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Verliere ich ihn wegen der Wohnsituation?

30. September um 15:52

Liebes Forum,ich habe mich hier angemeldet, weil ich mir meinen ganzen Frust von der Seele schreiben möchte... und vielleicht Gleichgesinnte finde, die in einer ähnlichen Situation sind oder waren... oder vielleicht einfach nur eine neue Sichtweise...

Aber nun mal von Anfang an: Ich (w, 31) habe vor zwei Jahren meinen Traummann kennen gelernt. Es ist eine schöne und besondere Beziehung, wie ich sie mir immer vorgestellt habe und heuer im Urlaub die Krönung: Ich habe einen Heiratsantrag bekommen.

Doch nun fallen Schatten auf unsere Beziehung.... Ich bin voriges Jahr zu ihm gezogen, was mich zunehmend belastet. Mittlerweile geht es so weit, dass ich es bereue. Er hat vor 5 Jahren das alte Haus seiner Mutter gekauft, welches sie aus erster Ehe gebaut (und nie fertig gestellt) hatte. Seitdem versucht er nun mehr schlecht als recht, daraus etwas zu machen, was man Zuhause nennt. Nicht dass das Haus an sich eine vollständige Fehlplanung ist (verwinkelt, schiefe Wände, absurde Raumaufteilung, vieles gehört noch saniert, viel zu wenig Platz), auch die Gegend, in der die Immobilie steht, ist ein aussterbender Ortsteil. Es gibt keine Infrastruktur, keine Einkaufsmöglichkeiten, keine Schulen, keinen Kindergarten, nicht mal einen alten Kaugummiautomaten Beobachtet man Immobilienseiten, stellt man fest, dass sehr viele Häuser hier leer stehen, weil es einfach keine aufstrebende Region ist, eher das Gegenteil. Die Ortsansässigen sind durchschnittlich 65+. Die jungen Leute gehen von hier weg, verständlich: Es gibt keine Arbeit und für jede Besorgung benötigt man ein Auto. Ich selbst pendle ja jeden Tag 1 Stunde zur Arbeit pro Strecke.Als ich hier herkam (ca. 45 Autominuten von meiner Heimat), dachte ich: "Okay, das Ganze ist nicht das, was ich mir in meinem Leben vorgestellt habe, aber hey, wir schaffen das!"

Mittlerweile ist ein Jahr vergangen und von meiner anfänglichen Motivation ist kaum was übrig Das tägliche Pendeln belastet mich, durch die spärliche Ansiedlung (junger) Menschen finde ich hier keinen Anschluss, die "alten" sind nur neugierig und an einer guten Nachbarschaft wenig interessiert (man ist und bleibt die Zugezogene). Mein Partner arbeitet sehr lange, de facto bin ich sehr oft allein. Seine Familie ist zwar nicht weit weg von hier, aber ihr Interesse an mir hält sich in Grenzen, weshalb ich mich da auch nicht (mehr) einbringen mag. Auch sind einige Dinge vorgefallen (seine Schwester nimmt uns die Verlobung übel und spricht kein Wort mit mir), die die Fronten verhärtet haben.

Diese ganzen Umstände, noch dazu mein Heimweh, machen die Situation nicht einfach. Letztes Wochenende ist nun alles aus mir ausgebrochen. Ich habe meinem Partner schon des öfteren gesagt, dass ich hier nicht glücklich bin, aber er hat das wohl nicht ganz so ernst genommen. Aber wie gesagt, dieses Wochenende wurde mir alles zu viel. Wir hatten eine große Familienfeier (meinerseits) und mir ist so deutlich klar geworden, wie sehr ich sie alle vermisse! Wie schön es ist, Leute um sich zu haben, die wissen wollen, wie es UNS geht (im Gegensatz zu seiner Familie). Menschen, die füreinander da sind (auch ganz im Gegensatz zu seiner Familie). Diese Erkenntnis, dass ich von all dem so weit weg bin, hat mich so bitterböse getroffen, dass ich das restliche Wochenende nur mehr weinen konnte.

Ja und falls ihr bis hierhin noch gelesen habt: Eigentlich liegt es ja klar auf der Hand, was zu tun ist, oder? Logischerweise Umzug. Und genau da kommt der Aspekt ins Spiel, der so furchtbar grausam ist: Umziehen ist nur für mich eine Option. Mein Partner hat auf dieses Haus (welches ich mittlerweile schon so verabscheue) einen Kredit laufen und verständlicherweise kann man jetzt nicht mehr so einfach alle Zelte abbrechen. Wer soll denn dieses Haus kaufen wollen neben den 5 anderen, die hier leer stehen? Nun spiele ich tausende Szenarien durch: Bleibe ich hier mit meinem Mann und arrangiere ich mich mit einer Wohnsituation, die mich nicht glücklich, sondern einsam und krank macht? Soll ich gehen und meine Beziehung aufs Spiel setzen, indem sie an der räumlichen Trennung zerbricht? Eigentlich wollten wir eine Familie gründen, aber ich kann beim besten Willen in dieser Gegend kein Kind aufziehen - ich hätte ja nicht mal familiären Anschluss. Seine Familie ist desinteressiert und meine Familie zu weit weg....

Ich schreibe sicherlich total verwirrt und ohne Zusammenhang, aber mir schießen so viele Gedanken durch den Kopf, ich weiß einfach nicht mehr weiter....
Mit meinem Partner habe ich natürlich gesprochen, aber er weiß auch keine Lösungen...

Bitte entschuldigt dieses Wirrwarr, aber diesen Text geschrieben zu haben, tut schon mal etwas gut.....

Traurige Grüße,
Callas

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30. September um 16:08

Wie weit ist denn deine Familie weg von eurem Haus?

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30. September um 16:09

hm, da kann ich Dir auch nur antworten, dass es im Leben nicht für jedes Problem Lösungen gibt.

Das tägliche Pendeln  ist nicht zu unterschätzen, weiß ich selbst (tgl. 1.5h je Richtung) - da ließe sich aber vielleicht noch etwas machen, in sehr vielen Jobs besteht inzwischen die Möglichkeit, regelmässig 1 oder 2 Tage die Woche von zu Hause aus zu arbeiten - das bringt viel.

Die Geschichte mit der Infrastruktur (ohne Auto kein Einkaufen, .... ) ist bei uns genauso - stört mich aber nicht, dass ich auch nach 10 Jahren noch die "Zugezogene" bin auch nicht, ein gewisses Maß an sozialen Kontakten haben wir schlicht durch unseren Hund, da kommt man zwangsläufig mit anderen in Kontakt, die auch Hunde haben und trifft sich regelmässig zum Spaziergang, dadurch bin ich jetzt letzlich auch in einem Verein gelandet, was ich eigentlich nie vor hatte ... mal sehen, was daraus wird...
Aber im Unterschied zu Dir stört mich das eben auch nicht wirklich. Manchmal nervig, aber mehr auch nicht.

Aber was den Rest angeht... Seine Familie wirst Du nicht ändern und wenn Dir Deine so wichtig ist... Die Umgebung wirst Du nicht ändern und wenn sie Dir wichtig ist... Das Haus wirst Du nicht wirklich ändern können und wenn es Dir wichtig ist...

Damit fallen mir auch nur 3 Optionen ein, die ich auch selbst alle 3 nicht gut finde...
- a) zusammen und unglücklich (ist die schlechteste von 3 miesen, wenn Du mich fragst)
- b) trennen
- c) Wochenend-Beziehung: Du bist Mo-Fr in der "alten Heimat" und das WE verbringt Ihr zusammen

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30. September um 16:12
In Antwort auf avarrassterne1

hm, da kann ich Dir auch nur antworten, dass es im Leben nicht für jedes Problem Lösungen gibt.

Das tägliche Pendeln  ist nicht zu unterschätzen, weiß ich selbst (tgl. 1.5h je Richtung) - da ließe sich aber vielleicht noch etwas machen, in sehr vielen Jobs besteht inzwischen die Möglichkeit, regelmässig 1 oder 2 Tage die Woche von zu Hause aus zu arbeiten - das bringt viel.

Die Geschichte mit der Infrastruktur (ohne Auto kein Einkaufen, .... ) ist bei uns genauso - stört mich aber nicht, dass ich auch nach 10 Jahren noch die "Zugezogene" bin auch nicht, ein gewisses Maß an sozialen Kontakten haben wir schlicht durch unseren Hund, da kommt man zwangsläufig mit anderen in Kontakt, die auch Hunde haben und trifft sich regelmässig zum Spaziergang, dadurch bin ich jetzt letzlich auch in einem Verein gelandet, was ich eigentlich nie vor hatte ... mal sehen, was daraus wird...
Aber im Unterschied zu Dir stört mich das eben auch nicht wirklich. Manchmal nervig, aber mehr auch nicht.

Aber was den Rest angeht... Seine Familie wirst Du nicht ändern und wenn Dir Deine so wichtig ist... Die Umgebung wirst Du nicht ändern und wenn sie Dir wichtig ist... Das Haus wirst Du nicht wirklich ändern können und wenn es Dir wichtig ist...

Damit fallen mir auch nur 3 Optionen ein, die ich auch selbst alle 3 nicht gut finde...
- a) zusammen und unglücklich (ist die schlechteste von 3 miesen, wenn Du mich fragst)
- b) trennen
- c) Wochenend-Beziehung: Du bist Mo-Fr in der "alten Heimat" und das WE verbringt Ihr zusammen

ahm... auf die Frage von @Melonchen habe ich gerade noch einmal nachgelesen:
es sind nur 45 min weg von der alten Heimat?!? Das kann man doch schnell mal fahren, um jemanden zu besuchen, mit Telefon, Whatsapp & Co ist man ja auch sonst nicht aus der Welt.

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30. September um 16:44
In Antwort auf jarek_18654237

Liebes Forum,ich habe mich hier angemeldet, weil ich mir meinen ganzen Frust von der Seele schreiben möchte... und vielleicht Gleichgesinnte finde, die in einer ähnlichen Situation sind oder waren... oder vielleicht einfach nur eine neue Sichtweise...

Aber nun mal von Anfang an: Ich (w, 31) habe vor zwei Jahren meinen Traummann kennen gelernt. Es ist eine schöne und besondere Beziehung, wie ich sie mir immer vorgestellt habe und heuer im Urlaub die Krönung: Ich habe einen Heiratsantrag bekommen.

Doch nun fallen Schatten auf unsere Beziehung.... Ich bin voriges Jahr zu ihm gezogen, was mich zunehmend belastet. Mittlerweile geht es so weit, dass ich es bereue.   Er hat vor 5 Jahren das alte Haus seiner Mutter gekauft, welches sie aus erster Ehe gebaut (und nie fertig gestellt) hatte. Seitdem versucht er nun mehr schlecht als recht, daraus etwas zu machen, was man Zuhause nennt. Nicht dass das Haus an sich eine vollständige Fehlplanung ist (verwinkelt, schiefe Wände, absurde Raumaufteilung, vieles gehört noch saniert, viel zu wenig Platz), auch die Gegend, in der die Immobilie steht, ist ein aussterbender Ortsteil. Es gibt keine Infrastruktur, keine Einkaufsmöglichkeiten, keine Schulen, keinen Kindergarten, nicht mal einen alten Kaugummiautomaten   Beobachtet man Immobilienseiten, stellt man fest, dass sehr viele Häuser hier leer stehen, weil es einfach keine aufstrebende Region ist, eher das Gegenteil. Die Ortsansässigen sind durchschnittlich 65+. Die jungen Leute gehen von hier weg, verständlich: Es gibt keine Arbeit und für jede Besorgung benötigt man ein Auto. Ich selbst pendle ja jeden Tag 1 Stunde zur Arbeit pro Strecke.Als ich hier herkam (ca. 45 Autominuten von meiner Heimat), dachte ich: "Okay, das Ganze ist nicht das, was ich mir in meinem Leben vorgestellt habe, aber hey, wir schaffen das!"

Mittlerweile ist ein Jahr vergangen und von meiner anfänglichen Motivation ist kaum was übrig  Das tägliche Pendeln belastet mich, durch die spärliche Ansiedlung (junger) Menschen finde ich hier keinen Anschluss, die "alten" sind nur neugierig und an einer guten Nachbarschaft wenig interessiert (man ist und bleibt die Zugezogene). Mein Partner arbeitet sehr lange, de facto bin ich sehr oft allein. Seine Familie ist zwar nicht weit weg von hier, aber ihr Interesse an mir hält sich in Grenzen, weshalb ich mich da auch nicht (mehr) einbringen mag. Auch sind einige Dinge vorgefallen (seine Schwester nimmt uns die Verlobung übel und spricht kein Wort mit mir), die die Fronten verhärtet haben.

Diese ganzen Umstände, noch dazu mein Heimweh, machen die Situation nicht einfach. Letztes Wochenende ist nun alles aus mir ausgebrochen. Ich habe meinem Partner schon des öfteren gesagt, dass ich hier nicht glücklich bin, aber er hat das wohl nicht ganz so ernst genommen. Aber wie gesagt, dieses Wochenende wurde mir alles zu viel. Wir hatten eine große Familienfeier (meinerseits) und mir ist so deutlich klar geworden, wie sehr ich sie alle vermisse! Wie schön es ist, Leute um sich zu haben, die wissen wollen, wie es UNS geht (im Gegensatz zu seiner Familie). Menschen, die füreinander da sind (auch ganz im Gegensatz zu seiner Familie). Diese Erkenntnis, dass ich von all dem so weit weg bin, hat mich so bitterböse getroffen, dass ich das restliche Wochenende nur mehr weinen konnte.

Ja und falls ihr bis hierhin noch gelesen habt: Eigentlich liegt es ja klar auf der Hand, was zu tun ist, oder? Logischerweise Umzug. Und genau da kommt der Aspekt ins Spiel, der so furchtbar grausam ist: Umziehen ist nur für mich eine Option. Mein Partner hat auf dieses Haus (welches ich mittlerweile schon so verabscheue) einen Kredit laufen und verständlicherweise kann man jetzt nicht mehr so einfach alle Zelte abbrechen. Wer soll denn dieses Haus kaufen wollen neben den 5 anderen, die hier leer stehen? Nun spiele ich tausende Szenarien durch: Bleibe ich hier mit meinem Mann und arrangiere ich mich mit einer Wohnsituation, die mich nicht glücklich, sondern einsam und krank macht? Soll ich gehen und meine Beziehung aufs Spiel setzen, indem sie an der räumlichen Trennung zerbricht? Eigentlich wollten wir eine Familie gründen, aber ich kann beim besten Willen in dieser Gegend kein Kind aufziehen - ich hätte ja nicht mal familiären Anschluss. Seine Familie ist desinteressiert und meine Familie zu weit weg....

Ich schreibe sicherlich total verwirrt und ohne Zusammenhang, aber mir schießen so viele Gedanken durch den Kopf, ich weiß einfach nicht mehr weiter....
Mit meinem Partner habe ich natürlich gesprochen, aber er weiß auch keine Lösungen...  

Bitte entschuldigt dieses Wirrwarr, aber diesen Text geschrieben zu haben, tut schon mal etwas gut.....

Traurige Grüße,
Callas

Tja das alles wusstest du eigentlich vorher oder....

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30. September um 18:23
In Antwort auf melonchen1

Wie weit ist denn deine Familie weg von eurem Haus?

Hallo melonchen...

es sind 45 Minuten mit dem Auto. Ich weiß, es klingt nicht viel und wäre ich nicht betroffen, würde ich auch sagen, das fährt man ja gleich mal... die Realität sieht leider anders aus. Heimweh ist ein gemeines Gefühl

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30. September um 18:29
In Antwort auf avarrassterne1

hm, da kann ich Dir auch nur antworten, dass es im Leben nicht für jedes Problem Lösungen gibt.

Das tägliche Pendeln  ist nicht zu unterschätzen, weiß ich selbst (tgl. 1.5h je Richtung) - da ließe sich aber vielleicht noch etwas machen, in sehr vielen Jobs besteht inzwischen die Möglichkeit, regelmässig 1 oder 2 Tage die Woche von zu Hause aus zu arbeiten - das bringt viel.

Die Geschichte mit der Infrastruktur (ohne Auto kein Einkaufen, .... ) ist bei uns genauso - stört mich aber nicht, dass ich auch nach 10 Jahren noch die "Zugezogene" bin auch nicht, ein gewisses Maß an sozialen Kontakten haben wir schlicht durch unseren Hund, da kommt man zwangsläufig mit anderen in Kontakt, die auch Hunde haben und trifft sich regelmässig zum Spaziergang, dadurch bin ich jetzt letzlich auch in einem Verein gelandet, was ich eigentlich nie vor hatte ... mal sehen, was daraus wird...
Aber im Unterschied zu Dir stört mich das eben auch nicht wirklich. Manchmal nervig, aber mehr auch nicht.

Aber was den Rest angeht... Seine Familie wirst Du nicht ändern und wenn Dir Deine so wichtig ist... Die Umgebung wirst Du nicht ändern und wenn sie Dir wichtig ist... Das Haus wirst Du nicht wirklich ändern können und wenn es Dir wichtig ist...

Damit fallen mir auch nur 3 Optionen ein, die ich auch selbst alle 3 nicht gut finde...
- a) zusammen und unglücklich (ist die schlechteste von 3 miesen, wenn Du mich fragst)
- b) trennen
- c) Wochenend-Beziehung: Du bist Mo-Fr in der "alten Heimat" und das WE verbringt Ihr zusammen

Hallo avarrassterne!

Ja, das mit dem Pendeln ist so anstrengend und auch teuer... mir bleibt leider nur das Auto, öffentlich geht da nix. Ich wünschte, ich könnte das auch so sehen wie du. Bzw gelang es mir mal besser, es einfach nur "nervig" zu finden. Ich hoffe, ich finde auf diesen Weg zurück, denn eine Trennung habe ich nicht im Sinn...

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30. September um 18:37
In Antwort auf jasmin7190

Tja das alles wusstest du eigentlich vorher oder....

Liebe Jasmin,

danke dass du dir die Zeit genommen hast um zu antworten. Aber manchmal weiß man gewisse Dinge nicht vorher. Genau genommen ist deine Antwort das Schlimmste, was man dazu überhaupt sagen kann. Und das sage ich jetzt nicht nur als Betroffene. Niemand hat eine Glaskugel, in der man sieht, wie sich etwas entwickelt. Und wenn man eine Fehlentscheidung getroffen hat, wie es jedem mal im Leben passiert, hilft das nicht sonderlich weiter außer dass man sich vielleicht noch schlechter fühlt als ohnehin. Verstehst du?

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30. September um 18:42
In Antwort auf jarek_18654237

Liebes Forum,ich habe mich hier angemeldet, weil ich mir meinen ganzen Frust von der Seele schreiben möchte... und vielleicht Gleichgesinnte finde, die in einer ähnlichen Situation sind oder waren... oder vielleicht einfach nur eine neue Sichtweise...

Aber nun mal von Anfang an: Ich (w, 31) habe vor zwei Jahren meinen Traummann kennen gelernt. Es ist eine schöne und besondere Beziehung, wie ich sie mir immer vorgestellt habe und heuer im Urlaub die Krönung: Ich habe einen Heiratsantrag bekommen.

Doch nun fallen Schatten auf unsere Beziehung.... Ich bin voriges Jahr zu ihm gezogen, was mich zunehmend belastet. Mittlerweile geht es so weit, dass ich es bereue.   Er hat vor 5 Jahren das alte Haus seiner Mutter gekauft, welches sie aus erster Ehe gebaut (und nie fertig gestellt) hatte. Seitdem versucht er nun mehr schlecht als recht, daraus etwas zu machen, was man Zuhause nennt. Nicht dass das Haus an sich eine vollständige Fehlplanung ist (verwinkelt, schiefe Wände, absurde Raumaufteilung, vieles gehört noch saniert, viel zu wenig Platz), auch die Gegend, in der die Immobilie steht, ist ein aussterbender Ortsteil. Es gibt keine Infrastruktur, keine Einkaufsmöglichkeiten, keine Schulen, keinen Kindergarten, nicht mal einen alten Kaugummiautomaten   Beobachtet man Immobilienseiten, stellt man fest, dass sehr viele Häuser hier leer stehen, weil es einfach keine aufstrebende Region ist, eher das Gegenteil. Die Ortsansässigen sind durchschnittlich 65+. Die jungen Leute gehen von hier weg, verständlich: Es gibt keine Arbeit und für jede Besorgung benötigt man ein Auto. Ich selbst pendle ja jeden Tag 1 Stunde zur Arbeit pro Strecke.Als ich hier herkam (ca. 45 Autominuten von meiner Heimat), dachte ich: "Okay, das Ganze ist nicht das, was ich mir in meinem Leben vorgestellt habe, aber hey, wir schaffen das!"

Mittlerweile ist ein Jahr vergangen und von meiner anfänglichen Motivation ist kaum was übrig  Das tägliche Pendeln belastet mich, durch die spärliche Ansiedlung (junger) Menschen finde ich hier keinen Anschluss, die "alten" sind nur neugierig und an einer guten Nachbarschaft wenig interessiert (man ist und bleibt die Zugezogene). Mein Partner arbeitet sehr lange, de facto bin ich sehr oft allein. Seine Familie ist zwar nicht weit weg von hier, aber ihr Interesse an mir hält sich in Grenzen, weshalb ich mich da auch nicht (mehr) einbringen mag. Auch sind einige Dinge vorgefallen (seine Schwester nimmt uns die Verlobung übel und spricht kein Wort mit mir), die die Fronten verhärtet haben.

Diese ganzen Umstände, noch dazu mein Heimweh, machen die Situation nicht einfach. Letztes Wochenende ist nun alles aus mir ausgebrochen. Ich habe meinem Partner schon des öfteren gesagt, dass ich hier nicht glücklich bin, aber er hat das wohl nicht ganz so ernst genommen. Aber wie gesagt, dieses Wochenende wurde mir alles zu viel. Wir hatten eine große Familienfeier (meinerseits) und mir ist so deutlich klar geworden, wie sehr ich sie alle vermisse! Wie schön es ist, Leute um sich zu haben, die wissen wollen, wie es UNS geht (im Gegensatz zu seiner Familie). Menschen, die füreinander da sind (auch ganz im Gegensatz zu seiner Familie). Diese Erkenntnis, dass ich von all dem so weit weg bin, hat mich so bitterböse getroffen, dass ich das restliche Wochenende nur mehr weinen konnte.

Ja und falls ihr bis hierhin noch gelesen habt: Eigentlich liegt es ja klar auf der Hand, was zu tun ist, oder? Logischerweise Umzug. Und genau da kommt der Aspekt ins Spiel, der so furchtbar grausam ist: Umziehen ist nur für mich eine Option. Mein Partner hat auf dieses Haus (welches ich mittlerweile schon so verabscheue) einen Kredit laufen und verständlicherweise kann man jetzt nicht mehr so einfach alle Zelte abbrechen. Wer soll denn dieses Haus kaufen wollen neben den 5 anderen, die hier leer stehen? Nun spiele ich tausende Szenarien durch: Bleibe ich hier mit meinem Mann und arrangiere ich mich mit einer Wohnsituation, die mich nicht glücklich, sondern einsam und krank macht? Soll ich gehen und meine Beziehung aufs Spiel setzen, indem sie an der räumlichen Trennung zerbricht? Eigentlich wollten wir eine Familie gründen, aber ich kann beim besten Willen in dieser Gegend kein Kind aufziehen - ich hätte ja nicht mal familiären Anschluss. Seine Familie ist desinteressiert und meine Familie zu weit weg....

Ich schreibe sicherlich total verwirrt und ohne Zusammenhang, aber mir schießen so viele Gedanken durch den Kopf, ich weiß einfach nicht mehr weiter....
Mit meinem Partner habe ich natürlich gesprochen, aber er weiß auch keine Lösungen...  

Bitte entschuldigt dieses Wirrwarr, aber diesen Text geschrieben zu haben, tut schon mal etwas gut.....

Traurige Grüße,
Callas

Zieh weg ohne wenn und aber. Er kann mitkommen. Was er mit dem Haus macht? Tja... schön abbezahlen. Warum denkt man nicht vor man so etwas in Angriff nimmt? Echt schade.

Verzichte auf nichts. Du lebst nur einmal. 

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30. September um 18:44
In Antwort auf jarek_18654237

Liebe Jasmin,

danke dass du dir die Zeit genommen hast um zu antworten. Aber manchmal weiß man gewisse Dinge nicht vorher. Genau genommen ist deine Antwort das Schlimmste, was man dazu überhaupt sagen kann. Und das sage ich jetzt nicht nur als Betroffene. Niemand hat eine Glaskugel, in der man sieht, wie sich etwas entwickelt. Und wenn man eine Fehlentscheidung getroffen hat, wie es jedem mal im Leben passiert, hilft das nicht sonderlich weiter außer dass man sich vielleicht noch schlechter fühlt als ohnehin. Verstehst du?

Doch so etwas weiß man früher. Es gibt Internet, dazu btsicht mam krine Immobilienfachleute etc. 

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30. September um 18:52

Ich kann mich da nur avarrasterne anschließen. Nicht jedes Problem lässt sich lösen.
Erst Recht nicht, wenn man so eingefahren ist wie du. Wobei ich dieses Eingefahren nicht böse meine. Fakt ist aber nun mal, dass du alles ablehnst, was deinen derzeitigen Wohnort betrifft.

Wie will man da eine Lösung finden? Trennen willst du dich auch nicht. Ist auch verständlich. Aber wie soll dann eine Lösung aussehen? Zaubern können wir alle nicht...

Vielleicht klammerst du dich zu sehr an deine Familie. 45 Minuten Entfernung sind teuer, aber nicht aus der Welt und nicht unerreichbar. Und es gibt für den Fall eben das Internet.

Ihr habt ein Haus, dann habt ihr sicherlich auch einen Garten. Beschäftige dich damit. Und im Haus liegt auch einiges im Argen. Mach doch was dran. Es gäbe viel für dich zu tun, dann tu' doch!

Und die Nachbarn? Ich  bin vor fünf Jahren von der Großstadt auf's Land gezogen und kenne gerade mal die Menschen, mit denen ich in einem Haus wohne. Die Menschen aus der Nachbarschaft kenne ich nur vom Sehen. Man grüßt sich allenfalls, aber das reicht mir auch schon. 

Schaff dir einen Hund an, kümmer dich um's Haus, mach deinen Job. Es gibt so viel zu tun, du muss nur wollen - wenn eine Trennung und somit eine Rückkehr in die Heimat für dich nicht in Frage kommen. Eine andere Lösung gibt es nicht.

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30. September um 19:09
In Antwort auf fresh000

Zieh weg ohne wenn und aber. Er kann mitkommen. Was er mit dem Haus macht? Tja... schön abbezahlen. Warum denkt man nicht vor man so etwas in Angriff nimmt? Echt schade.

Verzichte auf nichts. Du lebst nur einmal. 

woran hätte er denn denken sollen? Daran, dass er mal eine Beziehung haben wird, die 4 Jahre später zu ihm zieht und es noch ein Jahr später bereut?

Er hat sich das doch überlegt und möchte auch dort leben und wohnen?!?

Wenn man an künftige Beziehungen denkt, darf niemand mehr Wohneigentum haben, denn ob das anno später mal Partner/in in Spe auch gefällt, weiß keiner.

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30. September um 19:10
In Antwort auf jarek_18654237

Hallo melonchen...

es sind 45 Minuten mit dem Auto. Ich weiß, es klingt nicht viel und wäre ich nicht betroffen, würde ich auch sagen, das fährt man ja gleich mal... die Realität sieht leider anders aus. Heimweh ist ein gemeines Gefühl

Du fährst jeden Tag weiter auf Arbeit - und so wie ich Dich verstehe ist das doch auch die gleiche Richtung?

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30. September um 19:12
In Antwort auf jarek_18654237

Hallo avarrassterne!

Ja, das mit dem Pendeln ist so anstrengend und auch teuer... mir bleibt leider nur das Auto, öffentlich geht da nix. Ich wünschte, ich könnte das auch so sehen wie du. Bzw gelang es mir mal besser, es einfach nur "nervig" zu finden. Ich hoffe, ich finde auf diesen Weg zurück, denn eine Trennung habe ich nicht im Sinn...

öffentlich fährt von Montag bis Freitag immerhin alle 45 oder 60min ein Bus und wenn der Zug mal pünktlich ist, erwische ich den sogar... Sa. / So. hingegen - game over. Aber so richtig preiswert ist das mit den öffentlichen auch nicht gerade da geht schon einiges an Geld weg.

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30. September um 19:26
In Antwort auf jarek_18654237

Hallo avarrassterne!

Ja, das mit dem Pendeln ist so anstrengend und auch teuer... mir bleibt leider nur das Auto, öffentlich geht da nix. Ich wünschte, ich könnte das auch so sehen wie du. Bzw gelang es mir mal besser, es einfach nur "nervig" zu finden. Ich hoffe, ich finde auf diesen Weg zurück, denn eine Trennung habe ich nicht im Sinn...

P.S.: nochmal: wenn Du einen Job hast, der für Home-Office in Frage kommt: sprich Deinen Arbeitgeber darauf an oder halte Ausschau nach einem Arbeitgeber, der das unterstüzt, das bringt mir sehr viel, auch wenn es bei mir nur einer von 5 Tagen die Woche ist (andere hier in der Gegend haben 2 die Woche, manche gehen auch nur einen Tag die Woche ins Büro - oder nur einmal alle paar Monate).

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30. September um 19:31
In Antwort auf avarrassterne1

woran hätte er denn denken sollen? Daran, dass er mal eine Beziehung haben wird, die 4 Jahre später zu ihm zieht und es noch ein Jahr später bereut?

Er hat sich das doch überlegt und möchte auch dort leben und wohnen?!?

Wenn man an künftige Beziehungen denkt, darf niemand mehr Wohneigentum haben, denn ob das anno später mal Partner/in in Spe auch gefällt, weiß keiner.

Nicht er. Sie.

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30. September um 19:32

Da prallen bei euch 2 Leute aufeinander, die nicht bereit für Kompromisse sind. Für ihn geht nur dieses Haus und alles andere nicht und du tust so als wäre deine Familie auf einem anderen Kontinent. Es sind 45 Minuten. Niemand unserer Familie lebt näher und ja, ich empfinde sie als in greifbarer nähe. Ich sehe da keine wirkliche Lösung für euch fürchte ich. Ihr solltet reden wie es weiter gehen soll und was ihr an erste Stelle setzen wollt. Gehen BEIDE Seiten einen Kompromiss ein oder trennt ihr euch besser?

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30. September um 20:05
In Antwort auf fresh000

Nicht er. Sie.

naja, Pendeln ist etwas, was sehr viele unterschätzen. In meiner Umgebung (hier wo ich wohne und auch da, wo ich arbeite, in den Nachbarfirmen etc) ist Pendeln zur Arbeit die Regel, nicht die Ausnahme und ich habe da auch noch längst nicht den weitesten Arbeitsweg mit meinen 70km - dass sie das unterschätzt haben, höre ich wirklich von vielen.

Das mit der Infrastruktur... tja... klingt nicht schlimm, bis man das zehnte Mal beim Einkaufen die Butter vergessen hat und deswegen noch mal losturnen muss.
Soziale Infrastruktur halten die meisten für selbstverständlich - so lange sie da ist.

Und ehrlich: wer Heimweh einplant, wenn er zum "Traummann" zieht, der macht sicher was falsch.

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30. September um 20:16

Ohje- mein Mitleid. Ich habe da keine Lösung. Hier bei uns in der Gegend fängt man in solchen Verhältnissen das saufen an um es zu ertragen.
Ich persönlich würde laufen so schnell ich könnte...

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30. September um 20:39
In Antwort auf coquette164

Da prallen bei euch 2 Leute aufeinander, die nicht bereit für Kompromisse sind. Für ihn geht nur dieses Haus und alles andere nicht und du tust so als wäre deine Familie auf einem anderen Kontinent. Es sind 45 Minuten. Niemand unserer Familie lebt näher und ja, ich empfinde sie als in greifbarer nähe. Ich sehe da keine wirkliche Lösung für euch fürchte ich. Ihr solltet reden wie es weiter gehen soll und was ihr an erste Stelle setzen wollt. Gehen BEIDE Seiten einen Kompromiss ein oder trennt ihr euch besser?

45 minuten ist der weg zu deinen eltern?
meine güte.
ich hab eine alte mutter, ich gehe 2 mal die woche zu ihr, um sie zu versorgen. 40 minuten zu fuss hin und 40 minuten zu fuss zurück, oft schwer bepackt mit einkäufen für sie.
man schafft das, sei sicher. wenn man es so bequem dabei hat und im auto die 45 minuten zurücklegen kann, schafft man das sogar mit links.

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1. Oktober um 9:17
In Antwort auf jarek_18654237

Liebe Jasmin,

danke dass du dir die Zeit genommen hast um zu antworten. Aber manchmal weiß man gewisse Dinge nicht vorher. Genau genommen ist deine Antwort das Schlimmste, was man dazu überhaupt sagen kann. Und das sage ich jetzt nicht nur als Betroffene. Niemand hat eine Glaskugel, in der man sieht, wie sich etwas entwickelt. Und wenn man eine Fehlentscheidung getroffen hat, wie es jedem mal im Leben passiert, hilft das nicht sonderlich weiter außer dass man sich vielleicht noch schlechter fühlt als ohnehin. Verstehst du?

du wusstest dass das haus erst fertig gebaut werden muss
du wusstest dass es ein kaff ist!

und mit der familie wird es wohl vorher schon schwierig gewesen sein....


 

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1. Oktober um 9:21
In Antwort auf coquette164

Da prallen bei euch 2 Leute aufeinander, die nicht bereit für Kompromisse sind. Für ihn geht nur dieses Haus und alles andere nicht und du tust so als wäre deine Familie auf einem anderen Kontinent. Es sind 45 Minuten. Niemand unserer Familie lebt näher und ja, ich empfinde sie als in greifbarer nähe. Ich sehe da keine wirkliche Lösung für euch fürchte ich. Ihr solltet reden wie es weiter gehen soll und was ihr an erste Stelle setzen wollt. Gehen BEIDE Seiten einen Kompromiss ein oder trennt ihr euch besser?

meine familie ist auch 1 stunde entfernt...
wir sehen uns auch alle 2 wochen

ich mein... man ist erwachsen... da muss man ja nicht am mamas rockzipfel hängen

ich glaube eher dass sie "ausreden" sucht und in wahrheit ist die beziehung nicht so das wahre...
deswegen fühlt sie sich dort nicht wirklich wohl

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1. Oktober um 11:19
In Antwort auf jarek_18654237

Liebes Forum,ich habe mich hier angemeldet, weil ich mir meinen ganzen Frust von der Seele schreiben möchte... und vielleicht Gleichgesinnte finde, die in einer ähnlichen Situation sind oder waren... oder vielleicht einfach nur eine neue Sichtweise...

Aber nun mal von Anfang an: Ich (w, 31) habe vor zwei Jahren meinen Traummann kennen gelernt. Es ist eine schöne und besondere Beziehung, wie ich sie mir immer vorgestellt habe und heuer im Urlaub die Krönung: Ich habe einen Heiratsantrag bekommen.

Doch nun fallen Schatten auf unsere Beziehung.... Ich bin voriges Jahr zu ihm gezogen, was mich zunehmend belastet. Mittlerweile geht es so weit, dass ich es bereue.   Er hat vor 5 Jahren das alte Haus seiner Mutter gekauft, welches sie aus erster Ehe gebaut (und nie fertig gestellt) hatte. Seitdem versucht er nun mehr schlecht als recht, daraus etwas zu machen, was man Zuhause nennt. Nicht dass das Haus an sich eine vollständige Fehlplanung ist (verwinkelt, schiefe Wände, absurde Raumaufteilung, vieles gehört noch saniert, viel zu wenig Platz), auch die Gegend, in der die Immobilie steht, ist ein aussterbender Ortsteil. Es gibt keine Infrastruktur, keine Einkaufsmöglichkeiten, keine Schulen, keinen Kindergarten, nicht mal einen alten Kaugummiautomaten   Beobachtet man Immobilienseiten, stellt man fest, dass sehr viele Häuser hier leer stehen, weil es einfach keine aufstrebende Region ist, eher das Gegenteil. Die Ortsansässigen sind durchschnittlich 65+. Die jungen Leute gehen von hier weg, verständlich: Es gibt keine Arbeit und für jede Besorgung benötigt man ein Auto. Ich selbst pendle ja jeden Tag 1 Stunde zur Arbeit pro Strecke.Als ich hier herkam (ca. 45 Autominuten von meiner Heimat), dachte ich: "Okay, das Ganze ist nicht das, was ich mir in meinem Leben vorgestellt habe, aber hey, wir schaffen das!"

Mittlerweile ist ein Jahr vergangen und von meiner anfänglichen Motivation ist kaum was übrig  Das tägliche Pendeln belastet mich, durch die spärliche Ansiedlung (junger) Menschen finde ich hier keinen Anschluss, die "alten" sind nur neugierig und an einer guten Nachbarschaft wenig interessiert (man ist und bleibt die Zugezogene). Mein Partner arbeitet sehr lange, de facto bin ich sehr oft allein. Seine Familie ist zwar nicht weit weg von hier, aber ihr Interesse an mir hält sich in Grenzen, weshalb ich mich da auch nicht (mehr) einbringen mag. Auch sind einige Dinge vorgefallen (seine Schwester nimmt uns die Verlobung übel und spricht kein Wort mit mir), die die Fronten verhärtet haben.

Diese ganzen Umstände, noch dazu mein Heimweh, machen die Situation nicht einfach. Letztes Wochenende ist nun alles aus mir ausgebrochen. Ich habe meinem Partner schon des öfteren gesagt, dass ich hier nicht glücklich bin, aber er hat das wohl nicht ganz so ernst genommen. Aber wie gesagt, dieses Wochenende wurde mir alles zu viel. Wir hatten eine große Familienfeier (meinerseits) und mir ist so deutlich klar geworden, wie sehr ich sie alle vermisse! Wie schön es ist, Leute um sich zu haben, die wissen wollen, wie es UNS geht (im Gegensatz zu seiner Familie). Menschen, die füreinander da sind (auch ganz im Gegensatz zu seiner Familie). Diese Erkenntnis, dass ich von all dem so weit weg bin, hat mich so bitterböse getroffen, dass ich das restliche Wochenende nur mehr weinen konnte.

Ja und falls ihr bis hierhin noch gelesen habt: Eigentlich liegt es ja klar auf der Hand, was zu tun ist, oder? Logischerweise Umzug. Und genau da kommt der Aspekt ins Spiel, der so furchtbar grausam ist: Umziehen ist nur für mich eine Option. Mein Partner hat auf dieses Haus (welches ich mittlerweile schon so verabscheue) einen Kredit laufen und verständlicherweise kann man jetzt nicht mehr so einfach alle Zelte abbrechen. Wer soll denn dieses Haus kaufen wollen neben den 5 anderen, die hier leer stehen? Nun spiele ich tausende Szenarien durch: Bleibe ich hier mit meinem Mann und arrangiere ich mich mit einer Wohnsituation, die mich nicht glücklich, sondern einsam und krank macht? Soll ich gehen und meine Beziehung aufs Spiel setzen, indem sie an der räumlichen Trennung zerbricht? Eigentlich wollten wir eine Familie gründen, aber ich kann beim besten Willen in dieser Gegend kein Kind aufziehen - ich hätte ja nicht mal familiären Anschluss. Seine Familie ist desinteressiert und meine Familie zu weit weg....

Ich schreibe sicherlich total verwirrt und ohne Zusammenhang, aber mir schießen so viele Gedanken durch den Kopf, ich weiß einfach nicht mehr weiter....
Mit meinem Partner habe ich natürlich gesprochen, aber er weiß auch keine Lösungen...  

Bitte entschuldigt dieses Wirrwarr, aber diesen Text geschrieben zu haben, tut schon mal etwas gut.....

Traurige Grüße,
Callas

Hallo Callas,
ich glaube dir dass das alles nicht leicht ist. Auch wenn alles für sich genommen kein Drama ist, kann einen so eine Situation schon sehr belasten.

Meine Gedanken:
Ändern musst du irgendwas, glücklich wirst du nicht plötzlich einfach so. Es wird eher nocht schlimmer (stärkerer Kinderwunsch etc).
Eine gute Beziehung gibt es nicht an jeder Ecke, überlege ganz in Ruhe und ohne rosarote Brille ob die Beziehung wirklich so viel wert ist, dafür zu kämpfen und Kompromisse einzugehen oder ob man das Ganze nicht doch lieber abbricht. Du verlierst wertvolle Jahre, was ist mit Kindern...

Wäre es sonst eine Möglichkeit dass du eine kleine Wohnung bei der Familie nimmst und ihr euch abwechseld in den getrennten Wohnungen trefft? Wäre aber auch nichts für ewig...

Meiner Erfahung nach muss man mit Männern ganz deutlich und in Ruhe sprechen. Mal nebenbei, oder angedeutet, dass man unglücklich ist nutzt nichts! Du musst konkrete Forderungen stellen oder klare Kompromisse vorschlagen. Nur dazu musst du dir selber im Klaren sein was du willst. 
Du willst da weg. Ist es finanziell irgendwie zu machen (auch wenn es ärgerlich ist dasHaus leer stehen zu lassen und trotzdem abzubezahlen)? Ansonsten ist es eine Entscheidung zwischen a)bleiben und Gegend akzeptieren oder b)trennen und Neuanfang.
Alles andere ist nur rauszögern.
Tut mir sehr leid


 

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1. Oktober um 11:34

Also 45 min sind wirklich nicht viel. Meine Familie wohnt deutlich weiter weg und ich führe derzeit eine Fernbeziehung, bei der mein Partner auch gut 50min entfernt wohnt.

Wenn es dort im Ort keine Menschen gibt mit denen du Kontakt möchtest, dann vielleicht im Nachbarort? Es wird ja wohl nicht im gesamten Umkreis nichts geben?
Und ansonsten, zieh du nach Hause und verbring die Wochenenden mit deinem Partner. Aus DIESER Entfernung würde ich kein großes Drama machen.

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1. Oktober um 13:15
In Antwort auf fresh000

Zieh weg ohne wenn und aber. Er kann mitkommen. Was er mit dem Haus macht? Tja... schön abbezahlen. Warum denkt man nicht vor man so etwas in Angriff nimmt? Echt schade.

Verzichte auf nichts. Du lebst nur einmal. 

er hat das mit dem haus doch wohl auch nur gemacht weil sie zugestimmt hat!

und jetzt lässt sie ihn damit sitzen???

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1. Oktober um 13:18
In Antwort auf jasmin7190

er hat das mit dem haus doch wohl auch nur gemacht weil sie zugestimmt hat!

und jetzt lässt sie ihn damit sitzen???

Falsch. 

Das Haus hat der Freund vor fünf Jahren gekauft. 

Sie hat ihn vor zwei Jahren kennengelernt. 

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1. Oktober um 13:56
In Antwort auf valieee

Falsch. 

Das Haus hat der Freund vor fünf Jahren gekauft. 

Sie hat ihn vor zwei Jahren kennengelernt. 

stimmt. sorry

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1. Oktober um 14:46
In Antwort auf apfelsine8

45 minuten ist der weg zu deinen eltern?
meine güte.
ich hab eine alte mutter, ich gehe 2 mal die woche zu ihr, um sie zu versorgen. 40 minuten zu fuss hin und 40 minuten zu fuss zurück, oft schwer bepackt mit einkäufen für sie.
man schafft das, sei sicher. wenn man es so bequem dabei hat und im auto die 45 minuten zurücklegen kann, schafft man das sogar mit links.

Super, 40 oder 45 Minuten bis zur Mutter?!
Klasse.
Meine ist gestorben als ich noch fast ein Kind war. Was würde ich für eine Entfernung von 45 Minuten geben oder wenn ich sie einfach kurz anrufen könnte?!
Kommt auf die Sichtweise an! 

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1. Oktober um 15:22
In Antwort auf coquette164

Da prallen bei euch 2 Leute aufeinander, die nicht bereit für Kompromisse sind. Für ihn geht nur dieses Haus und alles andere nicht und du tust so als wäre deine Familie auf einem anderen Kontinent. Es sind 45 Minuten. Niemand unserer Familie lebt näher und ja, ich empfinde sie als in greifbarer nähe. Ich sehe da keine wirkliche Lösung für euch fürchte ich. Ihr solltet reden wie es weiter gehen soll und was ihr an erste Stelle setzen wollt. Gehen BEIDE Seiten einen Kompromiss ein oder trennt ihr euch besser?

Er kann keien Kompromiss machen, denn er zahlt einen Kredit für das Haus ab!
und in der Alte_Leute  Gegend stehen die Häuser leer, also kommt auch Verkauf oder Vermietung nicht in Frage.

 

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