf hat und sich etabliert hat, dann zieht man zusammen und bekommt irgendwann Kinder. Ich glaube er denkt da wirklich vollig in diesen Kategorien. Löse ihn von dieser Vorstellung.
Als zweites: Sag ihm auf einer rationalen Ebene welche Vorteile das zusammenwohnen hat (geteilte Miete, geteilte Haushaltsaufgaben und außerdem ist seine wohnung doch eh ungemütlich, so dass er nicht mal freunde hin einlädt....)
ICh finde du solltest keine Angst davor haben das Thema anzusprechen. Woher soll er denn von deinem Wunsch wissen? Er kann ja nicht hellsehen. Er hat einen Plan im Kopf und dass deiner anders ist, heißt ja nicht dass es schlecht wäre und er nicht wollen könnte. Ich finde du solltest auf jeden Fall deinen Wunsch äußern.
Und er ist ein erwachsener Mann, der dir nicht wie ein kleines Mädchen vorhalten wird "du hast mich aber dazu gedrängt, ich wollte das ja gar nicht". ist dein Freund wirklkich so ein typ, der sowas sagen würde?
Irgendwie klingt aber da noch was anderes durch, bei dem was du so geschrieben hast. Bist du dir sicher, dass das das eigentliche Problem ist? Oder schlummert da was ganz anderes unter der Oberfläche?

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23. Dezember 2008 um 16:45

Ist doch gut so
Also ich würde Dir raten, lass es so wie es ist. Ich halte auch nicht viel vom Zusammenziehen nur aus egoistischen und wirtschaftlichen Gründen. Ein Zusammenleben braucht eine gemeinsame Grundlage wie eine Ehe mit einem klaren, gemeinsamen Blick auf die Zukunft. Ich habe meinen Mann auch schon ein paar Jahre davor gekannt, aber wir haben bei den Eltern gewohnt. Eine "Ehe auf Probe" ist einfach etwas anderes als in einer Ehe zusammen zu wohnen. Man probiert einfach etwas ganz anderes aus, weil die Grundlagen andere sind. Ich glaube, dass man mit so einem Zusammenwohnen vor der Ehe auch sehr viel verderben kann.

Nutzt lieber die Zeit, um genau und ungebunden abzuklären, wie ihr euch euer gemeinsames Eheleben vorstellt und welche Ziele ihr gemeinsam verfolgen wollt. Das ist doch viel reizvoller und gibt dem anderen auch Zeit, sich auf so etwas einzustellen. Das merkt man dann ja, ob man sich aufeinander zubewegt oder ob sich unüberwindliche Hindernisse auftun. In letzterem Fall ist es besser, man geht auseinander, bevor man mehr mitsammen angefangen hat. Das aufeinander Zugehen darf aber auch nicht erzwungen werden, z.B. indem man schon zu einem Zeitpunkt zusammenzieht, wo man geistig noch nicht dafür reif ist, weil einfach viele Details, die einem persönlich wichtig sind, noch nicht ausgesprochen und geklärt wurden.

Ich rate Euch, führt jetzt kein eheähnliches Leben, sondern klärt, was Eure gemeinsamen Ziele in der Ehe sein sollen und wie Ihr Euch das Eheleben vorstellt. Nehmt Euch dafür seeeeeeeeehr viel Zeit. Wenn dann alle Grundlagen gegeben sind und Ihr das Vertrauen habt, dann heiratet und zieht zusammen, so wie ihr es besprochen habt. Ich glaube, dass in jahrhundertealten Gesellschaftsformen schon auch große Erfahrungen und Weisheiten enthalten sind, die heute leider allzu oft lächerlich gemacht werden. Hat man früher vielleicht so manches sinnlos übertrieben, so ist man heute so weit, auch den guten Kern dieser Überlieferungen aufzugeben und zu glauben, etwas wäre schon allein deshalb besser, weil es neu sei. Ich sehe nicht, was die neuen "Formen des Zusammenlebens" wirklich verbessert haben: Die Enttäuschungen bei den vielen Ehescheidungen? Die Kinder, die dann darunter sehr leiden und aus Egoismus kaum gehört werden? Die Unfähigkeit, Vertrauen aufzubauen? Der ganze wirtschaftliche Schaden bei den Ehescheidungen? Beim "Bauen" am gemeinsamen Lebensziel immer in den Fundamenten stecken bleiben, weil man in einer "Halbehe" sich immer noch so benimmt, wie wenn man ständig auf Brautschau wäre? Man fangt immer von Neuem an, statt stetig mitsammen zu reifen. Wenn ich in meine eigene Verwandschaft und Bekanntschaft schaue, Onkel und Tanten: ich sehe niemanden, der sich durch eine Ehescheidung das Leben verbessert hat. Meistens scheitern die Ehen an den eigenen Betonköpfen. Die neuen Formen des Zusammenlebens haben keine Vorteile gebracht.

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