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Vaginismus - Muss ich mich von meinem Freund trennen?

2. August um 14:08

Liebe Leute,

ich habe mich in diesem Forum registriert, weil ich ein Problem habe, mit dem ich alleine und ohne darüber zu sprechen nicht mehr zurecht komme. Vorab: Ich bin wirklich verzweifelt und möchte euch bitten, nur ernstgemeinte Kommentare zu leisten. Auf Beschimpfungen, ironische Fragen und Spott über meinen Körper, meine Beziehung oder meine sexuelle Aktivität kann ich verzichten!

Zum Problem...

Ich bin 25 Jahre alt. Seit vielen Jahren leide ich unter einer mehr oder weniger extremen Art des Vaginismus (NICHT dadurch verursacht, dass ich "einfach" Angst habe vor Sex etc., sondern vor allem durch Infektionen und ein sehr enges Becken). Das bezieht sich nicht nur auf Sex, sondern auch auf das Einführen von Tampon oder Menstruationstasse und sogar gynäkologische Untersuchungen. Natürlich machen psychosomatische Erscheinungen wie Panik, Angst und Verkrampfen gerade den Geschlechtsverkehr dementsprechend unerträglich, dazu dann die Scham und die Selbstablehnung - es ist ein Teufelskreis. Aus gynäkologischer Sicht, so sagte man mir, gäbe es außer regelmäßigen Untersuchungen nicht viele Möglichkeiten, höchstens eine spezielle Psychotherapie, die die Symptome lindern soll. Was ich auch gerne in Anspruch nähme, könnte ich mir diese leisten (ggggrrrrr!), aber das ist eine andere Geschichte...

Seit 3 Jahren bin ich in einer sehr glücklichen Fernbeziehung. Aus verschiedenen Gründen hatten wir bisher keinen Sex miteinander (ich bitte das aber einfach zur Kenntnis zu nehmen und nicht zu kommentieren). Wir lieben uns über alles und in einem Monat ist es endlich soweit, dass die äußeren Umstände (Pass etc.) wir "richtig" zusammenleben können!

Er weiß, dass ich dieses "Problem" habe, d.h. wir haben offen darüber gesprochen, und er versichert mir stets, dass er mich liebt und es kein Grund sein wird, mich weniger zu lieben. Aber...andererseits sagt er auch, dass er sich Kinder wünscht - woran ich nicht mal zu denken wage! Vermutlich werde ich es nicht einmal schaffen, mit ihm vaginalen Sex zu haben...

Jetzt drängen sich mir 1000 Fragen auf... Was mir neben den Selbstzweifeln aber am schlimmsteh erscheint: Ist es fair für ihn, mit mir zusammenzusein? Verdient er nicht eine Chance auf ein "normales" Leben mit einer sexuell "normal" aktiven Frau? Hat er ein recht darauf, eine Familie zu gründen und nehme ich ihm dieses Recht weg? Sollte ich ihn verlassen, ihm zu liebe?

Bitte helft mir. Ich freue mich über jeden Rat und jeden ernst gemeinten Kommentar.

Liebste Grüße,
Cat

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2. August um 14:27
Beste Antwort

Hallo Cat, das ist natürlich ein unschönes Problem. Ich will mich dazu auch nicht weiter äußern da ich mich damit nicht auskenne und du ja auch nicht danach gefragt hast... Was deine Beziehung betrifft denke ich dass du bereits das richtige getan hast. Du hast offen mit deinem Freund darüber gesprochen. Also liegt es meines Erachtens bei ihm zu entscheiden ob er damit leben kann. Und das wird sich ohnehin erst im Zusammenleben zeigen. Aus Rücksicht von dir aus die Beziehung zu beenden halte ich für falsch. Solange du in diesem Thema ehrlich mit ihm bist und ihm keine falschen Hoffnungen machst finde ich dass du dich freuen kannst einen verständnisvollen Freund zu haben und darfst die Zeit mit ihm auch ohne schlechtes Gewissen genießen. 

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2. August um 14:50
Beste Antwort

Seh ich genauso wie die Vorschreiberin - dein Freund kennt die Situation anscheinend, du hast ihm dein Problem offen mitgeteilt, und das (davon geh ich mal aus) nicht in der Form "Es könnte ein paar Schwierigkeiten geben", sondern tatsächlich als "Wahrscheinlich werden wir nie vaginalen Sex miteinander haben können". Und da er nun Bescheid weiß, liegt die Verantwortung dafür, ob er sich das "antut" oder nicht, bei ihm und nicht bei dir.
Ich nehm zwar an, dass er die Sache bis jetzt nicht besonders ernst nimmt und noch davon ausgeht, dass sich das mit der Zeit schon von selber erledigt (siehe Kinderwunsch). Aber trotzdem bist du nicht für seine Entscheidungen verantwortlich, und wenn du dich "in seinem Interesse" von ihm trennen würdest, dann würdest du ihm damit die Fähigkeit (oder das Recht?) absprechen, eigene Entscheidungen zu treffen.

lg
cefeu

PS. Wenn er dir das in ein paar Jahren zum Vorwurf zu machen versucht (nach dem Motto "du hast mich hierher geholt, obwohl du genau wusstest ...", dann zieh dir diesen Schuh nicht an.

PPS. Was ist denn mit der Dilatationsmethode? Zumindest einige Betroffene haben's doch meines Wissens geschafft, den Mist mit ner Art Physiotherapie selbst zu beheben ...? (Ist allerdings schon einige Jahre her, dass ich mich mit dem Thema beschäftigt habe ...)

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2. August um 16:33

also zieht er zu dir nach Deutschland? 

wie oft seht ihr euch jetzt?

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2. August um 17:06
In Antwort auf cefeu1

Seh ich genauso wie die Vorschreiberin - dein Freund kennt die Situation anscheinend, du hast ihm dein Problem offen mitgeteilt, und das (davon geh ich mal aus) nicht in der Form "Es könnte ein paar Schwierigkeiten geben", sondern tatsächlich als "Wahrscheinlich werden wir nie vaginalen Sex miteinander haben können". Und da er nun Bescheid weiß, liegt die Verantwortung dafür, ob er sich das "antut" oder nicht, bei ihm und nicht bei dir.
Ich nehm zwar an, dass er die Sache bis jetzt nicht besonders ernst nimmt und noch davon ausgeht, dass sich das mit der Zeit schon von selber erledigt (siehe Kinderwunsch). Aber trotzdem bist du nicht für seine Entscheidungen verantwortlich, und wenn du dich "in seinem Interesse" von ihm trennen würdest, dann würdest du ihm damit die Fähigkeit (oder das Recht?) absprechen, eigene Entscheidungen zu treffen.

lg
cefeu

PS. Wenn er dir das in ein paar Jahren zum Vorwurf zu machen versucht (nach dem Motto "du hast mich hierher geholt, obwohl du genau wusstest ...", dann zieh dir diesen Schuh nicht an.

PPS. Was ist denn mit der Dilatationsmethode? Zumindest einige Betroffene haben's doch meines Wissens geschafft, den Mist mit ner Art Physiotherapie selbst zu beheben ...? (Ist allerdings schon einige Jahre her, dass ich mich mit dem Thema beschäftigt habe ...)

Liebe Cefeu, 

vielen Dank für deine Hilfe! Dein Kommentar hat mir sehr weitergeholfen. Ich fühle mich jetzt besser. 

Ich werde mich bei meinem Gynäkologen auch mal nach der Dilatationsmethode erkundigen. Davon hatte ich schon gehört, mich aber - da es von meiner Kasse nicht übernommen wird - nicht näher damit beschäftigt.

Liebste Grüße, 
Cat 

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2. August um 17:07
In Antwort auf clio587

Hallo Cat, das ist natürlich ein unschönes Problem. Ich will mich dazu auch nicht weiter äußern da ich mich damit nicht auskenne und du ja auch nicht danach gefragt hast... Was deine Beziehung betrifft denke ich dass du bereits das richtige getan hast. Du hast offen mit deinem Freund darüber gesprochen. Also liegt es meines Erachtens bei ihm zu entscheiden ob er damit leben kann. Und das wird sich ohnehin erst im Zusammenleben zeigen. Aus Rücksicht von dir aus die Beziehung zu beenden halte ich für falsch. Solange du in diesem Thema ehrlich mit ihm bist und ihm keine falschen Hoffnungen machst finde ich dass du dich freuen kannst einen verständnisvollen Freund zu haben und darfst die Zeit mit ihm auch ohne schlechtes Gewissen genießen. 

Liebe Clio, 

vielen Dank für deine aufbauenden Worte! Es geht mir jetzt besser. 
Ich denke auch, du hast Recht. Ich sollte mir selber weniger Stress machen und sehen, wie es wird. 

Liebste Grüße, 
Cat

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2. August um 19:19

Schon mal an Botulinusinjektionen gedacht?
Was eine Partnerschaft ohne Sex angeht sehe ich Schwierigkeiten. Nicht unmöglich da eine Lösung zu finden aber ehrlich gesagt sehe ich da Probleme.

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2. August um 20:17

Hast Du denn Interesse an Sex, und wie sieht es generell mit Deiner Libido aus?

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3. August um 6:31
Beste Antwort
In Antwort auf caterina

Liebe Leute, 

ich habe mich in diesem Forum registriert, weil ich ein Problem habe, mit dem ich alleine und ohne darüber zu sprechen nicht mehr zurecht komme. Vorab: Ich bin wirklich verzweifelt und möchte euch bitten, nur ernstgemeinte Kommentare zu leisten. Auf Beschimpfungen, ironische Fragen und Spott über meinen Körper, meine Beziehung oder meine sexuelle Aktivität kann ich verzichten! 

Zum Problem...

Ich bin 25 Jahre alt. Seit vielen Jahren leide ich unter einer mehr oder weniger extremen Art des Vaginismus (NICHT dadurch verursacht, dass ich "einfach" Angst habe vor Sex etc., sondern vor allem durch Infektionen und ein sehr enges Becken). Das bezieht sich nicht nur auf Sex, sondern auch auf das Einführen von Tampon oder Menstruationstasse und sogar gynäkologische Untersuchungen.  Natürlich machen psychosomatische Erscheinungen wie Panik, Angst und Verkrampfen gerade den Geschlechtsverkehr dementsprechend unerträglich, dazu dann die Scham und die Selbstablehnung - es ist ein Teufelskreis. Aus gynäkologischer Sicht, so sagte man mir, gäbe es außer regelmäßigen Untersuchungen nicht viele Möglichkeiten, höchstens eine spezielle Psychotherapie, die die Symptome lindern soll. Was ich auch gerne in Anspruch nähme, könnte ich mir diese leisten (ggggrrrrr!), aber das ist eine andere Geschichte...

Seit 3 Jahren bin ich in einer sehr glücklichen Fernbeziehung. Aus verschiedenen Gründen hatten wir bisher keinen Sex miteinander (ich bitte das aber einfach zur Kenntnis zu nehmen und nicht zu kommentieren). Wir lieben uns über alles und in einem Monat ist es endlich soweit, dass die äußeren Umstände (Pass etc.) wir "richtig" zusammenleben können! 

Er weiß, dass ich dieses "Problem" habe, d.h. wir haben offen darüber gesprochen, und er versichert mir stets, dass er mich liebt und es kein Grund sein wird, mich weniger zu lieben. Aber...andererseits sagt er auch, dass er sich Kinder wünscht - woran ich nicht mal zu denken wage! Vermutlich werde ich es nicht einmal schaffen, mit ihm vaginalen Sex zu haben...

Jetzt drängen sich mir 1000 Fragen auf... Was mir neben den Selbstzweifeln aber am schlimmsteh erscheint: Ist es fair für ihn, mit mir zusammenzusein? Verdient er nicht eine Chance auf ein "normales" Leben mit einer sexuell "normal" aktiven Frau? Hat er ein recht darauf, eine Familie zu gründen und nehme ich ihm dieses Recht weg? Sollte ich ihn verlassen, ihm zu liebe? 

Bitte helft mir. Ich freue mich über jeden Rat und jeden ernst gemeinten Kommentar. 

Liebste Grüße, 
Cat

Diese Diagnose hat mir ein Frauenarzt auch einmal gestellt. Hatte ganz ähnliche Symptome. Nur waren die Gründe bei mir andere. Bei mir verging das Problem von selbst - langsam und schrittweise, nachdem ich den richtigen Mann getroffen hatte. Offensichtlich war in meinem Fall alles Kopfsache gewesen.

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3. August um 8:14
Beste Antwort
In Antwort auf caterina

Liebe Leute, 

ich habe mich in diesem Forum registriert, weil ich ein Problem habe, mit dem ich alleine und ohne darüber zu sprechen nicht mehr zurecht komme. Vorab: Ich bin wirklich verzweifelt und möchte euch bitten, nur ernstgemeinte Kommentare zu leisten. Auf Beschimpfungen, ironische Fragen und Spott über meinen Körper, meine Beziehung oder meine sexuelle Aktivität kann ich verzichten! 

Zum Problem...

Ich bin 25 Jahre alt. Seit vielen Jahren leide ich unter einer mehr oder weniger extremen Art des Vaginismus (NICHT dadurch verursacht, dass ich "einfach" Angst habe vor Sex etc., sondern vor allem durch Infektionen und ein sehr enges Becken). Das bezieht sich nicht nur auf Sex, sondern auch auf das Einführen von Tampon oder Menstruationstasse und sogar gynäkologische Untersuchungen.  Natürlich machen psychosomatische Erscheinungen wie Panik, Angst und Verkrampfen gerade den Geschlechtsverkehr dementsprechend unerträglich, dazu dann die Scham und die Selbstablehnung - es ist ein Teufelskreis. Aus gynäkologischer Sicht, so sagte man mir, gäbe es außer regelmäßigen Untersuchungen nicht viele Möglichkeiten, höchstens eine spezielle Psychotherapie, die die Symptome lindern soll. Was ich auch gerne in Anspruch nähme, könnte ich mir diese leisten (ggggrrrrr!), aber das ist eine andere Geschichte...

Seit 3 Jahren bin ich in einer sehr glücklichen Fernbeziehung. Aus verschiedenen Gründen hatten wir bisher keinen Sex miteinander (ich bitte das aber einfach zur Kenntnis zu nehmen und nicht zu kommentieren). Wir lieben uns über alles und in einem Monat ist es endlich soweit, dass die äußeren Umstände (Pass etc.) wir "richtig" zusammenleben können! 

Er weiß, dass ich dieses "Problem" habe, d.h. wir haben offen darüber gesprochen, und er versichert mir stets, dass er mich liebt und es kein Grund sein wird, mich weniger zu lieben. Aber...andererseits sagt er auch, dass er sich Kinder wünscht - woran ich nicht mal zu denken wage! Vermutlich werde ich es nicht einmal schaffen, mit ihm vaginalen Sex zu haben...

Jetzt drängen sich mir 1000 Fragen auf... Was mir neben den Selbstzweifeln aber am schlimmsteh erscheint: Ist es fair für ihn, mit mir zusammenzusein? Verdient er nicht eine Chance auf ein "normales" Leben mit einer sexuell "normal" aktiven Frau? Hat er ein recht darauf, eine Familie zu gründen und nehme ich ihm dieses Recht weg? Sollte ich ihn verlassen, ihm zu liebe? 

Bitte helft mir. Ich freue mich über jeden Rat und jeden ernst gemeinten Kommentar. 

Liebste Grüße, 
Cat

Psychotherapie ist normalerweise eine Kassenleistung. D.h. sie wird von den Krankenkassen voll bezahlt (zumindest, wenn du in Deutschland versichert bist). Das solltest du unbedingt tun. Gut wäre es natürlich, einen Therapeuten zu finden, der gleichzeitig Erfahrung in Sexualtherapie hat (da kannst du bei deiner Krankenkasse, der zuständigen Psychotherapeutenkammer oder den Therapeuten selbst nachfragen). Ob die Dilatationsmethode noch die Methode der Wahl ist, weiß ich nicht. Aber sich darüber genauer informieren, wäre es wert.

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3. August um 8:40

Eine glückliche Fernbeziehund und vom Mann volles Verständnis dafür, dass es keinen Sex geben wird. 

Wofür man(n) nicht alles Verständnis hat, um nach Deutschland einreisen zu dürfen. 
 

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5. August um 20:10

Würde bei dir ein Lichen ausgeschlossen?  Hier ein Link dazu. 

https://www.aerzteblatt.de/archiv/178786/Lichen-sclerosus-Beratungsanlass-Diagnose-und-therapeutisches-Procedere

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