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Verliere ich meine Individualitaet, wenn ich in einer Beziehung bin?

3. Juli 2006 um 15:12

Hallo an alle,

ich hatte gestern ein Streitgespraech mit meinem Freund. In diesem meinte er, dass man in einer Partnerschaft keine einzelne Person mehr ist, sondern NUR noch der Teil/Haelfte eines Teams. Zwar kann jeder Dinge (Hobbies/Freunde) fuer sich selber machen, die einen interessieren, aber im Grossen und Ganzen verliert man laut ihhm alles, was das "Einzelgaengertum" ausmachen wuerde.

Mir ist das irgendwie zuviel. Zwar sagt er nicht, dass ich in einer Partnerschaft pesoenliche Interessen aufgeben muss, trotzdem macht mir seine Aussge sehr viel Angst. So viel Angst, dass ich momentan in unserer Wohnung fast durchdrehe. Ich sehe mich selber als unabhaengiger Mensch, und ich sehe auch ein, dass eine Partnerschaft Teamarbeit ist und ich wichtige Entscheidungen nicht ohne ihn treffen kann. Nichtsdestotrotz will und kann ich mich nicht darauf reduzieren lassen, nur ein "teil" zu sein.

Was sagt ihr dazu?

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3. Juli 2006 um 15:18

Kommt drauf an,
was man abspricht und wie man das lebt.

Vielleicht ist Dein Freund besitzergreifender,als er zugeben möchte.

Ich sehe es so wie Du.
Eine gewisse Unanbhängigkeit auch in der Beziehung ist irgendwie wichtig,meine ich,damit man sich nicht selbst verliert oder ausflippt,wenn der Partner mal nicht da ist oder auch stirbt (im schlimmsten Fall).
Wenn man sich selbst genügt und mit sich was anzufangen weiss,ist man auch beziehungstauglich.

Als Teil eines Ganzen,sehe ich nicht so.Eher auch,dass man miteinander wichtige Dinge klarmacht.
Aber nicht alle.
Sondern auch noch ein eigenständiger Mensch bleibt

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3. Juli 2006 um 15:19

Jeder ist der eigene Mensch
Auch wenn eine Beziehung noch so harmonisch ist, Streit gibt es immer. Eben weil Menschen verschieden sind und ihren eigenen Kopf haben.
Natürlich muss man in einer Beziehung Rücksicht auf den anderen nehmen und auch des öfteren Kompromisse eingehen.
Aber ich denke, dass man weniger zu einem "Teil" wird, sondern sich gegenseitig ergänzt.
Wenn der eine Partner alleine weggehen möchte, wird er das tun und "nur" weil man eine Beziehung hat, wird man alte Gewohnheiten nicht aufgeben.
Natürlich ist eine Beziehung "Teamwork". Man kann nicht mehr nur nach seinem Kopf leben. Aber wenn man zueinander passt, die gleichen Interessen hat, dann ist das doch auch kein Problem.

Allerdings frage ich mich grade, wieso dein Freund dir sowas sagt. Wollte er dir damit was durch die Blume sagen?
Was hat er denn im Singleleben gemacht, was er nun nicht mehr kann und vielleicht vermisst???

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3. Juli 2006 um 15:52

Hmm,
also eigentlich bin ich diejenige, die Muffensausen hat und sich auf einmal vorkommt wie im Gefaengnis.
Vielleicht hab ich ein bisschen wenig Informationen gegeben.
Es ist so: Ich bin seit 2 Jahren mit meinen Freund zusammen, er ist mein erster in jeglicher Hinsicht
Das groesste Problem laut ihm ist, dass ich seit meiner Verkorksten Kindheit (also kein Missbrauch oder aehnliches, aber doch seelisch zerstorisch) sehr auf mich fixiert bin und immer sicherstelle, dass mir keiner was "antut". Dadurch bin ich natuerlcih immer auf mich fixiert. Ich tue zwar niemanden irgendwas an, aber er kommmt sich dann vernachlaessigt vor. Und wenn es dann mal zu einem Streit kommt, blocke ich so sehr ab und verkrieche mich in meiner Hoehle,dass er nicht an mich rankommt. Ich bin dann zu keinerlei Kommunikation und Zusammenarbeit faehig geschweige denn, mir seine Argumente anzuhoeren bzw. einen Kompromiss zu schliessen.

Liebe Gruess

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3. Juli 2006 um 16:25

Gut getroffen
Ja, so koennte man es nennnen.
Wie schon gesagt, Unstimmigkeiten kommen schon mal in einer Beziehung vor. Ich reagiere allerdings schon fast "allergisch" darauf, wenn nur ein Anflug davon da ist. Da ich aber wie gesagt, sehr auf mich selber und mein Wohlergehen bezogen bin (sagt zumindest mein Freund, ich merk das irgendwie so gar nicht), sind Unstimmigkeiten vorprogrammiert.Da ich diese aber hasse, geh ich in meine Hoehle und "schmoll". Nun ist mein Freund aber doppelt sauer: Einmal, weil ich nur an mich denke und zweitens, weil ich nicht so gut beim kommunizieren bin.
Darueber hatten wir halt gestern ne Art Streitdiskussion. Ich weiss, dass mein Verhalten nicht korrekt ist.Es spielen aber auch noch Dinge wie Depressionen hier eine Rolle (was auch ein Problem ist, da Therepie momentan finanziell nicht drin ist).
Trotz allem macht mir seine Aussage, dass man in der Partnerschaft nur noch ein "Teil" dieser ist (kein individuelles Wesen), sehr, sehr viel Angst. Ich fuehl mich regelrecht wie im Gefaengnis.

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3. Juli 2006 um 16:58

Leider
bin ich mir sicher, dass er es in diesem Fall nicht paushcalisierend gemeint hat, da er aehnliche Aussagen auch schon vorher gemacht hat. Wir haben uns ja auch nicht in dem Sinne gezofft, sondern eher so art heftige Diskusission gehabt, es ging also nicht richtig hoch her.
Er meinte ja, dass es nicht darum ginge, dass man jede Sekunde seines Lebens miteinander verbringt oder die gleichen Freunde und Interessen hat. Und TROTZDEM erschreckt mich diesen Absolutheit. Vielleicht hab ich einfach die falsche Einstellung zu einer Partnerschaft? Ich weiss, dass mein Verhalten oft nicht gerade beziehungsfoerdernd ist. Mir ist klar, dass wenn man in einer Partnerschaft ist, man immer daran denken muss, dass da auch noch eine andee Person ist. Aus dieser Sicht denke ich, ist meine Einstellung zumindest theorestisch noch nicht einmal so schlecht.
Ich sehe mich trotzdem zu 100% als ein individuelles Wesen. "Ich" bin "ich", auch wenn "ich" in einer Beziehung bin. Oder etwa nicht?

Zum Theman Therapie: Mein Freund ist Auslaender, ich bin Studentin hier und diese Auslandsstudentenkrankenversicherungen schliessen Psychotherapie normalerweise von vorneherein aus und privat ist es sehr teuer.

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3. Juli 2006 um 17:41

Jein
es geht mir bzw. ihm vielleicht eher ums Prinzip.
Und sein Prinzip ist: Entweder mach ich bei allen Sachen 50/50 oder die Partnerschaft ist nichts wert.
Bsp: Hier, wo ich studier, ist das Universitaetssytem anders als in Deutschland. Hier ist es wichtig, auf ne gute Uni zu gehen, da die Berufschancen dann besser. Wenn ich in 2 Jahren auf ne weiterfuehrende Uni gehe (n muss), werde ich mich u.a auch bei einigen bewerben, die mehrere Stunden von seinem jetzigen Wohnort weg sind. U.a. ist das in meinem Interresse, weil ich die Gegend dort lieber mag. Meine Entscheidung werde ich aber basierend auf der Qualitaet der Uni faellen. Er meint, dass er nicht aus unserer jetzigen Gegend wegziehen wuerde wegen seiner Familie (er ist italieniscer Abstammung, wenn Du diesen Wink mit dem Zaunpgahl verstehst). Ich sehe es so, dass ich schon wegen ihm in ein anderes Land gezogen bin, freiwillig zwar, aber er wusste von Anfang an, dass es mir hier nicht sher gefaellt und ich hier irgendwann weg will. Sein Job ist auch kein Problem, er verdient super gut und kann auch ueberall einen Job finden.
Und mir tut es einfach weh, dass er dass nicht mit mir mitziehen wuerde. Es heisst dann, dass ich selbstsuechtig waere, weil ich dann einmal gesagt habe, dass mir keine Beziehung auf der Welt so wichtig ist, dass ich dafuer meine Werte und Traeume aufgeben werde. Ich arbeite hart, um mir das Studium hier zu finanzieren, es war mein lebenslanger Traum, hier zu leben (zumindest fuer einige Zeit). Und ich habe ihm auch gesagt, dass wenn ihm seine Familie wichtiger ist als ich (wir wuerden ja nur ein paar Stunden weiter weg wohnen, sonst nichts, man koennte sich immer noch ein bis zweima im monate besuchen, wenn man es wirklich moechte), dann wird unsere Beziehung wahrscheinlich nicht ewig halten. Naja, und das hat ihn sauer gemacht...
Oh mann..ich weiss einfach nicht weiter...

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3. Juli 2006 um 19:47

Ja,
so ist das.
Das verwirrt mich einfach alles so sehr.
Ich weiss, dass ich nicht gerade mit dem Gen der Grosszuegig- und Selbstlosigkeit geboren wurde und auch dass ich mich sehr oft falsch und egoistisch in unserer Beziehung verhalten und ihn verletzt habe.
Er hat sehr viel fuer mich getan, auch finanziell. Ich habe durch ihn definitv ein angenehmeres Leben. Trotzdem habe ich vorher sichergestellt, dass ich mich alleine ohne seine Hilfe in diesem fremden Land durchschlagen koennte. Schlicht und ergreifend aus dem Grund, dass ich niemanden auf der Tasche liegen will und einfach nie wieder (aufgrund schlechter Erfahrungen) von jemandem abhaengig sein moechte (weder finanziell noch emotional)
Und weil ich mir meiner "Schuld" gegenueber ihm bewusst bin, traue ich mich kaum noch, was zu sagen, ich kann ueber gar nicht mehr beurteilen, ob ich denn jetzt wirklich mal wieder egoistisch war.
Ich hab ihm auch schon gesagt, dass er keinen Deut besser ist als ich im Bezug auf die Wohnortssache, aber er blockt ab...
anderes Bsp:wir sind vor 1,5 Jahren mit seinen Eltern in den Urlaub gefahren. Ich war von anfang an nicht so begeistert, hab aber nichts gesagt, weil seine eltern super lieb zu mir sind und mich sogar finanziell ein wenig unterstuetzt haben. alles schoen und gut, es war ok, trotzdem hat mich einfach die tatsache genervt, dass wir immer alle zusammen hocken mussten, was meistens von den Eltern ausging und meinem Freund nichts ausmachte.
ein (stressvolles) jahr spaeter planen wir den zweiten urlaub. ich hab mich so gefreut, mal endlich eine ganze (!) woche nur fuer mich und meinen freund zu haben. ganz ploetzlich kommen seine eltern mit. ich hab ihm sofort gesagt, dass ich lieber nur mit ihm fahren koennte- noch bevor irgendwas gebucht wurde. einen guten grund hatte ich in seinen augen nicht. die tatsache, dass mich seine 55jaehrige mutter, die wirklich schon anfaengt senil zu werden und sich dabei staendig wie ein kleinkind auffuehrt, extrem nervt, zaehlt nicht. Sein vater ist stark uebergewichtig und wir mussten staendig irgendwo fuer nen snack anhalten, da er aufgrund seiner uebergewichtigkeit keine unserer aktivitaeten mitmachen wollte/konnte, hatten wir also die mutter permanent an der backe.im ganzen hab ich mit meinem freund waehrend eines 5 taegigen urlaubs (ausser schlafenszeiten) vielleicht 6 Stunden alleine verbracht.
Naja, und dann wird er sauer, wenn ich waehrend des ganzen urlaub ein gesicht ziehe. ich musste mir anhoeren, wie undankbar und selbstsuechtig ich bin.
wir verbringen so viele wochenende mit seiner family, wo wir uns beide(!) immer so langweilen. fuer mich ist das ok.ich versteh und akzeptier, dass ihm seine familie wichtig ist, auch wenn es bei mir das absolute gegenteil ist. das hab ich ihm auch gesagt.aber auch, dass ich eine grenze habe und die ist, dass ich nicht mit denen in den Urlaub fahren will, weil es fuer mich absolut stressig und nicht erholend war.dazu kommt eben noch, dass sie alle schoen nach italienischer manier sich staendig gezankt haben.
und als ich meinen freund sagte, dass, falls sie dies noch einmal planen sollten, er nicht mit mir zu rechnen braeuchte, ist er fast ausgeflippt, wie ich so selbstsuechtig sein koennte (er war auch schon vorher sauer, weil ich immer mit so nem trotzigem gesicht rumgelaufen war)... und dass, wenn ueberhaupt, ich seinen eltern den urlaub verdorben haette. er versteht einfach nicht, dass ich andere werte habe, in diesem fall, dass es mir (um es hartherzig zu sagen) egal war, ob seine eltern einen guten urlaub haben oder nicht. es war geplant, dass nur wir zwei fahren, warum hab ich nicht dass recht, sauer zu sein?

ok, ich fuehl mich besser, nachdem ich etwas dampf abgelassen hab



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3. Juli 2006 um 21:10

Nein
man ist immer noch individuum und nicht nur eine hälfte.
man ist soweit teil des ganzen, wie man sich einbringen kann und möchte, ohne merkwürdigen beigeschmack und ängstlichen blick von schräg nach links...

die kunst besteht darin, die balance zwischen zweisamkeit und individualität zu finden. manche menschen beispielsweise mögen es, wenn unangemeldet besuch vor der tür steht, andere kriegen einen fön, wenns unangemeldet bimmelt!

das ist von mensch zu mensch verschieden, und es gibt hier KEINE patentlösung, weil jeder mensch seine eigene performance hat und jedes paar einen ureigenen rhytmus finden muss. wenn du jetzt schon einen budenkoller bekommst, dann ist es wohlmöglich nicht das wahre, bzw. ihr braucht noch einen gemeinsamen nenner.

sprich mit ihm!

das einzige, worauf ich immer nur bestehe ist, dass man mit mir spricht, denn dieses - und nur dieses! - ist gelebter respekt und achtung meines wesens, auch wenn die gespräche vielleicht nicht so ausfallen, wie man sie sich im herzen gewünscht hat - doch ist das gespräch der einzige weg. die natur gab uns die verständigung.

sprich mit ihm und sage ihm, was dir angst macht. wenn er dich wirklich um seiner selbstwillen mag, wird er dir zuhören und dich verstehen.

kb

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3. Juli 2006 um 22:50

Du bist DU....
und sonst niemand...egal in welcher situation. Wenn du weisst wer du bist und was du willst....dann ist alles ok...für den rest deiner tage/jahre mit oder ohne partner

Frag mal deinen freund womit ER probleme hat

gruss ich

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5. Juli 2006 um 8:37
In Antwort auf anika_12458144

Hmm,
also eigentlich bin ich diejenige, die Muffensausen hat und sich auf einmal vorkommt wie im Gefaengnis.
Vielleicht hab ich ein bisschen wenig Informationen gegeben.
Es ist so: Ich bin seit 2 Jahren mit meinen Freund zusammen, er ist mein erster in jeglicher Hinsicht
Das groesste Problem laut ihm ist, dass ich seit meiner Verkorksten Kindheit (also kein Missbrauch oder aehnliches, aber doch seelisch zerstorisch) sehr auf mich fixiert bin und immer sicherstelle, dass mir keiner was "antut". Dadurch bin ich natuerlcih immer auf mich fixiert. Ich tue zwar niemanden irgendwas an, aber er kommmt sich dann vernachlaessigt vor. Und wenn es dann mal zu einem Streit kommt, blocke ich so sehr ab und verkrieche mich in meiner Hoehle,dass er nicht an mich rankommt. Ich bin dann zu keinerlei Kommunikation und Zusammenarbeit faehig geschweige denn, mir seine Argumente anzuhoeren bzw. einen Kompromiss zu schliessen.

Liebe Gruess

Selbstschutz....
... finde ich ganz normal! Macht doch jeder auf ganz individuelle Art und Weise.

Ich denke, dass Dein FREUND ein Problem mit Deinem Problemen hat. Ich denke, dass er Dir gerne mehr helfen würde, dass Du Deine Kindheit verarbeitest. Und wenn Du Dich zurück ziehst und erstmal unfähig bist zu kommunizieren, dann ist ER verletzt und hilflos.
Aber SO BIST Du. Es läuft dann nicht so, wie ER es gerne hätte und kommt dann mit dem Argument, dass man nur noch ein Teil ist. Ist fast schon etwas "seelische Erpressung"... halt vor dem Hintergrnd, dass er Dir helfen möchte....
Er muss lernen Deine erste Reaktion bei Problemen / Streitigkeiten zu akzeptieren und Dir Zeit lassen... Aber viele sind zu ungeduldig udn möchten es SOFORT lösen...

Könnte am meiner Theorie was dran sein?


LG
Pluster

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