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Unsicher

27. Oktober 2014 um 0:08

Hallo, ihr Lieben!

Ich schreibe vor allem, um mal meine Gedanken zu sortieren - ich habe einfach das Gefühl, dass ich durcheinander bin...

Mein Freund und ich führen seit 9 Monaten eine Fernbeziehung (Köln - Luzern). Wir haben uns alle 2-4 Wochen gesehen, dann aber immer für mehrere Tage am Stück.

Wir haben uns über das Internet kennengelernt und ich habe ihn fast zwei Monate lang zappeln lassen bis ich mir sicher war, dass ich diese Beziehung will. Aber zu dem Zeitpunkt war ich hundertprozentig sicher! Ich war so glücklich und er hat mir mit allen möglichen Kleinigkeiten gezeigt, wie sehr er mich liebt... Er hätte mir am liebsten nach zwei Monaten Beziehung schon einen Heiratsantrag gemacht, aber ich habe ihm gesagt, dass mir das noch etwas zu früh ist... Er hat es eingesehen. Nun ja, ich bin leider durch diese Gespräche vollkommen auf den Trichter gekommen, dass ich auch gerne nächstes Jahr heiraten möchte. Er meinte zu mir, dass er mir nach einem halben Jahr Beziehung einen Antrag machen würde, auf jeden Fall im Sommer.

Das halbe Jahr verging, der Sommer war fast zu Ende und wir hatten einen riesigen Streit. Ich hatte das Gefühl, dass er sich doch gegen eine Hochzeit entschieden hatte, es mir aber nicht sagen wollte. Er meinte zu mir, dass er dachte, dass ein späterer Antrag für mehr Akzeptanz in meiner Familie und meinen Freunden führen würde. Nur leider, hatte er mir nichts davon erzählt, dass er doch nicht bis zum Ende des Sommer fragen würde. Stattdessen bin ich jedes mal zusammengezuckt, wenn er im Restaurant aufgestanden ist, ohne dass etwas geschehen ist...

Das war leider nicht der einzige große Streit. Vor vier Wochen war ich bei ihm, und meinte zu ihm, dass ich gerne eine Woche später schon wieder kommen würde, weil es zeitlich gepasst hätte. Erst zwei Tage später hatte er den Mut mir zu sagen, dass ihm das zu viel wird, da er gerade einen neuen Job angefangen hat, der ziemlich stressig ist. Ich habe mich natürlich ziemlich ungeliebt gefühlt, er wollte mich schließlich nicht sehen... Wir haben uns aber wieder vertragen, ich war letzte Woche wieder bei ihm und es war wunderschön. Der Abschied wat schrecklich für mich, ich habe viel geweint...

Kaum war ich wieder zu Hause habe ich erneut einen Streit vom Zaun gebrochen. Es ist schon auffällig, dass ich immer einen Streit provoziere, wenn wir gerade Abschied genommen haben. Kennt das jemand?

Jetzt mal allgemein: wir haben so viele Pläne, ich will nächstes Jahr zu ihm ziehen, wir wollen heiraten und am liebsten hätten wir in zwei Jahren unser erstes Kind. Eigentlich freue ich mich auf all das. Aber ich habe Angst. In letzter Zeit bekomme ich keine Kleinigkeiten mehr von ihm, die seine Liebe zeigen. Ich muss ihn schon mehr als deutlich darauf hinweisen, wenn mir etwas Liebe fehlt. Und wenn, dann höre ich nur: du weißt doch, dass ich dich liebe - Du weißt doch, dass ich möchte, dass du zu mir ziehst - Du weißt doch... Als wäre es nicht mehr notwendig sich anzustrengen, als wäre ich selbstverständlich.

Ich brauche viel Liebe und für mich ist es nicht selbstverständlich,dass der Partner einen immer liebt und zu seinen Plänen steht. Vor allem, weil er mich immer noch nicht gefragt hat. Ich habe anscheinend ein Problem damit, ihm zu vertrauen, oder eher seinen Gefühlen zu trauen. Natürlich wurde ich schon in der Vergangenheit verletzt. Ich frage mich nur, ob es wirklich nur die Vergangenheit der Grund dafür ist, dass ich Angst habe enttäuscht zu werden, oder ob ich Angst habe, dass er mir nicht geben kann, was ich brauche (du weißt doch, dass ich dich liebe - das habe ich mir irgendwie anders vorgestellt...).

Wenn ich mich beschwere, dann versucht er sich zu bessern, ruft öfter an etc. Aber irgendwie reicht mir das nicht... Kann er mich überhaupt glücklich machen? Wenn wir zusammen sind, sind wir so ein tolles Team und ich bin so glücklich - aber wenn wir getrennt sind, läuft es einfach nicht rund...

Auf den Antrag freue ich mich nicht mehr allzu sehr - die Warterei und die Streitereien haben viel von meiner Vorfreude genommen... Ich will ihn immer noch heiraten, versteht mich nicht falsch. Bei ihm kann ich sein, wie ich bin und wir können über alles reden! Er ist mein bester Freund und ich liebe ihn sehr. Hab ich einfach Angst vor einem solch großen Schritt? Die erste Verliebtheit ist verflogen und ich sehe, dass er eigentlich nicht so viele Gefühle zeigt, sondern eher sachlich ist und vieles für selbstverständlich ansieht... Ich bin gerade einfach nicht glücklich, obwohl das ja auch nicht stimmt. Bei ihm bin ich glücklich. Wird es also besser, wenn wir zusammenziehen? Soll ich diesen Schritt wagen, obwohl ich gerade Seiten an ihm kennenlerne, die ich nicht mag. Kann ich ihn so akzeptieren, wie er ist - sachlich, Ernst, ohne große Gefühlsduselei?

Herrje, es tut mir leid, das ist alles so durcheinander. Mein Herz schreit mir zu, dass ich es riskieren muss, um glücklich zu werden. Mein Unterbewusstsein sagt mir, dass er mir vielleicht so weh tun könnte, wie mein Exfreund vor drei Jahren und ich nicht bekomme, was ich brauche. Und mein Verstand sagt mir, dass dies eine Phase in der Beziehung ist, in der man sich an den anderen gewöhnen muss und die Bedürfnisse und Grenzen festlegen muss.

Ich kenne wohl die Antwort schon selbst... Würde ich mein Unterbewusstsein ausschalten, hätte ich keine großen Zweifel. Ich würde Seiten an ihm kennenlernen, die ich nicht mag und entscheiden, ob ich mit ihnen leben könnte.

Die Wahrheit ist: wäre ich nicht so verunsichert, weil er mich monatelang auf den Antrag hat warten lassen und ihn verschoben hat, ohne darüber zu reden und hätte ich nicht das Gefühl gehabt nicht mehr geliebt zu werden, weil er mich diese eine Woche nicht sehen wollte... Dann, ja dann, hätte ich kein Problem mit: du weißt doch, dass ich dich liebe.

Diese zwei Ereignisse haben mich nur so verunsichert, dass ich mehr bräuchte, ich müsste mit Liebe überschüttet werden, um diese Verunsicherungen hinter mir zu lassen. Das kann er aber anscheinend nicht. Ich muss mir selbst diese Verunsicherung nehmen, ich weiß nur nicht wie!

Ich will mich nicht andauernd streiten, weil er mir nicht geben kann, was ich nach diesen Enttäuschungen bräuchte... Ich will glücklich mit ihm sein, mit ihm alt werden! Könnte ich meine Gedanken doch einfach abstellen :/!

Tut mir leid, dass es so lang geworden ist. Schon durch das Niederschreiben ist mir einiges klargeworden. Ich möchte trotzdem gerne wissen, was ihr darüber denkt und mich freuen über Antworten, die mir helfen, in dieses Chaos etwas Ordnung zu bringen!

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27. Oktober 2014 um 23:17

Vll etwas Hilfe
Als erstes: es kommt auf den Mann drauf an. Es muss nicht sein, dass er dich als selbstverständlich nimmt. Sagt ihr in jedem Telefonat zum Abschied "Ich liebe dich" oder "Liebe dich"? Dann ist das für den Mann (oder auch die Frau) ein Zeichen, dass die Liebe "gewonnen" ist (das klingt jetzt evtl etwas negativ, so ist es aber nicht gemeint) Klar ist es schön ungefragt Aufmerksamkeiten zu bekommen aber die wenigsten Männer denken von sich aus dran. Es ist ja dann nicht böse gemeint, es (weder die Frau noch die Beziehung) ist ihnen ja auch nicht egal. Es ist einfach so, dass sie sich nichts bei denken.

2. Wie lange seit ihr denn schon zusammen? Weil du ja zuerst geschrieben hast dass er dir nach 2 Monaten schon nen Antrag machen wollte. Vll hat er dir ja auch keinen Antrag gemacht, weil dein Grund ja damals war, dass ihr erst so kurz zusammen seid, und er findet, dass das immer noch ein Grund für ein nein sein könnte.
Notfalls frag ihn doch einfach gerade heraus warum er dir die Frage nicht gestellt hat. (Vll hat er sich ja nen ganz besonderen Zeitpunkt dafür ausgesucht und der Antrag kommt eher als du denkst )

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29. Oktober 2014 um 0:59
In Antwort auf scott_985689

Vll etwas Hilfe
Als erstes: es kommt auf den Mann drauf an. Es muss nicht sein, dass er dich als selbstverständlich nimmt. Sagt ihr in jedem Telefonat zum Abschied "Ich liebe dich" oder "Liebe dich"? Dann ist das für den Mann (oder auch die Frau) ein Zeichen, dass die Liebe "gewonnen" ist (das klingt jetzt evtl etwas negativ, so ist es aber nicht gemeint) Klar ist es schön ungefragt Aufmerksamkeiten zu bekommen aber die wenigsten Männer denken von sich aus dran. Es ist ja dann nicht böse gemeint, es (weder die Frau noch die Beziehung) ist ihnen ja auch nicht egal. Es ist einfach so, dass sie sich nichts bei denken.

2. Wie lange seit ihr denn schon zusammen? Weil du ja zuerst geschrieben hast dass er dir nach 2 Monaten schon nen Antrag machen wollte. Vll hat er dir ja auch keinen Antrag gemacht, weil dein Grund ja damals war, dass ihr erst so kurz zusammen seid, und er findet, dass das immer noch ein Grund für ein nein sein könnte.
Notfalls frag ihn doch einfach gerade heraus warum er dir die Frage nicht gestellt hat. (Vll hat er sich ja nen ganz besonderen Zeitpunkt dafür ausgesucht und der Antrag kommt eher als du denkst )

Hey Dorydoro
Vielen Dank für deine Nachricht ! Wir sind jetzt 9 Monate zusammen. Ich hab ihn auch auf den Antrag angesprochen, als wir uns gestritten, bzw. Wieder vertragen haben... Er meinte, er möchte warten, weil er sicher sein will, dass meine Familie und mein Umfeld die Verlobung gutheißen (ich hatte ihm gesagt, dass sie das mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht ernst nehmen (eine Freundin von mir hatte sich schon mal mit ihrem ex verlobt nach drei Monaten Beziehung - die Beziehung hat insgesamt weniger als ein Jahr gehalten, haben sie sich schon wieder getrennt). Ich weiß es ist doof, nach so kurzer Zeit einen Antrag zu erwarten... Aber er hat davon angefangen und einen bestimmten Zeitpunkt festgelegt. Als der Antrag nicht kam habe ich mich halt gefragt, ob er es sich anders überlegt hat. Jetzt, ohne rosarote Brille, finde ich es vernünftiger noch etwas zu warten, bis das alle akzeptieren. Aber am Ende, ist es eigentlich egal, was andere denken, aber es ist halt schöner ohne doofe Kommentare von Familie und Freunden...

Er war sehr geduldig mit mir, wenn ich wieder sauer war und um ehrlich zu sein, hatten sich die Streitereien längere Zeit hingezogen, einfach weil ich verunsichert war. Aber langsam scheine ich endlich zu kapieren, dass er mich liebt, ob mit oder ohne Antrag. Soll er halt den Antrag machen, wenn er dazu bereit ist. Ich fand es nur unfair, dass er mir vorher gesagt hat, bis wann er den Antrag macht und sich dann nicht daran gehalten hat, während ich gewartet habe...

Ich habe manchmal auch irgendwie Streit gesucht. Vielleicht brauchte ich die Bestätigung, dass er mich auch in schlechten Zeiten liebt und es mit mir durchsteht, dass ich sein darf, wie ich bin (was in früheren Beziehungen auf vollkommenes Unverständnis gestoßen ist). Am Ende des Tages hat er mir doch noch gesagt, dass ich doch weiß, dass er mich liebt ! Das ist wohl seine Liebesbekundung, damit kann ich schon leben, wenn ich mich dran gewöhnt habe...

Er ist der Richtige. Aber ich habe trotzdem Angst zu ihm zu ziehen und ihn zu heiraten. Das ist so eine große Ungewissheit, ob es klappt oder nicht... Aber wenn ich es nicht wage, weiß ich ja auch nie, ob es klappt !

Ich liebe ihn und er liebt mich, wir schaffen das!

LG

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