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Unglückliche Beziehung seit langer Zeit..

Letzte Nachricht: 10. Juni um 13:15
10.06.21 um 1:08

Hallo ihr Lieben,

ich melde mich hier auf diesem Wege, da mich schon seit längerem einige Dinge sehr beschäftigen und ich auf eure Meinungen und Ansätze sehr gespannt bin. 

Es ist ein Text der sehr durcheinander und lang ist, dafür entschuldige ich mich schon einmal an dieser Stelle. Vielleicht ist es für mich schon gut, diese Sachen einfach mal 'loszuwerden' - sie mir von der Seele zu reden.

Ich bin seit 3  Jahren mit meinem Freund zusammen (ich 25, er 27). Am Anfang kamen wir sehr schnell zusammen und zogen, da ich kurz vor meinem Studium stand, auch recht schnell zusammen. 
Zuvor lebte er in Berlin und hatte dort einen Job, der ihm Spaß machte und in dem er viel Geld verdiente. Er zog aus dem hohem Norden dorthin und schien hier unbeschwert,  obwohl er viele Dinge innerhalb seiner Familie erlebt hatte, die ihre Narben hinterließen. (Sinnbildlich gemeint)

Er war schon immer ein sehr ruhiger Mensch, im Gegensatz zu mir. Ich würde mich als intro- aber auch extrovertiert bezeichnen. Er sprach anfangs gar nicht mit mir, weil er so schüchtern war und nur gebrochenes Deutsch sprechen konnte. Auch stellte er sich oft ziemlich unbeholfen an, was ich aber sehr niedlich fand, da es mir zeigte, dass er mich gern hat. Er hat viel für mich gemacht und das auch sehr gern, so wie ich auch für ihn.
Dazu muss ich sagen, dass ich nie Schmetterlinge im Bauch hatte, aber es gab ein anderes Gefühl, dass mir sagte, dass ich bei ihm sein möchte und er der richtig Richtige ist. 
Wir kuschelten viel, hatten ein gesundes Sexverhältnis und zeigten uns gern, dass wir uns lieb haben.

Heute, 3 Jahre später, bin ich sehr unglücklich mit unserer Beziehung und das eigentlich schon seitdem wir umgezogen sind. 
Wir sind nach Sachsen gezogen, da ich hier mein Studium angefangen habe und auch er hat hier eine Ausbildung angefangen.
Seitdem streiten wir uns sehr viel, auch wenn es nun schon etwas besser geworden ist. Ich habe aber das Gefühl, dass es das nur ist, da ich über vieles hinwegsehe. Er kaufte sich zu Anfang einen Gaming-PC und ich habe das Gefühl, dass dort der Schlamassel erst richtig anfing. Ich existierte für ihn nicht mehr und auch heute ist es noch so. Den ganzen Tag, wenn er nicht gerade unterwegs ist, sitzt er daran. Ganz oft habe ich versucht mit ihm zu sprechen, an welchen Dingen wir arbeiten müssen, da eine Beziehung so einfach nicht (für mich) funktioniert.
Ich stehe mit allem so gut wie allein da. Ich mache alles was den Haushalt anbelangt, bin allein für unsere Katzen da. Das einzige was er tut ist Kochen und ein paar Dinge einkaufen und da gibt es meist auch nur TK-Pizza. Wenn ich mal kochen möchte, muss ich aber alles allein machen, weil er nicht aufräumen will. Er schläft häufig bis Mittag und spielt bis tief in die Nacht. Ich darf nie wirklich mit ihm sprechen, weil er entweder keine Zeit hat oder es ihn nicht interessiert. Ich bekomme nie etwas nettes gesagt. Ich darf ihn nicht anfassen, sei es kuscheln, ein Kuss oder Händchen halten etc., dabei tut er alles um mich loszuwerden. Wir hatten seit gut 2 Jahren keinen Sex mehr, was mich zum einen psychisch sehr belastet und zum anderen kann ich es mir aber auch nicht mehr vorstellen. Alles was ich ihm sage, was mir wichtig ist, geht zum einen Ohr rein und zum anderen wieder raus. Beispielsweise hat er immer meine Kopfhörer genutzt und sie immer einfach rumliegen lassen, sodass z.T. diese nach einmaliger Benutzung schon kaputt waren, weil die Katzen drauf rumgekaut haben. Seitdem hatte ich 6 Stück und musste mir auch meist selbst welche kaufen, denn wenn ich was dazu sagte, dann war ich die Böse. Das zieht sich durch den gesamten Alltag. Wenn ich den Haushalt mache schafft er es auch daneben zu sitzen und entweder an seinem Handy oder Computer zu spielen. Es macht ihm nichts aus. Wenn wir unterwegs sind läuft er immer vor und ich fühle mich wie ein Hund der hinterherlaufen muss. Und so gibt es ganz viele Dinge, die mich einfach sehr traurig machen. Alles was ich ihm erzähle muss er hinterfragen, sodass ich mich immer so dumm fühle. 

Dazu muss man sagen, dass ich einige chronische - und autoimmune Krankheiten habe, die meinem Körper und meinem Geist sehr zu schaffen machen. Dazu habe ich, wahrscheinlich auch hierdurch unter anderem begünstigt, schon viele Jahre lang Depressionen, Zwangsgedanken und eine Sozialphobie und schlimme Erfahrungen in meiner Kindheit und Jugend gemacht (schlimmes Mobbing, Vergewaltigung etc...) Gleichzeitig bin ich ein sehr emotionaler Mensch, im Gegensatz zu ihm der sehr intelligent und sehr rational ist.
Ich leide darunter sehr und ich weiß, dass auch ich sicherlich nicht immer einfach bin, aber ich versuche immer das Beste draus zu machen. Entschuldige mich, wenn ich merke, dass etwas falsch war, das ich getan habe, das ihn vielleicht auch verletzt haben könnte. Eine Zeit lang hatte ich durch meine Erkrankung starke Stimmungsschwankungen und ich war sicherlich unerträglich, da keiner rausfand was mein Problem war. Ich entschuldige mich noch heute dafür, allerdings habe ich noch nie ein 'Entschuldung' von ihm gehört..
Letztens lobte er mich zum ersten Mal und ich hatte solche Glücksgefühle im Bauch. Ich sagte ihm immer wieder wieviel mir das bedeutet. In der Rest der Zeit fühle ich mich wie eine welkende Blume. 

Ich weiß, dass auch er seine Probleme hat und ich versuche ihn immer wieder zu unterstützen. Mit ihm darüber zu reden, ihm gut zuzureden. Dinge auszudenken, die man Unternehmen könnte. Ich nehme ihn immer mal wieder ihn den Arm, gebe ihm einen Kuss auf die Wange und sage ihm, dass wir das schon alles schaffen. Ich versuche immer wieder alles zu reflektieren, zu verstehen warum er so reagiert, was ich dazu vielleicht beigetragen habe und nehme ihn immer wieder in Schutz. 
Ich versuche alles, dass es zwischen uns gut wird, weil ich es mir so sehr wünschen würde. Ich hasse es mich zu Streiten, dafür ist das Leben viel zu kurz! Er tut mir sehr leid, er ist in etwas gefangen, aber lässt sich gleichzeitig auch nicht von mir helfen. Im Gegenteil, er stößt mich immer nur von sich weg. Ich würde ihm so gerne helfen..
Wenn ich mit ihm reden möchte (über die Beziehung etc.), schaut er mich nicht an und gibt mir keine Antworten. Wenn ich nachharke meint er, dass ich einen Machtrausch hätte, verrückt - und eine Hexe wäre.  Ich muss ihm ALLES tausendmal sagen und trotzdem ändert sich nichts daran. Beispielsweise habe ich einen sehr schlechten Schlaf und er stellt sich jeden Morgen 10 Wecker, die er alle klingeln lässt. Er wacht auf und schläft jedes Mal weiter, ich kann das aber nicht und bin dann wach. Ich habe ihm gebeten diese wenigstens auf 3 zu reduzieren und zu versuchen vielleicht auch einfach beim ersten Mal aufzustehen, aber daran hat sich bis heute nichts geändert. Wenn die Wohnung schlimm aussieht, weil ich es nicht schaffe, dann bin ich schuld an dem Chaos. Wenn ich Psychosen habe oder es mir schlecht geht, dann muss ich mich für soetwas schon fast entschuldigen.

Heute ist es schon etwas besser, aber nur, weil ich es akzeptiert habe so gut wie allein zu sein und mit jemanden zusammenzuwohnen, der nicht wie mein Freund scheint. Er meint er würde mich lieben, wenn ich ihn danach frage, aber insgesamt ist alles so lieblos. Manchmal denkt er an mich und bringt mir etwas vom Einkaufen mit. Das macht mich schon glücklich. Ich habe wirklich keine hohen Ansprüche.
Immer wieder weine ich, weil ich mich so allein fühle. Ich möchte doch nur jemanden, der mich lieb hat und dem ich die Menge an Liebe schenken kann, die in mir ist. Es muss nie alles perfekt sein, das geht gar nicht. Aber ich möchte mit jemanden lachen und weinen und durch dick und dünn gehen können. Ich möchte mich wieder wie ein Mensch und nicht wie eine wandelnde, leere Hülle fühlen.

Gleichzeitig möchte ich ihn als Mensch aber auch nicht verlieren, weil er mir wichtig ist. Wir alle haben unsere Ecken und Kanten und trotzalledem habe ich ihn lieb und möchte ihn nicht allein lassen.  Das versuche ich ihm jeden Tag zu zeigen..
Ich möchte ihn nicht verlieren, aber auch nicht weiter innerlich sterben..

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10.06.21 um 7:33

Warum bleibst du bei ihm? Es gibt doch wirklich nichts, was an der Beziehung noch gut ist, wenn man es überhaupt noch Beziehung nennen kann! 

Ich glaube dir ist klar, dass du keinen anderen Menschen ändern kannst, du kannst nur dich selbst und deine Einstellung zu etwas verändern. Er ist so wie er ist, love it or leave it. Ist es das, was du bis zum Ende deiner Tage willst? 

Hast du einen Kinderwunsch?

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10.06.21 um 13:15

Ich kann da leider auch nicht viel von einer schönen Beziehung lesen.
Es liest sich viel mehr wie eine "Anklage", kein wirklicher positiver Aspeckt.
Eigentlich weißt du genau was du erwartest, er kann dies nicht ansatzweise erfüllen.
Du bist seine Putzfrau und er würdigt noch nicht mal das, ich glaube es wird Zeit dass du dich bewegst um glücklich zu werden.

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