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Verliebt in einen Workaholic mit Beziehungsangst

10. Oktober 2007 um 15:14

Vor acht Monaten lernte ich einen ziemlich attraktiven Mann kennen. Irgendwie merkte ich sofort, dass er mir wichtig wird und es mehr als eine flüchtige Bekanntschaft wird. Wir fanden uns sehr anziehend und anfangs war unser Kontakt ziemlich ausgewogen. Unsere Telefonate und SMS waren fast täglich, getroffen haben wir uns aber fast immer nur einmal in der Woche. Wir wohnen zwar nicht in der gleichen Stadt, aber mehr als einen Abend pro Woche könnten wir schon miteinander verbringen. Anfangs sprachen wir auch über eine mögliche gemeinsame Zukunft (Familie, Kinder...).

Seit ein paar Monaten hat er jedoch einen neuen Chef und ist gedanklich nur bei der Arbeit. Wir sehen uns nur, wenn ich es vorschlage, unternehmen dann etwas und gehen auch miteinander ins Bett...alles ist wunderschön, sehr vertraut und nach jedem Treffen wünsche ich mir mehr davon. Er ist dann aber wieder in seiner Arbeit gefangen, d.h. er kommt von der Arbeit nach Hause, legt sich ins Bett und schläft bis zum nächsten Tag. Ihm fehlt die Kraft und Motivation für seinen Haushalt, seinen Sport, zum Treffen seiner Freunde...und natürlich auch für mich. Darauf angesprochen sagt er, dass er momentan nur den Kopf voll Arbeit habe und sich nicht richtig in mich verlieben könnte, weil er erst einmal seine Arbeitswelt in den Griff bekommen müsse und wir uns nicht so oft sehen könnten, wie ich es wünsche. Natürlich läuten bei so einem Spruch erst einmal die Alarmglocken und ich denke, dass er nur Sex und sonst nichts mit mir will, aber irgendwie sagt mir meine innere Stimme etwas anderes.

Anfangs habe ich auch gedacht, es gäbe eine andere Frau oder so, aber in seiner Wohnung sieht alles - auch bei überraschenden Besuchen - nach mir aus. Meine Postkarten, ein Foto von uns etc. stehen dort liebevoll aufgestellt. Einerseits ist er sehr zärtlich und liebevoll zu mir, andererseits aber kommen wir nicht weiter...

Aus Schilderungen aus seiner Vergangenheit erfuhr ich, dass Frauen ihn fast immer verlassen haben, weil er zu viel arbeitet. Seit vier Jahren ist er Single. Frauen, die ihm gefielen, verliebten sich nicht in ihn, sondern sahen immer nur den "guten Freund" in ihm. Frauen, die sich in ihn verliebten,zogen sich zurück, weil er zu lange brauchte, sich zu verlieben und auf eine Beziehung einzulassen...Nach acht Monaten sollte er sich aber langsam einmal auf eine Beziehung einlassen können, oder? Ich habe mir selbst eine Deadline bis Anfang Oktober gesetzt, damit wir uns ganz als Paar definieren. Als ich ihm davon erzählte, war er überrascht und sehr berührt. Ihm war gar nicht klar, wie sehr ich darunter leide, dass er sämtliche Prioritäten auf seine Arbeit gelegt hat. Er bat mich um vier Wochen Bedenkzeit. Diese Zeit gebe ich ihm natürlich und ich laufe gerade herum wie ein Tiger im Käfig. Ich möchte mit diesem Mann zusammensein...auch, wenn ich mittlerweile davon überzeugt bin, dass er mit seinem Job psychisch (nicht intellektuell) völlig überfordert ist und daneben überhaupt keinen Platz im Kopf für etwas anderes hat. Selbst sein bester Freund ruft mich schon an und fragt, ob ich an ihn herankomme und ihn sehe.

Ist er tatsächlich überfordert mit seinem Job und hat Angst vor einer Beziehung mit einer starken und beruflich erfolgreichen Frau? Oder jage ich ein Phantom? Und bin zu blöd zu erkennen, dass ich ein egoistisches ... vor mir habe?

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10. Oktober 2007 um 16:14

Jobs
Hey. Ich war auch mal mit nem (weiblichen) Workaholic zusammen. Es waren nur ein paar Monate und dazu noch eine Fernbeziehung. Abschalten war schwierig. Sie hat dauernd nur von ihrem Job erzählt, weil sie ja zu nichts anderem mehr kam.

Irgendwann meinte sie. Ich soll mir nicht so viele Gedanken machen und glauben, dass ihr der Job wichtiger sei als ich. Das wär totaler Quatsch. Nun ja, Genau 2 Wochen später hat sie Schluss gemacht. Sie hat keinen Platz für mich und kriegt das irgendwie alles nicht unter einen Hut. Alles zu viel.

So ist das eben mit Workaholics. Kenne noch andere, zB meinen Vater. Glaube nicht, dass meine Mutter damit besonders glücklich war. Sie hat sich arrangiert. Ich glaube, das muss man auch, wenn man mit einem Workaholic zusammen sein will. Der kann sich nicht zerteilen. Entweder tritt er kürzer oder einer von Euch muss die Beziehung beenden. Workaholic + erfüllte Beziehung kann ich mir nur schwer vorstellen.

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10. Oktober 2007 um 16:40
In Antwort auf marcel152

Jobs
Hey. Ich war auch mal mit nem (weiblichen) Workaholic zusammen. Es waren nur ein paar Monate und dazu noch eine Fernbeziehung. Abschalten war schwierig. Sie hat dauernd nur von ihrem Job erzählt, weil sie ja zu nichts anderem mehr kam.

Irgendwann meinte sie. Ich soll mir nicht so viele Gedanken machen und glauben, dass ihr der Job wichtiger sei als ich. Das wär totaler Quatsch. Nun ja, Genau 2 Wochen später hat sie Schluss gemacht. Sie hat keinen Platz für mich und kriegt das irgendwie alles nicht unter einen Hut. Alles zu viel.

So ist das eben mit Workaholics. Kenne noch andere, zB meinen Vater. Glaube nicht, dass meine Mutter damit besonders glücklich war. Sie hat sich arrangiert. Ich glaube, das muss man auch, wenn man mit einem Workaholic zusammen sein will. Der kann sich nicht zerteilen. Entweder tritt er kürzer oder einer von Euch muss die Beziehung beenden. Workaholic + erfüllte Beziehung kann ich mir nur schwer vorstellen.

...
Arbeitssucht ist eine Suchtkrankheit wie Alkoholismus. Da stehst du als Partner immer an 2. Stelle (im Idealfall).

Ich hatte mal einen Vorgesetzten, der an Arbeitssucht litt. Er hat selbst nachts noch geschäftliche Emails geschrieben. Als es der Firma schlecht ging, hat er 40 kg abgenommen - 20 kg hätten meiner Meinung nach gereicht .

Er war wie auf Entzug von der Droge Arbeit.

Du hast das schon richtig erfaßt: Workaholic und glückliche Beziehung geht nicht.

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10. Oktober 2007 um 19:54

Ich arbeite doch auch locker 50 Stunden in der Woche...
...und trotzdem denke ich häufiger an ihn und komme dazu, mal anzurufen, mal eine SMS zu schicken, ein Treffen vorzuschlagen etc. Außerdem interessiere ich mich neben meinem Job auch für ihn, für seinen Job, seine Belange, er aber ist nur in seinem Job gefangen, selbst in der wenigen Freizeit, die wir miteinander haben. Und da wir nicht zusammenwohnen, haben wir noch nicht einmal die kurzen Momente, die man einfach hat, wenn man unter einem Dach wohnt. Und so wie es jetzt ist, lerne ich ihn gar nicht weiter kennen, d.h. unser Tempo zueinander hin ist so viel langsamer als "üblich".

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10. Oktober 2007 um 22:38

Es kann gehen
wenn du erstmal nicht versuchst, ihn zu ändern, sondern ihn so nimmst, wie er ist. falls ihr denn füreinander bestimmt seid. egozentrisch ist er auf jeden fall. ein ... nicht unbedingt. aber: du hast dich in ihn verliebt, in diesen egoisten, also zieht dich auch etwas davon an.weiss nicht, wie ich es beschreiben soll. ich versuches es mal so: am ehesten kann man die menschen ändern, wenn man sie erstmal so lässt, wie sie sind. dann fühlen sie sich wohl und akzeptiert und ändern sie sich manchmal plötzlich freiwillig, wenn diese änderung denn in ihrem persönlichkeitspotential ist. und der schritt vom worcaholic zum nichtworcaholic sollte bei jeder person theoretisch möglich sein, denn worcaholsme ist krankhat.

ein beispiel: catherine zeta jones kann offenbar gar nicht kochen. als michael douglas zum ersten mal bei ihr war und das gemerkt hat, hat er ihr aber keine vorwürfe gemacht, sondern einfach gesagt: ich bin gut im tische bestellen! mittlerweile hat sie sogar eine gewisse freude am kochen entdeckt.

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10. Oktober 2007 um 22:49

Noch ein gutes beispiel
ich kenne einen mann, der ist ein grosser egozentriker, er sagt dinge wie: frauen sind nur zum flachlegen da. er hat mancher frau das herz gebrochen und er hat angst vor seinen eigenen gefühlen und ist daher unfähig zur liebe. er sei noch nie verliebt gewesen.soweit die aussagen vieler frauen und meine eigenen beobachtungen.

ich habe ihn letzthin näher kennengelernt und wir verstanden uns sehr gut. die obigen dinge haben mich nicht abgeschreckt. ich habe nicht versucht, ihn zu ändern, ich hab einfach "mich auf ihn und ihn auf mich wirken lassen". ich habe mich nicht geschützt sondern habe ihm gezeigt, dass ich extrem sensibel und auch sehr gefühlvoll bin.
und siehe da: plötzlich öffnete er sich. und er war wie ein umgekehrter handschuh, agierte gefühlsgeladen, überdreht und unkontrolliert.. ich bin in diesen mann verliebt und er in mich. man sieht ihm an, dass das für ihn das erste mal ist, aber er hat es geschafft, sich zu verlieben. und es hat sih gezeigt, dass er in wirklichkeit sehr emotional ist.
hätte ich versucht, ihm von anfang weiszumachen, dass man so kalt wie er nicht sein kann, dann hätte er sich nicht geöffnet.

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15. Juli 2008 um 20:47

Workaholic?!
"Und so? Hat man viel Gestaltungsspielraum mit Freunden,mit Hobbies,kein nöliger Ehemann schaut auf die Uhr und fordert Familienpräsenz ein-kann er kaum,er ist zu selten da..."

Aber ich bin ja mit einem Menschen zusammen weil ich Zeit mit ihm verbringen will, weil ich ihn liebe. und Nicht nur wegen dem wirtschaftlichen oder weil man "einfach so" zusammen ist.
Das wird ein Workaholicer nicht verstehen. Ich möchte dir nicht zu nahe treten, aber bist du selber ein Workaholic?

So..Zitat beendet
Hallo erstma.

Nu hab ich auch ma eine Frage. Und zwar ist folgendes: ich bin nun schon seit knapp 4,5 Jahren mit meinem Freund zusammen, ich weiß eine lange Zeit. Nur ist das jetzt so, dass immer mehr seine Arbeit wichtiger wird. und naja das war zwar anfangs auch schon so...aber nicht so wahnsinnig extrem. Er hat mir auch vor kurzem einmal gesagt das er nur seine arbeit liebt (daraufhin hatte er sich dann entschuldigt und am nächsten tag abgestritten)
in den urlaub fahren wir höchstens eine woche, wenn überhaupt. und selbst da ist er noch für seine arbeit (er ist der sohn des chefs) erreichbar. das heißt wenn er angerufen werden würde, würden wir auf der stelle alles zusammenpacken und heimfahren-egal wieviel der urlaub gekostet hat, was wir gerade gemacht haben etc.

Gefühlsmäßig kann er sich nicht in mich hineinversetzen, reagiert sehr gereizt auf das was ich ihm mitteilen möchte - bezüglich seiner arbeit noch mehr mit vorsicht zu genießen und größter streitfaktor.
Da wir auch noch ne Fernbeziehung haben haben wir auch keinerlei möglichkeit uns "zwischendurch" ma zu sehen. sehen uns nur wochenends und da hatte er mir auch schon öfter aufgrund seiner arbeit abgesagt.

Ist er Workaholic? Oder bin ich nur so verblendet und seh alles zu "verbissen"?
Kann man so wirklich glücklich werden wenn man ein sehr emotionaler, gesellschafts-familien mensch ist?
Oder wird das auf längere sicht nichts?

Ich selber arbeite auch, mache auch meine überstunden bin aber auch froh wenn ich mal freizeit habe und abschalten kann. (Gut ab und an beschäftigt mich ein fall - arbeite in einem sozialen beruf -) aber die arbeit ist nicht nur mein leben allein. für mich gibt es eben auch noch andere wichtige dinge wie familie, freunde, partner...

Ich bin dankbar um eure Ansichten/Meinungen.


Sunny

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23. Juli 2008 um 22:33

Naaaja
Fernbeziehung-ist für die meisten nur ein vorübergehendes Arrangement.Wenn das nach 2 Jahren nicht in eine feste Beziehung mündet,endet es oft in Trennung -ich las mal eine Statistik darüber.

Dann hinkt die Statistik in Bezug auf unsere Beziehung.
Bei mir geht es wegen der Ausbildung nicht anders, sodass wir, bis ich fertig bin sechs Jahre lang eine Fernbeziehung geführt haben und jetzt schon seit 4,5 Jahren eine führen. Da es aus Arbeitsgründen, wie schon erwähnt, nicht anders geht.
Gut wie lang das noch geht, weiß niemand. Man kann nie wissen was die Zukunft bringt. Doch auch jetzt mit den 4,5 Jahren haben wir diese Statistik geknackt

Naja wann der Mann zu Hause ist spielt keine große Rolle. Es spielt nur eine wichtige Rolle das man sich sieht während der freien Zeit, klar man soll auch noch sein eigenes Leben führen können und z.B. seinen Hobbies nachgehen. Doch Workaholics haben sowas meist ja auch schon gar nicht mehr, da es für sie nur noch die Arbeit gibt.
Und wenn man Familie hat sollte man für seinen Partner und die Kinder da sein und nicht voll und ganz für seine Arbeit da sein. Dann hätte man keine Familie gründen müssen, meiner Meinung nach.

Aber das sieht jeder anders

Liebe Grüße

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