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Unterschiedliche Lebensphasen... Problem!

7. September 2012 um 16:04

Hallo Leute.

Ich hab irgendwie in letzter Zeit ein Problem mit meinem Freund.

Er ist Student (und das auch noch etwas länger!) und ich bin berufstätig und studiere auch noch neben dem Beruf. Außerdem ist er 2 Jahre jünger als ich.
In letzter Zeit geraten wir immer öfter aneinander... aus meiner Sicht wahrscheinlich weil wir in 2 unterschiedlichen Lebensphasen stecken.

Zum Beispiel das Thema Haushalt (also wir leben seit etwa 1 Jahr zusammen!).
Er sitzt zuhause und bequemt sich vielleicht mal eine Stunde am Tag hoch zum aufräumen. Ich sitze 9 Stunden im Büro komme nach Hause und muss mich auch noch oft hinsetzen um zu lernen und Hausarbeiten zu schreiben... ist es denn zuviel verlangt das er ein bischen mehr macht und mich etwas unterstützt im Haushalt als nur eine Stunde am Tag um sich danach zum zocken an den PC zu setzen?
Ich weiß das wir einen leichten Unterschied im Sauberkeitsverständnis haben... ist ja auch meist kein Problem (ich bin da echt ziemlich kulant, ich bin ja auch froh das er überhaupt hilft..) aber es gibt trotzdem viele Sachen die gehen garnicht... wie zum Beispiel ein verdreckter Kühlschrank, ein 3 Wochen nicht geputztes Bad, oder eine halbe Baustelle in der Küche weil der Herr sich vor 2 Wochen überlegt hat einen anderen Boden in die Küche zu legen...(und damit wenn das so weiter geht auch innerhalb der nächsten 3 Wochen nicht fertig wird!)... auch sehr beliebt eine total verkrümmelte Arbeitsplatte in der Küche einfach mit der hand zu wischen und die Krümel auf den ganzen Boden zu verteilen...

Ich bekomme dann immer zu hören: "Sei doch froh das ich überhaupt was mache..." und "wenn es dir nicht passt mach es doch selber"...
Ich habe echt nur keine Ahnung wann?! und er versteht es auch nicht...

Ich hab schon angst das ich nur eifersüchtig bin auf seine ganze freie zeit... aber wenn ich soviel frei hätte (ich rede jetzt speziell von den 3 Monaten Semesterferien!) dann würde ich doch auch der Beziehung zuliebe die ganze Arbeit machen?!
Für mich wäre das wirklich selbstverständlich...
ich würde nicht die ganze zeit vorm pc sitzen und zocken und meinem Partner der sowieso kaum zuhause ist noch sagen das er noch dies und das zu tun hat...

Er ist außerdem in viele Sachen echt noch Kind was das angeht... so kommt es mir vor! Er ist zwar ein ziemlich selbstständiger Mensch... aber in vielen Situationen bei denen vllt etwas Seriösität angebracht wäre macht er nur mist... manchmal liebe ich diese ungezwungene Art an ihm... manchmal hasse ich es...

Situation Baumarkt, wir wollen unsere Wohnung renovieren... für mich eine ernsthafte sache die ich schnell fertig machen möchte, vorallem weil ich extra urlaub genommen hab dafür! Und er kommt mit seiner "ach wenns heute nicht fertig wird,machen wir es irgendwann nächste woche"-Einstellung daher und springt auf dem einkaufswagen herum... -.-

Das sind halt nur kleine Ausschnitte...
Naja ich weiß irgendwie nicht mehr was ich da machen kann... ich hab mit ihm auch schon öfter drüber geredet... aber irgendwie ändert sich trotz versprechungen nix daran...
Liegt es an dem Alterunterschied gepaart mit den unterschiedlichen Lebensphase? Ändert sich sowas irgendwann? Wie findet man da Kompromisse?
Wie kann ich lernen sowas zu akzeptieren? Muss ich das überhaupt? Ich bin ratlos...
Ich will ihn ihn nicht verlieren aber ich weiß das ich da mein Leben lang keine Lust drauf hab. Ich hab auch keine Lust wenn es irgendwann in die Familienplanung geht noch ein zweites Kind versorgen zu müssen...

Vielleicht hat jemand dazu ne Meinung oder will mir Tipps geben
Würde mich freuen!

Liebe Grüße
Steffi

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7. September 2012 um 16:59

Das sind keine unterschiedlichen lebensphasen...
...sondern ihr seid einfach vom charakter her sehr unterschiedlich. er ist eben eher der lockere typ und du eben eher die ernsthaftere...hmm, wenn ihr beide diese beziehung wollt, dann wird sich doch ein kompromiss finden lassen!

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7. September 2012 um 17:16

Würde eher sagen...
...dass ihr unterschiedliche Charaktere seid.
Frage: Hat dein Freund noch zu Hause gewohnt, bevor ihr zusammengezogen seid? Klingt für mich sehr danach, als ob er früher nie einen Finger rühren musste...

Kenne das Problem von einem befreundeten Paar...nur dass es bei ihnen von den "Lebensphasen" her umgekehrt ist; sie ist Studentin mit Nebenjob und er Angestellter in Vollzeit. Hat noch einen Bruder und die war Zeit ihres Lebens Hausfrau und hat beide Söhne maßlos verwöhnt. Als meine Freundin und er zusammengezogen sind, flogen zunächst täglich die Fetzen, weil der liebe Macho nicht einen Finger im Haushalt krumm gemacht hat und alles an ihr hängen blieb. Alles Reden nützte nichts; auch nicht das Aufstellen von Putzplänen. Irgendwann zog sie die Notbremse und zog für ein paar Wochen zu einer Freundin. Seine Mutter war zu der Zeit in Urlaub und stand nicht zur Verfügung. Tja, und als der liebe Herr merkte, dass der Dreck nicht von alleine verschwindet, konnte er irgendwann sehr wohl den Putzlappen schwingen. Mittlerweile klappt das - abgesehen von kleinen Streitereien - sehr gut bei den beiden.

Vielleicht wäre das auch eine Möglichkeit bei euch?

Ansonsten müsst ihr Kompromisse finden, wenn es klappen soll bei euch...wie alt seid ihr denn? Ich sag mal, dass 2 Jahre bei z.B. Mitte 20 ja nicht sooo viel sind...

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7. September 2012 um 22:04

Danke
Danke für eure Antworten!
Die Charaktere sind eigentlich garnicht so unterschiedlich... wir sind uns eigentlich ziemlich ähnlich... aber da wo es Unterschiede gibt sind diese recht enorm!

Das mit dem "Erziehen" gestaltet sich schwieriger als gesagt... er rechtfertigt sich immer damit das er die Zeit vor dem Berufsleben nochmal richtig genießen muss... er meint dann wäre sein Chiller-Leben vorbei und müsse das nochmal so richtig ausnutzen...

Zu euren Fragen:
Familiäre Vorbilder sind nicht mehr da, er hat beide Elternteile verloren und nur jüngere Geschwister...
Zum Alter:
Ich bin 26 und er wird 24... man sollte meinen da ist kaum ein Unterschied... aber er hat sein Abi gemacht und danach direkt das Studium begonnen... Zeit um viel Lebenserfahrung zu sammeln hatte er nicht... und verantwortung hatte er bisher auch immer nur für sich selbst... aber das kann er wohl...
Vorher hat er in einer WG gewohnt und auch dort ist der Haushalt eher an seinem damaligen Mitbewohner kleben geblieben weil er das alles für noch garnicht aufräumwürdig gehalten hat... bei ihm musste der Wäschesack erst aus allen Nähten platzen oder der Teller alleine in die Küche laufen bevor er was gemacht hat... Barfuss in deren WG zu Laufen wäre garnicht möglich gewesen...
Ich dagegen hab schon ein paar mehr Lebensstationen durch... bin sehr früh von zuhause raus...

Mich stört halt seine kindliche Art immer mehr und ich versuche ihm das schon relativ oft klarzumachen... aber irgendwie kommt das nicht bei ihm an...

Wie kann ich ihm klarmachen das das so nicht weitergeht?

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10. September 2012 um 12:28
In Antwort auf steffik7

Danke
Danke für eure Antworten!
Die Charaktere sind eigentlich garnicht so unterschiedlich... wir sind uns eigentlich ziemlich ähnlich... aber da wo es Unterschiede gibt sind diese recht enorm!

Das mit dem "Erziehen" gestaltet sich schwieriger als gesagt... er rechtfertigt sich immer damit das er die Zeit vor dem Berufsleben nochmal richtig genießen muss... er meint dann wäre sein Chiller-Leben vorbei und müsse das nochmal so richtig ausnutzen...

Zu euren Fragen:
Familiäre Vorbilder sind nicht mehr da, er hat beide Elternteile verloren und nur jüngere Geschwister...
Zum Alter:
Ich bin 26 und er wird 24... man sollte meinen da ist kaum ein Unterschied... aber er hat sein Abi gemacht und danach direkt das Studium begonnen... Zeit um viel Lebenserfahrung zu sammeln hatte er nicht... und verantwortung hatte er bisher auch immer nur für sich selbst... aber das kann er wohl...
Vorher hat er in einer WG gewohnt und auch dort ist der Haushalt eher an seinem damaligen Mitbewohner kleben geblieben weil er das alles für noch garnicht aufräumwürdig gehalten hat... bei ihm musste der Wäschesack erst aus allen Nähten platzen oder der Teller alleine in die Küche laufen bevor er was gemacht hat... Barfuss in deren WG zu Laufen wäre garnicht möglich gewesen...
Ich dagegen hab schon ein paar mehr Lebensstationen durch... bin sehr früh von zuhause raus...

Mich stört halt seine kindliche Art immer mehr und ich versuche ihm das schon relativ oft klarzumachen... aber irgendwie kommt das nicht bei ihm an...

Wie kann ich ihm klarmachen das das so nicht weitergeht?

Manche Menschen sind gegen
Diplomatie völlig immun. So auch dein Freund.

Du versuchst es hier und da, mal was sagen, meist nimmst du es hin, kutschierst ihn doch in deinem Auto herum, ärgerst dich hier und da - aber du machst nichts!
Es scheint, als hätte sich der Berg aus Problemen und Ärgernissen langsam aber stetig aufgebaut. Sprich: anfangs war es kein echtes Problem, heute unüberwindbar.

Mein Rat: Konsequenz und klare Grenzen.
Mag sein, dass dein Freund bisher keine Verantwortung im Leben tragen musste, doch wenn jeder Mensch, der mit ihm zu tun hat, das als Rechtfertigung und Erklärung vorbringt, wird er es weiterhin nicht müssen - und nicht lernen.
Worauf wartet ihr? Auf den großen Unbekannten, der sagt: ab heute musst du Verantwortung übernehmen? Und plötzlich kann er das??? Niemals.
Ihm sollte klar werden, dass Verantwortung zu übernehmen im Kleinen bedeutet und sich steigert. Ein Lernprozess eben.
So, wie man lernt, sich den Wecker zu stellen, lernt man auch, das Bad so zu verlassen, wie man es vorgefunden hat und auch, dass es nicht zeitlebens eine Mami gibt, die einem den Kram hinterher trägt.

Und da bist du gefragt: mach Nägel mit Köpfen, hör auf, ihn mit Samthandschuhen anzufassen - er ist nicht dein Sohn! Auch wenn er zwei Jahre jünger ist, was eh lächerlich als Ausrede ist, denn er ist alt genug, um zu verstehen, dass das Leben eben eben Eigeninitiative und Arbeit bedeutet. Auch im Haushalt.

Wenn du bereits versucht hast, mit ihm zu reden, hau mit der Faust auf den Tisch und sag klipp und klar, was du möchtest und erwartest.
Sollte er beleidigt oder wütend reagieren, halte ihm genau die Argumente vor, die du auch uns genannt hast: du hättest einen Vollzeitjob UND ein Studium - wie stelle er sich überhaupt vor, dass du dies schaffen sollst?? Das wäre mal eine Antwort wert.

Sollte er dir antworten, das sei dein Problem, er sei nicht schuld daran, dass du dir diese Doppelbelastung aufgehalst hättest, denk bitte ernsthaft darüber nach, ob du mit diesem Mann tatsächlich den Rest deines Lebens oder zumindest die nächsten Jahre verbringen möchtest.
Null Unterstützung und eine Menge Forderung. Brauchst du das?

Liebe Grüße, Rullgardina

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