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Verliebt in einen Häftling(Meine Geschichte)- Rat und Mut an alle betroffene Frauen.

1. April 2015 um 0:25

Mein Freund ist seit einem Jahr im Gefängnis und muss mit einer hohen Wahrscheinlichkeit noch ein weisteres Jahr dort bleiben. Ich wünsche es keiner Frau, und möchte euch allen meinen Respekt aussprechen, denn ich weiß ( wenn ihr den Jenigen wirklich liebt) was ihr fühlt und durch macht.
Meiner Meinung nach gehören hier keine Kommentare von Personen hin, die nicht die selbe Situation erlebt haben oder gerade erleben. Denn diese Gefühle kann keine außenstehende Person verstehen. Es wird oft mit einer Trennung verglichen oder mit einer Fernbeziehung. Doch genau das ist nicht richtig. Denn bei einer Beziehungspause/ Trennung wird es einen Grund geben weshalb man sich bewusst voneinander enfernt. Doch in diesem Fall werden zwei Herzen die zusammen gehören, eine Frau die ihren Mann liebt, gewaltvoll voneinander entrissen. Genau das verstehen die Menschen nicht, die diese Situation nicht erlebt haben. Denn sie würden behaupten, dass man mit recht getrennt wurde, er sei nur ein ''Verbrecher'', ''Knasti''. Ich spreche in meinem Fall von einem 20 jährigen Jungen, der einfach einen falschen Weg eingeschlagen-, falsche Entscheidungen getroffen hat und sich nicht alleine mit seinen Problemen auseinander setzten konnte. Natürlich ist er für seine Taten verantwortlich und natürlich muss eine Maßnahme eingesetzt werden,doch diese Tatsachen sprechen nicht dafür,dass deshlab schlecht oder abwertend über ihn (eine Person) gesprochen werden darf. Jeder hat seine eigene Geschichte und kein Mensch ist alleine verantwortlich an Taten,es wird immer einen Grund dafür geben. Damit möchte ich einfach sagen, befolgt bitte keinen Rat von Personen die die Gefühle nicht mit euch teilen können. Und hört besonders auf euer Gefühl.

Wie gesagt mein Freund ist jetzt ein Jahr fort.
Mein Fall ist noch ein Stück schwerer und komplizierter, denn meine Beziehung mit ihm wird von meiner Familie nicht akzeptiert. Nicht nur weil er Straftaten begangen hat, sondern da er eine andere Religion folgt und der größte Feind meines Landes ist..
Trotz des ''Verrates'' traf ich mich heimlich mit ihm und kann heute sagen,dass es bis jetzt die schönste Zeit meines Lebens war. Ich erzähle euch meine Geschichte.

Unsere erste Begegnung war nicht gerade positiv.
Er war ein unerwünschter Gast auf einer Abschlussfeier.. doch ihn und seinen Jungs kümmerte es wenig und machten alles was sie nicht lassen konnten..
Zu unserem Zusammentreffen: Der Schlingel dachte einfach, dass er mich anfassen konnte wie er dachte, doch ihm machte ich es schnell klar das es nicht der Fall war. Alle sahen mich an, denn jeder hatte Respekt vor ihm und ich kleine Maus gab ihm eine kleine Backpfeife.
Ich hatte diesen Menschen nicht einmal in meinem Leben gesehen, hatte noch nie von ihm gehört. Doch wie das Schicksal wollte trafen wir uns wieder.. wieder zufällig. Dazu muss ich sagen, in dieser Zeit waren wir noch ziemlich jung und hatten ein geringes Verwantwortungsbewusstsein.
Natürlich konnte ich mir durch anderen genau ANDEREN ein Bild von ihm verschaffen können: ''kriminell, Junky, hat keinen Skrupell, hat keinen Anstand, Respekt und ist böse''
Eine Eigenschaft von mir: Ich sehe immer das gute in Menschen oder versuche etwas zu finden und beurteile und glaube erst wenn ich es selber spüre/sehe/feststelle. Und ich kann sagen, ich bin stolz auf mich.
Wir lernten uns kennen und ich merkte, dass er nicht der war, die mir die ANDEREN versuchten einzureden. Er war ein Junge der sich mit einer Mauer aus Schmerzen,Enttäuschungen und Trauer versuchte zu schützen. Keiner verstand ihn,dass weiß ich heute und außerdem weiß ich, dass ihn niemand so gut kennt, wie ich es tu.

Nach einer kurzen Zeit hatte meine Familie erfahren,dass ich Kontakt mit ihm hatte und wurde sofort von der Außenwelt isoliert. Klingt hart und so war es auch.
Die schlimmste Zeit meines Lebens, und verfolgt mich bis heute noch..
Mehr als ein halbes Jahr durfte ich nichts ohne meiner Familie unternehmen,kein Kontakt mit niemanden haben. Doch in dieser Zeit wurden meine Gefühle immer deutlicher zu ihm. Obwohl ich ihn dort noch nicht lange kannte, ging er mir nicht mehr aus dem Kopf. Und habe mich immer gefragt ob er wohl auch an mich denken würde. Es war so,als ob er sich in meinen Kopf eingenistet hätte, als ob er mein Kopf gewaschen hätte..

Nach 8 Monaten sahen wir uns wieder. Ich war wieder glücklich, ich hatte mein Lächeln wieder zurück.. ich hatte ihn wieder zurück. Und alles hatte sich bestätigt, aus komischer Weise war ich ebenfalls in seinen Kopf. Er hatte ich sehr verändert. Ich konnte es ihm im ersten Moment ansehen. Er war nicht mehr der Junge der grundlosen Stress suchte. Er war zum Mann geworden. Ich werde es niemals vergessen, dieses Gefühl ihn wieder in die Arme schlißen zu können. Ich weiß nicht ob jemals ein Mensch fähig sein wird, mich zu verstehen. Ich verstehe mich oft selber nicht. Ich verstehe bis heute nicht, wieso uns etwas so stark verbunden hat.. bis heute.

Dennoch merkte ich,dass ich noch einen langen Weg vor mir haben werde, um vollkommen sein Vertrauen zu gewinnen. All die Jugendlichen die einen falschen Weg eingeschlagen haben, haben viele offene Wunden die wahrscheinlich niemals geheilt werden können. Sie haben alle Charakteriegenschaften die nicht angeboren sind, sondern durch schlechte Erfahrungen, Dinge die sie nicht sehen und nicht verarbeiten können oder konnten, entstanden. Diese Jungendlichen die sich Respekt verschaffen und sich gegenüber Andere nicht sozial benehmen, sind die, die am meisten leiden. Es sind Werke von den wirklichen schlechten Menschen. Sie verdienen es nicht, nicht verstanden zu werden. Sie alle rufen nur nach Hilfe..

Entschuldigung, dass ich immer vom Thema abkomme doch ich muss es einfach schreiben, es mus einfach raus.

Ich weiß jedes Treffen,jedes Wort was er mir sagte auswendig. Ich kann sie in meinem Kopf abspielen.
In der Zeit konnte ich es perfekt vor meiner Familie verstecken, keine schöpfte Verdacht, dass ich nach der schrecklichen Isolation ''einen Fehler'' wiederholen würde. Doch begeht man einen ''Fehler'' erneut, so ist es kein ''Fehler'' mehr, sondern eine Entscheidung.

Wir gingen in Hotels und fühlten uns frei,frei wie 2 Vögel. Wir lachten und hatten nur uns im Blick und vergaßen alles andere. Wir fuhren Inliner, gingen ins Kino und spielten Bowling. Ich konnte es in seinen Augen sehen, er konnte mit mir so sein wie er wirklich ist.

Doch es gab viele schlechte Zeiten. Er ließ mich alleine, er verschwand über Tage. Er meldete sich nicht und wenn er wieder da war sprach er nicht darüber. Es verletzte mich sehr. Und quäulte mich zu tiefst. Doch irgendetwas hielt mich aufrecht. Hatte ich einen schlechten Gedanken war er wieder da. Einfach so. Daher verdient jede Frau Respekt die mit einem Mann eine beziehung führt,der auf der schiefen Bahn gekommen ist. Man wird vieles nicht Erfahren aber eins ist klar: der Mann wird sich für die richtige Frau ändern, die ihm zeigt, dass nicht jeder Mensch eine schlechte Erfahrung sein kann.

Ich habe ihn nicht aufgegeben und habe ihn nie unter Druck gesetzt (so ist meine Persönlichkeit) habe ihm nie gezeigt wie verletzt ich an den Tagen war, wo er spurlosverschwunden ist..

Doch nach einer Zeit wurde ihm klar, wie sehr er mir weh tat und entschuldigte sich. Diese Entschuldigung hatte für mich mehr Wert als alles Geld der Welt. Denn nicht ich habe ihn darauf aufmerksam gemacht, dass er mich verletzte, nein sein Herz, sein Gewissen wies ihn darauf hin.

Als wir erfuhren,dass er bald schon ins Gefängis kommen würde gab ich ihm seine Zeit. Obwohl ich genau wusste,dass ich ihn für eine längere Zeit nicht sehen werde, gab ich ihm seine Zeit. Er erledigte seine letzten wichtigen Termine und alles andere auch.
Ich wollte nicht egoistisch sein, denn nicht ich werde eine längere Zeit nicht raus gehen können,sondern er. Und ich kannte das Gefühl der Isolation.. im Gegensatz zu mir ist es bei ihm so: Wie als ob man einen Löwen in einen Käfig sperren würde.

Ich habe ihn das letzte Mal vor einem Jahr gesehen. Vor einem Jahr seine Stimme gehört. Und habe seine Augen das letzte Mal vor einem Jahr gesehen. Liebe Leser,liebe betroffene Frauen, es gab in diesem letzten Jahr viele schreckliche Zeiten, Dinge die ich bereue und Dinge die ich nicht bereue. Die Frage ''lohnt es sich auf ihn zu warten?'' Wenn ihr ihn wirklich lieben würdet, würdet ihr diese Frage nicht stellen.

Es zerbricht mir heute noch jeden Tag das Herz ihn nicht sehen zu können. Was würde ich nicht alles tun um wenigstens ein Wort,ein einziges Wort aus seinem Mund zu hören..

Auch wenn ihr Angst habt, in dieser Zeit des ''Wartens'' einen neuen Mann kennenzulernen, in einsamen Momenten, in verzweilfelten Momenten, in wütenden oder traurigen- falsch zu handeln, kann ich euch sagen: JA, dass alles wird vorkommen. Und ja ihr werdet eine Zeit denken,dass ihr wieder glücklich sein könnt.. ohne ihn.
Doch wenn die Liebe besteht, wird sie euch immer wieder einholen. Und ich hoffe das jede betroffene Beziehung es schafft.


Ich weiß nicht wieso und was mich dazu gebracht hat, dies zu schreiben aber vielleicht fühle ich mich auf einer Wiese ebenfalls einsam und wollte euch mit meiner Geschichte Mut geben.

P.S. In der Zeit, wo er eingeliefert wurde fand meine Mutter alles raus. Ich konnte ihm ein halbes Jahr nicht schreiben und war wiedereinmal mit meinen Gefühlen auf mich alleine gestellt. Doch ich habe es geschafft ihm zu schreiben und wir schreiben uns bis heute. Ich habe alle seine Briefe in einem Buch und dokumentiere alles.

Ich habe ihn seit einem Jahr nicht mehr gesehen und kann es nicht fassen sagen zu können: Diese Woche wird es soweit sein.

'' Mit meinen jungen Jahren kann ich vielen Erwachsenen ein Vorbild sein,denn Liebe ist stärker als alles Andere..''

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1. April 2015 um 0:39

Warum?..
Ein Sammelverfahren wurde durchgeführt..

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1. April 2015 um 0:54

Oje..

Ob Moslem, Christ oder Jude, dass ist ganz egal.
Und dieser Beitrag ging nicht an jemanden, der kein Verstand besitzt (siehe oben)

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1. April 2015 um 6:39

Du schreibst, kein mensch
sei alleine für seine taten verantwortlich, es würde immer gründe geben.

falsch.
auch mit 20 hat bereits jeder mensch eine eigene ethil entwickelt, eine individuelle moral.
jeder ist für sich selbst verantwortlich, seine moral hat ihn sich entscheiden lassen, welchen weg er geht. er hat sich asozial verhalten, gegen den sozialen gedanken verstossen und andere menschen geschädigt.
seine eigene verantwortung, für die die gründe letztendlich völlig egal sind, denn jeder mensch hat die möglichkeit, sich trotz miesem umfeld für einen sozialen weg zu entscheiden.

also hör einfach auf mit diesem tränenreichen murks.

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1. April 2015 um 8:28

Warum
warst du ihn noch nicht besuchen?

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1. April 2015 um 8:53

Totale Verblendung
beschreibt deine Sicht der Dinge wohl am besten. Anstatt nur das "Leid" der armen Straftäter zu sehen, solltest du dich mal mit dem Leiden der Opfer dieser, vom rechten Weg abgenommenen, ach so guten Menschen, beschäftigen.
Wenn jemand mit 20 Jahren für zwei Jahre in den Knast kommt, muss er einiges auf dem Kerbholz haben, denn dummerweise gibt es ja das Jugendstrafrecht, das ja auch gerne bis Vollendung des 21. Lebensjahres angewandt wird, und das dazu noch ehr zögerlich angewandt wird.

Bleibt zu hoffen, dass bei dir irgendwann der Verstand die Überhand gewinnt und du begreift, dass ein Krimineller grundsätzlich allein an dem verantwortlich ist, dass er angerichtet hat! So lange du das nicht einsiehst, kannst du einem leid tun.

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1. April 2015 um 9:58

Den Betroffenen Frauen wünsche ich auch seh viel Mut und noch viel mehr Rat.

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