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Verarbeiten helfen

26. Juli 2012 um 16:06

Hallo.
Es ist nun schon über ein Jahr her, aber ohne fremde Hilfe werde ich da nie ganz drüber wegkommmen,fürchte ich.
Mein Problem ist,daß ich über die Sache mit niemandem sprechen kann.
Anfang letzten Jahres verliebte ich mich in einen Kollegen.
Wir arbeiteten schon einige Jahre zusammen.
Vor drei Jahren wurden wir Freunde, durch eine Intrige am Arbeitsplatz.
Mir war nie bewußt,daß er fast von unserer ersten Begegnung an tiefere Gefühle für mich hatte.
Seiner Lebensgefährtin, mit der er einen Sohn hat und seit längerem unglücklich zusammenlebte, da sie ihn extrem einengte und mit ihren Zwängen drangsalierte verschwieg er unsere Freundschaft.
Eines Tages kam sie dahinter und befahl ihm, mich abzuschießen, was er ihr ohne zu Zögern versprach.
Er wollte eingeschränkt und heimlich weiter befreundet sein, was ich für keine gute Idee hielt. Entweder er steht zur Freundschaft oder er hält sein Versprechen.
Naja, ich hab ihm die Entscheidung dann abgenommen, nachdem er mir bestätigte, daß die beiden einander unendlich liebten.
Es tat zwar weh, schien aber das einzig richtige.
Zwei Tage darauf brachte ich mein zweites Mädchen zur Welt.
Da der Vater meiner Kinder mich seit jeher finanziell ausnahm, mußte ich wieder arbeiten gehen.
Während des Mutterschaftsurlaubs, etwa zwei Monate nach der Trennung hielt ich es nicht mehr aus.
Eigentlich wollte ich nur hören/lesen, daß es ihm gut geht, und nahm den Kontakt per SMS wieder auf.
Wir verliebten uns, angeblich hegte er ja im Innern schon länger Gefühle für mich.
Im Hinterkopf,und es ging mir nir ganz aus dem Sinn,hatte ich aber immer,daß er noch vor knapp drei Monaten seine LAG so sehr liebte, daß er sogar bereit war, gute Freunde loszuwerden...
Es folgte das Übliche:Große Liebe,blablabla.
Wir verlobten uns und ich kaufte uns Ringe, mit Gravur.
Es schien immer konkreter zu werden. Er hätte noch nie etwas so sehr gewollt, er wolle uns(meine Mädchen und mich) nicht immer wieder abgeben müssen.Ich wurde schwanger. Er fragte, was denn wär, wenn er uns ne Wohnung fände und wie unsere "Krönung der Liebe" mit Nachnamen heißen wird.
Eines Tages, als wir zusammen spazieren gingen, machte er einen total unangebrachten Scherz, indem ich plötzlich nur noch der Ehebruch war. Das stieß mir deshalb so sauer auf, weil er mich in seinem allgemeinen Sprachgebrauch gegenüber seiner LAG auch schon immer abgewertet hatte.
Sie war seine "Frau", obwohl sie nie einen Antrag bekam und es auch kein Papier existierte und ich(die Verlobte) nur die Freundin.
Zwei Tage nach dem "Scherz" bezog er dann auch eindeutig Stellung. Er hatte vergessen, den Verlobungsring zu verstecken, bevor er die Wohnung betrat. Sie sprach ihn drauf an. Statt nach all dem zu mir zu halten(hallo???ich trug sein Kind unterm Herzen!!!!!!) kroch er ihr in den Allerwertesten und log ihr die Hucke voll.Es sei der Ring von ihr,der ihm mal in den Ausguß gefallen war und er nun wiedergefunden hatte.
Seine einzige Sorge war,daß sie ihm das abkauft.Daß er auf der anderen Seite gerade alles zerstört hatte,bemerkte er erst,als ich ihn darauf aufmerksam machte.
Dann tats ihm plötzlich leid, aber mir war nun klar, wer und was ihm wirklich wichtig war.
Hätte er mich und unseren Nachwuchs aufrichtig geliebt, wär das der Zeitpunkt gewesen, so etwas zu sagen, wie:"Es tut mir leid,daß Du es so erfahren mußt, aber ich habe mich in eine andere Frau verliebt. Ich will sie heiraten und das ist ein Verlobungsring. Trotzdem werde ich Dich und B.(der Sohn) nicht verlassen, bis er alt genug ist."
Natürlich war ich nicht nur zutiefst getroffen, es hatte auch alles keinen Wert mehr.
Er hat noch ne Weile rumgejammert, aber in erster Linie wohl,weil seine "Frau" nicht wunschgemäß reagierte, sondern ihm trotzdem die Hölle heiß machte.
Er wollte noch ne Chance und würde alles/vieles anders machen, blablabla.
Erst knickt er meine Freundschaft, dann meine Liebe und dann soll ich ihm noch ein drittes Mal vertrauen? Damit er mich wieder und wieder abschießen kann,weil seine Frau solche Eifersuchtsszenen braucht?
Im Januar kam mein Sohn zur Welt. Er ist allerliebst und es tut mir in der Seele weh,daß ich ihm sein Leben lang seinen Erzeuger "vorenthalten" muß. Dieser hatte es nicht mal für nötig befunden,seinen Eltern mitzuteilen, daß er erneut Vater wurde. Angeblich sei seine Mutter suizidgefährdet...
Also habe ich das erledigt.Wie erwartet,wollen die nichts mit ihrem jüngsten Enkel zu tun haben.
Sollt ich meinem Sohn am Sterbebett die Wahrheit seiner Herkunft mitteilen,kann ich wenigstens reinen Gewissens behaupten,daß ich mich bemüht habe.
Nun habe ichs mir zumindest einmal von der Seele geschrieben.Vielleicht werde ich nun besser damit fertig...

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27. Juli 2012 um 2:59

Weil:
Als wir zusammenkamen hielten wir es geheim, weil unsere Kollegen(und in meinem Fall Freunde) dachten wir würden in festen Beziehungen leben. Da wir unseren noch kleinen Kindern diese "heile (Schein)Welt" von Familie erhalten wollten haben wir alles so gut es ging geheehalten.
Die Kollegen, die davon wußten, waren eher seine Freunde und arbeiten auch beide inzwischen woanders.
Zu meinen Freundinnen habe ich leider nur spärlichen Kontakt und eine der beiden ist streng konservativ.
Sie würde es nicht verstehen. Sie würde denken,es wäre nur um das eine gegangen und für sie wäre es Betrug an unseren "Partnern"....
Die andere wohnt etwas weiter weg und wir kontaktieren uns nur noch selten.
Mein einzig Eingeweihter ist mein Brieffreund, aber das ist nicht dasselbe...
Und meine Mutter möchte ich damit nicht belasten, sie tut eh schon soviel für mich und meine Kinder.
Ich habe schon psychologische Hilfe in Betracht gezogen.
Ein Unbeteiligter, bei dem ich alles abladen kann.

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27. Juli 2012 um 17:18

Es
ging nicht darum einen guten Fang zu machen.
Ich hatte mich verliebt.
Und das ganze auch realistisch eingeschätzt.
Mir war bewußt, daß er zuviel Euphorie an den Tag legte und nicht im Stande wäre, etwas in die Tat umzusetzen.
Aber wenn ich ihm meine Bedenken schilderte, schaffte er es, diese vom Tisch zu fegen. Er wußte, was er wolle und er würde mich kein weiteres mal verlieren wollen.Es hätte damals schon genug wehgetan, als er meine Freundschaft verlor.
Sollte sie dahinter kommen oder sich ihm wieder annähern wollen, würde er "Nägel mit Köpfen" machen.
Er hatte selbst daran geglaubt.
Ich hätte nie verlangt, daß er sich trennt -es waren Kinder im Spiel- ebensowenig hätte er es mir abverlangt.
Es waren SEINE Hirngespinste, von wegen, uns ne Wohnung finden, ect. Ich hab das weder verlangt, noch daran geglaubt.
Vielleicht irgendwann, wenn die Kinder groß waren, aber IHM wurden die veranschlagten 15Jahre zu lang,ER wollte/konnte nicht mehr so lange warten.
Das einzige, was ich gehofft und gewünscht hatte, war, das seine Gefühle für mich echt waren...
Daß er uns keine Ringe gekauft hatte führte ich auf seinen Geiz zurück, er war/ist nicht grad von der großzügigen Sorte.
Also hab ich das halt gemacht und er schien auch sehr gerührt und glücklich über dieses Geschenk.
Im nachhinein ist es logisch,daß man keine Ringe kauft, wenn man es nicht ernst meint(schließlich gibts ja auch noch den Kaugummiautomaten, wenn man sparen will).
Ich bin nunmal noch nie so auf Händen getragen worden.
Er gab mir alles,was eine Frau sich wünschen konnte; Liebesschwüre, (meist geklaute) Gedichte, Aufmerksamkeit...
Das hatte ich alles noch nie. Meinem derzeitigen LAG durfte ich das Leben finanzieren, obwohl ich weniger verdient hab, u.a. wegen der Kinder, die ich ihm geboren hatte.
Es ist von meiner Seite aus vielleicht unrealistisch an die Liebe zu glauben, sonst hätt ich ja auch nicht in den Vater meiner Mädchen soviel davon investiert. Für den war ich aber nur ein Dukatenscheißer...
Wenn Du dann plötzlich als Frau und Mensch geliebt und geschätzt wirst, willst Du daran glauben...
Man hält zu dem/den Menschen, den man liebt.
Und daß mein Ex-Verlobter in der damaligen Situation zu ihr hielt und ihre Gefühle nicht verletzen wollte, hatte mir bewiesen, daß das was er für mich zu fühlen glaubte, nicht echt war.
Er wollte das nicht wahrhaben, hat gejammert und gebettelt.
Er würde nach wie vor an unseren "Plänen"(jetzt waren seine Spinnereien auf einmal "unsere Pläne") festhalten wollen,ect.
Wär er dann aussm Arsch gekommen, und hätte die Lüge richtig gestellt oder irgendetwas in unsere Richtung unternommen, wär vielleicht sogar noch was zu retten gewesen...
In einer unserer Diskussionen meinte ich, daß er mit Sicherheit etwas Besseres finden würde, wenn nicht gar schon hätte. Daraufhin meinte er, so ein Glück(wie mit mir) hätte man nur einmal im Leben. Dann tritt man da aber nicht drauf, oder?
Du scheinst ja auch schon was mitgemacht zu haben.
Der Ausdruck "Geiger" wurde auf der Seite "Geliebte.de"
geprägt.
Finde ich aber unpassend. Das hieße, er bestimmt alles.
Aber die Geliebte(oder dort zweite Geige) spielt doch mit.
Selten wird sie gezwungen und kann das schlechte Spiel auch beenden, wenn sie will. Tut sie es nicht, will sie es nicht anders haben.
Ich habs ja beendet.
Nur, daß mein Sohn irgendwann eventuell glauben wird, er sei nur aus Versehen auf der Welt und nicht gewollt gewesen, tut mir jetzt schon weh...


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27. Juli 2012 um 17:25

Ups
hatte den falschen Antwortbutton geklickt...
Also, siehe oben("Es"). Hab mir aus Versehen selbst geantwortet...

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