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Unsicherheit

30. August 2007 um 9:05

Hallo,

für mich ist es in einem solchen Forum das erste Mal und ich weiß gar nicht so recht, wo ich anfangen soll.
Ich habe folgendes Problem: Ich bin seit 2 1/2 Jahren mit meinem Freund zusammen und seit einem Jahr wohnen wir auch zusammen. Seit diesem Jahr ist aber vieles recht schwierig zwischen uns geworden. Der Vater meines Freundes ist seit Jahren herzkrank, aber seit diesem Jahr hat sich sein Zustand so weit verschlimmert, dass er ständig ins Krankenhaus muss und auch oft auf die Intensivstation, weil es immer wieder sehr schlecht um ihn steht. Mein Freund hat ein äußerst enges Verhältnis zu seinem Vater. Für ihn ist sein Vater, sein Held, sein Vorbild usw. Nach 2 Schwestern hat sich sein Vater einen Sohn gewünscht und er ist als Nachzügler mit dem Wissen aufgewachsen, dass er für seinen Vater immer das Wunschkind war. Leider ist die Ehe der Eltern meines Freundes nicht glücklich und sein Vater hat meinem Freund von Anfang von einer zu engen Beziehung zu einer Frau, geschweige denn von einer Heirat abgeraten. Er wünschte ihm, dass er in einer Beziehung nicht so unglücklich würde, wie er es war. Darum hat mein Freund auch lange Zeit keine Freundin gehabt. Ich bin die erste Frau in seinem Leben. Ich kann aber nicht sagen, dass ich mich jemals wirklich, vom Vater akzeptiert oder in der Familie aufgenommen gefühlt habe. Ich bin halt da, aber ob ich auch wirklich ein Faktor im Leben meines Freundes aus Sicht seines Vaters bin, weiß ich nicht. Darum ist auch jedes Wochenende ein Kampf. Seine Eltern möchten, dass er zu ihnen fährt, ich möchte, dass er bei mir bleibt. Meistens teilt er sich das Wochenende auf: Hälfte bei mir, Hälfte bei ihnen. Doch es ist immer das Gleiche, es gibt auch immer deswegen Streit zwischen uns und ich habe das Gefühl, dass sie ihn niemals freigeben werden oder auch niemals den Aufbau eines Lebens mit mir unterstützen würden.
Jetzt seitdem sein Vater so krank ist und er ihn jeden Tag im Krankenhaus besucht, habe ich ein sehr schlechtes Gewissen, wenn ich mir denke, dass wir füreinander fast überhaupt keine Zeit mehr haben. Ich will seinem Verhältnis zu seinem Vater nicht im Wege stehen, aber ich komme mir so außen vor vor. Jedes Gespräch dreht sich nur noch um den Vater, die Aussicht auf ein Leben ohne ihn, ist für meinen Freund unerträglich. Ich verstehe das, aber dadurch, dass ich mich niemals akzeptiert oder unterstützt durch den Vater gefühlt habe, fällt es mir so schwer, immer für ihn zurückzustehen.
Wahrscheinlich klingt das alles ziemlich gefühllos und hartherzig, aber ich weiß nicht mehr, wie ich mich verhalten soll. Ich habe das Gefühl, dass ich im Leben meines Freundes niemals so wichtig und unersetzbar sein werde wie sein Vater und ich wünsche mir so sehr eine Perspektive und ein gemeinsames Leben mit ihm.
Was soll ich nur tun und wie soll ich mich nur ihm gegenüber verhalten?
Danke.

Gretel2222

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30. August 2007 um 11:45

Auf seinen Vater zugehen
Meinst du, es wäre möglich, deinen Freund beim Besuch seines Vaters im Krankenhaus zu begleiten? Eine riesige Chance besteht für dich nämlich darin, wenn sein Vater DICH kennenlernt. Nur dann kann sich sein Vater ein echtes Urteil über dich bilden.

So wie du hier auftrittst, wirst du sicherlich auch bei einem persönlichen Besuch fürsorglich und vernünftig rüberkommen. Gut möglich, dass sein Vater seinen Sohn dann auch bei dir zukünftig gut aufgehoben glaubt und sich einem glücklicheren MITEINANDER öffnet. Freundin und Vater sollten bei deinem Freund nicht die Rolle von Konkurrenten einnehmen.

LG
Daniness

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30. August 2007 um 12:14
In Antwort auf ysabel_12056370

Auf seinen Vater zugehen
Meinst du, es wäre möglich, deinen Freund beim Besuch seines Vaters im Krankenhaus zu begleiten? Eine riesige Chance besteht für dich nämlich darin, wenn sein Vater DICH kennenlernt. Nur dann kann sich sein Vater ein echtes Urteil über dich bilden.

So wie du hier auftrittst, wirst du sicherlich auch bei einem persönlichen Besuch fürsorglich und vernünftig rüberkommen. Gut möglich, dass sein Vater seinen Sohn dann auch bei dir zukünftig gut aufgehoben glaubt und sich einem glücklicheren MITEINANDER öffnet. Freundin und Vater sollten bei deinem Freund nicht die Rolle von Konkurrenten einnehmen.

LG
Daniness

Vater
Das Problem ist, dass sein Vater ausdrücklich nicht will, dass ich mitkomme. Er meint, dass er nicht möchte, dass ihn jemand in dem Zustand sieht. Aber auch wenn er zu Hause ist, werde ich nicht eingeladen. Ich glaube, er hat nicht einmal was gegen mich persönlich, aber er will seinen Sohn nicht teilen. Und er will sich auch kein Urteil über mich bilden, weil er sich nicht dafür interessiert.

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3. September 2007 um 14:01
In Antwort auf liron_12168859

Vater
Das Problem ist, dass sein Vater ausdrücklich nicht will, dass ich mitkomme. Er meint, dass er nicht möchte, dass ihn jemand in dem Zustand sieht. Aber auch wenn er zu Hause ist, werde ich nicht eingeladen. Ich glaube, er hat nicht einmal was gegen mich persönlich, aber er will seinen Sohn nicht teilen. Und er will sich auch kein Urteil über mich bilden, weil er sich nicht dafür interessiert.

Eigene Meinung vertreten
Ich glaube, ich würde mich über seine momentane Meinung hinwegsetzen und dennoch zum Besuch ins Krankenhaus mitgehen. Schließlich hast du nichts Böses vor.

Alternativ wäre es auch denkbar, ihm auf eine herzliche Art Genesungswünsche überbringen zu lassen, evtl. sogar in Verbindung mit einem Foto von dir mit ein paar Zeilen: ca. "Es liegt mir am Herzen. Da wir uns noch nicht so gut kennen..."

LG
Daniness

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