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Unmögliche Liebe

30. April 2011 um 1:46 Letzte Antwort: 1. Mai 2011 um 0:43

Hallo erstmal

Ich bin hier nicht eben ein fleissiger Gast, aber zurzeit plagt mich eine Geschichte, zu der ich gerne ein paar Meinungen hören würde. Zugegeben, eigentlich weiss ich ganz genau, dass ich da einfach hindurch muss und dass es kein Wunderrezept gibt. Trotzdem: Vielleicht hat ja jemand ähnliche Erfahrungen gemacht oder hat sonst was heilsames beizutragen.

Ich habe eben die schönste Woche seit vielen Monaten verbracht, und zwar in Gesellschaft eines Mädchens, das ich seit letztem Sommer kenne. Wir haben damals an einer internationalen Studentenveranstaltung fast 10 Tage zusammengearbeitet und uns gut kennengelernt. Seither hatten wir eine ausführliche Brieffreundschaft. Und jetzt habe ich sie eben an einer anderen Tagung wieder getroffen und es hat halt so richtig gefunkt. Ohne Rücksicht auf den kommenden Abschied haben wir uns vier Tage geliebt.

Ich empfinde wirklich etwas für sie. Sie ist mir wichtig und unter normalen Umständen wäre es überhaupt keine Frage, dass wir jetzt zusammen wären.

Das Blöde ist nur: Sie wohnt 1500 km von mir entfernt und damit ist eine Beziehung einfach nicht realistisch. (Bzw. das könnte man sich dann überlegen wenn wir in zwei, drei Jahren noch nicht voneinander losgekommen sind; aber soweit denken wir jetzt mal nicht, da das ganze noch so frisch ist...)

Nun kann ich aber auch nicht einfach sagen: Nun gut, war ein Abenteuer, jetzt vergisst du das und fertig. Die Brieffreundschaft werde ich auf keinen Fall opfern, die ist mir echt wichtig. Und es ist auch einigermassen wahrscheinlich (und ich hoffe es!), dass wir uns - im offiziellen oder vielleicht auch inoffiziellen Rahmen - wieder begegnen werden. Möglicherweise schon diesen Sommer wieder.

Das macht es aber nicht gerade einfacher, mit der Situation klarzukommen. Vorerst machen wir mal auf platonische Freundschaft, wie das bis anhin der Fall war. Und wenn wir uns wieder begegnen und beide frei sind, werden wir es wohl wieder zusammen geniessen. (Wie es sich anfühlen wird wenn sie plötzlich vergeben ist, will ich mir lieber noch nicht vorstellen...) Aber was so einfach tönt, ist jedenfalls im Moment schwierig zu ertragen und zu akzeptieren. Es schmerzt ganz einfach.

Wie kann ich damit umgehen? Wer hat eine Idee oder irgendeinen Trost?
Bin im Moment gerade damit beschäftigt, mich in die Arbeit für mein Studium zu stürzen. Hoffe, das hilft ein bisschen...

Herzlichen Dank für eure Antworten.

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30. April 2011 um 2:12

Motorboat, Motorboat,
kauf an Fliager und wear Pilot

irgend ein steirischer Alpenrap aus den 1980ern

Hallo xingping, manche Leute führen ihre Beziehung über die Kontinente hinweg. Alles nur eine Frage der richtigen Organisation oder eines Privatflugzeugs mit ausreichender Reichweite Im Ernst: im Zeitalter der Romflüge zum Taxipreis kannst du dir mit ein wenig Geschick günstige Tickets schießen und ihr seht euch alle 1 oder 2 Wochen. Ich halte das für möglich. Also nicht gleich die Flinte ins Korn werfen

Und wenn du jetzt einwerfen möchtest, dass du ja ein armer Stundent bist und das unmöglich geht, lasse ich das nicht gelten. Mein Bruder hat auch sone Kiste abgeliefert. Seine Freundin war Ukrainerin, er Österreicher. Als sie endlich in die Nähe zog (zum Arbeiten bei Siemens in Erlangen, nur noch 300 statt 2000km), ging er für ein Jahr nach Schweden (Erasmus-Stipendium). Die haben ihre Geschichte immerhin 3 Jahre durchgezogen. Du siehst: zwar anstrengend, aber möglich. Und getrennt haben sie sich dann auch nicht wegen der Entfernung, sondern wegen der üblichen "unüberbrückbaren persönlichen Differenzen"...

Freundliche Grüße,
Christoph

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30. April 2011 um 11:33
In Antwort auf py158

Motorboat, Motorboat,
kauf an Fliager und wear Pilot

irgend ein steirischer Alpenrap aus den 1980ern

Hallo xingping, manche Leute führen ihre Beziehung über die Kontinente hinweg. Alles nur eine Frage der richtigen Organisation oder eines Privatflugzeugs mit ausreichender Reichweite Im Ernst: im Zeitalter der Romflüge zum Taxipreis kannst du dir mit ein wenig Geschick günstige Tickets schießen und ihr seht euch alle 1 oder 2 Wochen. Ich halte das für möglich. Also nicht gleich die Flinte ins Korn werfen

Und wenn du jetzt einwerfen möchtest, dass du ja ein armer Stundent bist und das unmöglich geht, lasse ich das nicht gelten. Mein Bruder hat auch sone Kiste abgeliefert. Seine Freundin war Ukrainerin, er Österreicher. Als sie endlich in die Nähe zog (zum Arbeiten bei Siemens in Erlangen, nur noch 300 statt 2000km), ging er für ein Jahr nach Schweden (Erasmus-Stipendium). Die haben ihre Geschichte immerhin 3 Jahre durchgezogen. Du siehst: zwar anstrengend, aber möglich. Und getrennt haben sie sich dann auch nicht wegen der Entfernung, sondern wegen der üblichen "unüberbrückbaren persönlichen Differenzen"...

Freundliche Grüße,
Christoph

Fernbeziehung kommt nicht wirklich in Frage
Hallo Christoph

Vielen Dank für deinen gutgemeinten Vorschlag. Natürlich habe ich mir das auch überlegt. Aber im Moment sind da so viele dicke Fragezeichen und Bedenken:

Das Ideal von der Liebe um jeden Preis, koste sie was sie wolle, ist zwar romantisch, aber in der Praxis schon was anderes. Man muss sich bewusst sein, dass der Einsatz viel höher ist als bei einer gewöhnlichen Beziehung. Ich hatte die Erfahrung einer kurzen Fernbeziehung schon mal und kann mir vorstellen, was es heissen würde. Zudem sind wir beide vielbeschäftigte und vielseitig engagierte Leute und hätten wohl zeitlich so unsere Mühe mit einer Fernbeziehung. Hinzu kommt, dass sie nächsten Herbst ein Erasmus-Semester beginnt und ich wahrscheinlich ein einjähriges, ziemlich herausforderndes Master-Programm im Ausland. Die Distanz zwischen uns würde dabei übrigens noch grösser... (des weiteren werde ich nächstes Jahr vermutlich voll auf Kosten meines Vaters leben. Also auch da nicht sehr günstige Voraussetzungen...)

Unter diesen Umständen eine befriedigende Fernbeziehung zu führen, traue ich mir im Moment einfach nicht zu, so realistisch bin ich. Wie gesagt: Kommen wir nicht voneinander los, so können wir immer noch darauf zurückkommen. Erst einmal möchte ich aber den "vernünftigen Weg" zu gehen versuchen.

Ich glaube nicht so recht an die eine grosse Liebe und deshalb bereitet es mir rein im Kopf auch keine Mühe, zu akzeptieren dass der Preis in diesem Fall halt wohl einfach zu hoch ist. Mit dem Herz ist das natürlich was anderes. Und eigentlich wünschte ich mir, dass mir jemand dabei ein bisschen nachhilft. Meine Entscheidungen treffe ich schon selber, bloss um mit den emotionalen Folgen umzugehen, da könnte ich Rat brauchen.

Ich kann jetzt natürlich auch verstehen, wenn ihr sagt: Dem ist nicht zu helfen. Das weiss ich ja eigentlich auch...

Liebe Grüsse
xingping

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30. April 2011 um 11:54
In Antwort auf zhou_12533846

Fernbeziehung kommt nicht wirklich in Frage
Hallo Christoph

Vielen Dank für deinen gutgemeinten Vorschlag. Natürlich habe ich mir das auch überlegt. Aber im Moment sind da so viele dicke Fragezeichen und Bedenken:

Das Ideal von der Liebe um jeden Preis, koste sie was sie wolle, ist zwar romantisch, aber in der Praxis schon was anderes. Man muss sich bewusst sein, dass der Einsatz viel höher ist als bei einer gewöhnlichen Beziehung. Ich hatte die Erfahrung einer kurzen Fernbeziehung schon mal und kann mir vorstellen, was es heissen würde. Zudem sind wir beide vielbeschäftigte und vielseitig engagierte Leute und hätten wohl zeitlich so unsere Mühe mit einer Fernbeziehung. Hinzu kommt, dass sie nächsten Herbst ein Erasmus-Semester beginnt und ich wahrscheinlich ein einjähriges, ziemlich herausforderndes Master-Programm im Ausland. Die Distanz zwischen uns würde dabei übrigens noch grösser... (des weiteren werde ich nächstes Jahr vermutlich voll auf Kosten meines Vaters leben. Also auch da nicht sehr günstige Voraussetzungen...)

Unter diesen Umständen eine befriedigende Fernbeziehung zu führen, traue ich mir im Moment einfach nicht zu, so realistisch bin ich. Wie gesagt: Kommen wir nicht voneinander los, so können wir immer noch darauf zurückkommen. Erst einmal möchte ich aber den "vernünftigen Weg" zu gehen versuchen.

Ich glaube nicht so recht an die eine grosse Liebe und deshalb bereitet es mir rein im Kopf auch keine Mühe, zu akzeptieren dass der Preis in diesem Fall halt wohl einfach zu hoch ist. Mit dem Herz ist das natürlich was anderes. Und eigentlich wünschte ich mir, dass mir jemand dabei ein bisschen nachhilft. Meine Entscheidungen treffe ich schon selber, bloss um mit den emotionalen Folgen umzugehen, da könnte ich Rat brauchen.

Ich kann jetzt natürlich auch verstehen, wenn ihr sagt: Dem ist nicht zu helfen. Das weiss ich ja eigentlich auch...

Liebe Grüsse
xingping

Hallo xingping,
Leo Tolstoi hat einmal gesagt: "nichts ist unmöglich für den der liebt".

Nun sagst du, dass du nicht so an die große Liebe glaubst und deshalb kopfmäßig auch keine großen Mühen mit den Konsequenzen hast, die sich aus eurer Situation ergeben. Jetzt weiß ich natürlich nicht, welche Art von Kosten-Nutzen-Analyse du durchgeführt hast. Falls du die Boston-Matrix bemüht haben solltest, hätte dir klar sein müssen, dass dein Herzblatt keine cashcow ist, sondern als Star (deines Herzens) eben die entsprechenden Investitionen erfordert. Habt ihr das noch nicht durchgenommen?

Wenn sie natürlich NICHT dein (persönlicher) Star ist, muss jeder Rat logischerweise umsonst sein.

Schönes Wochenende,
Christoph

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30. April 2011 um 17:48
In Antwort auf py158

Hallo xingping,
Leo Tolstoi hat einmal gesagt: "nichts ist unmöglich für den der liebt".

Nun sagst du, dass du nicht so an die große Liebe glaubst und deshalb kopfmäßig auch keine großen Mühen mit den Konsequenzen hast, die sich aus eurer Situation ergeben. Jetzt weiß ich natürlich nicht, welche Art von Kosten-Nutzen-Analyse du durchgeführt hast. Falls du die Boston-Matrix bemüht haben solltest, hätte dir klar sein müssen, dass dein Herzblatt keine cashcow ist, sondern als Star (deines Herzens) eben die entsprechenden Investitionen erfordert. Habt ihr das noch nicht durchgenommen?

Wenn sie natürlich NICHT dein (persönlicher) Star ist, muss jeder Rat logischerweise umsonst sein.

Schönes Wochenende,
Christoph

"Kosten-Nutzen-Analyse"
Wenn ich sage, ich glaube nicht an die EINE Liebe, meine ich, dass ich nicht dass Gefühl habe ich verpasse gerade die EINZIGE Chance auf eine grosse Liebe in meinem Leben.

Das heisst auch, dass ich akzeptiere, dass es IMMER eine Kosten-Nutzen-Analyse gibt, wie du das nennst. Es gibt für mich kein: Ich liebe sie, also mache ich ALLES für diese Liebe.

Das sehen doch viele Leute so. Ich kenne z.B. ein Paar, die hatten als Studenten mehrere Jahre eine wunderbare Beziehung. Dann wurde es zur Fernbeziehung und sie sind schweren Herzens auseinander, weil ihnen der Preis zu hoch war. Im Alter von etwa 55 Jahren fanden sie vor einigen Jahren schliesslich wieder zusammen. Beide haben Kinder aus anderen Beziehungen, und sie leben noch immer weit auseinander. Aber in ihrer neuen Lebenssituation scheint ihnen eben der Preis für die Fernbeziehung bezahlbar.

Ist das so unnatürlich, dass man hin und wieder auch mal ein bisschen pragmatisch denkt?

Und was meine Suche um Rat angeht, kommt mir folgendes in den Sinn: Es gibt so ein Beziehungsbuch von einem Amerikaner, der sagt: Männer wollen Lösungen; Frauen wollen, dass man ihnen zuhört und sie versteht. (Das Buch kenn ich natürlich auch nur, weil mich meine Eltern hin und wieder daraus belehrt haben ) Nicht immer: Ich glaube, die Frage, wie ich sie hier im Forum gepostet habe, wäre unter diesem Blickwinkel eigentlich die Frage einer Frau. Und du hast sie als die Frage eines Mannes aufgefasst und eine komplette Lösung Marke Eigenbau angeboten. Alles wonach ich eigentlich suche, ist ein bisschen darüber zu reden, ev. Ratschläge zum praktischen Umgang mit der Situation zu hören etc. Hat denn niemand ähnliche Erfahrungen?

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30. April 2011 um 23:53

Bin ich so verkehrt?
Hallo Schwabenmädchen

Danke für den weiblichen Support. Hmm, was heisst denn komplett für oder gegen sie entscheiden? Wie gesagt, die Brieffreundschaft möchte ich nicht opfern. Und mir fehlt auch etwas die Phantasie, mir auszumalen, wie ich sie wieder treffe und beide wollen wir eigentlich etwas voneinander, aber wir enthalten uns ganz bewusst. Da ziehe ich persönlich dann wohl doch eine Gelegenheitsliebe mit Folgenschmerz vor, wenns für sie auch stimmt.

Ich würde nicht von Ausreden sprechen. Es geht um nüchternes abwägen. Und es gibt halt manchmal Momente im Leben, in denen eine Entscheidung vielleicht tatsächlich vernünftig ist und trotzdem schmerzt. Ich hadere nicht mit der Welt, will auch nicht übertreiben, aber es schmerzt im Moment und dazu stehe ich. Ich glaube nicht, dass das verkehrt ist.

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1. Mai 2011 um 0:43
In Antwort auf zhou_12533846

Bin ich so verkehrt?
Hallo Schwabenmädchen

Danke für den weiblichen Support. Hmm, was heisst denn komplett für oder gegen sie entscheiden? Wie gesagt, die Brieffreundschaft möchte ich nicht opfern. Und mir fehlt auch etwas die Phantasie, mir auszumalen, wie ich sie wieder treffe und beide wollen wir eigentlich etwas voneinander, aber wir enthalten uns ganz bewusst. Da ziehe ich persönlich dann wohl doch eine Gelegenheitsliebe mit Folgenschmerz vor, wenns für sie auch stimmt.

Ich würde nicht von Ausreden sprechen. Es geht um nüchternes abwägen. Und es gibt halt manchmal Momente im Leben, in denen eine Entscheidung vielleicht tatsächlich vernünftig ist und trotzdem schmerzt. Ich hadere nicht mit der Welt, will auch nicht übertreiben, aber es schmerzt im Moment und dazu stehe ich. Ich glaube nicht, dass das verkehrt ist.

Nachtrag
Noch was: Wenn ich von Preis rede, meine ich nicht in erster Linie das finanzielle. Ich bin einverstanden dass sich das irgendwie hinkriegen lässt wenn man unbedingt will.

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