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Urvertrauen/Inneres Kind

4. November 2005 um 12:04 Letzte Antwort: 4. November 2005 um 13:01

Jaja schrieb:
"Es ist so etwas wie ein Urvertrauen, was sich in der Kindheit entwickelt, mit dem Du einfach entspannter und zuversichtlicher in Situationen gehst, als jemand der es nicht hat.
Es sind u.a. ein Urvertrauen auch darein, daß Du liebenswert bist, auch wenn Du nicht von diesem oder jenem geliebt wirst, ein Urvertrauen darein, daß Du mit Deinen Empfindungen nicht allein bist, obwohl sie im Moment keiner mit Dir teilt, ein Urvertrauen darein, daß Dir Verständnis entgegengebracht wird, auch wenn es im Moment keiner tut.
So etwas wird in der Kindheit angelegt und es gibt Dir eine große Lebenskraft und wenn es fehlt schafft es große Bedürftigkeit auf Input von Anderen von außen und macht Dich abhängig und labil."

_Angenommen_ durch eine schwere Kindheit (Eltern beide Alkoholiker, Verwahrlosung, Kind muss Verantwortung für Eltern tragen, keine Liebe, Demütigungen etc.) wurde kein Urvertrauen aufgebaut => Kann man das "reparieren"/kitten?

Und was ist das eigentlich, das "innere Kind"?

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4. November 2005 um 12:34

Das steht im internet drüber
Beschäftigen mit den Blockaden im Erwachsenensein, die ihren Ursprung in unserer Kindheit haben. Als Kind haben wir Überlebensstrategien entwickelt, um dem ständigen Potential von emotionalen Verletzungen auszuweichen oder unsere Sehnsucht nach Aufmerksamkeit und Liebe zu erfüllen. (siehe auch Artikel zum Begriff )

Mit diesen Verhaltensmustern und Strategien ist es uns als Kind dann einigermaßen gelungen, Schmerzen und Ängste zu vermeiden.
Obwohl wir diese verinnerlichten Verhaltensmuster als Erwachsene nicht mehr brauchen, existieren sie weiterhin. Denn das Kind von damals lebt weiter in unserem Inneren und hat ständig Bedürfnisse nach Aufmerksamkeit, Liebe und Anerkennung.
Dies ist häufig mit Angst verbunden weiter verletzt oder zurückgewiesen zu werden.
Das Kind in uns ist somit die Quelle unserer Verwundbarkeiten. Häufig erwarten wir, daß diese Bedürfnisse des Kindes in uns von anderen erfüllt werden.
Wenn das nicht geschieht, so sind wir enttäuscht.

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4. November 2005 um 13:01

Nach allem, was mir ...
bisher begegnet ist, bin ich der Ansicht, dass es nicht zu reparieren ist, also im Sinne von wiederherstellen, weil es nie bestanden hat.

Kinder entwickeln beim Fehlen von Urvertrauen Überlebensstrategien, die sich durch ihr ganzes Leben ziehen. Sie finden ihren Weg, aber unter diesem nicht mitgegebenen Urvertrauen leiden sie ihr Leben lang (nicht unbedingt leiden im wörtlichen Sinne, sondern eher in dem Sinne, dass da etwas fehlt, das ihr Leben leichter machen würde).

Sie erkennen bei entsprechender Reflektion die Mechanismen, die sie in frühen Zeiten entwickelt haben, aber es ist ihnen nicht möglich dieses Gefühl aufzubauen, weil es sich einfach nicht durch Ratio erzeugen läßt.

Es gibt keine größere Verantwortung im Leben eines Menschen als eben einer Tochter oder einem Sohn genau dieses Gefühl zu vermitteln. 'Du bist wertvoll! Ohne Wenn und aber, ohne Bedingung und ohne jeden Zusatz. Du bist wertvoll, einfach schon deshalb, weil es Dich gibt!' Wer das erfahren durfte, kann sein ganzes Leben auf dieses Gefühl bauen und strahlt es dann auch vielfach aus.

LG

Larsen

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