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Verliebt in einen Mann mit Depression - und ich mit Verlassensängsten

12. November um 14:49

Hallo ihr Lieben,

Wie der Betreff schon sagt, bin ich verliebt in einen Mann mit Depressionen.
Wir kennen uns schon seit etwas über einem Jahr, unser unregelmäßiger Kontakt war immer eher freundschaftlich, da ich in einer Beziehung war. Ich merkte zwar, dass ich mich auf eine gewisse Art für ihn interessierte, aber ich liebte meinen Freund und schenkte dem daher nicht so Beachtung. Außerdem war er zu Anfang unseres Kontakts gerade dabei gewesen - nachdem er eine schlimme Trennung durchlebt hatte - 250km weit weg in seine Heimatstadt zurückzuziehen und eine Fernbeziehung kam für mich absolut nicht in Frage.
Unabhängig von ihm, fing ich im Sommer diesen Jahres an zu grübeln, ob ich in meiner Beziehung wirklich glücklich war, ob es Sinn machte diese weiterzuführen. Es war Zufall, dass er mich genau zu dieser Zeit wieder anschrieb. Wir waren immer recht vertraut miteinander, daher erzählte ich ihm von meinen Bedenken. Er half mir meine Gedanken zu ordnen und es dauerte nicht lange, da offenbarte er mir seine Gefühle. Es stellte sich heraus, dass er das ganze Jahr über nur auf die Chance gewartet hatte mich von sich überzeugen zu können und das tat er mit vollem Einsatz. Er legte sich unfassbar ins Zeug, repräsentierte all das, was ich in einem Partner suche und brauche. Wir malten unsere Zukunft aus und für meine Freunde schien es, als würde er nach mir Klammern und sich nur auf mich fixieren - aber mir gefiel das, ich ging völlig darin auf.
Ich leide unter Verlassensängsten, das heißt jede Änderung meiner Gewohnheit ist absoluter Horror für mich. Daher hat es viel Arbeit gekostet mich von meinem Partner zu trennen - da es für mich hieß eine neue Wohnung suchen zu müssen und auch die Ungewissheit ob es mit dem neuen wirklich klappen wird, oder ob ich im Endeffekt alleine dasitzen werde.
Ganze drei Monate hat es sich hingezogen, bis ich endlich den Mut hatte mich zu trennen. Drei Monate in denen er mir jeden Tag beigestanden hat, mir täglich versicherte wie wichtig ich ihm wäre und dass er auf ewig auf mich warten würde. Er hat mir den Freiraum und die Zeit gegeben meine Entscheidung selbst zu treffen, ohne mir die Pistole auf die Brust zu setzen.
Nachdem die Trennung durch war, wollten wir uns endlich eine reale Chance geben. Wir verabredeten uns. Plötzlich kam es mir so vor, als würde er abbauen - verschuldet durch meine Verlassensängste fing ich an zu klammern und Druck auszuüben, er versicherte mir, dass ich mir unbegründet Sorgen machen würde und ich seine Gefühle nicht grundlos in Frage stellen solle. Also riss ich mich zusammen und vertraute. Dann kam der Tag, an dem er her kam, wir verbrachten einen schönen Mittag miteinander, alles war einfach wunderschön - auch er sprach im Nachhinein nur positiv davon. Danach waren sämtliche Zweifel bei mir verflogen und ich wusste, dass ich nur noch ihn haben wollen würde. Ich war Feuer und Flamme - doch je mehr meine Gefühle aufloderten, desto mehr zog er sich zurück. Ich sprach ihn öfter darauf an. Erst beharrte er darauf, dass meine Sorge unbegründet wäre. Dann hieß es, es wäre seine Schuld, da er nicht wisse wieso, aber er sich zurückgezogen hätte. "Irgendwas hätte sich verändert". Er schmiss Bindungsangst in den Raum. Trotzdem beharrte er immer wieder darauf, dass ich ihm wichtig wäre und er mich lieb hätte. Sagt sogar, dass er auf andere Menschen gerne verzichten könne.
Noch dazu fing er parallel mit einem neuen Job an. Er hatte sich Anfang des Jahres zum Rettungssanitäter umschulen lassen und die neue Stelle kam mit dem November. Mir ist bewusst, dass der Job ihm viel abverlangt, mir ist auch bewusst, dass er sich nicht mehr ständig melden kann. Aber in der Zeit wo er sich melden kann zieht er sich emotional zurück, plötzlich schien es mir so, als wäre es ihm nicht mal mehr wichtig mir Guten Morgen oder Gute Nacht zu sagen - er tat es nämlich nicht mehr und er legte auch keinen Wert - wie er es anfangs immer tat - mehr darauf, dass ich es tat. Wir hatten trotzdem täglich Kontakt, aber nichts von seiner Euphorie war übrig geblieben. Keine Herzchen, keine Küsse, keine Pläne, keine Nähe. Ich versuchte Verständnis zu zeigen, auch weil ich von seiner Depression weiß und mir bewusst bin wie selbst so eine 'Kleinigkeit' wie ein neuer Job einen völlig verausgaben kann. In mir fing ein Tauziehen an, zwischen 'Vertrauen und Verständnis' und meinen Verlassensängsten.
Ich kam mir vor wie eine Last an seinem Bein und fragte ob es besser wäre den Kontakt zu beenden. Ich schilderte ihm, dass ich Angst davor hatte er könne mich sitzenlassen, was er damit erwiderte, dass ihn das unter Druck setzen würde. Dann erzählte er mir davon, dass seine Eltern sich gerade wegen einer Scheidung stritten und dass ihm da sämtliche Lust auf Beziehung und drum rum vergehen würde. Also gab es nicht nur den Job, der ihn belastete, sondern auch noch ein Problem in der Familie.
Doch als er mir dann sagte, dass er sich seiner Gefühle mit gegenüber nicht mehr sicher wäre, verletzte mich das. Es würde ihm Stress und Unwohlsein bereiten, wenn ich versuchen würde ihn von Dingen zu überzeugen, die er gerade nicht sah oder fühlen kann. Er sagt er sei ausgebrannt wie eine Sternschnuppe auf Grund der drei Monate in denen er mir 200 Prozent von sich gegeben hatte, immer für mich da war und mich unterstützt hat. Jetzt sei er nur noch ausgelaugt. Könnte sich auf nichts konzentrieren. Und sendete mir das Zitat "Manchmal, wenn wir am dringendsten Nähe benötigen, distanzieren wir uns am Meisten."
Daraufhin hab ich beschlossen und ihm mitgeteilt, dass wir nicht mehr über dieses Thema reden werden. Ich hab beschlossen mich selbst zurückzunehmen um ihm keinen Druck mehr zu machen. Darauf haben wir uns geeinigt und abschließend brachte er die Worte 'Trotz allem hab ich dich lieb'.

Auch wenn ich es nicht nachvollziehen kann. Wie kann es einen ausbrennen jemanden zu lieben? Das beflügelt doch eher, besonders da er ja das bekommen hat um das er gekämpft hat. Ich weiß nicht ob er mir einfach durch die Blume sagen möchte, dass wir nur Freunde sein können. Oder will er sich das einfach selbst nicht eingestehen, weil er sich nicht traut mir das zu sagen?
Vielleicht kann sich jemand besser in seine Lage hineinversetzen und mir helfen ihn etwas besser zu verstehen.

Liebe Grüße

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12. November um 14:57

es kann einen wahnsinnig ausbrennen, jemanden zu lieben.
Wieso? Nun hat er Dir ja versucht zu erklären. Und erklärst Du auch selbst. Was glaubst Du macht das "Tauziehen, zwischen Vertrauen und Verständnis und meinen Verlassensängsten" mit Dir macht? Und mit ihm? Und sein eigenes "Tauziehen" noch dazu? Was machen Deine Ängste mit Dir? Kosten die Dich Kraft? Energie? Verzerren sie die halbe Welt, was Du mühsam (!) wieder entzerren musst? Musst Du "kämpfen"? Und kostet nicht jeder "Kampf" viel KRaft?

Ehrlich: Ihr solltet erst einmal mit Euch selbst ins Reine kommen, bevor Ihr über Beziehungen nachdenkt. Beide.
 

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12. November um 16:11

Depressive Menschen sind oft nicht mehr in der Lage, Gefühle für andere zu empfinden oder wahrzunehmen. Sie sind in ihrem eigenen Kosmos gefangen.
Sollte er wirklich depressiv sein, dann ist er so in seiner negativen Welt gefangen, dass er vieles auch nur noch verzerrt wahrnimmt. Als Außenstehender ist es fast unmöglich, die Gedanken zu verstehen und nachzuvollziehen. 
Sollte er wirklich depressiv sein, dann geh keine Beziehung mit ihm ein. So leid mir das für ihn tut. Man muss schon sehr sehr stark sein, um das in einer Beziehung aushalten zu können!

Dein Freund macht im Moment viel mit, sprich es muss sich nicht um diese ernste Krankheit handeln, sondern "nur" um ein Ausgebranntsein. Also ist Druck rausnehmen das einzig sinnvolle. Sei für ihn da, so wie er es für dich war. Und dann sieht man weiter...

Zu deinen Verlassensängste. Die Angst verlassen zu werden bzw. alleine zu sein, ist normal. Das ist von der Natur so eingerichtet. Der Mensch kann nur in der Gruppe überleben. Diese Ängste sind in jedem von uns. Beim einen mehr, beim anderen weniger.
Es ist nicht die Lösung des Problems, wenn du von anderen verlangst, dass sie dich nicht verlassen dürfen. Sondern du solltest für dein eigenes Seelenheil deine Angst überwinden. Wenn es sehr stark ausgeprägt ist, vielleicht sogar in deiner Kinderheit begründet, solltest du dir professionelle Hilfe suchen. Ansonsten kann es dir auch mal helfen, alleine zu sein, um dir zu zeigen, dass ohne Partner zu sein, nichts schlimmes ist und du stark genug bist, das auszuhalten und dich vielleicht auch wohl zu fühlen.
 

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12. November um 16:30
In Antwort auf cianoxy

Hallo ihr Lieben,

Wie der Betreff schon sagt, bin ich verliebt in einen Mann mit Depressionen.
Wir kennen uns schon seit etwas über einem Jahr, unser unregelmäßiger Kontakt war immer eher freundschaftlich, da ich in einer Beziehung war. Ich merkte zwar, dass ich mich auf eine gewisse Art für ihn interessierte, aber ich liebte meinen Freund und schenkte dem daher nicht so Beachtung. Außerdem war er zu Anfang unseres Kontakts gerade dabei gewesen - nachdem er eine schlimme Trennung durchlebt hatte - 250km weit weg in seine Heimatstadt zurückzuziehen und eine Fernbeziehung kam für mich absolut nicht in Frage.
Unabhängig von ihm, fing ich im Sommer diesen Jahres an zu grübeln, ob ich in meiner Beziehung wirklich glücklich war, ob es Sinn machte diese weiterzuführen. Es war Zufall, dass er mich genau zu dieser Zeit wieder anschrieb. Wir waren immer recht vertraut miteinander, daher erzählte ich ihm von meinen Bedenken. Er half mir meine Gedanken zu ordnen und es dauerte nicht lange, da offenbarte er mir seine Gefühle. Es stellte sich heraus, dass er das ganze Jahr über nur auf die Chance gewartet hatte mich von sich überzeugen zu können und das tat er mit vollem Einsatz. Er legte sich unfassbar ins Zeug, repräsentierte all das, was ich in einem Partner suche und brauche. Wir malten unsere Zukunft aus und für meine Freunde schien es, als würde er nach mir Klammern und sich nur auf mich fixieren - aber mir gefiel das, ich ging völlig darin auf.
Ich leide unter Verlassensängsten, das heißt jede Änderung meiner Gewohnheit ist absoluter Horror für mich. Daher hat es viel Arbeit gekostet mich von meinem Partner zu trennen - da es für mich hieß eine neue Wohnung suchen zu müssen und auch die Ungewissheit ob es mit dem neuen wirklich klappen wird, oder ob ich im Endeffekt alleine dasitzen werde.
Ganze drei Monate hat es sich hingezogen, bis ich endlich den Mut hatte mich zu trennen. Drei Monate in denen er mir jeden Tag beigestanden hat, mir täglich versicherte wie wichtig ich ihm wäre und dass er auf ewig auf mich warten würde. Er hat mir den Freiraum und die Zeit gegeben meine Entscheidung selbst zu treffen, ohne mir die Pistole auf die Brust zu setzen.
Nachdem die Trennung durch war, wollten wir uns endlich eine reale Chance geben. Wir verabredeten uns. Plötzlich kam es mir so vor, als würde er abbauen - verschuldet durch meine Verlassensängste fing ich an zu klammern und Druck auszuüben, er versicherte mir, dass ich mir unbegründet Sorgen machen würde und ich seine Gefühle nicht grundlos in Frage stellen solle. Also riss ich mich zusammen und vertraute. Dann kam der Tag, an dem er her kam, wir verbrachten einen schönen Mittag miteinander, alles war einfach wunderschön - auch er sprach im Nachhinein nur positiv davon. Danach waren sämtliche Zweifel bei mir verflogen und ich wusste, dass ich nur noch ihn haben wollen würde. Ich war Feuer und Flamme - doch je mehr meine Gefühle aufloderten, desto mehr zog er sich zurück. Ich sprach ihn öfter darauf an. Erst beharrte er darauf, dass meine Sorge unbegründet wäre. Dann hieß es, es wäre seine Schuld, da er nicht wisse wieso, aber er sich zurückgezogen hätte. "Irgendwas hätte sich verändert". Er schmiss Bindungsangst in den Raum. Trotzdem beharrte er immer wieder darauf, dass ich ihm wichtig wäre und er mich lieb hätte. Sagt sogar, dass er auf andere Menschen gerne verzichten könne.
Noch dazu fing er parallel mit einem neuen Job an. Er hatte sich Anfang des Jahres zum Rettungssanitäter umschulen lassen und die neue Stelle kam mit dem November. Mir ist bewusst, dass der Job ihm viel abverlangt, mir ist auch bewusst, dass er sich nicht mehr ständig melden kann. Aber in der Zeit wo er sich melden kann zieht er sich emotional zurück, plötzlich schien es mir so, als wäre es ihm nicht mal mehr wichtig mir Guten Morgen oder Gute Nacht zu sagen - er tat es nämlich nicht mehr und er legte auch keinen Wert - wie er es anfangs immer tat - mehr darauf, dass ich es tat. Wir hatten trotzdem täglich Kontakt, aber nichts von seiner Euphorie war übrig geblieben. Keine Herzchen, keine Küsse, keine Pläne, keine Nähe. Ich versuchte Verständnis zu zeigen, auch weil ich von seiner Depression weiß und mir bewusst bin wie selbst so eine 'Kleinigkeit' wie ein neuer Job einen völlig verausgaben kann. In mir fing ein Tauziehen an, zwischen 'Vertrauen und Verständnis' und meinen Verlassensängsten.
Ich kam mir vor wie eine Last an seinem Bein und fragte ob es besser wäre den Kontakt zu beenden. Ich schilderte ihm, dass ich Angst davor hatte er könne mich sitzenlassen, was er damit erwiderte, dass ihn das unter Druck setzen würde. Dann erzählte er mir davon, dass seine Eltern sich gerade wegen einer Scheidung stritten und dass ihm da sämtliche Lust auf Beziehung und drum rum vergehen würde. Also gab es nicht nur den Job, der ihn belastete, sondern auch noch ein Problem in der Familie.
Doch als er mir dann sagte, dass er sich seiner Gefühle mit gegenüber nicht mehr sicher wäre, verletzte mich das. Es würde ihm Stress und Unwohlsein bereiten, wenn ich versuchen würde ihn von Dingen zu überzeugen, die er gerade nicht sah oder fühlen kann. Er sagt er sei ausgebrannt wie eine Sternschnuppe auf Grund der drei Monate in denen er mir 200 Prozent von sich gegeben hatte, immer für mich da war und mich unterstützt hat. Jetzt sei er nur noch ausgelaugt. Könnte sich auf nichts konzentrieren. Und sendete mir das Zitat "Manchmal, wenn wir am dringendsten Nähe benötigen, distanzieren wir uns am Meisten."
Daraufhin hab ich beschlossen und ihm mitgeteilt, dass wir nicht mehr über dieses Thema reden werden. Ich hab beschlossen mich selbst zurückzunehmen um ihm keinen Druck mehr zu machen. Darauf haben wir uns geeinigt und abschließend brachte er die Worte 'Trotz allem hab ich dich lieb'.

Auch wenn ich es nicht nachvollziehen kann. Wie kann es einen ausbrennen jemanden zu lieben? Das beflügelt doch eher, besonders da er ja das bekommen hat um das er gekämpft hat. Ich weiß nicht ob er mir einfach durch die Blume sagen möchte, dass wir nur Freunde sein können. Oder will er sich das einfach selbst nicht eingestehen, weil er sich nicht traut mir das zu sagen?
Vielleicht kann sich jemand besser in seine Lage hineinversetzen und mir helfen ihn etwas besser zu verstehen.

Liebe Grüße

Wenn Gefühle von Liebe Ängste auslösen kann alles was zu nah ist beängstigend empfunden werden. Ihr zwei habt euch gesucht und gefunden. Einer will weglaufen bei zuviel Liebe und der andere festhalten aus Angst vor dem Verlassenwerden. Ich vermute das du krampfhaft an dieser Beziehung festhalten willst. Das spürt er und umso deutlicher er deine Bemühung spürt umso mehr wird er sich von dir distanzieren. Du kannst versuchen dich nicht verletzt zu fühlen wenn er seinen Rückzug braucht. An diesem Punkt kannst du an dir selbst arbeiten dies auszuhalten.

Bei Depressionen muss man verstehen das die Kleinigkeit für einen selber ein riesiger großer schwarzer Hund ist der sich einem auf die Brust legt. Er nimmt den Atem den Schlaf den Appetit den Lebensmut alles Gefühl.

Es scheint mir als habe er zu 1000 Prozent versucht alles zu geben.  Wer sich derartig verausgabt vergißt sich selber vielleicht um andere Dinge nicht zu fühlen. 

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12. November um 16:50
In Antwort auf sisteronthefly

Wenn Gefühle von Liebe Ängste auslösen kann alles was zu nah ist beängstigend empfunden werden. Ihr zwei habt euch gesucht und gefunden. Einer will weglaufen bei zuviel Liebe und der andere festhalten aus Angst vor dem Verlassenwerden. Ich vermute das du krampfhaft an dieser Beziehung festhalten willst. Das spürt er und umso deutlicher er deine Bemühung spürt umso mehr wird er sich von dir distanzieren. Du kannst versuchen dich nicht verletzt zu fühlen wenn er seinen Rückzug braucht. An diesem Punkt kannst du an dir selbst arbeiten dies auszuhalten.

Bei Depressionen muss man verstehen das die Kleinigkeit für einen selber ein riesiger großer schwarzer Hund ist der sich einem auf die Brust legt. Er nimmt den Atem den Schlaf den Appetit den Lebensmut alles Gefühl.

Es scheint mir als habe er zu 1000 Prozent versucht alles zu geben.  Wer sich derartig verausgabt vergißt sich selber vielleicht um andere Dinge nicht zu fühlen. 

es gibt nicht "die depression" es gibt viele arten und gesichter von depressionen.
und fast immer sind sie behandelbar.
ich denke, hier sind beide gerade überfordert von sich und der situation, es sollte
erstmal ein wenig ruhe einkehren....

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12. November um 17:22

als du vergeben warst warst du anscheinend interessanter für ihn....

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12. November um 17:23
In Antwort auf cianoxy

Hallo ihr Lieben,

Wie der Betreff schon sagt, bin ich verliebt in einen Mann mit Depressionen.
Wir kennen uns schon seit etwas über einem Jahr, unser unregelmäßiger Kontakt war immer eher freundschaftlich, da ich in einer Beziehung war. Ich merkte zwar, dass ich mich auf eine gewisse Art für ihn interessierte, aber ich liebte meinen Freund und schenkte dem daher nicht so Beachtung. Außerdem war er zu Anfang unseres Kontakts gerade dabei gewesen - nachdem er eine schlimme Trennung durchlebt hatte - 250km weit weg in seine Heimatstadt zurückzuziehen und eine Fernbeziehung kam für mich absolut nicht in Frage.
Unabhängig von ihm, fing ich im Sommer diesen Jahres an zu grübeln, ob ich in meiner Beziehung wirklich glücklich war, ob es Sinn machte diese weiterzuführen. Es war Zufall, dass er mich genau zu dieser Zeit wieder anschrieb. Wir waren immer recht vertraut miteinander, daher erzählte ich ihm von meinen Bedenken. Er half mir meine Gedanken zu ordnen und es dauerte nicht lange, da offenbarte er mir seine Gefühle. Es stellte sich heraus, dass er das ganze Jahr über nur auf die Chance gewartet hatte mich von sich überzeugen zu können und das tat er mit vollem Einsatz. Er legte sich unfassbar ins Zeug, repräsentierte all das, was ich in einem Partner suche und brauche. Wir malten unsere Zukunft aus und für meine Freunde schien es, als würde er nach mir Klammern und sich nur auf mich fixieren - aber mir gefiel das, ich ging völlig darin auf.
Ich leide unter Verlassensängsten, das heißt jede Änderung meiner Gewohnheit ist absoluter Horror für mich. Daher hat es viel Arbeit gekostet mich von meinem Partner zu trennen - da es für mich hieß eine neue Wohnung suchen zu müssen und auch die Ungewissheit ob es mit dem neuen wirklich klappen wird, oder ob ich im Endeffekt alleine dasitzen werde.
Ganze drei Monate hat es sich hingezogen, bis ich endlich den Mut hatte mich zu trennen. Drei Monate in denen er mir jeden Tag beigestanden hat, mir täglich versicherte wie wichtig ich ihm wäre und dass er auf ewig auf mich warten würde. Er hat mir den Freiraum und die Zeit gegeben meine Entscheidung selbst zu treffen, ohne mir die Pistole auf die Brust zu setzen.
Nachdem die Trennung durch war, wollten wir uns endlich eine reale Chance geben. Wir verabredeten uns. Plötzlich kam es mir so vor, als würde er abbauen - verschuldet durch meine Verlassensängste fing ich an zu klammern und Druck auszuüben, er versicherte mir, dass ich mir unbegründet Sorgen machen würde und ich seine Gefühle nicht grundlos in Frage stellen solle. Also riss ich mich zusammen und vertraute. Dann kam der Tag, an dem er her kam, wir verbrachten einen schönen Mittag miteinander, alles war einfach wunderschön - auch er sprach im Nachhinein nur positiv davon. Danach waren sämtliche Zweifel bei mir verflogen und ich wusste, dass ich nur noch ihn haben wollen würde. Ich war Feuer und Flamme - doch je mehr meine Gefühle aufloderten, desto mehr zog er sich zurück. Ich sprach ihn öfter darauf an. Erst beharrte er darauf, dass meine Sorge unbegründet wäre. Dann hieß es, es wäre seine Schuld, da er nicht wisse wieso, aber er sich zurückgezogen hätte. "Irgendwas hätte sich verändert". Er schmiss Bindungsangst in den Raum. Trotzdem beharrte er immer wieder darauf, dass ich ihm wichtig wäre und er mich lieb hätte. Sagt sogar, dass er auf andere Menschen gerne verzichten könne.
Noch dazu fing er parallel mit einem neuen Job an. Er hatte sich Anfang des Jahres zum Rettungssanitäter umschulen lassen und die neue Stelle kam mit dem November. Mir ist bewusst, dass der Job ihm viel abverlangt, mir ist auch bewusst, dass er sich nicht mehr ständig melden kann. Aber in der Zeit wo er sich melden kann zieht er sich emotional zurück, plötzlich schien es mir so, als wäre es ihm nicht mal mehr wichtig mir Guten Morgen oder Gute Nacht zu sagen - er tat es nämlich nicht mehr und er legte auch keinen Wert - wie er es anfangs immer tat - mehr darauf, dass ich es tat. Wir hatten trotzdem täglich Kontakt, aber nichts von seiner Euphorie war übrig geblieben. Keine Herzchen, keine Küsse, keine Pläne, keine Nähe. Ich versuchte Verständnis zu zeigen, auch weil ich von seiner Depression weiß und mir bewusst bin wie selbst so eine 'Kleinigkeit' wie ein neuer Job einen völlig verausgaben kann. In mir fing ein Tauziehen an, zwischen 'Vertrauen und Verständnis' und meinen Verlassensängsten.
Ich kam mir vor wie eine Last an seinem Bein und fragte ob es besser wäre den Kontakt zu beenden. Ich schilderte ihm, dass ich Angst davor hatte er könne mich sitzenlassen, was er damit erwiderte, dass ihn das unter Druck setzen würde. Dann erzählte er mir davon, dass seine Eltern sich gerade wegen einer Scheidung stritten und dass ihm da sämtliche Lust auf Beziehung und drum rum vergehen würde. Also gab es nicht nur den Job, der ihn belastete, sondern auch noch ein Problem in der Familie.
Doch als er mir dann sagte, dass er sich seiner Gefühle mit gegenüber nicht mehr sicher wäre, verletzte mich das. Es würde ihm Stress und Unwohlsein bereiten, wenn ich versuchen würde ihn von Dingen zu überzeugen, die er gerade nicht sah oder fühlen kann. Er sagt er sei ausgebrannt wie eine Sternschnuppe auf Grund der drei Monate in denen er mir 200 Prozent von sich gegeben hatte, immer für mich da war und mich unterstützt hat. Jetzt sei er nur noch ausgelaugt. Könnte sich auf nichts konzentrieren. Und sendete mir das Zitat "Manchmal, wenn wir am dringendsten Nähe benötigen, distanzieren wir uns am Meisten."
Daraufhin hab ich beschlossen und ihm mitgeteilt, dass wir nicht mehr über dieses Thema reden werden. Ich hab beschlossen mich selbst zurückzunehmen um ihm keinen Druck mehr zu machen. Darauf haben wir uns geeinigt und abschließend brachte er die Worte 'Trotz allem hab ich dich lieb'.

Auch wenn ich es nicht nachvollziehen kann. Wie kann es einen ausbrennen jemanden zu lieben? Das beflügelt doch eher, besonders da er ja das bekommen hat um das er gekämpft hat. Ich weiß nicht ob er mir einfach durch die Blume sagen möchte, dass wir nur Freunde sein können. Oder will er sich das einfach selbst nicht eingestehen, weil er sich nicht traut mir das zu sagen?
Vielleicht kann sich jemand besser in seine Lage hineinversetzen und mir helfen ihn etwas besser zu verstehen.

Liebe Grüße

Die meisten Menschen brauchen Zeit, um eine Ex-Beziehung zu verarbeiten und abzuschließen. Also auch mal mit sich alleine klarzukommen und sich nicht halsüberkopf in die nächste Beziehung zu stürzen.

Das habt ihr beide nicht so richtig gemacht, so dass man davon ausgehen kann, dass der eine den anderen und umgekehrt als Lückenfüller und Sprungbrett benutzt hat.

Aus so einer Konstellation entsteht selten eine tragfähige Beziehung.

Bindungsangst ist oft ein Synonym dafür, dass der gerade vorhandene Partner doch nicht das Nonplusultra ist.

Verlustängste wiederum resultieren daraus, dass man sich einerseits der Liebe des Partners nicht sicher ist und andererseits, dass der eigene Selbstwert nicht sehr hoch angesiedelt ist.

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12. November um 17:33
In Antwort auf sophiapetrillo

Die meisten Menschen brauchen Zeit, um eine Ex-Beziehung zu verarbeiten und abzuschließen. Also auch mal mit sich alleine klarzukommen und sich nicht halsüberkopf in die nächste Beziehung zu stürzen.

Das habt ihr beide nicht so richtig gemacht, so dass man davon ausgehen kann, dass der eine den anderen und umgekehrt als Lückenfüller und Sprungbrett benutzt hat.

Aus so einer Konstellation entsteht selten eine tragfähige Beziehung.

Bindungsangst ist oft ein Synonym dafür, dass der gerade vorhandene Partner doch nicht das Nonplusultra ist.

Verlustängste wiederum resultieren daraus, dass man sich einerseits der Liebe des Partners nicht sicher ist und andererseits, dass der eigene Selbstwert nicht sehr hoch angesiedelt ist.

Eben.... Bindungsangst so ein Quatsch

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12. November um 17:47
In Antwort auf sophiapetrillo

Die meisten Menschen brauchen Zeit, um eine Ex-Beziehung zu verarbeiten und abzuschließen. Also auch mal mit sich alleine klarzukommen und sich nicht halsüberkopf in die nächste Beziehung zu stürzen.

Das habt ihr beide nicht so richtig gemacht, so dass man davon ausgehen kann, dass der eine den anderen und umgekehrt als Lückenfüller und Sprungbrett benutzt hat.

Aus so einer Konstellation entsteht selten eine tragfähige Beziehung.

Bindungsangst ist oft ein Synonym dafür, dass der gerade vorhandene Partner doch nicht das Nonplusultra ist.

Verlustängste wiederum resultieren daraus, dass man sich einerseits der Liebe des Partners nicht sicher ist und andererseits, dass der eigene Selbstwert nicht sehr hoch angesiedelt ist.

das hast du wirklich zutreffend erklärt...
dass was die TE im eingangspost geschrieben hat, nämlich er depression,
sie verlassensängste klingt wie "pest trifft auf cholera".
das ist nicht die richtige bezeichnung für das, was die beziehung beider anbelangt.

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