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Unterdrückte Sehnsüchte

24. April 2017 um 13:58

Kurz zur Vorgeschichte: Ich war 9 Jahre mit einer zuletzt leider schwer erkrankten Frau zusammen. Am Ende der Beziehung war ich oft alleine ohne sie fort, was ihr natürlich nicht gefallen hat, aber ich brauchte Abstand von all den Problemen mit der Krankheit, ihrer Depressionen und ihrer Arbeitslosigkeit. Ich habe im finalen Jahr unserer Beziehung viel fremdgeflirtet, es kam zu einem One Night Stand und mehreren betrunkenen Beinahe-ONS mit nackt kuscheln usw, worüber wir aber immer nachher miteinander gesprochen haben.

Sie war da sehr verständnisvoll, da sie wohl auch erkannte, wie sehr mich ihre Erkrankung psychisch an meine Grenzen brachte. Sie zog daraus aber auch Konsequenzen, indem sie sehr eifersüchtig wurde und mir Ausgehverbote erteilte. Am Ende, nachdem ich ihr von einem besonderen Augenblick mit einer weit gereisten anderen Frau bei einer Sonnwendfeier gebeichtet hatte, forderte sie, künftig IMMER dabei sein zu wollen, wenn ich das Haus verlasse. Bei diesem Gedanken dachte ich tatsächlich und ernsthaft über Selbstmord nach, denn ohne meine regelmäßigen Auszeiten von der schwer kranken Frau, ging mein Lebenswille verloren. Ich beendete kurz darauf die Beziehung - nicht ohne Schuldgefühle, aber ich hatte jahrelang gekämpft und war am Ende.

Gleich nach der Trennung lernte ich meine jetzige Freundin kennen, mit der ich nun ca. 7 Monate beisammen bin. Unsere Beziehung begann mit vielen dieser, ich nenne sie mal, "magischen Momente", wo zwei Menschen in einem Augenblick auf absolut einer Welle schwimmen und ihre Gedanken und Gefühle gegenseitig erraten und austauschen.
Ich habe mit ihr immer offen über die Endphase meiner letzten Beziehung gesprochen, und das ist wohl mit ein Grund, warum auch die "Neue" nun eher mißtrauisch und leicht eifersüchtig ist.

Ich kann mir aber eine gemeinsame Zukunft mit ihr vorstellen, wenn auch mit dem bitteren Beigeschmack des mangelnden Vertrauens.

Am letzten Samstag nun, kamen wir nach einer ausufernden Party gemeinsam mit mehreren Freunden nach Hause und während meine Freundin sofort einschlief, nahm ich mit den verbliebenen Gästen noch einen letzten Drink zu mir. Die Stimmung war nach der langen Feier irgendwie surreal, die Sonne war längst aufgegangen, aber ich verdunkelte das Zimmer, legte besondere Musik auf, verbrannte in einer Schale etwas Myrrhe und Hölzer, woraufhin sich der Raum mit schwer duftendem Nebel füllte. Ein Zustand zwischen wachen und träumen, der allen Anwesenden sehr gefiel. Meine Freundin und ich machen das öfter.

Während sich nun unter den Gästen Prächen bildeten (pikanterweise in anderen Konstellationen als den tatsächlichen Alltags-Paaren) und reichlich Berührungen ausgetauscht wurden, schlief meine Freundin tief und fest, und nur die noch einigermaßen nüchterne Fahrerin der Gästegruppe war noch wach und nicht mit Gefummel beschäftigt.

Wir kamen ins Gespräch und stellten fest, dass wir ähnliche Geschmäcker und unsere Geschwister zufällig am selben Tag Geburtstag haben. Irgendwann fingen wir an, einander gegenseitig mit Wasser aus einer Deko-Schale zu bespritzen und wir zeichneten mit nassen Fingern auf unseren Stirnen, Wangen und Lippen diverse Symbole. Dabei lachte sie so, wie ein Kind lachen würde, wenn es zum ersten Mal einen Regenbogen sieht. Ich war so berührt von ihrem Lachen, dass ich mich dafür bedankte und meinte, nun ist es an der Zeit, schlafen zu gehen. Ich verabschiedete die letzten paar Gäste, legte mich kurz darauf neben meine Freundin und schlief ein.

In der Nacht hatte ich einen Albtraum über verborgene Sehnsucht und über die Konfrontation mit meinen Ängsten.

Ich redete mit meiner Freundin darüber, und sie meinte, sie findet es gut, dass ich mit ihr über das alles spreche. Sie schilderte mir, dass sie nach ihren hunderten One Night Stands mit diversen Männern vor mir (siehe andere Threads hier im Forum) ihre Sturm-und-Drang-Phase beendet hätte und nun eigentlich etwas ernstes, festes für die Zukunft wolle und dass sie nicht wisse, ob wir da auf einer Wellenlänge sind, wenn ich bewusst und unbewusst noch immer auf der Suche bin nach "magischen Momenten" mit anderen Frauen.

Es ist in der Tat so, dass Momente wie der Beschriebene für mich irgendwie das Salz in der Suppe des Lebens sind, vor allem nach der tristen und Gefängnis-ähnlichen Beziehung vor ihr. Andererseits liebe ich meine Freundin und habe auch mit ihr solche schönen Momente, und würde diese junge Beziehung gern zu etwas Dauerhaftem ausbauen.

Ich weiß aber nicht, ob ich das schaffe.

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24. April 2017 um 20:26

Schönen Abend,

von solchen magischen Momenten zu träumen, das kenne ich. Im Gegensatz zu Dir hatte ich davon aber nur wenige, eine Hand voll. Vielleicht fällt es mir deswegen leichter, darauf zu verzichten und es in der Phantasie zu belassen.

Wer weiß, ob das für Dich der richtige Weg wäre. Natürlich hatte ich auch immer Phasen, in denen ich Fremd-Flirts und mehr eingegangen wäre. Da fehlte mir immer die Gelegenheit, was gut und schlecht zugleich war.

Eines erscheint mir aber recht klar zu sein: Du kannst entweder eine offene Beziehung führen, wenn Deine Partnerin das auch möchte. Oder Du kannst die magischen Momente im Geheimen haben. Oder Du kannst eine treue Beziehung führen und magische Momente  nur in der Phantasie erleben.

Eine der Varianten muss es sein. Du musst Dich zumindest für einige Zeit entscheiden. Aus Deinen Erzählungen würde ich aber erwarten, dass aus der "treuen Beziehung" eher ein "im Geheimen" würde. Insofern hast Du die letzte Wahl vielleicht gar nicht.

Es ist gut möglich, dass Du die Magie des Vertrauens in einer "treuen" Beziehung verpassen wirst. Statt dessen wirst Du vielleicht mit der Magie der "besonderen Momente" und einer Menge schlechtem Gewissen leben. Aber auch das ist eine Entscheidung.

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24. April 2017 um 21:25
In Antwort auf frosti85

Kurz zur Vorgeschichte: Ich war 9 Jahre mit einer zuletzt leider schwer erkrankten Frau zusammen. Am Ende der Beziehung war ich oft alleine ohne sie fort, was ihr natürlich nicht gefallen hat, aber ich brauchte Abstand von all den Problemen mit der Krankheit, ihrer Depressionen und ihrer Arbeitslosigkeit. Ich habe im finalen Jahr unserer Beziehung viel fremdgeflirtet, es kam zu einem One Night Stand und mehreren betrunkenen Beinahe-ONS mit nackt kuscheln usw, worüber wir aber immer nachher miteinander gesprochen haben.

Sie war da sehr verständnisvoll, da sie wohl auch erkannte, wie sehr mich ihre Erkrankung psychisch an meine Grenzen brachte. Sie zog daraus aber auch Konsequenzen, indem sie sehr eifersüchtig wurde und mir Ausgehverbote erteilte. Am Ende, nachdem ich ihr von einem besonderen Augenblick mit einer weit gereisten anderen Frau bei einer Sonnwendfeier gebeichtet hatte, forderte sie, künftig IMMER dabei sein zu wollen, wenn ich das Haus verlasse. Bei diesem Gedanken dachte ich tatsächlich und ernsthaft über Selbstmord nach, denn ohne meine regelmäßigen Auszeiten von der schwer kranken Frau, ging mein Lebenswille verloren. Ich beendete kurz darauf die Beziehung - nicht ohne Schuldgefühle, aber ich hatte jahrelang gekämpft und war am Ende.

Gleich nach der Trennung lernte ich meine jetzige Freundin kennen, mit der ich nun ca. 7 Monate beisammen bin. Unsere Beziehung begann mit vielen dieser, ich nenne sie mal, "magischen Momente", wo zwei Menschen in einem Augenblick auf absolut einer Welle schwimmen und ihre Gedanken und Gefühle gegenseitig erraten und austauschen.
Ich habe mit ihr immer offen über die Endphase meiner letzten Beziehung gesprochen, und das ist wohl mit ein Grund, warum auch die "Neue" nun eher mißtrauisch und leicht eifersüchtig ist.

Ich kann mir aber eine gemeinsame Zukunft mit ihr vorstellen, wenn auch mit dem bitteren Beigeschmack des mangelnden Vertrauens.

Am letzten Samstag nun, kamen wir nach einer ausufernden Party gemeinsam mit mehreren Freunden nach Hause und während meine Freundin sofort einschlief, nahm ich mit den verbliebenen Gästen noch einen letzten Drink zu mir. Die Stimmung war nach der langen Feier irgendwie surreal, die Sonne war längst aufgegangen, aber ich verdunkelte das Zimmer, legte besondere Musik auf, verbrannte in einer Schale etwas Myrrhe und Hölzer, woraufhin sich der Raum mit schwer duftendem Nebel füllte. Ein Zustand  zwischen wachen und träumen, der allen Anwesenden sehr gefiel. Meine Freundin und ich machen das öfter.

Während sich nun unter den Gästen Prächen bildeten (pikanterweise in anderen Konstellationen als den tatsächlichen Alltags-Paaren) und reichlich Berührungen ausgetauscht wurden, schlief meine Freundin tief und fest, und nur die noch einigermaßen nüchterne Fahrerin der Gästegruppe war noch wach und nicht mit Gefummel beschäftigt.

Wir kamen ins Gespräch und stellten fest, dass wir ähnliche Geschmäcker und unsere Geschwister zufällig am selben Tag Geburtstag haben. Irgendwann fingen wir an, einander gegenseitig mit Wasser aus einer Deko-Schale zu bespritzen und wir zeichneten mit nassen Fingern auf unseren Stirnen, Wangen und Lippen diverse Symbole. Dabei lachte sie so, wie ein Kind lachen würde, wenn es zum ersten Mal einen Regenbogen sieht. Ich war so berührt von ihrem Lachen, dass ich mich dafür bedankte und meinte, nun ist es an der Zeit, schlafen zu gehen. Ich verabschiedete die letzten paar Gäste, legte mich kurz darauf neben meine Freundin und schlief ein.

In der Nacht hatte ich einen Albtraum über verborgene Sehnsucht und über die Konfrontation mit meinen Ängsten.

Ich redete mit meiner Freundin darüber, und sie meinte, sie findet es gut, dass ich mit ihr über das alles spreche. Sie schilderte mir, dass sie nach ihren hunderten One Night Stands mit diversen Männern vor mir (siehe andere Threads hier im Forum) ihre Sturm-und-Drang-Phase beendet hätte und nun eigentlich etwas ernstes, festes für die Zukunft wolle und dass sie nicht wisse, ob wir da auf einer Wellenlänge sind, wenn ich bewusst und unbewusst noch immer auf der Suche bin nach "magischen Momenten" mit anderen Frauen.

Es ist in der Tat so, dass Momente wie der Beschriebene für mich irgendwie das Salz in der Suppe des Lebens sind, vor allem nach der tristen und Gefängnis-ähnlichen Beziehung vor ihr. Andererseits liebe ich meine Freundin und habe auch mit ihr solche schönen Momente, und würde diese junge Beziehung gern zu etwas Dauerhaftem ausbauen.

Ich weiß aber nicht, ob ich das schaffe.

 

Klingt, als ist MDMA oder Acid im Spiel?

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24. April 2017 um 21:26

oder Keta :P

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25. April 2017 um 11:46
In Antwort auf supersonniga

Klingt, als ist MDMA oder Acid im Spiel?

Daran hab ich auch denken müssen 
Da kommt halt gern mal tief-ehrliches aus dem Unterbewusstsein hervor, über das man sich vorher nicht so ganz klar war (gut bei Acid, emma verstärkt mehr gerade vorhandene Emotionen).

Meiner Ansicht nach, bist du super mit der Situation umgegangen.
Kennt deine Freundin schon deine gesamte Vorgeschichte? 
Ihr scheint keinerlei Problem zu haben offen und ehrlich über eure Gefühle und Bedürfnisse zu reden. 
Hast du/habt ihr euch jemals über Polyamorie beschäftigt? 
Ich mein jetzt nicht Mal gleich, dass ihr das versuchen sollt oder so. Denn auch wenn man monogam bleibt, kann man nützliches dabei lernen. Ich und meine Freundin haben uns damit schon vor einiger Zeit beschäftigt (ich vlt vor 5-6, sie vor 4-5 Jahren). Und waren recht schnell davon überzeugt, dass wir das Konzept gut finden, definierten uns schon als "poly" obwohl wir noch längere Zeit "mono" blieben. Wir haben die Beziehungs-Umgestaltung also nicht vorgenommen, weil sich einer von uns in jmd anderen verguckt hat, sondern weil uns das Konzept gefiel.

Man mag meinen, dass es ja nichts ändert, wenn man sagt "im Herzen bin ich poly, bleib aber trotzdem mono". Im Gegenteil, unsere Art und Weise Konflikte/Wünsche/Bedürfnisse anzugehen hat sich stark verändert. Bisher nur ins positive.

Naja, irgendwann kam der Punkt, den wohl die meisten Beziehungen irgendwann erleben. Man kann so viel versuchen wie man will, es kommt doch mal die Zeit in welcher sich der Alltag einschleicht. Und/oder einer (oder beide) lernt doch Mal jemanden kennen, den man unheimlich interessant findet. Obwohl man schon lange sich mit dieser Möglichkeit auseinander setzt, gab es erstmal ein Gefühlschaos, als das zum ersten Mal passierte. Und es kommt auch Eifersucht auf, das ist ganz normal. Aber die ist kein Problem, man muss darüber reden, entdeckt gemeinsam die dahinter stehenden Ursachen und das ganze ist recht schnell wieder behoben. 
Ist man derjenige, der sich "ins Abenteuer stürzt", ist man zwar erstmal abgelenkt, aber es dauerte nie lange, bis man von selbst das Bedürfnis bekommt, seinem Partner genügend Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Man liebt seinen Partner ja nicht, weil man Sex mit ihm haben kann. Man liebt ihn wegen den gemeinsamen Ansichten, Hobbies, Humor und dem Vertrauen, das man sich gegenseitig gibt. Das schweißte uns noch viel enger zusammen, als je zuvor. 

Gerade, wenn wir das Gefühl haben, dass wir im Moment verschiedene Bedürfnisse haben, kann es sehr befreiend sein, sich eben nicht zurücknehmen zu müssen. Für uns gibt es kaum einen größeren Liebesbeweis, als den anderen die Freiheiten zu geben, die ihm offensichtlich gut tun. Umso schöner ist es dann zu sehen, dass er/sie jedesmal zurückkommt, nichts verheimlicht, offen ist und sich dasselbe für den anderen wünscht.

Ist natürlich nicht für jeden was. Aber wie gesagt, kann man auch für eine monogam bleibende Lebensweise einiges von den "polys" lernen. Gerade was den Umgang mit Konflikten oder komplizierteren Gefühlen angeht

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25. April 2017 um 15:54
In Antwort auf supersonniga

oder Keta :P

Da muss ich dich leider enttäuschen, außer Unmengen Alkohol, mehreren Zigarren, Cigarillos und legalem Räucherwerk war da nichts im Spiel

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25. April 2017 um 15:58
In Antwort auf trivialname

Daran hab ich auch denken müssen 
Da kommt halt gern mal tief-ehrliches aus dem Unterbewusstsein hervor, über das man sich vorher nicht so ganz klar war (gut bei Acid, emma verstärkt mehr gerade vorhandene Emotionen).

Meiner Ansicht nach, bist du super mit der Situation umgegangen.
Kennt deine Freundin schon deine gesamte Vorgeschichte? 
Ihr scheint keinerlei Problem zu haben offen und ehrlich über eure Gefühle und Bedürfnisse zu reden. 
Hast du/habt ihr euch jemals über Polyamorie beschäftigt? 
Ich mein jetzt nicht Mal gleich, dass ihr das versuchen sollt oder so. Denn auch wenn man monogam bleibt, kann man nützliches dabei lernen. Ich und meine Freundin haben uns damit schon vor einiger Zeit beschäftigt (ich vlt vor 5-6, sie vor 4-5 Jahren). Und waren recht schnell davon überzeugt, dass wir das Konzept gut finden, definierten uns schon als "poly" obwohl wir noch längere Zeit "mono" blieben. Wir haben die Beziehungs-Umgestaltung also nicht vorgenommen, weil sich einer von uns in jmd anderen verguckt hat, sondern weil uns das Konzept gefiel.

Man mag meinen, dass es ja nichts ändert, wenn man sagt "im Herzen bin ich poly, bleib aber trotzdem mono". Im Gegenteil, unsere Art und Weise Konflikte/Wünsche/Bedürfnisse anzugehen hat sich stark verändert. Bisher nur ins positive.

Naja, irgendwann kam der Punkt, den wohl die meisten Beziehungen irgendwann erleben. Man kann so viel versuchen wie man will, es kommt doch mal die Zeit in welcher sich der Alltag einschleicht. Und/oder einer (oder beide) lernt doch Mal jemanden kennen, den man unheimlich interessant findet. Obwohl man schon lange sich mit dieser Möglichkeit auseinander setzt, gab es erstmal ein Gefühlschaos, als das zum ersten Mal passierte. Und es kommt auch Eifersucht auf, das ist ganz normal. Aber die ist kein Problem, man muss darüber reden, entdeckt gemeinsam die dahinter stehenden Ursachen und das ganze ist recht schnell wieder behoben. 
Ist man derjenige, der sich "ins Abenteuer stürzt", ist man zwar erstmal abgelenkt, aber es dauerte nie lange, bis man von selbst das Bedürfnis bekommt, seinem Partner genügend Aufmerksamkeit zukommen zu lassen. Man liebt seinen Partner ja nicht, weil man Sex mit ihm haben kann. Man liebt ihn wegen den gemeinsamen Ansichten, Hobbies, Humor und dem Vertrauen, das man sich gegenseitig gibt. Das schweißte uns noch viel enger zusammen, als je zuvor. 

Gerade, wenn wir das Gefühl haben, dass wir im Moment verschiedene Bedürfnisse haben, kann es sehr befreiend sein, sich eben nicht zurücknehmen zu müssen. Für uns gibt es kaum einen größeren Liebesbeweis, als den anderen die Freiheiten zu geben, die ihm offensichtlich gut tun. Umso schöner ist es dann zu sehen, dass er/sie jedesmal zurückkommt, nichts verheimlicht, offen ist und sich dasselbe für den anderen wünscht.

Ist natürlich nicht für jeden was. Aber wie gesagt, kann man auch für eine monogam bleibende Lebensweise einiges von den "polys" lernen. Gerade was den Umgang mit Konflikten oder komplizierteren Gefühlen angeht

Das klingt wunderbar, aber leider ist meine Freundin strikt dagegen. Sie meinte, sie hatte sowas ähnliches schon mal, und es hat ihr nicht gut getan.

Sie hat große Verlustangst, ich denke das dürfte ein unüberwindbares Hindernis bei Polyamorie sein.

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25. April 2017 um 17:22

Eure Geschwister haben also am selben Tag Geburtstag...sehr magisch 😂

Nichts für Ungut, aber irgendwie wirkt das auf mich wie so eine Traumwelt. Ich glaube wenn du Single wärst, wäre das gar nicht so magisch. Vielleicht solltest du mal probieren als Single durch die Welt zu gehen und erstmal alles ausleben. Du spielst sonst eher mit dem Feuer und es soll ja keiner verletzt werden.

gut aber dass du offen bist deiner Freundin gegenüber!

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26. April 2017 um 16:28
In Antwort auf frosti85

Das klingt wunderbar, aber leider ist meine Freundin strikt dagegen. Sie meinte, sie hatte sowas ähnliches schon mal, und es hat ihr nicht gut getan.

Sie hat große Verlustangst, ich denke das dürfte ein unüberwindbares Hindernis bei Polyamorie sein.

Menschen die Polyamorie ausleben, haben ebenso Verlustängste. Das ist normal und gehört dazu. Das wichtige ist, dass der Partner besonders dann, wenn solche Ängste auftreten, voll und ganz für diesen da ist und zeigt, dass es keinen Grund dafür gibt. Es ist nicht so, dass polyamore Menschen grundsätzlich frei von Eifersucht oder Verlustängsten sind, im Gegenteil. Sind dieselben Leute wie sonst auch in monogamen Beziehungen.

Der Unterschied ist lediglich, dass diese sich entschieden haben sich bewusst diesen Gefühlen zu stellen, die Ursachen zu ergründen und zusammen mit dem Partner daran zu arbeiten. 

Was meinst du mit "sowas ähnliches"? Eine offene Beziehung mit einer "Mach was du willst, solang ichs nicht erfahr" Übereinkunft? 
Von so einem Modell distanziert sich die Polyamorie deutlich und steht auch im Gegensatz dazu.
Das führt halt genau zu dem, was man vermeiden will. Heimlichtuerei, Unehrlichkeit und Vertuschungen, das beste Futter für Eifersucht und Verlustängste. 
Es mag Paare geben, bei denen so ein Konzept tatsächlich klappt, aber das ist eher sehr selten der Fall. 

Das nur zur Definitionsklärung. 

Aber man soll und darf natürlich niemanden in ein Konzept stecken, dass er/sie nicht wirklich selbst will. 

Aber nach dem, was du uns hier alles erzählt hast, würde es dir nicht gut tun, dein Bedürfniss nach Freiheiten dauerhaft für die Beziehung ein zu schränken. Wenn für deine Freundin eine andere Beziehungsform nicht in Frage kommt, ist das in Ordnung und ihr gutes Recht. Wenn es dir aber in dieser Beziehungsform dauerhaft nicht gut geht, musst du das mit ihr offen und ehrlich kommunizieren. Kommt ihr auf keinen gemeinsamen Nenner, seid ihr vlt doch nicht die richtigen für einander.

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26. April 2017 um 16:33
In Antwort auf trivialname

Menschen die Polyamorie ausleben, haben ebenso Verlustängste. Das ist normal und gehört dazu. Das wichtige ist, dass der Partner besonders dann, wenn solche Ängste auftreten, voll und ganz für diesen da ist und zeigt, dass es keinen Grund dafür gibt. Es ist nicht so, dass polyamore Menschen grundsätzlich frei von Eifersucht oder Verlustängsten sind, im Gegenteil. Sind dieselben Leute wie sonst auch in monogamen Beziehungen.

Der Unterschied ist lediglich, dass diese sich entschieden haben sich bewusst diesen Gefühlen zu stellen, die Ursachen zu ergründen und zusammen mit dem Partner daran zu arbeiten. 

Was meinst du mit "sowas ähnliches"? Eine offene Beziehung mit einer "Mach was du willst, solang ichs nicht erfahr" Übereinkunft? 
Von so einem Modell distanziert sich die Polyamorie deutlich und steht auch im Gegensatz dazu.
Das führt halt genau zu dem, was man vermeiden will. Heimlichtuerei, Unehrlichkeit und Vertuschungen, das beste Futter für Eifersucht und Verlustängste. 
Es mag Paare geben, bei denen so ein Konzept tatsächlich klappt, aber das ist eher sehr selten der Fall. 

Das nur zur Definitionsklärung. 

Aber man soll und darf natürlich niemanden in ein Konzept stecken, dass er/sie nicht wirklich selbst will. 

Aber nach dem, was du uns hier alles erzählt hast, würde es dir nicht gut tun, dein Bedürfniss nach Freiheiten dauerhaft für die Beziehung ein zu schränken. Wenn für deine Freundin eine andere Beziehungsform nicht in Frage kommt, ist das in Ordnung und ihr gutes Recht. Wenn es dir aber in dieser Beziehungsform dauerhaft nicht gut geht, musst du das mit ihr offen und ehrlich kommunizieren. Kommt ihr auf keinen gemeinsamen Nenner, seid ihr vlt doch nicht die richtigen für einander.

Ich lese deine Beiträge sehr gerne - sie klingen für mich sehr hm... reif, weise - keine Ahnung und sehr schön!
Ich bin selbst jemand mit relativ vielen Verlustängsten, Eifersucht etc. woran ich aber versuche zu arbeiten. Polyamorie war für mich immer mit Schrecken verbunden, aber du schaffst es mich neugierig zu machen. Wenn also zukünftig in einer Partnerschaft dieses Thema mal aufkommt werde ich an dich denken und mich mit dem Thema beschäftigen

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27. April 2017 um 0:14
In Antwort auf melonchen1

Ich lese deine Beiträge sehr gerne - sie klingen für mich sehr hm... reif, weise - keine Ahnung und sehr schön!
Ich bin selbst jemand mit relativ vielen Verlustängsten, Eifersucht etc. woran ich aber versuche zu arbeiten. Polyamorie war für mich immer mit Schrecken verbunden, aber du schaffst es mich neugierig zu machen. Wenn also zukünftig in einer Partnerschaft dieses Thema mal aufkommt werde ich an dich denken und mich mit dem Thema beschäftigen

Oh, vielen Dank!  

Ich will ja hier niemanden überreden, die eigene Beziehung von mono zu poly zu ändern. Aber halt ein wenig zum denken anregen, dass die Herangehensweise der "polys" an das Thema Eifersucht und Verlustangst sich ebenso bei "monos" anwenden lässt. Und zwar sehr gut! Es freut mich, wenn ich hier etwas dahin gehend vermitteln konnte 

Du sagst z.b., dass du es selbst an dir sehen kannst, viele Verlustängste und/oder Eifersüchte zu haben. Das zu erkennen und daran arbeiten zu wollen finde ich super! Ohne diese Erkenntniss und den Willen dagegen arbeiten zu wollen, kann das nämlich schnell wie Gift für eine Beziehung wirken. Alleine daran zu arbeiten ist jedoch um einiges schwieriger, als zu Zweit! Verlustängste entstehen oftmals einfach nur aus Unwissen. Mit Unwissen meine ich in diesem Zusammenhang z.b. "Mein Partner hätte schon vor 2 Stunden heim kommen sollen, ich schreibe eine sms "Wo bleibst du?" und er antwortet nur mit "Wird später, komm in ner Stunde ca.". Schon denkt man: Was macht er? Wo ist er? Warum weicht er meiner Frage aus?" 
Aus Angst, als (vlt. grundlos) eifersüchtig zu wirken und vlt. auch die Stimmung zu vermiesen, belässt man's dabei. Schon hat man einen Raum geschaffen, in dem die Fantasie freie Fahrt bekommt. (Und viel später kommt raus, dass er nur mit einem Arbeitskollegen noch ein Bier trinken war).
 
Man denkt sich alle möglichen Szenarien aus, sucht nach irgendwelchen Indizien für Szenario xyz, wird aber nicht schlauer, nur die Unsicherheit wächst. 
Lässt man diese Unsicherheit unsicher bleiben, kommt sie bei der nächsten ähnlichen Situation sofort wieder. Und wächst weiter. 
Ist diese Unsicherheit einmal groß genug, bietet die genügend Raum um sich über grundlegendere Sachen Sorgen zu machen. "Interessiert er sich noch wirklich für mich? Ist er mir wirklich noch treu? Wird er bei mir bleiben?" 

Schon sind Verlustängste geboren, das Bedürfnis sich zu schützen wächst und die vermeintliche "Verteidigung" kommt: die Eifersucht. 

Die Eifersucht versucht nun, genau jene Situationen zu unterbinden, die zu den Unsicherheiten geführt haben. Man verbietet dem Partner Aktivitäten, die er gemacht hatte, als eine solche Unsicherheit entstand. Z.b. dass er nach der Arbeit nicht mehr ohne zu fragen etwas mit Arbeitskollegen machen darf.

Er kann das nicht nachvollziehen, fühlt sich eingeschränkt(und vlt auch gekränkt), distanziert sich und findet künftig legitime Ausreden/Lügen um mit dem Kollegen in die Kneipe zu gehen. Kommt die Lüge Mal raus, bekommt der andere Partner erst recht einen Grund für Misstrauen...


Wie hätte das vermieden werden können? Indem man, nachdem die sms "wird später" kam, sich damit auseinandersetzt, was genau einen an der Situation stört. "Er ist meiner harmlosen Frage ausgewichen. Davon bekomme ich das Gefühl, es wird etwas verheimlicht." Und spricht den Partner gleich darauf an, wenn er heim kommt, auch wenn es vlt erstmal ungemütlich wird. Aber dann hat man Gewissheit, man nimmt der Eifersucht den Raum zu wachsen weg. 

Wenn man den Partner von Anfang an mit einbindet in diese Arbeit, gegen seine Eifersucht zu arbeizen, gibt es bei solchen Gesprächen eher selten Stress. Weil es Gewohnheit wird, Gedanken gleich aus zu sprechen. Mit der Zeit muss man immer seltener darüber reden, weil Verlustängste immer seltener werden  


 

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27. April 2017 um 10:21
In Antwort auf trivialname

Oh, vielen Dank!  

Ich will ja hier niemanden überreden, die eigene Beziehung von mono zu poly zu ändern. Aber halt ein wenig zum denken anregen, dass die Herangehensweise der "polys" an das Thema Eifersucht und Verlustangst sich ebenso bei "monos" anwenden lässt. Und zwar sehr gut! Es freut mich, wenn ich hier etwas dahin gehend vermitteln konnte 

Du sagst z.b., dass du es selbst an dir sehen kannst, viele Verlustängste und/oder Eifersüchte zu haben. Das zu erkennen und daran arbeiten zu wollen finde ich super! Ohne diese Erkenntniss und den Willen dagegen arbeiten zu wollen, kann das nämlich schnell wie Gift für eine Beziehung wirken. Alleine daran zu arbeiten ist jedoch um einiges schwieriger, als zu Zweit! Verlustängste entstehen oftmals einfach nur aus Unwissen. Mit Unwissen meine ich in diesem Zusammenhang z.b. "Mein Partner hätte schon vor 2 Stunden heim kommen sollen, ich schreibe eine sms "Wo bleibst du?" und er antwortet nur mit "Wird später, komm in ner Stunde ca.". Schon denkt man: Was macht er? Wo ist er? Warum weicht er meiner Frage aus?" 
Aus Angst, als (vlt. grundlos) eifersüchtig zu wirken und vlt. auch die Stimmung zu vermiesen, belässt man's dabei. Schon hat man einen Raum geschaffen, in dem die Fantasie freie Fahrt bekommt. (Und viel später kommt raus, dass er nur mit einem Arbeitskollegen noch ein Bier trinken war).
 
Man denkt sich alle möglichen Szenarien aus, sucht nach irgendwelchen Indizien für Szenario xyz, wird aber nicht schlauer, nur die Unsicherheit wächst. 
Lässt man diese Unsicherheit unsicher bleiben, kommt sie bei der nächsten ähnlichen Situation sofort wieder. Und wächst weiter. 
Ist diese Unsicherheit einmal groß genug, bietet die genügend Raum um sich über grundlegendere Sachen Sorgen zu machen. "Interessiert er sich noch wirklich für mich? Ist er mir wirklich noch treu? Wird er bei mir bleiben?" 

Schon sind Verlustängste geboren, das Bedürfnis sich zu schützen wächst und die vermeintliche "Verteidigung" kommt: die Eifersucht. 

Die Eifersucht versucht nun, genau jene Situationen zu unterbinden, die zu den Unsicherheiten geführt haben. Man verbietet dem Partner Aktivitäten, die er gemacht hatte, als eine solche Unsicherheit entstand. Z.b. dass er nach der Arbeit nicht mehr ohne zu fragen etwas mit Arbeitskollegen machen darf.

Er kann das nicht nachvollziehen, fühlt sich eingeschränkt(und vlt auch gekränkt), distanziert sich und findet künftig legitime Ausreden/Lügen um mit dem Kollegen in die Kneipe zu gehen. Kommt die Lüge Mal raus, bekommt der andere Partner erst recht einen Grund für Misstrauen...


Wie hätte das vermieden werden können? Indem man, nachdem die sms "wird später" kam, sich damit auseinandersetzt, was genau einen an der Situation stört. "Er ist meiner harmlosen Frage ausgewichen. Davon bekomme ich das Gefühl, es wird etwas verheimlicht." Und spricht den Partner gleich darauf an, wenn er heim kommt, auch wenn es vlt erstmal ungemütlich wird. Aber dann hat man Gewissheit, man nimmt der Eifersucht den Raum zu wachsen weg. 

Wenn man den Partner von Anfang an mit einbindet in diese Arbeit, gegen seine Eifersucht zu arbeizen, gibt es bei solchen Gesprächen eher selten Stress. Weil es Gewohnheit wird, Gedanken gleich aus zu sprechen. Mit der Zeit muss man immer seltener darüber reden, weil Verlustängste immer seltener werden  


 

Was du schreibst kann ich zu 1000% unterschreiben
Blöderweise spielt einem ja manchmal der Bauch noch einen Streich, auch wenn der Kopf eigentlich weiß worum es geht.

Zum Glück kann ich mit meinem Partner über das ganze sehr gut reden. Da wir außerdem zur Zeit eine Paarbegleitung machen (wie eine Therapie aber jetzt ohne eine große Krise zu haben), haben wir auch hier oft einen guten Rahmen mit unbeteiligten Dritten um darüber zu sprechen - das hilft gegen zu hoch schlagende Emotionen.

Er macht es mir auch immer leichter, das Vertrauen immer größer werden zu lassen - im Gegenzug würde ich ihm niemals etwas verbieten (ich denke, erwachsene Menschen haben sich von niemandem etwas verbieten zu lassen) und ich "musste" ihn auch noch nie bitte, etwas nicht zu machen weil ich mich damit zu unwohl fühle. Er hat einen großen Freundeskreis und schaut sehr auf seine Zeit mit Freunden oder auch alleine - das schätze ich sehr, denn genau das gibt mir immer wieder den Anreiz, an mir zu arbeiten. Wäre jemand ständig nur bei mir, wäre das zwar auf den ersten Blick "leichter" aber ich bin sicher, das wäre keine gute Voraussetzung für Glück und vor allem - ich würde ja nicht daraus lernen!

Ich wünsche mir natürlich eine langjährige Beziehung und bin sicher, dass das Thema der "außerpartnerschaftlichen Reize" irgendwann auftaucht. Dann spätestens werde ich mich mit dem Thema mal vorurteilsfrei auseinandersetzen.

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27. April 2017 um 11:29
In Antwort auf frosti85

Kurz zur Vorgeschichte: Ich war 9 Jahre mit einer zuletzt leider schwer erkrankten Frau zusammen. Am Ende der Beziehung war ich oft alleine ohne sie fort, was ihr natürlich nicht gefallen hat, aber ich brauchte Abstand von all den Problemen mit der Krankheit, ihrer Depressionen und ihrer Arbeitslosigkeit. Ich habe im finalen Jahr unserer Beziehung viel fremdgeflirtet, es kam zu einem One Night Stand und mehreren betrunkenen Beinahe-ONS mit nackt kuscheln usw, worüber wir aber immer nachher miteinander gesprochen haben.

Sie war da sehr verständnisvoll, da sie wohl auch erkannte, wie sehr mich ihre Erkrankung psychisch an meine Grenzen brachte. Sie zog daraus aber auch Konsequenzen, indem sie sehr eifersüchtig wurde und mir Ausgehverbote erteilte. Am Ende, nachdem ich ihr von einem besonderen Augenblick mit einer weit gereisten anderen Frau bei einer Sonnwendfeier gebeichtet hatte, forderte sie, künftig IMMER dabei sein zu wollen, wenn ich das Haus verlasse. Bei diesem Gedanken dachte ich tatsächlich und ernsthaft über Selbstmord nach, denn ohne meine regelmäßigen Auszeiten von der schwer kranken Frau, ging mein Lebenswille verloren. Ich beendete kurz darauf die Beziehung - nicht ohne Schuldgefühle, aber ich hatte jahrelang gekämpft und war am Ende.

Gleich nach der Trennung lernte ich meine jetzige Freundin kennen, mit der ich nun ca. 7 Monate beisammen bin. Unsere Beziehung begann mit vielen dieser, ich nenne sie mal, "magischen Momente", wo zwei Menschen in einem Augenblick auf absolut einer Welle schwimmen und ihre Gedanken und Gefühle gegenseitig erraten und austauschen.
Ich habe mit ihr immer offen über die Endphase meiner letzten Beziehung gesprochen, und das ist wohl mit ein Grund, warum auch die "Neue" nun eher mißtrauisch und leicht eifersüchtig ist.

Ich kann mir aber eine gemeinsame Zukunft mit ihr vorstellen, wenn auch mit dem bitteren Beigeschmack des mangelnden Vertrauens.

Am letzten Samstag nun, kamen wir nach einer ausufernden Party gemeinsam mit mehreren Freunden nach Hause und während meine Freundin sofort einschlief, nahm ich mit den verbliebenen Gästen noch einen letzten Drink zu mir. Die Stimmung war nach der langen Feier irgendwie surreal, die Sonne war längst aufgegangen, aber ich verdunkelte das Zimmer, legte besondere Musik auf, verbrannte in einer Schale etwas Myrrhe und Hölzer, woraufhin sich der Raum mit schwer duftendem Nebel füllte. Ein Zustand  zwischen wachen und träumen, der allen Anwesenden sehr gefiel. Meine Freundin und ich machen das öfter.

Während sich nun unter den Gästen Prächen bildeten (pikanterweise in anderen Konstellationen als den tatsächlichen Alltags-Paaren) und reichlich Berührungen ausgetauscht wurden, schlief meine Freundin tief und fest, und nur die noch einigermaßen nüchterne Fahrerin der Gästegruppe war noch wach und nicht mit Gefummel beschäftigt.

Wir kamen ins Gespräch und stellten fest, dass wir ähnliche Geschmäcker und unsere Geschwister zufällig am selben Tag Geburtstag haben. Irgendwann fingen wir an, einander gegenseitig mit Wasser aus einer Deko-Schale zu bespritzen und wir zeichneten mit nassen Fingern auf unseren Stirnen, Wangen und Lippen diverse Symbole. Dabei lachte sie so, wie ein Kind lachen würde, wenn es zum ersten Mal einen Regenbogen sieht. Ich war so berührt von ihrem Lachen, dass ich mich dafür bedankte und meinte, nun ist es an der Zeit, schlafen zu gehen. Ich verabschiedete die letzten paar Gäste, legte mich kurz darauf neben meine Freundin und schlief ein.

In der Nacht hatte ich einen Albtraum über verborgene Sehnsucht und über die Konfrontation mit meinen Ängsten.

Ich redete mit meiner Freundin darüber, und sie meinte, sie findet es gut, dass ich mit ihr über das alles spreche. Sie schilderte mir, dass sie nach ihren hunderten One Night Stands mit diversen Männern vor mir (siehe andere Threads hier im Forum) ihre Sturm-und-Drang-Phase beendet hätte und nun eigentlich etwas ernstes, festes für die Zukunft wolle und dass sie nicht wisse, ob wir da auf einer Wellenlänge sind, wenn ich bewusst und unbewusst noch immer auf der Suche bin nach "magischen Momenten" mit anderen Frauen.

Es ist in der Tat so, dass Momente wie der Beschriebene für mich irgendwie das Salz in der Suppe des Lebens sind, vor allem nach der tristen und Gefängnis-ähnlichen Beziehung vor ihr. Andererseits liebe ich meine Freundin und habe auch mit ihr solche schönen Momente, und würde diese junge Beziehung gern zu etwas Dauerhaftem ausbauen.

Ich weiß aber nicht, ob ich das schaffe.

 

Wenn du es als Unterdrückung empfindest, dann ist die Beziehung vermutlich nicht das richtige für dich. Es sei denn, Ihr seid euch einig, dass gelegentliche "Momente" für beide in Ordnung sind. 

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1. Mai 2017 um 12:23
In Antwort auf melonchen1

Was du schreibst kann ich zu 1000% unterschreiben
Blöderweise spielt einem ja manchmal der Bauch noch einen Streich, auch wenn der Kopf eigentlich weiß worum es geht.

Zum Glück kann ich mit meinem Partner über das ganze sehr gut reden. Da wir außerdem zur Zeit eine Paarbegleitung machen (wie eine Therapie aber jetzt ohne eine große Krise zu haben), haben wir auch hier oft einen guten Rahmen mit unbeteiligten Dritten um darüber zu sprechen - das hilft gegen zu hoch schlagende Emotionen.

Er macht es mir auch immer leichter, das Vertrauen immer größer werden zu lassen - im Gegenzug würde ich ihm niemals etwas verbieten (ich denke, erwachsene Menschen haben sich von niemandem etwas verbieten zu lassen) und ich "musste" ihn auch noch nie bitte, etwas nicht zu machen weil ich mich damit zu unwohl fühle. Er hat einen großen Freundeskreis und schaut sehr auf seine Zeit mit Freunden oder auch alleine - das schätze ich sehr, denn genau das gibt mir immer wieder den Anreiz, an mir zu arbeiten. Wäre jemand ständig nur bei mir, wäre das zwar auf den ersten Blick "leichter" aber ich bin sicher, das wäre keine gute Voraussetzung für Glück und vor allem - ich würde ja nicht daraus lernen!

Ich wünsche mir natürlich eine langjährige Beziehung und bin sicher, dass das Thema der "außerpartnerschaftlichen Reize" irgendwann auftaucht. Dann spätestens werde ich mich mit dem Thema mal vorurteilsfrei auseinandersetzen.

Klingt für mich super, wie das bei euch läuft

Eine Art Paarbegleitung haben wir auch immer wieder. Zum einen bringt das aber auch unser Beziehungsmodell automatisch mit  Zum anderen beziehen wir halt auch einfach gute Freunde mit ein, wenns mal Probleme gibt. Das kommt in etwa aufs selbe raus. Kann ich nur bestätigen, dass das ne super Sache ist.

Die "Lust auf fremde Haut" kam bei mir schon früher als bei meiner Freundin. Da waren wir auch noch weit weg von dem poly-Konzept. Da ging es mir aber gar nicht um Sex. Einfach nur mal jemand anderen zu spüren. Das habe ich dann mit meiner "besten Freundin" ausgelebt. Mit ihr hab ich eh schon ein sehr inniges Verhältnis gehabt, aber eben auf rein freundschaftlicher Basis. Interesse an Intimitäten haben wir beide überhaupt nicht. Als wir dann mal zu zweit feiern waren, hab ich bei ihr übernachtet und wir haben in einem Bett geschlafen. Das war nichts neues, haben wir früher auch schon gemacht. Nur hab ich nun zum ersten Mal an sie ran gekuschelt(und sie natürlich gefragt ob das in Ordnung ist). Das wars auch schon, mehr brauchte ich nicht und sie hat das auch sehr genossen. Meine Freundin fand das erstmal nicht so toll. Aber das hat sich schnell gelegt. Die beiden sind selbst sehr gut befreundet und sie weiß auch, dass nie etwas sexuelles zwischen uns passieren würde. Von da an haben wir öfter mal gekuschelt bzw. haben uns beim Film gucken in den Arm genommen z.b. Dann lernte meine Freundin ihren "besten Freund" kennen und nach ner Zeit entwickelte sich dasselbe bei ihnen. Und so hat sich unsere poly-Neigung nach und nach entwickelt.

Da der Sex zwischen uns im Schnitt super ist, würde es uns auch heute noch völlig reichen, sexuell gesehen mono zu bleiben. Und halt ab und zu mit Freunden kuscheln, wenn mal die Lust auf fremde Haut kommt. Es war mehr der Gedanke daran, was für ein schönes Gefühl es doch immer war, wenn man frisch verliebt war. Da wir nun beide schon selbst erfahren konnten, dass wir nicht weniger Bedürfniss nach dem Partner haben, wenn wir mal nen Abend incl. Kuschelrunde bei unsren Freunden waren, kam der Gedanke, ob das dann genauso bleibt, wenn man sich Mal in eine unbekannte Person verguckt. 

So wie du über eure Beziehung redest, bin ich sicher, dass ihr großes Potential besitzt für eine stabile und lang anhaltende Beziehung. 
Es ist wirklich wichtig genügend Freiraum zu haben. Ein Individuum zu bleiben und auch mal nur was für dich selbst zu unternehmen. 
Solltet ihr tatsächlich einmal Überlegungen in Richtung Polyamorie anstellen, will ich nur noch nen kleinen Tipp geben. Beschließt nichts festes im Vorhinein. Legt erstmal eine Testphase fest, indem beide Seiten zu jeder Zeit die "Notbremse" ziehen können. Und diese Testphase ist ein festgelegter Zeitraum, nach dessen Ende ihr quasi automatisch wieder mono seid. Und erstmal ganz ausführlich darüber redet, wie es euch damit ging und ob man das weiterführen will oder nicht. Bei uns waren das 6 Monate. Kann natürlich auch kürzer oder länger sein.
Ich verstehe und respektiere jeden, der sagt, dass das nichts für ihn/sie wäre. Wirklich zu 100% wissen, obs einem gefällt oder nicht, kann mans eigtl erst nach einem Versuch. Trotzdem ist es vollkommen ok, es nicht extra zu versuchen.

Deine Einstellung, dich trotz vorhandener Verlustängste mit dem Thema auseinander zu setzen und in der Zukunft sogar einen Versuch in Betracht zu ziehen finde ich toll! Eine Beziehung ist nunmal etwas dynamisches, an der ständig zusammen gearbeitet werden muss. Wie man das dann genau macht, ist für jede Beziehung unterschiedlich. Und es ist viel wert, wenn man auch Mal über den Tellerrand blicken kann.
Ich glaub, dein Freund hat mit dir ein wirklich großes Los gezogen 

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2. Mai 2017 um 11:48
In Antwort auf frosti85

Kurz zur Vorgeschichte: Ich war 9 Jahre mit einer zuletzt leider schwer erkrankten Frau zusammen. Am Ende der Beziehung war ich oft alleine ohne sie fort, was ihr natürlich nicht gefallen hat, aber ich brauchte Abstand von all den Problemen mit der Krankheit, ihrer Depressionen und ihrer Arbeitslosigkeit. Ich habe im finalen Jahr unserer Beziehung viel fremdgeflirtet, es kam zu einem One Night Stand und mehreren betrunkenen Beinahe-ONS mit nackt kuscheln usw, worüber wir aber immer nachher miteinander gesprochen haben.

Sie war da sehr verständnisvoll, da sie wohl auch erkannte, wie sehr mich ihre Erkrankung psychisch an meine Grenzen brachte. Sie zog daraus aber auch Konsequenzen, indem sie sehr eifersüchtig wurde und mir Ausgehverbote erteilte. Am Ende, nachdem ich ihr von einem besonderen Augenblick mit einer weit gereisten anderen Frau bei einer Sonnwendfeier gebeichtet hatte, forderte sie, künftig IMMER dabei sein zu wollen, wenn ich das Haus verlasse. Bei diesem Gedanken dachte ich tatsächlich und ernsthaft über Selbstmord nach, denn ohne meine regelmäßigen Auszeiten von der schwer kranken Frau, ging mein Lebenswille verloren. Ich beendete kurz darauf die Beziehung - nicht ohne Schuldgefühle, aber ich hatte jahrelang gekämpft und war am Ende.

Gleich nach der Trennung lernte ich meine jetzige Freundin kennen, mit der ich nun ca. 7 Monate beisammen bin. Unsere Beziehung begann mit vielen dieser, ich nenne sie mal, "magischen Momente", wo zwei Menschen in einem Augenblick auf absolut einer Welle schwimmen und ihre Gedanken und Gefühle gegenseitig erraten und austauschen.
Ich habe mit ihr immer offen über die Endphase meiner letzten Beziehung gesprochen, und das ist wohl mit ein Grund, warum auch die "Neue" nun eher mißtrauisch und leicht eifersüchtig ist.

Ich kann mir aber eine gemeinsame Zukunft mit ihr vorstellen, wenn auch mit dem bitteren Beigeschmack des mangelnden Vertrauens.

Am letzten Samstag nun, kamen wir nach einer ausufernden Party gemeinsam mit mehreren Freunden nach Hause und während meine Freundin sofort einschlief, nahm ich mit den verbliebenen Gästen noch einen letzten Drink zu mir. Die Stimmung war nach der langen Feier irgendwie surreal, die Sonne war längst aufgegangen, aber ich verdunkelte das Zimmer, legte besondere Musik auf, verbrannte in einer Schale etwas Myrrhe und Hölzer, woraufhin sich der Raum mit schwer duftendem Nebel füllte. Ein Zustand  zwischen wachen und träumen, der allen Anwesenden sehr gefiel. Meine Freundin und ich machen das öfter.

Während sich nun unter den Gästen Prächen bildeten (pikanterweise in anderen Konstellationen als den tatsächlichen Alltags-Paaren) und reichlich Berührungen ausgetauscht wurden, schlief meine Freundin tief und fest, und nur die noch einigermaßen nüchterne Fahrerin der Gästegruppe war noch wach und nicht mit Gefummel beschäftigt.

Wir kamen ins Gespräch und stellten fest, dass wir ähnliche Geschmäcker und unsere Geschwister zufällig am selben Tag Geburtstag haben. Irgendwann fingen wir an, einander gegenseitig mit Wasser aus einer Deko-Schale zu bespritzen und wir zeichneten mit nassen Fingern auf unseren Stirnen, Wangen und Lippen diverse Symbole. Dabei lachte sie so, wie ein Kind lachen würde, wenn es zum ersten Mal einen Regenbogen sieht. Ich war so berührt von ihrem Lachen, dass ich mich dafür bedankte und meinte, nun ist es an der Zeit, schlafen zu gehen. Ich verabschiedete die letzten paar Gäste, legte mich kurz darauf neben meine Freundin und schlief ein.

In der Nacht hatte ich einen Albtraum über verborgene Sehnsucht und über die Konfrontation mit meinen Ängsten.

Ich redete mit meiner Freundin darüber, und sie meinte, sie findet es gut, dass ich mit ihr über das alles spreche. Sie schilderte mir, dass sie nach ihren hunderten One Night Stands mit diversen Männern vor mir (siehe andere Threads hier im Forum) ihre Sturm-und-Drang-Phase beendet hätte und nun eigentlich etwas ernstes, festes für die Zukunft wolle und dass sie nicht wisse, ob wir da auf einer Wellenlänge sind, wenn ich bewusst und unbewusst noch immer auf der Suche bin nach "magischen Momenten" mit anderen Frauen.

Es ist in der Tat so, dass Momente wie der Beschriebene für mich irgendwie das Salz in der Suppe des Lebens sind, vor allem nach der tristen und Gefängnis-ähnlichen Beziehung vor ihr. Andererseits liebe ich meine Freundin und habe auch mit ihr solche schönen Momente, und würde diese junge Beziehung gern zu etwas Dauerhaftem ausbauen.

Ich weiß aber nicht, ob ich das schaffe.

 

das Leben nur zu ''träumen'' genügt eben nicht.
Das Leben ist kein Schlaraffenland, wo sich jeder nur bedienen muss und das Leben ist schööön.

Gibt es eigentlich sonst noch Dinge, die Dir gefallen und für die Du gerne bereit bist, auch mal was für einen anderen zu tun ?

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2. Mai 2017 um 11:58

Dinge die mMn auf Dauer nicht funktionieren:
1.) Wünsche/Träume/whatever unterdrücken und verdrängen
2.) machen was man will und das dann heimlich
3.) sich mit Situationen/Dingen/Gefühlen nicht ausreichend zu beschäftigen und dann uU falsch zu bewerten
4.) den nächsten Partner suchen weil es einem zu anstrengend ist sich mit den Problemen der aktuellen Beziehung zu beschäftigen
 

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