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Vater meines Kindes schlägt mich

28. Februar 2017 um 0:46

Hallo Leute.
Ich bräuchte dringend eure Hilfe.

Ich erzähl ich mal kurz und knapp um was es geht..
Also ich bin 22 Jahre alt und habe einen 2 jährigen Sohn. Der Vater meines Kindes und ich sind seit 2 Monaten getrennt.. Hauptgrund war leider seine Mutter und seine Gewaltanwendung mir gegen über. Dazu muss ich sagen, dass er sogar schon in der Schwangerschaft angefangen hat mich grober an zu fassen. Als der kleine dann da war wurde es immer schlimmer, blaues Auge, total blaue Beine und arme usw. ( ich weiss ich hätte mich schon viel früher von ihm trennen sollen, aber er war mein erster Mann, und ich hatte einfach panische angst) naja nun sind wir ja getrennt, ich habe das alleinige sorgerecht für unseren Sohn und trotz der "dreckigen " Trennung habe ich ihn kommen lassen wann und wie lange er wollte.. Ich wollte meinem Kind ja auch nicht den Vater nehmen.. Und dann jetzt am Samstag ist es alles mal wieder eskaliert.. Ich musste zur Arbeit und er wollte kommen und auf den kleinen auf passen, dann wollte er ihn aber mit zu seiner Mutter nehmen was ich mehrmals verboten habe ( habe sehr viele Gründe warum ich dies nicht will ) .. Darauf hin wurde er so sauer das ich extrem auf mich ein schlug. Durch mein Schrei ist der kleine wach geworden und der vater meines kindes ist schnell zu ihm und hat ihn hoch genommen, ich bin einfach nur schnell raus bevor es vor unserem Sohn weiter eskaliert. Als ich wieder richtig zu mir kam und mich wieder in meine Wohnung begeben habe war mein Kind nicht mehr da, er hat ihn einfach ohne meine Einverständnis mit zu seinen Eltern genommen.. Natürlich bin ich dann wütend dahin geflitzt und habe meinen Sohn daraus geholt. Am abend bin ich dann ins Krankenhaus weil ich mich sehr schlecht fühlte, dann hat sich herausgestellt das ich eine Gehirnerschütterung und 4 Hämatome habe .. Nun zur folgende Frage.. Was kann ich tun ? Ich will meinem Kind den Vater nicht nehmen aber ich kann und will diesen Menschen nicht mehr sehen und mein Kind alleine bei Ihn lassen möchte ich auch nicht, Freunde die ich um Rat fragen sagen natürlich das ich ihn anzeigen soll 1. Wegen Körperverletzung und 2. Wegen kindes Entführung.. Aber muss das sein ? Immerhin habe ich diesen Mann so sehr geliebt und tue es immer noch .. Ich bin über jeden Ratschlag dankbar

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28. Februar 2017 um 1:05

Hallo 🙋. Niemand will denn vater das kind verbieten aber so wie er dich behandelt hat das geht gar nicht und das er dann einfach das kind mit nimmt das geht schon gar nicht. Das du ihn noch liebst kann ich nicht verstehen denn wenn ein mann so etwas anrichtet müsste eine wut aufkommen. Ja ich würde ihn anzeigen weil es das richtige wäre . Wenn du denn kleinen ihn mitgibst würde ich angst haben das denn kleinen etwas passiert. Sei doch so schlau und zeig ihn an und geh aufs jugendamt und erzähl ihnen das. Dann darf er das kind nur mit beaufsichtigung des jugendamtes sehen. Der einmal schlägt der wird es immer wieder tun. Da kann er sich noch 1000 mal endschuldigen das ist nicht zu verzeihen. Ich verstehe die leute nicht die sich das gefallen lassen. Aber wenigstens warst du so schlau undh hast ihn verlassen. Jetzt musst du nur noch zur polizei und eine anzeige machen.
Alles gute 

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28. Februar 2017 um 1:10

Es ist keine kindesentfuehrung. Er hat umgangssrecht, heisst er darf den kleinen auch ohne dein einverstaendnis zu seiner mutter mitnehmen. Da kannst du nix machen  er ist der vater und somit hat er die gleichen rechte wie du.ausser die oma ist ne gefahr fuer den kleinen.

Was die gewalt angeht, kannst du ihn anzeigen.vielleicht kannst du auch so einen begleitenden umgang erwirken, wegen seiner gewaltbereitschaft.
 

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28. Februar 2017 um 1:56

Das ist ja Furchtbar.

Gut, dass du das alleinge Sorgerecht hast. Die Frage ist: Was liebst du denn so an ihm?

Und denkst du, dass all das, was dir jetzt einfällt, nicht auch auf andere menschen zutreffen könnte? Die dich dann sogar, als Bonus, wenn du so willst, nicht schlagen?

Es gibt einige potentiell gute Daddies und Partner. Deshalb, ja, ich denke, es ist nötig. Weil er dich viel zu lange schlecht behandelt hat, um es mal nett auszudrücken.

Auch wenn es so schwer fällt, wenn du ihn "liebst", was denkst du dann, was er für dich empfindet? Wenn er das tut? Sag bitte nicht, er tut es aus Liebe. Denn das ist eine Lüge. je früher du aufhörst dir selbst etwas vorzumachen, desto besser für dich und deinen Sohn.

Es ist übrigens nicht der Fall, dass der Vater ein Umgangsrecht hat, sondern nach § 1648 Abs. 1 S. 1. BGB, ist es das Recht des Kindes, Kontakt mit seinem Vater und Dritten zu haben (Großeltern). Allerdings auf Grundlage zum Wohl des Kindes. Dies kann hier durchaus angezweifelt werden.

Viel Erfolg und alles Gute.

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28. Februar 2017 um 12:18

Liebe yasmina.
Leider ist meine erste Nachricht nicht angekommen.
Bitte lass das nivht weiter mit dir machen. So eine Person kann auch für dein Kind gefährlich werden. Und für dich kann es LEBENSGEFÄHRLICH werden. 
Wer so zuschlägt, dass du eine  Gehirnerschütterung davonträgst, hat eine sehr geringe Hemmschwelle und wenig Selbstkontrolle. DR MANN IST GEFÄHRLICH. Schütze dich und dein Kind. Was würde aus deinem Sohn, wenn du eines  Tages totgeschlagen wirst?

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28. Februar 2017 um 13:34

Hallo ano 100. Nein er darf das Kind nirgends ohne ihre Einwilligung hinbringen. Sie hat das alleinige Sorgerecht , das umfasst auch die Aufenthaltsbestimmung. Ein Schläger disqualifiziert sich charakterlich selbst, von daher wird sie gute Gründe dafür haben, das gemeinsame Kind nicht in seinem Umfeld wissen zu wollen. Dennoch bleibt er der Vater und wird Umgang berechtigt einfordern. Der darf dann aber nur begleitet stattfinden. Auch zu recht.

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28. Februar 2017 um 13:34

Hallo ano 100. Nein er darf das Kind nirgends ohne ihre Einwilligung hinbringen. Sie hat das alleinige Sorgerecht , das umfasst auch die Aufenthaltsbestimmung. Ein Schläger disqualifiziert sich charakterlich selbst, von daher wird sie gute Gründe dafür haben, das gemeinsame Kind nicht in seinem Umfeld wissen zu wollen. Dennoch bleibt er der Vater und wird Umgang berechtigt einfordern. Der darf dann aber nur begleitet stattfinden. Auch zu recht.

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28. Februar 2017 um 13:39

Liebe hin oder her, wenn es in der Liebe zur Gewalt kommt, hat das nichts mehr mit Liebe zu tun!

​Ich kann und konnte das noch nie verstehen, was Gewalt in einer Beziehung mit Liebe zu tun haben soll? Wie gut das ich das auch nicht verstehen muss und für mich einfach erklären kann, dass wer einen Menschen schlägt und ihm gegenüber gewalt anwendet, diesen niemals wirklich liebt!!!

​Für mich gibt es da nur eine Lösung und die heisst Trennung und sofortiges Anzeigen bei der Polizei, bevor es unter Umständen noch derart eskaliert und am Ende in diesem Fall noch ein Kind zum Opfer wird!!!

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28. Februar 2017 um 21:53

Ach, ich seh grad du hast den Beitrag 2mal gepostet und ich habe auf den spaeteren geantwortet.

Hoffentlich bist du nicht entaeuscht von den ganzen Vorschlaegen, ihn anzuzeigen. Es ist aber wirklich kaum was anderes zu tun, was nicht mit Gefahr fuer dich und dein Kind einhergeht...Ich verstehe, dass das unangenehm fuer dich ist, aber ich denke, du machst dir um ihn zuviele Gedanken. Er sich leider nicht um dich.

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1. März 2017 um 1:36

In der zeit des umgangs kann sie nicht einfach so verlangen, das er nicht seine mutter besuchen darf. 
Das ist unsinnn!  Das alleinige sorgerecht berechtigt sie nicht ihm vorschriften machen zu koennen. Wenn er zb auf den spielplatz moechte, kann sie ihm das verbieten oder wie? 
alleiniges sorgerecht heisst zb das sie im fall einer benoetigten op, einer klassenfahrt, kitaanmeldung,schulwahl usw nicht seine einwilligung braucht.

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5. März 2017 um 23:06
In Antwort auf selinayun

Hallo Leute.
Ich bräuchte dringend eure Hilfe. 

Ich erzähl ich mal kurz und knapp um was es geht.. 
Also ich bin 22 Jahre alt und habe einen 2 jährigen Sohn. Der Vater meines Kindes und ich sind seit 2 Monaten getrennt.. Hauptgrund war leider seine Mutter und seine Gewaltanwendung mir gegen über. Dazu muss ich sagen, dass er sogar schon in der Schwangerschaft angefangen hat mich grober an zu fassen. Als der kleine dann da war wurde es immer schlimmer, blaues Auge, total blaue Beine und arme usw. ( ich weiss ich hätte mich schon viel früher von ihm trennen sollen, aber er war mein erster Mann, und ich hatte einfach panische angst) naja nun sind wir ja getrennt, ich habe das alleinige sorgerecht für unseren Sohn und trotz der "dreckigen " Trennung habe ich ihn kommen lassen wann und wie lange er wollte.. Ich wollte meinem Kind ja auch nicht den Vater nehmen.. Und dann jetzt am Samstag ist es alles mal wieder eskaliert.. Ich musste zur Arbeit und er wollte kommen und auf den kleinen auf passen, dann wollte er ihn aber mit zu seiner Mutter nehmen was ich mehrmals verboten habe  ( habe sehr viele Gründe warum ich dies nicht will ) .. Darauf hin wurde er so sauer das ich extrem auf mich ein schlug. Durch mein Schrei ist der kleine wach geworden und der vater meines kindes ist schnell zu ihm und hat ihn hoch genommen, ich bin einfach nur schnell raus bevor es vor unserem Sohn weiter eskaliert. Als ich wieder richtig zu mir kam und mich wieder in meine Wohnung begeben habe  war mein Kind nicht mehr da, er hat ihn einfach ohne meine Einverständnis mit zu seinen Eltern genommen.. Natürlich bin ich dann wütend dahin geflitzt und habe meinen Sohn daraus geholt.  Am abend bin ich dann ins Krankenhaus weil ich mich sehr schlecht fühlte, dann hat sich herausgestellt das ich eine Gehirnerschütterung und 4 Hämatome habe .. Nun zur folgende Frage.. Was kann ich tun ? Ich will meinem Kind den Vater nicht nehmen aber ich kann und will diesen Menschen nicht mehr sehen und mein Kind alleine bei Ihn lassen möchte ich auch nicht, Freunde die ich um Rat fragen sagen natürlich das ich ihn anzeigen soll 1. Wegen Körperverletzung und 2. Wegen kindes Entführung.. Aber muss das sein ? Immerhin habe ich diesen Mann so sehr geliebt und tue es immer noch .. Ich bin über jeden Ratschlag dankbar 

Hi Leute, ich will mich erstmal dafür bedanken dass ihr so schön geantwortet habt ..

Also ich habe ihn nun angezeigt, und war auch schon beim Jugendamt, laut seiner Aussage möchte er jetzt das gemeinsame sorgerecht beantragen.

Also ich denke mal das die Chancen für ihn schlecht stehen oder? 

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5. März 2017 um 23:34
In Antwort auf selinayun

Hi Leute, ich will mich erstmal dafür bedanken dass ihr so schön geantwortet habt ..

Also ich habe ihn nun angezeigt, und war auch schon beim Jugendamt, laut seiner Aussage möchte er jetzt das gemeinsame sorgerecht beantragen.

Also ich denke mal das die Chancen für ihn schlecht stehen oder? 

Also ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen dass der gemeinsames Sorgerecht bewilligt kriegt, welcher Richter würde einem Frauenschläger das zusprechen?

Ich würde dir allerdings schwerstens empfehlen einen Therapeuten aufzusuchen, der Mann fügt dir schwere Verletzungen zu und du sprichst davon dass du ihn noch immer liebst... 

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6. März 2017 um 0:06
In Antwort auf selinayun

Hi Leute, ich will mich erstmal dafür bedanken dass ihr so schön geantwortet habt ..

Also ich habe ihn nun angezeigt, und war auch schon beim Jugendamt, laut seiner Aussage möchte er jetzt das gemeinsame sorgerecht beantragen.

Also ich denke mal das die Chancen für ihn schlecht stehen oder? 

Das entscheidet ein richter... das hat dir sicher auch so das jugendamt mitgeteilt. Was haben die denn sonst zu dem ganzen gesagt? 

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6. März 2017 um 9:36
In Antwort auf lakatharina

Also ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen dass der gemeinsames Sorgerecht bewilligt kriegt, welcher Richter würde einem Frauenschläger das zusprechen?

Ich würde dir allerdings schwerstens empfehlen einen Therapeuten aufzusuchen, der Mann fügt dir schwere Verletzungen zu und du sprichst davon dass du ihn noch immer liebst... 

Hi danke, 
aber einen Therapeuten brauche ich bestimmt nicht, natürlich sind Gefühle noch da, schließlich hatten wir nicht nur schlechte Zeiten und er war ja auch mal ein super Mann .. Aber ein zurück wird es nicht mehr geben! 

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6. März 2017 um 14:38

Gemeinsames Sorgerecht geht nur wenn die Mutter zustimmt oder wenn das Kind in der Ehe geboren wurde.
Oder wenn der Vater das alleinige Sorgerecht beantragt, nachdem es der Mutter entzogen wurde.
Der Umgang kann bei Gewalt oder Gefährdung ausgesetzt werden und bei nicht Beachtung von der Polizei unter bunden werden. Das Jugendamt bietet begleiteten Umgang an, aber auch das ist kein Muss.
lass dich beim Jugendamt beraten.
Und bleib konsequent, zu deinem Schutz und für dein Kind.

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6. März 2017 um 15:52
In Antwort auf ano100

Es ist keine kindesentfuehrung. Er hat umgangssrecht, heisst er darf den kleinen auch ohne dein einverstaendnis zu seiner mutter mitnehmen. Da kannst du nix machen  er ist der vater und somit hat er die gleichen rechte wie du.ausser die oma ist ne gefahr fuer den kleinen.

Was die gewalt angeht, kannst du ihn anzeigen.vielleicht kannst du auch so einen begleitenden umgang erwirken, wegen seiner gewaltbereitschaft.
 

Du hast vermutlich übersehen, dass sie das alleinige Sorgerecht hat, das heißt er hat nicht die gleichen Rechte und darf nicht einfach so das Kind mitnehmen oder sonstiges.

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7. März 2017 um 0:53
In Antwort auf evilprincess1998

Du hast vermutlich übersehen, dass sie das alleinige Sorgerecht hat, das heißt er hat nicht die gleichen Rechte und darf nicht einfach so das Kind mitnehmen oder sonstiges.

Doch darf er... zumindest wenn er umgang hat, kann er sein kind auch mit zu seiner mutter mitnehmen.

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7. März 2017 um 6:03
In Antwort auf ano100

Doch darf er... zumindest wenn er umgang hat, kann er sein kind auch mit zu seiner mutter mitnehmen.

Aber wenn sie das alleinige Sorgerecht hat, gehört dazu doch die Aufenthaltsbestimmung, das heißt ohne ihre Zustimmung darf das Kind nirgendwo hin. Oder liege ich da falsch?
Tut mir leid falls ich Blödsinn erzähle, ich war mir eigentlich sehr sicher.

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7. März 2017 um 9:04

Wie meinst du das "alleine" kann er das nicht.
er wird sich bestimmt einen Anwalt nehmen. 

lg 

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7. März 2017 um 21:14
In Antwort auf evilprincess1998

Aber wenn sie das alleinige Sorgerecht hat, gehört dazu doch die Aufenthaltsbestimmung, das heißt ohne ihre Zustimmung darf das Kind nirgendwo hin. Oder liege ich da falsch?
Tut mir leid falls ich Blödsinn erzähle, ich war mir eigentlich sehr sicher.

So einfach ist das nicht...siehe letzter absatz,falls du nicht alles lesen magst.

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AUFENTHALTSBESTIMMUNGSRECHT ERFOLGREICH BEANTRAGEN
Das Aufenthaltsbestimmungsrecht kann sich bei getrennten Eltern vom (sonstigen) Sorgerecht unterscheiden. Lesen Sie, wann ein entsprechender Antrag Sinn macht.

08.10.2015  Franziska Hasselbach
 © simoneminth - Fotolia.com
Was ist das Aufenthaltsbestimmungsrecht?
Gemeinsames Aufenthaltsbestimmungsrecht
Alleiniges Aufenthaltsbestimmungsrecht
Aufenthaltsbestimmungsrecht bei Urlaub und Umzug
Alltag und Umgang des Kindes
Fazit und Praxistipp
Video
1. WAS IST DAS AUFENTHALTSBESTIMMUNGSRECHT?

Als Aufenthaltsbestimmungsrecht bezeichnet man das Recht, den räumlichen Aufenthaltsort für ein Kind zu bestimmen. Das in § 1631 BGB festgeschriebene Aufenthaltsbestimmungsrecht ist Teil des Sorgerechts und im Regelfall mit diesem verbunden. Bei gemeinsamem Sorgerecht der Eltern wird das Recht über die Aufenthaltsbestimmung daher ebenfalls gemeinsam ausgeübt. Leben die Eltern getrennt oder sind sie geschieden und üben sie weiterhin das Sorgerecht gemeinsam aus (gemeinsames Sorgerecht), wird die Aufenthaltsbestimmung zunächst ebenfalls weiterhin gemeinsam ausgeführt. Allerdings ist Letzteres nicht zwingend, das Aufenthaltsbestimmungsrecht kann auch vom (übrigen) Sorgerecht losgelöst werden.

2. GEMEINSAMES AUFENTHALTSBESTIMMUNGSRECHT

Das Aufenthaltsbestimmungsrecht ist, wie bereits in unserem Beitrag zum gemeinsamen Sorgerecht beschrieben, eine Angelegenheit von erheblicher Bedeutung. Die Aufenthaltsbestimmungsbefugnis umfasst die Bestimmung des dauerhaften und vorübergehenden gewöhnlichen Aufenthalts des Kindes und damit des Wohnorts. Erfasst sind aber auch kürzere Aufenthalte an einem anderen Ort, etwa Urlaube oder Schullandheime. Ebenfalls erfasst sind Besuche des Kindes beim anderen Elternteil, wenn die Eltern getrennt leben, etwa wenn das Kind unter der Woche bei der Mutter und am Wochenende beim Vater ist.

Unter das Aufenthaltsbestimmungsrecht fällt bei Trennung der Eltern daher auch die Frage, ob das Kind oder die Kinder bei der Mutter oder beim Vater wohnen sollen. Dabei ist stets das Wohl des Kindes (§ 1671 Abs. 2 Nr. 2 BGB) zu berücksichtigen. Allerdings bedeutet dies nicht, dass das Kind grundsätzlich selbst entscheiden darf, bei wem es wohnen möchte – hierzu ist stets (auch) die Entscheidung beider Eltern notwendig. Können sich die Eltern nicht einigen, muss das Familiengericht eine Entscheidung treffen. Kommt es zu einer Gerichtsverhandlung, werden Kinder, die schon sprechen können (d.h. ab dem 3. Lebensjahr) auch danach gefragt, wo sie wohnen wollen.

3. ALLEINIGES AUFENTHALTSBESTIMMUNGSRECHT

Können sich die beiden Eltern als gemeinsame Sorgeberechtigte nicht über das Aufenthaltsrecht einigen, kann jeder Sorgeberechtigte losgelöst vom gemeinsamen Sorgerecht das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht beim Familiengericht beantragen und im Streitfall einklagen. Spricht das Familiengericht einem Elternteil das alleinige Recht zur Aufenthaltsbestimmung zu, wird dieses vom übrigen Sorgerecht abgetrennt. Es wird dann, anders als das sonstige Sorgerecht, nur noch von einem Elternteil ausgeübt. Dieser kann dann auch den Aufenthalt in Fragen bestimmen, in denen sonst nur beide Eltern zusammen entscheiden können.

Das Familiengericht orientiert sich bei seiner Streitentscheidung am  Kindeswohl. Das Gericht hat demnach unter Abwägung aller maßgeblichen Umstände zu entscheiden, welche Ausgestaltung des Aufenthaltsbestimmungsrechts für das Wohl des Kindes am besten ist. Das Gericht muss entscheiden, welche Regelung das Kind am meisten in seiner Entwicklung fördert und welche Regelung die meiste Kontinuität verspricht. Zudem ist zu beachten, wie sich die neue Regelung auf die Erziehung des Kindes auswirkt. Hierfür ist auch maßgeblich, wer von den beiden Elternteilen für welchen Erziehungsanteil (z.B. Wohnort des Kindes, Hausaufgabenbetreuung) am geeignetsten erscheint. Auch die sozialen Kontakte des Kindes sind zu berücksichtigen bzw. die Frage, ob diese durch eine neue Aufenthaltsbestimmung (z.B. Wegzug von Elternteil und Kind in eine neue Stadt) gefährdet werden. Die Meinung des Kindes ist ebenfalls einzuholen. Diese wiegt umso schwerer, je älter das Kind ist und je mehr es durch eine gewisse geistige Reife zu eigenen Entscheidungen in der Lage ist.

Die  Übertragung des (alleinigen) Aufenthaltsbestimmungsrechts auf einen Elternteil hat keinerlei Auswirkungen auf den Umgang des anderen Elternteils. Dieser hat weiterhin das Recht, das Kind regelmäßig zu sehen. Je größer jedoch die räumliche Distanz der Elternteile ist, desto länger werden in der Regel die Abstände der einzelnen Umgangskontakte.

4. AUFENTHALTSBESTIMMUNGSRECHT BEI URLAUB UND UMZUG

Schon über einen Urlaub im Ausland oder eine sonstige vorübergehende Abwesenheit des Kindes von seinem normalen Aufenthaltsort (z.B. Schullandheim) herrscht bei getrennten Eltern häufig Streit.

Besteht keine alleinige Aufenthaltsbestimmungsbefugnis eines Elternteils, kann ein Elternteil (z.B. die Mutter) nicht ohne die Zustimmung des anderen Elternteils (dem Vater) mit dem Kind in eine andere Stadt umziehen. Verweigert etwa der Vater seine Zustimmung zu einem Umzug von Frau und Kind, muss das Familiengericht hierüber entscheiden. Das Gericht entscheidet dann je nach Einzelfall und dem jeweiligen Kindeswohl. In manchen Fällen wird das Familiengericht in einem solchen Verfahren auch eine generelle Entscheidung über die Aufenthaltsbestimmung anstreben, um weiteren Streitigkeiten ähnlicher Art in der Zukunft vorzubeugen.

Umstritten ist, inwieweit die alleinige Aufenthaltsbestimmung eines Elternteils diesen dazu berechtigt, ohne Zustimmung des anderen Elternteils ins Ausland umzuziehen. Oft ist ein geplanter Umzug eines Elternteils ins Ausland unter Mitnahme der Kinder auch Anlass für den anderen Elternteil, das Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Kinder zu beantragen, um deren Wegzug zu verhindern.

In einem Fall vor dem OLG Hamm (Beschl. v. 15.11.2010 – Az.: 8 WF 240/10) wollte die Kindesmutter mit den beiden Kindern nach Griechenland übersiedeln. Eine besondere Beziehung zu dem Zuzugsland (Sprachkenntnisse, Migrationshintergrund) der Kinder bestand nicht. Damit war der Vater nicht einverstanden und beantragte die alleinige Befugnis zur Aufenthaltsbestimmung für die beiden 9 und 11 Jahre alten Kinder. Obwohl die Kinder dem geplanten Wegzug zustimmten, gab das eingeschaltete Familiengericht dem Vater Recht und sprach diesem das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu. Das Gericht sah nämlich das Kindeswohl in einer fremden Umgebung ohne Sprachkenntnisse und kulturellen Bezug gefährdet.

5. ALLTAG UND UMGANG DES KINDES

Alleiniges Aufenthaltsbestimmungsrecht bedeutet nicht, dass derjenige Elternteil, der das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht innehat, alle Aufenthaltsorte im Leben des Kindes vorgeben darf. Wenn das Kind Zeit mit dem anderen Elternteil verbringt, hat dieser Elternteil im Rahmen seines Umgangsrechts gerade auch die Befugnis, über den räumlichen Aufenthalt in dieser Zeit zu entscheiden. Dies gilt selbstverständlich nur, solange es um Angelegenheiten des täglichen Lebens geht.

Darf etwa die Mutter den Kindesaufenthalt allein vorgeben, darf der Vater an den Wochenenden, an denen das Kind bei ihm ist, dennoch bestimmen, welche Orte aufgesucht oder welche Freunde des Kindes besucht werden. Freilich gilt dies nur in den Grenzen, die das stets zu beachtende Wohl des Kindes vorgibt.

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7. März 2017 um 21:14
In Antwort auf evilprincess1998

Aber wenn sie das alleinige Sorgerecht hat, gehört dazu doch die Aufenthaltsbestimmung, das heißt ohne ihre Zustimmung darf das Kind nirgendwo hin. Oder liege ich da falsch?
Tut mir leid falls ich Blödsinn erzähle, ich war mir eigentlich sehr sicher.

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08.10.2015  Franziska Hasselbach
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Was ist das Aufenthaltsbestimmungsrecht?
Gemeinsames Aufenthaltsbestimmungsrecht
Alleiniges Aufenthaltsbestimmungsrecht
Aufenthaltsbestimmungsrecht bei Urlaub und Umzug
Alltag und Umgang des Kindes
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1. WAS IST DAS AUFENTHALTSBESTIMMUNGSRECHT?

Als Aufenthaltsbestimmungsrecht bezeichnet man das Recht, den räumlichen Aufenthaltsort für ein Kind zu bestimmen. Das in § 1631 BGB festgeschriebene Aufenthaltsbestimmungsrecht ist Teil des Sorgerechts und im Regelfall mit diesem verbunden. Bei gemeinsamem Sorgerecht der Eltern wird das Recht über die Aufenthaltsbestimmung daher ebenfalls gemeinsam ausgeübt. Leben die Eltern getrennt oder sind sie geschieden und üben sie weiterhin das Sorgerecht gemeinsam aus (gemeinsames Sorgerecht), wird die Aufenthaltsbestimmung zunächst ebenfalls weiterhin gemeinsam ausgeführt. Allerdings ist Letzteres nicht zwingend, das Aufenthaltsbestimmungsrecht kann auch vom (übrigen) Sorgerecht losgelöst werden.

2. GEMEINSAMES AUFENTHALTSBESTIMMUNGSRECHT

Das Aufenthaltsbestimmungsrecht ist, wie bereits in unserem Beitrag zum gemeinsamen Sorgerecht beschrieben, eine Angelegenheit von erheblicher Bedeutung. Die Aufenthaltsbestimmungsbefugnis umfasst die Bestimmung des dauerhaften und vorübergehenden gewöhnlichen Aufenthalts des Kindes und damit des Wohnorts. Erfasst sind aber auch kürzere Aufenthalte an einem anderen Ort, etwa Urlaube oder Schullandheime. Ebenfalls erfasst sind Besuche des Kindes beim anderen Elternteil, wenn die Eltern getrennt leben, etwa wenn das Kind unter der Woche bei der Mutter und am Wochenende beim Vater ist.

Unter das Aufenthaltsbestimmungsrecht fällt bei Trennung der Eltern daher auch die Frage, ob das Kind oder die Kinder bei der Mutter oder beim Vater wohnen sollen. Dabei ist stets das Wohl des Kindes (§ 1671 Abs. 2 Nr. 2 BGB) zu berücksichtigen. Allerdings bedeutet dies nicht, dass das Kind grundsätzlich selbst entscheiden darf, bei wem es wohnen möchte – hierzu ist stets (auch) die Entscheidung beider Eltern notwendig. Können sich die Eltern nicht einigen, muss das Familiengericht eine Entscheidung treffen. Kommt es zu einer Gerichtsverhandlung, werden Kinder, die schon sprechen können (d.h. ab dem 3. Lebensjahr) auch danach gefragt, wo sie wohnen wollen.

3. ALLEINIGES AUFENTHALTSBESTIMMUNGSRECHT

Können sich die beiden Eltern als gemeinsame Sorgeberechtigte nicht über das Aufenthaltsrecht einigen, kann jeder Sorgeberechtigte losgelöst vom gemeinsamen Sorgerecht das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht beim Familiengericht beantragen und im Streitfall einklagen. Spricht das Familiengericht einem Elternteil das alleinige Recht zur Aufenthaltsbestimmung zu, wird dieses vom übrigen Sorgerecht abgetrennt. Es wird dann, anders als das sonstige Sorgerecht, nur noch von einem Elternteil ausgeübt. Dieser kann dann auch den Aufenthalt in Fragen bestimmen, in denen sonst nur beide Eltern zusammen entscheiden können.

Das Familiengericht orientiert sich bei seiner Streitentscheidung am  Kindeswohl. Das Gericht hat demnach unter Abwägung aller maßgeblichen Umstände zu entscheiden, welche Ausgestaltung des Aufenthaltsbestimmungsrechts für das Wohl des Kindes am besten ist. Das Gericht muss entscheiden, welche Regelung das Kind am meisten in seiner Entwicklung fördert und welche Regelung die meiste Kontinuität verspricht. Zudem ist zu beachten, wie sich die neue Regelung auf die Erziehung des Kindes auswirkt. Hierfür ist auch maßgeblich, wer von den beiden Elternteilen für welchen Erziehungsanteil (z.B. Wohnort des Kindes, Hausaufgabenbetreuung) am geeignetsten erscheint. Auch die sozialen Kontakte des Kindes sind zu berücksichtigen bzw. die Frage, ob diese durch eine neue Aufenthaltsbestimmung (z.B. Wegzug von Elternteil und Kind in eine neue Stadt) gefährdet werden. Die Meinung des Kindes ist ebenfalls einzuholen. Diese wiegt umso schwerer, je älter das Kind ist und je mehr es durch eine gewisse geistige Reife zu eigenen Entscheidungen in der Lage ist.

Die  Übertragung des (alleinigen) Aufenthaltsbestimmungsrechts auf einen Elternteil hat keinerlei Auswirkungen auf den Umgang des anderen Elternteils. Dieser hat weiterhin das Recht, das Kind regelmäßig zu sehen. Je größer jedoch die räumliche Distanz der Elternteile ist, desto länger werden in der Regel die Abstände der einzelnen Umgangskontakte.

4. AUFENTHALTSBESTIMMUNGSRECHT BEI URLAUB UND UMZUG

Schon über einen Urlaub im Ausland oder eine sonstige vorübergehende Abwesenheit des Kindes von seinem normalen Aufenthaltsort (z.B. Schullandheim) herrscht bei getrennten Eltern häufig Streit.

Besteht keine alleinige Aufenthaltsbestimmungsbefugnis eines Elternteils, kann ein Elternteil (z.B. die Mutter) nicht ohne die Zustimmung des anderen Elternteils (dem Vater) mit dem Kind in eine andere Stadt umziehen. Verweigert etwa der Vater seine Zustimmung zu einem Umzug von Frau und Kind, muss das Familiengericht hierüber entscheiden. Das Gericht entscheidet dann je nach Einzelfall und dem jeweiligen Kindeswohl. In manchen Fällen wird das Familiengericht in einem solchen Verfahren auch eine generelle Entscheidung über die Aufenthaltsbestimmung anstreben, um weiteren Streitigkeiten ähnlicher Art in der Zukunft vorzubeugen.

Umstritten ist, inwieweit die alleinige Aufenthaltsbestimmung eines Elternteils diesen dazu berechtigt, ohne Zustimmung des anderen Elternteils ins Ausland umzuziehen. Oft ist ein geplanter Umzug eines Elternteils ins Ausland unter Mitnahme der Kinder auch Anlass für den anderen Elternteil, das Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Kinder zu beantragen, um deren Wegzug zu verhindern.

In einem Fall vor dem OLG Hamm (Beschl. v. 15.11.2010 – Az.: 8 WF 240/10) wollte die Kindesmutter mit den beiden Kindern nach Griechenland übersiedeln. Eine besondere Beziehung zu dem Zuzugsland (Sprachkenntnisse, Migrationshintergrund) der Kinder bestand nicht. Damit war der Vater nicht einverstanden und beantragte die alleinige Befugnis zur Aufenthaltsbestimmung für die beiden 9 und 11 Jahre alten Kinder. Obwohl die Kinder dem geplanten Wegzug zustimmten, gab das eingeschaltete Familiengericht dem Vater Recht und sprach diesem das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu. Das Gericht sah nämlich das Kindeswohl in einer fremden Umgebung ohne Sprachkenntnisse und kulturellen Bezug gefährdet.

5. ALLTAG UND UMGANG DES KINDES

Alleiniges Aufenthaltsbestimmungsrecht bedeutet nicht, dass derjenige Elternteil, der das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht innehat, alle Aufenthaltsorte im Leben des Kindes vorgeben darf. Wenn das Kind Zeit mit dem anderen Elternteil verbringt, hat dieser Elternteil im Rahmen seines Umgangsrechts gerade auch die Befugnis, über den räumlichen Aufenthalt in dieser Zeit zu entscheiden. Dies gilt selbstverständlich nur, solange es um Angelegenheiten des täglichen Lebens geht.

Darf etwa die Mutter den Kindesaufenthalt allein vorgeben, darf der Vater an den Wochenenden, an denen das Kind bei ihm ist, dennoch bestimmen, welche Orte aufgesucht oder welche Freunde des Kindes besucht werden. Freilich gilt dies nur in den Grenzen, die das stets zu beachtende Wohl des Kindes vorgibt.

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7. März 2017 um 21:32
In Antwort auf ano100

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Das Aufenthaltsbestimmungsrecht kann sich bei getrennten Eltern vom (sonstigen) Sorgerecht unterscheiden. Lesen Sie, wann ein entsprechender Antrag Sinn macht.

08.10.2015  Franziska Hasselbach
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Was ist das Aufenthaltsbestimmungsrecht?
Gemeinsames Aufenthaltsbestimmungsrecht
Alleiniges Aufenthaltsbestimmungsrecht
Aufenthaltsbestimmungsrecht bei Urlaub und Umzug
Alltag und Umgang des Kindes
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1. WAS IST DAS AUFENTHALTSBESTIMMUNGSRECHT?

Als Aufenthaltsbestimmungsrecht bezeichnet man das Recht, den räumlichen Aufenthaltsort für ein Kind zu bestimmen. Das in § 1631 BGB festgeschriebene Aufenthaltsbestimmungsrecht ist Teil des Sorgerechts und im Regelfall mit diesem verbunden. Bei gemeinsamem Sorgerecht der Eltern wird das Recht über die Aufenthaltsbestimmung daher ebenfalls gemeinsam ausgeübt. Leben die Eltern getrennt oder sind sie geschieden und üben sie weiterhin das Sorgerecht gemeinsam aus (gemeinsames Sorgerecht), wird die Aufenthaltsbestimmung zunächst ebenfalls weiterhin gemeinsam ausgeführt. Allerdings ist Letzteres nicht zwingend, das Aufenthaltsbestimmungsrecht kann auch vom (übrigen) Sorgerecht losgelöst werden.

2. GEMEINSAMES AUFENTHALTSBESTIMMUNGSRECHT

Das Aufenthaltsbestimmungsrecht ist, wie bereits in unserem Beitrag zum gemeinsamen Sorgerecht beschrieben, eine Angelegenheit von erheblicher Bedeutung. Die Aufenthaltsbestimmungsbefugnis umfasst die Bestimmung des dauerhaften und vorübergehenden gewöhnlichen Aufenthalts des Kindes und damit des Wohnorts. Erfasst sind aber auch kürzere Aufenthalte an einem anderen Ort, etwa Urlaube oder Schullandheime. Ebenfalls erfasst sind Besuche des Kindes beim anderen Elternteil, wenn die Eltern getrennt leben, etwa wenn das Kind unter der Woche bei der Mutter und am Wochenende beim Vater ist.

Unter das Aufenthaltsbestimmungsrecht fällt bei Trennung der Eltern daher auch die Frage, ob das Kind oder die Kinder bei der Mutter oder beim Vater wohnen sollen. Dabei ist stets das Wohl des Kindes (§ 1671 Abs. 2 Nr. 2 BGB) zu berücksichtigen. Allerdings bedeutet dies nicht, dass das Kind grundsätzlich selbst entscheiden darf, bei wem es wohnen möchte – hierzu ist stets (auch) die Entscheidung beider Eltern notwendig. Können sich die Eltern nicht einigen, muss das Familiengericht eine Entscheidung treffen. Kommt es zu einer Gerichtsverhandlung, werden Kinder, die schon sprechen können (d.h. ab dem 3. Lebensjahr) auch danach gefragt, wo sie wohnen wollen.

3. ALLEINIGES AUFENTHALTSBESTIMMUNGSRECHT

Können sich die beiden Eltern als gemeinsame Sorgeberechtigte nicht über das Aufenthaltsrecht einigen, kann jeder Sorgeberechtigte losgelöst vom gemeinsamen Sorgerecht das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht beim Familiengericht beantragen und im Streitfall einklagen. Spricht das Familiengericht einem Elternteil das alleinige Recht zur Aufenthaltsbestimmung zu, wird dieses vom übrigen Sorgerecht abgetrennt. Es wird dann, anders als das sonstige Sorgerecht, nur noch von einem Elternteil ausgeübt. Dieser kann dann auch den Aufenthalt in Fragen bestimmen, in denen sonst nur beide Eltern zusammen entscheiden können.

Das Familiengericht orientiert sich bei seiner Streitentscheidung am  Kindeswohl. Das Gericht hat demnach unter Abwägung aller maßgeblichen Umstände zu entscheiden, welche Ausgestaltung des Aufenthaltsbestimmungsrechts für das Wohl des Kindes am besten ist. Das Gericht muss entscheiden, welche Regelung das Kind am meisten in seiner Entwicklung fördert und welche Regelung die meiste Kontinuität verspricht. Zudem ist zu beachten, wie sich die neue Regelung auf die Erziehung des Kindes auswirkt. Hierfür ist auch maßgeblich, wer von den beiden Elternteilen für welchen Erziehungsanteil (z.B. Wohnort des Kindes, Hausaufgabenbetreuung) am geeignetsten erscheint. Auch die sozialen Kontakte des Kindes sind zu berücksichtigen bzw. die Frage, ob diese durch eine neue Aufenthaltsbestimmung (z.B. Wegzug von Elternteil und Kind in eine neue Stadt) gefährdet werden. Die Meinung des Kindes ist ebenfalls einzuholen. Diese wiegt umso schwerer, je älter das Kind ist und je mehr es durch eine gewisse geistige Reife zu eigenen Entscheidungen in der Lage ist.

Die  Übertragung des (alleinigen) Aufenthaltsbestimmungsrechts auf einen Elternteil hat keinerlei Auswirkungen auf den Umgang des anderen Elternteils. Dieser hat weiterhin das Recht, das Kind regelmäßig zu sehen. Je größer jedoch die räumliche Distanz der Elternteile ist, desto länger werden in der Regel die Abstände der einzelnen Umgangskontakte.

4. AUFENTHALTSBESTIMMUNGSRECHT BEI URLAUB UND UMZUG

Schon über einen Urlaub im Ausland oder eine sonstige vorübergehende Abwesenheit des Kindes von seinem normalen Aufenthaltsort (z.B. Schullandheim) herrscht bei getrennten Eltern häufig Streit.

Besteht keine alleinige Aufenthaltsbestimmungsbefugnis eines Elternteils, kann ein Elternteil (z.B. die Mutter) nicht ohne die Zustimmung des anderen Elternteils (dem Vater) mit dem Kind in eine andere Stadt umziehen. Verweigert etwa der Vater seine Zustimmung zu einem Umzug von Frau und Kind, muss das Familiengericht hierüber entscheiden. Das Gericht entscheidet dann je nach Einzelfall und dem jeweiligen Kindeswohl. In manchen Fällen wird das Familiengericht in einem solchen Verfahren auch eine generelle Entscheidung über die Aufenthaltsbestimmung anstreben, um weiteren Streitigkeiten ähnlicher Art in der Zukunft vorzubeugen.

Umstritten ist, inwieweit die alleinige Aufenthaltsbestimmung eines Elternteils diesen dazu berechtigt, ohne Zustimmung des anderen Elternteils ins Ausland umzuziehen. Oft ist ein geplanter Umzug eines Elternteils ins Ausland unter Mitnahme der Kinder auch Anlass für den anderen Elternteil, das Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Kinder zu beantragen, um deren Wegzug zu verhindern.

In einem Fall vor dem OLG Hamm (Beschl. v. 15.11.2010 – Az.: 8 WF 240/10) wollte die Kindesmutter mit den beiden Kindern nach Griechenland übersiedeln. Eine besondere Beziehung zu dem Zuzugsland (Sprachkenntnisse, Migrationshintergrund) der Kinder bestand nicht. Damit war der Vater nicht einverstanden und beantragte die alleinige Befugnis zur Aufenthaltsbestimmung für die beiden 9 und 11 Jahre alten Kinder. Obwohl die Kinder dem geplanten Wegzug zustimmten, gab das eingeschaltete Familiengericht dem Vater Recht und sprach diesem das Aufenthaltsbestimmungsrecht zu. Das Gericht sah nämlich das Kindeswohl in einer fremden Umgebung ohne Sprachkenntnisse und kulturellen Bezug gefährdet.

5. ALLTAG UND UMGANG DES KINDES

Alleiniges Aufenthaltsbestimmungsrecht bedeutet nicht, dass derjenige Elternteil, der das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht innehat, alle Aufenthaltsorte im Leben des Kindes vorgeben darf. Wenn das Kind Zeit mit dem anderen Elternteil verbringt, hat dieser Elternteil im Rahmen seines Umgangsrechts gerade auch die Befugnis, über den räumlichen Aufenthalt in dieser Zeit zu entscheiden. Dies gilt selbstverständlich nur, solange es um Angelegenheiten des täglichen Lebens geht.

Darf etwa die Mutter den Kindesaufenthalt allein vorgeben, darf der Vater an den Wochenenden, an denen das Kind bei ihm ist, dennoch bestimmen, welche Orte aufgesucht oder welche Freunde des Kindes besucht werden. Freilich gilt dies nur in den Grenzen, die das stets zu beachtende Wohl des Kindes vorgibt.

Oh wow dankeschön!

Tja dann tuts mir leid, dann hab ich Blödsinn verzapft :/
Auf jeden Fall danke für die Mühe!

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7. März 2017 um 21:51
In Antwort auf evilprincess1998

Oh wow dankeschön!

Tja dann tuts mir leid, dann hab ich Blödsinn verzapft :/
Auf jeden Fall danke für die Mühe!

Ist gesetzlich halt so geregelt und im normalfall auch richtig so. Wieso soll ein vater nicht sein kind mit zur oma nehmen duerfen? Weil die ex die schwiegermutter hasst?  Was anderes ist es natuerlich wenn die oma das kind schlagen wuerde oder sowas in der art. Es reicht auch nicht unbedingt das der ex gewalttaetig zu ihr war. Da muss schon das wohl des kindes gefaehrdet sein, damit es zum umgangsverbot kommt. In diesem fall wirds wahrscheinlich darauf hinauslaufen, das es erst mal betreuten umgang geben wird. Die anzeige von ihr wird ihn hoechstens ne stange geld kosten...wenn er nicht vorbestraft ist, wird nicht viel passieren.

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8. März 2017 um 8:18

Das klingt alles ganz einleuchtend. Es bezieht sich aber auf Eltern, die bereits das gemeinsame Sorgerecht hatten. Meines Wissens ist es anders, wenn die Mutter von Anfang an das alleinige Sorgerecht hatte. Da gibt es das Umgangsrecht des Kindes, im Zweifelsfall begleitet durch das Jugendamt, mit Vater und Großeltern. Aber das ist erst einmal etwas anderes als das Aufenthaltsbestimmungsrecht. Das hat der Elternteil, der die alleinige Sorge hat und kann bei Eltern die nie verheiratet waren oder nie gemeinsam das Sorgerecht hatten nicht abgespalten werden.
So wurde es mir erklärt, ich war in ähnlicher Lage, nicht ganz so dramatisch.

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