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Unterschiedliche Lebensplanung

2. Juli um 9:46 Letzte Antwort: 2. Juli um 10:55

Hallo zusammen! Ich verzweifle hier langsam, weshalb ich Mal was von meiner Seele schreiben muss. Vielleicht könnt ihr mir einen Ratschlag geben. Mein Mann und ich sind jetzt 6 Jahre zusammen und seid 4 Jahren verheiratet. Bisher hat alles im gut gepasst. Corona hat aber alles geändert. Ich habe meinen Job verloren und so wie es aussieht, steht das bei ihm auch bald an, weil die Firma pleite geht. Meinen Job wollte ich eh los werden, weil ich ihn gehasst habe und ich dadurch auch krank geworden bin. Wir hatten sowieso geplant in diesem Jahr, alles zu ändern. Neue Stadt, neue Jobs und ich wollte mir beruflich erstmal klar werden, wo die Reise hingeht. Das Problem ist aber, das wie uns beide schlecht entscheiden können. Erst war der Plan weg zu gehen, dann haben wir gesagt, im wir bleiben hier, weil ich gerne in der Zukunft auswandern möchte. Also habe ich hier Wohnungen gesucht, da wir uns die derzeitige hier nicht mehr leisten können. Dann fing es schon an, dass wir uns nur gestritten haben und er sich kein bisschen um die Wohnungssuche gekümmert hat. Er tut so, als ob ihn das alles nichts angehen würde und darüber sprechen können wir auch nicht, ohne zu streiten. Dann kam der Tag, als seine derzeitige Kurzarbeit wieder verlängert wurde und auch er jetzt kapiert hat, dass die Firma vor dem Aus steht. Also haben wir angefangen Jobs für ihn zu suchen. Hier in der Region gibt es aber keine. Also haben wir deutschlandweit gesucht. Ich habe mich total gefreut, dass er endlich Mal was tut (weil wir sonst bald pleite sind) und er hat sogar gleich Einladungen bekommen. Jetzt auf einmal findet er aber alles wieder doof und will nicht weg und findet ständig Argumente dagegen weg zu gehen. Hat aber auch keine Argumente dafür hier zu bleiben. Zumal weder er noch ich eine Zukunft hier haben. Er sagt er hat Angst vor Veränderungen. Ich Versuche ihm ja bei zu stehen und tu wirklich alles in nehme ihn auch schon alles ab. Ich haben den letzten Umzug ja quasi alleine gemacht und auch sonst muss ich alles alleine entscheiden und planen. Nur das kann ich ihn halt nicht abnehmen, sich einen neuen Job zu suchen. Ich habe das Gefühl, das unsere liebe dafür nicht ausreicht. Ich dachte, dass man zusammen alles schaffen kann. Er will nur da sitzen, alles so lange ignorieren, bis wir komplett pleite sind. Nur weil er zu faul und zu ängstlich ist und nicht weiß was er will (das ist der Standard bei allem, er kann nicht Mal entscheiden, was er essen will). Mit meinem Job, selbst wenn ich jetzt wieder 40 Stunden arbeiten gehe, kann ich die Wohnung hier nicht bezahlen für uns beide. Zumal es mir dann sehr schnell wieder schlecht gehen wird und der Plan im Moment ist, dass ich mich selbständig machen möchte. Diese Ungewissheit quält mich so. Nach Monaten Grübeleien und Zukunftsangst (von meiner Seite), konnte ich mich endlich freuen einen Perspektive zu haben. Das wurde dann aber wieder zunichte gemacht. Ich weiß nicht wie ich damit umgehen soll und ich glaube so langsam, dass ich so mein Leben lang nicht weitermachen kann. Das ist bei jeder größeren Entscheidung so. Im Endeffekt muss ich dann immer bestimmen, was wir machen, weil er sich einfach raushält. Wie bitteschön soll das denn gehen, wenn wir dann wirklich auswandern wollen. Das ist ja wesentlich mehr, als nur Mal in ne andere Stadt zu ziehen. Wir haben hier noch nicht mal groß Freunde oder so. Eigentlich sind wir nur zu Hause und gucken fern. Das will ich so nicht mehr. Jetzt wo ich im Job nicht mehr gefangen bin, will ich endlich leben. Will mir was eigenes aufbauen, will raus gehen, will tanzen, will neue Freunde finden und das Leben Mal genießen können. Aber ich will nicht ewig warten, bis mein Mann sich Mal die Kurve kriegt. Klar hat jeder Angst vor der Zukunft, aber Hallo, einen neuen Job anzunehmen und 200 km weiter weg von hier zu wohnen ist doch jetzt keine unmögliches Ding oder? Sehe ich das alles falsch und bin ich das Problem? Er sitzt wegen den Bewerbungsgesprächen wie eine trauerklos in der Ecke, als ob jemande gestorben wäre. Anstatt sich Mal zu freuen, dass er sofort Einladungen bekommen hat. Vielleicht hat hier jemand einen Tipp für mich. Es hat auf jeden Fall Mal gut getan, das zu schreiben. Sorry für den langen Text. Danke und liebe Grüße

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2. Juli um 10:55

Ihr befindet euch momentan in einer sehr schwierigen Situation: Krankheit, Jobverlust, Existenz- und Zukunftsängste. So geht er derzeit vielen Menschen!

Ich rate euch, gemeinsam ein Beratungsgespräch mit einem Psychotherapeuten zu führen. Vielleicht bringt euch das mehr Klarheit. Es ist manchmal leichter für einen unbeteiligten Dritten, dieses Wirrwar der Gefühle und Ängste und Bedürfnisse zu entwirren. 

Es ist wichtig, dass ihr euch euren Problemen stellt und irgendwann eine Lösung findet. Deutschland hat ein gutes soziales Netz, es gibt Arbeitlosengeld und Hartz IV, damit zumindest die allernötigsten Dinge gedeckt sind. Ich verstehe aber, dass kaum jemand auf Dauer so leben möchte und drum solltet ihr da einen gemeinsamen Weg finden, der euch beiden gefällt. 

Alles Gute!

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